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Periodical volume Nr. 17, 20. Februar 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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von der Sozialdemokratischen P a r t e i , haben wir i m Hause Zietenstraße v e r handelt. Wir haben einen Brief ü b e r r e i c h t . In d i e s e m Brief haben wir darauf
a u f m e r k s a m gemacht, daß die SPD die Abteilung Banken und Versicherungen
übernehmen möchte. Wir sollten sie übernehmen. Wir haben in u n s e r e m
Schreiben auseinandergesetzt, daß eine P a r t e i , die die Abteilung Wirtschaft
durch einen Stadtrat führt, auch die Abteilung Banken und Versicherungen
m i t einem Stadtrat führen m ü s s e ,
(Zuruf: Warum!)
- W a r u m ? Das i s t Behr einfach. Wir sind zu einer s p ä t e r e n Verhandlung
gekommen, da wußte Klingelhöfer nichts davon. Neumann und Suhr haben
uns gesagt: Nein, und Klingelhöfer sagte zu Maron und m i r : w a r u m
schießt ihr gegen u n s e r e n Vorschlag? Also Klingelhöfer war damals der
Meinung: Jawohl, wir übernehmen die Abteilung Banken und Versicherungen,
und die anderen H e r r e n w a r e n gegenteiliger Überzeugung. Jedenfalls steht
fest, daß u n s e r e Meinung auch in den Reihen der Sozialdemokratischen
P a r t e i Deckung fand.
.
H e r r Neumann hat in seinem Antrag gefordert, daß die Stadtverordnetenversammlung eine Abstimmung v o r n i m m t , und daß der Magistrat
nach d i e s e r Abstimmung dann zurückzutreten hat. Ich glaube^ wir m ü s s e n
uns da doch an die Verfassung halten. Wir m ü s s e n auf Grund des § 11 v e r fahren, der für diesen Antrag eine Zweidrittelmehrheit vorsieht. Das ist'
von uns er m Standpunkt aus selbstverständlich, und zu diesem Zweck sind
wir der Meinung, daß die Abstimmung über den Antrag Neümann durch
Stimmzettel vorzunehmen ist, damit das Ergebnis ordentlich festgestellt
werden kann.
Wir selbst als Sozialistische Einheitspartei sind der Meinung,
daß es r i c h t i g e r w ä r e , wenn wir zunächst einen Antrag annehmen, den
wir uns erlauben, hier zu ü b e r r e i c h e n , und den ich jetzt v e r l e s e :
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

--••'-

Der Magistrat wird beauftragt, der Stadtverordnetenversammlung über seine bisherige Tätigkeit Bericht zu e r statten. Die Stellungnahme zur M a g i s t r a t s e r k l ä r u n g wird
bis zum e r s t a t t e t e n B e r i c h t v e r t a g t .
(Zuruf von der SPD: Das bedeutet nur eine Verzögerung!)

- Nein, das i s t keine Verzögerung, das i s t ganz etwas a n d e r e s . Wir sehen
auch in dem Magistrat ein Organ der demokratischen Selbstverwaltung, und
m a n muß d i e s e m Organ der demokratischen Selbstverwaltung die Möglichkeit geben, hier vor der Stadtverordnetenversammlung zu berichten, welche
Tätigkeit der Magistrat überhaupt ausgeübt hat. Ich habe schon eingangs
gesagt, daß sich der einzelne Stadtverordnete kein Bild darüber machen
kann, welche Aufgaben der Magistrat wirklich ausgeübt hat. Dazu soll der
Magistrat aufgefordert werden, Bericht zu e r s t a t t e n .
        
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