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Periodical volume Nr. 38, 24. Juli 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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der Auftrag gegeben worden, daß der Neubau von Arbeiterwohnungen
- nicht etwa Hochhäusern - durchgeführt werde. Also ich möchte schon
der Meinung zuneigen; daß wir verpflichtet sind, Solange Zement nicht
greifbar ist, alle Mittel und Wege zu suchen, u m Bindemittel zu bekommen. Wir haben in B e r l i n in u n s e r e m Hause in d e r Wallstraße seit zwei
J ä h r e n B a u a r b e i t e r beschäftigt. Sie bekommen auch keinen Zement; aber
sie a r b e i t e n mit der Asche in Verbindung mit anderen Materialien und
machen b e r e i t s seit zwei J a h r e n i h r e R e p a r a t u r a r b e i t e n . Unser B a u m e i ster Schüssler, der natürlich zunächst auch schwankend war, hat erklärt;
es gibt nichts a n d e r e s und die Sache hält. Ich weiß, daß die B a u a r b e i - :
t e r nicht gern mit dem M a t e r i a l arbeiten, weil es zu k u r z ist. Aber ich
möchte doch bitten, alles zu tun und die erforderlichen Mittel b e r e i t z u stellen; denn wir kommen in Berlin sonst aus den Schwierigkeiten, die
wir bezüglich der Bauvorhaben und R e p a r a t ü r a r b e i t e n haben, überhaupt
nicht h e r a u s . Wir haben von uns aus auch die Absicht, noch m e h r in die
Sache hineinzusteigen. E s handelt sich nur d a r u m , zunächst die Dinge
weiter zu verfolgen. Wir sind b e r e i t , g r ö ß e r e B e t r ä g e hineinzustecken
i m I n t e r e s s e der Menschen, die keine Wohnung haben und deshalb v e r s u chen m ü s s e n , mit dem E r s a t z m i t t e l auszukommen.
Stadtv. W I S S E L . L (SPD) : Ich habe im Namen d e r sozialdem o k r a t i s c h e n F r a k t i o n schon s e i n e r z e i t bei der Überweisung d i e s e r V o r lage an den Bauausschuß ausgeführt, daß wir jede Möglichkeit begrüßen,
den Mangel an Bindemitteln abzustellen, habe a b e r auch darauf hingewiesen, daß wir es nicht verantworten können, wenn lediglich auf Grund von
L a b o r a t o r i u m s v e r s u c h e n nun eine Großfabrikation aufgezogen wird. Wir
sind keineswegs dagegen, daß auf L a b o r a t o r i u m s v e r s u c h e Großversuche
folgen; a b e r das darf keinesfalls in einem Umfange und in einer Anlage g e schehen, die man schon a l s Großfabrikation bezeichnen muß. Die V e r - ;
suche, die ja nicht e r s t seit einem J a h r , sondern seit zehn und fünfzehn
J a h r e n laufen, haben i m m e r wieder das Labile solcher Methoden gezeigt.
Auch heute sind sich t r o t z v i e l e r ausführlicher Gutachten die Gelehrten
noch nicht einig darüber, ob wir den Weg gefunden haben. Die Vorsicht
läßt uns deshalb mahnen. Wir m ü s s e n darauf bestehen, daß wir nicht m e h r
Geld bewilligen, a l s für die Durchführung eines G r o ß v e r s u c h s notwendig •
ist. E s ist selbstverständlich, daß wir den Weg der Verwendung von F l u g asche weitergehen m ü s s e n . Mein V o r r e d n e r hat auch schon gesagt, daß
man für die Herstellung von Hohlsteinen und Deckensteinen die Flugasche
sehr gut verwenden kann. Nur bezüglich der Verwendung als eines h y d r a u lichen Bindemittels bestehen tatsächlich noch große Bedenken. Die Bewag
i s t ja nur daran i n t e r e s s i e r t , die Unmenge von Flugasche loszuwerden.
Aber sie ist auch daran i n t e r e s s i e r t , daß diese Flugasche so verwendet
wird, daß h i n t e r h e r keine Nackenschläge erfolgen. Dazu ist sie sowohl als
Lieferantin als auch mit Rücksicht auf die Stadt a l s Verwender und mit
Rücksicht auf die Bezieher und V e r b r a u c h e r verpflichtet. Ich möchte d e s halb noch einmal grundsätzlich feststellen: wir sind nicht gewillt, m e h r
Mittel zu bewilligen, a l s für die Durchführung eines G r o ß v e r s u c h s notwendig sind.
        
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