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Periodical volume Nr. 30, 22. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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berichtenden H e r r e n die Lager der BBG kennt. Die Geschäftsführung der BBG
s c h r i e b schon am 12. April 1946: Die Kähne treffen laufend ein. Die Bemühungen
der BBG u m rechtzeitigen E r h a l t eines Verteilungsplanes haben b i s h e r l e i d e r
zu k e i n e m Erfolg geführt, - Arn 14. 6. 1946: Die Lagerung von fast 4000 Sack
Zement v e r u r s a c h t unnötige Kosten und P r e i s e r h ö h u n g e n und ist angesichts
des dringenden Bedarfs unverantwortlich. - Hierauf antwortete der d a m a l i ge L e i t e r des Hauptamtes für Aufbaudurchführurig a m 18. 6. 1946, daß e r die
Verteilung nicht beschleunigen könne. Am 2. 10. 1946 erfolgte eine erneute
schriftliche Vorstellung der BBG bei der Abteilung Wirtschaft, der Abteilung
Bau- und Wohnungswesen und dem P r e i s a m t , die ebenso erfolglos blieb, bis
der Geschäftsführer in einer Unterredung bei G e n e r a l Kotikow die Verteilung
der dem V e r d e r b ausgesetzten Mengen e r r e i c h t e .
7. Da die PKW der F i r m a von der Treuhand st eile für Bergungsgut
erworben sind, wie der Bericht der Wirtschaftsberatung AG auf Grund der
T a x - und Kaufbescheinigungen feststellt, bedarf es nur einer Rückfrage bei
d i e s e r M a g i s t r a t s d i e n s t s t e l l e , u m die Bestätigung d e s ordnungsmäßigen E r w e r b s zu erhalten. Die Nachberechnung der A u t o r e p a r a t u r k o s t e n und der zu
zahlenden Entschädigung für das Privatfahrzeug des Geschäftsführers nach
den Bestimmungen der TOA wird ein Guthaben des Geschäftsführers ergeben,
so daß a l s o das b i s h e r i g e Verfahren zugunsten der F i r m a wirkte.
8. Die Verteilung der 30 Pfund E r d b e e r e n und der für das ü b e r b r a c h te B a c k m a t e r i a l von dem Bäcker in der Nähe der Privatwohnung des H e r r n
Welskopf gelieferten Brote an die A r b e i t e r können durch diese sowie durch
die damaligen P l a t z m e i s t e r , H e r r n Scharf und F r e i t a g , bestätigt werden.
9. E s i s t unrichtig, daß die BBG " o f t " kurzfristige Kredite zur
Finanzierung langfristiger Geschäfte aufgenommen habe. Richtig ist, daß
die BBG einmal einen Warenkredit beim Stadtkontor zu den üblichen B e dingungen erhielt und inzwischen vollständig zurückgezahlt hat (vgl. h i e r z u
den Bericht der Wirtschaftsberatung AG).
Stadtrat K L I N G E L H Ö F E R : Meine sehr v e r e h r t e n Damen
und H e r r e n ! E s wird leider notwendig sein, z u e r s t zu d i e s e m letzten Brief
Stellung zu nehmen. Ich weiß ja nicht, die p a r l a m e n t a r i s c h e n Gepflogenheiten sind geheiligt, und der Brief ist v e r l e s e n worden, aber es handelt sich
doch schließlich nur u m die Stellungnahme einer P a r t e i .
(Zuruf von der SED: Die beschuldigt i s t . )
Ob es richtig ist, daß so v e r f a h r e n wird, kann ich nicht beurteilen.
(Zuruf von der SED: Ihr Rechtsamt war auch P a r t e i ! )
- Ich darf sagen, H e r r Stadtverordneter Maron, daß ich Ihnen noch Gelegenheit geben werde, sich zu der F r a g e nachher zu äußern, denn Sie haben d i e s e s
R e c h t s a m t in sehr nachdrücklicher und nicht zu verantwortender Weise
angegriffen. Ich bedauere es also, daß d i e s e r Brief v e r l e s e n worden ist a l s
eine einseitige Stellungnahme, nachdem b i s h e r a l l e s , was von einer Seite
behauptet worden ist, u n t e r s u c h t worden ist. Ihn nun h i e r ohne Möglichkeit
der sofortigen Untersuchung behandeln zu wollen, i s t eigentlich ein bißchen
schwierig. Dennoch will ich es versuchen.
        
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