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Ideen für gemeinschaftsorientiertes und generationsübergreifendes Wohnen

Full text: Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb ... Issue 2014 Ideen für gemeinschaftsorientiertes und generationsübergreifendes Wohnen

Wohnenswerte Stadt

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014
GenerationenWohnen – Wohnen in Gemeinschaft

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014
Ideen für gemeinschaftsorientiertes
und generationsübergreifendes Wohnen

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Vorwort

Vorwort

© SenStadtUm

Unter dem Titel »Generationenwohnen – Wohnen in Gemeinschaft« hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt den Genossenschaftlichen Neubauwettbewerb 2014 ausgelobt. Dem Aufruf sind vier Berliner
Wohnungsbaugenossenschaften gefolgt und haben ihre
Neubauprojekte dem Wettbewerb und dem Urteil der unabhängigen Jury unter Vorsitz von Herrn Staatssekretär Prof.
Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup gestellt.
Die Jury hat sich intensiv mit den eingereichten Beiträgen
auseinandergesetzt und nach eingehender Diskussion entschieden, das Projekt »Südlicht 11« der Gemeinnützigen
Baugenossenschaft Steglitz eG am Töpchiner Weg in Lichtenrade mit dem ersten Preis auszuzeichnen. Den zweiten
Preis erhält die Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG für
ihr Projekt der Errichtung von zwei Stadthäusern in der Mittelstraße in Rosenthal. Den dritten Preis hat die Jury nicht
vergeben. Vielmehr erhalten die Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG für ihr Projekt des Mehrgenerationenhochhauses Altenhofer Straße in Alt Hohenschönhausen und die GEWIWO Berlin, Wittenauer Wohnungsbaugenossenschaft eG, für den zweiten Bauabschnitt ihres
Projektes Techowpromenade in Wittenau jeweils Anerkennungen, die mit einer Prämie verbunden sind.
Den Preisträgern und den Geehrten gratuliere ich herzlich.
Ich wünsche ihnen viel Glück und Erfolg bei der Verwirklichung und Bewirtschaftung ihrer Projekte, deren wichtigste
Merkmale in dieser Broschüre dokumentiert sind. Auch den
Mitgliedern der Jury gilt mein Dank für die Arbeit an diesem
zweiten, gelungenen Wettbewerb.
Seit dem ersten Genossenschaftswettbewerb im Jahr 2012
hat sich sowohl bei den damaligen Siegerprojekten, deren
aktueller Stand in dieser Broschüre ebenfalls dokumentiert

ist, als auch auf dem Berliner Wohnungsmarkt und in der
Berliner Wohnungspolitik sehr viel getan. Berlin wächst
stärker als damals angenommen. Im Stadtentwicklungsplan Wohnen hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt deshalb die Zielzahl der zu errichtenden
Neubauwohnungen auf 10.000 Wohnungen jährlich erhöht.
Die wohnungswirtschaftlichen Verbände BBU und BFW haben sich im Bündnis für Wohnungsneubau dazu verpflichtet, auf ihre Mitgliedsunternehmen hinzuwirken, dass diese
bis 2025 insgesamt 30.000 neue Wohnungen (BBU-Mitglieder) bzw. 72.000 neue Wohnungen (BFW-Mitglieder) bauen.
Auch an den aktuellen Zahlen der Baugenehmigungs- und
Baufertigstellungsstatistik ist zu erkennen, dass das Neubauthema in Berlin angekommen ist.
Wie die vier Beiträge des Genossenschaftswettbewerbs
2014 zeigen, benötigen die Genossenschaften Neubau, damit sie ihren Mitgliedern in den verschiedenen Lebensphasen angemessenen Wohnraum anbieten können und damit
sie für neue Mitglieder attraktiv sind. Wie unterschiedlich
dabei die Lösungen sein können, machen gerade die Wettbewerbsbeiträge 2014 deutlich, deren Spannweite vom
Stadthaus bis zur Wiederentdeckung der Vorortsiedlung
und des Wohnhochhauses reicht.
Das Fehlen von Wettbewerbsbeiträgen für Standorte innerhalb des S-Bahn-Rings sowie von jüngeren Genossenschaften weist auf die zunehmend schwierige Situation bei der
Verfügbarkeit von Grundstücken hin. Das Ergebnis des genossenschaftlichen Neubauwettbewerbs 2014 werte ich als
ein Signal dafür, dass es erforderlich ist, von den Grundstücken, die das Land Berlin für den Wohnungsneubau bereitstellt, ein Teilsegment dem genossenschaftlichen Wohnungsbau vorzubehalten. Wie wichtig neben dem
kommunalen Wohnungsbau und dem Neubau von Wohnungen zur Miete und im Eigentum durch private Investoren die »dritte Säule« des genossenschaftlichen Wohnungsbaus für Berlin ist, verdeutlichen die in dieser Broschüre
abgedruckten Fachbeiträge der Jurymitglieder.

Michael Müller
Senator für Stadtentwicklung und Umwelt

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Inhalt

Inhalt

Auslobung des genossenschaftlichen Neubauwettbewerbs 2014	

7

Die Wettbewerbsbeiträge	
1. Preisträger:	 »Südlicht 11« Entspanntes Wohnen zum Wohlfühlen	
	
Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG	

8
10

2. Preisträger:	 Zeitgemäße Stadtvillen für Familien und Senioren	
	
Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG

18

Anerkennung: 	 Wohnraum für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen	
	
WBG Friedrichshain eG	

26

Anerkennung: 	 Wohnen plus in Wittenau	
	
GEWIWO Berlin - Wittenauer Wohnungsbaugenossenschaft eG	

34

Der Wert der Genossenschaften für die Berliner Wohnungspolitik	
Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup

42

Genossenschaftshauptstadt Berlin	
Maren Kern
BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V.

44

Solidarisch wirtschaften in Genossenschaften	
Barbara von Neumann-Cosel
Genossenschaftsforum e.V

48

Wir würden gern mehr bauen!	
Angelika Noß
Prüfungsverband der kleinen und mittelständischen Genossenschaften e.V

50

Gemeinschaftlich wohnen in Genossenschaften	
Constance Cremer
Netzwerkagentur GenerationenWohnen

52

Studentendörfer und der Genossenschaftsbau – ein Widerspruch?	
Jutta Kalepky
Freie Architektin

54

Rückblick auf die Wettbewerbsgewinner 2012	

56

Impressum		

60

6

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Auslobung

Auslobung des genossenschaftlichen
Neubauwettbewerbs 2014
»GenerationenWohnen – Wohnen in Gemeinschaft«
Zur Unterstützung genossenschaftlicher Wohnformen und zur Würdigung des Beitrages der Berliner Wohnungsbaugenossenschaften zur Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit Wohnraum findet im Anschluss an den genossenschaftlichen
Neubauwettbewerb 2012 für bezahlbaren Wohnraum im Jahr 2014 ein zweiter Wettbewerb unter dem Titel »GenerationenWohnen – Wohnen in Gemeinschaft« statt. Der Wettbewerb soll einen Beitrag zur Umsetzung zukunftsweisender Konzepte
für generationenübergreifendes Wohnen leisten.
Die Grundprinzipien einer Genossenschaft als demokratische Unternehmensform sind Selbsthilfe, Selbstverwaltung
und Selbstverantwortung. Durch diese Struktur haben Genossenschaften eine besondere Funktion, sowohl bei der
Versorgung unterer und mittlerer Einkommensgruppen mit
bezahlbarem Wohnraum, als auch bei der Verwirklichung
gemeinschaftsorientierter Wohnmodelle.
Durch die öffentliche Prämierung im Rahmen eines Wettbewerbs sollen Anreize für genossenschaftlichen Wohnungsneubau in Berlin gesetzt und zukunftsweisende Ideen für
generationenübergreifende Wohnformen unterstützt werden. Die Projektkonzepte bzw. Bauprojekte werden durch
eine sachverständige Jury bewertet und in einer Ausstellung
der Öffentlichkeit zur vertiefenden Diskussion über die
Möglichkeiten genossenschaftlichen Wohnens und gemeinschaftsorientierter Wohnformen in Berlin präsentiert.

Wettbewerbsaufgabe

Die Beiträge sollen sich mit der Frage auseinandersetzen,
mit welchen Ideen, Planungen, Entwürfen und Nutzungskonzepten sich gemeinschaftsorientiertes und generationenübergreifendes Bauen und Wohnen in Berlin verwirklichen lässt.
Hierfür relevant sich insbesondere Aspekte wie
„„
Ideen für gemeinschaftsorientiertes
	 und generationenübergreifendes Wohnen,
„„
Einbindung in Kieze und Nachbarschaften,
„„
bezahlbare Mieten/Nutzungsentgelte für die Zielgruppe,
„„
Partizipation der Nutzerinnen und Nutzer am
	 Konzeptions- und Bauprozess,
„„
Umgang mit Gemeinschaftsflächen im Gebäude
	 und Außenflächen,
„„
architektonische und städtebauliche Qualität.

Teilnahmeberechtigung

Teilnahmeberechtigt sind alle in das Genossenschaftsregister eingetragenen Wohnungsbaugenossenschaften mit
Projekten in Berlin. Die Beiträge können sowohl im Planungsstadium als auch bereits im Bau befindlich sein, wobei der Baufortschritt bis Ende 2014 noch nicht den Status
»fertiggestellter Rohbau« haben darf. Mit der baulichen Realisierung soll bis spätestens Ende 2015 begonnen werden.

Art und Form der Wettbewerbsbeiträge

Die Beiträge sind auf Papier und auf Datenträger einzureichen sowie ein, maximal zwei Poster, auf denen die wesentlichen Merkmale des Beitrages zusammengefasst sind.
Einzureichen sind:
„„
eine allgemeine Projekt- und Vorhabenbeschreibung mit
ausführlicher Darstellung der besonderen Qualitäten
hinsichtlich der Ziele der Aufgabenstellung
»GenerationenWohnen – Wohnen in Gemeinschaft«.
„„
Planungsunterlagen, die auch eine architektonische
Bewertung ermöglichen.
„„
Angaben zu den erwarteten Projektkosten mit
Erläuterungen zu den angesetzten
Grundstücksaufwendungen.
„„
Zeitplan der geplanten Realisierung.
„„
Angaben zur Genossenschaft und die für den Neubau
geplante Nutzerstruktur.

Preise und Anerkennungen

Es stehen 100.000 Euro für Preise und Anerkennungen zur
Verfügung. Alle Beiträge, die von der Jury als anerkennungswürdig eingestuft werden, erhalten eine Urkunde und dürfen die Bezeichnung führen »Ideengeber im genossenschaftlichen Neubauwettbewerb 2014 des Landes Berlin«.

8

9

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Beiträge

Die Wettbewerbsbeiträge
»Südlicht 11« Entspanntes Wohnen zum Wohlfühlen	
Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG

10

Zeitgemäße Stadtvillen für Familien und Senioren	
Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG

18

Wohnraum für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen	
Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG

26

Wohnen plus in Wittenau	
GEWIWO Berlin - Wittenauer Wohnungsbaugenossenschaft eG

34

10

1. Preis:	 »Südlicht 11« Entspanntes Wohnen
	
zum Wohlfühlen

Perspektive Bauteil 4

© GBSt

Die Grundidee des Beitrags »Südlicht 11« ist die Durchmischung der Wohnungsangebote für alle Generationen und Schaffung eines großzügigen zentralen Außenbereichs als Ort der Begegnung sowie Öffnung zum Umfeld. Gleichzeitig sollen
gemeinsame Aktivitäten und Einzelengagements der Genossenschaftsmitglieder zu sozialen Netzwerken führen, die eine
intakte Nachbarschaft fördern.
Die GBSt beschäftigt eigens eine Diplom-Sozialpädagogin,
die unter anderem Projekte von und mit den Mitgliedern
entwickelt, plant und unterstützt. Dieses »soziale Sortiment« wird in der Regel von ehrenamtlich aktiven Mitgliedern getragen.
Der Name »Südlicht 11« steht dafür, dass 11 lichtdurchflutete Wohnhäuser im Süden Berlins errichtet werden. Die
Entscheidung für den Bau unterschiedlicher Wohnungsgrößen und -schnitte und die durchgängige Barrierefreiheit
bietet die wichtigste Voraussetzung für das Wohnen »Tür
an Tür« von Familien, Singles oder Paaren aller Altersgrup-

11

pen und soll die gegenseitige Hilfestellung der Generationen fördern. Damit soll untereinander Vertrauen geschaffen werden, für Sicherheit im Wohnumfeld gesorgt und
Verständnis für die unterschiedlichen Lebenssituationen
und Lebensphasen erzeugt werden. Auch können mehrere
Generationen einer Familie dadurch Tür an Tür miteinander
wohnen und sich im Alltag durch die Nähe besser gegenseitig unterstützen. Lebenslanges Wohnen wird zudem durch
eine Kooperation mit einer bereits ansässigen Seniorenresidenz angestrebt, so dass die Bewohner bis ins hohe Alter
wohnen bleiben, indem sie bei Bedarf auf das Leistungsspektrum des häuslichen Pflegedienstes zurückgreifen.

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG

Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG
Kniephofstraße 58
12157 Berlin
T:	 030/79 08 01 - 24
F:	 030/79 08 01 - 99
w:	 www.gbst.de
e:	 silvia.schlegel@gbst.de
Gegründet	
Mitglieder ca.	
Wohnungsbestand ca.	

1925
5.100 (im Jahre 2012)
3.150 WE

Wir leben den Genossenschaftsgedanken und fördern
das Miteinander. Wir sind ein angenehmer Nachbar in Berlin. Wir haben Tradition seit 1925 – das sind fast 90 Jahre
Grundlage für die Zukunft. Wir sind aber auch ein verlässlicher Partner für unsere Mitglieder.

Bezirk
Ortsteil
Straße
Größe Grundstück ca.
Wohneinheiten
Gewerbe/Sonstiges
Anzahl Zimmer
Wohnungsgrößen
Wohnungsschlüssel
BGF
Nutzfläche (Wohnflächen)
Gesamtkosten
Baukosten/m² Nutzfläche

Tempelhof-Schöneberg
Lichtenrade
Töpchiner Weg
20.000 m²
192 WE

Finanzierung
Miete kalt/m² netto
Miete brutto warm/m²
Grundstück
Grundstückskosten
Energiestandard
Projektstand
Baufertigstellung

45 % Eigenkapital
7,70 bis 9,50, Ø 8,50 EUR
Ø 10,50 EUR
Eigentum seit 2013
4.900.000 EUR
Effizienzhaus 70
Baubeginn Juni 2014
Ende 2015

36 bis 108 m²
1 bis 4 Zimmer
k. A.	
k. A.	
36.750.000 EUR
k. A.

Unser Ansinnen ist es, für unsere Mitglieder einen gelungenen Kompromiss zwischen Wohnkomfort und akzeptablen
Nutzungsgebühren (Mieten) zu finden. Die Mitbestimmungsrechte unserer Mitglieder anerkennend, stellen wir
das Wohl der Genossenschaft über Einzelinteressen. Wir
wollen entsprechend dem genossenschaftlichen Sinne die
Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung fördern. Hierbei sollen gemeinsame wirtschaftliche, soziale
und kulturelle Bedürfnisse der Mitglieder befriedigt werden.
Wir wollen nachhaltig sicher und sozial agieren. Wir wollen
mit unseren Mitgliedern und unseren Mitarbeitern gemeinsam unseren Häusern eine Menschlichkeit geben. Unsere
Mitarbeiter erbringen Dienstleistungen in höchster Qualität
– sie tun dies mit professioneller Kompetenz und persönlichem Engagement. Wir entwickeln unsere Konzepte zur
marktorientierten Bestandsentwicklung stets weiter und
verpflichten uns daher unserem Motto: Genossenschaftliches Bauen Stärkt!

12

© GBSt

Flächenplan

Bauteil 1 | Grundriss EG

Bauteil 3 | Grundriss EG

Bauteil 2 | Grundriss EG

Bauteil 4 | EG
Grundrisse

13

© GBSt

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG

Perspektive Bauteil 1

Perspektive Bauteil 2

Perspektive Bauteil 3

© GBSt

© GBSt

© GBSt

14

Dem Gedanken der Inklusion folgend, verteilen sich die für
Rollstuhlfahrer geeigneten Wohnungen (27 % der Wohnungen) auf alle Gebäude bzw. konzentrieren sich damit nicht
nur – wie häufig aus Kostengründen – zentral auf ein Objekt.

Wohnungsgrößen und -standards

Die 192 Wohnungen weisen eine große Spannbreite an
Wohnungsgrößen von 36 m2 bis 108 m2 auf.
Als Wohnungsgrößen werden für die 1-Zimmer-Wohnung
36 m2, für die 2-Zimmer-Wohnung 65 m2, für die 3-ZimmerWohnung 75 m2 und für die 4-Zimmer-Wohnung 109 m2
angegeben. Der Fokus liegt nach Angabe der Genossenschaft deutlich auf den zur Zeit stark nachgefragten Wohnungsgrößen zwischen zwei und drei Zimmern. Da keine
Grundrisse eingereicht wurden, kann die Anzahl der familiengeeigneten Wohnungen nicht angegeben werden. Es
sollen mehrere Gästewohnungen vorgehalten werden.
Die Barrierefreiheit soll nicht nur Senioren zugutekommen,
sondern auch z.B. Familien mit Kinderwagen. Der schwellenlose Weg von der Tiefgarage bis auf den Balkon oder Terrasse wird als Merkmal modernen Bauens angesehen und
ist ebenso genereller Standard wie bodengleiche Duschen,
ebene Alumatschwellen und ein Aufzug. Alle Wohnungen
werden mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Sonnenund Schallschutz für die Wohnräume sind in der Planung
bereits berücksichtigt. Elektrische Außenjalousien sind Teil
der Grundausstattung. Zu jeder Wohnung gehören ein Balkon oder eine Terrasse sowie ein Keller.
52 der Wohnungen (= 27 %) sind Rollstuhlfahrergerechte
Wohnungen. Dies gilt auch für einen Teil der Stellplätze.

