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Periodical volume Nr. 24, 10. April 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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n . Beratung des Beschlußes des Geschäftsordnungsausschusses
vom 31. März 1947, b e t r . den Entwurf einer Geschäftsordnung
für die Stadtverordnetenversammlung von G r o ß - B e r l i n , Drucksache Nr. 173.
Das Wort hat a l s B e r i c h t e r s t a t t e r H e r r Stadtverordneter Hausberg.
B e r i c h t e r s t a t t e r Stadtv. H A U S B E R G : Meine Damen und
H e r r e n ! Befürchten Sie nicht, daß ich etwa jetzt die ganze Geschäftsordnung hier durchgehe. Sie werden sie v e r m u t l i c h alle gelesen und durchdacht haben. Gestatten Sie m i r lediglich ein paar allgemeine Worte.
Wir haben uns bei der Abfassung der Geschäftsordnung einmal von
dem Grundgedanken leiten l a s s e n , daß h i e r m i t dem V o r s t e h e r eine Handhabe gegeben wird, die Geschäfte ordnungsgemäß zu leiten, und zum and e r n von dem Gesichtspunkt, die Minderheiten in i h r e m Recht zu schützen.
Bei Ausarbeitung der Geschäftsordnung haben wir die alte Geschäftsordnung zugrunde gelegt, die früher bestanden hat, und ferner haben wir uns
die Geschäftsordnungen des früheren Reichstages und der früheren Landtage zunutze gemacht und d a r a u s das entnommen, was wir Gutes für u n s e r e
Zwecke darin gefunden haben.
Ich darf vielleicht auf einen Punkt hinweisen, der bei den Beratungen
eine längere A u s s p r a c h e ausgelöst hat: die A u s s c h ü s s e . E s war allseitig
der Wunsch vorhanden, daß man die A u s s c h ü s s e , die eine sehr s t a r k e A r beitsbelastung für die einzelnen Mitglieder der P a r t e i e n bedeuten, durch
Hinzunahme von stimmfähigen B ü r g e r n v e r s t ä r k e n sollte, ähnlich wie es
früher bei den Verwaltungsdeputationen der F a l l war. Wir haben uns a b e r
davon überzeugen m ü s s e n , daß das auf Grund d e r Verfassung, die wir
haben, nicht möglich ist; denn die heutigen A u s s c h ü s s e sind etwas ganz
a n d e r e s als die früheren Kommissionen. Wir haben dann aber den Ausweg
gefunden und hoffen, damit Ihre Zustimmung zu finden, daß die A u s s c h ü s s e
berechtigt sind, Sachverständige zu ihren Beratungen hinzuzuziehen, die
nicht Mitglieder d e r Stadtverordnetenversammlung zu sein brauchen. Das
ist m e i n e r Ansicht nach außerordentlich wichtig, denn es werden in den
A u s s c h ü s s e n Dinge besprochen, bei denen man nicht i m m e r sagen kann,
daß dafür auch a u s r e i c h e n d Sachverständige hier unter den Stadtverordneten sind. So haben wir b e i s p i e l s w e i s e bei d i e s e r Gelegenheit f e s t g e s t e l l t ,
daß der ä r z t l i c h e Beruf in u n s e r e r Stadtverordnetenversammlung a u ß e r ordentlich schwach v e r t r e t e n ist. E s gibt Dinge zu beraten, bei denen
man ganz b e s t i m m t den Rat des A r z t e s nicht entbehren kann, und so
gibt es auch bei anderen Gelegenheiten die Notwendigkeit, andere P e r s o n e n
hinzuzuziehen. Weiter darf ich noch darauf hinweisen, daß die A u s s c h ü s s e
- das muß einmal geklärt werden - ja selbstverständlich nur Dinge zu e r ledigen und zu beschließen haben, die ihnen von der Stadtverordnetenversammlung überwiesen werden. Sie sind ja keine Verwaltungsdeputationen.
Aber die A u s s c h ü s s e haben lediglich das Recht, zu den Dingen Stellung
zu nehmen, die ihnen von der Stadtverordnetenversammlung übergeben
werden, und lediglich d a r a u s Anträge an die Stadtverordnetenversammlung
zu richten, die darüber zu beschließen hat.
        
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