Path:
Periodical volume Nr. 47, 13. November 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

84

47

was ihm vorgetragen wurde, u n t e r s c h r e i b e n . Nun kommt vielleicht das I n t e r e s s a n t e s t e . Nach dem erzwungenen Schuldbekenntnis, nach dem er j e d e r z e i t zu langfristiger F r e i h e i t s s t r a f e v e r u r t e i l t werden kann, hat man seine F r e i l a s s u n g davon abhängig g e macht, daß er eine E r k l ä r u n g u n t e r s c h r i e b , die die Verpflichtung
enthielt, daß er zukünftig mit dem Verbindungsoffizier der B e s a t zungsmacht eng z u s a m m e n z u a r b e i e ^ y er Sammlungen der SPD, nach
Möglichkeit Funktionär Versammlungen, zu überwachen und anschließend eingehende Berichte an den Verbindungsoffizier zu ü b e r weisen habe.
(Entrüstete Rufe: H ö r t ! HörtI bei der SPD, der CDU
und der L D P . - Gegenrufe von der SED.)
- Kollege Maron, ich bin sehr wohl in der Lage, sogar Dutzende
von Fällen zu nennen, (Zustimmung bei der SPD)
in denen Funktionären der Sozialdemokratischen P a r t e i das gleiche
Ansinnen gestellt w u r d e . Wir haben e r s t kürzlich die Namen i m
"Sozialdemokrat" von kommunalen Funktionären veröffentlicht, die
sich zur SED-Politik bekennen und die laufend im Auftrage der r u s sischen Kommandantur, mit dem Ausweis der r u s s i s c h e n Kommandantur in die internen SPD-Veranstaltungen kommen und dort Stenog r a m m e aufnehmen.müssen.
(Hört! H ö r t ! bei der SPD. )
Ich mache darauf a u f m e r k s a m : es sind Angehörige der SED. Die SED
gibt sich hier zu Taten her, die im allgemeinen mit den schimpflichsten Worten bezeichnet werden.
(Lebhafte Zustimmung bei der SPD. - Gegenrufe
von der SED.)
Das sind nicht Einzelfälle, sondern wir sind durchaus in der Lage, ein
System zu zeigen, das in Berlin jetzt in einem Teil der Stadt d u r c h g e führt wird. Wir wenden uns aufs schärfste gegen d i e s e s System. Wir
halten es für unmöglich, daß B e r l i n noch längere Zeit überhaupt in
d i e s e r A r t leben kann. Wir v e r w a h r e n uns aber aufs schärfste dagegen,
daß d e r a r t i g e Dinge in der P o l i z e i unter Duldung und zum Teil unter
F ö r d e r u n g leitender Beamten erfolgten.
Deswegen e r k l ä r e n wir d a s , was wir wiederholt e r k l ä r t haben:
h i e r muß etwas in der P o l i z e i nicht stimmen, und es scheint uns, daß
der P o l i z e i p r ä s i d e n t nicht der geeignete Mann ist, der die B e r l i n e r
P o l i z e i o r g a n i s a t o r i s c h auf den Stand bringen kann, daß sie i h r e r Aufgabe gewachsen ist.
(Lebhafte Zustimmung bei der SPD und der CDU. )
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.