Umgang mit Gemeinschaftsflächen
in Gebäuden und Außenflächen

Im Neubauvorhaben dient ein zentraler Gemeinschaftsraum als Treffpunkt und Veranstaltungszentrum. Er verbindet die Bewohner und Bewohnerinnen im Rahmen von gemeinsamen Aktivitäten, die durch GBSt oder die Bewohner
eigenständig initiiert werden. Er kann als Saal für Vorträge
und Veranstaltungen, als Café oder für gemeinschaftliches
Kochen und Essen genutzt werden. Insbesondere wird die
Belebung des Gemeinschaftsraums an den Wochenenden
angestrebt, wenn auch die berufstätigen Nachbarn vor Ort
sind. Mangels beigefügter Grundrisse sind keine Angaben
über Lage und Größe des Gemeinschaftsraums möglich.
Zu den bisher praktizierten Gemeinschaftsaktivitäten der
GBSt in ihren Objekten zählen:

15

„„
»Drei-Wege-Hilfe« im Alltag – Von Mitgliedern für
Mitglieder,
„„
Vortragsveranstaltungen zu Themen des Alltages,
„„
Kleine Kurse zur privaten Weiterbildung (Sprachen,
Computer),
„„
Gemeinsame Sportaktivitäten (ThaiChi, Yoga, Sitz- und
Rückengymnastik, Tischtennis),
„„
Gemeinsame Freizeitaktivitäten (Singen, Malen, Spiele
spielen, Kinderbasteln, Handarbeiten, Bücherstuben,
Kaffeerunden, Garten AG). Hinzu kommen gemeinsame
Wanderungen und Tagesfahrten auch außerhalb der
Genossenschaftsanlagen.
Im Vorhaben kommt den Außenanlagen als Begegnungsstätte eine besondere Bedeutung zu. Der wie ein zentraler
Dorfplatz angelegte großzügige Spielplatz ist natürlich gestaltet und wird als öffentlicher Spielplatz, also auch für
Gäste aus den umliegenden Wohnanlagen, nutzbar sein.
Der Platz soll gerade bei schönem Wetter Treffpunkt und
damit Herz und Zentrum von Südlicht 11 werden.
Der Nachbarschaftsgarten steht den Nutzern zum Gärtnern
und Ernten zur Verfügung und dient dem kulturellen und
kulinarischen Austausch.
Für das Neubauvorhaben wird vor Ort ein Objektbetreuer
eingesetzt, der allen zur Verfügung steht und erster Ansprechpartner für alle Anliegen ist.
Die GBSt verhandelt derzeit mit einem namhaften deutschen Autohersteller zur Anschaffung von Elektroautos.
Diese könnten gemeinsam durch mehrere Nachbarn erworben werden. Auch die Pflege der Autos könnte Teil nachbarschaftlicher Aktivitäten werden.

Einbindung des Vorhabens in die Nachbarschaft

Nach eigener Aussage ist die GBSt mit fast 90 Jahren Tradition im genossenschaftlichen Wohnen Profi bei der Vernetzung und Pflege von Nachbarschaften, da die Entwicklung
einer funktionierenden Nachbarschaft in jedem einzelnen
Objekt der GBSt einen wichtigen Erfolgsbaustein im täglichen Geschäft darstellt. Bereits während der Bauphase
knüpft die GBSt Kontakte zu den unterschiedlichen umliegenden Einrichtungen, um sich vorzustellen und künftig gemeinsame Wege in der Weiterentwicklung der gesamten
Wohnlage einzuschlagen. Auch wird eine aktive Beteiligung
an lokalen Sozial-, Bezirks- und Wirtschaftsrunden als obligatorisch angesehen und Kontakt zu den ansässigen Kirchengemeinden gesucht und gehalten.

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG

Die Bewohner der Seniorenresidenz in der Nachbarschaft
sollen als eingeladene Gäste bei Aktivitäten im Südlicht 11
oder auch an Fahrten oder Veranstaltungen der GBSt teilnehmen können. Die GBSt hat solche Kooperationen bereits
erfolgreich an anderen GBSt-Standorten erprobt.
Mit über 400 neuen Bewohnern und Bewohnerinnen liegt
bei Südlicht 11 aufgrund der Größe des Projekts eine besondere Situation vor, die nicht nur innerhalb der Wohnanlage
selbst wirkt, sondern mit seinen Bewohnern auch erheblichen Einfluss auf das vorhandene Wohnumfeld haben wird.
Eine ehemals in sich geschlossene Brache öffnet sich erstmalig mit der Projektfertigstellung für die Öffentlichkeit.
Die umliegenden Anwohner können dadurch kürzere Wege
in ihrem Alltag zurücklegen und die Außenanlagen/Spielbereiche als Gäste nutzen. Hof- und Straßenfeste mit Nachbarn und Kooperationspartnern aus dem Kiez sollen die
»Neulichtenrader« mit den anderen Anwohnern zusammenbringen. Das Mitglieder-Café im Gemeinschaftsraum kann
auch von Nichtmitgliedern der GBSt besucht werden.

Partizipation der Nutzer

Bei Vertragsschluss erhalten die Mieter und Mieterinnen ein
Formblatt, um mitzuteilen, ob sie eigene Ideen für eine aktive Nachbarschaft einbringen möchten oder an bestimmten
anderweitig geplanten nachbarschaftlichen Aktionen Interesse haben. Man geht davon aus, dass erst mit den letztendlichen Nutzern Konzepte entwickelt, geplant und umgesetzt werden können.

Architektonische und
städtebauliche Qualität/Typologie

Das 20.000 m2 große Vorhabengrundstück erstreckt sich
trapezförmig als weitgehend unbebaute Brache/Ackerland
zwischen der Straße Alt-Lichtenrade und dem Töpchiner
Weg. Im Norden grenzen drei- bis viergeschossige Wohnzeilen an, im Süden ein Gewerbebetrieb.
Das städtebauliche Konzept sieht eine aufgelockerte Komposition mit insgesamt 11 Gebäuden und vier Bautypen vor,
in deren Zentrum der Freibereich, ein sehr großzügiger Naturspielplatz, sowie ein zentraler Dorfplatz liegt. Entlang
des Töpchiner Wegs erstreckt sich eine lange Zeile mit vier
Aufgängen, angrenzend sind zwei kurze Zeilen mit nur zwei
Aufgängen angeordnet. Die vier kompakten Stadtvillen sind
am südlichen Grundstücksrand geplant und die vier Zweispänner zum Westen in Richtung Alt-Lichtenrade orientiert.
Die Putzfassaden sind in Weiß- und hellen Farbtönen gehalten.

Die dreigeschossigen Gebäude werden mit einem ausgebauten Walmdach versehen und berücksichtigen die Höhenentwicklung in der Umgebung.
Durch den Bau einer Tiefgarage mit 88 Stellplätzen können
die Außenanlagen weitgehend als Aufenthaltsflächen dienen. Es sind im Außenraum lediglich 13 Stellplätze für PKW
und 400 Fahrradabstellplätze vorgesehen.

Bezahlbare Mieten für die Zielgruppen

Die Miete pro m2 ist nach der Wohnungsgröße differenziert:
Die 3-Zimmer-Wohnung ist die teuerste, die 1-Zimmerwohnung die günstigste.

Kalkulierter Mietpreis pro m2 Wohnfläche
(nettokalt):
Im Durchschnitt 8,50 Euro/m2 Wfl.
1-Zimmer-Wohnung	
7,71 Euro/m2 Wfl.
2-Zimmer-Wohnung	
8,60 Euro/m2 Wfl.
3-Zimmer-Wohnung	
9,00 Euro/m2 Wfl.
4-Zimmer-Wohnung	
8,90 Euro/m2 Wfl.

Hinzu kommen Vorauszahlungen für die Betriebskosten in
Höhe von ca. 2,40 Euro/m2. Der Niedrigenergiestandard
KfW70 gewährleistet eine vergleichsweise günstige Bruttowarmmiete pro Wohnung.

Verwendung eines Preisgeldes:

Das Preisgeld sollte für gemeinschaftsorientierte Projekte
aufgewendet werden, um in einer oder mehreren Wohnanlagen die Arbeit der GBSt und die von Partnern vor Ort im
Rahmen der nachbarschaftlichen Aktivitäten zu unterstützen und besondere Angebote für Nutzer und das Umfeld unterbreiten.

Planung

Architektur- und Ingenieurbüro R. Lichtl GmbH
Dipl.-Ing. Roman Lichtl

16

»Das vorrangige Ziel unserer Genossenschaft ist die nachhaltige
Gewährleistung einer guten, sicheren und sozial verantwortbaren
Wohnungsversorgung unserer Mitglieder.«

17

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG

Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG
Die GBSt wurde am 29.04.1925 offiziell durch 10 Personen
gegründet. Vorrangiges Ziel war die Versorgung der durch
den Ersten Weltkrieg geschädigten Menschen mit preiswertem und nutzbarem Wohnraum.
In den ersten Jahren wurden durch die GBSt 3 126 Wohnungen gebaut. Diese Bautätigkeit nahm allerdings Anfang der
dreißiger Jahre auf Grund des politischen Umschwungs wieder ab. Der Wohnungsbestand wurde in dieser Zeit lediglich
durch die Übernahme anderer Baugenossenschaften erweitert. Seit dem zweiten Weltkrieg widmen wir uns hauptsächlich Instandsetzungs-, Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten. Heute besitzt die GBSt 3.150 Wohnungen, 19
Gewerbeeinheiten, 6 Gästewohnungen und 279 Garagen/
Stellplätze.
Auch in Zukunft wird die GBSt versuchen, einen gelungenen
Kompromiss zwischen Wohnkomfort und akzeptablen Mieten zu finden.
„„
Wir wollen entsprechend dem genossenschaftlichen
Sinne die Selbsthilfe, Selbstverantwortung und
Selbstverwaltung fördern. Das zentrale Anliegen von
Genossenschaften ist es, gemeinsame wirtschaftliche,
soziale und kulturelle Bedürfnisse zu befriedigen. Es soll
der Mensch im Vordergrund stehen und wir möchten
mit unserem täglichen Handeln für unsere Mitglieder
Nutzen stiften. Wir wollen sicher und sozial agieren. Wir
wollen uns nicht nur auf die Vergabe der Wohnung
reduzieren, es soll einen Sinn haben, in der GBSt nicht
nur zu wohnen, sondern auch zu leben. Wir wollen mit
unseren Mitgliedern und unseren Mitarbeitern
gemeinsam unseren Häusern eine Menschlichkeit
geben.

Mitglieder. Der Antrieb unseres Handelns ist unser
Leitbild. Es beschreibt die Ziele, die unsere Genossenschaft auch in Zukunft prägen werden. Sie bestimmen
unsere Haltungen und unser Handeln untereinander
sowie im Umgang mit Mitgliedern, Mietern, Interessenten, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit.
„„
Unsere Tradition ist Grundlage für die Zukunft. Wer
zukünftig bestehen will, muss mit der Zeit gehen und
mit Weitsicht agieren. Wir müssen unsere Konzepte zur
marktorientierten Bestandsentwicklung stets
weiterentwickeln.
„„
Wir verwalten das Eigentum unserer Mitglieder mit
wirtschaftlicher Vernunft. Die Mitbestimmungsrechte
unserer Mitglieder anerkennend, stellen wir das Wohl
der Genossenschaft über Einzelinteressen.
„„
Wir schaffen Vertrauen und bieten Sicherheit in allen
Lebenslagen und Lebensphasen. Wir leben den
Genossenschaftsgedanken und fördern das Miteinander.
Wir sind ein verlässlicher Partner für unsere Mitglieder.
„„
Wir begegnen mit Respekt und Achtung. Wir überzeugen
mit Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Toleranz ist Teil
unserer gelebten Wertschätzung.
„„
Wir nehmen die Interessen der Genossenschaft und
ihrer Mitglieder wahr und setzen uns für zukunftsfähige
Lösungen ein und sichern damit den Fortbestand
unserer Genossenschaft.

„„
Wir sind stolz auf unsere traditionsreiche Wohnungsbaugenossenschaft in Berlin. Mehr als 5.000 Mitglieder
sind das Fundament unserer starken Gemeinschaft.
Unsere Mitarbeiter erbringen Dienstleistungen in
höchster Qualität – sie tun dies mit professioneller
Kompetenz und persönlichem Engagement.
„„
Das vorrangige Ziel unserer Genossenschaft ist die
nachhaltige Gewährleistung einer guten, sicheren und
sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung unserer

GBSt-Geschäftsstelle Kniephofstraße 5

© GBSt

18

2. Preis:	 Zeitgemäße Stadtvillen für Familien
	
und Senioren

Perspektive

© DPF

Der Fokus des Wettbewerbsbeitrags liegt auf der Errichtung zeitgemäßer und großzügiger Wohnungen für mehrere Generationen, insbesondere aber für Familien. Gleichzeitig soll die Tradition des genossenschaftlichen Bauens gewahrt und die
Bezahlbarkeit für die anvisierte Zielgruppe gewährleistet sein.
Das vergleichsweise kleine Vorhaben Mittelstraße 2-3 in
Pankow mit insgesamt 16 Wohnungen ist jedoch nicht isoliert zu betrachten, sondern soll quasi als Pilotprojekt für
die Errichtung von 100 Genossenschaftswohnungen in AltTreptow dienen, um Erfahrungen mit dem Bau neuer Wohnungen zu sammeln und später zu nutzen. Dies gilt u.a. für
die Durchführung eines Werkstattverfahrens bzw. im kleineren Maßstab eines Realisierungswettbewerbs als Versuchsprojekt, da bis dahin in der Genossenschaft keine Erfahrungen mit einem solchen Neubauvorhaben bestanden.

19

Bereits im Jahr 2009 wurde in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Berlin der nicht-offene Realisierungswettbewerb für die Mittelstraße 2–3 ausgelobt mit dem Ziel,
»Wohnungen für Familien, die möglichst wenig Energie verbrauchen sowie das genossenschaftliche Leben berücksichtigen, zu planen«. Der damalige Siegerentwurf sah einen dreigeschossigen und einen viergeschossigen Baukörper vor. Er
knüpft nicht direkt an eine bestimmte, vorhandene Bebauungstypologie an, sondern sucht eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Typus »Stadtvilla«. Diese will als Mischtypus die
Vorteile des Einfamilienhauses (Nähe zum Garten, Identifikation mit dem Haus, geringe Bewohneranzahl, Gefühl von
Privatheit) im Mehrfamilienhaus verwirklichen.

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG

Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG
Gundelfinger Straße 8a
10318 Berlin
T:	 030/51 55 50
F:	 030/51 55 59 00
w:	 www.DPFonline.de
e:	 info@dpfonline.de
Gegründet	
Mitglieder ca.	
Wohnungsbestand ca.	

1957
4.800
3.821 WE

Die Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG zählt in Berlin
mit rund 3.800 Wohnungen zu den mittelgroßen Genossenschaften. Die modernisierten Wohnanlagen erstrecken sich
dabei vom Berliner Norden bis in den Südosten Berlins und
bieten aufgrund unterschiedlichster Bautypen eine Vielfalt
an Wohnungsgrößen und Grundrissen.

Pankow
Rosenthal
Mittelstraße 2-3
2.740 m²
15 WE + 1 Gäste WE

Bezirk
Ortsteil
Straße
Größe Grundstück
Wohneinheiten
Gewerbe/Sonstiges
Anzahl Zimmer
Wohnungsgrößen
Wohnungsschlüssel
BGF
Nutzfläche (Wohnflächen)
Gesamtkosten
Baukosten /m² Nutzfläche

63 bis 116 m²
2 bis 5 Zimmer
k. A.	
1.614 m²	
5.400.000 EUR
ca. 3.345 EUR

Finanzierung
Miete kalt/m² netto
Miete brutto warm/m²
Grundstück
Grundstückskosten
Energiestandard
Projektstand
Baufertigstellung

50 % Eigenkapital
7,55 EUR
k. A. 	
2.740 m²
146 EUR/m² (Kaufpreis)
EnEV 2014
Baubeginn Mai 2015
2015/2016

Seit 2004 wurden 831 Wohnungen mit großzügigen, verglasten Balkonen ausgestattet und 69 Wohnungen erhielten darüber hinaus einen eigenen Mietergarten. Zudem wurden 72
Wohnungen durch Anbauten vergrößert und alle Wohnungen mit einem rückkanalfähigem Breitbandkabelanschluss
versehen, wodurch allen Bewohnern das sog. »Triple Play«
(TV, Telefon, Internet) zur Verfügung steht. 10 Neubauwohnungen und 4 neue Dachgeschosswohnungen in Friedrichshagen bilden den Auftakt zur Errichtung von neuem, bedarfsgerechtem sowie zeitgemäßem Wohnraum in der
Genossenschaft. Zukünftig wird auf den unbebauten Grundstücken in Pankow-Rosenthal und Treptow-Köpenick weiterer Wohnraum für die Mitglieder geschaffen und somit weiterhin dem satzungsgemäßen Grundsatz einer guten,
sicheren und sozial verantwortlichen Wohnraumversorgung
Rechnung getragen. Besonderer Fokus liegt dabei auf einer
seniorengerechten Konzeption der Objekte, welche gleichermaßen junge Familien berücksichtigt und somit ein Mehrgenerationenwohnen ermöglicht. Zusätzlich wird auf Basis des
Unternehmenskonzeptes 2000plus das genossenschaftliche
Miteinander definiert. Durch innovative Serviceleistungen
und gelebte Mitbestimmung in unternehmerischen Entscheidungen genossenschaftlichen Wohnens wird aus der Wohnung »Raum zum Leben« und das Genossenschaftsmitglied
in den Mittelpunkt des ganzheitlichen Handelns gestellt.

