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Ergebnisprotokoll

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Wettbewerb

Mehringplatz
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Ergebnisprotokoll

Nichtoffner landschaftsplanerischer 

Ideen- und Realisierungswettbewerb

Mehringplatz
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Ergebnisprotokoll

Berlin, Dezember 2015

Wettbewerbskoordination
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin
Abteilung Städtebau und Projekte
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe
Patrick Weiss
Claudia Gil
Brückenstraße 6
10179 Berlin
In Zusammenarbeit mit
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Matthias Peckskamp
Kerstin Kipker
Yorkstraße 4-11
10965 Berlin
Wettbewerbsvorbereitung und -durchführung
BSM mbH
Jochen Kölling
Gregor Lehmann
Katharinenstraße 19-20
10711 Berlin
Vorprüfung
Daniel Sprenger
Katharina Schütze
Kostenprüfung
Jens Henningsen
Mitarbeit Vorprüfung
Tobias Habermann
Paul Piesker
Digitale Bearbeitung
Jochen Kölling
Titelbild
1. Preis Lavaland GmbH, Berlin und TH Treibhaus

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Inhaltsverzeichnis
1.

Protokoll der Preisgerichtssitzung am 04.12.2015.......................9


1.1 Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit.................................. 9

1.2 Konstituierung des Preisgerichts .......................................................9

1.3 Eröffnung der Preisgerichtssitzung .................................................10

1.4 Bericht der Vorprüfung .................................................................... 10

1.5 Zulassung der Wettbewerbsarbeiten...............................................10

1.6 Informationsrundgang ..................................................................... 10

1.7 Erster Wertungsrundgang ............................................................... 11

1.8 Zweiter Wertungsrundgang ............................................................. 11

1.9 Rückholantrag ................................................................................. 12

1.10 Engere Wahl .................................................................................... 12

1.11 Einzelbeurteilungen ......................................................................... 12

1.12 Festlegung der Rangfolge und Preise .............................................14

1.13 Empfehlung des Preisgerichts.........................................................14

1.14 Öffnung der Verfasserumschläge ....................................................15

1.15 Abschluss der Sitzung ..................................................................... 15

1.16 Protokollfreigabe der Preisrichter ....................................................16

1.17 Anwesenheitsliste vom 04.12.2015 .................................................17

2. 	 Protokoll der Bürgerversammlung am 03.12.2015 .....................22

2.1	 Begrüßung und Einführung in die Aufgabenstellung des 

Wettbewerbsverfahrens .................................................................. 22

2.2	 Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung ..........................22

2.3	 Vorstellung der ausgewählten Entwürfe ..........................................23

2.4 	 Generelle Anmerkungen..................................................................26

2.5 	 Abschluss der Bürgerversammlung ................................................26

2.6	 Anwesenheitsliste vom 03.12.2015 .................................................27

3. 	 Teilnehmer des Wettbewerbs .......................................................30


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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

4.	

Bericht der Vorprüfung .................................................................33


4.1	 Vorlauf ............................................................................................. 33

4.2	 Einlieferung der Arbeiten .................................................................33

4.3 	 Anonymisierung............................................................................... 33

4.4 	 Vollständigkeit der Arbeiten .............................................................34

4.5 	 Ausschlusskriterien Verstoß gegen bindende Vorgaben .................34

4.6	 Vorprüfung ....................................................................................... 34

4.7 	 Gliederung der Einzelberichte .........................................................36

4.8 	 Einzelberichte zu den Wettbewerbsarbeiten ..................................37

4.9	 Stellungnahme Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Fachbereich 

Straßen............................................................................................ 52

4.10 Stellungnahme Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 

X OB Öffentliche Beleuchtung......................................................... 56


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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

1.	

Protokoll der Preisgerichtssitzung am
04.12.2015

Beginn der Sitzung: 10:15 Uhr

1.1	 Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit
Das Preisgericht tritt am 04.12.2015 um 10.15 Uhr im Hans-Joachim Vogel
Saal des Willy-Brandt-Hauses in der Wilhelmstraße 140, 10963 Berlin
zusammen. Herr Kühne, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt,
begrüßt die Sitzungsteilnehmer und führt in die Aufgabenstellung ein.
Herr Weiss, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt,
stellt anhand der Anwesenheitsliste die weitere Anwesenheit und die
Vollständigkeit des Preisgerichts fest.

1.2 	 Konstituierung des Preisgerichts
Auf Vorschlag aus dem Kreis der stimmberechtigten Preisrichter wird, mit
Enthaltung des Betroffenen, Herr Rehwaldt zum Vorsitzenden gewählt.
Stimmberechtigte Fachpreisrichter/-innen
Till Rehwaldt (Vorsitzender)
Landschaftsarchitekt, Dresden
Martin Knujt
Landschaftsarchitekt, Utrecht NL
Undine Giseke
Landschaftsarchitektin, Berlin
Astrid Zimmermann
Landschaftsarchitektin, Berlin
Dr. Sylvia Butenschön
Landschaftsarchitektin, Berlin
Stimmberechtigte Sachpreisrichter/-innen
Hans Panhoff
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Abt. Planen, Bauen und Umwelt
Manfred Kühne
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Abt. II
Sabine Kunert
Gewobag
Hendrikje Hertzberg
Gebietzsvertretung Sanierungsgebiet Südliche Friedrichstadt

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Das Preisgericht ist somit vollständig und entscheidungsfähig.
Als ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichter sind Maik Böhmer,
Landschaftsarchitekt Berlin, Christiane Schwarz, Landschaftsarchitektin
Berlin, und Thomas Guba, Landschaftsarchitekt Berlin, anwesend.

1.3 Eröffnung der Preisgerichtssitzung
Der Vorsitzende Herr Rehwaldt übernimmt die Leitung der Sitzung und
lässt sich von den Mitgliedern des Preisgerichts versichern, dass
•	 es im Vorfeld keinen Kontakt zu den Verfassern gegeben hat,
•	 die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist,
•	 sie die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandeln,
•	 sie es unterlassen werden, sich über vermutete Verfasser zu äußern,
•	 sie vom Rückfragekolloquium bis zum Preisgericht keine Kenntnis von
Wettbewerbsarbeiten erhalten haben,
•	 sie keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die
Aufgabe und deren Lösung geführt haben und während der Dauer der
Sitzung führen werden,
•	 sie die vorliegenden Arbeiten nur anhand der in der Auslobung
genannten Kriterien bewerten.
Herr Rehwaldt stellt den Ablauf der Preisgerichtssitzung vor.

1.4 Bericht der Vorprüfung
Die Vorprüfung hat einen schriftlichen Bericht erarbeitet, der dem
Preisgericht vorliegt. Herr Kölling berichtet über den Ablauf der Vorprüfung,
sowie die Mitwirkung der Sachverständigen an der Vorprüfung. Erläutert
werden kurz die Vorprüfung in Bezug auf die Vollständigkeit der geforderten
Leistungen sowie die Kriterien zur qualitativen und quantitativen Vorprüfung
der Arbeiten (siehe Kapitel 4 bis 6 im Vorprüfbericht).

1.5 Zulassung der Wettbewerbsarbeiten
Sieben Arbeiten sind nachweislich termingerecht eingereicht worden. Die
Anonymität aller Arbeiten wurde gewahrt. Der geforderte Leistungsumfang
war bei allen Arbeiten erfüllt. Alle Arbeiten waren prüfbar. Zusätzliche
Leistungen wurden nicht eingereicht.

1.6 Informationsrundgang
Um 10.45 Uhr beginnt der Informationsrundgang ohne Wertung, bei dem
die Arbeiten in ihren charakteristischen Grundzügen von Herrn Sprenger
und Frau Schütze (Vorprüfung) den Preisgerichtsbeteiligten vorgestellt und
Verständnisfragen beantwortet werden. Frau Bouali (Sachverständige)
stellt zu jeder Arbeit die Ergebnisse der Bürgerveranstaltung vom
Vorabend vor. Anschließend haben die anwesenden Sachverständigen die
Gelegenheit, ihre Stellungnahmen zu den Arbeiten vorzutragen.

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Der Informationsrundgang wird um 12.30 Uhr abgeschlossen.

1.7 Erster Wertungsrundgang
Im Anschluss an den Informationsrundgang beginnt der erste
Wertungsrundgang. Der Vorsitzende weist darauf hin, dass im ersten
Wertungsrundgang Arbeiten nur durch einstimmigen Beschluss
ausgeschieden werden können. Der erste Wertungsrundgang ergibt
folgendes Ergebnis:
Alle Arbeiten verbleiben im Beurteilungsverfahrenerfahren.
Der erste Wertungsrundgang endet um 12:35 Uhr.
Nach dem ersten Wertungsrundgang erfolgt eine Diskussion der
Beurteilungskriterien. Die Diskussion beinhaltet die Gestaltung der
Verkehrsführung, die Aufenthaltsqualität und Rückzugsmöglichkeiten
in den Freiräumen, die verschiedenen Anforderungsprofile durch die
Anwohner und der Bewohner der Gesamtstadt, den Umgang mit dem
Übergang zur Amerika-Gedenk-Bibliothek, die Attraktivität des äußeren
Ringes als Nahversorgungszentrum sowie den Denkmalschutz. In diesem
Zusammenhang werden die in der Auslobung (Kapitel 1.12) formulierten
Kriterien verlesen und diskutiert.
Nach der Diskussion findet von 13.00 Uhr bis 13.45 Uhr eine Mittagspause
statt.

1.8 Zweiter Wertungsrundgang
Um 13.45 Uhr beginnt das Preisgericht den zweiten Wertungsrundgang. 

Die Mitglieder des Preisgerichts beurteilen im Wechsel einleitend die 

einzelnen Arbeiten aus ihrer Sicht. Im Anschluss diskutiert das Preisgericht 

zusammen mit den Sachverständigen und Gästen die Arbeiten eingehend. 

Das Preisgericht stimmt anschließend mit einfacher Mehrheit ab, welche 

Arbeiten im Wettbewerbsverfahren verbleiben und weiter bewertet werden, 

wobei Stimmenthaltungen ausgeschlossen sind.

Das Preisgericht kommt, unter Anlegung der in der Auslobung genannten 

Beurteilungskriterien, zu folgenden Abstimmungsergebnissen:


Arbeit 1080
Arbeit 1081
Arbeit 1082
Arbeit 1083
Arbeit 1084
Arbeit 1085
Arbeit 1086

(für Verbleib)
2
2
7
0
5
4
3

:
:
:
:
:
:
:
:

(gegen Verbleib)
7
7
2
9
4
5
6

Am Ende des zweiten Wertungsrundgangs sind fünf Arbeiten im 2. 

Rundgang ausgeschieden. Zwei Arbeiten bleiben im Beurteilungsverfahren. 


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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

1.9 Rückholantrag
Aus dem Kreis der stimmberechtigten Preisrichter werden
Rückholanträge für die Arbeiten mit der Tarnzahl 1080, 1081 und 1085
gestellt. Die Abstimmungen über die Anträge ergeben die folgenden
Stimmenverhältnisse:
(für Rückholung)
Arbeit 1080
2
Arbeit 1081
1
Arbeit 1085
5

:
:
:
:

(gegen Rückholung)
7
8
4

Die Anträge zu den Arbeiten mit den Tarnzahlen 1080 und 1081 wurden
damit mehrheitlich abgelehnt. Der Antrag zur Rückholung der Arbeit mit
der Tarnzahl 1085 wurde damit mehrheitlich angenommen.
Die Arbeiten mit den Tarnzahlen 1082, 1084 und 1085 bilden damit die
engere Wahl.

1.10 Engere Wahl
Von 16:15 Uhr bis 16:45 Uhr werden die Arbeiten der engeren Wahl durch
die Fachpreisrichter schriftlich beurteilt. Die Textentwürfe werden
anschließend im Plenum verlesen, diskutiert und in der folgenden Form
verabschiedet.

1.11 Einzelbeurteilungen
Arbeit 1082
Die Jury würdigt die Arbeit als eine Mutige. Sie stärkt durch ihre Bezugnahme
auf den Dreiklang von Quarrée (Pariser Platz), Oktagon (Leipziger Platz)
und Rondell (Mehringplatz) die historische Platzfigur, interpretiert sie aber
ausgehend von der jetzigen Situation neu. Auch im Süden zeigt die Arbeit
eine Haltung, die einerseits die Torsituation weiterdenkt, zugleich aber auch
eine großzügige Hinwendung zum Wasser unterstützt. Mit der Aufgabe
der direkten Nord-Süd-Durchwegung und dem Einfügen eines neuen,
gepflasterten breiten Innenringes entsteht ein zentrales Rasenrondell als
ruhender Pol.

Im Kontrast dazu bildet sich mit dem neuen Innenring, den aufgewerteten 

Luftgeschossen und dem Außenring ein großzügiger mineralischer 

Platzraum heraus, in dem sich die Nutzungsangebote konzentrieren.

Damit eröffnen sich ungesehene Potentiale zur Belebung der Erdgeschosse
des Außenringes, zugleich wird darin aber auch die Gefahr der zusätzlichen
Beeinträchtigung des inneren Wohnringes gesehen.
Kritisch gesehen wird, dass der Brunnen mit der Viktoria wegemäßig
nicht erschlossen wird, wenngleich der Entwurf eine gestalterisch
zurückgenommene Wegeverbindung vertragen würde, ohne die die
Gefahr der Herausbildung von Trampelpfaden besteht. Ebenso ist die
Erschließung des Aufzuges in der angebotenen Form zu überprüfen.

