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Periodical volume

Full text: Höhe Issue 2014,4

Das Infoblatt der Wohnungsbaugenossenschaft
„Bremer Höhe“ eG

4/14

Kampf um die Großgörschen-/ Katzlerstraße geht weiter
Kunstraub in der Bremer Höhe
Flüchtlingsunterkünfte leicht gemacht

Inhalt
3	Für & Wider diskutiert

11	

Laub frei – Dank an die fleißigen Helfer!

4	Baustellenbericht

12	

InitiativenfondsJurysitzung Oktober 2014

	

Hobrechtsfelder Dorfstr. 39/40

13	

Workshop zur Gestaltung der

	

Hobrechtsfelder Dorfstr. 43/44

	

Schönhauser Höfe

	Rauch-Haus

14	

Positionswechsel im Aufsichtsrat

7	

15	Personalkarussell

Entwicklung der Betriebs- und

	Heizkosten

16	

Flüchtlingsunterkünfte leicht gemacht?

	

Straßenreinigung kostet mehr,

17	

Street Art und Kunstraub in der

	

Wasserpreise sinken noch weiter

	

Bremer Höhe

8	

Wie wohne ich richtig?

20	

Termine, Verwaltung, Impressum

9	

Kampf um die Großgörschen-/

	

Katzlerstraße geht weiter

Wir wünschen allen Mitgliedern, Mietern und Mieterinnen sowie allen Freunden der Genossenschaft frohe Feiertage, einen glücklichen Übergang ins neue Jahr und ein gutes solches.

2

Für & Wider diskutiert
Am 5. November 2014 trafen sich mehr als 70 Mitglieder zur herbstlichen Informationsveranstaltung
unserer Genossenschaft. Die Gelegenheit, mal abseits von gesetzlich vorgeschriebenen Abläufen offen zu
diskutieren und Fragen zur Lage der Genossenschaft zu stellen, nutzten auch in diesem Jahr viele Mitglieder. Die Veranstaltung hatte zwei Schwerpunkte: Zum einen berichtete der Vorstand über den Stand und die
wirtschaftlichen Folgen des Erwerbs der Schönhauser Allee 59 und zum anderen stellten wir ausführlicher,
als in den Jahreshauptversammlungen möglich, unsere wirtschaftliche Lage dar.
Zum ersten Punkt wurde zunächst viel Kritik geäußert, allerdings ausschließlich von einigen Mitgliedern
der Katzlerstraße 13. Sie monierten vor allem die aus ihrer Sicht nicht ausreichende Diskussion über dieses
Vorhaben, das als Gewerbeobjekt nicht den obersten Satzungszielen unserer Genossenschaft entspricht.
Die anwesenden Bewohnerinnen und Bewohner der Bremer Höhe und auch anderer Bestände betonten
hingegen die Ausnahmestellung dieses Vorhabens und die große Bedeutung für den Bestand Bremer Höhe.
Viele, die ihr persönliches Erspartes für das Gelingen dieses Vorhabens gegeben hatten, drückten ihre
Freude darüber aus, dass Mitte nächsten Jahres endlich der heiß ersehnte Augenblick der Maueröffnung
erfolgen wird.
Die Darstellung der wirtschaftlichen Lage unserer Genossenschaft war vor allem deswegen von Interesse,
weil wir die Folgen des Erwerbs dieses unbestritten teuren Objekts Schönhauser Allee 59 ausführlich darstellen konnten. Das Ergebnis der gezeigten Tabellen und Diagramme ist so zusammenzufassen: Der Kaufpreis von 4 Mio. € wirkt sich aufgrund der letztlich verhandelten Bedingungen der Kaufpreisfinanzierung
durch unser Eigenkapital, die Darlehen unserer Mitglieder und den Bankkredit sowie wegen des Entgegenkommens des Bundeswehrverbandes, einen Teil des Kaufpreises in Raten zu zahlen, nur in geringem Maße
auf die Notwendigkeit der Erhöhung der Nutzungsentgelte im Jahre 2015 aus. Die seit Jahren kommunizierte erforderliche Erhöhung wird nicht - wie bislang vorgesehen - bei ca. 6,5% sondern voraussichtlich bei ca.
7% liegen müssen. Dass der Kauf des Objekts Schönhauser Allee 59 und die damit verbundene erhebliche
Verbesserung der Wohnsituation von ca. 170 Haushalten dies wert ist, wurde von keinem der Anwesenden
bei der Versammlung bestritten.
Barbara König / Ulf Heitmann
_
Vor der Versammlung am 05-11-14

3

Baustellenbericht
Für viele Mitglieder mag diese regelmäßige Rubrik langweilig sein. Baustellen, immer wieder Baustellen.
Aber da die wenigsten Mitglieder im Laufe der Jahre andere Genossenschaftshäuser besichtigt oder Leute,
die woanders wohnen, besucht haben, die Verbesserung der Wohnsituation für unsere Mitglieder und
Mieter aber eines unserer wesentlichen Geschäftsfelder ist, wollen wir auch künftig diesen Teil unserer
Arbeit jederzeit transparent darlegen. Die seit dem letzten Heft nun bunten Bilder erleichtern vielleicht die
Lektüre:

Hobrechtsfelder Dorfstraße 39/40

Hobrechtsfelder Dorfstraße 43/44

Neben der Hülleninstandsetzung wurden die Flächen beider Wohnungen auf Wunsch der Bewohner
um einen mit der zuständigen Denkmalpflegebehörde abgestimmten Holzrahmenbau erweitert.
­Dieses aus denkmalpflegerischer Sicht gewagte
Experiment hat sich gelohnt: Für die BewohnerInnen liegen die Nutzungsvorteile auf der Hand.
Für die Denkmalpflegebehörde wird deutlich, dass
solche Anbauten von der Straße kaum wahrzunehmen sind und zur historischen Substanz passen.
Und wir haben ein gutes Beispiel, wie evtl. später
mit anderen ähnlich gelagerten Problemen (ungeschützter Wohnungszugang von der Wetterseite)
baulich umgegangen werden kann. Nebenbei haben
wir auch ein wenig Erfahrung mit den Problemen
der Holzbauweise gesammelt.

