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Periodical volume Nr. 30, 22. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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B e r l i n v e r s o r g e n kann, um dann einen Ausgleich vornehmen zu können, wenn
die anderen Besatzungsmächte ebenfalls Gemüse heranbringen.
Dann zu dem F l e i s c h ! Die Fleischlage in Berlin ist dadurch etwas
günstiger geworden, daß wir augenblicklich insbesondere aus Bayern e r h e b liche Fleischmengen hereinbekommen. Die westlichen Sektoren sind mit
F l e i s c h für alle Dekaden dieses Monats abgedeckt, nur im Ostsektor haben
wir noch eine Differenz zu decken, die aber auch gedeckt werden wird.
•^ e i Fischen besteht keine Gefahr. Auch F i s c h e werden in a u s r e i c h e n der Menge zur Verfügung gestellt, so daß wir auch die Fischdekade w a h r scheinlich im nächsten Monat sowohl wie die Fleischdekade im nächsten Monat werden erfüllen können.
Dann die F e t t v e r s o r g u n g ! Die F e t t v e r s o r g u n g ist dadurch etwas zögernd
geworden, daß insbesondere infolge der Not in den Westzonen die Anlieferung
der F e t t e wahrscheinlich nicht rechtzeitig erfolgen wird. Es ist m i r aber zugesagt, daß diese Fettmengen hereingebracht werden, und daß diese F e t t m e n gen sobald wie möglich nachträglich an die Bevölkerung herausgegeben w e r den.
Die Versorgung mit. Milch ist gesichert. E i e r stehen nur für den östlichen Sektor zur Verfügung.
(hört! hört!)
und werden demnächst einmal ausgegeben werden.
Zucker ist ebenfalls vorhanden. Auch die Brotdecke ist g e s i c h e r t .
Allerdings muß ich dazu sagen, daß der V o r r a t an weißem Mehl a u ß e r o r d e n t lich zurückgegangen ist, daß wir kanadisches Weizenmehl nicht mehr haben,
und daß wir wahrscheinlich - wir sind im Augenblick dabei, die Bestände zu
e r f a s s e n - im Juni dazu kommen m ü s s e n , nur ein Einheitsbrot backen zu l a s sen, bis wieder einmal kanadischer Weizen da ist, der, wie uns angekündigt
worden ist, von Anfang Juli an wieder in großen Mengen h e r e i n s t r ö m e n soll.
Nun zu der besonderen F r a g e des G e m ü s e s . In der letzten Zeit wurde
außerordentlich viel über Gemüse geschrieben. Als die e r s t e n Meinungen auftauchten, daß der Magistrat es v e r a b s ä u m t hätte, das in der P r o v i n z Brandenburg liegende Gemüse hereingeholt zu haben, oder keine Vorkehrungen getroffen zu haben, um das Gemüse zu erfassen, habe ich veranlaßt, daß wir selbst
an Ort und Stelle mit der P r e s s e , die das behauptete, die Feststellungen v o r nahmen. E s konnte festgestellt werden - und das können Sie heute noch tun -,
daß irgendwelche greifbaren Mengen für B e r l i n nicht zur Verfügung stehen.
, (Hört! Hört!

bei der SPD. )

;

Wir m ü s s e n uns einmal folgendes überlegen. Wir haben infolge des
h a r t e n Winters eine Auswinterung des G e m ü s e s von 60%. Wir haben weiter
infolge des Fehlens an Saatgut eine weitere Verringerung der Anbaufläche.
Wir haben weiter infolge des außerordentlich ungünstigen W e t t e r s eine v e r spätete E r n t e von ungefähr drei Wochen. In der gesamten P r o v i n z Brandenburg
        
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