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Periodical volume Nr. 3, 5. Dezember 1946, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1946

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Vorgesetzten, sondern auch i m weitesten Umfang die w ä r m s t e Anerkennung
seiner Untergebenen gefunden hat. Wir sind also durch die Äußerungen des
H e r r n Chwalek nicht i m geringsten i r r e geworden, sondern halten mit fester
Zuversicht d a r a n fest, daß gerade H e r r Delius sich besonders zur Ausübung
dieses b e s o n d e r s v e r t r a u e n s w ü r d i g e n Amts eignet, und halten den Antrag aufrecht.
(Beifall bei der LDP. )
V o r s t e h e r Dr. S U H R : Meine Damen und H e r r e n ! Weitere W o r t m e l dungen liegen nicht vor;: wir kommen damit zur Abstimmung. E s war von der
LDP für die Abteilung P o s t - und F e r n m e l d e w e s e n H e r r Delius vorgeschlagen
worden. Wer dafür ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. - Danke schön!
Ich stelle fest
(Stadtv. Litke: Ich bitte um die Gegenprobe, H e r r V o r s t e h e r ;
v e r g e s s e n Sie das nicht!)
- Verzeihung! Das Büro ist sich einig, daß das die Mehrheit war. Wir sind
übereingekommen, in diesen F ä l l e n nicht die Gegenprobe zu verlangen. Ich
will aber dem Wunsche des Kollegen Litke, aus dem ja diese Anfrage entspringt, gern entsprechen und stelle fest, daß die SED-Fraktion sich offenbar der Stimme enthält.
(Stadtv. Litke: Nein, wir wollten dagegen s t i m m e n . )
- Sie wollen dagegen stimmen. Verlangen Sie die Wiederholung der
mung?

Abstim-

(Stadtv. Litke: Nein, die Gegenprobe verlange i c h . )
- Sie verlangen die Gegenprobe. Meine Damen und H e r r e n ! E s i s t a u s d r ü c k lich die Gegenprobe gewünscht worden, die sonst i m P a r l a m e n t nicht üblich
ist. Ich hoffe auf Ihr Einverständnis, wenn ich dem Wunsche des Kollegen
Litke entsprechend die Gegenprobe ausdrücklich v o r n e h m e .
Ich bitte diejenigen Kollegen, die gegen die Wahl des H e r r n Delius sind,
die Hand zu erheben. - Ich stelle fest, daß die SED-Fraktion dagegen ist.
(Stadtv. Litke: Ich möchte zur Geschäftsordnung das Wort haben. )
- Bitte, H e r r Kollege Litke, zur Geschäftsordnung!
Stadtv. L I T K E (SED): Meine Damen und H e r r e n ! Ich habe jetzt zu
wiederholten Malen die Feststellung gemacht, daß u n s e r v e r e h r t e r V o r s t e h e r
mit der Geschäftsordnung selbst nicht Bescheid weiß. Unser H e r r V o r s t e h e r
hat eben e r k l ä r t , im P a r l a m e n t sei die Gegenprobe nicht üblich. Ich habe lange genug dem P a r l a m e n t angehört, um zu wissen - und auch der Kollege Dr.
Külz wird m i r das bestätigen -, daß es in jedem P a r l a m e n t üblich ist, die Gegenprobe vorzunehmen, insbesondere, wenn es gewünscht wird.
(Zuruf: Wenn es zweifelhaft i s t ! )
V o r s t e h e r Dr. S U H R : Ich bedaure, daß wir i m Büro eine a n d e r e
Auffassung von der P r a x i s der P a r l a m e n t e haben. Dem Wunsche des Kollegen
Litke, auf besonderen Antrag die Gegenprobe zu veranstalten, ist entsprochen
worden. Ich glaube, damit ist die Angelegenheit erledigt.
Wir fahren daher m i t der Abstimmung fort.
        
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