Wie vorgesehen haben wir Mitte November die ­­erst
im Juni dieses Jahres begonnenen umfangreichen
Sanierungsmaßnahmen vollständig abgeschlossen.
Die beiden Familien sind wieder in ihre – nun vollkommen anders geschnittenen und modern ausgestatteten - Wohnungen zurückgezogen. Jede der
3-Etagen-Wohnungen hat nun zwei Bäder. Grundriss und Ausstattung haben wir komplett nach den
Wünschen unserer beiden Mitglieder gestaltet. Der
Energiebedarf des Hauses wurde halbiert. Der Kostenrahmen von ca. 400.000 € konnte eingehalten
werden.
Ulf Heitmann

Mariannenplatz 1 a
Der 1910 errichtete straßenseitige Bauteil des
Georg-von-Rauch-Hauses wurde im November 2014
abgerüstet. Der Anblick des frisch „herausgeputzten“ Gebäudeteils, bei dem die ursprünglichen Materialien erneuert, alte Ornamente wieder hergestellt
und Vorhandenes behutsam gesäubert worden sind,
sorgte schon am ersten Tage für das Innehalten
einiger Passanten. ­­­Die Fotos zeigen, dass der Unterschied tatsächlich deutlich ist. ­­­­­Zum Jahresende
werden die BewohnerInnen des 2. Obergeschosses
dieses Bauteils wieder in ihre nun wärmegedämmten Zimmer zurückziehen, wodurch sich die hohe
Belastung durch das Zusammenrücken in den
letzten Monaten für einige Zeit entspannt. Ab April
wollen wir dann den anderen, älteren Gebäudeteil
sanieren. Dann heißt es wieder Möbelrücken.

_
Baustelle Hobrechtsfelder Dorfstraße 39/40
Montagetag Anbau
_
Schlussabnahme Hobrechtsfelder Dorfstraße 44
_
Rauchhaus TK Giebel 2012
Rauchhaus Fassade/Giebel 2014

4

5

Betriebskosten der „Bremer Höhe“ eG 2013 im Vergleich
mit Betriebskostenspiegel 2011

Berlin 2011*

Angaben in €/
m2 monatlich

Bremer
Höhe

Bornitz-/Ruschestraße

Katzlerstraße

Liebigstraße

0,25

0,21

±0 %

0,16

±0 %

0,17

0,22

±0 %

0,10

0,54

0,47

±0 %

0,49

+11 %

0,40

+11 %

0,38

-7 %

0,55

Straßenreinigung/Müll

0,18

0,15

+6 %

0,16

±0 %

0,08

±0 %

0,05

±0 %

0,09

Hauswart/
Gebäudereinigung/Kammerjäger

0,32

0,24

-4 %

0,20

±0 %

0,32

±0 %

0,08

±0 %

0,02

Winterdienst

0,04

0,03

+30 % 0,04

±0 %

0,03

±0 %

0,03

±0 %

0,33

Garten-/Baumpflege

0,09

0,03

±0 %

0,04

±0 %

0,00

±0 %

0,00

±0 %

0,05

Hausstrom

0,04

0,02

±0 %

0,02

±0 %

0,05

+65 %

0,07

+40 %

0,03

Versicherung

0,11

0,10

±0 %

0,10

±0 %

0,10

±0 %

0,10

±0 %

0,10

Summe Betriebskosten

1,57

1,25

+1 %

1,21

+4 %

1,15

+6 %

0,93

-1 %

1,27

Heizung/
Warmwasser/
Schornsteinfeger etc.

1,28

0,96

-8 %

0,67

+2 %

0,83

+5 %

1,04

+45 %

1,07

Gesamt

2,85

2,21

-3 %

1,88

+3 %

1,98

+5 %

1,97

+20 %

2,34

Grundsteuer
Wasserver-/
entsorgung +
Niederschlagswasser

Berliner
Mittelwert

Wohnungsbaugenossenschaft „Bremer Hoehe“ eG 2013
Veränderung zum Vorjahr

±0 %

Hobrechtsfelde,
ein Mehrfam.
haus

Anmerkungen: Bestimmte Betriebskostenarten wie Lüfterwartung oder Aufzugskosten betreffen nur einzelne Häuser oder Wohnungen und sind deshalb nicht aufgeführt. Die Kosten für Wasser und Wärme können
in Abhängigkeit vom individuellen Verbrauch stark abweichen. In Hobrechtsfelde sind nur die Kosten eines
­Mehrfamilienhauses in den Vergleich einbezogen. 	
*Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
					
	

**Durchschnittswert der Häuser mit Zentralheizung

6

Entwicklung der Betriebs- und
Heizkosten
2013 sind die Betriebs- und vor allem die Wärmekosten in unseren Beständen zum Glück nur gering, zum
Teil auch gar nicht gestiegen. Lediglich die Bewohner der Liebigstraße 15 mussten, da die solarthermische
Anlage auf dem Dach temporär ausgefallen war, einen Kostenanstieg für Wärme hinnehmen. In der Bremer
Höhe konnten die Heizkosten, die wie berichtet 2012 sehr hoch waren, durch Preisverhandlungen mit der
Berliner Energieagentur um durchschnittlich 6 % gesenkt werden.
Wie sich die Heizkosten in nächster Zeit entwickeln werden, ist bei den aktuell starken Preisschwankungen
auf dem Rohstoff- und Energiemarkt schwer vorherzusagen. Ähnliches gilt für andere Posten der Betriebskostenabrechnung. So wird die Berliner Stadtreinigung 2015 für die Müllentsorgung eine Öko-Gebühr
einführen. Gleichzeitig werden aber einige Bestandteile der Entsorgungskosten, wie z.B. für die Entsorgung
des Biomülls, gesenkt. Damit soll das Trennen des Mülls noch stärker befördert werden. Erst die übernächs­
te Abrechnung wird zeigen, ob die Veränderung der Tarife insgesamt zu einer Erhöhung oder Senkung
führt. Klar ist aber, dass die Häuser, die ihren Müll sorgfältig auf die vielen verschiedenen Tonnen verteilen,
finanziell besser wegkommen.

Straßenreinigung kostet mehr,
Wasserpreise sinken noch weiter

_
Schlechte Mülltrennung kann teuer sein

Eindeutig ist hingegen die Preisentwicklung bei der
Straßenreinigung: Diese wird ab nächstem Jahr um
gut 2 % teurer. Erfreulich ist hingegen, dass die vor
ein paar Jahren noch sehr hohen Berliner Wasserpreise 2015 noch weiter gesenkt werden. Nach den
Senkungsschritten beim Trinkwasser, sollen 2015
auch die Abwassergebühren nach unten angepasst
werden – das zumindest versprach der ehemalige
Finanzsenator Nußbaum Mitte dieses Jahres.

