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Periodical volume Nr. 25, 11. April 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Antrage zuzustimmen, der vorsieht, daß man dem Magistrat die Möglichkeit
gibt, der Stadtverordnetenversammlung und der Öffentlichkeit gegenüber über
die Tätigkeit des M a g i s t r a t s zu berichten und auch zu d i e s e r F r a g e , die heute
hier eine Rolle spielt, klar und eindeutig Stellung zu nehmen.
(Beifall bei der SED.)

.

Stadtv. S W O L I N Z K Y (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! E s g e hört schon eine ganze Menge Humor dazu, wenn m a n die Dinge so d a r z u s t e l l e n
beliebt, •wie mein Vorredner es eben tat. E r fragt die CDU - er hat a l l e r dings selbst den L e h r s a t z aufgestellt, jede P a r t e i sollte das in i h r e m Rahmen
selber machen - : t t Haben Sie etwas gegen Ihren H e r r n soundso, haben Sie
etwas gegen H e r r n s o u n d s o ? " Nanu, seit wann denn? Wenn man sich darauf
besinnt, daß H e r r Litke vor 10 Tagen hier a m gleichen P l a t z eine f ü r c h t e r liche Polemik losgelassen hat - w i e ' s trefft, allerdings - gegen die Untätigkeit der einzelnen Dezernate, dann muß man sich heute der w a r m e n Befürwortung und Anerkennung unter Beachtung a l l e r Zweckmäßigkeit - vollkommen
richtig - aber doch etwas sehr wundern.
(Heiterkeit.)
Und nun frage ich mich: haben denn alle diese Dinge, die wirklich
sehr viel h e r u m um die Tatsachen bedeuten, irgendetwas mit u n s e r e m heutigen Antrag zu tun? Wir haben gehört, daß Ostrowski einen Zeitungsartikel
geschrieben hätte. Wir haben gehört, daß wir ihn als politisch integre
P e r s ö n l i c h k e i t gefeiert haben. Durchaus! Wir haben noch nicht ein einziges
Wort gegen die Zuverlässigkeit oder Unzuverlässigkeit irgendeines M a g i s t r a t s mitglieds v e r l o r e n .
(Hört! Hört! bei der SED.)
Und wir e r k l ä r e n hier ja: bei uns i s t es a n d e r s . Wenn wir etwas hätten,
würden wir es sagen.
(Lachen bei der SED. - Sehr fichtig ! bei der CDU.)
Und wenn Sie sich nach den Verbeugungen, die Sie heute hier gemacht haben ich habe I h r e Zeitungen nicht aufgehoben, es lohnt nicht - , aber wenn Sie
sich einmal auf die Zeitungsartikel, die Sie geschrieben haben, besinnen
würden -, dann würden Sie, wenn Sie ein ganz klein wenig Sinn für Gut und
Böse haben, wirklich e r r ö t e n . Was haben Sie gegen diese Menschen schon
alles an P o l e m i k losgelassen! Und jetzt machen Sie sich zum F ü r s p r e c h e r
d i e s e r so oft geschmähten Menschen. Auch Ostrowski haben Sie so oft in
häßlicher Weise konterfeit, und wenn Sie in I h r e r großen Achtung vor T a t sachen, Kollege Litke, hier v o r g e l e s e n haben: "Der O b e r b ü r g e r m e i s t e r
Dr. O s t r o w s k i " , "Der B ü r g e r m e i s t e r soundso", dann haben Sie nicht ganz
richtig gelesen, und das war ein Anlaß für uns, einiges an dem Verhalten
von O b e r b ü r g e r m e i s t e r Ostrowski, soweit er P a r t e i m i t g l i e d ist, r i c h t i g zustellen.
(Hört! Hört!)
        
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