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Begrüßt wird der Ansatz, ein hochwertiges Belagsbild zu erzeugen.
Allerdings wurde die historisch Referenz des Klein- und Großsteinpflasters
(Gründerzeit) ebenso kritisch gesehen wie auch dessen schlechter
Gehkomfort.
Trotz dieser Kritikpunkte überzeugt der geschickte Kunstgriff, die Mitte frei
zu halten und damit der Friedrichstraße einen ihrer vielfältigen Geschichte
angemessenen südlichen Abschluss zu geben, ohne die Codierung
als Wohnhof zu negieren. Er geht sehr gut mit der Moderne des 20.
Jahrhunderts um und entwickelt sie weiter.
Arbeit 1084
Die Jury würdigt den Ansatz der Verzahnung von Natur/Park und Stadt/

Platz.

Dieses wird anschaulich im inneren Ring durch zwei sichelförmige 

Strukturelemente - einen geschnittenen immergrünen Heckenblock von 

Süden und einen mineralischen Platzbereich von Norden – umgesetzt. 

In dieser Figur sollen die Hochbeete materiell erhalten bleiben, werden 

allerdings von Sträuchern bzw. Holzdecks vollständig verkleidet, was als 

widersprüchlich wahrgenommen wird.

Die städtebauliche Grundfigur wird weiterhin durch die Betonung der
Mitte um die Friedenssäule gestärkt. Das dort vorgesehene zusätzliche
Wasserbecken wird kontrovers diskutiert. Einerseits wird es als attraktives
Nutzungsangebot und entschleunigendes Raumelement positiv gesehen,
andererseits aus denkmalfachlichen Aspekten kritisch gewertet.
Die bestehenden Rasenflächen werden prinzipiell in Form und Größe
erhalten. Die Dimensionierung der strahlenartigen Querwege erscheint
allerdings funktional und im Verhältnis zur Hauptachse des Platzes auch
proportional zu klein.
Im äußeren Ring wird eine neue Pflasterung vorgesehen, die in positiver
Weise zu einer Zonierung der Funktionsfläche beiträgt.
Die Grünfläche im Süden erhält ein breites „Gestaltungsband“, das im
westlichen Teil mit Spielelementen und im östlichen mit Staudenpflanzungen
zu einer Nutzungsintensivierung beiträgt. Die Vorhalteflächen für die
potentiellen Torhäuser wurden mit einer passenden Zwischennutzung
(Sportfläche / Café) sinnvoll belegt.
Arbeit 1085
Die Arbeit 1085 wurde sehr kontrovers diskutiert.

Gewürdigt wurde der Mut der Verfasser, die stadträumliche Situation 

radikal anders zu denken.

Die Installation von Intarsien, die das Bild einer „wilden Natur“ auf dem
Mehringplatz produziert, wird als eine zeitgenössische Interpretation von
Natur in der Stadt gewürdigt. Die Auflösung und Brechung der formalen
und räumlichen Hierarchie durch fließende Übergänge zwischen den
Bereichen ist ein interessanter Aspekt des Konzeptes. Es bilden sich
differenzierte Teilräume aus, die vielfältigen Aneignungen ermöglichen.
Die Frage, ob das Konzept für diesen Ort angemessen ist, bleibt offen.

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

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Die nicht konsequent zu Ende entwickelte Formensprache und die
wenig überzeugende Ausformulierung im Detail spiegelt die Qualität des
konzeptionellen Ansatzes nicht wider. Aus Sicht der Denkmalschutzes ist
die Arbeit bedenklich. Unterhalt und Pflege werden kritisch gesehen.

1.12 Festlegung der Rangfolge und Preise
Im Anschluss an die Verabschiedung der Beurteilungstexte besprechen
die Preisrichter die jeweiligen Arbeiten der engeren Wahl und geben eine
erste Einschätzung zur Einstufung in die Rangfolge.
Über die Rangfolge wird wie folgt abgestimmt:
Stimmenverhältnis
Arbeit 1085 als 3. Rang
Arbeit 1084 als 2. Rang
Arbeit 1082 als 1. Rang

ja
9
7
7

nein
0
2
2

3. Rang
2. Rang
1. Rang

Herr Panhoff verlässt um 17.30 Uhr die Preisgerichtssitzung. Frau Beyer,
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Grünflächenamt, übernimmt sein
Amt als stellvertretende Sachpreisrichterin. Das Preisgericht ist weiterhin
vollständig und entscheidungsfähig.
Das Preisgericht diskutiert, ob der Arbeit 1085 auf dem 3. Rang anstelle
des 3. Preises nur eine Anerkennung vergeben wird. Über die Vergabe
einer Anerkennung für die Arbeit 1085 wird wie folgt abgestimmt:
Stimmenverhältnis
Arbeit 1085 als Anerkennung

ja
6

nein
3

nicht einstimmmig

Da die Abstimmung nicht einstimmig ausfiel, wird der Arbeit 1085 keine
Anerkennung verliehen. Die Arbeit 1085 erhält den 3. Preis.
Über die Vergabe der weiteren Preise wird wie folgt abgestimmt:
Stimmenverhältnis
Arbeit 1084 als 2. Preis
Arbeit 1082 als 1. Preis

ja
7
7

nein
2
2

2. Preis
1. Preis

1.13 Empfehlung des Preisgerichts
Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober, die Arbeit 1082 zur Grundlage
der Realisierung der Freiraumgestaltung des Mehringplatzes zu machen
und die Verfasser der Arbeit entsprechend Punkt 1.14 der Auslobung mit
der weiteren Planung zu beauftragen.
Bei der weiteren Bearbeitung sollten folgende Punkte beachtet werden:
•	 Es sollte durch entsprechende Möbilierung der Radverkehr aus dem
inneren Ring gehalten werden.
•	 Die Zugänglichkeit des Brunnens sollte ausreichend breit und
barrierefrei möglich sein.

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

•	
•	

Der BVG-Aufzug muss gut sichtbar, auffindbar, barrierefrei und direkt
zugänglich sein.
Es soll sichergestellt werden, dass ein ausreichend großer Anteil der
Flächen komfortabel „berollbar“ ist.

1.14 Öffnung der Verfasserumschläge
Die Öffnung der Umschläge der Verfassererklärungen erfolgt ab 18.35
Uhr. Von Herrn Weiss werden die Verfasser aller sieben Arbeiten verlesen.
Die Namen der Wettbewerbsteilnehmer, die mit Preisen ausgezeichnet
wurden, sind:
1. Preis Arbeit 1082
ARGE Lavaland GmbH, Berlin und TH Treibhaus, Berlin
2. Preis Arbeit 1084
Lützow 7 Garten und Landschaftsarchitekten, Berlin
3. Preis Arbeit 1085
ARGE ATELIER LE BALTO Landschaftsarchitekten, Berlin und Kuehn
Malvezzi Projects, Berlin

1.15 Abschluss der Sitzung
Die Vorprüfung wird entlastet.
Der Vorsitzende, Herr Rehwaldt, dankt den Preisrichtern, Sachverständigen
und Vorprüfern für die engagierte und sachliche Zusammenarbeit und gibt
den Vorsitz an den Auslober zurück. Herr Kühne dankt im Namen des
Auslobers allen am Wettbewerbsverfahren Beteiligten für ihre Mitarbeit
und weist darauf hin, den Bezirk im weiteren Verfahren zu bestärken
und zu unterstützen. Die Sitzung wird durch Herrn Kühne um 18.40 Uhr
geschlossen.
Das Protokoll wurde von Herrn Kölling aufgestellt und von dem Vorsitzenden
des Preisgerichts, Herrn Rehwaldt, durchgesehen und genehmigt.

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

1.16 Protokollfreigabe der Preisrichter
Das Protokoll wird genehmigt:

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

1.17 Anwesenheitsliste vom 04.12.2015
Nichtoffener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb
Mehringplatz
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Preisgerichtssitzung
Freitag, den 04.12.2015, Beginn 10:15 Uhr bis 18:40 Uhr
Willy-Brandt-Haus, Hans-Joachim Vogel Saal, Wilhelmstraße 140,
10963 Berlin

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

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Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

2. 	 Protokoll der Bürgerversammlung am
03.12.2015
Am 03.12.2015 findet ab 17:00 Uhr die Bürgerversammlung zur Vorstellung
und Diskussion der Entwürfe zum Wettbewerb „Mehringplatz“ im WillyBrandt-Haus, Wilhelmstraße 140, Berlin statt. Die Bürgerinnen und Bürger
haben von 17:00 – 18:00 Uhr die Möglichkeit die ausgestellten Entwürfe
anzuschauen. Etwa 50 Bürgerinnen und Bürger nehmen die Gelegenheit
wahr, sich die Arbeiten vorab anzusehen.

2.1	 Begrüßung und Einführung in die
Aufgabenstellung des Wettbewerbsverfahrens
Herr Oehlert (asum) begrüßt um 18 Uhr alle Anwesenden, stellt die
Hauptakteure und den Ablauf des Abends vor. Die Wettbewerbsentwürfe
werden einzeln in einer kurzen Präsentation von den VorprüferInnen (Frau
Schütze und Herr Sprenger) vorgestellt. Nach jeder Vorstellung haben die
Anwesenden die Möglichkeit, ihre Fragen, Meinungen und Anregungen
zu äußern. Nach dem vierten Entwurf wird es eine Pause geben. Der
Bürgerabend ist öffentlicher Teil des Wettbewerbsverfahrens, an dem
auch das Preisgericht teilnimmt. Die VerfasserInnen der Entwürfe sind aus
wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht anwesend. Die Jurysitzung findet
am nächsten Tag (04.12.15) als nichtöffentlicher Teil statt.
Herr Weiss begrüßt die Anwesenden im Namen der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umwelt, die Auslober und somit Verfahrensführer
des Wettbewerbs ist. Er gibt einen kurzen Abriss zur Geschichte des
Mehringplatzes und stellt die zentralen Ziele des Wettbewerbs vor:
Entwicklung des Mehringplatzes zu einem öffentlichen Raum von
historischer Bedeutung, Stärkung der Nord-Süd-Achse, Koordination des
Rad- und Fußverkehrs, Berücksichtigung der Nutzungsinteressen der
AnwohnerInnen. Er weist darauf hin, dass das Ziel des Abends nicht die
Herstellung eines Votums für die Entwürfe ist, sondern in der Diskussion
sollen die Stärken und Schwächen der einzelnen Entwürfe heraus
gearbeitet werden.
Anschließend begrüßt der Bezirksstadtrat für Planen, Bauen und
Umwelt Herr Panhoff die Anwesenden. Er schildert kurz aktuelle und
vergangene Entwicklungen am Mehringplatz und weist auf die Problematik
der andauernden Bauarbeiten der BVG am Mehringplatz sowie auf
die Vorgaben des Denkmalschutzes hin, die bei den Entwürfen zu
berücksichtigen waren.

2.2	 Vorstellung der Ergebnisse der
Bürgerbeteiligung
Frau Bouali gibt anhand einer PowerPoint-Präsentation einen
Überblick über die Ziele, den Verlauf und die zentralen Ergebnisse
des Bürgerbeteiligungsverfahrens. Durch ganz unterschiedliche
Beteiligungsformate
wurden
Nutzungswünsche
sowohl
von
AnwohnerInnen und Gewerbetreibenden als auch Nicht-AnwohnerInnen
ermittelt und eine Perspektivenvielfalt gewährleistet. Wesentliches Element
der Vorgehensweise war die aufsuchende und zielgruppenspezifische
Beteiligung mittels eines „Planspiels“.

22

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Zentrale Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sind der starke Wunsch
nach einer Verbesserung der Aufenthalts- und Gestaltungsqualität in
allen Teilräumen des Wettbewerbsgebietes durch eine angenehmere
Beleuchtung, abwechslungsreichere Pflasterung und differenziertere
Begrünung sowie mehr Mobiliar insbesondere Sitzgelegenheiten. Ein
Ende der fast zehn Jahre andauernden Baustellensituation auf dem
Mehringplatz hat höchste Priorität. Sehr geschätzt wird der Bereich
Mehringplatz aufgrund der Befreiung vom motorisierten Verkehr und
seiner ruhigen aber dennoch urbanen Qualitäten. Großes Konfliktpotenzial
besteht zwischen RadfahrerInnen und FußgängerInnen in der Ringstraße
und in der Friedrichstraße. Im Hinblick auf die Führung des Radverkehrs
über den Mehringplatz gab es gleichermaßen BefürworterInnen
als auch AblehnerInnen. Eine ausführliche Dokumentation der
Beteiligungsergebnisse steht über die Sanierungsseite der Südlichen
Friedrichstadt oder die Homepage der asum zum Herunterladen zur
Verfügung.

