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Periodical volume Nr. 47, 13. November 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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darauf dringen, daß sie eine andere Stellung einnimmt.
(Stadtv. Wildangel: Das gilt auch für die CDU!)
- Das i s t nicht r i c h t i g . - Ich habe insbesondere die Reden des Mitglieds der L i b e r a l - D e m o k r a t i s c h e n P a r t e i , des H e r r n P f a r r e r s
Sivkowitsch mit F r e u d e gehört, mit dem ich den Vorzug habe im
Kirchenrat von Steglitz z u s a m m e n z u s i t z e n . E r hat m i r e r s t g e s t e r n
Abend mitgeteilt, daß er v e r s u c h t hat den Standpunkt zur Durchführung zu bringen, den wir für richtig halten, und er hat m i r w e i t e r mitgeteilt, daß in nördlichen Bezirken B e r l i n s , insbesondere
etwa in Waidmannslust die SED es ihm unmöglich gemacht hat, seine
Ausführungen zu beenden und in d i e s e r e r n s t e n und wichtigen F r a g e
während einer L D P - V e r s a m m l u n g das Schlußwort zu sprechen.
(Zurufe von der SED.)
Ich stelle daß nur fest, weil Sie, meine H e r r e n von der LDP, jetzt
dabei sind, mit den Männern und F r a u e n z u s a m m e n ein Gesetz zu
machen, die i h r e eigenen Redner in öffentlichen Versammlungen
nicht ihre Überzeugungen a u s s p r e c h e n l a s s e n .
(Widerspruch und Zurufe bei der SED.)
Auf Grund d i e s e r Stimmungen Ihrer eigenen Wählerschaft haben
Sie nun Vorschläge gemacht, die an sich nicht schlecht sind,
(hört! h ö r t ! bei der LDP und der SPD)
die aber - l a s s e n Sie mich das ganz offen sagen," vielleicht ist d a s , was
ich Ihnen jetzt sage, etwas h a r t für S;ie - Ihnen ein gewisses geistiges
Alibi verschaffen sollen.
(Widerspruch bei der L D P . )
Sie haben mit dem Antrag, den der H e r r Vorsteher vorhin v e r l e s e n hat
und der davon spricht, daß das deutsche Kulturgut unter B e r ü c k s i c h t i gung der Antike, des C h r i s t e n t u m s und der für die Entwicklung zum Hum a n i s m u s , zur F r e i h e i t , zur Demokratie wesentlichen gesellschaftlichen
Bewegungen in der deutschen Schule seinen P l a t z finden soll, einen V o r schlag gemacht, d e s s e n Bedeutung für uns darin liegt, daß sie die weltbewegende Kraft des C h r i s t e n t u m s in die gleiche Ebene mit einer Reihe
a n d e r e r Kräfte stellen.
(Sehr r i c h t i g ! b e i d e r LDP und der SPD.)
Das Christentum ist für uns eben nicht eine unter vielen gestaltenden
Kräften der Weltgeschichte,
(hört! h ö r t ! bei der SPD und der SED)
sondern es ist für uns die p r i m ä r

gestaltende Kraft. Aus d i e s e m Grunde
        
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