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Periodical volume Nr. 30, 22. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Meiner gewissenhaften Überzeugung nach besteht vom Standpunkt der
E l e k t r i z i t ä t s v e r s o r g u n g aus keine Notwendigkeit, den Verkehr so e i n z u s c h r ä n ken, wie w i r . e s bisher getan haben. E s besteht die Notwendigkeit - und wir
sind im Begriff, die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen -, in einer viel
sorgfältigeren Weise a l s b i s h e r die Kontingentierung nicht der Haushalte, sonr
dern die Kontingentierung a l l e r andern Kontingentsempfänger: Gewerbetreibende,
Industrie, öffentliche Behörden, B ü r o s , öffentliche Unternehmungen und dgl.
durchzuprüfen und insbesondere daraufhin zu überwachen, daß dort kein
Strom v e r b r a u c h t wird, der unter den heutigen Zeitläuften nicht v e r b r a u c h t
werden soll, damit-der Strom für die Zwecke zur Verfügung steht, für die
e r für die B e r l i n e r Bevölkerung da sein soll.
Es ist nicht notwendig, daß im Winter an irgendeiner Stelle feenhafte
Beleuchtungen vorhanden sind und Heizkörper brennen, während u n s e r e Straßenbahnen nicht fahren können und wir B e r l i n e r bei Eis und Schnee unnötig l / 4
Stunde lang an der Straßenbahnhaltestelle warten m ü s s e n . Diesen Zustand
wird niemand von uns billigen. Wir sind verpflichtet, auf d i e s e m Gebiet a l l e s
zu tun, was wir tun können. Sie können sicher sein, meine Damen und H e r r e n ,
daß die BVG alle technischen Vorbereitungen getroffen hat. In dem Augenblick, in dem der Befehl fallen gelassen wird, werden wir die T o r e öffnen
und werden u n s e r e Wagen der B e r l i n e r Bevölkerung gern wieder zur V e r fügung stellen. F ü r den Augenblick kann ich aber nur während der Pfingstfeiertage eine Verlängerung u m eine Stunde a m Abend in Aussicht stellen.
Ich darf darauf aufmerksam machen, daß der F r ü h v e r k e h r nicht m e h r eingeschränkt ist, sondern heute b e r e i t s genau so wie früher durchgeführt wird.
(Lebhafter Beifall.)
Stadtv. - V o r s t e h e r Dr. S U H R : Darf ich die A n t r a g s t e l l e r fragen,
ob nach der Erklärung des H e r r n Stadtrats Reuter der dritte Absatz I h r e s
A n t r a g s a l s erledigt angesehen werden kann?
(Stadtv. Litke; Ja, es i s t gut. )
Wir kämen dann zur Abstimmung über den Antrag der SED-Fraktion auf Vorlage 239. D i e s e r Antrag lautet nun, nachdem Ziffer 3 fortgefallen ist, wie
folgt:
Der M a g i s t r a t wird beauftragt,
1. ab sofort die z. Zt. geltenden Verkehrseinschränkungen bei der
BVG für den Werktagsverkehr in den Morgen- und Abendstunden
aufzuheben;
2. auch an den Sonntagen für den Ausflugsverkehr und im I n t e r e s s e
der Kleingärtner und Brachlandbearbeiter die gleichen F a h r z e i ten wie an Werktagen vorzusehen.
Wer diesem Antrag der SED seine Zustimmung geben will, bitte ich, das .
Handzeichen zu geben. - Das ist die Mehrheit; demzufolge ist so beschlossen.
        
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