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Periodical volume Nr. 11, 21. Januar 1947, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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der SPD und der CDU war es nicht möglich, schon vor Beginn des Winters
dieses Werk der Jugend in B e r l i n durchzuführen. Beide P a r t e i e n v e r t r a ten die Auffassung, daß es Aufgabe der Stadtverordnetenversammlung sei,
sich mit d i e s e r Maßnahme zu befassen und die entsprechenden Dinge einzuleiten. Wir bedauern e s , daß das Werk der Jugend nicht gleich zu Beginn
d i e s e s Winters in Angriff genommen wurde und daß auch heute noch ein
R e s t von a r b e i t s l o s e n Jugendlichen vorhanden ist, d e r e n Unterbringung unbedingt notwendig ist.
Aus diesem Grunde haben wir den Antrag auf Durchführung einer
sofortigen Aktion der Jugendhilfe gestellt. Wir sind der Meinung, daß vor
allen Dingen die Hinderungsgründe beseitigt werden m ü s s e n , die heute noch
die Arbeitsaufnahme der Jugendlichen in L e h r s t ä t t e n und A r b e i t s v e r h ä l t n i s s e n e r s c h w e r e n . Unser Antrag entwickelt i m einzelnen die Punkte, die
hier zu beachten sind. Ich brauche sie nicht des näheren zu e r l ä u t e r n ; sie
sind der Stadtverordnetenversammlung bekannt. Ich möchte d a r u m bitten,
u n s e r e n Antrag anzunehmen, damit die Möglichkeit besteht, auch den Rest
der a r b e i t s l o s e n Jugendlichen in L e h r - und Ausbildungsverhältnissen unterzubringen. Vor allen Dingen ist vorgesehen, daß das Amt für Arbeit g e naue Vorschläge machen soll.
Da der Antrag der SPD über Schaffung einer Berufshilfe für die
B e r l i n e r Jugend mit zur A u s s p r a c h e steht, möchte ich auch über diesen Ant r a g einige Worte sagen. In v e r s c h i e d e n e n Punkten deckt sich der Antrag mit
den Auffassungen, die wir in u n s e r e m Antrage v e r t r e t e n . E r geht a b e r in
v e r s c h i e d e n e n F r a g e n auch darüber hinaus. Wir sind a l l e r dings nicht der
Meinung, daß e s , wie in dem Antrag der SPD vorgesehen wird, eine Aufgabe
des Landes Jugendamtes ist, die Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung für die
Jugendlichen durchzuführen. Einmal i s t das Landes Jugendamt noch nicht g e nehmigt und wir wissen nicht, wann es von der Alliierten Kommandantur zug e l a s s e n wird. Wir können unmöglich diese brennende F r a g e so lange hinausschieben, b i s eine Genehmigung erfolgt ist. Zum andern ist es nach der
E r k l ä r u n g des H e r r n O b e r b ü r g e r m e i s t e r s Ostrowski auch nicht eine Aufgabe
des Landes Jugendamts, irgendwelche Maßnahmen, die b i s h e r i m Amt für •
Arbeit oder i m Sozialamt lagen, dem Jugendamt zu ü b e r t r a g e n . E s handelt
sich vorwiegend um solche Maßnahmen. Wir v e r t r e t e n deshalb die Meinung,
daß das Landes Jugendamt die Durchführung d i e s e r Maßnahmen nicht ü b e r nehmen kann.
V o r s t e h e r - S t e l l v e r t r e t e r Dr. S C HR E I B E R : Meine Damen und
H e r r e n ! Ich h ö r e , daß Unklarheit d a r ü b e r h e r r s c h t , welche Anträge i m
Augenblick verhandelt werden. Wir verhandeln jetzt über die Drucksachen
Nr. 17, 34 und 44. Das sind die laufenden N u m m e r n der Tagesordnung 8, 9
und 10. Zur Begründung des A n t r a g e s auf Drucksache Nr. 44 hat das Wort
der H e r r Stadtverordnete Mattick.
Stadtv. M A T T I C K (SPD): Meine Damen und
gleichzeitig mit u n s e r e m Antrag die Drucksache Nr.
der SPD auf Bereitstellung von Mitteln zur Schaffung
enthält. Die F r a g e , die4ch an die SED stellen müßte,

H e r r e n ! Ich behandele
17, die einen Antrag
von Jugendwohnheimen
w ä r e : wer soll die
        
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