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Periodical volume Nr. 38, 24. Juli 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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in den heutigen Mittagsstunden ü b e r r e i c h t haben. Ich bitte deshalb um Entschuldigung, wenn infolge des Empfangs der Betriebsdelegationen auch
die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung etwas v e r s p ä t e t eröffnet
werden mußte.
Ich möchte die Resolutionen d e r Delegationen, die ich empfangen habe, zur V e r l e s u n g bringen. E s heißt in einer d i e s e r Resolutionen:
Voller Empörung nimmt die am 11. 7.47 im Bezirk T i e r g a r t e n
stattgefundene öffentliche Versammlung Kenntnis von den Vorgängen i m B e r l i n e r Stadtparlament. B e s o n d e r s wendet sich die
Versammlung gegen den Beschluß des Stadtparlaments, nur noch
alle vier Wochen zu tagen. Wir fordern eine unbedingte Z u s a m m e n a r b e i t der beiden A r b e i t e r p a r t e i e n . Wir fordern eine a u s r e i chende und planmäßig ausgegebene E r n ä h r u n g . Wir fordern für
den kommenden Winter genügenden Hausbrand. Wir fordern vom
Stadtparlament eine Aufstellung eines N o t p r o g r a m m s .
In einer anderen Resolution heißt e s :
Wir sind entrüstet über die Interessenlosigkeit der Mehrheit der
Stadtverordneten an den Nöten der B e r l i n e r Bevölkerung und fordern sofortige Aufnahme der Besprechungen zur Organisierung
von Maßnahmen, die eine. Katastrophe i m kommenden Winter v e r hindern.
In einer anderen Resolution heißt e s :
Wir fordern von den Stadtverordneten eine sofortige Stellungnahme und-Aufnahme der Besprechung über Maßnahmen, die Sicherstellung an B r e n n m a t e r i a l , L e b e n s m i t t e l v e r s o r g u n g und Textilien
für die Bevölkerung B e r l i n s betreffen. Wir sind nicht gewillt, den
kommenden Winter mit einem noch größeren Elend über uns e r gehen zu l a s s e n , nur weil die Stadtverordneten ihre politischen Int e r e s s e n über die Lebensnotwendigkeit und Erhaltung der A r b e i t s kraft für eine Gesundung der B e r l i n e r Bevölkerung stellen.
Dann sind in diesen Resolutionen noch eine Reihe von Forderungen
gestellt, die in der Hauptsache darauf hinauslaufen, daß der Magistrat
aufgefordert wird, für den B e r e i c h von G r o ß - B e r l i n P r o d u k t i o n s - und
Versorgungspläne a u s z u a r b e i t e n und der Stadtverordnetenversammlung
zur Beratung vorzulegen. Es heißt in einer d i e s e r Entschließungen:
Die Versorgung der Bevölkerung mit Bekleidung, Schuhwerk und
a n d e r e n Bedarfsgegenständen soll durch eine Verordnung über die
E r f a s s u n g und Verwertung,der Alt- und Abfall Stoffe geregelt w e r den.
Der Magistrat soll durch den s t e l l v e r t r e t e n d e n O b e r b ü r g e r m e i s t e r
Verhandlungen mit der A l l i i e r t e n Kommandantur über die Genehmigung für die Tätigkeit von A u s s c h ü s s e n mit den Ost- und Weststaaten
        
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