20

Lageplan

Ansichten

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© DPF

© DPF

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG

Haus 03 | Grundriss 1. OG

Haus 02 | Grundriss 1. OG

Haus 03 | Grundriss 1. OG

Haus 02 | Grundriss EG
Haus 03 | Grundriss EG
Grundrisse

© DPF

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Die vier Wohnungen in den beiden Erdgeschossen sind alle
behindertengerecht für Rollstuhlfahrer ausgebaut (§ 51
BauO Bln) und über Rampen von außen erreichbar. Auch die
übrigen Geschosse sind stufenlos über einen mittig liegenden Aufzug erschlossen. Damit wird ein seniorengerechtes
und Mehrgenerationen-Wohnen unter einem Dach ermöglicht.

Umgang mit Gemeinschaftsflächen
in Gebäuden und Außenflächen

Wohnungsgrößen und -standards

Gemeinschaftsflächen sind somit nur im Außenraum möglich. Dieser ist jedoch großzügig und hat verschiedene Qualitäten.

Die Wohnungsgenossenschaft hat eine umfangreiche Zielgruppenanalyse durchgeführt. Demnach ist mit rund einem
Drittel der Bautyp Q3A der am häufigsten in der Genossenschaft vorhandene Bautyp. Erst mit dem ab 1973 errichteten Bautyp WBS70 wurden größere Wohnungen erstellt.
Aus der Gesamtwohnfläche von 203.000 m2 der 3.782 Wohnungen ergibt sich eine durchschnittliche Wohnfläche von
54 m2 je Wohnung.

Bei der letztlich genehmigten Planung mit jeweils drei Geschossen und einem Staffelgeschoss ist zusätzliche Wohnfläche geschaffen worden, allerdings zu Lasten eines einst
geplanten Gemeinschaftraumes. Es ist aber eine Gästewohnung vorgesehen, die die Mitglieder anmieten können.

Der kleinere, zur Straße hin orientierte Bereich ist ein gepflasterter Vorplatz, der zum »beiläufigen Sammel- und
Treffpunkt rund um einen stattlichen Laubbaum für die Bewohner werden soll«. Von hier werden beide Gebäude über
die rollstuhlgerechten Rampen erschlossen.

Im Ergebnis der Zielgruppenanalyse stand fest, dass die Genossenschaft kaum über Wohnungen mit mehr als 70 m2
verfügt und Mehrpersonenhaushalte in der Genossenschaft
deutlich unterrepräsentiert sind. Von daher stand der Bau
von größeren Wohnungen für Familien im Fokus der Planung für die Mittelstraße 2, 3.

Der rückwärtige geschützte Gartenbereich soll unterschiedlich genutzt werden können: Denkbar sind sowohl ein großes gemeinsames Gartengelände als auch die Abtrennung
von eigenen Gartenbereichen für die Bewohner. Das Gartengelände soll im Rahmen genossenschaftlichen Wohnens
bedarfsgerecht entwickelt werden.

Im Erdgeschoss liegen die kleinsten Wohnungen der Wohnanlage. Alle vier Wohnungen im Erdgeschoss sind behindertengerecht ausgebaut. Alle anderen Ebenen, Wohnungen
und Räume der Gebäude sind stufenlos über einen innenliegenden Aufzug erreichbar. Die Häuser werden von vorgelagerten Terrassenstegen umgeben, so dass es neben der
inneren Erschließung auch immer einen zweiten Weg über
den Außenraum in die verschiedenen Zimmer der Wohnung
geben kann. Da nur zwei Wohnungen je Geschoss geplant
sind, orientiert sich jede Wohnung zu drei Himmelsrichtungen, jede Wohnung wird zur Eckwohnung mit variabler
Raumanordnung und guter Belichtung.

Einbindung des Vorhabens in die Nachbarschaft

Konzipiert sind fünf 2-Zimmer-Wohnungen zwischen 77 m285 m2, worin 20 m2 für die Terrasse enthalten sind. Die
2-Zimmer-Wohnungen machen 33 Prozent der WE aus. 20
Prozent der Wohnungen sind 3-Zimmer-Wohnungen mit
einer Größe von 92 m2-105 m2. Alle 4-Zimmer-Wohnungen
sind 115 m2 groß und machen einen Anteil von 40 Prozent
der WE aus. Es gibt eine große 5-Zimmer-Wohnung von
139 m2.

Seit 2007 sind in der eigenen Mitgliederzeitschrift »DPFAktuell« die Genossenschaftsmitglieder über die Neubauvorhaben auf den Grundstücken Mittelstraße in Pankow
und Harzer Straße in Alt-Treptow informiert worden. Dazu
gehörten Informationen über die die beabsichtigte Bautypendiversifikation entsprechend der Zielgruppenanalyse
und über die Vorgehensweise, das Vorhaben in Pankow als
Pilotprojekt für das weitaus größere Neubauvorhaben in
Alt-Treptow zu nutzen. Das konkrete Ergebnis des Wettbewerbs ist ebenso kommuniziert worden wie grundlegende
Ziele des genossenschaftlichen Bauens. Durch die Informationspolitik sollte kontinuierlich für die Akzeptanz auch der

Die Gästewohnung im Erdgeschoss mit 63 m2 ist zusätzlich
zur Vermietung mit einem Übernachtungsentgelt von
55 Euro vorgesehen.

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Die Einbindung in die Nachbarschaft wird vor allem städtebaulich umgesetzt werden. Mit zwei Baukörpern im Duktus
kleinerer Stadtvillen setzt das Vorhaben die vorhandene
kleinteilige Struktur fort.

Partizipation der Nutzer

Bei heute rund 4.800 Mitgliedern in der Genossenschaft ist
es im Sinne der genossenschaftlichen Selbstverwaltung und
Mitbestimmung nicht möglich, jedes Genossenschaftsmitglied in die Geschäftsvorgänge der Genossenschaft einzubeziehen oder an diesen zu beteiligen.

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG

Neubautätigkeit einschließlich der mit ihr verbundenen finanziellen Auswirkungen für die Genossenschaft geworben
werden.
Gleiches gilt für die seit 2008 durchgeführten Vertreterstammtische und Vertreterversammlungen. Hierbei wurden
einzelne Details der Planung mit den Vertretern besprochen
sowie Anregungen und Ergänzungen in die folgenden Planungsschritte einbezogen. Dazu gehörte auch die Mietpreisgestaltung. Vielfach wurde seitens der Vertreter deutlich gemacht, dass die Mieten für die Zielgruppe bezahlbar
sein müssen, auch wenn damit verbunden ist, dass eine potentielle Unterdeckung der Neubaumieten aus den Überschüssen anderer Wohnanlagen bezahlt werden müsste.
Für interessierte Mitglieder der Genossenschaft bestand die
Möglichkeit, die acht Wettbewerbsbeiträge in einer Ausstellung in der Geschäftsstelle der Genossenschaft an mehreren Tagen zu besichtigen, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben. Dabei konnte auch das Interesse an einer der
Neubauwohnungen bekundet werden. Das Wettbewerbsergebnis ist dem Aufsichtsrat und den Genossenschaftsvorständen im Rahmen einer gesonderten offenen Aufsichtsratssitzung mit dem Thema »Genossenschaftliches Bauen
heute« präsentiert worden. Damit hatten nach Aussage der
DPFeG letztlich auch hier die Mitglieder – repräsentiert
durch den Aufsichtsrat der Genossenschaft – erheblichen
Einfluss auf das Neubauvorhaben und waren aktiv an dessen Planung beteiligt.

Architektonische und städtebauliche
Qualität/Typologie	

Modell

© DPF

orientiert befindet sich der eher steinerne Vorplatz. Durch
die Anordnung der Häuser um den zentralen Vorplatz wird
es notwendig werden, die bisherige Grundstückszufahrt
von der Mitte des Grundstücks an den östlichen Rand zu
verlegen. Dort befindet sich auch die Einfahrt zur Tiefgarage, die sich sowohl unter den Baukörpern als auch unterhalb des Vorplatzes erstreckt.

Bezahlbare Mieten für die Zielgruppen

Die Wohnungsbaugenossenschaft hat auf Basis einer
durchgeführten Zielgruppenanalyse sowohl die Bereitstellung von größeren Wohnungen für Familien als auch behindertengerechten Wohnraum zum Ziel. Bei der veranschlagten Wohnungsmiete von nettokalt 7,55 Euro ist bewusst ein
Grundstückswert angesetzt worden, der nicht mehr dem
heutigen gestiegenen Bodenwert entspricht, um den Mietpreis möglichst niedrig zu halten. Auch die Abschreibung
wird nicht in voller Höhe angesetzt.

In Berlin-Rosenthal prägt eine heterogene Baustruktur aus
Einfamilienhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern
wie Stadtvillen, Reihenhäusern und ältere Mehrfamilienvillen das Ortsbild. Es handelt sich um eine durchgrünte ruhige Wohnlage mit, die eine attraktive Umgebung für Familien darstellt. Das Grundstück ist leicht trapezförmig
geschnitten, mit einer Straßenfrontlänge von ca. 54 m und
einer Grundstückstiefe von maximal 49 m.

Hierzu heißt es: »Vielfach wurde seitens der Vertreter deutlich gemacht, dass diese Mieten für die Zielgruppe bezahlbar sein müssen, auch wenn dies bedeuten würde, dass dies
aus den Überschüssen ihrer (der Vertreter) Wohnanlagen
bezahlt werden müsste.«

Der Entwurf sieht den Bau von zwei dreigeschossigen
Wohnhäusern mit je einem Staffelgeschoss vor. Die Anordnung der zwei Gebäude orientiert sich streng an den Gebäudestellungen der Nachbargrundstücke und nimmt deren
Fluchtlinien in horizontaler und vertikaler Sicht entsprechend auf. Durch die Anordnung werden zwei unterschiedliche Außenräume mit unterschiedlichen Qualitäten definiert: Im rückwärtigen, nordwestlichen Grundstücksbereich
entsteht ein »grüne Oase« für die Bewohner. Zur Straße hin

Planung

Es werden keine Angaben zu unterschiedlichen Mieten nach
Lage oder Größe der Wohnungen gemacht.

RUF + PARTNER ARCHITEKTEN

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»Genossenschaftliches Wohnen ist
vielfältig und dauerhaft sicher: Für
uns bedeutet es, das Wohnungsangebot attraktiv und zugleich qualitativ hochwertig zu gestalten.«

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG

Die Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG
Die Wohnungsbaugenossenschaft DPF eG ist in vielerlei Hinsicht besonders. Als ehemalige Arbeiterwohnungsgenossenschaft (AWG) 1957 gegründet, verlief die Entwicklung
durch die Übernahme von Beständen anderer AWG und der
Fusion mit der »AWG Einheit« 1969 alles andere als gewöhnlich. Die Vielfalt der Übernahmen und Zusammenschlüsse führte letztlich zur heutigen Angebotspalette unterschiedlichster Standorte, Bautypen, Wohnungsgrößen,
Wohnungsgrundrisse und -austattungen.

Die genossenschaftliche Gemeinschaft zu erhalten, zu leben und zu fördern, wird durch eine vielfältige partizipative
Kommunikation erreicht und die Mitglieder bei allen größeren Vorhaben durch den Prozess begleitende anschauliche
Besichtigungs- und Informationsfahrten, durch gesonderte
Veranstaltungen, Stammtische und Schulungen sowie
durch kontinuierliche Berichterstattung im Internet und in
der Mitgliederinformation kontinuierlich mit auf den Weg
genommen.

Aus diesem Grund erstrecken sich die vollständig modernisierten Wohnanlagen mit insgesamt 3.821 Wohnungen
auch vom Berliner Norden bis in den Südosten Berlins. Mit
dem Ziel der Erweiterung der Angebotspalette werden die
Wohnungsbestände in ihrer Vielfalt sukzessive durch den
Erwerb von bestehenden Wohnanlagen und durch den Neubau auf Genossenschaftsgrundstücken ergänzt.

Auf Basis des Unternehmenskonzeptes 2000plus wurde das
genossenschaftliche Miteinander definiert und ständig weiterentwickelt. Durch innovative Serviceleistungen, wie den
Leseclub, die Genossenschaftsbibliothek, Skatabende, den
Reiseclub, die DPF-Radtour, Sommer- und Bewohnerfeste,
die Balkoniade, die Nutzung von Gästewohnungen für unsere Mitglieder, Bad- und Wohnungsumbauten, Rollatorenboxen, Fahrradabstellhäuser sowie die Errichtung von Garagen und Pkw-Stellplätzen, und gelebte Mitbestimmung in
unternehmerischen Entscheidungen genossenschaftlichen
Wohnens wird aus der Wohnung »Raum zum Leben« und
das Mitglied in den Mittelpunkt des vielfältig gemeinschaftlichen Handelns gestellt.

Nebenprodukt dieser Vielfalt war auch das Verschmelzen
von Mitgliedern mit unterschiedlichsten genossenschaftlichen Historien zu einer Gemeinschaft, die es bei anderen
ehemaligen AWG heute so nicht gibt.
Nur durch diese starke Gemeinschaft war es möglich, die
Bauprojekte in der Folgezeit mit der notwendigen Akzeptanz und Zustimmung der Mitglieder durchzuführen: Bspw.
wurden seit 2004 rund 1.000 Wohnungen mit großzügigen,
verglasten Balkonen ausgestattet und 73 Wohnungen erhielten darüber hinaus einen eigenen Mietergarten. Zudem
wurden 72 Wohnungen durch Anbauten vergrößert und alle
Wohnungen mit einem rückkanalfähigen Breitbandkabelanschluss versehen, wodurch allen Bewohnern das sog.
»Triple Play« (TV, Telefon, Internet) zur Verfügung steht.
Die moderne Geschäftsstelle, 22 Neubauwohnungen und 4
neue Dachgeschosswohnungen bildeten den Auftakt zur Errichtung von neuem, bedarfsgerechtem sowie zeitgemäßem Wohnraum, der zukünftig auf den unbebauten Grundstücken in Pankow-Rosenthal und Treptow-Köpenick um
rund 10.000 m² Wohnfläche für Mitglieder jeden Alters und
für verschiedenste Wohnansprüche ergänzt wird.

DPF-Wohnanlage Westerlandstraße 1a, Berlin-Pankow

© DPF

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Anerkennung:	Wohnraum für Menschen in
	
unterschiedlichen Lebensphasen

© IBT.PAN

Perspektive von Süden

Die Grundidee des Mehrgenerationenhauses ist die vertikale Schichtung von Senioren- und Familienwohnungen, d.h. die
übereinanderliegende Bereitstellung von Wohnraum für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen in einem Projekt. Als
Verknüpfungsbereich dienen fast die gesamte Erdgeschosszone und die Außenanlagen für die Gemeinschaftsnutzung.
Es handelt sich um die Ergänzung eines elfgeschossigen
Wohnblocks der Wohnungsbauserie WBS 70 aus dem Jahre
1979 mit einem elfgeschossigen Wohnhochhaus mit zwei
Staffelgeschossen. Das Neubauvorhaben dient der Deckung
der Bedürfnisse bestimmter Mieter-Zielgruppen der Genossenschaft. Mit dem Bauvorhaben wird das Ziel verfolgt, ein
zeitgemäßes, nachhaltiges Angebot zur Bereitstellung von
seniorenfreundlichem, barrierefreiem und modernem Wohnraum zu schaffen. Mit diesen Wohnungen wird den Mitgliedern ermöglicht, auch im fortgeschrittenen Alter und mit
Einschränkungen in ihrer physischen Mobilität ihr gewohntes
Lebens- und Wohnumfeld bewahren zu können. Die altengerechten Wohnungen sind über sechs Stockwerke im 1. bis 6.

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Obergeschoss angeordnet. In den darüberliegenden vier Etagen sind im gleichen Objekt ebenfalls moderne, barrierefreie
Wohnungen für junge Paare und Familien vorgesehen. Den
oberen Abschluss des Wohngebäudes bilden zwei Staffelgeschosse mit insgesamt drei Loft-Wohnungen für Paare.