2.3 Vorstellung der ausgewählten Entwürfe
Im Folgenden werden die einzelnen Nachfragen und Anregungen der
Anwesenden stichpunktartig aufgeführt.
Entwurf Nr. 1080
•	 Materialbeispiele der Pflasterung wären toll, zur besseren Vorstellung
•	 Sind
die
Gestaltungsmöglichkeiten/
Spielmöglichkeiten
behindertengerecht? (generelle Anmerkung)
•	 Bei der Bepflanzung sollte die Stadtnatur (Lebensraum/ Nistplätze für
Vögel usw.) berücksichtigt werden
•	 Wird beim Beleuchtungskonzept auf die AnwohnerInnen Rücksicht
genommen?
•	 Nachfrage zur Fahrradführung – ist diese im Entwurf überhaupt
vorhanden? A: Ja wird berücksichtigt. Für den Radweg ist ein farbig
markierter Bodenbelag vorgesehen.
•	 Einwand: RadfahrerInnen fahren wie sie wollen, eine gezielte
Richtungslenkung des Radverkehrs wird nicht funktionieren
•	 Wenn der Rad-Kreisverkehr komplett um den Platz herumgeht, wird
es Konflikte zwischen Anlieferungsverkehr und Rad- und Fußverkehr
geben
•	 Realistisch gesehen nehmen RadfahrerInnen meist den schnellsten
Weg. Ein Lösungsvorschlag wäre, durch die Wahl des Bodenbelags
(„bremsendes“ Pflaster) den Radverkehr im Innenring abzubremsen
•	 Wenn die Treppenstufen am Mehringplatz erhalten bleiben, dann
könnten RadfahrerInnen nicht über den Platz fahren. Einwand: BVG
baut einen Aufzug der Zugang wird behindertengerecht gestaltet durch
eine Rampe. Diese kann dann auch von RadfahrerInnen genutzt
werden
Entwurf Nr. 1081
Zum diesem Entwurf gab es keine Anmerkungen oder Nachfragen von den
Anwesenden.

23

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Entwurf Nr. 1082
•	 Der Entwurf ist mutig und wird mehrfach positiv beurteilt
•	 Die zusätzliche Grünfläche beruhigt den Platz, was für die
AnwohnerInnen ein wichtiger Aspekt ist
•	 Das kleinteilige Pflaster bringt Auflockerung
•	 Eine Sorge, die geäußert wird ist, dass die Leute die Abkürzung über
die Platzfläche nehmen und mit der Zeit Trampelpfade entstehen
•	 Als problematisch wird zudem der Zugang zum Aufzug gesehen (um
von der Friedrichstraße dorthin zu gelangen, müsste man einmal um
den ganzen Platz herumlaufen)
•	 Nachfrage: Werden Hochbeete beibehalten oder nicht? A: Werden als
Körper so gelassen, aber in der Oberfläche neu bepflanzt
•	 Skepsis wird geäußert, dass die Kiezboxen funktionieren: Inventar,
das bereitgestellt wird, wird nicht lange vorhanden sein. -> Vorschlag:
Es könnte eine Betreuung organisiert werden
•	 Es besteht Zweifel, ob das Angebot der Kiezboxen überhaupt
angenommen wird
•	 Beleuchtung: es muss darauf geachtet werden, dass das Licht nicht zu
kalt ist, sondern als angenehm empfunden wird
Entwurf Nr. 1083
•	 Entwurf wirkt sehr streng mit wenig Auflockerungen
•	 Als positiv und sehr spannende Idee wird die Aktivierung der Luftetagen
für das Marktgewerbe bewertet
•	 Anregung: Toilettensituation muss integriert werden
•	 Kritik an Tischtennis-Platten auf der „Gitschiner Grünflächen“, weil
befürchtet wird, dass diese als Abstellfläche für Bierflaschen genutzt
werden
•	 Als positiv werden die vielen Sitzelemente empfunden. Es wird aber
dort angemerkt, dass diese mehrheitlich von Trinkern genutzt werden
•	 Nachfrage: Gibt es eine Begrenzung zur Straße am Übergang
Hallesche-Tor-Brücke, damit keine Autos in den Ring fahren? A: Wird
berücksichtigt (evtl. werden Poller aufgestellt).
•	 Der Vorschlag zur Führung des Radverkehrs über den Platz wird
als gute Idee empfunden, aber die Enge um den Brunnen lässt dies
vermutlich schwer zu
•	 Nachfrage: Ist der Radweg in beide Richtungen befahrbar? A: Ja
beidseitiger Radweg
•	 Vorschläge zum Radverkehrskonzept:
1.	 Die RadfahrerInnen sollten vor der Platzfläche zum Absteigen
bewegt werden
2.	 Unterteilung RadfahrerInnen, die über die Platzfläche schieben
& den Schnellradverkehr, der außen herum (evtl. Fahrradstraße)
geleitet wird)
Entwurf Nr. 1084
•	 Die Idee eines zusätzlichen Wasserspiegel um den Brunnen findet viel
Zuspruch
•	 Es wird angeregt, sich die gute Aufenthaltsqualität des Walter-BenjaminPlatzes in Charlottenburg durch die vorhandene Wasserfläche als
Beispiel zu nehmen. Auch auf dem Mehringplatz wäre mehr Wasser
gut. Hinweis auf einen Entwurf von Studenten der UdK mit dem Titel
„Mehringsee“ -> sehr lobenswerte Idee!
•	 Hervorragende Gestaltung als Verbindung zwischen Blücherplatz und

24

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

•	
•	

•	

•	
•	

Friedrichstraße
sehr schön, weil die Wasserfläche das Durchrasen von Radfahrern
verhindert -> mehr Aufenthaltsqualität auf dem Platz
Als positiv wird zudem die Berücksichtigung der geplanten Torhäuser
gesehen. Anregung: dort bis zur möglichen Realisierung öffentliche
Toiletten einzurichten
Wasserfläche wird auch kritisch gesehen: Befürchtungen, dass die
Fläche vor allem von Hunden genutzt wird? Und die Frage: Was
passiert im Winter, wenn es gefriert?
An diesem Entwurf wird geschätzt, dass konkret angegeben wird,
welche Pflanzen vorgesehen sind
Kritik an den vorgestellten Entwürfen: Es gibt zu wenig konkrete
Information bzw. Angaben über die Art der Bepflanzung und ein
entsprechendes Pflegekonzept für den Platz

Entwurf Nr. 1085
•	 Positiv an diesem Entwurf wird die Idee des „urban gardening“ als
Identifikationsmerkmal des Mehringplatzes bewertet
•	 Hinweis der Vorprüferin, dass dies ein Angebot an AnwohnerInnen und
als mögliche Idee zu verstehen ist. Wenn die Idee keinen Zuspruch bei
den AnwohnerInnen findet, findet auch keine Umsetzung statt
•	 Vorschlag aus dem Publikum, auch Nicht-AnwohnerInnen diese Art
der Nutzung zu ermöglichen
•	 Hinweis aus dem Publikum, dass es bereits einen interkulturellen
Garten in unmittelbarer Nähe gibt, der genutzt werden kann
•	 Es besteht die Sorge, dass die Umsetzung und Nutzung des „urban
gardening“ nicht klappt, weil die Ernte zum Beispiel geklaut wird. So
etwas ist im interkulturellen Garten passiert
•	 Dieser Entwurf sticht bezüglich der Art der Pflasterung heraus. Gleiches
gilt für die gärtnerischen Inseln
•	 Positiv wird gesehen, dass mittels der gärtnerischen Inseln die
Stadtnatur berücksichtigt wird
•	 Nachfrage: Welches Material ist für die Flöße in den Luftgeschossen
/ Durchgängen vorgesehen? A: Es gibt keine Materialfestlegung, weil
die Art der Nutzung in Zusammenarbeit mit AnwohnerInnen geschehen
soll. Die Flöße sind lediglich eine Idee
•	 Der Entwurf wird als „sehr erfrischend“ empfunden. Es wird aber zu
bedenken gegeben, dass am Mehringplatz eine „Zwittersituation“
herzustellen ist: Grünfläche/ Wiese in der Innenstadt und ein
städtischer Platz
Entwurf Nr. 1086
•	 durch die „geschwungene, nicht lineare“ Wegeführung in diesem
Entwurf, werden RadfahrerInnen vermutlich weniger die innere
Platzfläche nutzen
•	 Nachfrage: Gibt es auch Grünflächen auf der Platzfläche? A:
nein, es sind keine Grünflächen vorgesehen, sondern es soll eine
wassergebundene und gepflasterte Fläche entstehen.
•	 Nachfrage: Beharrt der Denkmalschutz darauf, dass keine Bäume
gefällt werden dürfen? Denn dann ist der Entwurf schwer umsetzbar.
A: Nein. Der Denkmalschutz beharrt nicht darauf.

25

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

2.4 Generelle Anmerkungen
•	

•	
•	

•	

•	

Die für die Friedrichstraße entwickelten Umgestaltungsvorschläge
wurden am Ende der Veranstaltung von einer Bürgerin als nicht
weitreichend genug bewertet. Sie wünschte sich zum Beispiel eine
Begrünung der Fassaden. Weiterer Kritikpunkt: Der Kreuzungsbereich
als wichtiges Entree in die Ringstraße wurde in keinem der Entwürfe
bearbeitet.
Mehrmals wurde auf die Notwendigkeit von öffentlichen Toiletten
hingewiesen.
Es wurde nachgefragt, ob durch ein entsprechendes Verkehrskonzept
der Mehringplatz autofrei über die Hallesche-Tor-Brücke an den
Blücherplatz angebunden werden kann.
•	 Antwort von Herrn Weiss: Verkehrssituation auf der Uferstraße
bleibt so wie sie ist. Es gab zwei Vorschläge im WorkshopVerfahren, die jedoch beide als nicht umsetzbar verworfen wurden.
Querungsmöglichkeiten der Uferstraße können jedoch verbessert
werden.
Die Führung des Radverkehrs und damit eine Entschärfung des
Konflikts zwischen FußgängerInnen und RadfahrerInnen war eines der
Hauptthemen der Bürgerversammlung. Wie Gefährdungssituationen
insbesondere durch schnell fahrende RadfahrerInnen vermieden
werden können, wurde in den Entwürfen insgesamt als nicht
ausreichend gelöst betrachtet.
•	 Um den Radverkehr zu entschleunigen wurde vorgeschlagen, ein
„bremsendes“ Pflaster zusätzlich zur Markierung zu wählen
•	 Vorgeschlagen wurde zudem, den Fahrradverkehr um den
Platz herum zu lenken, was insbesondere schnell fahrende
RadfahrerInnen ansprechen sollte
Thema Begrünung: Es wurde angemerkt, dass die Stadtnatur ihren
Platz haben muss. Bemängelt wurde, dass die Angaben zur Auswahl
der Gewächse zu wenig konkret waren. Das Thema Pflege muss bei
der Auswahl der Begrünung ausreichend berücksichtigt werden, da
sonst das Neugeschaffene nicht nachhaltig sein wird.

2.5 Abschluss der Bürgerversammlung
Obwohl der Gestaltungsspielraum durch Rahmenbedingungen begrenzt
ist, gab es sehr vielfältige und ideenreiche Entwürfe zur Umgestaltung des
Mehringplatzes.
Die Atmosphäre auf der Bürgerversammlung war insgesamt sehr positiv
mit vielen lobenden und anregenden Meinungsäußerungen zu den
Wettbewerbsergebnissen.
Das Protokoll der Bürgerversammlung wurde von Frau Schmidtke
aufgestellt.

26

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

2.6 Anwesenheitsliste vom 03.12.2015
Nichtoffener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb
Mehringplatz
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Bürgerversammlung
Donnerstag, den 03.12.2015, 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr
Willy-Brandt-Haus, Hans-Joachim Vogel Saal, Wilhelmstraße 140,
10963 Berlin

27

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Wettbewerbskoordination
Patrick Weiss, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Abt. II D 2, Architektur Stadtgestaltung Wettbewerbe
Claudia Gil, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Abt. II D 2, Architektur Stadtgestaltung Wettbewerbe
Christa Haverbeck, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Stadtentwicklungsamt,Sanierungsverwaltungsstelle
Kerstin Kipker, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Stadtentwicklungsamt,Sanierungsverwaltungsstelle

Wettbewerbsdurchführung
Gaby Morr, BSM mbH
Jochen Kölling, BSM mbH
Gregor Lehmann, BSM mbH

Vorprüfung
Daniel Sprenger, Landschaftsarchitekt, Berlin
Katharina Schütze, Landschaftsarchitektin, Berlin

Mitarbeit Vorprüfung
Tobias Habermann
Paul Piesker

28

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Durchführung Bürgerversammlung
Kerima Bouali, asum
Werner Oehlert, asum
Gesine Schmidtke, asum

29

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

3. Teilnehmer des Wettbewerbs
Preisträger
Arbeit 1082
1. Preis:

ARGE Lavaland GmbH, Berlin und TH Treibhaus, Berlin

Verfasser:

Laura Vahl und Deniz Dizici

Mitarbeiter:

Julia Kattinger, Peter Werner, Martina Schwarz, Luca
Torini

Arbeit 1084
2. Preis:

Lützow 7 Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin

Verfasser:

Cornelia Müller und Jan Wehberg

Mitarbeiter:

Kristin Keßler, Carolina Keller

Arbeit 1085
3. Preis:

ARGE ATELIER LE BALTO Landschaftsarchitekten, Berlin
und Kuehn Malvezzi Projects, Berlin

Verfasser:

Marc Pouzol und Johannes Kuehn

Mitarbeiter:

Véronique Faucheur, Nil Lackkauff, Karin Fendt

2. Rundgang
Arbeit 1080
2. Rundgang:

Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin

Verfasser:

Nicolai Levin

Mitarbeiter:

Rob Grotewal, Laura Santoro, Christiane Wetzel

Arbeit 1081
2. Rundgang:

A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin

Verfasser:

Steffan Robel

Mitarbeiter:

Matteo Basta, Esther Augustin, Sibylle Lacheta

Fachberater:

Lichtplaner: Studio Dinnebier, Berlin
3D-Visualisierung: Tim Erdmann, monokrom, Hamburg

30

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Arbeit 1083
2. Rundgang:

ANNABAU Architektur und Landschaft GmbH, Berlin

Verfasser:

Sofia Petersson und Moritz Schloten

Mitarbeiter:

Giulia Moretti, Angelica Verdini

Arbeit 1086
2. Rundgang:

METTLER Landschaftsarchitektur, Berlin

Verfasser:

Rita Mettler

Mitarbeiter:

Marek Langner, Sebastian Rübenacker, Jakub Wozny,
Tobias Grünewald, Rosa Sommer

Fachberater:

Lichtplanung: conceptlicht at, Mils / Innsbruck A

31

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

4.

