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Periodical volume Nr. 30, 22. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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bringen m ü s s e n . E r hätte es sich e r l e i c h t e r n können, wenn e r seine F r e u n d e
v e r r a t e n hätte. Von einem Manne, der in solcher Zeit sich so bewährt hat,
kann ich nicht annehmen, daß er tatsächlich auch in der Zeit, in der er
jetzt bei der Stadt Berlin tätig ist, sich solche Verfehlungen hat zuschulden
kommen l a s s e n , wie sie ihm h i e r vorgeworfen werden; u m so m e h r , a l s
ich Ihnen eingangs sagte, daß diesem Mann, solange er bei uns in städtischen Diensten ist, nichts Nachteiliges hat nachgewiesen werden können.
Deswegen ist d i e s e r Mann auch heute noch im Viehhof tätig.
Im übrigen möchte ich Ihnen sagen, daß die Arbeiten im Schlachtund Viehhof jetzt so weit gediehen sind, daß wir b e r e i t s in der a l l e r n ä c h s t e n
Zeit zu einer sehr starken Reformierung des ganzen Viehhofs kommen w e r den. Wir werden dann verschiedene Stellen erheblich u m o r g a n i s i e r e n , so
daß es uns auch möglich sein wird, den Schlachtbetrieb in erheblicher Weise
für die Stadt Berlin zu verbilligen, womit dann a l l e s getan sein wird, um
eine Reorganisation des Schlacht- und Viehhofs in j e d e r nur möglichen Hinsicht im I n t e r e s s e der Stadt durchzuführen.
V o r s t e h e r Dr. S U H R : Wortmeldungen liegen nicht vor. Die Anfrage ist damit durch die Erklärung des M a g i s t r a t s erledigt.
Wir kommen zur
Anfrage Nr. 221 der Stadtverordneten Litke, Maron und der übrigen
Mitglieder der Fraktion der SED. betr. P e s t a l o z z i - F r ö b e l - H a u s .
Das Wort hat zur Beantwortung F r a u Stadtrat E h l e r t .
F r a u Stadtrat E H L E R T : Meine sehr v e r e h r t e n H e r r e n und
Damen! Das P e s t a l o z z i - F r ö b e l - H a u s ist nicht zu einer Stiftung e r k l ä r t w o r den, sondern diese Anstalt besaß den Charakter einer Stiftung. Am 25.
Oktober 1943 ist aus dem Verein B e r l i n e r P e s t a l o z z i - F r ö b e l - H a u s , der
1874 gegründet und solange ein p r i v a t e r Verein war, eine Stiftung öffentlichen Rechts gemacht worden durch Beschluß der Stadt und des Vereins
B e r l i n e r P e s t a l o z z i - F r ö b e l - H a u s , und d i e s e r Beschluß hat alsdann die
Genehmigung des P r e u s s i s c h e n S t a a t s m i n i s t e r i u m s gefunden.
Der alte Magistrat hatte nun versucht, in zwei B e s c h l ü s s e n vom
Oktober 1945 und vom 13. Mai 1946 diese Stiftung zu verstadtlichen. Der
Beschluß des M a g i s t r a t s blieb aber stecken, wurde nicht durchgeführt,
und durch diese ungeklärte Lage ergab sich für die Arbeit d i e s e s Hauses
eine große Beunruhigung, die Arbeit d i e s e s Hauses, die gerade heute ganz
b e s o n d e r s notwendig w ä r e . Infolgedessen hat der M a g i s t r a t alsbald ein
neues K u r a t o r i u m bestellt. E r mußte das tun, denn nach der Stiftungsurkunde hatten dem Kuratorium Mitglieder des M a g i s t r a t s anzugehören. E r
bestellte F r a u Louise Schroeder a l s V e r t r e t e r i n der Abteilung Volksbildung, die ihr a n v e r t r a u t ist, und e r ging dabei davon aus, daß gerade sie
die Schule der Arbeiterwohlfährt, die soziale Schule begründet hat und
an ihr Dozentin gewesen ist und infolgedessen auch b e s o n d e r s geeignet ist,
        
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