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Periodical volume Nr. 30, 22. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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nicht ausreicht. Vor allem entspricht er auch nicht den Ideen, die dem Gutachten zugrunde liegen. F r a u Stadtrat E h l e r t hat erwähnt, daß für die B e u r teilung d i e s e r F r a g e n eingehende Gutachten für und gegen diesen Standpunkt
ausgearbeitet worden sind. Das Gutachten, das sich für die Körperschaft
des öffentlichen Rechts a u s s p r a c h , setzte auseinander, daß man eben aus den
verschiedenen Gründen eine öffentlich-rechtliche Institution haben m ü s s e , mit
einer Begründung z. B. indem es sagt, entscheidender Einfluß auf die Stellenbesetzung usw. ist eine unbedingte Voraussetzung, während jedoch in dem
Magistratsbeschluß b e r e i t s gesagt ist, daß das Hauptschulamt bezw. der Mag i s t r a t die hauptamtlichen Lehrkräfte und die Schulleiter bestätigen muß.
Wir sehen hier zwischen dem Gutachten und dem Beschluß des Mag i s t r a t s einen gewissen Unterschied. Da sich aber der Magistratsbeschluß
auf dem von F r a u Ehlert angezogenen Gutachten aufbaut, sehen Sie, daß
meine Bedenken in der Richtung, daß sich hier eine gewisse eigene Regie
ausbilden könnte, nicht ganz unberechtigt sind. Wir m ü s s e n uns unter allen
Umständen den Einfluß auf die Stellenbesetzung vorbehalten, denn es handelt
sich jetzt nicht nur um die vollbesetzten Stellen, es handelt sich auch um
die nebenamtlichen Kräfte, die dort eingesetzt werden.
Es wird dann weiterhin gesagt - und daß ist der grundsätzliche Standpunkt, den wir dazu einnehmen -, daß die Stiftung des öffentlichen Rechts
insofern zweckmäßiger sei, als bei einer Verstadtlichung damit zu rechnen
sei, daß das Haus unbeweglich wird undduadi die Schwere des Behördenappar a t e s in seiner Entwicklung gehemmt werden könnte, was auch seiner T r a d i tion w i d e r s p r ä c h e , da es ja hauptsächlich aus p r i v a t e r Initiative entstanden
ist.
E s ist unzweifelhaft richtig, daß das P e s t a l o z z i - F r ö b e l - H a u s aus
einer sehr verdienstvollen privaten Initiative vor ungefähr 70 J a h r e n entstanden ist. Aber zwischen damals und heute bestehen gewisse Unterschiede.
Die damalige Situation ist nicht u n s e r e Situation, und für uns haben diese
Dinge eine weit umfassendere Bedeutung, einfach aus der augenblicklichen
sozialen Situation h e r a u s . Der Gesichtspunkt, daß nur eine private oder
halbprivate Schuleinrichtung auch die nötige Beweglichkeit habe, ist schon
einmal Gegenstand der E r ö r t e r u n g h i e r im Plenum bei Gelegenheit des
Schulgesetzes gewesen. Wir haben darüber auch im Ausschuß bei der E r ö r terung der F r a g e gesprochen, ob P r i v a t s c h u l e n mit r e f o r m e r i s c h e m Charakt e r zuzulassen sind oder nicht. Ich habe damals als Auffassung m e i n e r
F r a k t i o n den Standpunkt v e r t r e t e n , daß gerade Schulen mit r e f o r m e r i s c h e n
Bestrebungen und mit neuartigen Einrichtungen auf dem Gebiet der Erziehung
in e r s t e r Linie in die öffentliche Hand gehören, daß wir es der privaten
Initiative nicht erlauben können, auf diesem Gebiet neue Dinge zu entwickeln,
sondern daß es u n s e r e vordringliche Aufgabe ist, hier wegweisend zu wirken.
Der Vorwurf der Schwere des Behördenapparats ist zwar ein Schlagwort, das
i m m e r wieder gebraucht wird, es i s t a b e r lediglich eine Umschreibung d e s sen, daß die L e i t e r d i e s e r Behörden eben nicht fähig sind, diesen Aufgaben
gerecht zu werden. Mir scheint, daß heute ein L e i t e r einer Behörde die
        
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