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Periodical volume Nr. 25, 11. April 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Ich darf wohl davon Abstand nehmen, diese einzelnen Resolutionen
noch im Wörtlaut zu v e r l e s e n , oder wird das gewünscht?
(Zuruf: Nein.)
- Das i s t nicht der F a l l .
(Zuruf von der SED: Natürlich wollen wir das hören! Wir wollen
wissen, was darin steht. - Gegenruf von der SPEs Ihr kennt sie
doch, ihr habt sie doch bestellt. Das i s t doch bestellte A r b e i t . Heiterkeit.)
Meine Damen und H e r r e n ! Ich habe eine Reihe d i e s e r Resolutionen
v e r l e s e n . Ich glaube, wir können annehmen, daß die Tendenz und der Inhalt der übrigen Resolutionen sich in ähnlicher Richtung bewegen, und
ich glaube das Einverständnis der Mehrheit d i e s e s Hauses zu besitzen,
wenn ich davon Abstand nehme, alle Resolutionen im einzelnen zu v e r l e sen. Aber selbstverständlich liegt die Entscheidung bei dem Hause.
(Stadtv. Neumann: Bitte auslegen!)
Sie liegen hier i m Büro des S t a d t v e r o r d n e t e n v o r s t e h e r s a u s .
Das Wort hat H e r r Stadtverordneter Neumann.
Stadtv. N E U M A N N (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! Der O b e r b ü r g e r m e i s t e r Dr. Ostrowski hat a m g e s t r i g e n Tage die Erklärung des Mag i s t r a t s vorgetragen, die sich aus dem h i e r i m Hause angenommenen Antrage
148 ergibt. Die sozialdemokratische F r a k t i o n hat sich in eingehenden B e ratungen am gestrigen Tage mit der E r k l ä r u n g des M a g i s t r a t s beschäftigt.
Sie s t i m m t der E r k l ä r u n g zu in dem Absatz, in dem gesagt wird, daß die
Schwierigkeiten, unter denen die e r s t e n Schritte der aus demokratischen
Wahlen hervorgegangenen Verwaltung getan wurden, außerordentlich groß
w a r e n und heute kaum geringer geworden sind.
ü b e r diese Schwierigkeiten h i e r zu reden, i s t müßig. Die Stadtv e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g hat sich mit vielen Einzelfragen beschäftigt und
hat auch oftmals durch hier i m Haus einstimmig angenommene Anträge den
V e r s u c h gemacht, i h r e r H e r r zu werden. Die Wahlen am 20. Oktober h a ben ein k l a r e s Bild der Meinung der B e r l i n e r Bevölkerung gezeigt. Die
s o z i a l d e m o k r a t i s c h e : F r a k t i o n hatte vor der Wahl und auch nachher öffentlich E r k l ä r u n g e n abgegeben, daß sie a l l e s tun wird, um dem Wünsch der
A l l i i e r t e n Kommandantur Rechnung tragend, die politische Unabhängigkeit in B e r l i n h e r z u s t e l l e n und in e r n s t e r Arbeit dazu beizutragen, daß
dem d e m o k r a t i s c h e n Willen der B e r l i n e r Bevölkerung Rechnung getragen'
werden soll.
Der M a g i s t r a t sollte nach d i e s e m Willen als Spiegelbild der Wahl
zu w e r t e n sein. Wir haben den V e r s u c h unternommen, durch Entsendung
von Fachleuten in die Verwaltung positive Arbeit zu leisten. Diese Arbeit
konnte zum T e i l noch nicht begonnen werden, weil die A l l i i e r t e Kommandatura bis zum heutigen Tage einigen Abteilungen die Arbeit nicht g e stattete.
        
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