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Full text: Grüne Oasen in Neukölln

Stadterneuerung

Grüne Oasen in Neukölln
Informationen zur Begrünung
von Innenhöfen

IMPRESSUM
Herausgeber
Bezirksamt Neukölln von Berlin | Abteilung Bauen, Natur und Bürgerdienste
Stadtentwicklungsamt Fachbereich Stadtplanung
Karl-Marx-Straße 83 | 12040 Berlin
Redaktion | Andreas Pohl, Bezirksamt Neukölln von Berlin,
Abteilung Bauen, Natur und Bürgerdienste Stadtentwicklungsamt
Realisation | Fromlowitz + Schilling, Öffentlichkeitsarbeit im Städtebau
Gestaltung | Silke Kröger Grafikdesign

Bildquellen
Bezirksamt Neukölln | Titelbild, Seite 3, 4 unten, 13 oben, 15 rechts, 16,
18 oben, 23
bgmr Landschaftsarchitekten | Seite 19 unten links
BSG mbH | Seite 8 oben, 17 unten, 18 links, 18 mittig, 19 rechts,
20 unten, 22
Dario Lehner | Seite 14 unten, 17 oben, 19 oben, 21 oben
flickr/Barbara Müller-Walter (BY-ND) | Seite 6 oben
flickr/Cristiano Corsini | Seite 8 unten
flickr/Jongela19 (BY-ND) | Seite 12 oben

flickr/Jörg Kantel (BY-NC-ND) | Seite 4 oben
flickr/Maja Dumat (BY) | Seite 9
flickr/Treasure Jo 1 | Seite 11
flickr/Wissenschaftsjahr (BY) | Seite 7 oben rechts
Frank von Bargen, Landschaftsarchitekt | Seite 10 oben, 21 unten
Fromlowitz + Schilling | Seite 6 unten, 7 oben links, 7 unten, 10 unten,
12 unten, 14 oben, 18 rechts
Grüne Liga | Seite 5, 15 links
Strodthoff + Behrens | Seite 13 unten

Berlin, August 2015

Inhalt

INHALT
Anprechpartner	
Grußwort	

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Die Vorteile der Hofbegrünung	
Gutes Klima durch Pflanzen	
Klimafaktoren im Hof	
– Boden	
– Wasser	
– Pflanzen	
– Grüne Fassaden	
– Pflanzen und Tiere	
Der soziale Raum	
– Unsere grüne Oase	

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Ideen und Anregungen	
Bepflanzungen	
– Bodendecker	
– Schattengewächse	
– Blattstrukturen	
Das Hochbeet	
– Hochbeet anlegen	
Der Kiesgarten	
Die Kräuterspirale	
– Kräuterspirale anlegen	
Fassadenbegrünung	
Extensive Dachbegrünung	
Baum	

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Weitere Gestaltungsmöglichkeiten	
Kinderspielplatz	
– Sandkasten anlegen	
Gartenteich	
Mauern	
Pergola	
– Holzpergola anlegen	
Sitzplätze 	
Fahrräder	
Mülltonnen	
Wege und Plätze	
– Natursteinpflaster	
– Klinkerpflaster	
– Aufbau einer Pflasterfläche	
– Holzbeläge	
– Kies und Schotter	
Wasseranschluss	
Beleuchtung	
Nisthilfen	

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Umsetzung	
Konzept und Plan	
Die Wunschliste	
Der Entwurf	
Die Ausführung	
Genehmigung	
Stauden, Sträucher und Bäume für die Hofbegrünung	
Pflanzen zur Fassadenbegrünung in Höfen	

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ANSPRECHPARTNER
Für weiterführende Informationen zur Hofbegrünung
im ­Bezirk Neukölln finden Sie hier Ansprechpartner des
­Bezirksamtes, die Ihnen gerne Auskunft geben und weiterhelfen
werden.

Auch wenn bei der Umgestaltung eines Hofes keine Bauten
errichtet werden, sind möglicherweise Vorschriften zu berücksichtigen oder Genehmigungen einzuholen, die sich aus den
unten stehenden Verordnungen oder Gesetzen ergeben:

Bezirksamt Neukölln von Berlin
www.berlin.de/ba-neukoelln/
Stadtentwicklungsamt
Karl-Marx-Straße 83 | 12040 Berlin
Zentrale Auskunftsstelle
Telefon | (030) 90239 – 3512

Bauberatung/planungsrechtliche Auskünfte können im
Rahmen der Sprechstunden eingeholt werden.
Dienstag und Donnerstag 9:00 – 12:00 Uhr

Fachbereich Stadtplanung
– Sanierung
Herr Türk (030) 90239 – 2517
– Freiraumplanung
Herr Pohl (030) 90239 – 2733
– Freiraumplanung
Herr Wiesner (030) 90239 – 2714
E-Mail | stadtplanung@bezirksamt-neukoelln.de

Vorschriften und Genehmigungen

Fachbereich Bau- und Wohnungsaufsicht
Herr Heymann
Telefon | (030) 90239 – 2881
E-Mail | bwa@bezirksamt-neukoelln.de

Berliner Nachbarrechtsgesetz: regelt z.B., welche Pflanzabstände
Hecken und Bäume vom Nachbargrundstück einzuhalten
haben oder die Art und Ausführung von Einfriedungen entlang
einer Nachbargrenze.
Bauordnung Berlin: regelt, ob für bauliche Veränderungen
(z.B. die Errichtung einer Mülltonneneinhausung oder einer
Terrasse) eine Baugenehmigung eingeholt werden muss.

Untere Denkmalschutzbehörde/Erhaltungsverordnung
Herr Rieser
Telefon | (030) 90239 – 2009
E-Mail | stadtplanung@bezirksamt-neukoelln.de

Denkmalschutzgesetz Berlin und Baugesetzbuch: legen in
Zusammenhang mit der Denkmalliste Berlin bzw. den Erhaltungsverordnungen Böhmisch Rixdorf und Schillerpromenade
fest, dass Veränderungen auf betroffenen Grundstücken
denkmal- oder erhaltungsrechtlich beantragt und genehmigt
werden müssen.

Umwelt- und Naturschutzamt
Untere Naturschutzbehörde
Herr Beutel
Telefon | (030) 90239 – 3049
E-Mail | umweltamt@bezirksamt-neukoelln.de

Baumschutzverordnung: gibt Auskunft darüber, ob eine Baumfällung oder Baumschnittmaßnahme genehmigt werden muss
und ob bzw. welche Ersatzpflanzung ggf. zu leisten ist.

Zentrale Auskunftsstelle:
Telefon | (030) 90239 – 3512, Fax | (030) 90239 – 2418

Sanierungsrecht, Planungsrecht, BauGB
(Vorschriften der Stadtplanung)

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Grußwort
Grün- und Freiflächen haben einen großen Einfluss auf das Stadtklima und unser persön­liches
Wohlbefinden. Sie sind die Lunge der Stadt,
sorgen für Abkühlung, bieten Lebensraum für
Flora und Fauna und lassen uns einen Moment
vom Alltag der Stadt erholen.
Nord-Neukölln ist geprägt von einer dichten
gründerzeitlichen Bebauung und großflächige
Grünflächen befinden sich für viele Bewohner
leider nicht in näherer Umgebung. Dadurch
gewinnen selbst die kleinsten Grünbereiche an
Bedeutung für die Quartiere und haben eine
erhebliche Wirkung auf unser Wohlbefinden.
Es gilt somit, weitere bestehende Potenziale
im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben zu
erwecken und neue Flächen für die Begrünung
auch in kleinteiligen Strukturen zu nutzen. Denn
neben der Pflege und Betreuung öffentlicher
Grünanlagen ist das „Grün“ nicht nur die
Aufgabe des Bezirks – auch Hauseigentümern
und Mietern bieten sich vielfältige Möglichkeiten,
kleine Oasen direkt vor der Haustür zu schaffen,
das nahe Wohnumfeld attraktiver und lebenswerter zu gestalten und gleichzeitig der Umwelt etwas
Gutes zu tun.
Auf jedem Hof lassen sich Möglichkeiten für
eine Begrünung finden. Zu oft prägen versiegelte

­ lächen und kahle Brandwände unsere Hinterhöfe
F
und tauchen sie in ein tristes Grau. Ungeordnete
Müllsammelplätze und Abstellflächen schrecken
zudem ab, anstatt zum Verweilen einzuladen.
Oft braucht es nicht viel, um unansehnliche
Ecken zu verwandeln und ein grünes, lebendigeres
Wohnumfeld zu schaffen. Und letztendlich sind
es die vielen kleinen Maßnahmen, die im Zusammenspiel den Erfolg ausmachen.
Doch nicht nur für uns Menschen haben grüne
Höfe einen positiven Effekt: Bäume, Beete und
begrünte Fassaden oder Dächer bieten Vögeln und
Insekten Nist- und Nahrungsmöglichkeiten.
Wir möchten Ihnen mit dieser Broschüre Inspiration und Tipps geben, Mut und Lust machen,
sich mit der Grüngestaltung Ihres Wohnumfeldes
auseinanderzusetzen und aktiv zu werden. Oft
lassen sich schon durch kleine Maßnahmen
beträchtliche Ergebnisse für die Begrünung von
Höfen, Vorgärten und Fassaden erzielen! Wir
wollen Ihnen außerdem darlegen, welche rechtlichen Rahmenbedingungen herrschen und wer Ihr
Ansprechpartner bei Fragen ist.

Thomas Blesing
Bezirksstadtrat für Bauen, Natur und
Bürgerdienste

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Die Vorteile der Hofbegrünung

Die Vorteile der Hofbegrünung
WOHLTAT FÜR NATUR UND MENSCH
GUTES KLIMA DURCH PFLANZEN

Neben einem attraktiveren Wohnumfeld bietet ein
begrünter Innenhof wesentliche Verbesserungen
des Mikroklimas und der Lebensqualität.
In dicht bebauten Innenstädten bilden sich im
Sommer Hitzeinseln. Wenn die Sonnenstrahlen
auf überwiegend versiegelte Flächen und Fassaden
treffen, heizt sich die Stadt stark auf. Der Klimawandel verstärkt diesen Effekt zukünftig noch.
Die Stadtbewohner leiden zunehmend unter
Überhitzung. Insbesondere in den Innenhöfen
»steht die Luft«. Es ist stickig und heiß noch bis in
die späte Nacht.
Die Begrünung von Höfen und Fassaden bietet
eine einfache Möglichkeit, das Klima im Wohnumfeld erheblich zu verbessern.
– Durch den Verdunstungseffekt sorgen Pflanzen
für Kühlung.
– Pflanzen spenden Schatten und mindern so
zusätzlich die Aufheizung.
– Staub und Kohlendioxid werden vom Blattwerk
absorbiert.
– Die Abgabe von Sauerstoff durch Pflanzen
verbessert die Luft.
Schon mit einfachen Hof- und Fassadenbegrünungen kann man erstaunlich viel bewirken:
Im Vergleich zu versiegelten Höfen lässt sich die
Temperatur bei sommerlicher Hitze um mehrere
Grad Celsius senken.
Oben: Versiegelter
Hinterhof
Unten: Begrünter und
gestalteter Innenhof

Begrünte Innenhöfe sind nicht einfach nur schön
anzusehen. Sie leisten viel mehr einen wichtigen
Beitrag zur Gesundheit und Lebensqualität in
der Stadt. Insbesondere in der dicht bebauten
Innenstadt wie beispielsweise in weiten Teilen
Nord-Neuköllns gibt es nur wenige Grünflächen.
Darum ist es umso wichtiger, vorhandene
Potenziale gerade auch im direkten Wohnumfeld
zu nutzen. Während die öffentlichen Grünflächen
in Verantwortung des Bezirksamtes erneuert
und entwickelt werden, wie es beispielsweise im
Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee
geschieht, bieten sich für Immobilieneigentümer
und Bewohner auch im Umfeld der privaten
Mietshäuser vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

Verstärkend wirken noch die saisonalen Effekte
der Begrünung. Wenn Laubbäume und Gehölze,
Stauden, Kräuter oder Gräser im Sommer voll in
Laub und Blüte stehen, beschatten Sie die Innenhöfe und sorgen dadurch für angenehme Kühlung
in der Hitze. Im Winter dagegen, wenn Wärme
gewünscht wird, sind die Blätter gefallen und die
Pflanzen fangen keine wärmenden Sonnenstrahlen
mehr ab.