Wohnungsgrößen und -standards

Etwa 60 % der Wohnungen sind 2-Zimmer-Wohnungen mit
einer Größe zwischen 55 m2 und 65 m2. Die zwölf 3-ZimmerWohnungen machen einen Anteil von 30 % aus und haben
eine Größe zwischen 63 m2 und 90 m2. In den beiden Staffelgeschossen sind drei großzügige 2-Zimmer-Wohnungen
mit einer Größe von 63 m2 bis 91 m2 vorgesehen.

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG

kunft.de
www.Wohnen-mit-Zukunft.de

Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG
Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG
Storkower Straße 209
13437 Berlin
T:	 030/42202 - 0
F:	 030/42202 - 139
w:	 www.wbg-friedrichshain-eg.de
e:	 info@wbg-friedrichshain-eg.de
Gegründet	
Mitglieder ca.	
Wohnungsbestand ca.	

Bezirk
Ortsteil
Straße
Größe Grundstück
Wohneinheiten
Gewerbe/Sonstiges
Anzahl Zimmer
Wohnungsgrößen
Wohnungsschlüssel
BGF
Nutzfläche (Wohnflächen)
Gesamtkosten
Baukosten /m² Nutzfläche

Lichtenberg
Hohenschönhausen
Altenhofer Straße 21
14.960 m²
39 WE

Finanzierung
Miete kalt/m² netto
Miete brutto warm/m²
Grundstück
Grundstückskosten
Energiestandard
Projektstand
Baufertigstellung

50 % Eigenkapital
k.A.
k.A.	
Eigentum

55 bis 91 m²
2 bis 3 Zimmer
4.458 m²
2.886 m²	
5.471.325 EUR
1.896 EUR

EnEV 2014
Baubeginn Juli 2015
Juli 2016

1955
5.000
4.300 WE

Am 12.08.1955 fand die Gründungsversammlung der ersten Arbeiterwohnungsgenossenschaft (AWG) im Stadtbezirk
Friedrichshain statt. 1956 begann der Bau für den ersten
Wohnblock in der Rochowstraße 3-6. Ein Ratsbeschluss des
Stadtbezirks Friedrichshain genehmigte die Vereinigung der
AWG »Glühlampe« und des »Berliner Bremsenwerkes« mit
Wirkung vom 01.01.1968 zur AWG »Friedrichshain«. Mit der
Annahme einer neuen Satzung 1990 begann auch ein neuer
Abschnitt in der Entwicklung der AWG »Friedrichshain«, in
deren Folge die AWG am 30.07.1992 den Namen »Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG« erhielt.
Es folgten Zeiten des Umbruchs, die von der Umstellung der
gezeichneten Geschäftsanteile, notwendigen Sanierungsarbeiten und der Umsetzung des Altschuldenhilfegesetzes
gekennzeichnet waren. Die Eintragung in das Genossenschaftsregister erfolgte am 20. Juli 2011. Heute zählt die
WBG Friedrichshain eG mit ca. 5.000 Mitgliedern und mit
über 4.300 verwalteten Wohnungseinheiten in den Stadtbezirken Friedrichshain und Hohenschönhausen zu den großen Genossenschaften in Berlin. Nach Abschluss der notwendigen, umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen
und der erfolgreichen wirtschaftlichen Konsolidierung der
Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG stehen
jetzt die Aufgaben zur Anpassung des Bestandes an die demografischen Veränderungsprozesse unserer Gesellschaft
und die Schaffung von Angeboten an neue Zielgruppen
auch durch Neubauvorhaben im Mittelpunkt der langfristigen Entwicklungskonzeption. Seit einigen Jahren verzeichnen wir von den Genossenschaftsmitgliedern verstärkt den
Wunsch nach seniorengerechtem, barrierefreiem Wohnraum. Diesem Erfordernis wollen wir, auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, nachkommen.

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Ansicht von Westen

Detail Balkone

Vogelschau

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© IBT.PAN

Ansicht von Norden

© IBT.PAN

© IBT.PAN

© IBT.PAN

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG

Grundriss 7. - 10. OG

Grundriss 12. OG

Grundriss 1. - 6. OG

Grundriss 11. OG

Grundriss EG

Lageplan

Grundrisse

© IBT.PAN

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Ansicht von Süden

Alle Wohnungen sind über zwei Aufzugsanlagen erreichbar
und verfügen über einen nach Süden orientierten Balkon
bzw. sehr großzügige Terrassen in den Staffelgeschossen.
Die vier Seniorenwohnungen pro Etage haben Bäder mit bodengleichen Duschen. Bei den drei Familienwohnungen je
Etage sind Wannen und Duschen vorgesehen. Auf den Etagenfluren gibt es Mieterabstellräume für Kinderwagen und
einzelne Fahrräder.

Umgang mit Gemeinschaftsflächen
in Gebäuden und Außenflächen

© IBT.PAN

Veranstaltungen im Freien genutzt werden. Für die Clubnutzung wird im Innenhof ein Pavillon errichtet. In diesem
werden zudem je zwei Fahrradstellplätze pro Wohnung vorgehalten. Der großzügige Innenhof bietet ausreichende und
vielfältige Möglichkeiten, die bauordnungsrechtlich notwendigen Spielflächen für die Kinder in einer Größe von
mindestens 156 m2 anzulegen und Freizeitflächen für Senioren zu schaffen. Sie können als Ergänzung der vorhandenen Anlagen in das Gesamtkonzept der Außenraumgestaltung integriert werden.

Das Erdgeschoss ist fast ausschließlich der gemeinschaftlichen Nutzung vorbehalten. Hier wird der Genossenschaftsclub Hohenschönhausen, der sich zurzeit in einer
ehemaligen 4-Zimmer-Wohnung im Hochparterre des
Nachbargebäudes befindet, untergebracht. Die vom Erschließungskern der Wohnungen separate und barrierefreie
Erschließung sowie ein flexibles Raumkonzept des neuen
Genossenschaftsclubs ermöglichen den Nutzern ein Maximum an Gestaltungsmöglichkeiten.

Innen wie außen sollen unter dem Begriff »Caring Community« die Prinzipien des genossenschaftlichen Lebens kulturell, solidarisch und gemeinschaftsbildend umgesetzt werden. Dabei ist das Augenmerk immer auf alle Altersgruppen
innerhalb der Genossenschaft gerichtet. Das Spektrum von
geplanten Veranstaltungen reicht von Kinderfesten, Ferienveranstaltungen für Schüler, Film- und Vortragsveranstaltungen, Sportgruppenaktivitäten bis zu Hausgemeinschafts- und Kiezfesten.

Der Club hat über einen Hinterein- und -ausgang eine Verbindung zu den Freiflächen des vorhandenen, sehr großen
Innenhofs. Die an diesem zweiten Eingang angeordnete
WC-Anlage kann auch unabhängig von den Clubräumen für

Des Weiteren wird angestrebt, dass ein speziell für die Zielgruppe Senioren geeigneter Dienstleister in einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoss untergebracht wird.

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG

Einbindung des Vorhabens in die Nachbarschaft

Die direkte Nachbarschaft besteht aus Großstrukturen des
einst sozialistischen Siedlungsbaus, teils der Wohnungsbaugenossenschaft selbst. Zielgruppe im Bereich der altengerechten Wohnungen sind Mitglieder der Wohnungsbaugenossenschaft, die im Alter ihr gewohntes soziales Umfeld
nicht verlassen wollen. Ein nicht unerheblicher Aspekt in der
Phase der Projektentwicklung war nach eigener Aussage
u.a. die Tatsache, dass alle zukünftigen Mieter und Nutzer
dieses Neubaus die örtlichen Gegebenheiten als positives
Gesamtkonzept erleben sollen, indem sie die bereits bestehenden Möglichkeiten des großzügig gestalteten Innenhofbereiches nutzen können.

Partizipation der Nutzer

Seit einigen Jahren hat die Genossenschaft von ihren Mitgliedern verstärkt den Wunsch nach seniorengerechtem,
barrierefreiem Wohnraum verzeichnet/ermittelt. Diesem
Bedürfnis soll, unter Beachtung wirtschaftlicher Gesichtspunkte, nachgekommen werden. Eine Analyse von möglichen Baulandreserven im eigenen Bestand hatte ergeben,
dass sich im Eckbereich Altenhofer Straße 21/Ecke Mittelstraße in 13055 Berlin-Hohenschönhausen die Realisierung
dieses Bauvorhabens mit dem Arbeitstitel »Mehrgenerationenhaus« optimal umsetzen lässt.

Architektonische und
städtebauliche Qualität/Typologie	

Das Vorhaben liegt nahe der Magistrale Landsberger Alle in
einer Plattenbausiedlung, die durch elfgeschossige Zeilen
der Serie WBS 70/11 und höhere Punkthochhäuser mit 18
bzw. 21 Geschossen charakterisiert ist.
Im Inneren der Quartiersblöcke aus straßenbegleitender Bebauung befinden sich ausgedehnte Grünflächen mit flach
gehaltenen Freizeit- und Dienstleistungseinrichtungen.
Der 11-geschossige Neubau stellt eine Ergänzung und
Schließung der Randbebauung in einer Ecksituation dar. Er
markiert und betont diesen Eckpunkt durch seine zusätzlichen zurückgestaffelten Dachgeschosse. Das wesentliche
gestalterische Element des Baukörpers ist die Rückstaffelung der Baumasse in Nord-Süd-Richtung, die das Gebäude
aus dem Bestand heraushebt und der Südfassade einen
prägnanten Charakter gibt.
Die Balkone werden an den Rückstaffelungspunkten und an
der Gebäudeecke angeordnet. Feststehende Sicht- und
Windschutzelemente ermöglichen eine akzentuierte farbliche und strukturierende Gestaltung. Das Erdgeschoss mit

dem großzügigen Eingangsbereich, dem Genossenschaftsclub und einer Dienstleistungseinheit setzt sich durch einfache Fassadenteilung vom Gesamtbaukörper ab.
An der Süd- und der Westseite des Hauses wird die Fassade
im Erdgeschoss mit Fliesen oder Klinkern verkleidet. Alle übrigen Fassadenbereiche erhalten einen Farbanstrich in vier
verschiedenen Tönen gemäß Farbkonzept auf mineralischem Oberputz. Der Eingang in das Gebäude ist straßenseitig durch die Farbe der WBG Friedrichshain eG, einem
Grünton, gekennzeichnet.

Bezahlbare Mieten für die Zielgruppen

Mit dem Neubau soll bezahlbarer Wohnraum geschaffen
werden. Zielgruppe im Bereich der altengerechten Wohnungen (1.-6. Obergeschoss) sind Mitglieder der Wohnungsbaugenossenschaft, die im Alter ihr gewohntes soziales Umfeld
nicht verlassen wollen. Darüber hinaus bietet der Neubau
moderne Wohnungen für junge Ehepaare und Familien. Die
drei in den beiden Staffelgeschossen geplanten Wohnungen
mit etwas anspruchsvollerem Ausstattungsstandard, sollen
eine höhere Einkommensgruppe ansprechen. Es ist vorgesehen, die Mieten, über deren genaue Höhe noch keine Angaben gemacht werden können, entsprechend zu staffeln
(die günstigeren für Senioren und die teuersten für die
Penthousewohnungen).
Für die Nebenkosten werden wahrscheinlich 2,30 Euro/m2
veranschlagt.
Mit der vorgenommenen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
und der Verpflichtung gegenüber den Genossenschaftsmitgliedern, das Finanzierungs- und Mietenkonzept nachhaltig
und angemessen in das Gesamtportfolio der Genossenschaft einzufügen, erfolgt die Finanzierung ca. zu 50 % aus
Eigenmitteln und 50 % aus Fremdmitteln. Bei einem Baukostenansatz von brutto 2.300,00 Euro/m2 Bruttogeschossfläche und der Staffelung des Mietzinses je nach Ausstattungsstandard der Wohnungen, ist es nach eigener Aussage
möglich, das Bauvorhaben in der vorgegebenen Qualität
unter Berücksichtigung der derzeitig geltenden Vorschriften umzusetzen. Das ist die Voraussetzung, um die Finanzierung des Neubauvorhabens aus den eigenen Erträgen
vorzunehmen.

Planung

IBT.PAN GmbH

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»Mit ca. 5.000 Mitgliedern und mit
über 4.300 verwalteten Wohnungseinheiten in den Stadtbezirken
Friedrichshain und Hohenschönhausen zählt die WBG Friedrichshain eG zu den großen Genossenschaften in Berlin.«

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG

Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain eG
Die Mutter wird 60, die Tochter 20. Mit dieser gesunden
Konstellation bewegen sich beide Unternehmen erfolgreich
am Berliner Wohnungsmarkt.
Insgesamt verantworten beide Unternehmen fast 8.000
Wohneinheiten und sorgen dafür, dass Bewohner unserer
Stadt sich wohlfühlen können und mit angemessenen Mieten und Wohnumfeld versorgt sind.
Der Wohnungsbestand der WBG Friedrichshain eG teilt sich
fast hälftig auf die Stadtbezirke Friedrichshain und Hohenschönhausen auf. Der von der GfWOB mbH betreute Bestand verteilt sich über die gesamte Stadt. Diese Konstellation, dass eine Genossenschaft sich ein Tochterunternehmen
geschaffen hat, welches umfangreiche Serviceleistungen zu
angemessenen Kosten erbringt und seinen Gewinn überwiegend im Drittgeschäft erzielt, ist sicherlich eine Besonderheit in dieser Stadt.
Die Genossenschaft bietet ihren Mitgliedern ein gehobenes
Maß an Betreuung und Veranstaltungen im Bereich des genossenschaftlichen Lebens und hat mit der abgeschlossenen Sanierung des Gesamtbestandes den Anschluss an zeitgemäße Wohnansprüche zu angemessenen Mieten erfüllen
können.
Da über 90 % des Bestandes aus Zeiten des komplexen
Wohnungsbaus bestehen und die immer stärker werdenden
Anforderungen generationsgerechter aufgestellt zu sein,
hat die Genossenschaft mit dem hier vorgestellten Mehrgenerationenhaus den dritten Neubau in der Nachwendezeit
in Angriff genommen, um den Mitgliedern, die in ihrer Bewegung beeinträchtigt sind, auch im genossenschaftlichen
Umfeld Wohnungsmöglichkeit zu bieten. Die Besonderheit
des hier vorgestellten Neubaus besteht darin, dass bereits
mit der Planung versucht wird, generationsübergreifend die
Wohnungszuschnitte zu gestalten. Der im Erdgeschoss befindliche Genossenschaftsclub und kleinere Gewerbeanteil
soll die Nutzungsvielfalt des Mehrgenerationenhauses abschließen.

Geschäftsstellte der WBG Friedrichshain eG, Storkower Straße 209
sowie 75 barrierefreie Wohnungen

Wohnungsbestand Altenhofer Straße 39

© WbgF

© WbgF

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Anerkennung: Wohnen plus in Wittenau

© GEWIWO

Perspektive Innenhof

Die Idee des Projekts ist es, kommunikatives, aktives und kreatives Wohnen miteinander zu einem »Wohnen Plus« für alle
Generationen zu verbinden. Die besondere Gebäudekonfiguration ist dabei identitätsstiftend. Kommunikatives Wohnen:
Mieter-Café, Kaminzimmer, Spielzimmer, Grillterrasse. Kreatives Wohnen: Bibliothek, Freiluft-Theater, Skulpturengarten,
Bildhauerwerkstatt. Aktives Wohnen: Duft- und Kräutergarten, Fitness und Sauna, Wasserlauf, Boule-Feld und Tischtennis.
Es handelt sich um eine Wohnanlage, die auf die aktive und
kreative Beteiligung ihrer Bewohner und Bewohnerinnen
zielt. Die Möglichkeit des generationsübergreifenden Wohnens ergibt sich zum einen aus der Anbindung an den gegenüberliegenden Altbaubereich und zum anderen durch
die geplante Gesamtbebauung des Grundstücks selbst.
Nach der reinen Seniorenwohnanlage im ersten Bauabschnitt soll nunmehr eine Durchmischung der Altersgruppen erreicht werden. Die unmittelbare Nachbarschaft zum
Domicil Seniorenpflegeheim ermöglicht es, bis ins hohe Aller wohnen zu bleiben und vielfältige Servicedienste in Anspruch zu nehmen.

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Wohnungsgrößen und -standards

Das Projekt mit 95 Wohnungen zeichnet sich zwar durch
eine große Spannbreite an Wohnungsgrößen von 45 m2 bis
120 m2 aus. Allerdings sind 78 % der Wohnungen 2-Zimmer-Wohnungen. Die Wohnungsgröße variiert dabei je nach
Haus zwischen 69 und 79 m2 und ist in der Regel für Einzelpersonen und Paare geeignet. Die acht 1,5-Zimmer-Wohnungen haben eine Durchschnittsgröße von 49 m2 und sind
für Singles – auch Senioren – geplant. Lediglich die dreizehn
3-Zimmer-Wohnungen (13 % der WE) zwischen 84 und
109 m2 kommen für Familien mit Kindern in Betracht.

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | GEWIWO Berlin - Wittenauer Wohnungsbaugenossenschaft eG

GEWIWO Berlin Wittenauer Wohnungsbaugenossenschaft eG
Rathauspromenade 68
13437 Berlin
T:	 030/41 40 14 - 0
F:	 030/41 40 14 - 41
w:	 www.gewiwo.de
e:	 wohnfuehlen@gewiwo.de
Gegründet	
Mitglieder ca.	
Wohnungsbestand ca.	