Betriebskosten in der
Genossenschaft immer noch
unterdurchschnittlich
Insgesamt zeigt der Vergleich mit dem Berliner­
Durchschnitt auch in diesem Jahr, dass die
Betriebs-­­­­­­­­­­­ und Heizkosten in der WBG „Bremer
Höhe“ eG weiterhin unterdurchschnittlich sind.
­­­­­­­­Die Kosten fast aller Betriebskostenarten der WBG
„Bremer Höhe“ eG liegen immer noch in der
unteren Spanne des Berliner Betriebskostenspiegels, der
­­­ Daten von 2011 zeigt. Seither dürften die
­­Berliner Durchschnittswerte noch gestiegen sein.
Barbara König

7

1,28

0,96

0,11

0,10

0,04

0,02

0,09

0,03

0,04

0,03

0,32

0,24

0,18

0,15

0,54

0,47

0,25

0,21

Berliner Mittelwert 2011

Bremer Höhe 2013
Hauswart/Gebäudereinigung/Kammerjäger
Straßenreinigung/Müll
Wasserver-/entsorgung+Niederschlagswasser
Grundsteuer

Heizung/Warmwasser/Schornsteinfeger etc.
Versicherung
Hausstrom
Garten/Baumpflege
Winterdienst

Wie wohne ich richtig?

Für den Abholservice müssen die Bürger/innen
jedoch nach wie vor nichts extra bezahlen. Denn
diese Leistung wurde bislang über die Hausmülltarife finanziert und wird ab 2015 über den neuen
Ökotarif mitgetragen.
Tipp: Der ausgediente Baum lässt sich leichter
durch das Treppenhaus transportieren, wenn die
Äste straff zusammengebunden oder in ein großes
Laken gewickelt werden. Bitte den Baum nicht aus
dem Fenster werfen!
Nicole Körner/Presseinfo der BSR

Alle Jahre wieder: Die BSR holt ausgediente Weihnachtsbäume ab. Auch im kommenden Januar ist
die Berliner Stadtreinigung (BSR) wieder unterwegs,
um die ausgedienten Weihnachtsbäume der Hauptstadt einzusammeln. Im Zeitraum vom 10. bis 23.
Januar holen die Männer von der Sperrmüllabfuhr
die alten Tannenbäume ab; es gibt pro Stadtteil
zwei Abholtermine. Die jeweiligen Termine für den
eigenen Kiez lassen sich über den neuen digitalen
Weihnachtsbaum-Abfuhrkalender unter www.BSR.
de/Weihnachtsbaum, über die BSR-App oder unter
der Rufnummer 7592-6670 herausfinden. Diese
Info-Services stehen voraussichtlich bereits kurz vor
den Feiertagen zur Verfügung.

Preisanpassung bei Schlüsselnachbestellung erforderlich

Die Bäume müssen zu den Sammelterminen dann
nur noch komplett abgeschmückt und gut sichtbar
an den Straßenrand (nicht auf den Müllplatz!) gelegt werden. Bitte den alten Tannenbaum auf keinen
Fall – auch nicht zerkleinert – in eine Mülltüte
stecken, denn Plastiktüten erschweren die Weiterverwertung. Die eingesammelten Bäume werden
zunächst geschreddert und dann zur Energieerzeugung genutzt. Als Ersatz für fossile Brennstoffe
leisten sie damit noch einen Beitrag zum Umweltschutz. Die Abfuhr der schätzungsweise 400.000
Berliner Weihnachtsbäume kostet rund eine Mio. €.

Die Preissteigerungen bei Baumaterialien und
Rohstoffen haben nun auch die Schlüsselbranche
veranlasst, die Preise für Türschlösser und –schlüssel anzupassen. Wer ab 1.1.2015 einen Nachschlüssel in der Bremer Höhe bestellt, muss 30 € dafür
bezahlen (bislang 25 €) In allen anderen Beständen
erhöhen sich die Kosten auf 25 € (bisher 20 €). In
diesen Preisen sind die Portokosten enthalten. Wir
bitten um Verständnis. NK

8

Kampf um die Großgörschen-/
Katzlerstraße geht weiter
In unserem letzten Infoblatt berichteten wir ernüchtert, dass die Sache für die Mieterinnen und Mieter in
Schöneberg, die Nachbarn unserer Mitglieder in der Katzlerstraße 13, wohl erledigt ist (s. Infoblatt 2 und
3/2014). Aber durch Engagement und kluge politische Argumentation haben sie es geschafft, dass ihr konkreter Fall im Bundestag Gegenstand einer Debatte war und in der Regierungskoalition verhandelt wird.
Dieses ist nicht zuletzt unserem Aufsichtsratsmitglied Klaus Mindrup zu verdanken, aber auch der Unterstützung Berliner Bundestagsabgeordneter aller Parteien. Die Berliner CDU-Abgeordneten haben hier
Sachfrage vor Fraktionsressentiments gestellt und in einem gemeinsamen Positionspapier mit der SPD ein
Umdenken in der BImA-Liegenschaftspolitik gefordert. Alle Achtung !!! Aufgrund des Mieterwiderstandsund vermutlich der Angst um seine Rendite - ist vor einigen Tagen der Höchstbieter, der über 9 Mio. € für
die ca. 50 Wohnungen bezahlen wollte, abgesprungen. Ein großartiger Erfolg der IG GROKA!
Das Land Berlin hat im Oktober 2014 ein Paket-Angebot zum Erwerb aller zurzeit von der Bundesimmobilienanstalt (BImA) zur Veräußerung freigegebenen Wohnungen abgegeben. Der Chef der Anstalt behauptete
daraufhin, dass darin die Großgörschen-/Katzlerstraße nicht enthalten sein könne, da die Verkaufsverhandlungen mit dem Meistbietenden schon zu weit fortgeschritten seien. Nach dem Rückzug des Meistbieters
waren jedoch wieder neue Möglichkeiten gegeben.

_
Demo der betroffenen Mieter/innen, Juni 2014

9

Berlin über den Kauf aller ca. 4.700 BImA-Woh­
nungen im Paket verhandelt und zwar einschließ­
lich der Großgörschen-/Katzlerstraße. In der
gleichlautenden Pressemitteilung des Senats und
der BImA heißt es dazu: „Das umfasst rund 4.660
Wohneinheiten verteilt auf 44 Standorte in Berlin.
Hinzu kommen sogenannte Potenzialflächen für
den Wohnungsbau - unter anderem Flächen, auf
denen sich derzeit Parkplätze oder Brachflächen
befinden. Auch der Verkauf der drei bundeseigenen
Mietshäuser in der Ecke Großgörschen-/Katzlerstraße in Schöneberg war Teil der vertrauensvollen
Gespräche, die fortgeführt werden.“ Wir hoffen,
dass dieser Riesen-Erfolg nicht auf der Ziellinie
noch torpediert wird. Wir weden weiter berichten.

