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Periodical volume Nr. 48, 27. November 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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- Da habe ich nicht genug Kenntnis, das m ü s s e n Sie b e s s e r wissen. Ich
glaube, er war etwas älter als das OKW und kann nicht gut als seine O r ganisation angesehen werden. E r war jedenfalls gebildet aus Ingenieuren
jeglicher sozialer Verwurzelung und hatte nicht das geringste mit F a c h gemeinschaften im Sinne des Entwurfs des M a g i s t r a t s gemein, die Z u s a m m e n s c h l ü s s e von Unternehmern und Unternehmungen sein sollen. F r e i l i c h
muß ich sagen, die Klarheit ist nicht gerade vorbildlich entwickelt. Denn
was sagt d a s ? Soll das heißen, daß hier die L e i t e r der Unternehmungen
bei der Suche nach i h r e r Heimat in diese Fachgemeinschaften einmünden
sollen? Oder sind h i e r wieder die Unternehmungen gemeint a l s Einheit
von Leitung und Belegschaft? Das bedarf mindestens der Klärung.
Und wer beschließt eigentlich über die Bildung solcher F a c h g e m e i n schaft? Ich habe den Eindruck aus den §§ 11 und 12 gewonnen, als ob
Fachgemeinschaften dadurch entstehen, daß sich Unternehmungen zu einem
b e s t i m m t e n F a c h bekennen, das meinethalben ein gemischtes Unternehmen,
das in sich, sagen wir, die Herstellung von verschiedenen Arten von T e x tilien verbindet, sich zu einer Fachgemeinschaft nach dem überwiegenden
Anteil des betreffenden Gutes im P r o d u k t i o n s p r o g r a m m entscheidet.
(Zuruf. )
- Gut, das könnte man sich vorstellen. Aber ist damit schon die F a c h g e meinschaft gebildet oder wird sie e r s t e r r i c h t e t durch einen behördlichen
A u s s p r u c h ? Alle diese F r a g e n scheinen der Klärung zu bedürfen.
Aber nun zu der Gefahr der Unternehmerverbände. Ich möchte deutlichst e r k l ä r e n - die C h r i s t l i c h - D e m o k r a t i s c h e Union denkt nicht daran,
sich für irgendeine F o r m von Kampf in der Wirtschaft zu entscheiden und
dafür Organe ausbilden zu wollen. Weder das eine-noch das a n d e r e . Wir
haben deutlich e r k l ä r t , daß wir auch keine reinen Arbeitgeberverbände
wünschen, die i h r e eigentliche Zielsetzung nur in dem Abschluß von Tarifv e r t r ä g e n , also nur in der Beziehung zum sozialen Gegenspieler, den
Gewerkschaften, suchen.
(Zuruf: Aber dafür m ü s s e n sie doch da sein!)
- Ja, sie m ü s s e n da sein, a b e r nicht nur das, sondern i h r e sozialpolitische Betätigung e r w ä c h s t aus der allgemeinen fachlichen Arbeit als ein
b e s o n d e r e s Moment, das aus der Übersicht über die Bedingungen des
F a c h e s allein aufgebracht werden kann und nicht als ein Verband, der
nichts zu tun hätte, als d e r a r t i g e sozialpolitische Verhandlungen zu führen.
Wir sind der Meinung, daß es sich auch hier nicht um Wünsche d e r
U n t e r n e h m e r handelt, sondern darum, daß wir es dringend nötig haben,
Fachverbände aufzubauen, um e r z i e h e r i s c h e Arbeit zu leisten. Wir haben
gerade in B e r l i n die große Fülle von m i t t l e r e n und Kleinbetrieben, die d e r
Orientierung bedürfen, die zum Teil genau so schwachen Marktüberblick
besitzen wie der einzelne A r b e i t e r und Angestellte, und eine große Fülle
von Argumenten, die für die Gewerkschaften gelten, um den unzureichenden Überblick des einzelnen Menschen über die Verwertung seiner A r b e i t s kraft zu erhöhen und zu vertiefen, trifft in hohem Maße auch zu auf
        
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