Die Vorteile der Hofbegrünung

KLIMAFAKTOREN IM HOF

Boden
Versiegelte Flächen wirken sich negativ auf das
Klima und den natürlichen Kreislauf zwischen
Boden, Wasser und Pflanzen aus. Befestigte Flächen schneiden den Boden von Wasser und Luft
ab. Wo natürliche Flächen im Sommer kühlen,
heizen versiegelte Flächen die Stadt zusätzlich auf.
Aber das natürliche Potenzial des Bodens unter
Asphalt, Stein oder Pflaster lässt sich leicht
reaktivieren. Wenn man Versiegelungen entfernt,
beginnt die Erde darunter wieder zu leben und
ihre vielfältigen, positiven Effekte zu entfalten.
–	Speicherung von Regenwasser durch
Versickerung
–	Wurzelraum für Pflanzen, Nährstoffspeicher
für Fauna und Flora
–	Lebensraum für Tiere und Insekten
Sobald die Versiegelungen entfernt sind, atmet die
Natur auf und erobert sich Stück für Stück ihren
Lebensraum zurück. Wenn geöffneter Boden mit
Licht, Luft und Wasser versorgt wird, stellt sich
schon kurzfristig neuer Bewuchs ein. Wir müssen
eigentlich nur eingreifen, wenn wir bestimmte
Pflanzenarten ansiedeln möchten. Bei Entsiegelung sollten die Kellerwände isoliert werden.
Wasser
Wasser ist Leben, das gilt auch für Innenhöfe. Viel
zu viele Höfe sind heute triste, graue Korridore,
in denen sich niemand aufhalten möchte. Befreit
man sie von Beton und Asphalt, kann das Leben
aufblühen. Wasser spielt dabei eine entscheidende

Rolle. Wasser ist wertvoll! Versiegelte Flächen
können kein Wasser aufnehmen. Bei Regen leiten
sie das Wasser ungebremst in die Kanalisation,
sodass es für den Standort verloren ist. Eine
wichtige Ressource wird somit vergeudet. Denn
Wasser ist nicht nur existenziell für Pflanzen und
Tiere, sondern kann auch eine wichtige klima­
regulierende Wirkung entfalten. Durch versiegelte
Flächen wird das kostbare Nass im wahrsten Sinne
des Wortes in den Gulli gekippt.
Um das zu ändern, muss das Regenwasser vor Ort
aufgefangen werden. In unversiegelten Flächen kann
das Wasser versickern und im Boden gespeichert
werden. Auf versiegelter Fläche oder bei einer
Unterkellerung lässt sich das Wasser in unversiegelte
Flächen leiten um dort über ein Rigolensystem zu
versickern. Über die Wurzeln nehmen Pflanzen
das Wasser auf und wirken ebenfalls als natürliche
Wasserspeicher, die bei Hitze Verdunstungskühlung erzeugen und so das Mikroklima verbessern.
Durch Entsiegelung und Bepflanzung lässt sich die
wohltuende Wirkung des Wassers im Wohnumfeld
erleben.
Das im Boden versickernde Wasser entlastet
zudem die städtische Kanalisation und damit
auch unsere Flüsse und Seen, denn insbesondere
Starkregenereignisse fluten unsere Gewässer mit
schadstoffhaltigem Abwasser. Ein weiterer positiver Effekt: Versickerung kann sich auch mit Blick
auf Ihre Abwassergebühren finanziell lohnen!
Allerdings ist bei Altlasten im Boden nicht überall
eine Versickerung möglich, weshalb eine vorherige
Prüfung erforderlich ist.

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6

Die Vorteile der Hofbegrünung
Bei Selbstklimmern sollte die
Fassade nicht beschädigt
sein, da sie diese angreifen
können. Rankhilfen schonen
das Mauerwerk

Pflanzen
Bevor wir weiter unten ausführlich auf die
eben­erdige Hofbepflanzung eingehen, stellen wir
Ihnen hier die Fassadenkletterer vor. Beide Arten
bringen dieselben Effekte, denn ob horizontal
am Boden oder vertikal an Wänden und Mauern
empor: Pflanzen werten Innenhöfe deutlich auf
und verbessern die Lebensqualität.
Grüne Fassaden
Aus den Fenstern zum Hof fällt der Blick meist
auf nackte Brandwände, Fassaden oder Begrenzungsmauern. Das lässt sich leicht ändern, ohne
dabei das Mauerwerk zu gefährden. Im Gegenteil,
fachgerecht ausgeführte Begrünungen können das
Mauerwerk sogar vor starken Temperaturschwankungen oder Wetterextremen wie Starkregen oder
Hagel schützen.
Zudem entziehen die Fassadenpflanzen am
Mauerfuß große Mengen Wasser, sodass sie trocknend auf die Bausubstanz einwirken. Auch die
Anlage von begrünten Fassaden, Garagen- oder
Zwischenwänden, Nebengebäuden und Zäunen
dient nicht nur der optischen Aufwertung. Die
Fassadenkletterer verbessern das Klima in vielerlei
Hinsicht. Sie kühlen, spenden Schatten, speichern
Wasser, geben Sauerstoff ab, absorbieren Schadstoffe und tragen dadurch zu einem lebenswerten
Wohnumfeld bei.
Es gibt verschiedene Arten an Kletter- und
Schlingpflanzen, die sich für vertikale Begrünungen eignen. Allen gemeinsam ist ein großer
Vorteil: Sie benötigen nur wenig Fläche am Boden
und wachsen trotzdem hoch hinaus. Grundsätzlich unterscheidet man selbstklimmende Pflanzen,
die ihr Terrain ohne Hilfestellung erobern, von
denen, die Kletterhilfen benötigen. Letztere sind
völlig unkritisch für das Mauerwerk, sofern die
Kletterhilfen fachgerecht installiert werden.
Die Selbstklimmer dagegen verschaffen sich den
nötigen Halt mit Haftwurzeln oder Haftscheiben.
Das Mauerwerk kann dadurch belastet werden,
sodass die Verträglichkeit von Bausubstanz und
Pflanzenart im Einzelfall zu prüfen ist. Zu den
am weitesten verbreiteten Selbstklimmern zählt
der Wilde Wein (Parthenocissus tricuspidata). Er
bildet schon im Laufe weniger Jahre ein dichtes
Blattwerk aus, das Brandmauern bis hinauf zur
Dachkante bedecken kann. Charakteristisch sind
die leuchtend roten Farbtöne, in denen der Wilde

Die Vorteile der Hofbegrünung

7

Nistkästen und Insek­
tenhotels bieten
Lebens- und Brutraum

Wein im Herbst verblüht. Ebenfalls allgemein
bekannt ist natürlich der Efeu (Hedera helix),
der mit wenig Licht auskommt und auch an
schattigen Standorten beachtliche Höhen erobern
kann. Als weiterer Kletterer sei der Spindelstrauch
(Euonymus fortunei) genannt. Er ist immergrün
und entwickelt weiß- oder gelbbunte Blätter.

Blumenbeete, kleine Wasserflächen, Kräutergärten
und andere Elemente abwechslungsreich miteinander kombiniert. In solchen Mischkulturen
werden sich schnell auch ganz verschiedene
Tierarten zuhause fühlen.

DER SOZIALE RAUM

Pflanzen und Tiere
Wie in der freien Natur entwickeln sich auch in
Innenhöfen Fauna und Flora im Zusammenspiel.
Je grüner der Hof, desto attraktiver wird er auch
als Lebensraum für tierische Bewohner.
Damit sich auch Tiere in den Innenhöfen
wohlfühlen, empfehlen sich regionale und
gebietstypische Pflanzenarten. Generell bieten
heimische Arten den Vorteil, an das hiesige
Klima gewöhnt zu sein. In der Regel sprießen sie
üppiger, sind pflegeleichter und kommen auch
besser durch unsere kalten Wintermonate. Und
die Tiere in unseren Städten fühlen sich mit ihnen
wohl. Blätter und Früchte heimischer Pflanzen
sind zum Beispiel vertraute Nahrungsquellen, die
Pflanzen selbst bieten Nist- oder Brutplätze und
vieles mehr.
Trotzdem lässt sich natürlich nie exakt vorhersagen, welche Tiere den neuen Lebensraum im
Innenhof besiedeln werden. Durch Begrünungen
öffnen wir ganz verschiedenen Spezies neuen
Lebensraum und sorgen für Artenvielfalt vor
der Haustür. Eine einfache Faustregel lautet: Je
vielfältiger die Innenhofbiotope, desto vielfältiger
auch die Tierwelt, die hier ein neues Zuhause findet. Im Idealfall werden zum Beispiel Gebüsche,

Unsere grüne Oase
Selbst wenn im Wohnumfeld ein gutes Angebot
an öffentlichen Grünflächen und Spielplätzen
besteht, lässt sich das Fehlen privater Natur­flächen
durch sie nicht völlig ersetzen. Schließlich ist
wohnungsnahes Grün ein Kriterium für Lebensqualität. Man will und kann nicht immer eigens
öffentliche Räume aufsuchen, sondern sich auch
mal spontan und ohne weite Wege nach draußen
setzen, um dort einen Ort vorzufinden, an dem
sich die Natur erleben lässt. Insbesondere für Eltern liegt hier ein wesentlicher Vorteil: Die Kinder
können auch mal unbeaufsichtigt im Hof spielen,
ohne dort eine Betonwüste vorzufinden, und aus
den Fenstern der eigenen Wohnung behält man
die Kleinen dabei im Blick.
Gemeinsam können die grünen Oasen leicht
eingerichtet werden. Es müssen sich nur die
Bewohner der um einen Hof gruppierten Wohnungen und die Hauseigentümer abstimmen.
Damit ist auch die Anzahl der Anrainer, die sich
die Freifläche teilen, bekannt und überschaubar.
Bevor der erste Spatenstich erfolgt, sollten sich alle
Beteiligten natürlich einig geworden sein über die
Art der Ausgestaltung. Ob sich dann alle am Ausbau beteiligen oder manche die körperliche Arbeit
nicht leisten können, muss keine Rolle spielen.
Links: Rankelemente
als Kletterhilfe
Rechts: Rankhilfen für
gezielten Bewuchs

