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Periodical volume Nr. 17, 20. Februar 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Kälteperiode zu ermöglichen und so lange durchzukommen, bis wir den Anschluß an w ä r m e r e und längere Tage gefunden haben. Wir alle hoffen, daß
d i e s e r Zeitpunkt bald eintreten wird und daß es uns dann möglich sein
wird, wieder etwas Luft zu schöpfen.
V o r s t e h e r Dr. SU H R : Meine Damen und H e r r e n ! Wir t r e t e n damit in die Tagesordnung ein.
Ich habe zunächst darauf hinzuweisen, daß die von dem Ausschuß
für Eingaben und Beschwerden gefaßten B e s c h l ü s s e h i e r i m Büro des Stadtv e r o r d n e t e n v o r s t e h e r s ausliegen. Wenn während der Sitzung dagegen kein
W i d e r s p r u c h erfolgt, gewinnen die B e s c h l ü s s e des A u s s c h u s s e s damit i h r e
Gültigkeit.
E s kommt nun zur Verhandlung die lfd. Nr. 6 der Tagesordnung
für die 15. Sitzung, Drucksache Nr. 79:
Antrag der F r a k t i o n der LDP, b e t r . Gewährung der
F r e i f a h r t auf allen öffentlichen V e r k e h r s m i t t e l n
für Kriegsbeschädigte.
Das Wort hat H e r r Stadtverordneter Wolff.
Stadtv. W O L F F (LDP): Unser Antrag bedarf keiner langen B e gründung. E r will nur den K r e i s der K r i e g s v e r s e h r t e n nach der Richtung
e r w e i t e r n , daß wir denjenigen Männern, die an den Stock gebunden sind,
die gleichen Rechte gewähren wie den a n d e r n s c h w e r e r Verletzten. Ein
Blick in das tägliche Leben und in die V e r k e h r s m i t t e l i s t die beste Begründung für diesen Antrag. Ich appeliere an Ihr H e r z und Ihr Gemüt, diesen
Männern zu helfen.
V o r s t e h e r Dr. S U H R : Ich weise nochmals ausdrücklich darauf
hin, daß zu diesem Punkt der Tagesordnung eine Eingabe von Alfred
Mankow, von der ich Kenntnis gegeben habe, mit zur Beratung steht.
Das Wort hat H e r r Stadtverordneter K r e u z i g e r von der SPD.
Stadtverordneter W e r n e r K R E U Z I G E R (SPD): Meine Damen
und H e r r e n ! Im Namen der sozialdemokratischen F r a k t i o n möchte ich zu
diesem Antrag doch Stellung nehmen. Wir würden ihm grundsätzlich
u n s e r e Zustimmung geben, bitten a b e r dabei zu bedenken, daß es hier nicht
allein um die K r i e g s v e r s e h r t e n geht, sondern daß man h i e r b e i auch an die
vielen Arbeitsinvaliden denken müßte. Wir m ü s s e n uns noch einmal v e r ge genwärtigen, wie der Z u s a m m e n b r u c h h i e r in B e r l i n im Mai 1945 vor
sich gegangen ist. Wir wollen bei d i e s e r Gelegenheit an die vielen F r a u e n
und Kinder denken, die bei dem Anstehen, um für die Hausgemeinschaft
W a s s e r und Brot heranzuschaffen, doch auch infolge Kriegseinwirkungen,
wie eben richtig von Seiten der LDP b e m e r k t worden ist, an den Stock g e bunden wurden. Ich möchte aus m e i n e r eigenen Erfahrung im B e z i r k P r e n z
l a u e r B e r g hinzufügen, daß wir dort allein 47 Kinder im Alter von sieben
        
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