1924
4.000
2.500 WE

Seit 90 Jahren sind wir gegen eine anonyme Wohnungsverwaltung. Wir sehen unsere Mieter, die ja auch unsere
Mitglieder sind, in erster Linie als Partner mit in den genossenschaftlichen Gremien organisierten Mitspracherechten.
Deshalb gibt es bei uns regelmäßige Verwaltungs- und Vorstandssprechstunden und vielfältige Gemeinschaftsveranstaltungen. Wir unterstützen und pflegen gute Nachbarschaften.
Bezirk
Ortsteil
Straße
Größe Grundstück
Wohneinheiten
Gewerbe/Sonstiges
Anzahl Zimmer
Wohnungsgrößen
Wohnungsschlüssel
BGF
Nutzfläche (Wohnflächen)
Gesamtkosten
Baukosten /m² Nutzfläche
Finanzierung
Miete kalt/m² netto
Miete brutto warm/m²
Grundstück
Grundstückskosten
Energiestandard
Projektstand
Baufertigstellung

Reinickendorf
Wittenau
Techowpromenade 15
7.800 m² (Teilgrundstück)
Insgesamt 16.250 m²
95 WE

44 bis 122 m²
1,5 bis 3 Zimmer
k. A.	
7.660 m²	
16.400.000 EUR
ca. 2.140 EUR
25 % Eigenkapital
Ø 8,80 EUR
Ø 11,80 EUR	
Eigentum seit 1996
308 EUR/m²
KfW-Effizienzhaus 70
Baubeginn Mai 2014
Ende 2015

Es liegt in der Natur der Sache, dass eine der Tradition verbundene Baugenossenschaft in einem sich rasch wandelnden Wohnungsmarkt auch neue Antworten auf immer komplexer werdende Fragestellungen finden muss. Die GEWIWO
Berlin stellt sich diesen Herausforderungen deshalb schon
frühzeitig bei der Projektentwicklung und dann anschließend bei der Realisierung und dauerhaften Bewirtschaftung
von Wohnungsbauprojekten. Dieser Wohnraum wird auf
der Grundlage der Gesamtkostendeckung satzungsgemäß
zu angemessenen und sozial verantwortbaren Nutzungsgebühren unseren Mitgliedern überlassen. So gewinnt die Idee
des genossenschaftlichen Wohnens gerade in Zeiten der
Wohnungsverknappung neue Attraktivität. Hohe Wohnqualität durch richtungsweisende Architektur mit einem hohen
Maß an Identifikationsmöglichkeiten und einem generationsübergreifenden nachbarschaftlichen Miteinander rückt
an die Stelle seelenloser, anonymer Wohnkomplexe mit unpersönlichen Wohnungsverwaltungen. Wir wollen auch weiterhin mithelfen, gemeinsam ein Stück wohnungsgenossenschaftliche Zukunft mit hoher Sozialbindung und
spekulationsfreiem Wohnraum in Berlin zu schaffen.

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Lageplan

Vogelschau

37

© GEWIWO

© GEWIWO

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | GEWIWO Berlin - Wittenauer Wohnungsbaugenossenschaft eG

Grundriss OG

© GEWIWO

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Alle Wohnungen und der Keller sind barrierefrei über Aufzüge zugänglich und mit einem nachhaltigen Ausstattungsstandard mit ebenerdigen Duschen, teilweise bodengleichen Fenstern, Fußbodenheizung und einer Einbauküche
ausgestattet. Für das Sicherheitsbedürfnis der Bewohner
wird eine Videosprechanlage eingebaut.

Umgang mit Gemeinschaftsflächen
in Gebäuden und Außenflächen

Ein breites Angebot an Erholungs- und Gemeinschaftsflächen soll sowohl ältere Bewohner als auch Familien und
Singles zusammenführen. Das gemeinschaftsorientierte
Wohnen spielte bei der Planung eine zentrale Rolle und war
angesichts der Wirtschaftlichkeit eine große Herausforderung.
Im Innern des Gebäudes sollen verschiedene Bereiche in den
Gemeinschaftswintergärten den Alltag der Bewohner bereichern und als Begegnungsstätten fungieren. Dazu zählen
eine Sauna mit kleinem Indoor-Fitnessbereich, eine Bibliothek mit Kamin- und Lesebereichen, Fernseh- und ein Spielraum mit großem Flachbildschirm und Billardtisch etc. für
gemeinsame Spielabende und gemeinsames Fernsehschauen. Ein »Brückencafé«, welches für größere Veranstaltungen angemietet werden kann, ist ausgestattet mit einer
kompletten Kücheneinrichtung und Möblierung für rund 25
Personen. Es steht den Bewohnern für Feierlichkeiten zur
Verfügung und bietet Raum für Aktivitäten, Kreativität und
Zusammensein. Ein Bildhaueratelier im Souterrain des Gebäudes mit angrenzendem Lichthof steht für die Bewohner
zum kreativen Arbeiten mit Ton offen. Die Arbeiten des Bildhauers werden im Skulpturenpark auf der Ostseite des Gebäudes ausgestellt.
Der auf Förderung der Gemeinschaft zielende Ansatz hat
sich maßgeblich in der baulichen Konfiguration der Anlage
niedergeschlagen. Der größte der drei Baukörper weist einen kreisförmigen Innenhof auf, der die Kommunikation
befördern und Geborgenheit signalisieren soll. Er wird als
kleines Freilufttheater mit Bühne und Sitzgelegenheiten
ausgestattet und kann für kleine Konzerte und Veranstaltungen genutzt werden.
Als weitere Gemeinschaftsanlagen im Außenbereich gibt es
ein ganzes Bündel an Angeboten für (gemeinschaftliche)
Aktivitäten, zum Erholen und zum Kommunizieren. Eine
große Gemeinschaftsterrasse mit einem kleinen OutdoorFitnessbereich und einem fest installierten Grill steht in den
Sommermonaten allen zum gemeinsamen Sporttreiben
und Grillen zur Verfügung. Vorgesehen sind zudem Hoch-

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beete, gerade für Ältere gut geeignet, zum Selbstgärtnern
etwa mit Kräutern und Stauden, ein Duftgarten, ein kleiner
künstlicher Wasserlauf und ein Sandspielplatz für Kleinkinder. Für die Dächer ist eine Dachbegrünung geplant. Auf
dem extensiv begrünten Dach sollen Bienenstöcke angesiedelt werden, die von einem Imker aus der Genossenschaft
gepflegt werden.
Auch die Außenanlagen des ersten Bauabschnitts mit Seniorenspielrasen mit Boule-Feld, Tischtennisplatte, Spieltischen, mobilen Liegestühlen und Bänken stehen den
Bewohnern und Bewohnerinnen des zweiten Bauabschnitts
zur Verfügung.

Einbindung des Vorhabens in die Nachbarschaft

Das barrierefreie Projekt schließt direkt an den Altbaubestand mit rund 1.000 Wohnungen auf der gegenüberliegenden Straßenseite an. Bei Umzügen innerhalb der Genossenschaft können familiäre Bindungen, Nachbarschaften, soziale
Netzwerke und Freundschaften aufgrund der Nähe zum Altbaubestand weiterhin bestehen bleiben. In unmittelbarer
Nachbarschaft befindet sich ein Domicil Seniorenpflegeheim,
welches für die älteren Bewohner vielfältige Servicedienste
anbietet. Eine langfristige Kooperation zwischen dem Betreiber des Pflegeheims und der GEWIWO wird beidseitig schon
praktiziert und ausgebaut. Derzeit werden bereits Mittagstisch, Wäschedienst, Wohnungsreinigung, Apothekendienst
und Freizeitausflüge angeboten, die bei Bedarf kostengünstig in Anspruch genommen werden können.

Partizipation der Nutzer

Im Frühstadium des Projekts wurde innerhalb der Genossenschaft eine detaillierte Mitgliederbefragung zur grundsätzlichen Auslegung des Vorhabens durchgeführt. Die
zahlreich eingegangenen Anregungen und Vorschläge sind
weitestgehend in die Planung mit aufgenommen worden.
So wurde insbesondere Verbesserungsvorschläge und Empfehlungen der Mieterschaft aus der seniorengerechten Anlage des 1. Bauabschnittes aufgenommen und bei der Planung des 2. Bauabschnittes berücksichtigt.
Im Ergebnis sind nach Aussage der Genossenschaft alle Gemeinschaftseinrichtungen Resultat intensiver Ideenfindung
und -bewertungen.
»Die zahlreichen räumlichen Nutzungsangebote beziehungsweise -konzepte [...] sollen das Gemeinschaftsgefühl
unter den Bewohnern stärken und über das Wohnen hinaus
die Kommunikation und die aktive Teilnahme am genossenschaftlichen Leben stärken.«

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | GEWIWO Berlin - Wittenauer Wohnungsbaugenossenschaft eG

Zukünftigen Nutzern wird zudem im Rahmen des Ausbaus
(Küche, Fliesen, Bodenbeläge etc.) Alternativen zur Auswahl
für eine individuelle Gestaltung der Wohnung angeboten.
Die Mieterschaft wird fortlaufend über aktuelle Projekte
und Projektfortschritte über mehrere Auflagen des Mieterjournals »Wohnfühlen« informiert; dabei ist eine »Wohnfühlen-Extraausgabe« eigens dem aktuellen Neubauprojekt
gewidmet worden.

Besonders markant ist der »hufeisenförmiger« Baukörper
mit einem kreisförmigen Innenhof, das am äußeren Rand
des Grundstücks den Abschluss bildet, sich aber zur Gesamtanlage hin öffnet. Diese programmatische städtebauliche Geste hat aber zur Folge, dass die Grundrissgestaltung
hinsichtlich Funktionalität und Belichtung teils problematisch ist.

Architektonische und
städtebauliche Qualität/Typologie	

Die Nutzungsendgelte sind gestaffelt nach der (Höhen-)
Lage: Die Erdgeschosswohnungen sind die günstigeren, die
Staffelgeschosse die teuersten.

Das Vorhaben liegt inmitten eines großen Blocks mit heterogener Bau- und Nutzungsstruktur aus Wohnzeilen, Einfamilienhäusern, gewerblichen und sozialen Nutzungen. Östlich des Grundstücks befindet sich an der Techowpromenade
der unter Denkmalschutz stehende Altbestandes der Genossenschaft (errichtet Ende der 20er Jahre nach einem
Entwurf von Hermann Muthesius). Westlich des Grundstücks liegt der U-Bahnhof Rathaus Reinickendorf. Zur Sicherung der städtebaulichen Qualität war seinerzeit ein
konkurrierendes Gutachterverfahren in Zusammenarbeit
mit dem Stadtplanungsamt Reinickendorf durchgeführt
worden.
Das Vorhaben schließt unmittelbar an ein bestehendes Pflegeheim sowie an den realisierten ersten Bauabschnitt eines
Seniorenwohnhauses der GEWIWO an, das als U-förmiger
Baukörper am 01.04.2014 fertiggestellt worden ist.
Der zweite Bauabschnitt weist eine aufgelockerte Bebauungsstruktur aus drei Baukörpern auf, die im Kontext mit
den vorhandenen Gebäuden stehen und gleichzeitig auf
den Grundstückszuschnitt Bezug nehmen. Die dreigeschossigen Gebäude mit Staffelgeschoss unterscheiden sich stark
in Ausprägung und Größe. Jedes Gebäude/jeder Abschnitt
der Gesamtanlage soll einen eigenen Charakter haben, damit sich die Bewohner und Bewohnerinnen mit ihrem Zuhause leicht identifizieren können. Die 95 Wohnungen teilen sich auf die drei Häuser auf: Haus 1: 59 Wohnungen,
Haus 2: 11 Wohnungen und Haus 3: 25 Wohnungen.
Die hellen Putzfassaden werden durch rote Spaltklinker gegliedert, durch die sich auch die Staffelgeschosse vom übrigen Baukörper abheben. Jede Wohnung verfügt über einen
Balkon/Wintergarten oder eine Terrasse.

Bezahlbare Mieten für die Zielgruppen

Kalkulierter Mietpreis pro m2 Wohnfläche

(nettokalt)
Im Durchschnitt	
Erdgeschoss	
1. OG/2. OG	
Dachgeschoss	

8,80 Euro/m2 Wfl.
8,65 Euro/m2 Wfl.
8,80 Euro/m2 Wfl.
8,95 Euro/m2 Wfl.

Hinzu kommen Vorauszahlungen für die Betriebskosten in
Höhe von ca. 2,00 Euro/m2 und Vorauszahlung für die Heizkosten von ca. 1,00 Euro/m2. Der Niedrigenergiestandard
KfW 70 gewährleistet eine vergleichsweise günstige Bruttowarmmiete pro Wohnung.
Die Vergabe der Wohnungen richtet sich nach der Dauer der
Mitgliedschaft in der Genossenschaft. Aufgrund der Vielzahl der Bewerbungen aus der Mitgliederschaft kann davon
ausgegangen werden, dass viele Wohnungen im niedrigpreisigen Altbaubestand (Nettokaltmiete um 5,00 Euro/m2
Wfl.) in unmittelbarer Nachbarschaft frei werden, die dann
auch an einkommensschwächere Haushalte vergeben werden können.
Nach Aussage der GEWIWO zeigt die große Nachfrage nach
den neuen Wohnungen, dass die kalkulierte Nettokaltmiete
von durchschnittlich 8,80 Euro/m2 Wfl. für ihre Zielgruppen
bezahlbar ist. Bislang liegen für die geplanten 95 Wohnungen schon mehr als 250 Anfragen vor.

Planung

BLR projektplan entwicklungsges. mbH
mit Griffin.Architekt

40

»Die Gewiwo verfolgt das Ziel, für
ihre Mitglieder den für jede Lebensphase passenden Wohnraum
in guter Qualität und zu sozial verträglichen Kosten zu erhalten und
darüber hinaus kontinuierlich weiterzuentwickeln.«
Rüdiger Brombach
technischer Vorstand
Gewiwo Berlin eG

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | GEWIWO Berlin - Wittenauer Wohnungsbaugenossenschaft eG

Die GEWIWO Berlin Wittenauer Wohnungsbaugenossenschaft eG
Bereits für die Gründungsbebauung wurde in den Zwanzigerjahren mit Hermann Muthesius ein hervorragender, weit
über die Stadtgrenzen hinaus bekannter Architekt ausgewählt. Nach seinem Bebauungsentwurf mit funktionellen
Wohnungsgrundrissen und guter Bausubstanz entstanden
rund 1.000 Wohnungen für knapp 3.000 Menschen.
Die hohen Maßstäbe von Muthesius und sein Streben nach
Funktionalität sind für die GEWIWO bis heute richtungsweisender Ansporn. Bei allen Neubauten wurde an diese Tradition angeknüpft und konsequent weiterentwickelt. Die hohen Ansprüche an städtebaulicher und architektonischer
Qualität spiegeln sich in den vielen Auszeichnungen im
Rahmen des Bauherrenpreises des Bezirksamtes Reinickendorf wider. Die modernen Gebäude passen sich mustergültig in die gewachsenen Strukturen der grünen Umgebung
ein. Immerhin kommen bei der GEWIWO auf 1 m2 Wohnfläche je 1,2 m2 Grünfläche – für eine Großstadt wie Berlin ein
außergewöhnlicher Wert.

Unserere Mieter haben ein Dauerwohnrecht. Die Umwandlung von Genossenschaftswohnungen in Eigentumswohnungen ist bei uns grundsätzlich ausgeschlossen. Das heißt,
für die Bewohner wird ein sicheres Wohnen zu kalkulierbaren Preisen garantiert.
Unsere Leistungsbereiche:
- Grundstücksbeschaffung
- Projektentwicklung
- Planung
- Baudurchführung
- Verwaltung der Objekte
Unsere Leistungsbilanz:
- ca. 2.000 Wohnungen im Bestand
- 59 Wohnungen im Bau
- 36 Wohnungen in der Planung

Mit rund 350 neu entstandenen Wohnungen in den letzten
zwanzig Jahren – darunter die anspruchsvollen Neubauten
der Wohninsel Tegel oder die avantgardistischen Wohnhäuser am Tegeler Fließ – gehört die GEWIWO zu den aktivsten
Bauherren in Reinickendorf. Wohin die Entwicklung führen
kann, zeigt das nun neu entstehende Reinickendorfer Rathausviertel in der Techowpromenade für »barrierefreies
Wohnen«. Auf den Spuren der großen Baumeister wurde die
Planung des 1. Bauabschnittes von dem international renommierten Architekten Sergei Tchoban übernommen.
Durch das zusätzliche Angebot von insgesamt 141 seniorenfreundlichen Wohnungen direkt gegenüber dem neuen
DOMICIL-Seniorenpflegeheim wird auch dem demografischen Wandel Rechnung getragen und die wirtschaftliche
Entwicklung der Genossenschaft bekommt ein neues starkes Standbein.

