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Periodical volume Nr. 30, 22. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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in diesem Kuratorium eine führende Stellung einzunehmen. E r bestellte
f e r n e r E r n a Maraun, H e r r n Dr. H a r m s , der an sich a l s Leiter des Gesundheitswesens ganz b e s o n d e r s an der Ausbildung der F ü r s o r g e r i n n e n i n t e r e s s i e r t ist, die ja nun bekanntlich auf drei Gebieten, dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge, der pädagogischen F ü r s o r g e und der A r b e i t s f ü r s o r g e tätig
sind, und er bestellte weiter H e r r n Dr. Haas, der die finanziellen I n t e r e s sen wahrnehmen sollte, und die L e i t e r i n der Abteilung für Sozialwesen.
Es wurde also der Zustand der Stiftung aufrecht erhalten und ein
neues K u r a t o r i u m eingesetzt. Der Magistrat hat alsdann sofort dieses K u r a t o r i u m aufgegeben, ein Gutachten zu e r s t a t t e n , ob es zweckmäßiger ist,
diese Anstalt als Stiftung öffentlichen Rechts aufrecht zu erhalten, oder ob
sich die Verstaatlichung empfiehlt. Diese F r a g e hat das K u r a t o r i u m sehr
eingehend beschäftigt. E s sind zwei sehr ausführliche Gutachten zu d i e s e r
F r a g e e r s t a t t e t worden. Der Magistrat hat dann wiederum s e i n e r s e i t s in
zwei Sitzungen zu diesen Gutachten Stellung genommen und sich dann entschlossen, die Stiftung aufrecht zu erhalten, den städtischen Einfluß a b e r
sehr zu v e r s t ä r k e n und dann nach Möglichkeit beiden Gesichtspunkten Rechnung zu tragen, einmal dem, daß an sich eine völlige Durchsichtigkeit in
der Führung dieser Schule gegeben ist, daß er in allen wichtigen F r a g e n
die ausschlaggebende Stimme hat - das K u r a t o r i u m ist zu zwei Dritteln
aus Mitgliedern des M a g i s t r a t s zusammengesetzt -, daß ef an sich d i e G e schäftsführung in der Hand hat, denn sie wird von einem städtischen B e a m ten vorgenommen. A n d e r e r s e i t s besteht diese differenzierte Anstalt aus
drei Bildungsstätten, die in b e s o n d e r e r Weise die Kinderfürsorge, also sozusagen die s t e l l v e r t r e t e n d e Erziehungsaufgabe der Stadt, v e r b e s s e r n und e r weitern. Von Anfang an hat sich ja dieses P e s t a l o z z i - F r ö b e l - H a u s zwei Aufgaben gestellt. E s hat schließlich auch auf dem Gebiete der Forschung wichtige Dinge zu leisten. Denn es umfaßt auchAlle Kindereinrichtungen von der
Krippe und Laufkrippe bis zum Kinderhort, und es untersucht an diesen Einrichtungen i m m e r wieder, welche neuen Aufgaben zu erledigen sind. E s kommt
darauf an, e i n e r s e i t s den städtischen Einfluß zu v e r s t ä r k e n , a n d e r e r s e i t s
a b e r auch alles zu tun, um der nötigen Bewegungsfreiheit, die den Ruf dies e r Anstalt begründet hat, auch weiterhin gerecht zu werden.
Wir wissen ja, daß diese Anstalt in der Hauptsache ein Werk von
F r a u e n ist. Eine F r a u , Henriette Schrader, eine Nichte von Fröbel, hat sie
gegründet. Dann haben Hildegard von Giercke und Lilli D r ö s c h e r die Anstalt berühmt gemacht. Wir wissen weiter, daß Anna Salomon, die die e r s t e
soziale F r a u e n s c h u l e in Berlin gegründet hat, langjährige L e i t e r i n des Hauses Soziale F r a u e n s c h u l e gewesen ist. Infolgedessen kommt es darauf an,
den Ruf, den diese Anstalt im Inland und Ausland genossen hat, zu erhalten.
Sie hat sehr viele ausländische Schülerinnen angezogen und hatte i m m e r
Schülerinnen aus ganz Deutschland, nicht nur aus Berlin, um den Erfahrungsaustausch so weitschichtig wie möglich zu machen. Sie hat i h r e Schülerinnen zur praktischen Arbeit auf das Land hinausgeschickt und umgekehrt
auswärtige Schülerinnen hierhergezogen. Dieses Haus hat die Leitung der
        
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