Auch der Bezirk Tempelhof-Schöneberg unterstützte mit seinen eingegrenzten rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten das Anliegen der Verhinderung
von Spekulation mit Wohnraum.
Es wurde eine Milieuschutzsatzung beschlossen
und es wird Druck auf das Land Berlin ausgeübt,
endlich für solche Gebiete die Umwandlung von
Miet- in Eigentumswohnungen per Satzung zu
verbieten, eine Sache, die schon lange erforderlich
ist, aber leider nach wie vor durch die Berliner CDU
blockiert wird. Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg
wurde auch geprüft, ob die Ausübung des Vorkaufsrechts durch das Land zu einem niedrigeren
als dem angebotenen Höchstpreis möglich ist. Am
14.11.2014 wurde in der Bauministerkonferenz der
Länder erfolgreich ein Beschlussantrag des Berliner
Senats eingebracht, der den Bund auffordert eine
Kurskorrektur in seiner BImA-Liegenschaftspolitik
vorzunehmen.

Ulf Heitmann/Thomas Hölker

Und mitten in der Endredaktion für diese Infoblatt
kam die Pressemitteilung aus der SDP-Bundestagsfraktion, dass die BImA nun doch mit dem Land
_
Thomas Hölker, ig GROKA und Dr. Jürgen Gehb, BImA

10

Laub frei – Dank an die fl eißigen Helfer!
Es war so richtig Herbst, grau, kühl und ein wenig feucht – eher ein ungemütlicher Tag. Dennoch kamen
zur angekündigten Laub-Fege-Aktion Mitte November ausreichend viele Mitglieder auf die Höfe und
schwangen die Harken. Auch viele Kinder waren fleißig dabei. So bewahrheitete sich einmal mehr die alte
Weisheit: Viele schaffen viel. Nach relativ kurzer Zeit war fast alles Laub zusammengefegt und in große
Säcke verpackt, die von einer Firma nur noch abtransportiert werden mussten. Durch ihren Einsatz haben
die engagierten Mitglieder allen Bewohnern einige Betriebskosten gespart. Vielen Dank dafür! BK
_
Laubfegeeinsatz am 5. November 2014

11

Initiativenfondsjurysitzung
Oktober 2014

Kulturangebote oder die Unterstützung gesellschaftspolitischer Aktivitäten könnten und sollten
zukünftig wieder mehr im Fokus dieser Förderung
stehen. Lasst Ideen sprudeln!
Andreas Döhler, Jurymitglied

INFORMATION

Am 06.10. hat die Jury des Initiativenfonds letztmals in diesem Jahr getagt und sein Füllhorn
ausgeschüttet, aber mal wieder nicht bis zur Neige
geleert. 6 Anträge waren eingereicht worden, 4 davon kamen zur Abstimmung, einer wurde kurzfristig
vorab zurückgezogen, einer konnte aus formalen
Gründen nicht berücksichtigt werden. Positiv und
in voller Höhe von 100,75 € wurde der Antrag der
Hobrechtsfelder Dorfstraße 26 über einen Feuertopf und Grillrost (auch für kalte Winter draußen
geeignet) beschieden. Dem Antrag der Gneiststraße 18 für eine Pergola über ihrem Müllplatz wurde
eine Fördersumme von 250.- € in Aussicht gestellt,
abhängig davon, ob und wie in dem geplanten
Workshop zur Neugestaltung des Innenhofs der
Schönhauser Höfe über den Vor­­schlag eines zentralen Müllplatzes befunden wird. Sollte sich auf
absehbare Zeit nichts an der aktuellen Müllplatzsituation ändern, wird das Geld für die­­Gneiststraße
18 in der Frühjahrsrunde 2015 des Initiativenfonds
freigegeben.

Befragung zum Thema „autofreie
Wohnquartiere“
Befragung zum Thema „autofreie Wohnquartiere“
Liebe Bewohnerinnen und Bewohner der Bremer
Höhe, im Rahmen meiner Masterarbeit an der TU
und HU Berlin untersuche ich das Konzept „autofreier Wohnquartiere“. Dazu führe ich u.a. eine
schriftliche Befragung in der Bremer Höhe durch
und möchte Sie um Ihre Unterstützung und Meinung bitten. Besonders interessiert mich Ihre Einstellung zu Ihrem unmittelbaren Wohnumfeld und
etwaigen Veränderungen im öffentlichen Raum/
Straßenland. Voraussichtlich Ende Januar werde ich
die Fragebögen in die Brief kästen verteilen.
Mit diesem Schreiben möchte ich Sie zunächst vorab informieren. Alle weiteren Informationen folgen
dann im Anschreiben zum Fragebogen.

Negativ fielen die Entscheidungen der Jury bezüglich der Anträge für den Bornitzhof aus, die beide
Vorhaben zur Verschöne-rung der dort vorhandenen Sitzgruppe betrafen. Die Jury kam zu der
einstimmigen Meinung, dass beide Anträge (neue
Dachschindeln und Sonnensegel) nicht im angemessenen Verhältnis von finanziellem Aufwand und
Nutzen stehen. Für die nächste Antragsrunde im
kommenden Jahr verbleiben somit rund 650 € im
Fördertopf.

Worum geht es?
Eine TU-Berlin-Studie aus dem Jahr 2011 zum Mobilitätsverhalten der Bewohner/innen der Bremer
Höhe ergab einen hohen Anteil nicht-autobesitzender Haushalte. Ähnlich ist es mit Blick auf ganz
Berlin im bundesweiten Vergleich. Dieser Umstand
wirkt sich jedoch kaum in der unmittelbaren Wohnumgebung aus. Schaut man über die Grenzen
Berlins, finden sich erfolgreiche Beispiele für autofreie Neubauquartiere mit diversen Vorteilen für
die Bewohner/innen (mehr Platz, mehr Grün, kaum
Lärm/Abgase, Freiraum f. Kinder/Erwachsene, etc.).
Ich gehe in meiner Masterarbeit der Frage nach,
ob und inwieweit sich solche Konzepte in bereits
bestehenden Quartieren realisieren lassen.

