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Periodical volume Nr. 49, 4. Dezember 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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zum Ausdruck gebracht wird. Ich muß es dem Magistrat ü b e r l a s s e n , wie
er es begründen will, daß e r der Stadtverordnetenversammlung eine d e r a r t i g e Mitteilung zugehen läßt.
Aber ich will weiter betonen: ein Gedankengang, der in u n s e r e m
damaligen Antrag, den wir im Januar gestellt haben, enthalten war, wird
heute e r f r e u l i c h e r w e i s e von einer Abteilung des M a g i s t r a t s in die Tat u m zusetzen versucht. Wir erkennen das außerordentlich dankbar an. H e r r
Stadtrat F ü l l s a c k war e s , der aus seinen Erfahrungen und aus den w i e d e r holten Debatten, die in der Stadtverordnetenversammlung geführt worden
sind, zum Ausdruck b r a c h t e , daß i m I n t e r e s s e einer erfolgreichen V o r b e reitung auf die bevorstehenden Wintermonate ein freier Markt, eine sogenannte Arbeitsgemeinschaft F r e i e r Markt für B e r l i n geschaffen werden m ü ß te, und Stadtrat F ü l l s a c k hat in einem Schreiben vom 18. 11. der Abteilung
Wirtschaft auch von seiner Absicht Mitteilung gemacht. E r hat a m F r e i t a g ,
dem 21. 11. , eine Sitzung einberufen gehabt, zu der die Abteilung Wirtschaft,
die B e r l i n e r Konsumgenossenschaften, der deutsche Gewerkschaftsbund
oder der FDGB geladen waren. Leider i s t zu verzeichnen, obwohl einBeauft r a g t e r d e r Abteilung Wirtschaft an d i e s e r Beratung teilgenommen hat und
alle Beteiligten sich vollkommen einig darin waren, daß man mit der R e gierung Brandenburg schnellstens die Verhandlungen aufnehmen soll, daß
seitens d e r Abteilung Wirtschaft - ich bedaure, daß H e r r Stadtrat Klingelhöfer nach Hause gegangen ist, scheinbar haben die H e r r e n Stadträte und
B ü r g e r m e i s t e r nicht so lange Tagungszeit wie wir - ein Brief geschrieben
worden ist, in dem es heißt:
Wir beziehen uns auf Ihr obiges Schreiben und auf die in I h r e m
Hause bei H e r r n Kunkel am 21. dieses Monats stattgefundene
Besprechung. Wir sind selbstverständlich daran i n t e r e s s i e r t , alle
Möglichkeiten für die Heranschaffung von freien Spitzen aus der
sowjetischen Zone, soweit unser Kompetenzbereich dafür in F r a ge kommt, auszuschöpfen. Entsprechende Vorarbeiten sind b e r e i t s begonnen und werden fortgeführt. Bei der mangelnden R e c h t s grundlage für die Erfassung aber m ü s s e n wir uns vorbehalten,
zunächst mit den Alliierten Rücksprache zu nehmen.
Ich mache darauf aufmerksam, daß a m 18. 7. 1947 schon einmal von dem
M a g i s t r a t eine d e r a r t i g e Antwort e r t e i l t worden ist. E s hat sich also scheinb a r bei der Abteilung Wirtschaft seit dem 18. Juli in d i e s e r Sache noch
nichts geändert.
H e r r Stadtrat Füllsack hat von diesem Schreiben der Abteilung
Wirtschaft Kenntnis erhalten. E r hat darauf angeordnet, daß es bei der
Bildung Arbeitsgemeinschaft F r e i e r Markt bleibt und daß die a m 25. Nov e m b e r dieses J a h r e s vorgesehene Verhandlung in P o t s d a m trotz der Stellungnahme der Abteilung Wirtschaft - also des Stadtrats Klingelhöfer stattfindet. Alle Beteiligten außer der Abteilung Wirtschaft haben an d i e s e r
Verhandlung teilgenommen. Leider i s t es zu keinem offiziellen E r g e b n i s
gekommen, weil eben der V e r t r e t e r der Abteilung Wirtschaft nicht da war.
        
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