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Periodical volume Nr. 47, 13. November 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

47

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s.

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rufe mich nicht etwa darauf, um die Hilfe einer Besatzungsmacht oder
m e h r e r e r Besatzungsmächte zu erbitten, sondern nur, u m Ihnen zu
zeigen, wie die demokratischen V e r t r e t e r d e m o k r a t i s c h e r Länder zu
diesen F r a g e n stehen. Ich glaube, wir brauchen nicht einmal in das
Ausland zu gehen, wir brauchen nur jeder die Dinge anzuschauen, wie
sie in deutschen Landen sonst vorhanden sind. Unter dem M a t e r i a l zu
der Verfassung von G r o ß - B e r l i n , das uns der H e r r Stadtverordnetenv o r s t e h e r aus einer Fülle von Verfassungen in allen Zonen zur V e r - fügung gestellt hat - ich will auf die anderen gar nicht eingehen, sondern nur auf die Verfassungen, die Sie selbst jetzt schnell einmal
nachschlagen können, und selbstverständlich will ich auch nicht etwa
B a y e r n oder Nordrhein-Westfalen anführen, denn sie wären ja nicht
zugkräftig genug für die Mitglieder d i e s e s Hauses, sondern ich möchte
ausdrücklich Länder mit sozialdemokratischen Ministerpräsidenten
und einem großen Teil von sozialdemokratischen S t a a t s m i n i s t e r i e n a n führen, Länder, in deren P a r l a m e n t e n die sozialdemokratischen F r a k tion einen entscheidenden Einfluß hat - darf ich insbesondere auf den
A r t . 61 der H e s s i s c h e n Verfassung verweisen, wobei wir uns doch
darüber klar sind, daß die Sozialdemokratische P a r t e i H e s s e n s , wenn
sie innerlich nicht von der Richtigkeit d i e s e r Auffassung überzeugt
w ä r e , bei der politischen Gesamtlage des Landes Hessen durchaus in
der Lage w ä r e , mit anderen P a r t e i e n des Landtages eine Mehrheit zu
finden. Sie hat a l s o in k l a r e r Erkenntnis der Notwendigkeiten diese
Bestimmungen in die Verfassung aufgenommen. E s heißt in A r t . 61
der Hessischen Verfassung:
.:
P r i v a t e Mittel-, höhere und Hochschulen und Schulen b e sonderer pädagogischer Prjjgung bedürfen der Genehmigung des Staates. Die Genehmigung i s t zu versagen, wenn
die P r i v a t s c h u l e n in ihren L e h r z i e l e n und Einrichtungen
sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung i h r e r L e h r kräfte hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen, wenn
sie eine Sonderung nach den B e s i t z v e r h ä l t n i s s e n der E l t e r n fördern oder wenn die wirtschaftliche und • rechtliche
Stellung der Lehrkräfte nicht genügend g e s i c h e r t i s t .
Meine Damen und H e r r e n ! Wir haben nichts dagegen, wenn Sie diese.'
F o r m u l i e r u n g der Hessischen Verfassung in das B e r l i n e r Schulgesetz
übernehmen wollen. Darüber ließe sich m i t uns durchaus r e d e n .
Aber nehmen Sie nicht nur d a s , sondern schlagen Sie einige Seiten h i n t e r h e r , dann haben Sie den A r t . 117 der Württembergischen
Verfassung, d e r sehr klar und deutlich dieselben Grundsätze wiedergibt.
Oder nehmen Sie eine neutrale Verfassung, etwa den Art. 29
der B r e m e r Verfassung! Auch in der B r e m e r Verfassung i s t a u s -
        
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