Eine persönliche Anmerkung: Die Tendenz zum
„Schöner Wohnen“ bei den auch in diesem Jahr eingereichten Anträgen an den Initiativenfonds hält leider an, der Blick bleibt zumeist am „Tellerrand“ des
eigenen Hofes hängen, die Anzahl wirklich substantieller Vorhaben, die das Zusammenleben in den
Beständen der Bremer Höhe fördern, nimmt ab. Ein
Mehr an phantasievollen Anträgen für viel­leicht auch
ungewöhnliche Maßnahmen und Projekte, die das
Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Genossenschaft
fördern, wäre wünschenswert. „Initiativen“ ist das
Schlüsselwort des Fonds, diese zu fördern das Ziel.
Auch Anträge für spannende Veranstaltungsreihen,

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich bei meiner
Arbeit unterstützen.
Thomas Stein, Student der Geographie, HumboldtUniversität zu Berlin

12

Workshop zur Gestaltung der
Schönhauser Höfe

dieses Jahr sehr viele sehr schöne Fotos, die auch
zahlreiche Stimmen bekommen haben. Zudem
waren dieses Mal Fotos von allen Beständen der
Genossenschaft eingegangen: Das Siegerfoto mit
20 Stimmen kommt aus Hobrechtsfelde.
Um möglichst viele davon im Kalender unterzubringen, wurde das Titelbild so gestaltet, dass die Fülle
des genossenschaftlichen Lebens auf den ersten
Blick zu erkennen ist. Wir denken, dass wieder ein
sehr schöner Kalender entstanden ist und hoffen,
dass Sie daran Freude haben.
Ein herzlicher Dank geht an Andreas Bachmann,
der wie jedes Jahr ehrenamtlich (!) den Kalender gestaltet hat. Alle Genossenschaftsmitglieder erhalten
den neuen Kalender mit diesem Mitteilungsblatt.
Weitere Exemplare können im Büro der Genossenschaft abgeholt werden. Über eine Spende freut
sich die Geschichtswerkstatt.

▸Die Anzahl, Art und Größe der herzustellenden
Öffnungen zwischen den Wohnhöfen und dem großen Innenhof ist mit der zuständigen Denkmalpflegebehörde abzustimmen. Die Mauer steht nicht nur
unter Denkmalschutz, sondern ist als Grunddienstbarkeit (Für IMMER ist das Grundstück mit einer
6 Fuß hohen Mauer einzugrenzen!) im Grundbuch
eingetragen. Wir hoffen, eine sinnvolle Absprache
mit dem Amt bereits am 24.01.15 präsentieren zu
können.

Wir freuen uns sehr über die rege Teilnahme an
dem Wettbewerb und hoffen, dass die Begeisterung
im nächsten Jahr nicht nachlässt. Denn: Auch für
den Kalender 2016 werden wieder Fotos gesucht!
BK

▸ Auf der ca. 1.300 m² großen Fläche des ehemaligen Gartens des Bundeswehrverbands kann man
viele schöne Dinge und Tätigkeiten vorsehen. ­­­Wir
müssen aber leider auf unser begrenztes Budget
aufmerksam machen. Eine Einladung für diesen
Workshop an alle Mitglieder folgt noch Anfang
Januar 2015. UH

Filmclub in der Bremer Höhle

Film ab! in der Bremer Höhle heißt es wieder dank
der Initiative von Martin Kleinschmidt und Oliver
Spatz für die Mitglieder der „Bremer Höhe“ eG.
Die beiden organisieren seit Dezember im zweimonatlichen Rhythmus einen Kinoabend mit jeweils
zwei Filmvorführungen unter einem bestimmten
Motto, der erste Kinotermin im Jahr 2015 wird
Freitag, der 13. Februar sein, Beginn ist immer um
19.30 Uhr. Der Newsletter wird regelmäßig über das
Filmprogramm informieren. Es ist zu wünschen,
dass diese Filmabende angenommen werden,
erfolgreich verlaufen und langfristig den Filmclub
in der Bremer Höhle etablieren. Zukünftig sind
auch Filmvorschläge vom Publikum und konkrete
Unterstützung durchaus willkommen. Der Eintritt
ist natürlich frei. AD

Kalender 2015

63 Fotos standen beim diesjährigen Fotowettbewerb für den Genossenschaftskalender 2015 zur
Auswahl. Dafür ein herzliches Dankeschön an die
Fotograf/innen! Und auch einen Dank an die vielen
Mitglieder, die sich an der Auswahl beteiligt haben.
Es wurden über 70 Stimmzettel bei der Versammlung oder per E-Mail abgegeben.
Danach war die Auswahl für die Gestalter der
Geschichtswerkstatt jedoch nicht einfach. ­Es gab

13

INFORMATION

Wie bereits angekündigt und von den Mitgliedern
der Schönhauser Höfe erwartet, wird am 24. Januar
2015 von 14 bis 17 Uhr ein Workshop stattfinden,
bei dem die wesentlichen Gestaltungs- und Nutzungsideen gesammelt und im besten Falle schon
so strukturiert und entschieden werden, dass wir ab
Juli 2015 an deren Umsetzung gehen können. Für
alle, die ihrer Phantasie vielleicht zu großen Lauf
lassen möchten, hier die eingrenzenden Rahmenbedingungen:

Positionswechsel im Aufsichtsrat

Noch als Student zog ich vor 21 Jahren in die Bremer Höhe; die Genossenschaftsgründung 2000 unterstützte ich von Anfang an. 2001 wurde ich in den Aufsichtsrat gewählt und 2009 habe ich die Aufgabe des
Aufsichtsratsvorsitzenden übernommen. Aber nichts ist für ewig.
Schon nach meiner Wiederwahl im Jahre 2012 hatte ich angekündigt, die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden nur noch bis Ende 2014 ausüben zu können. Grund dafür war und ist meine Arbeitsbelastung als
Bereichsleiter Wohnen der Stadt Potsdam, einer Gemeinde, die in ähnlicher Stärke von dem Problem der
Wohnraumknappheit für nahezu alle Bevölkerungsteile betroffen ist, wie Berlin.
In unserer Sitzung am 18.11.2014 hat der Aufsichtsrat Andreas Bachmann als neuen Vorsitzenden gewählt
– auch er bereits langjähriges Mitglied des Aufsichtsrats. Er fungierte dort bislang als mein Stellvertreter,
ist also bestens mit den Aufgaben der Vorbereitung und Durchführung der Sitzungen sowie der laufenden
Arbeit des genossenschaftlichen Kontrollgremiums vertraut. Ich werde für den Rest der Wahlperiode nun
sein Stellvertreter sein.
Auf diesem Wege möchte ich allen Mitgliedern, insbesondere den Aufsichtsratsmitgliedern für ihre Unterstützung, das Vertrauen und die jederzeit konstruktive Diskussionsbasis in unserer Genossenschaft, die
mir neben der Arbeit auch viel Spaß gemacht hat, danken.
Gregor Jekel