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Die Vorteile der Hofbegrünung

Entsiegelter und umge­
stalteter Hof

Aufenthaltsqualität im
Wohnumfeld

Jeder kann und sollte seinen Teil zum späteren
Erhalt beitragen, indem man sich zum Beispiel bei
der Pflege der Pflanzen einbringt. Zunächst muss
allerdings klar sein, dass verschiedene Funktionen,
die Höfe erfüllen, beibehalten bleiben. Mülltonnen, Fahrradstellplätze, Wegeflächen etc. lassen
sich schließlich nicht auslagern. Aber man kann
sie harmonisch in die Gestaltung einbetten, indem
man den Hof in Teilbereiche gliedert und die
einzelnen Räume und Nutzflächen aufeinander
abstimmt. Jeder Hof kann so eingerichtet werden,
dass sich die einzelnen Räume ergänzen und auch
weniger ansehnliche Bestandteile wie zum Beispiel
Mülltonnen nicht mehr stören.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die unvermeidbaren Nutzflächen hinter optisch attraktivem
Sichtschutz zu verstecken. Von Pergolen, begrünten Sichtschutzwänden, Büschen und Hecken bis
zu Bambuspflanzungen ist alles mögliche denkbar.
Bei Bambus sollte man allerdings eine unkontrollierte Ausbreitung vermeiden, was zum Beispiel
mit einem Wurzelschutz erreicht werden kann.
Allgemein lässt sich jeder Sichtschutz im Sinne
des jeweiligen Gestaltungskonzepts anlegen, ohne
dass die Nutzfunktionen beeinträchtigt werden.
Nach dem Nützlichen kann dann das Angenehme
angegangen werden. Die mit Abstand einfachste
Übung ist das Anlegen einer schönen Sitzecke.
Die Anschaffung von ein paar Gartenstühlen oder
Bänken und einem wetterfesten Tisch ist finanziell

überschaubar. An einem passenden, möglichst
sonnigen Platz im Hof gruppieren – und fertig ist
die grüne Nische im eigenen Hof inmitten weiterer Bepflanzungen und gestalteter Flächen drum
herum. Grundsätzlich empfiehlt es sich, verschiedene Teilräume und Materialien klar voneinander
abzugrenzen, wodurch sich der Aufwand für
Pflege verringert. Dafür eignen sich zum Beispiel
Steinreihen, Borde oder Holzbohlen gut.
Für den Nachwuchs liegt selbstverständlich der
klassische Sandkasten zum Buddeln und Spielen
nahe. Wenn andere Spielgeräte wie zum Beispiel
Schaukeln installiert werden, lässt sich der Boden
darunter auf natürliche Weise polstern, um im
Fall eines Sturzes die Kinder zu schützen. Dafür
kommen Sand-, Rasen- oder Rindenmulchflächen
in Frage.
Der fertig begrünte und umgestaltete Innenhof
fungiert nun als ganz neuer halbprivater wie
sozialer Raum. Jeder Anwohner findet hier eine
grüne Oase vor der Wohnungstür vor. Und alle
Anwohner zusammen genießen einen neuen
Treffpunkt. Allein durch die gemeinsame Abstimmung über die Hofbegrünung hat man sich besser
kennengelernt und für bessere Nachbarschaft
gesorgt. Hoffeste bieten sich an, die Bekanntschaft
zu vertiefen und gemeinsam das neue Lebens­
gefühl im grünen Hof zu genießen.

Ideen und Anregungen

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Ideen und Anregungen
DIE MÖGLICHKEITEN SIND VIELFÄLTIG
BEPFLANZUNGEN

Es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, graue
Hinterhöfe in grüne Oasen zu verwandeln. Für
jeden Hof mit seinen spezifischen Bedingungen
lässt sich ein passendes Miteinander von Bepflanzung, Materialien und Komponenten arrangieren.
Zunächst gilt es, die einzelnen Flächen zu definieren. Funktionale Bereiche wie Müllsammelplätze
oder Fahrradständer können mit Sichtschutzmaßnahmen abgetrennt und optisch aufgewertet
werden. Die übrigen Flächen lassen sich dann
bepflanzen oder in Aufenthaltsorte verwandeln.
Für wenig Geld kann man in sonnigen Bereichen
mit der Aussaat von schnell wachsenden einjährigen Sommerblumen farbenfrohe Blütenbeete
entstehen lassen. Insbesondere Bienen- oder
Hummelmischungen erfreuen nicht nur die
Anwohner, sondern auch die fleißigen Nektarsammler.
Um nicht jährlich neu pflanzen zu müssen, empfiehlt sich eine langfristige Planung mit abwechselnden Blütenfolgen. In der gesamten Zeitspanne
von Frühling bis Herbst stehen dann alle Beete
durchgehend in Blüte. Das beginnt mit Zwiebeln
und Knollen von Frühblühern im Frühjahr und
reicht zum Beispiel mit Staudenbeeten bis in den
Herbst. Selbst im Winter bieten die Beete eine
angenehme Erscheinung, wenn man die Stauden
um Gehölze und winterharte Gräser ergänzt.

Natürlich gibt es in Höfen nicht nur sonnenbeschienene Lagen. An Fassaden und Brandmauern
bilden sich schattige Bereiche und an die Nord­
seiten von Häusern dringt meist wenig Sonnenlicht vor. Aber auch die Schattenlagen lassen
sich begrünen. Viele Pflanzen haben sich darauf
spezialisiert, mit wenig Sonnenlicht auszukommen. Auch lichtarme Ecken können Sie mit ihnen
begrünen.

Ganzjährig grüne Ma­
honien

Bodendecker
Unter den Pflanzen finden sich auch Schattenexperten, die an lichtarmen Flächen den Boden
besiedeln und sich wie ein grüner Teppich ausbreiten. Zu diesen Spezialisten zählen zum Beispiel
Immergrün (Vinca minor), Mahonie (Mahonia
aquifolium) oder der kriechende Spindelstrauch
(Euonymus fortunei).
Schattengewächse
Neben Gehölzen und Bodendeckern bringen auch
Staudengewächse Grün in dunkle Ecken. Dazu
zählen zum Beispiel Funkien (Hosta-Sorten),
Golderdbeere (Waldsteinia ternata), Elfenblumen
(Epimedium-Arten) oder Haselwurz (Asarum
europaeum). Auch Farne und Gräser erobern
lichtarme Lebensräume, schattige Ecken
können in allen Farben aufblühen. Hier fühlen
sich zum Beispiel Hortensien und RhododendronArten oder Stauden wie Günsel (Ajuga reptans)
und mit Einschränkung der Frauenmantel
(Alchemilla-Arten) wohl.
Blattstrukturen
Nicht nur die Blüten, sondern auch die Blätter der
Pflanzen präsentieren sich in unzähligen Formen
und Farben, die einen unbegrenzten Abwechslungsreichtum auch in der Hofbegrünung

Elfenblumen brauchen
nicht viel Licht

10

Ideen und Anregungen

weiterer Vorteil: Hochbeete schonen den Rücken,
da man sich bei der Pflanzenpflege nicht so weit
bücken muss. Gleichzeitig können Sie Hochbeete
auch wie grüne Raumteiler verwenden. Verschiedene Flächen lassen sich mit jeweils gewünschter
Bepflanzung abtrennen und abschirmen. Die
Anlage eines Hochbeets ist keine Wissenschaft,
sondern kann mit ein wenig fachkundiger Beratung von jedem Laien vorgenommen werden. Das
Grundprinzip finden Sie hier im Überblick.

Vor der Umgestaltung –
unattraktiver vollver­
siegelter Hof
Nach der Umgestal­
tung – Gliederung und
Teilentsiegelung des
Hofes durch Pflaster­
steinwege und Beete

möglich machen. Zunächst bildet »grün« an sich
eine ganze Bandbreite an verschiedenen Farbnuancen aus. Die Blätter selbst können zudem glatt
oder glänzend, pelzig oder rau sein. Hier wachsen
feine und filigrane Blätter, dort großflächige und
raumgreifende. Es gibt ganz verschiedene Blattzeichnungen und Einfärbungen in allen Schattierungen. Im ganzen Hof, auch in Schattenlagen,
können Sie ganz nach Ihrem Geschmack höchst
facettenreiche Grünflächen gedeihen lassen.

Hochbeet anlegen
Insbesondere für Hobby-Gärtner sind Hochbeete
ideal. Sie bieten einen gewissen Schutz vor Schnecken und den Pflanzen perfekte Bedingungen.
Denn in Hochbeeten entwickelt sich eine größere
Wärme als im Erdboden, was die Pflanzen besser
Gedeihen lässt.
Beim Eigenbau muss zunächst die Materialfrage
geklärt werden. Möglich ist im Prinzip alles
von Metall und Edelstahl bis Naturweide und
Kunststoff. Gerade für den Eigenbau hat sich Holz
aber am besten bewährt. Es ist günstig, einfach zu
bearbeiten und ein Naturprodukt. Vor allem wenn
man Gemüse oder Kräuter ernten möchte, muss
man bei der Auswahl des Holzes darauf achten, dass
es nicht mit giftigen Substanzen imprägniert ist.

DAS HOCHBEET

Unterkellerte Hofflächen lassen sich nicht
entsiegeln und bepflanzen. Hier sind Hochbeete
eine ideale Lösung mit vielen Vorteilen. Sie lassen
sich völlig unabhängig vom Untergrund überall
aufstellen. Die Bepflanzung ist genauso variabel
wie bei jeder Bodenfläche. Sie können hier ganz
nach Wunsch Sommerblumen, Stauden, Gehölze
oder Gemüse- und Kräuterbeete anlegen. Ein
Hochbeete aus Holz
als kostengünstigste
Variante

Bei den Maßen des Hochbeets ist eine rechteckige
Form von etwa 1 x 1,5 Meter üblich. Viel größer
dürfen die Beete nicht sein, damit man die ganze
Fläche mit den Armen erreichen kann. Die Höhe
liegt meist bei etwa 50 bis 80 cm, je nach Vorliebe
des Gärtners.
Zunächst wird dann das Gestell gebaut. Bei der
Arbeit mit Holz bilden Latten die Seitenflächen,
die mit Kanthölzern an den Ecken fest verbunden werden. Zwischen den Holzlatten sollte
man immer einen kleinen Spalt lassen, da Holz
arbeitet. Der Rahmen muss unbedingt stabil sein,
da er später einigen Druck aushalten muss. Am
Boden wird das Hochbeet mit einem Drahtgitter
gesichert, um Mäuse und Ratten abzuhalten. Das
Gitter und die Innenseiten werden dann mit Folie
bedeckt. Anschließend wird das Hochbeet befüllt.
Beim Befüllen werden verschiedene Schichten
angelegt. Am Boden legt man zunächst groben
Strauch- und Baumschnitt aus. Das sorgt für

Ideen und Anregungen

Belüftung und erwünschte Verrottung. Darüber
folgen Laub- und Grünabfälle, eine Schicht
Grobkompost und abschließend eine Schicht
Feinkompost oder Muttererde. Für bestimmte
Pflanzen eignet sich auch eine Beimischung von
Sand. Die Schichten sollten jeweils um die 20 cm
stark sein. Danach können Sie mit der gewünschten Bepflanzung beginnen. Ein Tipp: Ein frisch
angelegtes Hochbeet bietet den Pflanzen zu Beginn sehr viele Nährstoffe. Es eignen sich anfangs
daher Pflanzen- oder Gemüsesorten mit großem
Nährstoffbedarf. Im Laufe der Jahre können dann
sukzessive weniger anspruchsvolle Pflanzen gesät
bzw. gepflanzt werden.

