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Periodical volume Nr. 49, 4. Dezember 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Abteilung H e r r Stadtrat Stumm zurückgetreten ist. Der M a g i s t r a t ist infolgedessen unvollständig. E s ist notwendig, den Magistrat für seine A r beiten vollständig zu machen und in ihm durch seine Zusammensetzung
auch den Willen der Wählerschaft zum Ausdruck zu bringen.
(Stadtv. Maron: Der kommt durchaus zum Ausdruck!)
Die sozialdemokratische F r a k t i o n behält sich deshalb vor, bei n ä c h s t e r
Gelegenheit die Wahl eines Stadtrates zu verlangen.
V o r s t e h e r S U H R : Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor.
Ich stelle fest, daß die V e r s a m m l u n g von der Vorlage 192 Kenntnis genommen hat.
Ich rufe nunmehr die Vorlage 346 über Versicherungsaufsicht in
G r o ß - B e r l i n auf und verbinde die Beratung im Einverständnis mit dem Ält e s t e n r a t mit d e r Vorlage 553, Vorlage zur Beschlußfassung über V e r o r d nung über die Versicherungsaufsicht in G r o ß - B e r l i n , und mit der Vorlage
555, Antrag der F r a k t i o n der CDU über Verordnung über die V e r s i c h e r u n g s aufsicht in G r o ß - B e r l i n . Das Wort hat H e r r Stadtverordneter Rausch.
Stadtv. R A U S C H (CDU) : Meine Damen und H e r r e n ! V e r s i cherungsfragen pflegen im allgemeinen Versammlungen nicht sehr zu f e s seln. Das ist etwas bedauerlich, a b e r es ist eine T a t s a c h e . Es ist das um
so b e d a u e r l i c h e r , als die Versicherungsangelegenheiten vor ungefähr 80
J a h r e n aus der Gewerbeordnung h e r a u s g e n o m m e n wurden mit der B e g r ü n dung, daß die Versicherungsunternehmungen nicht nur privatwirtschaftliche, sondern auch große Staatsaufgaben zu erfüllen hätten.
So ist auch die jetzige Vorlage von einer gewissen Bedeutung für .
die Allgemeinheit und nicht nur für das V e r s i c h e r u n g s g e w e r b e . Sie gewinnt
a b e r für dieses Haus noch an Bedeutung, wenn man sich den Vorgang a n sieht und das, was mit der Aufstellung der Versicherungsaufsicht g e s c h e hen ist. Die Stadtverordnetenversammlung hat in der 31. ordentlichen Sitzung a m 29. Mai 1947 über die Versicherungsaufsicht in G r o ß - B e r l i n ,
Drucksache 34/223, beschlossen. Zu diesem Beschluß und d i e s e r V e r o r d nung hat der Magistrat am 30. Juni 1947 eine Verordnung zur Kenntnisnahme vorgelegt, betreffend die Versicherungsaufsicht in G r o ß - B e r l i n , T a g e s ordnung der 37. Sitzung, die nun heute zur Beratung gestellt wird. Das ist
insofern damals nicht richtig gewesen, als nach dem Beschluß vom 29. Mai
der H e r r Stadtverordnetenvorsteher laut Protokoll ausdrücklich feststellte,
daß es sich bei d i e s e m Beschluß nicht um eine interne Verwaltungsangelegenheit handele. Der M a g i s t r a t hat am 30. Juni seine Vorlage damit begründet,
daß die Verordnung auf dem Verwaltungswege e r l a s s e n werden könne, da
es sich u m eine reine Verwaltungsmaßnahme handele. Wenn eine d e r a r t i g
w i d e r s p r e c h e n d e Auffassung zwischen Stadtverordnetenversammlung und
M a g i s t r a t besteht, so sieht die Vorläufige Verfassung vor, daß die beiden
Körperschaften zu einer gemeinsamen Sitzung einberufen werden. Was hat
der M a g i s t r a t getan? E r hat eine Vorlage zur Kenntnisnahme vorgelegt, in
der er gleichzeitig beantragt, den Beschluß der S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m lung vom 29. Mai 1947 durch seine Vorlage als erledigt zu e r k l ä r e n .
(Hört! Hört!)
        
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