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Periodical volume Nr. 49, 4. Dezember 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Wirtschaftsprüfern und Buchsachverständigen, Das sind die beiden Pole
sozusagen. Aber auch zwischen Wirtschaftsprüfern und den Buchprüfern
sollte man doch ein wenig'unterscheiden. Bei dem letztgenannten Typus
fehlen ja b i s h e r die Befugnisse aus dem Aktfen r e c h t . Im Wirtschaftsprüfer sehen wir doch wohl m e h r als einen Mann, der nur in der Lage und
befähigt sein muß, aus Büchern, Buchführung, Kostenrechnung und sonstigen Grundlagen des kaufmännischen Rechnungswesens einen Zustand zu
erkennen. Das muß der Buchsachverständige können. Der Wirtschaftsprüfer soll dagegen Quellen der UnWirtschaftlichkeit feststellen können, soll
einen B e t r i e b b e r a t e n , auf den richtigen Weg bringen in der Auswahl der
Lieferanten, der Kunden, Verbindung zwischen Produktion und Nachfrage,
Einschlagen r i c h t i g e r Kreditwege. Alle diese in das innere Gefüge des B e t r i e b e s eindringenden F o r s c h u n g e n und Belehrungen e r w a r t e ich von einem
Wirtschaftsprüfer, nicht unter allen Umständen von einem B u c h s a c h v e r ständigen. Nun l e s e ich a b e r im § 9 - vielleicht ist das ein lapsus calami einen nicht sehr glücklichen Ausdruck, a b e r es liest sich doch ein wenig
h a r t und d ü r r , daß das Examen des Buchprüfers in gleicher Weise a b g e legt werden soll wie das der W i r t s c h a f t s p r ü f e r s . Ja, wenn das heißen soll,
nach gleichen inhaltlichen Anforderungen,
i.

( B ü r g e r m e i s t e r Dr. Acker: nein, nach der technischen Seite!)
- gut, es ist examenstechnisch und einiges sonstiges gemeint, a b e r ich
finde den Ausdruck nicht glücklich, um das zu c h a r a k t e r i s i e r e n , was man
nach m e i n e r Meinung offenbar will und m e i n e n sollte. Ich würde empfehlen, diese d r e i Typen etwas s c h ä r f e r zu u n t e r s c h e i d e n in den Anforderungen, die man an ihren Bildungsgang und ihr Können und Wissen stellt und
damit auch an die Examina. Das ist das eine, was ich sagen wollte.
Das ist das eine, was ich sagen wollte, Nun zum Zweiten! Was
haben wir uns unter den " d e m o k r a t i s c h e n Grundsätzen" vorzustellen, die
im § 3 für die A u s l e s e der Wirtschaftsprüfer v o r g e s e h e n sind, die in den
F a c h a u s s c h u ß gleich hineinkommen sollen? Ich möchte m i r das h e r b e U r teil des Kollegen Maron nicht unter allen Umständen zu eigen machen. Die
Männer, von denen er sprach, sind jedenfalls als durchaus tüchtige Sachkenner bekannt. Das möchte ich von den H e r r e n Koch und Eich auf Grund
einer kollegialen Verpflichtung sagen. Ihre politische Vergangenheit kenne
ich nicht und kann kein Wort dazu sagen. Aber wirtschaftswissenschaftliche Sachkunde kann m a n ihnen nicht a b s t r e i t e n . Sie sind beide, soviel
ich weiß, P r o f e s s o r e n in Charlottenburg und sind jedenfalls auch irgendwie gesiebt worden. Was heißt a b e r in d i e s e m F a l l e Demokratie? Das
möchte ich etwas deutlicher e r k l ä r t haben. Ist damit die jetzt vorhandene
gewerkschaftliche Vertretung gemeint? Dann hätte man das a n d e r s a u s drücken können. Ich will die d e m o k r a t i s c h e Konsequenz einmal durchaus
zubilligen. A b e r w a r u m sagt m a n das nicht.
( B ü r g e r m e i s t e r Dr. Ackert Nicht ständisch!)
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