Bericht der Vorprüfung

4.1 Vorlauf
Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung
vom 24. März 2015 im EU-Amtsblatt sowie den Seiten von
Wettbewerbe Aktuell in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren
(Teilnahmewettbewerb gemäß RPW und VOF) aus 61 Bewerbern durch
ein vom Preisgericht unabhängiges Beratergremium 7 Teilnehmer ausge­
wählt.
Die Auslobungsunterlagen standen ab dem 18. August 2015 zum
Download bereit. Am gleichen Tag wurde den Teilnehmern die
Auslobungsbroschüre im Rahmen eines Ausgabekolloquiums ausgehän­
digt.
Rückfragen konnten am 8. September 2015 im Rahmen eines
Rückfragekolloquiums gestellt werden. Zusätzlich konnten bis zum 11.
September 2015 Rückfrage schriftlich eingereicht werden. Das Protokoll
der Rückfragen mit den Fragen und Antworten wurde am 18. September
2015 an die Teilnehmer versandt und ist zusammen mit den ebenfalls
zu diesem Zeitpunkt im Downloadbereich zur Verfügung gestellten zu­
sätzlichen Unterlagen (CAD-Daten / Fotos / Kostenformblatt) Teil der
Ausschreibung.

4.2

Einlieferung der Arbeiten

Der Abgabetermin für die Wettbewerbsarbeiten war der 4. November
2015.
Bis spätestens 4. November 2015 16.00 Uhr gingen 7 Arbeiten terminge­
recht bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Referat
II D, Brückenstraße 6, 10179 Berlin ein. Sie wurden entgegengenommen,
quittiert und Datum, Uhrzeit sowie Art und Umfang der Unterlagen wur­
den in einer Sammelliste erfasst.
Die 7 Wettbewerbsarbeiten wurden ungeöffnet in die Räume der
Vorprüfung im Neuen Stadthaus, Raum 301, Parochialstraße 3, 10179
Berlin transportiert.

4.3 Anonymisierung
Die Wettbewerbsarbeiten wurden in allen Teilen nach der Reihenfolge
ihrer Abgabe mit einer 4-stelligen Tarnzahl von 1080 bis 1086 gekenn­
zeichnet. Die Verfasserumschläge wurden unter Verschluss genommen.
Verstöße gegen die Anonymität wurden nicht festgestellt.

33

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

34

4.4 Vollständigkeit der Arbeiten
Die Vollständigkeit der Wettbewerbsarbeiten wurde gem. Punkt 1.11
– Geforderte Leistungen der Wettbewerbsauslobung überprüft, die
Ergebnisse wurden in nachfolgender Tabelle zusammengefasst.

Verzeichnis der eingereichten Unterlagen

Tarnzahl

1080 1081 1082 1083 1084 1085 1086

01. Lageplan

X

X

X

X

X

X

X

02. Entwurfsplan

X

X

X

X

X

X

X

03. Detaildarstellung
Mehringplatz mit
Ringstraße

X

X

X

X

X

X

X

04. Detaildarstellung
weiterer Teilbereiche

X

X

X

X

X

X

X

05. Schnitte / Ansichten

X

X

X

X

X

X

X

07. Detail

X

X

X

X

X

X

X

08. Visualisierung

X

X

X

X

X

X

X

09. Erläuterungsbericht

X

X

X

X

X

X

X

10. Pflanzkonzept

X

X

X

X

X

X

X

11. Beleuchtungs­
konzept

X

X

X

X

X

X

X

12. Entwurf in A4

X

X

X

X

X

X

X

13. Prüfplan

X

X

X

X

X

X

X

14. Kostenermittlung

X

X

X

X

X

X

X

15. Verzeichnis

X

X

X

X

X

X

X

16. Verfassererklärung

X

X

X

X

X

X

X

Alle Arbeiten waren vollständig und prüfbar.
Zusätzliche Leistungen wurden nicht eingereicht.

4.5 Ausschlusskriterien
Verstoß gegen bindende Vorgaben
In der Auslobung wurden keine bindenden Vorgaben im Sinne der RPW
2013 § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 formuliert, die bei Nichterfüllung zum
Ausschluß einer Arbeit führen.

4.6 Vorprüfung
Verfahren
Die Vorprüfung wurde vom 9. November 2015 bis zum 30. November
2015 im Neuen Stadthaus, Raum 301, Parochialstraße 3, 10179 Berlin
durchgeführt.
Zu jedem Wettbewerbsentwurf wurde ein Einzelbericht angefertigt,
der die Ergebnisse der Vorprüfung zusammenfasst. Vorprüfung und
Protokollierung der Ergebnisse erfolgte unter Punkt 3.12 der Auslobung
genannten Beurteilungskriterien.

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

Prüfung der qualitativen Daten
Folgende Kriterienbereiche wurden im Rahmen der Vorprüfung bearbeitet
und finden sich entsprechend in den Einzelberichten wieder:
Städtebau
- Stadträumliche Gestaltung
- Einfügung in den Stadtraum
Gestaltung und Nutzung
- Konstruktion / Material / Bepflanzung
- Denkmalschutz
- Beleuchtung
Realisierbarkeit
- Programmerfüllung
- Barrierefreiheit
- Kosten
Prüfung der quantitativen Daten
Die in der Auslobung geforderte Kostenermittlung wurde nachgeprüft und
aufbereitet.
Anmerkungen zur Kostenprüfung
Die Baukonstruktionskosten und Mengen wurden getrennt nach
den Kostengruppen KG 510 – KG 590 anhand der vorliegenden
Wettbewerbsunterlage ermittelt
Für die KG 700 (Baunebenkosten) wurden die Landschaftsarchitekten­
leistungen je Teilnehmer ermittelt.
Sachverständige
Die Sachverständige hatten am 19. November 2015 zwischen 10 und 16
Uhr die Möglichkeit die Wettbewerbsarbeiten einzusehen und zu prüfen.
Bei der Vorprüfung haben folgende Sachverständige beratend mitgewirkt:
Sabrina Fenk
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin
Referat Öffentliche Beleuchtung
Cagla Ilk
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin
Frauenbeirat
Frank Müller
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Straßen- und Grünflächenamt, Fachbereich Straßen
Olav Vogt
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Untere Denkmalschutzbehörde

35

Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

36

Ingrid Hermannsdörfer
Der Polizeipräsident in Berlin
städtebauliche Kriminalprävention
Kerima Bouali
asum
Kristijana Penava
Quartiersmanagement Mehringplatz

4.7 Gliederung der Einzelberichte
In den Einzelberichten stellt die linke Seite durch eine Plandarstellung,
einen Detailplan und eine Perspektive ausschnittsweise die
Wettbewerbsbeiträge dar. Auf der rechten Seite erfolgt eine text­
liche Erläuterung zu den Beiträgen. Die textliche Erläuterung gliedert
sich in die Punkte Gesamtkonzeption, Gestaltung und Nutzung sowie
Realisierung / Kostenrahmen / Wirtschaftlichkeit. Die Gesamtkonzeption
beinhaltet die dem Wettbewerbsbeitrag zugrunde liegende Entwurfsidee
sowie die daraus resultierenden spezifischen Materialien und
Gliederungen des Stadtraumes. Unter Gestaltung und Nutzung wer­
den die einzelnen städtebaulichen Räumen des Realisierungsteils,
innerer Mehringplatz, äußerer Ring des Mehringplatz und südliche
Friedrichstraße, sowie die Räume des Ideenteils, Grünflächen am
Ufer und Hallesche-Tor-Brücke, beschrieben. Abschließend erfolgt
eine Darstellung zum Umgang mit dem Vegetationsbestand und eine
Erläuterung des Beleuchtungskonzeptes. Der Punkt Realisierung /
Kostenrahmen / Wirtschaftlichkeit beinhaltet die Kostenschätzung und
eine Einschätzung zum Unterhalt.

Zitate der Verfasser sind kursiv darsgestellt.











Wettbewerb Mehringplatz / Ergebnisprotokoll

4.8 Einzelberichte zu den Wettbewerbsarbeiten
1080 - 1086

37

Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin - 2. Rundgang

1080

38

Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin - 2. Rundgang

Gesamtkonzept
Dem
denkmalgeschützten
Ensemble
der
Nachkriegsmoderne nähern sich die Verfasser weder
durch rekonstruierende Adaption der Gestaltung der
1970er-Jahre noch des gründerzeitlichen Belle-AIIiancePlatzes, sondern mit Mitteln der lnterpretation, die auf die
heutigen Ansprüche reagiert, um einen vielseitig nutzbaren
Freiraum für Anwohner und Passanten entstehen zu
lassen, der gleichermaßen robust wie repräsentativ ist.
Das Wettbewerbsgebiet ist in drei Bereiche mit
unterschiedlichen
Aufenthaltsqualitäten
gegliedert:
die südliche Friedrichstraße incl. äußerem Ring und
Luftgeschossen mit Läden, Cafés und Fahrradweg; den
zentralen Rasenplatz unter Einbeziehung der Achse und
den Wasserpark im Süden.
Mit gleichen Gestaltungsprinzipien wird der Bereich
zwischen Mehringplatz und Franz-Klühs-Straße bis
zum Blücher-Platz über die Brücke und die Uferstraßen
entwickelt. Großformatige Platten aus Ortbeton
markieren die Bewegungslinien. Entsprechend dem
Charakter des Gebäudeensembles am Mehringplatz
setzen sich die Belagsmaterialien von denen der
umgebenden Friedrichstadt ab, in heller Farbigkeit wird
Bezug zu den warmen Beigetönen der Gebäudefassaden
hergestellt. Die innere Platzfläche ist ein nutzbarer
Rasen, der von geschwungenen Betonelementen
begrenzt wird. Diese bilden ähnlich den bisherigen
Hochbeeten eine ca. 30 cm hohe Aufkantung um die
Fußhöhe der Bestandsbäume zu integrieren. Die
Sichtachse wird auf gesamter Breite freigehalten. Die
Fahrradverbindung wird mit einer Lichtzeichenanlage
über die Uferstraßen geführt, Fahrradständer sind im
äußeren Ring eingeordnet.
Gestaltung und Nutzung
Die zentrale Grünfläche wird bis auf 5 m an die Randbebauung herangeführt. Die Radialwege sind erhalten. Die
wellige Oberfläche der geschwungenen Betonelemente
lädt zu unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten ein, um
die Friedenssäule wurde die Fläche um 4,50m vergrößert,
die Betoneinfassungen erheben sich aus der Fläche und
bilden breite Sitzmauern. Freigeformte Beete mit Gräserund Staudenpflanzungen sowie Sitzinseln sind in die
Rasenflächen eingefügt. Diese Pflanzinseln verdichten
sich entlang der Platzränder gemeinsam mit schirmförmig
aufgeasteten Sträuchern. Der inneren Platzfläche sollen
so schmückende gärtnerische Akzente, in Anlehnung an
die Pflasterornamente und aufwändigen Pflanzungen des
historischen Belle-AIIiance-Platzes hinzugefügt werden.
Die Achse ist mit Betonrechteckpflaster gestaltet, von dem
sich der Bereich um die Friedenssäule als mit Ortbeton
befestigte Platzfläche absetzt. Seitlich der vorhandenen
Skulpturen überwinden Rampen die denkmalgeschützten
Treppen. Die barrierefreien Wege sind hier den
Fußgängern vorbehalten. Die historischen Figuren und
beiderseitige Rampen flankieren die Freitreppe im Süden.
Der äußere Ring des Mehringplatzes nimmtdie wesentlichen
Erschließungsfunktionen des Boulevards auf, um die innere

