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Periodical volume Nr. 34, 19. Juni 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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wir grundsätzlich nicht darauf verzichten, daß die gesamtdeutsche Wirtschaftsorganisation eines möglichst baldigen Tages unter gesamtdeutschen
Gesichtspunkten zu sehen und aufzuziehen ist.
Ich glaube, gerade i m Zusammenhang mit den Anregungen der
Münchener Konferenz ist es notwendig, auf diese Verbindungen hinzuweisen. E s ist notwendig, zu zeigen, daß h i e r B e r l i n wirklich eine Brücke
ist, eine Brücke zwischen Ost und West. Vielleicht - denn wir sind in e i n e r fast verzweifelten Situation - sollen wir m e h r sein heute als eine Brücke,
eine K l a m m e r , die mit allen Kräften die auseinanderstrebenden Teile
Deutschlands zusammenhält.
(Sehr gut! bei der SPD.)
Und das ist die Aufgabe a l l e r politischen P a r t e i e n und a l l e r v e r a n t w o r t l i chen Staatsmänner, die jede Gelegenheit ergreifen m ü s s e n , um in gemeins a m e r Arbeit dieses Ziel zu e r r e i c h e n .
(Beifall bei der SPD.)
Im Namen der sozialdemokratischen F r a k t i o n möchte ich Ihnen den
folgenden Antrag unterbreiten:
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Die wirtschaftliche Organisation der Zonen vollzieht sich in wachsendem Maße nach dem Willen der Besatzungsmächte unter E i n s c h a l tung der deutschen demokratischen Selbstverwaltung, wobei von den
Beteiligten betont wird, daß diese Regelungen einer endgültigen und
einheitlichen deutschen Wirtschaftsordnung nicht vorgreifen sollen.
F ü r die a m e r i k a n i s c h e und b r i t i s c h e Zone wurde das bizonale Wirtschaftsabkommen geschaffen mit einem W i r t s c h a f t s r a t , dem von den
Landtagen gewählte V e r t r e t e r der einzelnen Länder der Westzonen
angehören, sowie einem Exekutivkomitee aus 8 V e r t r e t e r n der Länd e r r e g i e r u n g e n . In der Ostzone wurde die wirtschaftliche O r g a n i s a tion weiterentwickelt durch die Schaffung einer ständigen Wirtschaftsk o m m i s s i o n und einer allgemeinen Wirt Schaftsabteilung für die Zone.
Eine weitere Entwicklung der überregionalen Wirtschaftsorganisation ist zu e r w a r t e n . Berlin mit seinen tausendfältigen w i r t schaftlichen Verflechtungen zu allen Teilen Deutschlands, die für die
B e r l i n e r Wirtschaft und damit für die 3, 2 Millionen B e r l i n e r von l e benswichtiger Bedeutung sind, steht heute noch außerhalb d i e s e r R e gelungen.
Der Magistrat wird daher aufgefordert, mit allen zuständigen
Stellen der Besatzungsmächte, der Zonenverwaltungen und der deutschen Länder Verhandlungen aufzunehmen, damit Berlin sowohl in
der bizonalen Wirtschaftsorganisation als auch in der Wirtschaftsorganisation der Ostzone eine a n g e m e s s e n e , den Grundsätzen der demok r a t i s c h e n Selbstverwaltung entsprechende Vertretung erhält.
(Beifall bei der SPD.)
        
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