DER KIESGARTEN

Vor allem für sonnige und trockene Flächen
bieten Kiesgärten ein gleichermaßen praktisches
wie ästhetisch wertvolles Gestaltungselement.
Denn Kiesgärten sind äußerst pflegeleicht und
müssen nur selten gewässert werden. Das Prinzip
ist einfach: Zwischen den gewünschten Pflanzen
bedeckt man den Boden mit einer Schicht aus
Kies (alternativ: Mulch). Dadurch wird der
Wildwuchs von anderen Pflanzen verhindert und
außerdem die Verdunstung gemindert. Je nach
Platzangebot im Hof können Sie Ihren Kiesgarten
um größere Steine oder Findlinge bereichern und
damit Sitzplätze mitten im Grün anlegen.

DIE KRÄUTERSPIRALE

Bunt blühender Kies­
garten

Eine Vielfalt an bekömmlichen und wohlriechenden Kräutern zieht man am besten in einer
Kräuterspirale. In dieser Anordnung lassen sich
verschiedene Klimazonen von feucht bis trocken
oder von sonnig bis halbschattig und schattig
abdecken. Somit schaffen Sie für die verschiedenen Ansprüche der Kräuter jeweils die geeignete
Umgebung. In der Spirale können Sie dann
ebenso mediterrane Kräuter wie Thymian, Salbei,
Rosmarin gedeihen lassen, aber auch einheimischen Arten wie Schnittlauch, Petersilie, Dill ein
Zuhause bieten. Hinzukommen können noch
Duftpflanzen wie Lavendel, Zitronenmelisse oder
Minze, die in Ihrem Hof aromatische Düfte entfalten und Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge
anlocken. Natürlich bereichert eine Kräuterspirale
nicht zuletzt Ihre eigene Küche.
Eine Kräuterspirale beinhaltet vier verschiedene
Klimazonen mit jeweils spezifischen Bedingungen in Hinsicht auf Oberflächentemperatur,
Feuchtigkeit und Bodenbeschaffenheit. In der
Spirale finden die unterschiedlichen Kräuter dann
jeweils beste Bedingungen vor. Es gibt Areale
für Trockenheit und Wärme liebende Pflanzen
ebenso wie für halbschattige Gewächse und
Kräuter, die in feuchterem Milieu gedeihen. Man
unterscheidet Wasser-, Feucht-, Normal- und
Mittelmeerzonen.

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12

Ideen und Anregungen
Beispiel einer Kräuter­
spirale

Das fertige Beet kann dann entsprechend seiner
Klimazonen bepflanzt werden. Trockenresistente
und Wärme liebende Pflanzen kommen in die
Mitte, da hier Regen- oder Gießwasser schnell
versickert. Danach wechseln sich in den einzelnen Bereichen der Windung die Halbschatten
liebenden und die mehr Feuchte benötigenden
Kräuter ab.
Kräuterspirale anlegen
Am einfachsten lässt sich die Kräuterspirale als
dreidimensionales Beet vorstellen. Zuerst stecken
Sie dafür einen Kreis mit einem Durchmesser von
mindestens 1, wenn möglich auch bis zu 2 bis 3
Metern ab. Die Fläche wird etwa 20 bis 30 cm tief
ausgehoben und mit Kies als Drainage aufgefüllt.
Nun wird die Spirale markiert. Der unterste
Beginn der Spirale sollte nach Osten ausgerichtet
sein.
Legen Sie dann die Trockenmauer im Mittelpunkt
der Spirale an. Als Material bieten sich Natursteine, alte Ziegel oder Bruchplatten an. Lücken
können mit kleineren Steinen, Lehm oder Mörtel
gefüllt werden. Von etwa 1 m Höhe im Zentrum
fällt die Mauer nach außen hin bis auf rund eine
Steinhöhe ab.
Rechts: Kletterhilfen
ermöglichen Bewuchs
ohne dem Mauerwerk
zu schaden

Vom Mittelpunkt der Spirale ausgehend wird
die abfallende Steinmauer Schicht für Schicht in
Spiralform ausgelegt. Schon während des Aufbaus
werden die Zwischenräume bis auf halbe Höhe
mit Schotter oder Kies aufgefüllt. Es empfiehlt
sich, den Windungen ungefähr eine Breite von
50 bis 60 cm einzuräumen. Dabei sollte insgesamt
auf eine stabile Bauweise geachtet werden, denn
die sich windenden Mauern müssen den Druck
der Erde aushalten, die sie umfassen.
Nach Anlage der Mauern wird das Zentrum der
Spirale mit einem Gemisch aus Schutt und Stein
aufgefüllt, über die eine circa 20 bis 30 cm starke
Sand-Erde-Kalk-Schicht aufgetragen wird. Die
äußeren Windungen der Spirale werden dann
mit Erde aufgefüllt, wobei nach außen und unten
abfallend die Erde immer humoser werden sollte.
Am äußersten Ende der Spirale kann als letzte
Etappe gerne auch mit Teichfolie oder in einer
Mörtelwanne ein Miniteich angelegt werden, der
das passend feuchte Milieu für Brunnenkresse
oder Pfefferminze bietet.

FASSADENBEGRÜNUNG

Der wichtigste Aspekt bei der Fassadenbegrünung
liegt in der Frage, ob das Mauerwerk den Bewuchs
verträgt. Das hängt zum einen von der Beschaffenheit der Bausubstanz, zum anderen von der
Pflanzenart ab.
Die sogenannten Selbstklimmer wie Wilder Wein
oder Efeu erreichen ohne Hilfe große Höhen.
Bei intaktem Mauerwerk oder gut verputzter
Fassade sind die Haftscheiben, mit denen sich
die Selbstklimmer festhalten, keine Bedrohung.
Insbesondere wenn man abgesehen von Fenstern
ganze Fassaden begrünen will, eignet sich dieser
Bewuchs.

Ideen und Anregungen

13

Extensive Dachbegrü­
nung aus Moos und
Gräsern

Bei weniger homogenen Fassaden sollen Pflanzen
in der Regel nur bestimmte Bereiche besiedeln.
Hier bieten sich Rank- oder Schlingpflanzen an,
die auf Kletterhilfen angewiesen sind. Fachgerecht
angebrachte Rankgerüste schaden dem Mauerwerk oder der Fassadenoberfläche nicht, ermöglichen aber den gezielten Bewuchs bestimmter
Bereiche. Für nicht selbst kletternde Pflanzen
kommt ein breites Spektrum an Kletterhilfen in
Frage. Es reicht von senkrechten Drahtseilen,
Spanndrähten, Holzlatten oder Stangen bis zu
Gittern, Netzen, Zaunfeldern oder sogar Baustahlmatten. Auch Kletter- oder Ramblerrosen
benötigen Gitter oder waagerechte Hilfen. Sie
bereichern die Wände mit ihren farbigen Blüten
und zartem Duft.
Die einzelnen Fassadenpflanzen bevorzugen
jeweils verschiedene Lagen. An sonnigen bis
halbschattigen Standorten gedeihen zum Beispiel
Waldreben (Wildarten wie Clematis vitalba oder
montana, aber auch gezüchtete Sorten), Blauregen
(Wisteria sinensis), Jelängerjelieber (Lonicera
caprifolium), Zaunrebe (Parthenocissus quinquefolia), Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) oder
Knöterich (Polygonum aubertii).

Im Schatten fühlen sich dagegen Hopfen (Humulus lupulus), Kletterhortensien (Hydrangea
petiolaris) oder Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla) wohl. Wer im Herbst frische Früchte ernten
möchte, kann an sonnigen bis halbschattigen Orten
auch Brombeeren (Rubus fruticosus), Echten Wein
(Vitis vinifera) oder Spalierobst ernten. Wenn vor
der Fassade kein natürlicher Bodenanschluss ist,
können die Kletterpflanzen auch in ausreichend
großen Hochbeeten gepflanzt werden.

EXTENSIVE DACHBEGRÜNUNG

Für diese Form der Begrünung eignen sich
Remisen, überdachte Müll- und Fahrradabstellplätze, Garagen, Carports oder Schuppen. Nicht nur
Flachdächer, sondern auch leicht geneigte Dächer
können begrünt werden. Ein Vorteil der extensiven Dachbegrünung mit ihrem einschichtigen
Substrataufbau liegt in der geringen Belastung für
den Untergrund bzw. das Bauwerk. Des Weiteren
schützt sie sogar die Dachabdichtung. Neben der
ästhetischen Aufwertung speichert sie ebenfalls
Wasser. Nicht zuletzt überzeugt die extensive Dachbegrünung durch ihren geringen Pflegeaufwand.
Merkmale
–	Moos-Sedum- bis Gras-Kraut-Begrünungen
–	Geringer Pflegeaufwand
–	Keine zusätzliche Bewässerung erforderlich
–	Aufbaudicke 5 – 20 cm
–	Gewicht 60 – 250 kg/m²
Geeignete Pflanzen
–	Ein artenreich begrüntes Dach beherbergt etwa 12 verschiedene Pflanzenarten. Dazu zählen zum Beispiel:
–	Astlose Graslilie (Anthericum liliago)
–	Blutnelke (Dianthus cruentus)
–	Gemeine Goldrute (Solidago virgaurea)
–	Kleine Eberwurz, Golddistel (Carlina vulgaris)
–	Knolliger Hahnenfuss (Ranunculus bulbosus)
–	Königskerzen (Verbascum-Arten)
–	Natternkopf (Echium vulgare)
–	Schwertlilien (Iris-Arten)
–	Mauer-Steinkraut (Alyssum murale)
–	Steinquendel (Acinos alpinus)
–	Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
– Und viele weitere wie Gräser, Glockenblumen, Steinnelke, Lavendel, Moose,
Thymian, Salbei, Wacholder oder Oregano als Duft- und Blütenspender.

