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Periodical volume Nr. 49, 4. Dezember 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Wir haben unter dem 3. September einen solchen T a r i f v e r t r a g a b g e s c h l o s sen, der für die gleichen A r b e i t e r g r u p p e n Lohnsätze von 1, Ol RM statt
77 Pfennig steigend bis auf 1, 07 RM statt 83 Pfennig vorsieht. Diesen T a rif haben wir üher u n s e r e Abteilung Arbeit den Alliierten zugeleitet. Die
Abteilung Arbeit hatte gewisse Bedenken nach d e r Richtung, daß wir im
e r s t e n Zuge zu d i e s e r Regelung kämen, und hat uns deswegen v o r g e s c h l a gen, eine Angleichung an die Löhne vorzunehmen, wie sie im Augenblick
von den A l l i i e r t e n für die gleichen A r b e i t e r gezahlt werden. Diese Löhne
stellen gegenüber u n s e r e n jetzigen Löhnen eine Erhöhung im Endlohn von
etwa 20% dar. Eine solche Regelung hat Aussicht, die Zustimmung der
A l l i i e r t e n zu bekommen. Gewerkschaften und Magistrat sind sich d a r ü b e r
einig geworden, zunächst einmal diesen Weg zu gehen. Wir hoffen, daß
die Alliierten d i e s e r Lohnregelung möglichst bald zustimmen, um u n s e r e n
A r b e i t e r n endlich den Teil i h r e s Arbeitsproduktes geben zu können, der
ihnen zukommt.
Als l e t z t e s wollen wir g e m e i n s a m für A r b e i t e r und Angestellte
eine Ruhegeldversorgung schaffen. Jede Aufteilung nach sozialen Gruppen
würde nach m e i n e r Auffassung Rückschritt und Reaktion bedeuten; denn
die städtischen A r b e i t e r und Angestellten haben schon seit der Zeit nach
1918 eine gleichmäßige Ruhegeldversorgung gehabt. Daß die jetzige Ruhegeldversorgung, wie sie von der V e r s i c h e r u n g s a n s t a l t geleistet wird, unzureichend ist, wird, glaube ich, nicht b e s t r i t t e n . Wir a l s Stadt sollten
uns hier als Wegbereiter erweisen und e r s t einmal nach vorn ziehen, um
zu versuchen, die in der Privatwirtschaft beschäftigten A r b e i t e r und Angestellten später nachzuziehen. Wir haben einen Aufbau in der Ruhegeldversorgung vorgesehen, der folgende Sätze bringt: in der höchsten G e h a l t s k l a s s e I a monatlich 400 RM - es handelt sich u m Nettobeträge, also um
das, was man tatsächlich in die Hand bekommen soll -, dann abfallend bis
auf 160 RM in der Gruppe X. In P r o z e n t e n gerechnet betragen die .zuletzt
genannten Sätze nach dem letzten aktiven Einkommen etwa 80%, und sie
fallen nach oben hin auf 60% ab. Die Ruhegeldsätze für A r b e i t e r - ich will
einen v e r h e i r a t e t e n A r b e i t e r zum Vergleich heranziehen - betragen nach uns e r e n Absichten in der Handwerkergruppe 164 RM - um zu zeigen, welche
Bedeutung d i e s e r B e t r a g gegenüber der b i s h e r üblichen Regelung hat, dem
Satz, der von der V e r s i c h e r u n g s a n s t a l t gezahlt wird, nämlich monatlich
112 RM -, bei ungelernten A r b e i t e r n 116 RM - in der V e r s i c h e r u n g s a n s t a l t
würde er 66 RM betragen -, bei den Arbeiterinnen 118 RM statt 66 RM und
bei den ungelernten Arbeiterinnen 104 RM statt 54 RM.
Mit diesen Regelungen hoffen wir für die städtische Verwaltung
einen A r b e i t s k ö r p e r zu gewinnen, der allen Bedürfnissen der städtischen
Verwaltung genügt. Ich hoffe, daß diese Pläne Ihre Zustimmung finden und
später auch, soweit es notwendig ist, von den Alliierten genehmigt werden.
(Beifall.)
V o r s t e h e r S U H R : Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor.
Anträge sind nicht gestellt. Damit hat die Stadtverordnetenversammlung
von der Vorlage Nr. 443 und von der Vorlage Nr. 457 Kenntnis genommen.
        
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