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Periodical volume Nr. 30, 22. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Wissen Sie, was p a s s i e r e n würde, wenn diese Kreide nicht auf diesem Wege
beschafft würde? - Es ist Tatsache, daß die Kreide im Einkauf auf der Insel
Rügen 3, 91 RM kostet und daß man in B e r l i n im Verkauf durch die Baustoffbeschaffungsgesellschaft 14, 92 RM bezahlen muß. Sie werden sagen, daß das
300% sind. Ja, das sind 300%, obwohl dieser P r e i s schon bedeutend gesenkt
i s t gegenüber anderen F i r m e n . Es gibt nämlich P r i v a t f i r m e n , die 25 Mark
verlangen. Aber berücksichtigen Sie bitte folgendes! E s gibt keine Eisenbahnverbindung zur Insel Rügen. Die Kreide muß a m Fundort auf Lastwagen geladen werden, weil die Bahnverbindung zur Insel Rügen z e r s t ö r t ist und die
Kreide nicht in Waggons verladen werden kann. Dadurch ist ein d r e i m a l i g e r
Umschlag der Kreide notwendig.
(Zuruf: Die Kreide i s t doch die ganze Zeit p e r Achse h i e r h e r nach
Berlin gekommen!)
- Aber natürlich, sie wird von der Insel Rügen nach Stralsund p e r Auto gefahren, dort in Waggons umgeladen und h i e r h e r gebracht. Aber es ist ein d r e i m a l i g e r Umschlag notwendig.
'
(Widerspruch und Zurufe.)
Bitte sehr, ich habe h i e r eine Kalkulation vor m i r . Danach kostet die Kreide
i m Einkauf 3, 91 Mark, die Anfuhr zur Bahn 1, 23 RM, Autotransport und V e r packung für 2 Ztr. Kreide 3 RM. F r a c h t nach B e r l i n 3, 38 RM, Umschlag 0, 30 RM.
(Wiederholte Zurufe.)
- A b e r bitte, meine H e r r e n , es gibt doch ein P r e i s a m t in Berlin, und dem P r e i s amt ist diese Tatsache bekannt. Sie können nicht behaupten, daß dieses P r e i s amt zu anständig ist. Im Gegenteil, man hört zumeist nur Klagen in der u m gekehrten Richtung, daß dieses P r e i s a m t durch seine Methoden die W i r t schaft abwürge. Stimmt das, oder stimmt es nicht?
(Zuruf von der SPD: Das kommt darauf a n . )
Soll ich noch die H o l z - F r a g e anschneiden? Ich habe das letzte Mal gesagt, daß H e r r Matthee, einer der Kronzeugen, derjenige gewesen ist, der
nach Mecklenburg gefahren i s t und dieses Holz abgenommen hat, daß e r a b e r
keinen Sachverständigen mitgenommen hat, um das Holz abzunehmen, und
wegen d i e s e r Geschichte entlassen worden ist. Dann geht e r hin und v e r s u c h t
in der Öffentlichkeit die Gesellschaft h e r a b z u s e t z e n . Das sind die Kronzeugen!
(Zuruf von der SPD: Die P e r s o n e n i n t e r e s s i e r e n nicht!)
- Aber es i s t notwendig, gegen unqualifizierte Angriffe Front zu machen.
Meine H e r r e n , ich verzichte auf weitere Ausführungen. Ich möchte zum
Schluß nur noch sagen, daß ich keine Veranlassung habe, von den Ausführungen,
die ich in der letzten Sitzung h i e r gemacht habe, etwas zurückzunehmen.
(Hört! Hört! bei der SPD.)
        
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