_
Vorstand und Aufsichtsräte beim Ortstermin: Barbara König, Dr. Andreas Bossmann, Monika Gießke, Andreas Bachmann, Gregor Jekel

14

Personalkarussell

Was ist aktuell der Unterschied zwischen Werder
Bremen und der Bremer Höhe eG? Während der
Bundesligist jetzt schon seit ein paar Jahren vergebens versucht, an die Form und Erfolge vergangener Jahre anzuknüpfen, ist die Genossenschaft gut,
solide und breit aufgestellt, den Blick nach vorne
gerichtet. Aber in puncto Personalpolitik gibt es
eine gewisse Ähnlichkeit.
Werder Bremen und seine Trainerlegende Thomas
Schaaf gingen im letzten Jahr getrennte Wege, erst
im Sommer dieses Jahres verabschiedete sich die
Aktivistenlegende Tino Kotte vom Spielbetrieb der
Bremer Höhe.
Bei beiden folgte der doppelte Robin: Robin Dutt
als Nachfolger von Schaaf, Robin Jahnke folgte auf
Tino Kotte im Juni dieses Jahres, beide ein schweres
Erbe antretend. Und dann der Bremer Paukenschlag
im Oktober: Werder trennt sich von Robin Dutt und
Robin Jahnke – Achtung! den wichtigen Unterschied
beachten - bittet schweren Herzens nach nur wenigen Monaten um seine Freistellung von der Bremer
Höhe, ein spannendes Buchprojekt lockt ihn weg,
für das wir ihm alle viel Erfolg wünschen.

_
Andreas Döhler

Bedingt durch meinen beruflichen Hintergrund
als Film-und Kulturveranstalter werde ich sicher
auch ein Augenmerk darauf haben, mehr kulturelle
Initiativen innerhalb der Bremer Höhe zu fördern
und zu unterstützen. Seit einigen Jahren auch als
Mitglied in der Jury des Initiativenfonds tätig, sehe
ich durchaus vorhandene Ressourcen und Möglichkeiten in der Bremer Höhe, die besser ausgeschöpft
werden könnten.

Tja, Werder Bremen hat jetzt einen Viktor Skripnik,
mit dem alles hoffentlich besser wird, und die Bremer Höhe hat jetzt einen Andreas Döhler, mit dem
alles hoffentlich gleich gut bleibt. Im Fußballsprech
wäre jetzt die erste Frage: Was wollen Sie anders
machen als Ihr Vorgänger? Meine Antwort: „Nichts,
die Kontinuität bewahren! Mich also noch weiter
einzuarbeiten in alle Belange der Bremer Höhe, die
Öffentlichkeitsarbeit und nachbarschaftlichen Aktivitäten rund um die Bestände der Genossenschaft
fortzuführen, die Betreuung der Bremer Höhle
weiter zu gewährleisten und das Mitteilungsblatt
redaktionell mitzubetreuen, sind erst einmal meine
Aufgaben in der nächsten Zeit.

Jedenfalls freue ich mich über diese neue Tätigkeit
bei der Bremer Höhe und werde versuchen mein
Bestes zu geben. Ab sofort bin ich via E-Mail unter
andreas.doehler@bremer-hoehe.de sowie immer
am Dienstag von 11.00-15.00 Uhr zur festen Bürozeit unter (030)-44677612 erreichbar. Zum Schluss
eine persönliche Anmerkung: Ich bin Fan von
Borussia Dortmund und sympathisiere mit Union
Berlin und Babelsberg 03, deren Heimspiele ich
gelegentlich besuche“.
Andreas Döhler

Als Bewohner der Liebig 15, somit etwas abgekoppelt vom Mutterschiff der Bremer Höhe in Prenzlauer Berg, wird es mir aber auch perspektivisch
ein Anliegen sein, vielleicht mehr als bisher das
genossenschaftliche Leben in den anderen Beständen (Bornitz/Rusche, Hobrechtsfelde, Katzler,
Liebig, Rauch-Haus, Wagenburg) unter dem Dach
einer gesamten Nachbarschaft zu vermitteln.

15

Flüchtlingsunterkünfte leicht gemacht?

„Wir heißen Flüchtlinge willkommen“ verkündet im
sympathischen Design eine Webseite namens www.
fluechtlinge-willkommen.de und stellt die Frage:
Warum können geflüchtete Menschen in Deutschland nicht einfach in Wohngemeinschaften (WGs)
wohnen statt in Massenunterkünften?

in Berlin zusehends beschäftigen müsse und es
kämen auch immer mehr entsprechende WG- und
Mitwohnangebote rein.
Oft seien diese Wohnraumanbieter aber sehr diffus
in ihren Vorstellungen oder würden zweifelhafte
Anforderungsprofile formulieren.

Die Initiative versteht sich als eine Art Kontaktbörse
zwischen Flüchtlingen und WGs, die sich vorstellen
können einen Flüchtling aufzunehmen. Aber kann
das überhaupt funktionieren? Diese Idee spricht
ein Thema an, das vielleicht in einigen Häusern,
WGs und Familien der Bremer Höhe in den letzten
Wochen und Monaten diskutiert wurde:

Eine möglichst präzise Vorstellung von einem
Zusammenwohnen mit einem Flüchtling zu haben
sei zwar hilfreich, aber von den Kriterien her nicht
mit der Suche nach einem neuen WG-Bewohner
vergleichbar.
In der Praxis sieht es auch so aus, dass viele
Flüchtlinge nur schwer davon zu überzeugen sind,
dass das Wohnen in einer WG oder das Mitwohnen bei einer Familie eine Alternative sein kann.
In den meisten Kulturkreisen, aus denen aktuell
die Flüchtlinge stammen, ist Wohnen und Leben
ausschließlich mit der eigenen Familie verknüpft,
Wohngemeinschaften sind unbekannt, und sich bei
Fremden einzuquartieren, ein Tabu.

