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Periodical volume Nr. 30, 22. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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V o r s t e h e r Dr. S U H R : Meine Damen und H e r r e n ! Ich v e r s u c h e , die
Geschäftsordnung so loyal zu handhaben wie nur möglich. Ich halte es a b e r
für ganz ausgeschlossen, daß Sie nun eine Ausnahme zur Regel werden l a s s e n
wollen und jetzt weitere Erklärungen abgeben. Ich bedauere außerordentlich,
daß ich in diesem F a l l e H e r r n Stadtverordneten Swolinzky das Wort zu einer E r klärung noch habe geben m ü s s e n . Ich werde künftig nur nach dem Wortlaut der
Geschäftsordnung verfahren.
H e r r Dr. Brandt zu einer Erklärung der CDU-Fraktion.
Stadtv. D r . B R A N D T (CDU) : Meine Damen und H e r r e n ! Ich würde
vorschlagen, daß d i e s e r Präzedenzfall heute nicht Schule macht. Ich bin nicht
der Ansicht, daß es zweckmäßig ist, von der Geschäftsordnung abzuweichen.
Der § 37 der Geschäftsordnung sagt klipp und k l a r :
Zu einer tatsächlichen oder persönlichen Erklärung kann der
V o r s t e h e r vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort erteilen.
Die Erklärung ist dem V o r s t e h e r v o r h e r schriftlich vorzulegen.
Ich würde es für zweckmäßig halten, wenn wir uns streng an die Geschäftsordnung halten und d e r a r t i g e Bräuche nicht einreißen lassen; denn sonst kommen
wir zu dem Zustand, daß nach Abschluß der P a r l a m e n t s d e b a t t e n jede Fraktion
zu jedem Punkt der Tagesordnung nachträglich E r k l ä r u n g e n abgibt.
V o r s t e h e r Dr. S U H R : Ich danke H e r r n Stadtv. Dr. Brandt für die
Belehrung. Ich möchte a b e r H e r r n Stadtv. Dr. Brandt bitten, sich auch an die
Geschäftsordnung zu halten. Das war keine Erklärung im Namen der C D U - F r a k tion, es war bestenfalls eine Bemerkung zur Geschäftsordnung. Außerdem möchte
ich H e r r n Stadtv. Dr. Brandt sagen, daß ich ausdrücklich die Zustimmung der
Stadtverordnetenversammlung herbeigeführt habe, von der Bestimmung der
Geschäftsordnung abzuweichen,
(Stadtv. Dr. Brandt: Habe ich nicht b e s t r i t t e n ! )
und die Stadtverordnetenversammlung ist in j e d e m Augenblick souverän, eine
solche Abweichung zu gestatten.
(Stadtv. Dr. Brandt: Darf ich dazu e r k l ä r e n , --)
Ich b e d a u e r e , keine Wortmeldungen m e h r entgegennehmen zu können.
Meine Damen und H e r r e n ! E s ist von Seiten der katholischen Mitglieder
des Hauses die Anregung gegeben worden, a m F r o n l e i c h n a m s t a g , dem 5. Juni,
die Beratungen ausfallen zu l a s s e n . Ich möchte m i r gestatten, um den Kollegen
entgegenzukommen, den Vorschlag zu machen, die 32. Sitzung nicht a m 5. Juni,
sondern am Dienstag, dem 3. Juni, stattfinden zu l a s s e n . Ich halte es bei dem
gegenwärtigen Zustand der Überfüllung u n s e r e r Tagesordnung für unmöglich,
eine Sitzung ausfallen zu lassen, und zwar aus folgenden Gründen. Wir haben
noch m e h r als ein halbes Dutzend Punkte der vorletzten Tagesordnung zu e r l e digen; wir haben die ganze heutige Tagesordnung zu erledigen; und sehen Sie
sich bitte die außerordentlich belastete Tagesordnung der nächsten Sitzung an.
        
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