14

Ideen und Anregungen

Rotdorn im gestalteten

BAUM

Hinterhof

Ein Garten ohne Baum ist nur ein halber Garten.
Bäume spenden Schatten, sorgen für kühlere Luft
im Sommer, sind Lebensraum für viele Tierarten
und steigern nicht zuletzt das Wohlbefinden von
uns Menschen. So vielfältig jedoch Funktion und
Nutzen des Baumes sind, so breit ist auch das
Angebot an Baumarten und -variationen in den
Baumschulen. Die Pflanzliste für die Hofbegrünung am Ende der Broschüre gibt Ihnen eine erste
Hilfe bei der Wahl Ihres Hofbaumes.
Entscheidend über Auswahl und Standort des
Baumes sind der Zweck den er erfüllen soll und
die Beschaffenheit Ihres Hofes. Seien Sie sich vor
dem Baum-Kauf im Klaren, welche Aspekte für
Sie wichtig sind: Soll der Baum Sichtschutz oder
Kastanien brauchen
viel Platz

Schattenspender sein? Soll er den Raum gliedern,
sind Ihnen Duft, Früchte und Farbenspiel wichtig?
Nicht jeder Hof ist für jeden Baum geeignet. Die
verschiedenen Baumarten unterscheiden sich
deutlich in Gestalt, Kronenform, Größe und
Wirkung und benötigen ihren Platz. Bedenken Sie
beim Kauf die endgültige Wuchshöhe und Breite
der Krone. Auf kleinen Höfen oder bei geringem
Platzangebot sollten Sie sich auf kleine Bäume
beschränken. Auch kleinere Bäume erfüllen ihren
Zweck. Je größer das Raumangebot umso größer
wachsende Bäume können gepflanzt werden.
Die falsche Auswahl der Baumart führt insbesondere in Höfen langfristig zu Problemen. Starke
Verschattung, Rückschnitt der Baumkrone an
den Fassaden, Beseitigung des Laubs im Herbst,
Beeinträchtigung des Wachstums von anderen
Pflanzen und Schäden durch Wurzeldruck lassen
sich bei der richtigen Wahl vermeiden und erhält
ihnen die Freude am Baum auf Jahrzehnte.
Wichtig für die Standortwahl sind die Wasserversorgung und das Lichtangebot. Nur wenige
Arten sind für sehr sonnige Orte mit geringem
Wasserangebot geeignet. Auch die Bodenart und
den Bodenaufbau gilt es zu beachten. Halten
Sie genügend Abstand zu Haus, Zaun, Mauern,
Nachbargrundstücken und anderen Gehölzen.
Um dem Baum den Start im umgestalteten Hof
zu erleichtern, ist eine sorgfältige Pflanzung und
Anwuchspflege wichtig.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten

15

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten
VERBESSERUNG DER WOHN- UND AUFENTHALTSQUALITÄT
KINDERSPIELPLATZ

Draußen toben und spielen an der frischen Luft
ist sehr wichtig für Kinder. Aber nicht immer
haben Eltern Zeit für Ausflüge zu Spielplätzen.
Der eigene Hof dagegen liegt immer nah. Hier
können die Kinder bei entsprechender Gestaltung
schaukeln, buddeln und die Pflanzenwelt erkunden. Je nach Alter müssen die Erwachsenen nicht
unbedingt direkt ihre Kinder beaufsichtigen. Man
kann die Kleinen ja aus dem Fenster heraus im
Blick behalten.
Sandkasten anlegen
Ein abwechslungsreich gestalteter und grüner
Innenhof ist ein wunderbarer Spielplatz für
Kinder. Dazu gehört natürlich auch der gute,
alte Sandkasten. Baumärkte bieten ein breites
Sortiment. Da gibt es überdachte Versionen oder
Modelle mit integrierten Rutschen bis hin zum
Piratenschiff. Ein einfacher Sandkasten tut es
aber auch, denn beim Spielen ist ja vor allem die
Fantasie der Kinder gefragt. Ein Sandkasten aus
Holz kann mit geringem Aufwand kostengünstig
selbst gebaut werden. Wenn Sie sich für den
Eigenbau entscheiden, verwenden Sie nur lasiertes
und dadurch witterungsbeständiges Holz.
Wenn Sie eine geeignete, möglichst ebene Fläche
im Hof ausgemacht haben, kann es losgehen. Für
das Fundament wird der Grundriss des Sandkastens etwa 15 cm tief ausgehoben und mit Kies
gefüllt, damit später das Regenwasser abfließen
kann. Die Buddeltiefe sollte rund 30 cm betragen,
damit die Kinder genügend Sand vorfinden.
Dadurch ist die Höhe des Rahmens festgelegt.
Verankern Sie an den Ecken jeweils Kanthölzer
und verschrauben Sie die Holzlatten der vier

Seiten damit. Die Konstruktion sollte möglichst
robust sein, um dem Druck von Sand, Wasser
und spielenden Kindern standhalten zu können.
Auf den Oberkanten der vier Seiten gehören dann
Bretter als Sitz- und Ablagefläche.
Bevor der Sandkasten gefüllt wird, muss noch
eine wasserdurchlässige Folie auf dem Kiesbett
ausgelegt werden, die auch die Innenseiten
bedecken sollte. Durch die Folie kann später
Wasser versickern, gleichzeitig werden von unten
Insekten und Unkraut abgehalten. Zuletzt folgt
dann der Sand. Hier sollte man nach Möglichkeit
nicht sparsam sein und zertifizierten, schadstofffreien Sand kaufen. Dieser spezielle Sand enthält
auch den notwendigen Anteil an Lehm, der den
Sandbauwerken der Kinder Festigkeit verleiht.
Ein Tipp: Wenn in Ihrem Innenhof Katzen leben
oder manchmal streunern, sollte der Sandkasten
abgedeckt werden können. Besorgen Sie dafür
eine passende Plane oder ähnliches, damit aus
dem Sandkasten kein Katzenklo wird.

GARTENTEICH

Der Mensch hält sich von Natur aus gerne am
Wasser auf. Das muss kein großer See sein, ein
Gartenteich tut es auch. Das kleine Binnengewässer mitten in der dicht bebauten Innenstadt wirkt
entspannend und beruhigend. Auch Tiere und
Pflanzen finden hier einen neuen Lebensraum.
Im Idealfall bietet Ihnen Ihr Innenhof einen
sonnigen bis halbschattigen Platz und eine Fläche
von mindestens 3 bis 5 m2. Außerdem sollte der
Boden teilweise bis zu einem Meter Tiefe ausgehoben werden können. Denn der Teich braucht

Links unten: Kinder­
freund­licher Hof
Rechts unten: Detail­
zeichnung eines
Teiches aus einem Hofbegrünungsentwurf

16

Weitere Gestaltungsmöglickeiten

Wer über handwerkliches Geschick verfügt, kann
natürlich auch seine ganz eigene Konstruktion
bauen. Dabei muss aber unbedingt auf Robustheit
geachtet werden, denn Rank- und Kletterpflanzen
können mit der Zeit ein ziemliches Gewicht
entwickeln. Das sollen sie letztlich auch, denn der
schattige Ruheplatz unterm Blätterdach wird mit
den Jahren immer schöner.

Sichtschutz für
Mülltonnen und neue
Aufenthalts­ und Spiel­
bereiche

tiefe Stellen, damit Wasserpflanzen und tierische
Teichbewohner den Winterfrost überstehen
können. Zu erklären, wie man einen Teich anlegt,
würde hier zu weit führen. Sie finden aber im
Handel alles, was Sie brauchen. Es gibt komplette
Teichbau-Sets, Folien, Spezialerden und sonstige
Materialen und Anleitungen für Ihren individuellen Teich. Wenn Ihr Hof genügend Platz bietet
ist ein Gartenteich unbedingt zu empfehlen. Er ist
eine große Bereicherung für Ihre Lebensqualität
vor der Wohnungstür. Allerdings sollte auch der
kleinste Teich entsprechend eingefriedet werden,
wenn Kinder gefährdet sind.

MAUERN

Ein sehr vielseitiges Gestaltungselement bieten
Mauern in allen möglichen Größen. Mit ihnen
lassen sich Bereiche trennen, sie können sehr
dekorativ sein und auch als Sitzgelegenheiten
dienen, wenn sie entsprechend niedrig angelegt
sind. Als Materialien bieten sich Naturstein,
Klinker, Betonsteine oder Fertigelemente an. Ein
wichtiger Hinweis: In Berlin sind Mauern ab einer
Höhe von über 2 m genehmigungspflichtig.

PERGOLA

Was gibt es schöneres, als an heißen Sommertagen
unter dem luftigen, schattigen Blätterdach einer
berankten Pergola zu entspannen! Das lässt sich
leicht einrichten, auch im eigenen Hof. Im Handel sind zahlreiche Fertigelemente oder Bausätze
erhältlich, die nicht viel kosten müssen. Säulen
oder Pfeiler sind meist aus Holz oder Metall und
können auch von Laien installiert werden.

Holzpergola	anlegen
Achten Sie beim Holz für Ihre Pergola auf das
FSC-Siegel. Wir empfehlen, nur dieses zertifizierte Holz zu verwenden, das die Herkunft aus
naturnaher Waldnutzung garantiert.
Grundsätzlich muss das Holz für eine Pergola
möglichst witterungsbeständig sein. In Frage
kommen imprägnierte oder Harthölzer. Bewährt
haben sich zum Beispiel Lärche, Robinie oder
Eiche. Weiches Holz verrottet zu schnell und ist
nur geeignet, wenn es kesseldruckimprägniert
wurde. Mit diesem Verfahren behandelte Kieferoder Fichtenhölzer sind auch verwendbar.
Generell sind Hölzer mit Kesseldruckimprägnierung vorzuziehen. Bei dieser Methode wird
das Holzschutzmittel mit hohem Druck in die
Balken gepresst. Das Holz wird dadurch nicht nur
oberflächlich, sondern bis in die Tiefe geschützt,
wodurch es besonders robust wird. Äußerlich
bestrichene Hölzer halten bei weitem nicht so
lange. Außerdem können die Holzoberflächen
einer Pergola durch den Pflanzenbewuchs nicht
oder nur teilweise nachbehandelt werden.
Die Holzpfosten sollten prinzipiell nicht in die
Erde eingelassen werden, da der Kontakt mit
dem Boden die Verrottung fördert. Stattdessen
können die Pfosten mit Ankern aus verzinktem
Metall verschraubt werden, die man in den Boden
rammt oder einbetoniert. Wir empfehlen, die
Pfosten nach Möglichkeit einzubetonieren, damit
sie standhaft genug sind, auch kletternde Kinder
oder andere Belastungen auszuhalten. Für die
Verankerung sollte ein Aushub von etwa 20 cm
im Durchmesser und 80 bis 100 cm Tiefe angelegt
werden. Die Pfostenlöcher lassen sich dann an den
Innenseiten mit Schachtringen oder Schalbrettern
sichern. Nach der Betonfüllung werden die
Pfostenanker dann im noch nicht ausgehärteten
Beton versenkt.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten

Später können auf dem ausgehärteten Fundament
die Pfosten montiert werden. Wer handwerklich
nicht versiert ist, sollte diese Mon­tage besser von
einem Fachmann vornehmen lassen. Bringen Sie
danach noch die Kletterhilfe für das Dach an und
pflanzen Sie die gewünschten Gehölze für Ihren
Pergola-Bewuchs.

SITZPLÄTZE

Um im eigenen Hof die frische Luft zu genießen, möchte man geeignete Sitzgelegenheiten
vorfinden. Achten Sie dabei auf geschützte und
wenn möglich sonnige Standorte. An Material
und Form gibt es unzählige Möglichkeiten; nur
witterungsbeständig sollte alles sein.