Neubau Königsweg 5-7 Baujahr 2001

© GEWIWO

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Der Wert der Genossenschaften
für die Berliner Wohnungspolitik
Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär für Bauen und Wohnen,
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin
Stadtentwicklungspolitisch haben die Wohnungsbaugenossenschaften für Berlin Großes geleistet. Sie sind besondere
Akteure auf dem Wohnungsmarkt, da sie mit langfristiger
Perspektive als demokratische Unternehmensform im Interesse ihrer gleichberechtigten Mitglieder handeln. Sie stellen
meist Wohnungen für mittlere und geringe Einkommen zur
Verfügung und leben von der Beteiligung ihrer Mitglieder.
Berlin gehört zu den großen Städten in Deutschland, in denen sich im 19. Jahrhundert die Genossenschaftsbewegung
als Antwort auf die damals drängenden Probleme der
Wohnraumversorgung entwickelt hat. Sie hat als Gegenmodell zur gründerzeitlichen Mietskaserne mit ihren großzügig geschnittenen Bürgerwohnungen im Vorderhaus und
den engen Kleinwohnungen in den Hinterhöfen den Reformwohnungsbau entwickelt, bei dem jede einzelne Wohnung von ihren Lagequalitäten her gleichwertig und modern ausgestattet war.

© SenStadtUm

Dieser Reformwohnungsbau hat historisch die Entwicklung
ganzer Stadtquartiere im Bereich der Stadterweiterung vor
allem in den 20er und frühen 30er Jahren geprägt. Auch
beim Wiederaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg
und beim Nachkriegsneubau waren die Wohnungsbaugenossenschaften wichtige Partner der Stadtentwicklung, wobei es im Ostteil der Stadt zu einer Neugründungswelle vor
allem betriebsnaher Wohnungsbaugenossenschaften kam.
Eine neue Herausforderung für die Wohnungsbaugenossenschaften stellte sich nach der Wiedervereinigung der
beiden Stadthälften. Hier waren Traditionsgenossenschaften aus dem Westteil, denen ihre im Ostteil gelegenen Wohnungsbestände rückübertragen wurden, unter den Ersten,
die durch Modernisierungs- und Instandsetzungsinvestitionen zu sozialverträglichen Mieten Akzente bei der Aufwertung jahrzehntelang städtebaulich vernachlässigter Quartiere setzten. Und die Wohnungsbaugenossenschaften im
Ostteil haben durch zügige Investitionen vor allem in die
energetische Erneuerung in ihre überwiegend aus Montagebauten bestehenden Bestände wesentliche Beiträge zur
Quartiersentwicklung und zum Klimaschutz geleistet.

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Der Wert der Genossenschaften für die Berliner Wohnungspolitik

Vielfältig, verlässlich und aktiv

In Berlin haben wir heute eine vielfältige Landschaft von
Genossenschaften. Vielleicht ist in Berlin die Vielfalt der
Möglichkeiten, die genossenschaftliches Wohnen und Bauen bietet am besten sichtbar. Die Spanne reicht von den
großen Traditionsgenossenschaften über die ehemaligen
Arbeiterwohnungsgenossenschaften der DDR bis zu völlig
neu unter dem genossenschaftlichen Gedanken gegründeten Projekten.
Heute sind die Wohnungsbaugenossenschaften, zu denen
in den letzten drei Jahrzehnten immer wieder Neugründungen hinzutreten, ein äußerst wichtiger Faktor für die Versorgung der Berliner Bevölkerung mit bezahlbarem und
qualitativ gutem Wohnraum. In Berlin sind ungefähr 12 %
aller Mietwohnungen Genossenschaftswohnungen. Allein
durch diesen wesentlichen Anteil am Bestand sind sie schon
ein wichtiger Faktor für die Wohnungspolitik und Aufgaben
der Stadtentwicklung.
Auch und besonders durch ihr in der Regel solides Wirtschaften sind Genossenschaften eine verlässliche Konstante in der städtischen Wohnungspolitik. Ihre Bestände bewirtschafteten sie mit langfristiger und nachhaltiger
Perspektive und versorgen viele ältere Menschen und vor
allem Menschen mit mittleren und geringen Einkommen
mit Wohnungen. Die Nutzungsentgelte liegen im Schnitt
unter den Durchschnittsmieten in Berlin. Aber auch Genossenschaften, die sich an Menschen mit höheren Einkommen
richten, haben ihre Berechtigung und tragen zur Vielfalt der
Wohnformen bei.

Die Aufgaben der Politik

Mit dem genossenschaftlichen Neubauwettbewerb möchten wir die Aufmerksamkeit der Genossenschaftsmitglieder
und ihrer Vertretungsorgane darauf richten, dass neben der
Bestandspflege die Bestandserweiterung durch Neubau
eine wichtige Zukunftsaufgabe ist. Der Grund für den momentan angespannten Wohnungsmarkt liegt in einer gestiegenen Nachfrage, die wiederum durch den positiven
Bevölkerungssaldo begründet ist. Berlin versucht derzeit
durch verschiedene Maßnahmen, z.B. einem Förderprogramm und Bündnissen mit Verbänden und Bezirken, den
Neubau von Wohnungen anzukurbeln. Diese Maßnahmen
richten sich natürlich auch an die Genossenschaften. Zurzeit wird im Rahmen der laufenden Arbeit an der Neuausrichtung der Liegenschaftspolitik geprüft, wie Wohnungsbaugenossenschaften durch Bereitstellung von Baugrundstücken unterstützt werden können.
Der genossenschaftliche Neubauwettbewerb ist eine öffentliche Plattform, um die hervorragende Arbeit der Genossenschaften in Berlin darzustellen. Auch die von uns finanzierte
Netzwerkagentur GenerationenWohnen hilft, die kostenlosen Informations- und Beratungsangebote in allen Fragen
des generationsübergreifenden Wohnens bekannt zu machen und über das Genossenschaftswohnen zu informieren.

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Genossenschaftshauptstadt Berlin
Ass. jur. Maren Kern, Vorstand, BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V.

Genossenschaften – in Berlin sind sie seit weit über hundert
Jahren eine prägende Kraft am Wohnungsmarkt. Mit ihren
fast 200.000 Wohnungen sorgen die fast 90 Berliner Mitgliedsgenossenschaften im BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. für bezahlbares
und gutes Wohnen, lebendige Kieze und stabile Nachbarschaften. Deshalb ist die von ihnen begonnene Neubauoffensive auch so gut für Berlin.
In Berlin haben Wohnungsbaugenossenschaften einen Anteil von fast 13 Prozent am Mietwohnungsmarkt. In der
Stadt finden sich sowohl einige der größten als auch der
ältesten genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen
Deutschlands. Auch der BBU als ältester wohnungswirtschaftlicher Verband der neuen Bundesländer wurde 1897
in Berlin zunächst als genossenschaftlicher Selbsthilfeverband gegründet. Das alles macht deutlich: Das Genossenschaftswesen ist in der »Genossenschaftshauptstadt« tief
verwurzelt und hat eine lange Tradition.

Der Blick auf die Fakten:
Bezahlbar, sicher, nachhaltig

© BBU

Ein prägendes Element für Wohnungsbaugenossenschaften
ist ihre Verantwortung für gutes Wohnen für die Genossenschaftsmitglieder. Mit 4,95 Euro pro Monat und Quadratmeter lagen die durchschnittlichen Nettokaltmieten der
BBU-Mitgliedsgenossenschaften Ende 2013 deutlich unter
dem Berliner Mietspiegeldurchschnitt (5,54 Euro/m²). Diese
bezahlbaren Mieten gehen dabei Hand in Hand mit einem
überdurchschnittlichen Modernisierungsstand ihrer Wohnungen: Mittlerweile sind rund 83 Prozent ihres Wohnungsbestandes vollständig modernisiert. Klima-, generationenund demografiegerechtes Wohnen ist bei den Genossenschaften längst fester Bestandteil ihrer Bestandsentwicklungsstrategien.

4,95

45

Euro/m2 betrug Ende 2013 die
durchschnittliche Nettokaltmiete
bei den Berliner BBU-Mitgliedsgenossenschaften. Zum Vergleich:
Der Berliner Mietspiegeldurchschnitt 2013 liegt bei 5,54 Euro/m2.

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Genossenschaftshauptstadt Berlin

16,2 %

0,7 %
unsaniert

teilmodernisiert

81 %
Vollständig modernisiert
bzw. moderner Standard

Quelle: BBU

Aktueller denn je: Genossenschaftliche Werte

Gemeinschaft, Verlässlichkeit, Sicherheit, Nachhaltigkeit –
das sind Werte, für die Wohnungsgenossenschaften in besonderer Weise stehen. Sie geben den Menschen Halt und
Zugehörigkeit – gerade in einer Metropole wie Berlin mit ihrer immer mobiler und internationaler werdenden Bevölkerung ist das von besonderer Bedeutung. In einer Zeit, da die
Gesellschaft eher auseinanderdriftet und frakturiert, schaffen sie Heimat: und damit ganz wesentliche Voraussetzungen für Verbundenheit sowie persönliches und bürgerschaftliches Engagement. Dadurch werden sie zu Ankern
der Stabilität – sowohl für die Menschen als auch für Nachbarschaften, Kieze und die Stadt insgesamt.

Stand der Wohnungsmodernisierung der Berliner Genossenschaften im BBU

Entsprechend niedriger sind bei den Genossenschaften
auch Leerstand und Fluktuation: Mit einem Prozent beim
Leerstand bzw. 5,4 Prozent bei der Fluktuation liegen sie
nochmals deutlich unter dem ohnehin schon im gesamtstädtischen Vergleich relativ geringeren BBU-Durchschnitt (2,0 bzw. 6,3 %). Die hinter diesen guten Zahlen stehenden Leistungen: Investitionen von gut 8,3 Milliarden
Euro seit 1991 – also mehr als eine Million Euro an jedem
Tag der letzten 20 Jahre – und gut 2.300 Arbeitsplätze im
Einsatz für die Genossenschaftsmitglieder.

1%

der Wohnungen von Berliner BBUMitgliedsgenossenschaften standen
Ende 2013 noch leer. Zum Vergleich:
2005 waren es noch 3,3 Prozent.

Die Berliner Wohnungsgenossenschaften sind aber nicht
nur besonders leistungsstarke und mitgliederorientierte
Wohnungsunternehmen. Darüber hinaus eröffnen sie den
Bewohnerinnen und Bewohnern ihrer Wohnungen auch
ganz eigene Wege eines Lebens in Gemeinschaft. Sie bieten
einen »dritten Weg« zwischen Eigentum und Miete, mit demokratischer Teilhabe, Dauerwohnrechten, innovativer Architektur, Sozial- und Kultureinrichtungen sowie vielfältigen Freizeitangeboten. Damit stehen Genossenschaften für
ganzheitliches Wohnen und eine Wohnform, die auch mehr
als hundert Jahre nach ihrer Begründung nichts an Innovationskraft, Dynamik und Strahlkraft eingebüßt hat.

Das Besondere dabei: Beständigkeit und Erneuerung gehen
bei ihnen eine starke Verbindung ein – immer mit Blick auf
die Bedürfnisse einer modernen, sich wandelnden Gesellschaft. Neben gutem Wohnraum bieten Genossenschaften
deshalb auch die Flexibilität einer Mietwohnung sowie oft
auch noch gute Zusatzservices wie Concièrge-Dienste,
Ganztages-Kinderbetreuung, Kooperationen mit Pflegeund anderen Dienstleistern, Carsharing, Einkaufsgemeinschaften oder innovative Energieversorgung.

Gut für Berlin:
Genossenschaftliche Neubauoffensive

Berlins Wohnungsgenossenschaften sind aber nicht nur wegen ihres starken Engagements im Bestand zentrale Akteure am Wohnungsmarkt der Hauptstadt. Darüber hinaus
haben sie seit 2013 die Schlagzahl beim Wohnungsneubau
stark erhöht. Im Fünfjahresvergleich zwischen 2009 und
2013 haben sie ihre Neubauinvestitionen fast um das Fünffache auf 102 Millionen Euro ausgeweitet; für 2014 ist ein
weiterer Sprung um fast 30 Prozent auf 131 Millionen Euro
zu erwarten. Bis 2020 planen sie den Neubau von mehr als
4.000 Genossenschaftswohnungen in allen Lagen der Stadt
– von der Baulückenschließung über die innerstädtische
Quartiersergänzung bis hin zu Erweiterung oder sogar Neubau gartenstädtischer Anlagen.

46

463,66 Mio.

391,31 Mio.

357,95 Mio.

322,88 Mio.

297,99 Mio.

301,58 Mio.

250,48 Mio.

258,22 Mio.

257,96 Mio.

268,55 Mio.

mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und Erwerbsbiografien. Trotz hoher Neubaukosten bieten Genossenschaften Neubau zu bezahlbaren Mieten. Dabei lösen sie auch oft
innerhalb der Genossenschaft Umzugsketten aus, um im
Bestand günstigeren Wohnraum für einkommensschwächere Zielgruppen bereitzustellen. Neubau und Bestand
werden hier vorbildhaft gemeinsam gedacht.

Investitionen der Berliner Genossenschaften im BBU

2014 (Prognose)

2013

2012

2011

2010

2009

2008

2007

2006

2005

Stichwort kulturelle Integration

Quelle: BBU

Beim Neubau geht es aber nicht nur um reine Stückzahlen,
sondern vor allem auch um Qualität. Was heute gebaut
wird, wird Stadtbild und Nachbarschaftsgefüge für mindestens 100 Jahre prägen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass
gerade beim Neubau auf Nachhaltigkeit geachtet wird –
weil nur dadurch gewährleistet werden kann, dass die heute
mit erheblichem Aufwand neu errichteten Wohnungen auch
morgen noch zu einer lebendigen, dynamischen Stadt passen und gut vermietbar sind. Drei Themenkomplexe sind
dabei neben der grundsätzlichen Bedeutung bezahlbarer
Mieten und moderner Wohnungsangebote eine besondere
Herausforderung: Integration, Klimaschutz und Energiewende und die »Digitalisierung« unserer Gesellschaft. Und
es geht bei alldem immer wieder auch um Partizipation und
Einbeziehung der Menschen in diese Prozesse.

Zukunftsfeld I: Integration

Gelingende Integration ist in einer so vielfältigen Stadt wie
Berlin ein wesentlicher Pfeiler für gute Nachbarschaften
und Attraktivität der Quartiere. Die Integration wiederum
hat dabei verschiedene Aspekte: sozial, kulturell und natürlich demografisch.

Stichwort soziale Integration

Bei diesem Aspekt geht es unter anderem um den Erhalt der
»Berliner Mischung« mit ihrem bewährten und bereichernden Neben- und Miteinander von einkommensstärkeren
und einkommensschwächeren Haushalten, von Menschen

47

Ob mit Kiezprojekten oder Nachbarschaftsfesten: Innerhalb
der Genossenschaften wird konsequent auf ein gutes nachbarschaftliches Miteinander geachtet. Die Einbindung sozialer Träger und die Zusammenarbeit mit den Bezirksverwaltungen und diversen Einrichtungen vor Ort ist das
Fundament, das für die Bewältigung heutiger und zukünftiger Herausforderungen bei der Integration eine gute Ausgangslage bietet.

Stichwort demografische Integration

Auch wenn Berlin derzeit erfreulicherweise durch den Zuzug vor allem junger Menschen wächst, sind die demografischen Veränderungen einer älter werdenden Gesellschaft
nicht zu ignorieren. Der Neubau der Berliner Wohnungsbaugenossenschaften wird deshalb bereits heute auf breiter
Front barrierefrei bzw. schwellenfrei ausgerichtet. Der Anspruch dabei: Nicht nur »altersgerechtes«, sondern vor allem auch »alltagsgerechtes« Wohnen zu bieten, das auch
jungen Familien zugutekommt. Das ist die Grundlage für
eine nachhaltige Bewirtschaftung der Bestände. Demografische Integration ist aber mehr als nur bauliche Ausrichtung, sondern umfasst auch die zweckentsprechende Gestaltung des Wohnumfeldes – und nicht zuletzt wohnbegleitende Dienstleistungen.

Zukunftsfeld II: Klimaschutz und Energiewende

Was bedeutet »Klimawandel« für den Gebäudebestand und
wie bleibt die Energieversorgung bezahlbar und sicher?
Auch an den Antworten auf diese Fragen wird sich die Zukunftsfähigkeit des Wohnungsbestandes mehr denn je entscheiden. Deshalb kommt z. B. dem Gelingen der Energiewende eine so große Bedeutung zu. Immer stärker
kristallisiert sich heraus, dass der Schlüssel hierzu im Quar-

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Genossenschaftshauptstadt Berlin

tier liegt: in dezentralen Lösungen, bei denen Wärme- und
Elektroenergie bereitgestellt werden. Moderne Vernetzungstechnologien – zum Beispiel »Smart Meter« und
»Smart Grids« – schaffen Möglichkeiten für integrierte Systeme mit einer Vielzahl von verbrauchernahen Knotenpunkten.
Neben dem Einbau modernster Erdwärme-, Photovoltaikoder Wärmepumpentechnologien beschäftigen sich viele
Wohnungsbaugenossenschaften mit Elektromobilität und
stellen schon heute zentrale Stellplatz- und Lademöglichkeiten für Elektroautos und E-Fahrräder bereit. Darüber hinaus geht es aber auch um die Herausforderung, wie der
Wohnungsbestand auf die im Zuge des Klimawandels wahrscheinlicher werdenden Extremwetterereignisse vorbereitet
werden kann.

