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Periodical volume Nr. 25, 11. April 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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zu berücksichtigen. Damit hat aber der Magistrat in seiner Erklärung eigentlich nur Selbstverständlichkeiten ausgesprochen, über die es eine Meinungsverschiedenheit nicht gibt und auch nicht geben kann; wie uns überhaupt die Mag i s t r a t s e r k l ä r u n g nicht sehr den Eindruck einer inneren Geschlossenheit und
der Übereinstimmung a l l e r seiner Mitglieder macht, insbesondere dann nicht, wenn
wie wir g e s t e r n noch annehmen mußten, im Vergleich damit die Ausführungen
zu stellen waren, die durch den Rundfunk und die P r e s s e über die Ausführungen des H e r r n O b e r b ü r g e r m e i s t e r s gemacht wurden, was ja jetzt e r f r e u l i c h e r weise berichtigt worden i s t .
Meine Damen und H e r r e n ! Diese M a g i s t r a t s e r k l ä r u n g ist aber für uns
nicht ein b e s o n d e r e r Anlaß, dem Magistrat das V e r t r a u e n auszusprechen,
u m das er in dem letzten Satz seine E r k l ä r u n g bittet. Insbesondere hat die
F r a k t i o n der CDU keinen Anlaß, den H e r r n O b e r b ü r g e r m e i s t e r bei aller
Wertschätzung seiner Arbeitskraft und seiner untadeligen P e r s ö n l i c h k e i t
ein V e r t r a u e n für die Arbeit a u s z u s p r e c h e n . Nach der Auffassung der C h r i s t l i c h - D e m o k r a t i s c h e n Union hat der O b e r b ü r g e r m e i s t e r es nicht v e r s t a n d e n ,
die Leitung des M a g i s t r a t s so zu führen, wie es die schwierige Lage u n s e r e r Zeit e r f o r d e r t . Wir haben deshalb auch für die Zukunft nicht das notwendige V e r t r a u e n in die Geschäftsführung des H e r r n O b e r b ü r g e r m e i s t e r s .
(Bravo! bei der CDU.)
Stadtv. H A U S B E R G (LDP) : Meine sehr geehrten Damen und
H e r r e n ! Die F r a k t i o n der LDP hat die E r k l ä r u n g , die der H e r r O b e r b ü r g e r m e i s t e r abgegeben hat, nicht b e g e i s t e r n können. Wir hätten uns von der
Leitung einer Stadt wie B e r l i n eine kraftvollere Haltung gewünscht. Nichtsdestoweniger sehen wir a b e r keine Veranlassung, nach dem, was uns bisher
v o r g e t r a g e n worden ist, dem Antrage der SPD zuzustimmen und den Magis t r a t zum Rücktritt zu bewegen.
Wir sind der Auffassung, daß es Aufgabe j e d e r P a r t e i ist, die P e r sonen i m Magistrat zur Verfügung zu stellen, von denen sie die Überzeugung und die Gewißheit hat, daß sie in der Lage sind, die Arbeiten zu m e i s t e r n . Wenn einzelne Mitglieder der einen oder anderen P a r t e i die E r w a r tungen, die m a n an sie gestellt hat, nicht erfüllt haben, so ist es u n s e r e r
Auffassung nach eben Aufgabe der betreffenden P a r t e i , die betreffenden P e r sonen zurückzuziehen und durch b e s s e r e zu e r s e t z e n . Wir, die LDP, haben
keine Veranlassung, den Männern, die wir in den Magistrat geschickt haben,
irgendwie zu m i ß t r a u e n oder i h r e Tätigkeit nicht anzuerkennen. Wir sind
uns bewußt, daß wir die Dinge unter uns, wenn es a n d e r s w ä r e , allein e r l e digen könnten, wir brauchten dazu nicht die Stadtverordnetenversammlung.
Ich bin überzeugt, daß D r . H a r m s sowohl wie Dr. Holthöfer, wenn die F r a k tion au ihnen nicht m e h r das V e r t r a u e n hätte, von selbst ihr Mandat n i e d e r legen würden.
Meine Damen und H e r r e n ! E s muß den einzelnen P a r t e i e n die V e r antwortung für die P e r s o n e n , die sie zur Verfügung stellen, selbst ü b e r l a s sen werden. Ich darf darauf hinweisen, daß wir schon i m Wahlkampf i m m e r

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