Gegensatz zu Anlagen mit Klemmschlitzen, unter
denen die Speichen und Felgen leiden können,
werden die Fahrräder am Kreuzberger Bügel
mit dem Rahmen angeschlossen. Das erhöht die
Diebstahlsicherheit, spart Platz und ist außerdem
bequemer.
Natürlich gibt es noch ganz andere und schönere
Möglichkeiten. Selbst überdachte Fahrradschuppen oder Unterstände müssen nicht übertrieben
kostspielig sein. Auch eine Pergola als Unterstand
ist denkbar. Überdachte oder mit Trennwänden
ausgestattete Abstellanlagen lassen sich in das
grüne Konzept Ihres Hofes integrieren und sind
weit schöner als offene Fahrradansammlungen.

MÜLLTONNEN
FAHRRÄDER

Ohne eine ordnende Hand werden Fahrräder im
Hof schnell kreuz und quer abgestellt. Das ist
nicht nur kein schöner Anblick, sondern stört
mitunter auch die Wegeflächen. Aber das muss
nicht sein.
Die ideale Lösung wäre, die Fahrräder ganz aus
dem Hof zu verbannen und stattdessen in Kellerräumen unterzubringen. Fehlt der Raum dafür,
gibt es andere Möglichkeiten für die Fahrradfrage.
Der Handel bietet verschiedene, teilweise auch
günstige Fahrradbügel in diversen Ausführungen.
Bestens bewährt hat sich der sogenannte Kreuzberger Bügel, der erstmals im Jahr 1980 im Bezirk
Kreuzberg installiert wurde. Er wird fest im Boden
verankert und kann je nach Platzangebot zu
größeren Abstellbereichen gruppiert werden. Im

Mülltonnen sind grundsätzlich kein schöner
Anblick, aber sie lassen sich auch nicht beliebig
aus dem Weg räumen. Denn sie müssen sowohl
für die Bewohner, als auch für die Müllabfuhr
zugänglich sein.

Kreuzberger Bügel

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18

Weitere Gestaltungsmöglickeiten

Pergolen bieten einen
Sichtschutz um den
Müllbereich

Im Hof frei stehende Tonnen sind natürlich ein
Störfaktor bei der Hofbegrünung. Das lässt sich
leicht ändern, indem man um den Müllbereich
für Sichtschutz sorgt.
Wer nicht Jahre warten will, bis Hecken oder
Sträucher gewachsen sind, kann verschiedene
Lösungen mit Trennwänden ins Auge fassen.
Beachten Sie dabei unbedingt die Abmaße
und Konstruktion. Für die Müllabfuhr muss
ausreichend Platz zum Rangieren bleiben und
die Wände müssen Kollisionen mit Mülltonnen
aushalten können.

Erneuerung der Durch­
wegung und Anlage
von Pflanzbeeten

Allgemein empfehlen sich robuste, witterungsbeständige Konstruktionen aus Metall oder Holz,
die von Kletter- und Rankpflanzen erobert werden
können. Eine elegante Lösung bietet die Umrandung und Überdachung mit einer Pergola. Der
Pflanzenbewuchs an den Seiten und über dem
Dach wertet Ihren Hof nicht nur optisch auf. Das
dichte Laub dämpft an heißen Sommertagen auch
die Geruchsentwicklung.

WEGE UND PLÄTZE

Es gibt viele Möglichkeiten und Materialien, um
Wege zu markieren und Plätze zu gestalten. Der
Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Zu beachten ist nur, dass die Materialien auch zur Anwendung passen. Kieswege eignen sich zum Beispiel für
schmale Pfade zwischen grünen Bereichen oder hin
zu Sitzplätzen. Zur Erschließung des Müllbereichs
kommt ein Kiesweg dagegen nicht in Frage, da
die Tonnen auf dem Kies schlecht rollen können.
Für dauerhafte bzw. belastbare Flächen eignen sich
insbesondere Pflasterungen aus Naturstein- und
Klinkerpflaster.
Natursteinpflaster
Mit ihren rauen und unregelmäßigen Oberflächen, vor allem aber durch ihre natürliche Herkunft sind Natursteine ideal für Hofbegrünungen,
die ja nicht zuletzt wieder mehr Natur in die Stadt
zurückbringen sollen. Am weitesten verbreitet
sind Pflasterbeläge aus Granit, Basalt, Porphyr,
Grauwacke und Sandstein. Sie bieten die beste
Kombination aus Robustheit und ästhetischem

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten

19

Rank- und Holzele­
mente lassen sich mit
Bodenhülsen befes­
tigen

Wert. Natursteinpflaster können wahlweise in
einem Sandbett oder auch in anderem Unterbau
verlegt werden. Ist dies fachgerecht erfolgt, sind
sie sehr belastbar. Im Gegensatz zu einer festen
Versiegelung lassen Natursteinpflaster Teile des
Regenwassers versickern. Man unterscheidet
Großstein- (17 bis 19 cm Kantenlänge) von
Kleinstein- (8 bis 11 cm) und Mosaiksteinpflaster
(4 bis 6 cm). Großsteinpflaster wird mit einer
Fuge von etwa 1 bis 2 cm, Kleinsteinpflaster
mit einer Fuge von 1 cm als Rasenfugenpflaster
verlegt. Man füllt sie am besten mit einem Gemisch aus rund 70 Prozent Sand und 30 Prozent
Humus, beigemengt mit Grassamen. Niederschlag
kann hier zu 10 bis 20 Prozent versickern.
Natur­steine gibt es in allen möglichen Formaten
und Farbtönen, sodass man Muster und Mosaike
anlegen kann. Sie eignen sich außerdem sehr gut
zur Befestigung von Kanten und Rändern anderer
Flächen und Wege.

Klinkerpflaster
Die bei hohen Temperaturen gebrannten Klinkersteine sind frostbeständig und können Feuchtigkeit aufnehmen, die sie wieder an die Umgebung
abgeben. Die Versickerung lässt sich beim
Klinkerpflaster über erweiterte Fugen (3 bis 5
mm), Lochungen, Aussparungen oder Drainpflaster (Steine mit Sickerkanälen) regulieren. Auch
bei geringem Fugenabstand kann man dadurch
eine Versickerungsfähigkeit von 20 bis 45 Prozent
erreichen. Fugen und Löcher sollte man dafür
mit einem Gemisch aus zur Hälfte Splitt und zur
anderen Hälfte Mutterboden füllen.
Man kann Klinkersteine beliebig verbauen,
zum Beispiel flach oder hochkant, wodurch sich
vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und unterschiedliche Belastbarkeiten ergeben.

Links: Klinkerpflaster in
der Wegegestaltung
Rechts: Versteckte
Mülltonnen

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Weitere Gestaltungsmöglickeiten

Tragschicht. Wird die Fläche mit PKWs befahren,
benötigen Sie eine 40 cm dicke Schicht, bei
LKWs 50 cm.
Mit Hilfe einer Schnur wird die Höhe der Kantensteine festgelegt. Mit Landschaftsbau-Beton im
Sand-Zement-Mischverhältnis 4 : 1 werden die
Kantensteine eingebaut. Anstelle der Kantensteine
können auch Bord- oder Pflastersteine verwendet
werden.

Aufbau einer Pflasterfläche
Das Grobplanum ist der verdichtete Erdboden.
Um zu verhindern, dass sich unter dem Pflaster
das Niederschlagswasser staut und der Untergrund
aufweicht, muss das Grobplanum ein Gefälle
aufweisen, damit eine Entwässerung möglich ist.
Auf das Grobplanum wird die Tragschicht
angelegt und ist nach allen Seiten etwa 60 cm
breiter als die zu pflasternde Hoffläche. Für die
Tragschicht wird gewöhnlich eine Kies-SandMischung mit einer Körnung von 0 bis 32 mm
verwendet. Sie wird mit einer Rüttelplatte in
Lagen verdichtet, die jeweils maximal 20 cm dick
sind. Eine 40 cm hohe Tragschicht muss somit
in zwei Stufen verdichtet werden. Wie dick die
Tragschicht angelegt werden muss, richtet sich
danach, wie die Pflasterfläche letztendlich belastet
wird. Reine Fußwege benötigen eine 30 cm dicke

Auf die Tragschicht folgt die Ausgleichsschicht,
die die eigentliche Bettung für das Pflaster ist.
Hierfür wird Material mit einer Körnung von
0 bis 5 mm verwendet, für Großsteinpflaster
kann eine Körnung bis zu 8 mm genutzt werden.
Gebrochener Stein (Splitt) mit entsprechender
Körnung eignet sich besser als reiner Sand, da auf
diesem Material das Pflaster nicht stabil genug
sitzt.. Das Material wird auf die Ausgleichsfläche
aufgeschüttet und mit einem Brett, das auf
Führungshölzern aufliegt, geglättet. Die Schicht
sollte etwa 4 cm dick sein.
Das Natursteinpflaster wird Stein für Stein
aufgelegt und mit einem Pflasterhammer festgeklopft. Dabei darf die abgezogene Bettung jedoch
nicht betreten werden. Eine Natursteinpflasterung, befestigt mit dieser Methode ist wesentlich
stabiler als eine Pflasterung mit Betonsteinen oder
Platten, da sie sich aufgrund ihrer unregelmäßigen
Oberfläche mit dem Splitt der Ausgleichsschicht
verzahnt.
Abschließend wird feines Material, z.B. Sand oder
Gesteinsmaterial in die Fugen eingefegt. Die Körnigkeit des Fugenmaterials kann jedoch auch von
der Größe der Fugen abhängig gemacht werden.
So kann für die Fugen einer Wildpflasterung das
gleiche Material verwendet werden, wie bereits für
die Ausgleichsschicht. Bei gewissenhafter Pflasterung und regelmäßigem Auffüllen der Fugen
in den Folgejahren bleibt das Pflaster langfristig
stabil, weshalb es ratsam ist, etwas Füllmaterial
zum Nachfegen in Reserve zu haben. Je nach
Aufwand und Material kostet ein Quadratmeter
Pflasterfläche zwischen 40 und 110 Euro.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten

Holzbeläge
Dass sich Holz als ein gleichermaßen schöner wie
angenehmer Werkstoff für Bodenbeläge eignet,
ist selbstverständlich. Bei Holzterrassen oder
-wegen im Freien muss man nur auf den Schutz
vor Feuchtigkeit achten. Das Material für Bohlen
und Balken sollte fachgerecht imprägniert sein.
Die Lücken können mit Schotter oder Kies gefüllt
werden. Ansonsten sind Ihrer Fantasie hier kaum
Grenzen gesetzt.
Kies und Schotter
Legt man Wege, Terrassen und andere Flächen
im Hof mit Schotter oder Kies an, muss man
beachten, dass sie nicht »verkehrstauglich« sind.
Kinderwagen, Fahrräder oder Mülltonnen können
hier nicht rollen. Das gilt auch für den Winterdienst!

WASSERANSCHLUSS

Pflaster und Kies auf
neugestaltetem Hof

Jede Hofbegrünung braucht einen Wasseranschluss. Bevor Sie Ihre Pläne umsetzen, kümmern
Sie sich zuerst um den Zugang zum Wasser.