Zukunftsfeld III: »Digitalisierung«

Die rasante technologische Revolution der Digitalisierung
macht auch vor dem Gebäudebestand nicht halt. Das Internet, virtuelle und komplex vernetzte Welten und neue Kommunikationsmöglichkeiten haben auch hier längst Einzug
gehalten. Dies verändert die Anforderungen an das Wohnen. Und wieder steht zuerst die Schaffung baulicher Voraussetzungen im Vordergrund, z.B. beim Einbau rückkanalfähiger Breitband- oder Glasfaserkabelnetze, moderner
Schließanlagen oder flexibler Strom- und Telefonoptionen.
»Smart Home« oder »Ambient Assisted Living« (AAL) sind
Ansätze, um möglichen Bedürfnissen und Wünschen der
Zukunft gerecht zu werden. Aber auch Quartiere organisieren sich zunehmend virtuell: Bürgerinitiativen, soziale
Netzwerke, partizipative Projekte aller Art basieren schon
heute auf virtuellen Portalen und Plattformen zur Koordination und zum gegenseitigen Austausch.

Berlins Genossenschaften: Fit für die Zukunft

Viele Zahlen, viele Fakten, viel Engagement – und eine klare
Botschaft: Genossenschaften bauen Zukunft. Im konsequenten Einsatz für Berlin sichern sie soziale Fundamente
und wirken entscheidend dabei mit, dass die Stadt ihr
Wachstum weiter bewältigen kann.

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Solidarisch Wirtschaften in Genossenschaften
Dipl.-Volksw. Barbara von Neumann-Cosel, Geschäftsbesorgung Genossenschaftsforum e.V

»Cooperatives are a reminder to the international community that it is possible to pursue both economic viability and
social responsibility«. Mit diesem vielzitierten Leitspruch
zum Internationalen Genossenschaftsjahr 2012 bezieht sich
der UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon auf die Vielschichtigkeit des Wirtschaftens in genossenschaftlichen Unternehmen, das auch als solidarisch, kooperativ oder anders Wirtschaften bezeichnet wird.
So ist die immer wieder auflebende Faszination an genossenschaftlichen Konzepten in der Wohnungswirtschaft oftmals
mit ihrer Sonderstellung verknüpft, die sie strukturell einnehmen. Schon die frühen bodenreformerischen Theorien
sahen das Modell gemeinschaftlichen Eigentums als »Dritten Weg« zwischen den Systemen Kapitalismus und Kommunismus, später wurden sie zudem als Alternative zwischen
»Staat und Markt« oder »Eigentum und Miete« bezeichnet.

© Nikolaus Fürcho

Einerseits grenzt sich das genossenschaftliche Selbsthilfemodell strukturell von staatlicher Fürsorgepolitik ab, indem
es der wirtschaftlichen Schwäche Einzelner mit der Kraft solidarischer Kooperation begegnet. Idealtypisch schließen sich
in einer Genossenschaft Wohnungssuchende zu einer juristischen Person zusammen, um ein Haus zu kaufen oder zu
bauen, das sie dann an die eigenen Mitglieder vermieten.
Tatsächlich hat es historisch die reine Selbsthilfe im Wohnungsbau aufgrund der hohen Investitionskosten nur in Ausnahmefällen gegeben. Nur durch Zusammenschluss wird die
Gruppe nicht zahlungskräftiger, allenfalls – aufgrund gemeinsamer Haftung – kreditwürdiger. Auch Genossenschaften machen somit externe Unterstützung nicht überflüssig,
sie können jedoch aufgrund ihrer Konstruktion als besonders
förderungswürdig gelten.
So mobilisieren sie private – bauliche, organisatorische und
finanzielle – Selbsthilfe und schaffen damit sozial gebundenes Eigentum, dessen Nutzung ausschließlich den Mitgliedern zur Verfügung steht und dessen Wertzuwächse über die
Bindung der Genossenschaftsanteile an das Nominalprinzip
nicht an einzelne Mitglieder ausgezahlt werden können. Hier
realisiert kein externer Kapitalgeber spekulative Wertzuwächse, Wohnungsgenossenschaften sind im Regelfall Bestandshalter.

49

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Solidarisch Wirtschaften in Genossenschaften

Andererseits zeigen Genossenschaften als Teil der Privatökonomie, dass auch in marktwirtschaftlichen Systemen solidarische Formen des Wirtschaftens möglich und nachhaltig erfolgreich sein können. Im Gegensatz zum Typus des rein
erwerbswirtschaftlich ausgerichteten Unternehmens, das
auf Gewinnstreben durch individuelles Privateigentum, monetäre Anreize und eine enge Definition von Effizienz setzt,
schreibt das Genossenschaftsgesetz die Ausrichtung auf Mitgliederförderung vor. Gerade in der Wohnungswirtschaft ist
damit ein Bündel von möglichen Zielsetzungen angesprochen, dem die größtmögliche Verzinsung des eingesetzten
Kapitals untergeordnet ist. Hier geht es um die Bedürfnisbefriedigung der Mitglieder und nicht um Kapitalrenditen anonymer Anteilseigner. Das Leitbild vom »Membership Value
statt Shareholder Value« steht für dieses genossenschaftliche Grundprinzip.
Mit dem Zwang des kooperativen Unternehmens zum wirtschaftlichen Handeln als Voraussetzung zur dauerhaften,
autonomen Existenz ist durchaus auch die Chance zur Erzielung von Überschüssen verbunden. Über ihre Verwendung
entscheidet die Mitglieder- bzw. Vertreterversammlung nach
dem demokratischen Prinzip »pro Kopf eine Stimme« – unabhängig von der Zahl der individuell gezeichneten Anteile.
Das fehlende Primat der Kapitalverwertung im genossenschaftlichen Modell des solidarischen Wirtschaftens bringt
jedoch andere Wachstumskonzepte mit sich. Die hier vorherrschende, alternative Form eines »selektiven Wachstums« beruft sich auf die regionale Verankerung der genossenschaftlichen Unternehmen, die Ausweitung des
Leistungsspektrums durch Zusatz- und Serviceangebote für
die Mitglieder sowie auf ihre Option des Netzwerkens. Die
stärksten Wachstumsphasen des wohnungsgenossenschaftlichen Bereichs wurden in der Vergangenheit durch äußere
Anreize, wie öffentliche Förderprogramme, ausgelöst.
Während das bis heute immer wieder zitierte Oppenheimer’sche Transformationsgesetz besonders den Produktivgenossenschaften entweder den wirtschaftlichen Untergang oder die Umwandlung in ein kapitalistisches

Unternehmen prognostizierte, zeigt die Geschichte der Wohnungsgenossenschaften andere Entwicklungschancen mit
einem breiten Spektrum von Lebensmilieus.
So beinhaltet das genossenschaftliche Modell des solidarischen Wirtschaftens auch für künftige Herausforderungen
ein umfangreiches Potenzial. Die größtenteils modernisierten Wohnanlagen, die häufig auch hohen energetischen Aspekten entsprechen, tragen mit moderaten Mieten und einer bewohnernahen Verwaltung zur sozialen Stabilisierung
bei. Mittlerweile sind etliche Mitgliederunternehmen wieder
mit sukzessivem Neubau zur Erweiterung des Angebotsspektrums beschäftigt. Die konzeptionelle Ausrichtung an Mitgliederinteressen gehört regelmäßig dazu. Über die Erstellung von Familienwohnungen hinaus wird hier auch neuen
Wohnformen, nicht selten mit Blick auf die Wünsche älterer
Mitglieder, Rechnung getragen. Die Möglichkeiten zur Ausweitung des Prinzips solidarisch Wirtschaften über das Wohnen hinaus in andere siedlungsbezogene Wirtschaftsbereiche wie Energie, Bildung, Sparen, Verkehr etc. bieten noch
deutliche Entwicklungschancen, historisch finden sich dafür
etliche Beispiele mit aktuellen Bezügen. Auch für das ehrenamtliche Engagement wird hier den Mitgliedern ein breites
Betätigungsfeld geboten, das die Aktivitäten der gesetzlich
vorgeschriebenen Organe ergänzt. Zunehmend wirken die
genossenschaftlichen Initiativen über die eigenen Bestände
in das umgebende Quartier, um auch hier stabilisierende und
belebende Effekte zu erzeugen.
Wie keine andere europäische Großstadt ist Berlin durch die
mittlerweile knapp 100 genossenschaftlichen Unternehmen
im Wohnungsbereich geprägt, die den Nutzern der ca.
186.000 Wohnungen ein spekulationsfreies, dauerhaft gesichertes und kostengünstiges Zuhause mit diversen Zusatzeinrichtungen bieten. Ihre baulichen und sozial-kulturellen
Errungenschaften, darunter zwei Siedlungen des UNESCOWeltkulturerbes, haben zu einer breiten, positiven Wertschätzung in der Bevölkerung geführt. Die politische Reaktion darauf durch eine spezifische, auf die Besonderheiten der
Mitgliederunternehmen eingehende Förderstrategie zur
Ausweitung des genossenschaftlichen Bereichs steht noch
aus.

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Wir würden gern mehr bauen!
Dipl.-Kffr. Angelika Noß, Verbandsdirektorin Prüfungsverband der kleinen und mittelständischen Genossenschaften e.V.

An dem genossenschaftlichen Neubauwettbewerb 2014 haben sich im Gegensatz zum 2012er keine kleineren Wohnungsbaugenossenschaften beteiligt. Klein heißt hier, Genossenschaften mit einem Wohnungsbestand deutlich unter
1.000 Wohnungen. Eine mögliche Schlussfolgerung, die
»Kleinen« würden sich vom Neubau fernhalten, wäre
grundsätzlich falsch. Sie engagieren sich zwar überwiegend
in dem Bereich der Sanierung von Altbaubeständen, in der
Umgestaltung ehemals nicht zu Wohnzwecken genutzter
Gebäude zu Wohnbauten. Und dennoch haben es die kleineren Wohnungsbaugenossenschaften längst unter Beweis
gestellt: Sie können auch neu bauen!
Sie errichten Neubauten, unter Einbeziehung und Berücksichtigung der Bedürfnisse der künftigen Bewohner und in
guter, bezahlbarer Qualität und mit sozialem Anspruch. Sie
bauen kleinteiliger, auch in Gegenden, die für kommerzielle
Anleger weniger interessant sind, haben keine Berührungsängste mit sozialen Problemgebieten.

© PkmG

Aber, sie würden gern mehr bauen, mehr Grundstücke der
Bodenspekulation entziehen, mehr bezahlbaren Wohnraum
schaffen. Diesem Ansinnen stehen aber deutlich Hindernisse im Weg, die von kleineren Wohnungsbaugenossenschaften nur schwer zu beseitigen sind. So werden städtische
Grundstücke in der Regel entweder bevorzugt an stadteigene Wohnungsbaugesellschaften oder zum Höchstgebot an
Investoren veräußert. Kleinere Nachfrager mit einer schwachen Eigenkapitaldecke haben das Nachsehen.
Meist sind es glückliche Umstände, funktionierende Netzwerke oder politische Unterstützung, die es der einen oder
anderen unserer Mitgliedsgenossenschaften ermöglichen,
bezahlbare Grundstücke zu erwerben. Bezahlbar heißt, in
der wirtschaftliche Gesamtbetrachtung des Bauvorhabens
eine Nettokaltmiete deutlich unter 10,00 Euro zu erreichen.

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Wir würden gern mehr bauen!

Ohne wirksame und verlässliche Wohnungsbauförderung
kann sich eine Neubauwohnung in der Regel nur eine gutverdienende Mittelschicht leisten. Die Wettbewerbsbeiträge
haben gezeigt, dass nur eine hoher Eigenkapitalanteil, der
ohne Renditedruck in Neubauvorhaben investiert werden
kann, eine Miete um die 8,00 Euro/m² nettokalt ermöglicht,
zumal teilweise auf Bestandsgrundstücke zurückgegriffen
werden konnte.
Die Neubauten unserer Genossenschaften in Berlin und in
anderen Bundesländern können sich sehen lassen. Sie sind
innovativ, verwirklichen interessante Ansätze des generationsübergreifenden Miteinanderwohnens und setzen ihre
individuellen Ansprüche in interessanten, gestalterisch anspruchsvollen Neubauvorhaben um. Sicher steht hier nicht
ein ausgefeilter ästhetischer Anspruch im Vordergrund,
sondern ein lebbarer Pragmatismus.
Berlin hat sich hohe Ziele in Bezug auf die Schaffung neuen
Wohnraums gesteckt. Diese Stadt wird jedoch eine Mieterstadt bleiben und braucht daher bezahlbare Mietwohnungen. Der Vergleich der Miet- und Kaufpreise für Wohnraum
in Berlin mit denen anderer westeuropäischer Großstädte
verleitet dazu, die rasante Preisentwicklung in Berlin und
anderen deutschen Großstädten zu verharmlosen, falsche
Maßstäbe zu setzen. Die Politik versucht gegenzusteuern,
den Wohnungsmarkt zu reglementieren. Die Wirkung dieser
Maßnahmen ist umstritten, ihre Wirkung wird die Zukunft
zeigen.
Aber eine Maßnahme, den wesentlichen Rohstoff für Neubauten, den Grund und Boden, solchen Projekten zu verträglichen Preisen zur Verfügung zu stellen (sei es durch
Kauf oder Erbpacht), die nicht spekulieren, sondern der Förderung ihrer Mitglieder verpflichtet sind, diese Maßnahme
würde sofort Wirkung zeigen.

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Gemeinschaftlich wohnen
in Genossenschaften
Dipl.-Ing. Constance Cremer, Projektleitung Netzwerkagentur GenerationenWohnen,
Geschäftsführerin STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH
Zehn Menschen sitzen um einen Tisch. Sie reden vom gemeinschaftlichen Wohnen: »... kein Heim ... keine WG ... jeder frei und doch solidarisch ... geborgen, aber nicht gebunden ... um eine Grünfläche herum unter Bäumen ... ein
Gebäude mit Möglichkeiten zur Entfaltung ... Bewohner, die
sich kennen und schätzen ... Menschen mit verschiedenen
Geschichten ...«
So oder ähnlich beginnen die meisten Geschichten von
Gruppen, die sich auf den Weg machen. Die Netzwerkagentur GenerationenWohnen, seit 2008 Anlaufstelle des Senats, begleitet vielfältigste Einzelinteressenten, Gruppen
sowie Initiativen gemeinschaftlichen Wohnens, und die Beliebtheit dieses Wohnmodells steigt stetig. Dabei sind unterschiedliche Formen des Wohnens zur Miete oder im
Eigentum vorstellbar: selbstorganisiert, bei einer Wohnungsgenossenschaft oder einer Wohnungsbaugesellschaft. Aus diesem Grund berät die Netzwerkagentur in Fragen des gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Wohnens, unterstützt bei der Entwicklung und
Umsetzung von Projektideen, vermittelt zur Wohnungswirtschaft, zu Wohnungsgenossenschaften und privaten Hausund Grundstückseigentümern und vernetzt Initiativen und
Fachleute.
© STATTBAU GmbH

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Die Suche nach gemeinschaftlichen Lebensformen bedeutet
häufig auch die Suche nach einem genossenschaftlichen
Modell. In keiner anderen Trägerform verbindet sich die soziale Utopie vom Leben in der Gemeinschaft so eng mit
Rechtsmodell. Genossenschaften blicken auf eine lange Historie als selbstnutzende Gemeinschaften zurück. Die rechtliche Übereinstimmung von Eigentümer und Nutzer sowie
der Verzicht auf Profit zugunsten des Förderprinzips ermöglicht es ihnen, ihre Mitglieder langfristig mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. Daher, und weil es ihnen gelingt, attraktive Wohnorte zu schaffen, mit denen sich ihre
Bewohner identifizieren, haben Wohnungsgenossenschaften eine stabilisierende Wirkung im Quartier. Genossenschaften sind eine Antwort auf anonymisierte und aus-

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Gemeinschaftlich wohnen in Genossenschaften

schließlich renditeorientierte Strukturen im wohnungswirtschaftlichen und sozialen Umfeld. Sie bieten Schutz in
einer Gemeinschaft und eine bewährte und sichere Rechtsform.
Neben einer Wiederbelegung der Aktivitäten von Bestandsgenossenschaften führte in den vergangenen Jahrzehnten
insbesondere die zunehmende Etablierung junger Genossenschaften zu einer Renaissance des genossenschaftlichen
Gedankens im Bereich des Wohnens. Darüber hinaus steigt
die Nachfrage nach Baugemeinschaften mit genossenschaftlichem Eigentum. Häufig werden auch Mischformen
angestrebt.
In Berlin bieten Traditionsgenossenschaften Wohnformen
vor allem für ihre Mitglieder an. Suchende Gruppen greifen
häufiger zu Neugründungen von Genossenschaften oder
nutzen die Möglichkeit für das Unterstellen unter ein vorhandenes Dach. Das geschieht häufiger bei jungen Wohnungsgenossenschaften, die im Moment risikobereiter und
kreativer sind, um den Ausbau ihrer Genossenschaften zu
fördern. Es werden neben innovativen Wohnmodellen auch
Food-Coops, Pflegeeinrichtungen oder eigene Stromerzeugung durch Windkraft angegliedert und im Sinne der selbstnutzenden Gemeinschaften betrieben.
Im Kontext der Netzwerkagentur spielt das Thema Genossenschaften eine wichtige Rolle. So wünschen sich rund 60
Prozent der Einzelinteressenten eine genossenschaftliche
Rechtsform für ihr gemeinschaftliches Wohnprojekt oder
ihre Baugemeinschaft. Dem steht bisher noch entgegen,
dass lediglich 10 Prozent der rund 200 Projekte, die seit
dem Jahr 2008 im Austausch mit der Netzwerkagentur geplant oder realisiert wurden, genossenschaftlicher Natur
sind.

workshops anfänglich begleitet wurde. Beispiele für die Integration von Wohngruppenprojekten, die sich unter das
Dach einer jungen Wohnungsgenossenschaft gestellt haben,
sind das Stadtgut Blankenfelde, das Stadtgut Hobrechtsfelde, der Werkpalast und die Alte Schule Karlshorst. Projekte,
wie die Leuchtturm e.G., die genowo e.G. oder das integrierte Modell am Blumengroßmarkt zeigen die ungebrochene
Attraktivität des Modells. Das Projekt Spreefeld steht exemplarisch für eine im genossenschaftlichen Eigentum realisierte Baugemeinschaft und bietet neben kostengünstigen
Konditionen auch innovative Grundrisslösungen. Die Netzwerkagentur begleitet ebenfalls ein von der SelbstBau e.G.
initiiertes Modellprojekt einer barriererefreien Musterwohnung in einem genossenschaftlichen Hauskontext. Der Einsatz von technischen Assistenzsystemen für ältere und pflegedürftige Menschen soll hier modellhaft erprobt werden.
Die Besonderheit gemeinschaftlicher Wohnformen liegt dabei in der Balance zwischen technischen Hilfen und sozialen
Kontakten.
Der in 2012 durchgeführte genossenschaftliche Wettbewerb hat die Bandbreite der Projekte und Möglichkeiten gemeinsamen Wohnens eindrücklich aufgezeigt. Die geringere Zahl an Einreichungen in diesem Jahr sind u.a. darauf
zurückzuführen, dass die Taktzahl an Projekten in diesem
besonderen Segment nicht so hoch ist. Es benötigt mehr
Zeit, Vorhaben konzeptionell gut vorzubereiten und die Mitglieder der Genossenschaften auf den Weg mitzunehmen.
Eine weitere Schwierigkeit – gerade für junge Genossenschaften – liegt in der Verfügbarkeit von Grundstücken. Das
Plädoyer für einen nächsten Genossenschaftswettbewerb
lautet daher, nicht nur einen Preis, sondern ein oder mehrere Grundstücke zu vergeben.