1080

39

Platzfläche von Verkehr freizuhalten. Die Gliederung der
Belagsflächen zeichnet die Form des Gebäudeensembles
nach. Die mittig gelegenen Pflasterflächen dienen als
Mischverkehrsfläche Fußgängern, Radfahrern sowie
dem Liefer- und Rettungsverkehr. Ein breites Band
aus großformatigem Ortbeton integriert neben den
Baumscheiben der bestehenden Platanen eine große
Zahl von Fahrradständern sowie Sitzbänke, mal einzeln,
mal gegenüber und mal mit Tisch. Einseitig begleiten
Kübel mit schirmförmigen Sträuchern den Wegeverlauf
um eine veränderte Raumproportion zu erzeugen.
Die Pflasterfläche des äußeren Ringes wird unter den
Luftgeschossen übergangslos bis an die Umfassung der
inneren Rasenfläche herangeführt.
In der südlichen Friedrichstraße dient ein breites Band
aus großformatigem Ortbetonplatten als zentrale
Mischverkehrsfläche, seitlich angeordnete Pflanzkübel
und Leuchten betonen dessen linearen Verlauf. Die
Bodenplatten der EU-Mitgliedsstaaten „Pfad der Visionäre“
sind hier in das Ortbetonband integriert. Die vorhandenen
Baumhaine auf der West- und Ostseite können barrierefrei
für Außengastronomie genutzt werden.
Die zwei Grünflächen an der Uferstraße sind mit einem
neuen Wegesystem gestaltet, das auch den vorhandenen
Trampelpfaden folgt. Geschwungene Wegeführung und
einzelne Pflanzbeete stellen einen Bezug zur Gestaltung
der inneren Platzfläche her. Es werden im westlichen
Teil kleine Spielflächen für Boule und Tischtennis
sowie ein Treffpunkt für Trinker angeboten, im östlichen
Teil werden Sitzbänke vorgesehen. Die Standorte für
mögliche Torgebäude sind berücksichtigt.
Auf der Halleschen-Tor-Brücke wird die mittige
Ortbetonfläche als Bus- und Fahrradspur genutzt, die
Haltestelle ist hier eingeordnet. Die beidseitigen 10,50
m breiten Gehwege dienen als Aufenthaltsflächen mit
langgestreckten Sitzbänken. Die Fahrradverbindung wird mit
einer Lichtzeichenanlage über die Uferstraßen geführt. Von
31 Bestandsbäumen im Realisierungsteil sind 21 erhalten.
Die Platanen erhalten einen individuellen Kronenschnitt, um
diese den Raumproportionen des Ensembles anzupassen.
Flächige Strauchpflanzungen werden entfernt.
Das
Beleuchtungskonzept
sieht
vor,
die
Bewegungsflächen im äußeren und inneren Kreis
sowie die Luftgeschosse gleichmäßig auszuleuchten.
Die in der Straßenmitte angeordneten neuen LED
- Mastleuchten sollen der Formensprache und dem
Charakter des Gebietes entsprechen.
Deckenleuchten schaffen eine visuelle Verbindung
zwischen äußerem und innerem Ring. Zu Festen und
feierlichen Anlässen soll die Lichtfarbe der Mastleuchten
und Strahler verändert werden, um den Mehringplatz
als besonderes Ensemble sichtbar zu machen.
Realisierung / Kostenrahmen / Wirtschaftlichkeit
Durch die großflächige Verwendung von Betonpflaster
erscheint die Arbeit im Kostenrahmen realisierbar. Die
einzelnen Gräser- und Staudenpflanzungen erfordern
einen relativ hohen Pflegeaufwand.

A24 Landschaft Landschaftsarchitektur, Berlin - 2. Rundgang

1081

40

A24 Landschaft Landschaftsarchitektur, Berlin - 2. Rundgang

Gesamtkonzept
Das Entwurfsgebiet setzt sich aus der bedeutenden
linearen
Nord-Süd-Verbindungsachse
der
Friedrichstraße und den konzentrischen Freiräumen
des Mehringplatzes zusammen. Beide verzahnen
sich im Mittelpunkt des Mehringplatzes mit dem
Freiheitsdenkmal als Zentrum. Zur Betonung der
historischen Nord-Süd-Achse wird ein einheitlicher
Bodenbelag aus großformatigen Natursteinplatten
(Granit) mit Kleinsteinpflaster als Randabschluss
vorgeschlagen. Der Belag erstreckt sich ausgehend von
der Franz-Klühs-Straße bis zur Hallesche-Tor-Brücke.
Die Sichtachse wird auf gesamter Breite freigehalten.
Das Wettbewerbsgebiet ist in drei Zonen mit
unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten gegliedert: in
eine äußere, städtische Zone mit Ladenzeilen und Cafés;
in eine ruhige, parkähnliche Zone mit Rasensegmenten
unter Bäumen; und in eine innere, städtische Zone in
Form eines befestigten Stadtplatzes.
Unter Berücksichtigung von denkmalpflegerischen
Aspekten wird der Freiraum mit Eingriffen im Spektrum
zwischen Aufwertung und Aktivierung umgestaltet. Als
Hauptgestaltungselement werden drei Ringe eingeführt:
das Ringstraßenband, das Interaktionsband und
das Band der Mitte. Diese drei Ringe sind jeweils mit
unterschiedlich ausgeprägten Sitzmöbeln ausgestattet.
Gestaltung und Nutzung
Die zentrale, befestigte Platzfläche mit der Friedenssäule
soll als städtischer, berlinweit bedeutsamer Platz
erfahrbar gemacht werden. Der Belag besteht aus
großformatigen, im Kreis verlegten Granitplatten und aus
Kleinsteinpflaster. Ringförmig angeordnete Sitzbänke –
das Band der Mitte – bieten Aufenthaltsmöglichkeiten.
Rückwärtig schließen sich acht Rasensegmente an,
die in Anlehnung an den Bestand durch strahlenförmig
angelegte Wege gebildet werden. Die Bestandsbäume
auf den Rasensegmenten bleiben erhalten, es entsteht
ein Parkbereich als Zone der Ruhe.
Der Kreis der Hochbeete wird einer Aktivierung
unterzogen. Der zweite Ring, das Interaktionsband,
wird als weiterer Aufenthaltsring angelegt. Die
bestehenden Höhendifferenzen der Hochbeete werden
für die Neubespielung mit Holzsitzelementen genutzt.
So z.B. entstehen tribünenartige Sitzmöglichkeiten oder
lange Doppelbänke die von zwei Seiten nutzbar sind.
Teilweise werden Holzliegen integriert. Die Bäume in
den Hochbeeten bleiben aufgrund der Beibehaltung der
Bestandshöhen erhalten. Einzelne Hochbeete werden
neu bepflanzt. Der Farngarten besteht mit höheren
Stauden z.B. aus Königsfarn, Waldschmiele, Geißbart
und Straußfarn. Der niedrige Gräsergarten besteht
z.B. aus verschiedenen Seggenarten, Waldmarbel,
Funkien und Elfenblume. Nichtbepflanzte Hochbeete
sind entweder mit Kies oder wassergebundener Decke
abgestreut.
Im Süden wird die Freitreppe mit Marmorstatuen von
zwei Rampen flankiert.

1081

41

Die äußere Ringstraße steht insbesondere einer
öffentlichen Nutzung zur Verfügung. Sie ist in
eine Vorzone vor den Geschäften, ein breites
Bewegungsband und einen Fahrradweg untergliedert.
Zwischen Vorzone und Bewegungsband wird das
Ringstraßenband angelegt. Es nimmt Sitzbänke,
Fahrradständer, Beleuchtung und Müllbehälter auf. Für
die Verfasser stellt eine Befestigung der Ringstraße
mit Kleinsteinpflaster den idealen Gestaltungszustand
dar (gemäß vorliegendem Entwurfsplan). Allerdings
sei dieser Zustand, nach Verfasserangaben, nicht im
Kostenrahmen realisierbar. In die Ringstraße integriert
ist ein Asphaltstreifen als Radweg.
Im Bereich der baulichen Aufweitung in der südlichen
Friedrichstraße entsteht der Platz der Visionäre. Die
Bodenplatten der EU-Mitgliedsstaaten sind hier in den
Belag eingelassen. Der Baumhain auf der Westseite
kann weiterhin für Außengastronomie genutzt werden.
Auf der Ostseite werden Bänke unter Bäumen
angeboten. Markierungsnägel kennzeichnen den auf
der Westseite verlaufenden Radweg.
Die zwei Grünflächen an der Uferstraße sind mit
einem neuen Wegesystem gestaltet. Die bestehenden
Ausbuchtungen im Bereich der äußeren Ringstraße
werden umgestaltet und mit dem Wegesystem verknüpft.
Entlang der Wegeflächen sind teilweise Sitzbänke
geplant. In der westlichen Grünfläche ist zusätzlich eine
Überdachung vorgesehen. Die Standorte für mögliche
Torgebäude sind berücksichtigt
Auf der Hallesche-Tor-Brücke wird auf der Ostseite, in
Zuordnung zur verkleinerten Bushaltestelle, eine Reihe
mit Sitzbänken angeboten. Auf der Westseite verläuft
der mit Nägeln markierte Radweg.
Die Bestandsbäume im Realisierungsteil bleiben
vollständig erhalten. Zur Revitalisierung sollen die
Baumkronen zurückgeschnitten werden.
Das Beleuchtungskonzept sieht vor, die bestehenden
Kugelmastleuchten
entlang
von
Wegeflächen
neu anzuordnen und mit blendfreien, nach unten
gerichteten
LED-Flutlichtern
auszustatten.
Die
Friedenssäule und die zwei Skulpturen sollen mit neuen
Leuchtmitteln beleuchtet werden. Die Deckenflächen
der Luftgeschosse erhalten eine hochglänzende
Oberflächenbearbeitung.
Blendfreie
Lichtbänder
strahlen Streiflicht entlang der Wände ab, und das Licht
wird von der Decke reflektiert.
Realisierung / Kostenrahmen / Wirtschaftlichkeit
Die vom Verfasser berechnete Variante mit dem Erhalt der
Ringstraße erscheint im Kostenrahmen realisierbar, die
gezeichnete Variante mit der großflächigen Verwendung
von Kleinsteinpflaster erscheint im Kostenrahmen
kritisch. Die Holzsitzelemente erzeugen einen relativ
hohen Baukosten- und Unterhaltungsaufwand.

ARGE Lavaland GmbH, Berlin und TH Treibhaus, Berlin - 1. Preis

1082

42

ARGE Lavaland GmbH, Berlin und TH Treibhaus, Berlin - 1. Preis

Gesamtkonzept
Im Zentrum des Entwurfs steht das Rondel, um dieses
herum wird die Friedrichstraße bis zum Blücherplatz
geführt. Die Bewegung im Raum wird grundsätzlich anders als in der gegenwärtigen Situation - nicht axial
verstanden, sondern bewusst durch die Rasenfläche
umgelenkt. Zur Betonung der Bewegungsflächen
der historischen Nord-Süd-Achse werden die
Belagsoberflächen einheitlich entsprechend dem
„Berliner Materialkanon“ mit Kleinstein- und GroßsteinPflaster gestaltet. Der Belag erstreckt sich ausgehend
von der Franz-Klühs-Straße bis zur Halleschen-TorBrücke. Die Sichtachse wird auf gesamter Breite
freigehalten.
Das Wettbewerbsgebiet ist in drei Zonen mit
unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten gegliedert: die
südliche Friedrichstraße mit Läden und Cafés; den
Rasenplatz, der unter Einbeziehung der Luftgeschosse
von einem aktiven, mit Angeboten anreicherten Ring
umgeben ist und den ruhigen Wasserpark im Süden.
Gestaltung und Nutzung
Die zentrale Rasenfläche mit der Friedenssäule ist
durch eine 25 cm hohe Einfassung von der umgebenden
Pflasterfläche abgesetzt. Der daran anschließende
intensive Ring besteht aus Kleinsteinpflaster
(Verkehrsbereiche)
und
einem
Mosaiksaum.
Innerhalb des Rings sind Aufenthaltsflächen mit
Granitgroßsteinpflaster abgesetzt. Unter dem inneren
Gebäudering wird bestehendes Betonpflaster als
historische Intarsie in den neuen Platzbelag ebenso wie
ein Großteil der historischen Hochbeete integriert. Die
Bäume in den Hochbeeten bleiben unter Beibehaltung
der Fußpunkthöhen erhalten. Einzelne Hochbeete
werden zu Gunsten einer besseren Verknüpfung
mit den Luftgeschossen entfernt, um den Raum des
steinernen Rings von der äußeren Gebäudekante bis
zur Rasenkante schwellenfrei und zusammenhängend
wahrnehmbar zu machen. An Stelle der Hochbeete
werden Sitzgruppen mit Bänken oder Hockern
angeordnet.
Die historischen Figuren und beiderseitige Rampen
flankieren die Freitreppe im Süden.
Die äußere Ringstraße steht öffentlicher Nutzung zur
Verfügung. Die Befestigung der Ringstraße erfolgt
mit Kleinsteinpflaster. Aufenthaltsbereiche unter den
vorhandenen Bäumen sind mit Großpflaster abgesetzt,
in diesem Bereich sind Sitzbänke und Fahrradständer
eingeordnet.
In der südlichen Friedrichstraße sind die vorhandenen
Bodenplatten der EU Staaten als Pfad der Visionäre
in den
Kleinsteinpflasterbelag eingelassen. Die
vorhandenen Baumhaine auf der West- und Ostseite
können weiterhin für Außengastronomie genutzt
werden. Der befahrbare Mittelstreifen hebt sich von
dem mit Mosaik gepflasterten Fußgängerbereich ab
Die zwei Grünflächen an der Uferstraße sind mit
einem neuen Wegesystem gestaltet. Die bestehenden

1082

43

Ausbuchtungen im Bereich der äußeren Ringstraße
werden zurückgebaut. Entlang der Wegeflächen sind
teilweise Spiel- und Gesundheitsangebote geplant. In
der östlichen Grünfläche ist zusätzlich ein Kneippbecken
vorgesehen. Die Standorte für mögliche Torgebäude
sind berücksichtigt.
Auf der Hallesche-Tor-Brücke wird der Gehwegbereich
auf der Westseite erweitert und mit einer Reihe von
Sitzbänken möbliert.
Die Fußgänger und Fahrräder werden in der Achse mit
einer Lichtzeichenanlage über die Uferstraßen geführt.
Von 31 Bestandsbäumen im Realisierungsteil sind 28
erhalten. Zur Revitalisierung sollen die Baumkronen
einen individuellen Schnitt erhalten.
Das
Beleuchtungskonzept
sieht
vor,
die
Bewegungsflächen im äußeren und inneren Kreis sowie
die Luftgeschosse gleichmäßig auszuleuchten. Die in
der Straßenmitte angeordneten Mastleuchten werden
in den Luftgeschossen von Deckenleuchten ergänzt. Je
drei Leuchten pro Abschnitt stehen auf einer Linie und
schaffen in ihrer Lichtwirkung und als Lichtpunkt eine
visuelle Verbindung zwischen äußerem und innerem
Ring. Die Bestandsleuchten in den Luftgeschossen
werden mit LED-Tageslichttechnik ausgerüstet und
in Abhängigkeit zum Sonnenstand und Wetter auch
tagsüber angesteuert. Die Friedenssäule wird mit
Strahlern illuminiert.
Realisierung / Kostenrahmen / Wirtschaftlichkeit
Die Arbeit erscheint durch die Integration von
Bestandsflächen im Kostenrahmen realisierbar. Durch
die große zentrale Rasenfläche und den Verzicht
auf Gehölzpflanzungen erscheint der Pflegeaufwand
durchschnittlich.

