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Periodical volume Nr. 23, 3. April 1947, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1947

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(Stadtv. Maron: Aber die P r ä a m b e l stand
im Verfassungsausschuß nicht zur Diskussion!)
- Im Verfassungsausschuß ist ein Antrag eingebracht worden:
Der Verfassungsausschuß ist der Auffassung, daß
die Vorläufige Verfassung keine ständigen Abteilungsleiter vorsieht.
E s ist im Verfassungsausschuß kein Beschluß gefaßt worden, wo
d i e s e r Antrag hingesetzt werden muß. E s ist dem B e r i c h t e r s t a t t e r ü b e r l a s s e n , ob er ihn an den Anfang oder ans Ende setzt. E s
ist der Stadtverordnetenversammlung wiederum ü b e r l a s s e n , ob
sie die Berichterstattung als inobjektiv e r k l ä r t .
Das Wort hat H e r r Stadtv. Dr. Külz.
Stadtv. Dr. K Ü L Z (LDP): Meine Damen und H e r r e n ! Soweit der Antrag der SPD, b e t r . Wegfall P r e u ß e n s und die Auswirkung auf Berlin, in F r a g e kommt, glaube ich, daß die Schlußfolgerung aus dem Wegfall P r e u ß e n s viel näher liegt, als wir im a l l g e meinen annehmen. Es wird hier i m m e r debattiert, und auch aus
der P r e s s e ist dieselbe Streitfrage e r s i c h t l i c h : Was ist Berlin?
Ist es eine Stadt, ist es ein Land? Ja, meine Damen und H e r r e n ,
es ist b e i d e s . Es ist ein Typ sui g e n e r i s , ein eigenes Gepräge der
öffentlichen Körperschaft, und wenn einmal in der künftigen endgültigen Verfassung von Berlin diese Rechtsstellung p r ä z i s i e r t
wird, kann sie gar nicht a n d e r s p r ä z i s i e r t werden, als daß B e r l i n
Stadt und Land ist,. Wir können den Charakter einer Stadt verfas. sungsm&ßig nicht entbehren, und wir m ü s s e n notgedrungen den Char a k t e r eines Landes haben, also beides z u s a m m e n . Darin liegt; die
ganz schlichte Lösung d i e s e s Problems»
Die beiden anderen Sachen sind schon etwas weniger einfach
nach m e i n e m Empfinden, und sie nehmen b i s h e r , Gott sei Dank, einen
ruhigen Verlauf. Ich hatte geglaubt, es würde viel lebhafter zugehen.
(Zuruf: Kommt noch!)
- Ich habe m e i n e r s e i t s nicht das Bedürfnis, zu d i e s e r politischen
Lebhaftigkeit beizutragen. Ich verfolge persönlich diese ganze Debatte mit außerordentlichem I n t e r e s s e , und sie muß eigentlich kommen, weil eine neue Staätverfassung und eine Umwälzung, wie wir
sie 1945 gehabt haben, zu gar keinen anderen Zuständen führen kann
a l s denen, die sich jetzt ergeben haben.
Ich bitte, es nicht falsch aufzufassen, wenn ich Ihnen sage,
daß ich in m e i n e m 50jährigen kommunalen Amtsleben selbst zwei
        
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