Ist es möglich einen Flüchtling in der eigenen Wohnung aufzunehmen? Was bedeutet das im konkreten Alltag?
Wie umgehen mit sprachlichen und kulturellen Barrieren? Wie läuft das finanziell und bürokratisch?
Wer kann darauf Antworten geben?
Die Betreiber der Webseite wissen selbst noch
nicht, ob ihr Konzept funktionieren wird, sind aber
optimistisch.

Da spielen Schamgefühle eine Rolle, aber oftmals
auch die traumatisierenden Lebensgeschichten
der Flüchtlinge. Trotzdem leistet das EJF in dieser
Hinsicht verstärkt Überzeugungsarbeit bei den
Flüchtlingen, und die Schwierigkeiten dabei sollten
niemanden, der Wohnraum bei sich anbieten kann
und will, davon abhalten dies zu tun. Das EJF kann
dabei auch beraten.

Im telefonischen Dauerstress ist aktuell die Beratungsstelle des Evangelischen Jugend-und Fürsorgewerk. Offiziell ist die EJF jetzt Ansprechpartnerin
für Vermieter, die Wohnraum an Flüchtlinge vermieten können und wollen.

Seit dem vergangenen Jahr leben zwei syrische
Flüchtlingsfamilien im Bestand der Bremer Höhe,
vermittelt wurden diese vom Verein „KommMit –
für Migranten und Flüchtlinge e.V.“.

Gegenwärtig fehlen ca. 900 Wohnungen, um den
aktuellen Bedarf zu decken. Auf Nachfrage wird
dort sehr konkret und kompetent geantwortet.
In der Regel werden nur Mietangebote angenommen, bei denen im besten Fall ein unbefristetes
Mietverhältnis garantiert ist oder z.B. bei Befristungen auf 1 Jahr eine Option auf Verlängerung
möglich ist.

Auf Nachfrage dort ist die Einschätzung der augenblicklichen Situation ähnlich wie bei der EJF. Der
Bedarf wird immer größer, perspektivisch wird sich
auch „KommMit“ noch mehr im Bereich Wohnungsakquise für Flüchtlinge engagieren müssen
und ist für jede Privatinitiative ein dankbarer Ansprechpartner.

Zwar seien Wohnungsangebote auf Zeit gut gemeint, helfen aber selten einem Flüchtling, der
ständig hin- und hergeschoben wird, weiter. Angesprochen auf die Unterbringung von Flüchtlingen
in WGs bzw. Mitwohngelegenheiten reagiert man
bei der EJF eher reserviert. Zwar sei das ein Bereich,
mit dem man sich angesichts der Wohnungsnot

Auf den Prüfstand gestellt ist es leider nicht
so leicht dem solidarischen „Willkommen
Flüchtlinge“-Gruß entsprechende Taten folgen zu
lassen. Doch gibt es mehr Möglichkeiten Flücht-

16

der Flucht. Ein interner Austausch darüber, bestenfalls mit Erfahrungen von Bewohnern der Genossenschaft, die sich konkret in der Flüchtlingsarbeit
engagieren, könnte dabei ein erster Ansatz sein.

linge zu unterstützen. Die Initiative „Multitude“
sucht regelmäßig Leute, die in Flüchtlingsheimen
Sprachkurse geben, gerne auch in Kombination mit
Kinderbetreuung vor Ort. Pro Asyl und der Berliner
Flüchtlingsrat sind weitere gute Anlaufstellen, um
sich über konkrete Angebote der Flüchtlingsarbeit
zu informieren.

Es ist beabsichtigt, demnächst auf der Webseite der
Bremer Höhe ein entsprechendes Forum einzurichten, um so eine Kommunikation darüber in Gang
zu bringen.
Andreas Döhler

Auch die „Bremer Höhe“ eG sollte das Thema
„Flüchtlingspolitik“ weiter im Auge behalten, zumal
zu befürchten ist, dass sich an den politischen Bedingungen der gegenwärtigen Flüchtlingswellen auf
absehbare Zeit ebenso wenig etwas ändern wird wie
beim Umgang der EU-Staaten mit Menschen auf

_
Flüchtlingsunterkunft in Moabit

17

Street Art und Kunstraub in der
Bremer Höhe
Man“, jenseits des herkömmlichen Kunstbetriebs
an der Verbreitung seiner unaufdringlichen Schöpfungen. Alles hat in seiner Heimstadt London angefangen, wo der Künstler – bisher bekannt für seine
großformatigen Holzskulpturen – sich entschied,
ein Zeichen gegen die allgemeine Kommerzialisierung und die aufdringliche Verbreitung von Bildern
im Alltag zu setzen. Wer seine Bilder sehen will,
muss genau hingucken, ist gefordert seine Umwelt
anders wahrzunehmen. Selbst der verwendete
­Untergrund provoziert ein Umdenken. Im Gegensatz dazu ist Ben Wilson als Künstler im öffentlichen Raum sehr auffällig, nicht zuletzt durch seine
ausgestreckte Haltung auf dem Boden. ­Einmal ist
ein Rettungswagen herbeigeeilt, nachdem ein Passant eine Schnapsleiche gemeldet hatte. Seine exponierte Stellung hat die Aufmerksamkeit ­Londoner
Ordnungshüter geweckt: ­­­
Er wurde wegen Beschädigung öffentlichen Eigentums angeklagt, zum Glück aber in einem aufsehenerregenden Musterverfahren frei gesprochen.
Urteilsbegründung: Er hat nicht öffentliches Eigentum bemalt, sondern einen Kaugummi, die eigentliche Beschädigung ist also durch unbekannte Dritte

Vielleicht haben einige von Ihnen
im Juli 2014 eine ungewöhnliche
Erscheinung auf den Gehwegen
rund um die Bremer Höhe bemerkt: Ein liegender Mann mit
kleiner Werkzeugkiste auf den
Gehweg gestreckt, hoch konzentriert in der brüllenden Hitze
arbeitend. Vielleicht haben einige
von Ihnen auch gerätselt, was er
macht: sucht er etwas, repariert er
eines der umliegenden Fahrräder
oder ist er gar hingefallen?
Wer sich heran getraut hat und
einen zweiten Blick wagte oder
sogar mit ihm ins Gespräch gekommen ist, hätte
die Erschaffung von Miniatur-Kunstwerken beobachten können – Street Art ganz anders. Fantasievolle Figuren und Gebilde, liebevoll beobachtete
Straßenszenen – darunter einige Ansichten der
Bremer Höhe – alle gemalt auf weggeworfene festgetretene Kaugummis. Seit über 10 Jahren arbeitet
der Künstler Ben Wilson, alias „The Chewing Gum
_
Ben Wilson, alias „The Chewing Gum Man“