ANNABAU Architektur und Landschaft GmbH, Berlin - 2. Rundgang

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ANNABAU Architektur und Landschaft GmbH, Berlin - 2. Rundgang

Gesamtkonzept
Die Neugestaltung der Platzfläche versucht die Stärken
der spätmodernen Gestaltung aufzugreifen und diese
zeitgenössisch zu interpretieren, gleichzeitig sollen
Schwächen und undeutliche Typologien reduziert
werden. Durch die Neugestaltung der Freifläche
wird nicht nur der Platz aufgewertet sondern auch
die umlaufende Geschäftszeile gewinnt erheblich an
Attraktivität.
Die bestehenden Längsstreifen im Bodenbelag der
Friedrichstraße (Kleinsteinpflaster) bleiben erhalten
und werden durch einen neuen Belag aus hellen
Natursteinplatten (Mittelformat, wilder Verband) ergänzt.
Die Streifen verlaufen, mit Ausnahme der zentralen
Platzfläche, über die gesamte Nord-Süd-Achse.
Der östliche Streifen nimmt einen Zwei-RichtungsFahrradweg auf. Er besteht aus Asphalt mit heller
Betoneinfassung. Alle übrigen befestigten Flächen im
Realisierungsteil erhalten einen einheitlichen Belag
aus quadratischem Betonwerksteinpflaster (20x20 cm,
mittelgrau mit goldgelben Gesteinseinstreuungen). Mit
diesem einheitlichen Belag sollen die verschiedenen
Stadträume zusammengehalten werden. Besondere
Funktionsbereiche in der Ringstraße, auf der
Friedrichstraße und der zentralen Platzfläche sind durch
großformatige, helle Natursteinplatten gekennzeichnet.
Sie fassen Stadtmobiliar, Straßenbäume und
U-Bahneingänge.
Gestaltung und Nutzung
Auf der zentralen Platzfläche mit Friedenssäule
entsteht ein kreisförmig angelegter Funktionsbereich,
der Sitzbänke und Informationsstelen aufnimmt. Die
bogenförmigen Sitzbänke sind von beiden Seiten nutzbar.
Auf diese Weise entsteht keine Rückseite, sondern die
Platzfläche und die Rasenfläche werden gleichermaßen
hervorgehoben. Entlang der Nord-Süd-Achse werden
randseitig weitere Sitzbänke angeboten. Im Süden
wird die Treppenanlage zurückgebaut. Die dortige
Höhendifferenz soll durch eine behindertengerechte
Neigung des Weges überwunden werden.
Die radial verlaufenden Wege bleiben erhalten und
werden auf 3m verbreitert. Die Hochbeete werden
aufgegeben. Statt dessen entstehen geneigte
Rasenflächen, die zur Bebauung hin sitzhohe
Stahlkanten ausbilden und eine Sitzauflage aus
Holz erhalten. Auf den nördlichen Rasenflächen sind
ergänzende Baumpflanzungen aus Spitzahorn und
japanischem Schnurbaum geplant.
Die offenen Erdgeschosszonen der Ringbebauung sind
in Zuordnung zu den Treppenhäusern mit Fahrradbügeln
ausgestattet. Zur Belebung der Passagen schlagen die
Verfasser vor, jeden zweiten Durchgang zur Aufstellung
von Marktständen zu nutzen. In der äußeren Ringstraße
wird die Fahrspur durch helle Belagsstreifen aus
Natursteinplatten gefasst. Zugunsten einer eindeutigen
Kreisfigur sind die zwei Ausbuchtungen im Süden den
Grünflächen zugeschlagen.

1083

45

In der südlichen Friedrichstraße erhält die kleine
Platzfläche ebenfalls einen neuen Belag aus
quadratischem Betonpflaster. Der Höhenunterschied
wird durch Stufen aus hellem Naturstein abgefangen.
Barrierefreier Zugang besteht von Norden entlang der
Gebäudefassade.
In den Grünflächen Ost und West werden das
Wegenetz teilweise erneuert und Sitzbänke aufgestellt.
Im Westen sind Tischtennisplatten und ein Kiosk mit
Außenbestuhlung geplant. Potentielle Flächen für die
zwei Torgebäude sind berücksichtigt.
Die Bushaltestelle auf der Hallesche-Tor-Brücke nimmt
nur noch den östlichen Brückenteil in Anspruch. Auf der
Westseite ist ein Kiosk mit Außenbestuhlung platziert.
Der Fahrradweg verläuft mittig.
Das Sitzmobiliar ist als Familie entwickelt. Es besteht
aus sandgestrahlten Betonelementen die durch leichte
Stahlrahmen miteinander verbunden sind. Auf den
Stahlrahmen sind die Sitzauflagen aus Douglasienholz
montiert. Die Sitzbänke können mit und ohne Lehne,
linear oder bogenförmig ausgebildet sein.
Das Lichtkonzept sieht den Erhalt der bestehenden
Kugelmastleuchten vor. Sie werden ertüchtigt und
mit einer neuen Kugel mit LED-Leuchte versehen.
Durch eine innere Abdeckung der Kugel wird die
Abstrahlung nach unten reflektiert. Die zentrale
Platzfläche wird mit neuen höheren und größeren
Kugelmastleuchten ausgestattet. Der Weg entlang der
inneren Ringbebauung wird durch Wandleuchten und
die offenen Erdgeschosszonen der Ringbebauung
mit Deckenleuchten ausgeleuchtet. Um die äußere
Ringstraße von weiteren Einbauten freizuhalten,
schlagen die Verfasser vor, große Pendelleuchten
zwischen die Gebäudefassaden zu spannen.
Realisierbarkeit / Kostenrahmen / Wirtschaftlichkeit
Der größte Teil der Bearbeitungsfläche wird neu befe­
stigt, was die Arbeit im Kostenrahmen kritisch erschei­
nen lässt. Die leicht geneigten Rasenflächen erzeugen
einen durchschnittlichen Pflegeaufwand.

Lützow 7 Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin - 2. Preis

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Lützow 7 Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin - 2. Preis

Gesamtkonzept
Die Arbeit verschränkt die Themen Stadt und Natur in
einer zeitgenössischen Interpretation des den Platz
rahmenden Rings aus Hochbeeten. Der nördliche, auf
die Friedrichstadt weisende Teil ist mineralisch, während
der südliche an das Ufer anschließende Teil vegetativ
gestaltet ist. Die bestehende Gliederung der Platzfläche
in eine mit Betonrechteckpflaster gestaltete Mittelachse
und einer umgebenden, durch Radialwege gegliederten
Rasenfläche, wird beibehalten. Unter Einbeziehung
der vorhandenen Hochbeete wird ein sich von Norden
nach Süden verschlankender konzentrischer Ring aus
großformatigen Natursteinplatten einer ebensolchen
Heckenform spiegelbildlich gegenübergestellt. Die
Gestaltung der südlichen Friedrichstraße aus mit
Mosaikpflaster gegliedertem Betonstein setzt sich
über den äußeren Ring bis zum Blücherplatz fort.
Die Luftgeschosse sind durch einen Bodenbelag mit
Glitzerasphalt davon abgesetzt. Die Sichtachse wird auf
gesamter Breite freigehalten.
Das Wettbewerbsgebiet ist in vier Bereiche mit
unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten gegliedert:
die südliche Friedrichstraße mit Läden und Cafés;
den Schmuckplatz, einen unter Einbeziehung der
Luftgeschosse aktiven, mit Angeboten anreicherten
äußeren Ring und den Parkbereich am Gitschiener-Ufer
im Süden.
Gestaltung und Nutzung
Der unter Einbeziehung der vorhandenen Hochbeete
rahmende Ring aus mineralischer Wegeterrasse und
Heckenboskett soll eine graduelle Verschmelzung von
Stadt zu Landschaft und Landschaft zu Stadt – vom
belebten zum kontemplativen Raum erlebbar machen. In
dem mineralischen Band bieten im Norden differenziert
gestaltete hölzerne Plateaus sonnige Aufenthaltsorte.
Das geschnittene immergrüne Heckenband im Süden
variiert die Laubfarbe und Textur von Eiben über
Buchsbaum bis zu Stechpalmen. Der Friedenssäule
mit dem Brunnen wird zusätzlich ein bespielbarer
Wasserspiegel vorgelagert. Zeitgenössische Parkbänke
mit Lehnen zeichnen das Brunnenrondell und die Achse
der Friedrichstraße nach. Vor den Treppenhausfassaden
sind Sitzelemente aus farbigem Sichtbeton mit
Holzauflage eingefügt. Beiderseitige Rampen flankieren
die historischen Figuren der Freitreppe im Süden. Dem
Aufzug wird ein Pavillion gegenüber gestellt.
Die äußere Ringstraße wird in einen Bewegungsbereich
aus Betonpflaster 30/10 bzw. 20/10 und die
Seitenbereiche mit Mosaikpflaster gegliedert. Unter
den Bäumen ist ein Funktionsband eingefügt, um die
Stadtmöblierung und Fahrradständer aufzunehmen.
Die südliche Friedrichstraße erhält eine robuste
Gestaltung mit Betonpflaster. Ein Band aus
Betonplatten im Großformat 100*150cm betont den
mittigen Bewegungsraum, hier sind die Platten der
EU-Staaten integriert. Die vorhandenen Baumhaine
werden überarbeitet und dienen weiterhin der

1084

47

Außengastronomie, seitliche Rampen erleichtern
zukünftig den Zugang.
Die zwei Grünflächen an der Uferstraße sind mit einem
neuen Wegesystem gestaltet. Im nordwestlichen
Bereich bietet ein Pavillon Wetterschutz für örtliche
Nutzergruppen. Im Park werden entlang der Wege
Flächen für Spiel und Bewegung angeboten. Der östliche
Bereich wird mit Stauden und Geophyten gestaltet, es
wird vorgeschlagen auch einzelne Bewegungselemente
zu integrieren. Ein Heckenband entlang der Uferstraße
schirmt die Anlagen ab.
Die Torhäuser bilden sich als footprints mit einem
umgebenden Plattenband ab. Temporär ist auf dem
westlichen footprint eine Spielbox und auf dem Östlichen
ein kleines Café mit Terrasse vorgesehen.
Auf der Hallesche-Tor-Brücke wird auf der Westseite
eine lange Sitzbank angeboten. Die Pflasterung wird in
gesamter Breite über die Uferstraßen geführt.
Die Bestandsbäume im Realisierungsteil bleiben
vollständig erhalten.
Das Beleuchtungskonzept sieht vor, die bestehenden
Leuchten zu erhalten und in geeigneter Weise mit neuer
LED-Lichttechnik auszurüsten oder gegen neue im
60er-Jahre Stil zu tauschen. Die Luftgeschosse werden
von der Decke beleuchtet, der Glitzerasphalt reflektiert.
Realisierung / Kostenrahmen / Wirtschaftlichkeit
Die großflächige Erneuerung der befestigten
Flächen lässt die Arbeit im Kostenrahmen kritisch
erscheinen. Der Pflege- und Unterhaltungsaufwand
erscheint
insbesondere
durch
das
große
Heckenband und das Holzpodest relativ hoch.

