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Periodical volume Nr. 25, 11. April 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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E r k l ä r u n g endlich eine k l a r e Entscheidung in der jetzt schwebenden K r i s e
herbeigeführt wird; denn wir sind der Ansicht, daß es so nicht weitergehen
kanni Wenn die B e r l i n e r Verwaltung d e m o k r a t i s c h sein soll, dann muß
, .zwischen,der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung und dem Magistrat
eine vollständige Harmonie h e r r s c h e n . E s geht nicht an, daß wir ständig
unter dem Damoklesschwert irgendeines Mißvertrauensvotums^tehen. D e s halb begrüße ich es für meine P e r s o n und für eine große Zahl der Magis t r a t s m i t g l i e d e r , daß nunmehr die vom H e r r n O b e r b ü r g e r m e i s t e r v e r l e s e n e
E r k l ä r u n g die Gelegenheit zu einer k l a r e n und offenen Entscheidung gibt.
Aber eine Bitte spreche ich aus, und diese Bitte glaube ich im Namen
des gesamten M a g i s t r a t s a u s s p r e c h e n zu können. Ich bitte Sie, Ihre E n t scheidung r a s c h und klar zu treffen. Es geht weder für die p r a k t i s c h e
Arbeit noch für die Autorität der Demokratie an, daß d i e s e r Zustand sich
schwelend und schwärend weitere Wochen hinzieht. Das w ä r e für uns eine
ganz u n e r t r ä g l i c h e Situation. Unsere Arbeit vollzieht sich ohnedies n e r v e n mäßig und technisch unter so schwierigen Umständen, daß diese neue stän* dige Belastung einfach nicht hingenommen werden kann. Wir sind es auch
nach meiner Über zeugung der B e r l i n e r Öffentlichkeit schuldig, dafür zu
sorgen, daß mit diesen Kri&engerüchten aufgeräumt wird, daß eine k l a r e
Entscheidung getroffen wird. E s i s t unbedingt e r f o r d e r l i c h , daß diese E n t scheidung - und damit l a s s e n Sie mich schließen - der B e r l i n e r Verwaltung
die Möglichkeit und die Fähigkeit gibt, wirklich p r a k t i s c h zu arbeiten; denn
darüber sind wir uns wohl alle k l a r : in der gegenwärtigen Situation u n s e r e s
Landes und in der gegenwärtigen Situation B e r l i n s kommt es nicht auf V e r fassungsartikel und auf P a r a g r a p h e n an, sondern darauf, daß die V e r w a l tung p r a k t i s c h e Arbeit l e i s t e n und i h r e ganze Kraft einsetzen kann. Wir
bitten Sie also - und diesen Wunsch spreche ich i m Namen des ganzen Magg i s t r a t s aus - : geben Sie uns die Möglichkeit, u n s e r e ganze Kraft zum Wohle
u n s e r e r Stadt einzusetzen!
Vorst.' Dr.

S U H R : Das Wort hat der H e r r Stadtverordnete Mewis.

Stadtv. M E'W'I S (SED) : Meine Damen und H e r r e n ! U n s e r e F r a k tion hatte auch den Eindruck, daß die Erklärung des M a g i s t r a t s in der l e t z ten Stadtverordnetensitzung nicht die Stellung der Vertrauensfrage bedeutete. Nach dem Wortlaut der E r k l ä r u n g wurde lediglich gewünscht, daß man
dem Magistrat bei seiner Arbeit V e r t r a u e n entgegenbringe.' E s wurde aber
nicht gewünscht, daß die Stadtverordnetenversammlung beschließen möge,
dem Magistrat das V e r t r a u e n auszusprechen. Wäre eine solche F o r d e r u n g
des M a g i s t r a t s erhoben worden, dann hätte auch u n s e r e F r a k t i o n dazu Stellung genommen. Ein solcher Wunsch des M a g i s t r a t s liegt aber nicht v o r .
U n s e r e F r a k t i o n i6t selbstverständlich mit der Tätigkeit des M a - '
" g i s t r a t s , mit den E r g e b n i s s e n seiner A r b e i t nicht zufrieden. Wir haben
bei v e r s c h i e d e n e n B e r a t u n g e n i m Hause Gelegenheit genommen,' zum A u s druck zu bringen, dälfc die Tätigkeit des M a g i s t r a t s verbesserungsbedürftig
ist.'
(Zurufe von der SPD: Na also!)
        
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