18

entstanden. Jetzt kann er seiner Arbeit weitgehend
ungestört nachgehen, ohne sich verkleiden oder anonym bleiben zu müssen wie sein Kollege Banksy,
der Schablonen-Graffiti-Künstler.
Seine auffallende Arbeitshaltung bietet ihm Möglichkeiten, in Kontakt mit Leuten auf der Straße zu
treten. Hochblickend erklärt er bereitwillig seine
­Arbeit. Nicht zuletzt haben viele von den Kaugummibildern ihre ganz besondere Entstehungsgeschichte im Leben der Leute in der jeweiligen
Nachbarschaft, sind entstanden durch Anfragen
von Passanten: Er möge ein Bild für oder über
Freunde, Geliebte, Kinder oder Verstorbene malen.
Unentgeltliche Auftragsarbeiten inklusiv Motiv und
Botschaft als Andenken an einen heißgeliebten
Hund, als Zelebrierung einer Fußballmannschaft
oder Straßenclique. Durch solche nachbarschaftlichen Aktionen in London und anderen Weltstädten
hat „The Chewing Gum Man“ mittlerweile eine
globale Fangemeinde. Unzählige Websites, Fernsehberichte und Zeitungsartikel berichten über seine
Arbeiten. Er hat es sogar auf die Titelseite

_
Street Art Kaugummikunst

der New York Times geschafft und genießt die
zweifelhafte Ehre eines eigenen Wikipedia-Eintrags auch auf Deutsch.
Wer auf Schnitzeljagd durch die Straßen der Bremer
Höhe geht, wird noch fündig. Viele von den Bildern
sind dank einer ausgefeilten Technik erstaunlich
lange haltbar und strahlen nach Regengüssen immer wieder im ursprünglichen Glanz.
Andere wiederum weisen einige Blessuren auf
oder sind vom Abrieb betroffen. Aber in einem Fall
deuten die Zeichen auf Kunstraub – ein Stein mit
einem schönen Blick auf die Bremer Höhe von der
Schönhauser Allee aus wurde samt Pflasterstein
geklaut.
Die Lücke klafft vor Kaiser‘s. Aber so etwas tangiert
den Künstler nicht, auch der langsame Verfall, die
unaufhaltsame Verwitterung durch Umwelteinflüsse
natürlicher und menschlicher Art gehören dazu.
Noch ist eine relativ hohe Dichte von Bildern auf
dem Gehweg neben dem „Butter“ zu sehen, wo der
Künstler erstmals 2007 gastierte und sein erstes
Auftragsbild auf märkischer Erde fertigte. ­­­­
Der Künstler lässt seinen Dank an die Mitarbeiter
des Cafés für die nette Verpflegung ausrichten nachbarschaftlich halt.
Colin Shepherd

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Sprechzeiten der Verwaltung

Termine

Montag telefonisch
13.00-16.00 Uhr

Workshop zur Hofplanung Schönhauser 59
Samstag, 24. Januar 2015 von 14 bis 17 Uhr
im Saal des Bundeswehrverbandes im nördlichen
Nebengebäude in der Schönhauser Allee 59.

Dienstag Sprechstunde in den Geschäftsräumen
9.00-12.00 Uhr und 13.00-18.00 Uhr

Willkommenstreffen

Mittwoch telefonisch
14.00-16.00 Uhr

Mittwoch, 25. Februar 2015, Willkommenstreffen
in der Bremer Höhle für die neu hinzugekommenen
Mitglieder. Diese erhalten individuelle Einladungen.

Donnerstag telefonisch
13.00-16.00 Uhr
Außerhalb der Sprechzeiten ist der Anrufbeantworter geschaltet. Für Mängelanzeigen im Bestand
Prenzlauer Berg kann der Hausmeisterbriefkasten
in der Greifenhagener Straße 65 bzw. für den
Lichtenberger Bestand in der Bornitzstraße 29
genutzt werden.

Redaktionsschluss Mitteilungsblatt 1/2015
Freitag, 27. Februar 2015, Redaktionsschluss für das
neue genossenschaftliche Infoblatt.
Genossenschaftsrelevante Beiträge von Mitgliedern
sind willkommen!

In dringenden Fällen bitte die auf den Aushängen
oder der Website aufgelisteten Notdienste
kontaktieren.

Antragsschluss Initiativenfonds
Sonntag, 15. März 2015, Antragsschluss für die
nächste Runde des Initiativenfonds.
Anträge bitte per E-Mail an initiativenfonds@
bremer-hoehe.de senden.

Servicenummer Hobrechtsfelde
Elektro: Elektroanlagen Zepernick,
Tel.: 0173 610 50 60
Gas/Wasser/Sanitär: Fa. Lamprecht,
Tel.: 030 893 63 90

Ständig aktualisierte Termine
finden Sie auf www.bremer-hoehe.de

Impressum
Infoblatt der Wohnungsbaugenossenschaft
„Bremer Höhe“ eG, Schönhauser Allee 59 b,
10437 Berlin, Telefon 44 67 76 - 0, Fax 44 67 76 - 20,
info@bremer-hoehe.de, www.bremer-hoehe.de

Newsletter WBG „Bremer Höhe“ eG
Bitte E-mail an newsletter@bremer-hoehe.de
um Aufhnahme in den Verteiler senden, erscheint
monatlich mit aktuellen Informationen und
Angeboten, nur für Genossenschaftsmitglieder der
WBG „Bremer Höhe“ eG.

Redaktion: Barbara König (V.i.S.d.P.),
Ulf Heitmann, Andreas Döhler
Gestaltungskonzept: Paul Bieri, www.diaberlin.de
Satz: Kerstin Bechtle/Bianca Bodau

Die Geschäftsstelle der WBG
„Bremer Höhe“ eG bleibt vom 24.Dezember
bis einschließlich 2. Januar 2015 geschlossen.
Der Anrufbeantworter wird am 29., 30.
Dezember und 2. Januar abgehört. Für Notfälle
nutzen Sie bitte die Notdienstnummern.

Druck: CC-Digital-Druck
Bildnachweise:
Titelseite, S.9,11,: Barbara König
S.3,5,10,19: Ulf Heitmann
S.7: Martin Herfert
S.14: privat
S.15: Erik Reitmann
S.17: Andreas Döhler
S.18, 19 (links): Colin Sheperd
S.19 (rechts): Bettina Dziggel

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