ARGE ATELIER LE BALTO Landschaftsarchitekten, Berlin und Kuehn Malvezzi Projects, Berlin - 3. Preis

1085

48

ARGE ATELIER LE BALTO Landschaftsarchitekten, Berlin und Kuehn Malvezzi Projects, Berlin - 3. Preis

Gesamtkonzept
Vom Rondell zum Park. (…) Der Entwurf betont die
Umkehrung des Rondells in einen Park als neue
Grüninsel in der Stadt. In dieser Umkehrung wird die
historische Raumform beibehalten und gestärkt. So wird
ein Beitrag zur morphologischen Entwicklung der Stadt
geleistet. Geschichtliche Spuren und zeitgenössische
Aneignung stellen keinen Widerspruch dar, sondern
befruchten einander. (…) Unser Entwurf reflektiert,
interpretiert und integriert all diese Spuren, die eine
Entwicklungsgeschichte dieses besonderen Ortes
erzählen. Die neue Gestaltung wird in diesem Sinne als
eine weitere Zeitschicht verstanden.
Der Mehringplatz wird von den Verfassern als Teil
des umgebenden Grünraumnetzes aufgefasst. Mit
dem Leitsatz ‚Die Natur kommt in die Mitte‘, wird der
parkartige Charakter des Mehringplatzes aufgegriffen
und mit einem Archipel aus Gärtnerischen Inseln
und Pflanzbeeten weiter entwickelt. Der Leitsatz
‚Die Urbanität bleibt im Ring‘ beschreibt das Ziel der
Verfasser, die Spur der ursprünglichen Form des
Platzes als urbanes Rondell in der äußeren Ringstraße
zu erhalten und gestalterisch zu stärken.
Gestaltung und Nutzung
Auf dem Mehringplatz entstehen zehn gärtnerische
Inseln in freier Form. Der aufgeastete Baumbestand
wird an diesen Stellen ergänzt mit 6-8m hohen Bäumen
und Blütensträuchern sowie Klein-Sträuchern und
verschiedenen Gräsern (s. Pflanzliste im Erläuterungstext).
Die Inseln sind als Korbbeete ausformuliert und werden von
einem ca. 80 cm hohen Zaun eingefasst. Die gärtnerischen
Inseln werden nach ökologischen Gesichtspunkten angelegt
und gepflegt. Das Laub kann in den Korbbeeten verbleiben.
Die Verfasser gehen von zwei Pflegedurchgängen pro Jahr
aus. Die wiederkehrende Präsenz eines Gärtners ist fester
Bestandteil des Konzepts, weil die sichtbare Zuwendung
zu den Pflanzen Respekt und Sozialkontrolle erzeugt. Bei
Interesse können AnwohnerInnen aktiv in die Gestaltung
zweier Inseln für eine andere Nutzung (z.B. Gemüseanbau)
einbezogen werden.
Nördlich und südlich der Friedenssäule sind zwei weitere,
rechteckige Pflanzbeete integriert. Sie sind an ihrer Nordund Südkante von einer 30 cm hohen Mauer gefasst.
Zwei kreisförmige Segmente um das Wasserbecken
der Friedenssäule bilden Sitzelemente aus. Weitere
im Raum verteilte Sitzelemente bestehen entweder
aus der traditionellen Berliner Bank oder können aus
Eichen-Blöcken hergestellt werden. Als besonderes
Ausstattungselement entwickeln die Verfasser ein
Belvedere (Sichtbeton) im Zusammenspiel mit dem BVGAufzug. Das Belvedere steht beiläufig im Dialog mit der
Friedenssäule. Im Süden wird die Treppenanlage durch
zwei Rampen im Bereich der Marmorfiguren ergänzt. An der
Uferstraße entsteht ein weiteres, rechteckiges Pflanzbeet.
Der Belag der Nord-Süd-Achse changiert und ist mit einem
Streifenmuster ausgeführt. Er besteht aus Natursteinplatten
mit wechselnder Belegung. Die übrigen Oberflächen des

1085

49

Mehringplatzes sind durch Rasenflächen geprägt, die mit
Steinen verzahnt und ebenfalls streifenförmig verlegt sind.
Die Rasenfläche reicht bis zu den befestigten Flächen
unter den Luftgeschossen. Die Hochbeete der 70er Jahre
bzw. deren Einfassungen bleiben teilweise erhalten und
können als Sitzgelegenheit genutzt werden. Sie sollen als
Relikte wahrgenommen werden. Auch werden die radial
verlaufenden Wege der 70er Jahre aufgegriffen, sie sind
jedoch zurückgenommen oder als Segment ausgebildet.
Die offenen Erdgeschosszonen am Ring sollen als
eigene Räume wahrgenommen und genutzt werden.
Im Bereich von fünf Luftgeschossen werden Flöße
eingeschoben. Sie schweben ca. 20cm über dem
Boden und reichen in Richtung Rasenfläche über die
Grenze der Luftgeschosse hinaus. Dort knüpfen sie
teilweise an das Wegenetz an. Die Flöße sind mit
niedrigen Sitzmauern versehen. Sie stellen Plattformen
der kurzzeitigen Aneignung dar und können im Dialog
mit den Anwohner weiter konzipiert und realisiert
werden. In einigen anderen Luftgeschossen wird das
Mosaikpflaster mit einer bewegten Oberfläche in Form
von Dünen verlegt. Die Bauweise zitiert Freiräume der
70er Jahre. Eine barrierefreie Passage soll weiterhin
gewährleistet sein.
In der äußeren Ringstraße erhalten die Platanen einen
Pflegeschnitt und können durch junge Linden ergänzt
werden. Sämtliche Baumscheiben werden vergrößert
und teilweise von Sitzmauern gefasst. Der Belag der
Ringstraße erhält eine Fahrspur aus Asphalt (5m
breit), gefasst von zwei verschieden breiten Borden,
Wegeflächen sind mit Mosaikpflaster ausgeführt.
In der südlichen Friedrichstraße wird der Bodenbelag
des Mehringplatzes fortgeführt, die Bodenplatten der
EU-Mitgliedsstaaten sind integriert. Die zwei baulichen
Aufweitungen erhalten eine wassergebundene Decke.
Auf der Hallesche-Tor-Brücke wird der Belag der Nord­
Süd-Achse bzw. des äußeren Rings aufgenommen. In
den Grünflächen des Ideenteils wird die Einfassung aus
Sträuchern aufgelockert und eine neue Wegeführung
vorgeschlagen. Lange Sitzelemente bieten Aufenthalt.
Zusätzlich werden drei kleine Platzflächen bzw. Flöße
mit Sitzbänken angeboten. 

In den offenen Erdgeschosszonen der Ringbebauung 

sind Wandfluter an den Säulen und Mauern installiert.
Das Licht kann weiß oder zur besseren Orientierung
auch farbig sein. Die Achse des Mehringplatzes ist
mit Mastleuchten (bis 4m Höhe) ausgestattet. Für die
Ringstraße und die südliche Friedrichstraße werden
farbige Lichtelemente – genannt Konstellation –
vorgeschlagen. Sie sind zwischen den Fassaden
eingespannt.
Realisierung / Kostenrahmen / Wirtschaftlichkeit
Durch die großflächige Neubelegung der befestigten
Flächen erscheint die Arbeit im Kostenrahmen kritisch.
Die differenzierte Grüngestaltung erfordert einen relativ
hohen Pflegeaufwand, welcher durch Anwohnerbeteili­
gung reduziert werden kann.

METTLER Landschaftsarchitektur, Berlin - 2. Rundgang

1086

50

METTLER Landschaftsarchitektur, Berlin - 2. Rundgang

Gesamtkonzept
Die Arbeit entwickelt unter dem Motto „Zurück zum
Platz!“ eine zeitgenössischen Interpretation eines
barocken Schmuckplatzes, um gezielt die hierarchische
Formensprache der Achse aufzubrechen und den
Platz auf die Friedenssäule zentriert neu auszurichten.
Die Platzfläche des Rondells wird wassergebunden
ausgeführt, um eine vollständig begehbare Fläche
herzustellen. Auf dieser Oberfläche entsteht aus
Kleinsteinpflaster ein symmetrisches Muster unter
Einbeziehung der vorhandenen Hochbeete und der
Luftgeschosse. Der Rad- und Fahrverkehr wird über den
äußeren Ring um den Platz herum bis zum Blücherplatz
geführt. Unter den Luftgeschossen wechselt der Belag
zu geschliffenem Asphalt, in jedem zweiten Luftgeschoss
werden Wegeführungen vorgegeben, die vom Zentrum
des Platzes bis in den äußeren Ring führen. Die
anderen Luftgeschosse werden mit unterschiedlichen
Funktionen bespielt, um die Interaktion der Bewohner mit
dem Außenraum zu stärken. Auf gesamter Breite ist die
Sichtachse freigehalten. Der Entwurf unterscheidet drei
Bereiche mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten:
die südliche Friedrichstraße mit Läden und Cafés;
den Schmuckplatz sowie den äußeren Ring, der
unter Einbeziehung der Luftgeschosse mit Angeboten
anreichert ist und den Parkbereich an der Uferstraße
im Süden.
Gestaltung und Nutzung
Auf der Platzfläche sorgt ein Wechselspiel von
Kleinsteinpflaster und wassergebundener Wegedecke
für eine sichtbare und barrierefreie Darstellung des
Musters auf dem Platz. Die denkmalgeschützte
Freitreppe im Süden ist beiderseitig von geeigneten
Rampen flankiert. Dem Aufzug wird ein Pavillon
gegenübergestellt. Die zentrale Platzfläche ist durch
einen inneren Mauerring in Sitzhöhe mit Sitzauflagen
abgesetzt. Die vorhandenen Bäume werden erhalten
und mit Neupflanzungen von Gleditschien und
Schnurbäumen, deren feingliedrige Blätter das
Sonnenlicht filtern, ergänzt. Die Platzfläche ist mit
Bänken und Hockern, die sich an der Baumstellung
orientieren, möbliert.
Der anschließende Bereich um die Luftgeschosse, der
nach den Hochbeeten einen zweiten konzentrischen
Ring bildet, ist mit geschliffenem Asphalt befestigt. Unter
den Gebäuden sollen „Zimmer“ durch die Setzung von
Inspirationselementen und Farbakzenten entstehen.Der
Asphaltbelag ragt 4 m in den äußeren Ring hinein und
dient hier auch dem Fahrradverkehr. Um ein homogenes
Bild zu erzeugen sind die anschließenden Bereiche mit
Kleinsteinpflaster befestigt, Lücken im Baumring werden
mit Platanen geschlossen. Unter den Bäumen sind
Bankgruppen eingeordnet. Fahrradständer befinden
sich am nördlichen und am südlichen U-Bahnausgang
sowie in der Friedrichstraße.
In der südlichen Friedrichstraße ist der befahrbare
Mittelstreifen mit hellem Asphalt gestaltet, in diesem sind

1086

51

die Bodenplatten der EU-Mitgliedsstaaten eingelassen.
Der Fahrradverkehr wird mit Gegenverkehr an dessen
östlichem Rand geführt und hebt sich von dem mit
Mosaik gepflasterten Fußgängerbereich ab. Die
Baumhaine auf der West- und Ostseite werden mit
Sitzmauern und Sitzstufen eingefasst und laden zum
Verweilen ein.
In den Grünflächen an der Uferstraße setzt sich das
Wegesystem des Platzes fort und bricht die Grünfläche
in mehrere Teilflächen. Die Wendehammer werden
in die Pflasterung des äußeren Ringes integriert. Die
Vorhalteflächen für die Torhäuser unterbrechen den
konzentrischen Außenring. Der Grünbereich wird zur
Uferstraße mit Hainbuchenhecken abgeschirmt, der
östliche Teil wird dem Altersheim zugeordnet.
Die Oberflächengestaltung wird über die Hallesche-TorBrücke bis auf den Blücherplatz fortgesetzt, Querungen
der Uferstraßen sind nicht dargestellt.
Das Beleuchtungskonzept sieht vor, die bestehenden
Leuchten zu erhalten und technisch mit LED-Technik
nachzurüsten. Die Luftgeschosse werden durch je
zwei große kreisförmige Deckenlampen mit direkt
strahlenden Leuchten gleichmäßig ausgeleuchtet.
Von 31 Bestandsbäumen im Realisierungsteil bleiben
29 erhalten.
Realisierung / Kostenrahmen / Wirtschaftlichkeit
Die relativ aufwändige neue Belegung der befestigten
Flächen lässt die Arbeit im Kostenrahmen kritisch
erscheinen. Die zentrale Tennenfläche erzeugt einen
erhöhten Pflegeaufwand, was durch die Reduzierung
des Grünanteils kompensiert wird.

Bezirksamt Friedrichshain- Kreuzberg von Berlin
Abteilung für Planen, Bauen und Umwelt (PBU)
Straßen- und Grünflächenamt ·
-Fachbereich Straßen-

Bezirksami Frtedrlchshain-Kreuzberg von Bertin, 10216 Bertin, Postfach 35 07 01

BSM
Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH
Sanierungsbeauftragter des Landes Berlin
Katharinenstraße 19-20
10711 Berlin

Bearbeiler(in)

Herr F. Müller

Bearb.Z

SGAI2

Zimmer

3088

Telefon

90298 (intern 9298)- 8089

Fax

90298 (Intern 9298) -801~

Datum

01.12.2015

•

•

Wettbewerb Mehringplatz
Hinweise als Sachverständiger für die Vorprüfung

Sehr geehrte Damen und Herren,

-

aus Sicht des Straßenbaulastträgers gebe ich der Vorprüfung zu den von mir gesichteten Entwürfen der Wettbewerbsteilnehmer folgende Hinweise:

1080
Realisierungstell:
Die zahlreichen Fahrradabstellanlagen sind zu wenig an den U- Bahnhofzugängen (hoher Bedarf) konzentriert.
Es ist nicht erkennbar, wo Radverkehr bevorzugt geführt werden soll. ln Fußgängerbereichen mit Zusatzzeichen Radfahrer frei wird dies gemäß StVO nicht gefordert.
Jdeenteil:
Das vorhandene Verkehrsaufkommen und die bestehenden Abbiegebeziehungen für den Omnibusverkehr werden bei dem Vorschlag der Umgestaltung nicht berücksichtigt.

