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Periodical volume Nr. 39, 31. Juli 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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Die Stadtverordnetenversammlung hat den Antrag Nr. 131, der
die Wieder ingang Setzung der S-Bahn-Strecke Ostkreuz - E r k n e r
vorsieht, mit einem Zusatzantrag angenommen, wonach der Mag i s t r a t nachprüfen soll, in welcher Weise der S-Bahn finanzielle
Hilfe geleistet werden könnte. Die Anträge sind dem Hauptausschuß
durch die Stadtverordnetenversammlung überwiesen worden.
Die SED-Stadtverordnetenfraktion hat festgestellt, daß dem R e i c h s bahnpräsidenten K r e i k e m e i e r die Genehmigung für die Wiederherstellung der Strecke Ostkreuz - E r k n e r seitens der SMV
e r t e i l t wurde, und daß das gesamte e r f o r d e r l i c h e B a u m a t e r i a l
vorhanden ist. Die entstehenden Kosten betragen 1 \/Z Millionen
Reichsmark.
Die Rennbahn K a r l s h o r s t soll sich b e r e i t e r k l ä r t haben, 200 000 RM
für die Bauarbeiten zur Verfügung zu stellen.
Im Etat der Reichsbahn sind für die Wiederherstellung der Strecke
Ostkreuz - E r k n e r keine Mittel eingesetzt. Die Reichsbahn kann
infolgedessen die W i e d e r h e r s t e l l u n g s a r b e i t e n nicht beginnen.
Der Magistrat wird ersucht, zu prüfen, ob die Möglichkeit v o r handen ist, der Reichsbahn einen Betrag von 1 l / 2 Millionen
R e i c h s m a r k für die W i e d e r h e r s t e l l u n g s a r b e i t e n gegen zu v e r e i n barende Rückerstattung vorzuleisten, damit die Strecke i m Int e r e s s e der reisenden Bevölkerung schnellstens in Ordnung gebracht wird.
Auf eine Begründung des A n t r a g e s wird v e r z i c h t e t .
Ich darf i m Einverständnis mit den A n t r a g s t e l l e r n vorschlagen, daß
d i e s e r Antrag an den Hauptausschuß überwiesen wird, dem auch der Antrag
131 überwiesen worden ist.
Wer für die Überweisung des Antrags der SED an den Hauptausschuß
ist, bitte ich, das Handzeichen zu geben. - Das ist die Mehrheit; demzufolge
i s t so b e s c h l o s s e n .
Ich darf jetzt H e r r n O b e r b ü r g e r m e i s t e r Dr. Ostrowski zur Abgabe
einer E r k l ä r u n g das Wort geben.
O b e r b ü r g e r m e i s t e r Dr. O S T R O W S K I : Meine Damen und
H e r r e n ! Der Magistrat hat sich mit dem Beschluß der Stadtverordnetenv e r s a m m l u n g zum Antrage Nr. 148 eingehend beschäftigt. E r gibt der
Stadtverordnetenversammlung zu bedenken, daß die Schwierigkeiten,
unter denen die e r s t e n Schritte der aus demokratischen Wahlen h e r v o r gegangenen Verwaltung getan wurden, außerordentlich groß gewesen und
heute kaum geringer geworden sind. Die Arbeit des M a g i s t r a t s , die der
gesamten Bevölkerung zu dienen hat, verlangt eine ständige Abstimmung
mit der Stadtverordnetenversammlung. Sie i s t a b e r gleichzeitig und j e d e r zeit der Kontrolle und der Befehlsgewalt seitens der Besatzungsmächte
weitgehend u n t e r s t e l l t . Diese Einflußnahme d e r regierenden Mächte e r s t r e c k t sich gelegentlich bis in die kleinsten Verwaltungsregungen.
        
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