BELEUCHTUNG

Wenn ohnehin schon umgebaut wird, kann man
sich auch von alten Lampen trennen und auf
energiesparende Leuchten umsteigen. Dimmer
und Bewegungsmelder sparen zusätzlich Strom.
Achten Sie darauf, dass insbesondere die Wege bei
Dunkelheit gut ausgeleuchtet sind.

NISTHILFEN

Laden Sie Vögel in Ihren begrünten Innenhof ein!
Mit Nisthilfen kann man selbst in engen Höfen
unseren Stadtvögeln neuen Raum verschaffen.
Auch bei Nisthilfen können Sie sich für die Marke
»Eigenbau« entscheiden. In diesem Fall können Sie
sich beim Naturschutzbund NABU (siehe Anhang
am Ende dieser Broschüre) Info-Material bestellen.
Natürlich kann man Nisthilfen auch fertig kaufen.
Im Fachhandel finden Sie nicht nur alles für Vögel, sondern auch für Fledermäuse und Insekten.
Sogenannte Insektenhotels lassen sich ebenfalls
leicht selber herstellen.

21

22

Umsetzung

Umsetzung
VON DER IDEE ZUR REALISIERUNG
KONZEPT UND PLAN

Bevor jemand einen Spaten in die Hand nimmt,
braucht man ein Konzept mit einer Planung.
Wer trotzdem schon in den Baumarkt oder zum
Pflanzenhandel will, kann sich dort natürlich
vorab Anregungen holen.
Zunächst sollten sich alle am Umbau Beteiligten
abstimmen, denn im Idealfall entwickelt man
das Konzept zusammen. Gute Tipps und Tricks
holt man sich am besten von Leuten, die bereits
Erfahrungen mit Hofbegrünungen gesammelt
haben. Sehen und hören Sie sich dazu in Ihrem
Wohnumfeld um.

mehr!«. Achten Sie auch darauf, dass das Gesamtkonzept zur Bewohnerschaft passt. Leben Sie
zum Beispiel in einem kinderreichen Haus, sollte
entsprechend viel Raum zum Spielen eingeplant
werden. Wenn man sich ausreichend abstimmt,
kommt man meist zu guten Kompromissen und
stärkt dabei auch das nachbarschaftliche Miteinander.

ENTWURF

Wenn das Gesamtkonzept beschlossene Sache ist,
skizzieren Sie zunächst den groben Grundriss. Im
zweiten Schritt kann man einen maßstabgerechten
Grundrissplan anlegen.

WUNSCHLISTE
AUSFÜHRUNG

Hilfreich ist zunächst zu wissen, was überhaupt
gewollt wird von allen Anwohnern Ihres Hofes.
Im ersten Schritt darf jeder seine Wünsche äußern; zum Beispiel bei einer Versammlung oder in
einem Wunschbriefkasten. Dass sich im seltensten
Fall alles umsetzen lässt, ist selbstverständlich.
Aber es geht darum, gemeinsam herauszuarbeiten,
welche Vorstellungen sich umsetzen lassen.

Hofarbeiten und
Ergebnis der Umge­
staltung

Wichtig beim Konzept ist das große Ganze. Es
soll schließlich eine stimmige, perfekt zu den
Gegebenheiten Ihres Hofes passende Grünanlage
entstehen. Versuchen Sie also nicht, möglichst
viele Elemente im Hof unterzubringen, sondern
verfahren Sie nach dem altbewährten »weniger ist

Auf den Entwurf folgt die konkrete Ausführungsplanung, die auch alle Teilbereiche wie Absteck-,
Leitungs-, Pflanz- und sonstige Detailplanungen
beinhaltet. Damit werden alle Facetten der Umgestaltung erfasst. Es müssen auch alle Angaben
zum Beispiel zu Grundstücksgrenzen, Zufahrten,
Treppen, Lichtschächten, Müllflächen, Grünflächen, Hofabläufen enthalten sein. Auf dieser
Basis kann das Projekt ausgeschrieben werden und
ausführende Gartenbauer können ihre Leistungen
kalkulieren. Vergessen Sie dafür auch nicht die
genauen Abmaße von Wege- und Pflanzflächen
anzugeben.

Umsetzung

Im Pflanzplan werden alle vorgesehenen Pflanzen – von der kleinsten Staude bis zum Baum –
erfasst. Meistens wird der Plan im Maßstab
1 : 50 (1 cm auf dem Papier = 50 cm im Hof )
oder 1 : 100 angelegt. In diesem Grundriss
werden dann alle Pflanzen mit ihrer jeweiligen
Position eingezeichnet. Zudem erstellt man eine
Liste aller Pflanzen mit ihren deutschen und
botanischen Bezeichnungen. Damit hält man
gleichzeitig eine Einkaufsliste in der Hand und
kann auch exakte Angebote einholen.
Wenn die Finanzierung geklärt ist und Angebote
eingeholt wurden, können Landschaftsgärtner
oder -architekten beauftragt werden. Die Ausführungs- und Pflanzplanungen zählen zu ihrem
Handwerk.

GENEHMIGUNG

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Unten: Entwurf zu
einer Hofbegrünung in

Nicht jede Maßnahme lässt sich einfach so
umsetzen, sondern erfordert gegebenenfalls
eine Genehmigung. Damit Sie rechtlich auf der
sicheren Seite sind, erkundigen Sie sich, ob Ihre
Ideen genehmigt werden müssen. Sie finden die
Liste der Ansprechpartner ganz vorne in dieser
Broschüre.
Wenden Sie sich insbesondere an folgende
Ansprechpartner aus dem Stadtentwicklungsamt:
Herr Pohl (030) 90239 – 2733
– Freiraumplanung
Herr Wiesner (030) 90239 – 2714
– Freiraumplanung
Herr Türk (030) 90239 – 2517
– Sanierung
Sprechzeiten:
Dienstag und Donnerstag 9:00 Uhr – 12:00 Uhr

Neukölln

STAUDEN, STRÄUCHER UND BÄUME FÜR DIE HOFBEGRÜNUNG
Pflanzenname          	

Stck/m²	

Lebensbereiche	

Höhe/cm	

Blüte im Monat	

Bemerkungen

Alpen-Johannisbeere	
1	
(Ribes alpinum ‚Schmidt’)		

halbschattig	
150	
4 – 5	
schattig, sonnig			

Grundäste aufrecht, dicht
verzweigt, rote Beeren

Bauernhortensie	
1	
(Hydrangea arborescens		
z.B. Grandiflora)

halbschattig	
200	
7 – 9	
sonnig			

Wuchs mittelstark, breit
aufrecht, Blüte cremeweiß

Bauernhortensie	
1	
(Hydrangea macrophylla		
z.B. Endless Summer)

halbschattig	
100	
6 – 9	
sonnig			

breit aufrecht, Triebe dünn,
Blüte rosa bis blau

Blumen-Esche	
1	
(Fraxinus ornus ‚Meczek’)		

halbschattig	
600	
5	
sonnig			

Kleinbaum, schöne Kugelform, Blüte weiß

Buschwindröschen	
25	
(Anemone nemorosa)		

Gehölz	
10	
4	
frischer Boden			

wertvolle Wildstaude
Blüte weiß

Christophskraut	
10	
(Actaea pachypoda)		

Gehölz	
50	
5 – 6	
frischer Boden			

sehr wertvolle Wildstaude,
Blüte unscheinbar

Elfenblume	
10	
(Epimidium in Arten)		

Gehölzrand	
30	
4 – 5	
frischer Boden			

sehr wertvolle Wildstaude,
Blüte unterschiedlich

Fächer-Ahorn	
1	
(Acer palmatum)		

halbschattig	
500 – 700	
5 – 6	
sonnig			

Kleinbaum, Großstrauch,
Solitärstellung, Flügelfrucht

Frauenmantel 	
13	
(Alchemilla epipsila)		

Gehölz	
25	
6 – 7	
Freiflächen			

halbkugelig, horstbildend,
Blüte gelblich

Funkie	
10	
Gehölz	
60	
6 – 7	
(Hosta)					

sehr wertvolle Sorten,
Blüte weiß bis dunkelviolett

Gedenkemein	
16	
Gehölzrand	
20	
4 – 5	
(Omphalodes verna)					

wertvolle Wildstaude,
Blüte blau

Geißbart	
7	
(Aruncus aethusifolius)		

Gehölz	
25	
5 – 6	
frischer Boden			

Staude für den Pflanzenliebhaber, Blüte weiß

Günsel 	
15	
(Ajuga reptans)		

Gehölzrand	
15	
7 – 9	
feuchter Boden			

bodendeckend, ausläuferbildend, Blüte lilablau

Hainsimse	
10	
(Luzula sylvatica)		

Gehölzrand	
40	
4 – 5	
frischer Boden			

überhängend, horstbildend,
Blüte hell-braun

Haselwurz	
15	
(Asarum europaeum)		

Gehölzrand	
10	
3 – 4	
frischer Boden			

Blatt nierenförmig, Blüte
unscheinbar

Herzlilie	
4	
(Hosta sieboldiana)		

Gehölzrand	
70	
6 – 8	
Gehölz			

halbrund, horstbildend,
Blüte violett

Immergrün/Singrün	
15	
(Vinca minor)		

Gehölzrand	
10	
4 – 5	
Gehölz			

sehr wertvolle Wildstaude,
Blüte dunkelblau

Johanniskraut	
15	
(Hypericum calycinum)		

halbschattig	
30	
7 – 9	
sonnig			

Ausläufer bildend, wintergrün, Blüte goldgelb

Kerie	
1	
(Kerria japonica)		

halbschattig	
150	
5 – 6	
sonnig			

Spitzen überhängend, Ausläufer bildend, Blüte goldgelb

Kriechspindel	
8	
(Euonymus fortunei)		

halbschattig	
40	
6 – 7	
schattig, sonnig			

Bodendecker, immergrün,
Frucht orange, anspruchslos

Kugel-Ahorn	
1	
(Acer platan. ‚Globosum’)		

halbschattig	
500 – 600	
4	
sonnig			

Kleinbaum, geeignet für
beengte Verhältnisse

Pflanzenname          	

Stck/m²	

Lebensbereiche	

Höhe/cm	

Blüte im Monat	

Bemerkungen

Leberblümchen	
25	
Gehölz	
15	
3 – 4	
(Hepatica nobilis)					

wertvolle Wildstaude,
Blüte blau

Mahonie	
2	
(Mahonia aqiufolium)		

halbschattig	
120	
4	
sonnig			

Flächendecker, Blüte gelb,
blauschwarze Beeren

Pyramiden-Hainbuche	
1	
(Carpinus betulus ‚Frans		
Fontaine’)

halbschattig	
300– 600	
–	
schattig, sonnig			

Kleinbaum, Solitärbaum für
beengte Situationen

Rhododendron-Arten	
1	
halbschattig	
40 – 250	
4 – 5	
					

immergrüner Strauch mit
großer Blütenvielfalt

Rote Johannisbeere	
1	
(Ribes rubrum)		

Vogelnährgehölz, runde
rote Beere, essbar

halbschattig	
150	
4 – 5	
sonnig			

Säulen-Eberesche	
1	
halbschattig	
400 – 600	
5 – 6	
(Sorbus aucuparia		
sonnig			
‚Fastigiata’)					