1081
Realisierungsteil:
Die Verwendung von Natursteinplatten in Bereichen mit gelegentlichem Kfz- Verkehr ist wegen der
. Bruchgefahr in der Straßenunterhaltung äußerst kostenintensiv.
Das Angebot für die Führung des Radverkehrs (Zweirichtungsverkehr) ist an der Einmündung FranzKiühs- Straße nicht entsprechend der StVO gelöst. Er wird in den Gegenverkehr geführt.
Es fehlt die Verbindung zwischen dem Radverkehrsangebot im Verlauf der Friedrichstraße mittig des
Platzes (am Brunnen).

Kontonummer:
512722000
0610003607
003416-104

Geldinstilul:
Bertiner Bank AG
Berliner Sparkasse
Postbank Bertin

I
I

I

Seite 1 von 4
Olenslslelle:
Bezirksamtfriedrichshain·Kreuzberg von Berlirl
Yorckstraße 4-11, 10965 Bertin
Fabrverbindungen:
U-Bhf: Mehrlogdamm (U6, U7)
Llnlenomnibus: Linien 119 und 140

I

Ban~eilzahl:

IBAN:
100 708 48 DE50100708480512722000
100 500 00 DE57100500000610003607
10010010 DE33100100100003416104

BIC:
DEUTDEDB110
BElADEBEXXX
PBNKDEFF100

I

Die Venvendung unterschiedlicher Materialien bei gleicher Funktion (Radverkehr) ist nicht nachvollziehbar.
Es sind keine Fahrradabstellanlagen an den U- Bahnhofzugängen vorgesehen, obwohl wünschenswert.
-

Oie Rampen neben der Freitreppe (Südseite) zum Niveau des äußeren Ringes erscheinen zu kurz. Die
angegebenen Steigungen entsprechen offensichtlich nicht dem Bestand.

ldeenteil:
Es gibt keine Aussage dazu, wie das Angebot für den Radverkehr zum Blöcherplatz weitergeführt werden soll.
Der Vorschlag, einen überbreiten Fußgängerüberweg, gemeinsam mit Omnibuslinienverkehr und Radverkehr in zwei Richtungen zur Querung der Gitschiner Straße/ Hallasches Ufer zu führen, entspricht
nicht der S!VO.
Alternativen zum Verbleib der vorhandenen übrigen Omnibushaltestellen auf der Hallesche-Tor-Brücke
werden nicht aufgezeigt.
-

Der notwendige Platzbedarf (Gehwegbreite) für den direkten oberirdischen Weg der Fußgänger wird zwischen den beiden U- Bahnhofzugängen (U6 und U1) nicht hinreichend berücksichtigt.

1082
Realisierungs teil:
Oie Rampen neben der Freitreppe (Südseite) zum Niveau des äußeren Ringes erscheinen zu kurz. Die
angegebenen Steigungen entsprechen offensichUich nicht dem Bestand.
-

Welche Funktion die verschiedenen geplanten Pflasterarten (Kleinstein-, Großstein-, Mosaikpflaster)
übernehmen sollen, ist nicht ersichtlich. Die Verwendung von Großpflaster Ist wegen seiner Unebenheit
in Fußgängerbereichen ungeeignet.
Es ist nicht erkennbar, wo Radverkehr bevorzugt geführt werden soll. ln Fußgängerzonen mit Zusatzzeichen Radfahrer frei wird dies gemäß SIVO nicht gefordert.

-

Es sind zu wenige Fahrradabstellanlagen an den U- Bahnholzugängen vorgesehen.

ldeenteil:
Aussagen zur Querung Gitschiner Straße/ Hallasches Ufer, Hallesche- Tor- Brücke, Waterloo- Ufer fehlen.
Aussagen, wie der Höhenversatz zur Anbindung des Blöcherplatzes an das Waterfoo- Ufer erfolgen soll,
fehlen.

1083
Realisierungsteil:
·
Oie Überwindung des bestehenden Höhenversatzes zwischen dern Niveau der Platzfläche und dem Niveau des äußeren Ringes (Südseite) ist nicht bearbeitet worden.
Die Verwendung unterschiedlicher Materialien und Ausfühnung bei gleicher Funktion (Radverkehr) im Bereich der Platzmitte (am Brunnen) und im Verlauf der Frledrichstraße ist nicht nachvollziehbar.
Die Lücken zwischen dem Angebot für den Radverkehr in der Platzmitte (am Brunnen) und den Angeboten im Verlauf der Friedrichslraße sind nicht nachvollziehbar.
Seite 2von 4

-

Das Angebot für den Radverkehr ist für Zweirichtungsverkehr zu schmal.

ldeenteil:
Alternativen zum Verbleib der vorhandenen übrigen Omnibushaltestellen auf der Hallesche- Tor- Brücke
werden nicht aufgezeigt.

Aussagen, wie der Radverkehr über das Waterloo- Ufer zum Blücherplatz weitergeführt werden soll, fehlen.
Aussagen, wie der bestehende Höhenversatz zur Anbindung des Blücherplatzes an das Waterloo- Ufer
erfolgen soll, fehlen.

1084
Realisierungsteil:
Die Verwendung von Gehwegplatten in Bereichen (Piattenband) mit gelegentlichem Kfz- Verkehr ist wegen der Bruchgefahr in der Straßenunterhaltung äußerst kostenintensiv.
Aussagen für ein Angebot für den Radverkehr fehlen. ln Fußgängerbereichen mit Zusatzzeichen Radfahrer frei wird dies gemäß StVO nicht gefordert.
Aussagen zu Standorten von wünschenswerten Fahrradabstellanlagen fehlen.
ldeenteil:
Alternativen zum Verbleib der vorhandenen übrigen Omnibushaltestellen auf der Hallesche-Tor-Brücke
werden nicht aufgezeigt.

Der Vorschlag, unmittelbar neben der übergeordneten und stark befahrenen Verkehrsverbindung Hallesches Ufer eine Spielfläche für Kinder und Jugendliche (Bolzplatz) anzubieten, erscheint nicht realistisch.
-

Aussagen, wie der bestehende Höhenversatz zur Anbindung des Blücherplatzes an das Waterloo- Ufer
erfolgen soll, fehlen.

1085
Realisierungsteil:
- Die Verwendung verschiedenster Pflasterarten und das vorgeschlagene äußerst komplizierte Verlegemuster sind wirtschaftlich nicht zu unterhalten.
Aussagen für ein Angebot für den Radverkehr fehlen. ln Fußgängerbereichen mit Zusatzzeichen Radfahrer frei wird dies gemäß StVO nicht gefordert.
Das Angebot von Fahrradabstellanlagen nur am nördliche U- Bahnhofausgang erscheint zu gering.
ldeenteil:
Alternativen zum Verbleib der vorhandenen Omnibushaltestellen auf der Hallesche-Tor-Brücke werdem
nicht aufgezeigt. .

-

Aussagen, wie die Anbindung des Blücherplatzes an das Waterloo- Ufer und die Hallesche-Tor-Brücke
erfolgen soll, fehlen.

Seite 3 von 4

I

1086
Realislerungstell:
Die Unterhaltung und der Winterdienst sind beim vorgeschlagenen äußerst komplizierten und filigranen
Verlegemuster des auf der Platzmille geplanten Pflasters- unterbrochen von wassergebundener Decke
- wirtschaRlieh nicht durchführbar.
Die geplante Führung des Radverkehrs auf dem äußeren Ring ist für den Nutzer nicht erkennbar und
wird vom Radfahrer auf Pflastermaterial nicht angenommen. Der Radverkehr wird über die Platzmille
über die Ornamentik mitteilweiser wassergebundener Decke stattfinden und diese regelmäßig zerstören.
An den MaterialObergängen wird der Radverkehr zu Kantenbildungen !Ohren, welche ständig Gefahrenstellen darstellen werden.
Der Verzicht auf eine befestigte Wegeverbindung zum Aufzugstandort auf dem Mehringlatz entspricht
nicht den Ausführungsvorschrillen zu § 7des Berliner Straßengesetzes Ober Geh- und Radwege.
Das Angebot an Fahrradabstellanlagen erscheint insgesamt als zu gering.
ldeenteil:
Allernativen zum Verbleib der vorhandenen Omnibushaltestellen auf der HaIIesche- Tor- Brücke werden
nicht aufgezeigt.
Aussagen, wie die Anbindung des BIOeherplatzes an das Waterloo- Ufer und die Hallesche-Tor-Brücke
erfolgen soll, fehlen.

Ich bille darum, die gegebenen Hinweise dem Bericht der Vorprüfung beizufügen.
Mit freundlichen Grüßen
Im Aufrag

Seite 4 von 4

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Öffentliche Beleuchtung
S. Fenk

Stellungnahme
Wettbewerb Mehringplatz – Sachverständigentermin 19.11.2015
Realisierungsteil – Mehringplatz (Platzfläche)
Auf der Platzfläche des Mehringplattes befinden sich in der Regel
10 Leuchten (grün), sowie 2 Anstrahlungen (rot). Im Rahmen der
Baumaßnahme der BVG sind derzeit 7 der 10 Leuchten
demontiert, die mit dem Abschluss der Arbeiten jedoch wieder in
ihrem ursprünglichen Zustand montiert werden. Die beiden
Anstrahlungen sind seit 2014 dauerhaft außer Betrieb.
Bei den 10 Leuchten handelt es sich um kugelförmige
Auslegerleuchten. 8 Einfachausleger – mit jeweils einer Leuchte –
und 2 Vierfachausleger – mit jeweils vier Leuchten.
Realisierungsteil – Mehringplatz (Äußere Ringstraße)
In der äußeren Ringstraße befinden sich 24 kugelförmige
Auslegerleuchten (grün), sowie 3 Anbauleuchten (rot).
22 der 24 Auslegerleuchten sind Einfachausleger, 2 Leuchten
sind Vierfachausleger.

Realisierungsteil – südliche Friedrichstraße
In der südlichen Friedrichstraße befinden sich 8 kugelförmige
Auslegerleuchten (grün), die als Einfachausleger mit einer Leuchte
ausgebildet sind.

Insgesamt befinden sich im Realisierungsteil des
Wettbewerbsgebietes Mehringplatz 46 Leuchtstellen mit
insgesamt 57 Leuchten, die für die Demontage und Montage zu
berücksichtigen sind. Im Ideenteil gibt es keine Anlagen der
Öffentlichen Beleuchtung.

Seite 1 von 2

03.12.2015

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Öffentliche Beleuchtung
S. Fenk	

03.12.2015

Auf Grundlage der graphischen und textlichen Erläuterungen der teilnehmenden Büros sollten
folgende Faktoren bei einer weiterführenden Planung berücksichtigt werden:
	 Im Rahmen einer Lichttechnischen Berechnung müssen die neugeplanten Standorte
überprüft und ggf. angepasst werden.
	 Die Beleuchtung der Luftgeschosse mittels Deckenleuchten fällt nicht in den
Zuständigkeitsbereich der Öffentlichen Beleuchtung und wird demzufolge nach dem Bau
nicht vom Fachbereich X OB, der Abteilung X SenStadtUm, betrieben.
	 Eine in den Leuchten integrierte mögliche farbliche Beleuchtung oder Anstrahlung ist für die
Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht nicht notwendig und wird abgelehnt.
	 Das Anbringen zusätzlicher Beleuchtungskörper am unteren Bereich der Masten, für eine
zusätzliche wegnahe Beleuchtung, ist nicht möglich.
	 Für die Anstrahlung der Friedenssäule mittels Bodeneinbaustrahlern oder ähnlichem gelten
die Festlegungen aus dem Handbuch „Stadtbild Berlin Lichtkonzept“.
	 Die Sanierung bzw. Umrüstung der Bestandsleuchten gemäß den aktuellen Standards ist
aufgrund des Zeit- und Kostenfaktors unwirtschaftlich.
	 Als Folge ihres Alters sind Maste und Leuchten zu tauschen.
	 Die Beleuchtung von Straßen mittels Seil- oder Pendelleuchten ist in Berlin in der Regel nicht
üblich. Von einem solchen Konzept im Bereich der äußeren Ringstraße wird abgeraten.
Statische Nachweise, sowie der Konflikt mit dem Denkmalschutz spielen hierbei eine
wichtige Rolle.

Bei allen eingereichten Unterlagen kann davon ausgegangen werden, dass im Rahmen der
nächsten Planungsschritte die Anforderungen der Öffentlichen Beleuchtung, in Zusammenarbeit
mit dem Fachbereich X OB, umgesetzt werden können.

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