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Periodical volume Nr. 28, 8. Mai 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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glaube, auch sagen zu können, daß der Magistrat gar nicht in die Verlegenheit kommen wird, die ihm gestellte Aufgabe durchzuführen; denn m. E. hat
die Stadtverordnetenversammlung keine andere Auffassung von den Aufgaben
des Sonderausschusses für die Zusammenstellung des M a t e r i a l s für die
Friedensverhandlungen wie die Alliierte Kommandantur. Der Ausschuß hat
nämlich keine andere Aufgabe, als das M a t e r i a l zu überprüfen, das der
Magistrat im Hinblick auf die künftigen Friedensverhandlungen z u s a m m e n stellen soll. Daß der Magistrat sich dabei im wesentlichen auf das M a t e r i a l
beschränken wird, das zur Beurteilung der politischen und wirtschaftlichen
V e r h ä l t n i s s e B e r l i n s dient, und nur insoweit d a r ü b e r hinausgehen wird, a l s
auch die B e r l i n e r Verhältnisse nur in g r ö ß e r e m Zusammenhang beurteilt
werden können, ergibt sich von selbst. Wenn in dem Befehl der Alliierten
Kommandantur von einem Zentralbüro a l s Sammelstelle die Rede ist, so
handelt es sich dabei m . E. u m ein Mißverständnis oder einen Ü b e r s e t z u n g s fehler. Niemand hat daran gedacht, hier eine Z e n t r a l s t e l l e für die gesamten
deutschen Friedensverhandlungen zu schaffen, und wenn einzelne P e r s o n e n
dem Ausschuß weitergreifende Aufgaben gestellt haben sollten, dann handelt
es sich um private Äußerungen, wie sie in einer Debatte bei A u s s c h u ß b e r a tungen selbstverständlich sind; sie stellen aber keine offiziellen Beschlüsse
des A u s s c h u s s e s oder der Stadtverordnetenversammlung dar. Die B e r l i n e r
Selbstverwaltung hat nicht den Ehrgeiz, i h r e Arbeit auf Aufgaben zu e r s t r e c k e n ,
die über ihren Bereich hinausgehen. Sie ist mit einer solchen Fülle von Aufgaben belastet, daß sie für wesensfremde Ziele keine Kräfte frei hat. Aber
sie wird ihren Ehrgeiz darin setzen, alle ihr ü b e r t r a g e n e n Aufgaben im Int e r e s s e der B e r l i n e r Bevölkerung einer Lösung zuzuführen, die dem d e m o k r a tischen Aufbau eines politisch und wirtschaftlich geeinten Deutschlands dient.
Das gilt auch für die Verhandlungen zum F r i e d e n s v e r t r a g .
(Sehr gut!)
Ich glaube, meine Damen und H e r r e n , mit d i e s e r Erklärung haben
Sie den Befehl der Alliierten Kommandantur zur Kenntnis genommen.
Zu dem Punkt 1 der Tagesordnung habe ich Ihnen dann folgende
Anfragen und Anträge der P a r t e i e n bekanntzugeben:
1.) Antrag der F r a k t i o n der LDP betr. Schwimm- und Sportunterricht an Schwerbeschädigte,
2.) Antrag der F r a k t i on der LDP b e t r . P r e i s e für Spirituosen,
3.) Antrag der F r a k t i o n der SED betr.

Vergnügungssteuerordnung.

Diese Anträge werden nach der Geschäftsordnung auf die Tagesordnung der
übernächsten Sitzung gesetzt.
F e r n e r sind eingegangen ein Änderungsantrag der F r a k t i o n der SED
und ein Abänderungsantrag der F r a k t i o n der CDU zur Vorlage Drucksache
Nr. 203, Beschluß des A u s s c h u s s e s für Arbeit vom 14. April 1947 betr.
das Gesetz über Gewährung einer Arbeitslosenhilfe. Dieses Gesetz steht
        
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