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Periodical volume Nr. 28, 8. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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schließen mit der Bitte u m Unterstützung und darum, daß die Alliierten uns
die Möglichkeit geben, recht bald einen genehmigten Haushaltsplan zu haben
und in die Lage zu kommen, in g r ö ß e r e m Umfange die Dinge selbst zu b e stimmen. In der Hoffnung, h i e r m i t keine Fehlbitte getan zu haben, darf ich
meine e r s t e Haushaltsrede schließen.
(Lebhafter Beifall.)
Vorst. -Stellv. G E S C H K E : Die Stadtverordnetenversammlung
hat zu Eingang der Sitzung festgelegt, daß die Debatte über den Haushaltsentwurf in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung stattfinden
soll. Das ist also a m kommenden Dienstag. Wir können somit jetzt in u n s e r e r Tagesordnung fortfahren und nehmen als nächsten Punkt die Drucksache
199 über die
Gründung e i n e s städtischen Eigenbetriebes ..Hydromentwerk R u m m e l s ,r

burg .
Das Wort dazu hat H e r r Stadtrat Bonatz.

»

Stadtrat B O N A T Z : Meine Damen und H e r r e n ! Ich habe die Gründung des Hydromentwerks Rummelsburg von seinen Anfängen an verfolgt.
(Andauernde Unruhe im Hause. )
Vor st. -Stellvertr. G E S C H K E : Ich bitte die F r a k t i o n s i n f ö r m a tionen etwas l e i s e r vorzunehmen.
Stadtrat B O N A T Z : Das Hydromentwerk hat den Zweck, in B e r l i n
selbst die Fabrikation von Zement zu versuchen, u m uns etwas unabhängiger
davon zu machen, was in der Zone h e r g e s t e l l t und mit großen Mühen und
Schwierigkeiten nach Berlin h e r e i n t r a n s p o r t i e r t wird. Wir waren uns k l a r dar ü b e r , daß es sich um ein Experiment handelt, d e s s e n Gelingen nicht voll
g e s i c h e r t war, und das man in n o r m a l e n Zeiten wohl auch gar nicht u n t e r n o m men hätte. In normalen Zeiten, in denen man Zement v e r s c h i e d e n e r Sorten
aus allen Gegenden bekommen kann, hat man es nicht nötig, solche Versuche
zu machen.
Wir aber hatten keine Wahl. Wir mußten es wagen. Wir haben daher
auch damals schon von den Bezirken aus diesem zentralen Unternehmen im
Grundsatz zugestimmt. Die Gründe für uns waren absolut zwingend.
700 000 t Zement wurden im F r i e d e n s j a h r 1936 in B e r l i n v e r a r b e i t e t , zu
einer Zeit, in der es keine Zerstörungen gab. Etwa 30 000 t kamen im J a h r e
1946 im ganzen nach Berlin herein. Das ist weniger als l / 2 0 der F r i e d e n s menge, und das in einem Zeitpunkt, in dem wir diese ungeheuren Z e r s t ö r u n gen vor uns sehen.
Im e r s t e n Quartal 1947 kamen im r u s s i s c h e n Sektor sogar nur 700 t
Zement herein. Das ist nur ein Fünftel dessen, was uns eigentlich in A u s sicht gestellt war, oder 1/100 der Produktion, die wir i m F r i e d e n zur V e r fügung hatten. Wie es im weiteren Verlauf d i e s e s J a h r e s kommen wird, läßt
        
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