Kleinbaum, geeignet für
beengte Situationen, Blüte
weiß, Frucht orangerot

Scharlach-Weißdorn	
1	
(Crataegus coccinea)		

halbschattig	
500 – 700	
5	
sonnig			

Kleinbaum, Großstrauch,
Blüte: Trugdolden, weißrosa

Schattengrün	
10	
(Pachysandra terminalis)		

halbschattig	
20	
4	
schattig			

Bodendecker, immergrün,
Blüte: weiße Ähren

Schaublatt	
4	
(Rodgersia aesculifolia)		

Gehölzrand	
100	
7 – 8	
Gehölz			

sehr wertvolle Wildstaude,
Blüte weiß

Schaumblüte	
15	
(Tiarella cordifolia)		

Gehölzrand	
20	
5 – 6	
Gehölz			

sehr wertvolle Wildstaude,
Blüte weiß

Schwarze Johannisbeere	
1	
halbschattig	
(Ribes nigrum)			
Silberkerze 	
3	
(Cimicifuga cordifilia)		

150	
4 – 5	
sonnig		

Gehölzrand	
180	
8 – 10	
frischer Boden			

Vogelnährgehölz, runde
schwarze Beeren, essbar
vorzügliche Sorte,
Blüte cremeweiß

Storchenschnabel	
15	
Gehölzrand	
25	
6 – 7	
(Geranium machorr-					
hizum ‚Spessart’)

sehr wertvolle Wildstaude,
Blüte zartrosa

Straußfarn, Trichterfarn	
3	
(Matteuccia struthiopteris)		

Gehölzrand	
100		
frischer Boden			

Farn, breitet sich durch
unterirdische Ausläufer aus

Streifen-Ahorn	
1	
(Acer pensylvanicum)		

halbschattig	
600 – 900 	
5 – 6	
sonnig			

Kleinbaum, Großstrauch,
Solitärstellung, Flügelfrucht

Teppich-Hartriegel	
15	
(Cornus canadensis)		

halbschattig	
20	
6	
sonnig			

Ausläufer treibend, flächig,
leuchtend rote Steinfrucht

Tulpen-Magnolie	
1	
(Magnolia soulangiana)		

halbschattig	
400 – 600	
4 – 5	
sonnig			

Kleinbaum, Großstrauch,
Blüte rosaweiß

Waldglockenblume	
6	
(Campanula latifolia)		

Gehölzrand	
100	
6 – 7	
frischer Boden			

vorzügliche Sorte,
Blüte dunkelviolett

Waldmeister	
15	
(Galium ordoratum)		

Gehölzrand	
15	
4 – 5	
frischer Boden			

sehr wertvolle Wildstaude,
Blüte weiß

Waldsteinie	
10	
(Waldsteinia geoides)		

Gehölzrand	
20	
4 – 5	
Gehölz			

sehr wertvolle Wildstaude,
horstig, Blüte gelb

Waldsteinie	
15	
(Waldsteinia ternata)		

Gehölzrand	
15	
4 – 5	
Gehölz			

sehr wertvolle Wildstaude,
ausläufertreibend, Blüte gelb

PFLANZEN ZUR FASSADENBEGRÜNUNG IN HÖFEN
Pflanzenname	

Art	

Licht	

Wuchs	

Höhe/m	

Blüte im Monat	

Bemerkungen

Akebie	
W	
s bis hd	
schnell	
8	
4 – 5	
(Klettergurke)						

blüht violett/braun, liebt Feuchte,
meidet Kalk

Efeu	
S	
hd bis d	
langsam	
25	
9 – 10	
						
						

blüht erst im Alter, Vorsicht:
giftige Beeren und Blätter,
grün, wuchert stark

Efeu, Gold-	
S	
s bis d	
langsam	
4 – 5	
9 – 10	
						

verträgt extreme Schattenlage,
wie Efeu

Geißblatt	
W	
s bis d	
mittel	
6 – 8	
5 – 6	
						

blühen gelb-weiß, rot-gelb, orange
Stark duftend, Vorsicht: Beeren giftig

Glockenrebe	
R	
s bis hd	
schnell	
4	
7 – 11	
						

einjährig, blüht weiß, rot oder blau,
liebt Feuchte und Nährstoffe

Glyzine	
W	
s bis d	
schnell	
ab 10	
4 – 6	
(Blauregen)						
						

prächtige blaue Blüten, Vorsicht:
alle Teile giftig!, wuchert stark,
später hohes Gewicht, meidet Kalk

Hopfen	
W	
s bis hd	
schnell	
bis 8	
7 – 8	
						

einjährig, blüht weiß, rot oder blau,
liebt Feuchte und viel Nährstoffe

Hortensie,	
S	
hd	
mittel	
8	
6 – 7	
Kletter-						

prächtige Herbstlaubfärbung,
meidet Trockenheit, meidet Kalk

Kletterspindel	
S	
hd bis d	
langsam	
2 – 4	
5 – 6	
						
						

hell-, dunkelgrünes oder gelbbuntes
Laub, Vorsicht: giftige Samen,
immergrün

Knöterich	
W	
s bis hd	
schnell	
10 – 15	
6 – 10	
						
						

stark wuchernd, blüht weiß,
duftend, liebt Feuchte und viele
Nährstoffe

Pfeifenwinde	
W	
s bis d	
schnell	
8 – 10	
7 – 9	
(Osterluzei)						

blüht ab 3. bis 5. Jahr gelbgrün,
liebt Feuchte, dichtes Blattwerk

Rosen, 	
K	
s bis hd	
mittel	
2 – 5	
5 – 10	
Kletterarten						

viele Sorten, blühen verschiedenfarbig, evtl. später hohes Gewicht

Strahlengriffel	
W	
s bis hd	
schnell	
8 – 10	
5 – 7	
(Kiwi)						
						

blüht weiß-gelb, essbare Früchte,
liebt Feuchte, evtl. später hohes 	
Gewicht

Trompetenblume	 S	
s	
mittel	
8	
7 – 9	
						

blüht orange, dekoratives Laub,
wuchert stark, meidet Trockenheit

Waldrebe, echte	
W	
s bis hd	
schnell	
10	
7 – 10	
						

blüht weiß, Edelhybriden blühen
verschiedenfarbig

Wein, wilder	
S	
s bis hd	
schnell	
15	
7 – 8	
(Jungfernrebe)						

orangerote Herbstlaubfärbung,
geschlossene Wände

Wein, wilder	
R	
s bis hd	
mittel	
12	
5 – 6	
(Zaunrebe)						

stark wuchernd, rote HerbstlaubFärbung, Kletterhilfe für Jungpflanzen

Weinrebe, echte	
R	
s bis hd	
mittel	
8 – 12	
5 – 6	
						

essbare Früchte, jährlicher
Rückschnitt, anspruchslos

Winterjasmin,	
K	
s bis hd	
langsam	
3	
12 – 3	
echter						

immergrün, Winterblüher, blüht gelb,
liebt Feuchte

Erklärung: S – Selbstklimmer, W – Winder, R – Ranker, K – Spreizklimmer; s – sonnig, hd – halbschattig, d – schattig
Kletterspindel – unsere Empfehlungen

Kolumnentitel

3

Zu guter Letzt für weitere Fragen finden Sie hier wichtige
Anlaufstellen und interessante Literatur.

BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Landesverband Berlin e.V. | Crellestraße 35 | 10827 Berlin
Telefon: (030) 78 79 00-0 www.bund-berlin.de
GRÜNE LIGA Netzwerk Ökologischer Bewegungen
Landesverband Berlin e.V. | Prenzlauer Allee 8 | 10405 Berlin
Telefon: (030) 44 33 91-0 | www.grueneliga-berlin.de
NABU Berlin
Landesverband Berlin | Wollankstraße 4 | 13187 Berlin
Telefon: (030) 986 08 37-0 | www.berlin.nabu.de
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Württembergische Straße 6 | 10707 Berlin
Telefon: (030) 901 39-3000 | www.stadtentwicklung.berlin.de
Begrünte Höfe, Dächer, Winkel
Bruno Leipacher | Kosmos Florarium | Franckh´sche Verlagshandlung, W. Keller & Co. KG | Stuttgart 1986

Aktuelle Garteninitiativen
Kleingärten und neue Gärten in deutschen Großstädten
Ilka Appel/Christina Grebe/Maria Spitthöver
kassel university press GmbH | Kassel 2011
Grün zwischen Häusern
Ein Ratgeber für Städter | Hermann Grub
Verlag Georg D. Callwey GmbH & Co. KG | München 1984
Kleine Gärten – große Wirkung
John Brookes | Dorling Kindersley Limited | Londen 2006
Der Gartenplaner
Haus- und Hofbegrünung planen, entwerfen, kalkulieren
Brigitte Kleinod | Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.
Stuttgart 2002
Kiesgärten
Blütenpracht ohne Gießen | Bernd Hertle
Gräfe und Unzer Verlag GmbH | München 2010

500 Ideen für kleine Gärten und Terrassen
Andy Sturgeon | Verlag Georg D. Callwey GmbH & Co. KG
München 2010

Quellen
Die Umweltberatung | Pflanzen für die extensive Dachbegrünung,
unter http://www.umweltberatung.at/pflanzen-fuer-die-extensive-dachbegruenung (abgerufen am 15.01.2015)
Grüne Liga e.V. | Müll-/Fahrradstandorte, unter https://www.grueneliga-berlin.de/themen-projekte2/ich-wuensche-mir-einengarten/gestaltungsmoglichkeiten/mull-und-fahrradstandorte/ (abgerufen am 15.01.2015)
Gartengestaltung Zaeh | Dachbegrünung, unter
http://www.gartengestaltung-zaeh.de/hausgaerten/dachbegruenung.htm (abgerufen am 15.01.2015)
Irene Fiedler | Hofbegrünung in Spandau – Aktion Grüner Daumen. Hrsg. Bezirksamt Spandau von Berlin, unter
http://www.berlin.de/imperia/md/content/baspandau/verwaltung/stadtplanung/hofbegruenungsbrosch__re_130516.pdf?start&ts
=1421077178&file=hofbegruenungsbrosch__re_130516.pdf (abgerufen am 15.01.2015)
Karen Thormeyer, Natalie Schultz, Nico Hoffmann | Grüne Höfe für ein gutes Klima. Hrsg. Grüne Liga Berlin e.V.,
unter http://www.geolinde.musin.de/stadt/begruenung/leitfaden_web.pdf (abgerufen am 15.01.2015)
M. Steinmüller, J. Weber | Leitfaden Hofbegrünung,
unter http://www.geolinde.musin.de/stadt/begruenung/leitfaden_web.pdf (abgerufen am 15.01.2015).
Mein Gartenplan, Michaela Schlierkamp-Lage | Der Pflanzplan,
unter http://www.mein-gartenplan.de/leistung/pflanzplan.html (abgerufen am 15.01.2015)
Zinco | Extensive Dachbegrünung – die pflegeleichte begrünte Variante zum Kiesbelag,
unter http://www.zinco.de/systeme_gruendach/extensive_dachbegruenung/ (abgerufen am 15.01.2015)

4

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