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Periodical volume Nr. 49, 4. Dezember 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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seine Zustimmung zu verweigern, wenn er sachliche Gründe für eine a n d e r e
Auffassung hat. Niemals ist in der Stadtverordnetenversammlung dieses
Recht des M a g i s t r a t s b e s t r i t t e n worden, obwohl wir uns sehr gefreut haben,
daß der Magistrat im Laufe des vergangenen J a h r e s mit einer einzigen A u s nahme den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung i m m e r zuges t i m m t hat.
Wir hätten deshalb auch e r w a r t e n dürfen, daß in d i e s e m zweiten
F a l l , in dem der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nicht zustimmen konnte, nun der durch Art. 13 der Verfassung m. E. eindeutig v o r g e schriebene Weg b e s c h r i t t e n worden w ä r e .
(Sehr richtig! bei der CDU.)
Nachdem w i d e r s p r u c h s l o s , d.h. mit Zustimmung des Hauses von
m i r e r k l ä r t worden ist in m e i n e r Eigenschaft als Stadtverordnetenvorsteher,
daß der Beschluß vom 29. Mai 1947 nicht als eine interne Verwaltungsangelegenheit anzusehen ist, und es auch niemand heute b e s t r i t t e n hat, lag
auch vollkommen fest, daß diese Angelegenheit nicht durch eine interne V e r waltungsanweisung seitens des M a g i s t r a t s erledigt werden konnte.
(Sehr wahr!

bei der CDU.)

Daß,das auch nicht die Meinung des M a g i s t r a t s heute ist, ergibt sich ja aus
der Vorlage 553, die eine Vorlage zur Beschlußfassung d a r s t e l l t .
In d i e s e r Vorlage ist eine kleine Merkwürdigkeit, auf die ich H e r r n
B ü r g e r m e i s t e r Dr. Acker aufmerksam machen darf, enthalten. Sie e r k l ä r t
die B e s c h l ü s s e der Stadtverordnetenversammlung für erledigt, vergißt
aber, die Vorlage des M a g i s t r a t s 346 zur Kenntnisnahme ebenfalls für e r ledigt zu e r k l ä r e n .
Ich bin der Meinung, daß der Anregung von B ü r g e r m e i s t e r Dr.
Acker, diese Vorlage einfach einem Ausschuß zu überweisen, nicht gefolgt
werden kann. Ich bin allerdings auch der Auffassung, daß der Antrag d e r
CDU Nr. 555 keine Lösung der augenblicklichen Schwierigkeiten bringt,
denn in d i e s e m Antrag der CDU werden zwei Umstände übersehen, die zum
mindesten eine Abänderung des Antrags e r f o r d e r l i c h machen.
E r s t e n s kann natürlich der Beschluß der S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m lung vom 29. Mai 1947 nur insoweit in Kraft gesetzt werden als es dem B e fehl der A l l i i e r t e n Kommandantur nicht widerspricht. Zweitens a b e r erhebt
sich die F r a g e : kann e r überhaupt ohne w e i t e r e s in Kraft gesetzt werden,
muß nicht d e r Magistrat i m m e r noch wieder die Zustimmung zu dem einmal
gefaßten Beschluß erteilen?
(Stadtv. Swoliimkf: Jawohl, und dann gemäß § 13!)
E s ist gar kein Zweifel, daß demzufolge der Magistrat in irgendeiner F o r m
seine abweichende Stellungnahme zu dem ursprünglichen Beschluß vom
29. Mai der Stadtverordnetenversammlung zuleiten muß.
Ich glaube, daß nunmehr eine Brücke zwischen den verschiedenen
        
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