Setzt man sich jedoch genauer mit diesen Projekten auseinander, wird schnell die Bandbreite der Gestaltungsmöglichkeiten offenbar. Ein herausragendes Beispiel stellt die Neugründung der Möckernkiez e.G. dar, die durch die
Netzwerkagentur u.a. durch die Koordination des Städtebaus und Architekturwettbewerbs in Form von Planungs-

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Studentendörfer und der Genossenschaftsbau–
ein Widerspruch?
Dipl.-Ing. Jutta Kalepky, Freie Architektin

In Berliner Universitäten sind zur Zeit rund 165.000 Studenten angemeldet und finden nur unter Schwierigkeiten angemessenen Wohnraum. Das Studentendorf Schlachtensee ist
ein gutes Beispiel dafür, wie für diesen Bedarf geplant werden kann.
Das Studentendorf wurde in den 1950er Jahren durch das
amerikanische Außenministerium im Rahmen des ‚re-education‘-Bildungsprogramms nach dem 2. Weltkrieg finanziert. »Die Studenten sollten durch gemeinsames Wohnen
und Lernen darin unterstützt werden, demokratisches Handeln zu praktizieren.« Auf 5,3 Hektar eines ehemaligen
Bauerngehöftes planten die Architekten Hermann Fehling,
Daniel Gogel und Peter Pfannkuch in zwei Bauabschnitten
einen Wohncampus für Studenten mit ca. 700 Wohnplätzen. Drei Gebäudetypen – der kompakte Würfel, das aus
zwei Einheiten bestehende Hofhaus und der abgestufte Riegel aus drei Wohnzeilen – bestimmen mit Gemeinschaftsund Verwaltungsräumen die Studentenwohnanlage. Die
Außenraumplanung übernahm Hermann Mattern. In einem
dritten Bauabschnitt mit zwei fünfgeschossigen Wohnblöcken verdichtete das Architekturbüro Kraemer, Sieverts und
Partner 1978 das Studentendorf. Die Grundrissorganisation
beruhte auf dem Prinzip von Wohngemeinschaften.
© Nikolaus Fürcho

Ende der 70er Jahre wurden durch unterlassene Instandsetzungsmaßnahmen viele der Unterkünfte unbewohnbar. Die
Senatsverwaltung musste sich mit dem Leerstand der
Wohnanlage auseinandersetzen, Umbau- und auch Abrissüberlegungen wurden diskutiert. Zuletzt protestierten die
Studenten. Ein Zusammenschluss von engagierten Bewohnern, Denkmalpflegern, Stadtplanern und Architekten unterstützte den Protest und ermöglichte den Erhalt.
Im Jahr 2002 entschied man sich, mit der Genossenschaftsgründung ‚Genossenschaft Schlachtensee eG‘ als Träger die
Finanzierung der Immobilie zu ermöglichen. Seit 2006 wird
das denkmalgeschützte Ensemble, das für die Moderne der
Architektur in Berlin beispielhaft ist, mit Fördergeldern des
Bundesbeauftragten für Kultur und Medien saniert.

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Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Studentendörfer und der Genossenschaftsbau – ein Widerspruch?

Durch die Büros Autzen und Reimers Architekten und Winfried Brenne Architekten erfolgt sukzessiv die Erneuerung
der einzelnen Gebäudeeinheiten des inzwischen zum Nationalen Kulturdenkmal erhobenen Studentendorfs Schlachtensee. Als Angebot an die Auszubildenden werden die Studentenunterkünfte entsprechend den heutigen Bedürfnissen
erweitert und modern interpretiert. Im Rahmen der Maßnahmen werden nicht nur die Grundrisse an die heutigen
Lebensbedürfnisse, sondern auch an die energetischen und
hygienischen Standards angepasst.
Auf Grund dieser Erfahrungen und in Kenntnis hervorragender, realisierter architektonischer Antworten in den Nachbarländern Deutschlands entschloss sich die »Genossenschaft Schlachtensee eG« das Neubauprojekt ‚Akademisches
Wohnen Campus Adlershof‘ als einen Beitrag zur Wohnungspolitik zu realisieren. Das Projekt wurde in enger Kooperation zwischen dem Genossenschaftsträger und dem
Architekturbüro »Die Zusammenarbeiter« entwickelt.
Überlegungen, Vorstellungen zum gemeinschaftlichen
Wohnen von Studierenden in den 50er und 60er Jahren auf
ihre Gültigkeit zu überprüfen und weiterzudenken, waren
ebenso Leitmotiv wie das ‚Leben in Gemeinschaft‘ als Sinnbild für die Genossenschaftsbewegung in unserer Zeit.
Als Kernelement des Campus findet das Demokratieprinzip
der Mitbestimmung und Mitgestaltung seinen städtebaulichen Ausdruck. In Anlehnung an das räumliche Konzept von
Schlachtensee sind zehn Gebäude zueinander mit unterschiedlich großen Aufenthalts- und Begegnungsräumen um
den zentralen Platz am Eingang des Studentendorfes angeordnet. Nähe und Nachbarschaft im ansonsten häufig anonymisierten Bildungsbetrieb der Universitäten werden ermöglicht, Gemeinschaftseinrichtungen im Erdgeschoss
unterstützen die gemeinsamen Aktivitäten.

gen Kostenrahmens musste die Fassade überarbeitet
werden. Eines der wesentlichen Fassadenelemente – der
Denkerker – wurde nun in einer Holzkonstruktion vor die
Hauskuben gehängt. So konnte ohne Aufgabe der Entwurfskonzeption die Bewegung und Variabilität in der Fassade
aufrechterhalten werden und ermöglicht weiterhin die Ablesbarkeit der Individualbereiche und der Gemeinschaftszonen auf der Etage.
Der Normalgrundriss wird bestimmt von der Wohnlandschaft – einem Aufenthaltsbereich mit Küche für die Gemeinschaft auf der Etage – und den Individualbereichen für
die Studenten als Rückzugs- und Studierraum. 		
Die Grundrisszonierung einer Studentenbude teilt sich in
drei ineinander übergehende Bereiche – hinter der Eingangstür befindet sich die Badezimmereinheit als Lärmpuffer zur Öffentlichkeit, anschließend daran die Schlafzone.
Der Arbeitsbereich am Fenster im ‚Denkerker‘ bietet sowohl
Abgeschlossenheit als auch Orientierung nach außen.
Von der Konzeption bis zum Einzug der Studenten 2014
sind vier Jahre vergangen. Trotz zwischenzeitlicher Hindernisse konnte die Finanzierung erfolgreich gemeistert werden.
Der baugenossenschaftliche Gedanke wird mit diesem
Projekt um eine neue Facette erweitert. Auch mit der Nutzergruppe der Studenten, die in zeitlich begrenzter Dauer
eine Gemeinschaft bilden und nicht der typischen Genossenschaftsvorstellung entspricht, ist die Genossenschaftsbewegung ein zukunftsweisendes Modell.

Das ursprüngliche Architekturkonzept bestand aus einer
Betonkonstruktion mit in der Fassade ablesbaren Wohneinheiten ähnlich einem aufeinandergestapelten Holzregallager. Aus Gründen des Energiekonzepts sowie eines stren-

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Rückblick auf die Wettbewerbsgewinner 2012

Der damalige Wettbewerb hatte unter dem Themenschwerpunkt »Bezahlbarer Wohnraum für Berlin« gestanden und eröffnete für die Preisträger die Inanspruchnahme einer Förderprämie. Ein Novum, denn zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine
Neubauförderung. Die Vielzahl der herausragenden Beiträge hatte dazu geführt, dass neun Vorhaben von kleinen bis großen
als auch jungen und Traditionsgenossenschaften ausgewählt wurden.
Alle Preisträger repräsentierten die Spannbreite der eingereichten Beiträge. Insgesamt waren damit 1.066 Wohnungen für gleichermaßen förderungswürdig eingestuft worden, darunter auch 337 Wohneinheiten für Studenten.
Der Blick auf die damaligen Preisträger soll jedoch nicht in
Vergessenheit geraten lassen, dass von den übrigen zehn
Projekten ebenfalls eine Reihe umgesetzt worden sind. Jedes Projekt nimmt seinen eigenen Lauf: Einige verliefen
glatt und ohne Bauverzögerung, bei manchen traten nicht
vorhersehbare Probleme auf. Dies gilt gleichermaßen für
Preisträger und Nichtpreisträger. Die nachfolgende Recherche konzentriert sich aber nur auf die Preisträger.
Von diesen neun Vorhaben sind 2014 vier Projekte fertiggestellt und vollständig bezogen worden. Die Listen der Interessierten waren dabei immer länger als die der tatsächlich

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zur Vermietung anstehenden Wohnungen. Drei der fertiggestellten Wohnanlagen liegen übrigens in Köpenick, wie
auch das zum Semesterbeginn fertiggestellte Studentendorf. Das vierte Projekt ist in Wittenau realisiert worden. Die
Beispiele zeigen in beeindruckender Weise, dass auch außerhalb der Innenstadt (S-Bahn-Ring) lebenswerte Quartiere gebaut werden.
2014 hat die Grundsteinlegung für zwei der Genossenschaftsvorhaben stattgefunden, und zwar im Wedding und
in Kreuzberg. Bei einem weiteren Projekt in Kreuzberg war
bereits 2013 mit dem Bau begonnen worden. Schließlich hat
eine der Wohnungsbaugenossenschaften einen längeren
Vorlauf benötigt, arbeitet aber weiter an der Umsetzung ihres Projektes in Friedrichshain. Leider steht auch fest, dass
das Vorhaben in Moabit nicht umgesetzt werden wird. Trotz
dieses Wermutstropfens hat sich der Aufruf zum Wettbewerb 2012 als voller Erfolg erwiesen.

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Rückblick auf die Wettbewerbsgewinner 2012

Marchlewskistraße 81-87
Bewohnergenossenschaft FriedrichsHeim eG
Das Projekt ist noch in der Vorbereitung. Für die junge Genossenschaft mit nur 565 Wohnungen und ca. 600 Mitgliedern, die in 1996 im Zuge der Privatisierung der Bestände
der Kommunalen Wohnungsgesellschaft Friedrichshain
(WBF) gegründet worden ist, wäre das Projekt die erste Neubaumaßnahme überhaupt. Es besteht weiterhin großes Interesse an der Umsetzung des Vorhabens »Errichtung von
generationsübergreifenden Wohnungen auf dem Hinterland einer bestehenden Wohnbebauung aus den 1950er
Jahren«; u.a. aus internen Kapazitätsgründen wurde das
Projekt zunächst zurückgestellt.

Neubauvorhaben Bremer Straße 49
Mietergenossenschaft Unionplatz eG
Die Genossenschaft strebte an, das an ihren Bestand angrenzende Grundstück auf der Grundlage eines Erbbaurechtsvertrages zu bebauen, wobei der Erbbauzins als Sachleistung in Form der Übernahme der Pflege des
angrenzenden Parks erbracht werden sollte. In der Quartiersöffentlichkeit hat das Projekt trotz der nur moderaten
Verkleinerung der öffentlichen Freifläche keine Zustimmung gefunden, so dass auch die politischen Gremien des
Bezirkes die Vergabe eines Erbbaurechtes nicht mittragen
wollten.

Neubauvorhaben Eckgrundstück Köpenicker
Straße 172/Eisenbahnstraße 24
Forum Kreuzberg Mietergenossenschaft eG

© Forum Kreuzberg Mietergenossenschaft eG

Das Projekt wurde in der Zwischenzeit gestalterisch überarbeitet, wobei weiterhin 21 Wohn- und 3 Gewerbeeinheiten
mit einer Gesamtnutzfläche von 1.300 m²errichtet werden.
Am 01. November 2014 wurde der Grundstein gelegt und
damit sind auch bei diesem Projekt der Bauarbeiten gestartet.

Wohnanlage Dörpfeldstraße 75
Wohnungsgenossenschaft Treptow Süd eG

Modellprojekt Möckernkiez
Möckernkiez eG
Die Jury hatte die Leistung der 2007 gegründeten Genossenschaft gewürdigt, mit den Beiträgen ihrer Mitglieder
eine zentral gelegene ca. 3 Hektar große Baufläche in einem
partizipativen Verfahren ein innerstädtisches Wohngebiet
zu entwickeln, das sich in die Nachbarschaft integriert und
für die Nachbarschaft offen ist. Baubeginn für die 440 Wohnungen war Anfang 2014 und die ersten Etagen in drei Baukörpern sind schon hochgezogen. Doch seit Herbst 2014
steht die Baustelle still, da es aufgrund von gestiegenen
Baukosten Finanzierungsprobleme gibt.

© Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG

Nach 45 Jahren hat die Wohnungsgenossenschaft Treptow
Süd erstmals wieder ein Neubauvorhaben in Angriff genommen. Im April 2013 den Grundstein gelegt für 34 seniorenund familiengerechte Wohnungen, nur ein Jahr nach Erwerb
des Grundstückes in direkter Nachbarschaft zu den Altbeständen der Genossenschaft.

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Die drei Gebäude bieten nicht nur eine gute Ergänzung des
Angebotes für die Mitglieder, sondern auch das Erscheinungsbild der Dörpfeldstraße wird aufgewertet. Nur 10 Monate nach der Grundsteinlegung wurde die erste Wohnung
bezogen. Die große Nachfrage zeigt, dass der Bedarf in dem
Segment noch nicht gedeckt ist. Und das obwohl die wirtschaftlich kalkulierten Nutzungsentgelte mit Nettokaltmieten zwischen 8,82 und 9,46 Euro/m² deutlich höher liegen
als in den alten Beständen. Bei der Vergabe der Wohnungen
wurden die langjährigen Mitglieder der Genossenschaft
vorrangig berücksichtigt. Sieben Wohnungen wurden von
Personen bezogen, die sich schon mehrere Jahrzehnte in
der Genossenschaft wohlfühlen. Bei der Auswahl der übrigen Mieter aus rund 300 Bewerbungen wurden wirtschaftliche und soziale Kriterien berücksichtigt, um eine gute
Mischung der Bewohnerstruktur in den Neubauten zu
erreichen.

Akademisches Wohnen am Campus Adlershof
Studentendorf Schlachtensee eG

© Mila Hacke

Im September 2013 begannen die Bauarbeiten für 386
Wohneinheiten, davon 288 in gemeinschaftlichen Wohnlandschaften und im Oktober 2014 konnten die Studenten
einziehen. »Die Nachfrage war riesig und es besteht bereits
eine Warteliste mit über 100 Personen«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft. Das Studentendorf
mit 10 Wohnhäusern in acht dreigeschossigen und in zwei
viergeschossigen Bauten liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Campus Adlershof. Die Gemeinschaftseinrichtungen reichen von einem Kindergarten, Studentenclub,
Fitnessraum, Waschsalon, learning lounge, Gästezimmer,
Fahrradräumen bis zu einer Poststelle. Bei dem hohen Anteil an Bewohnern, die aus dem Ausland kommen und in
Berlin ihr Erasmus-Semester machen, wird die Poststelle sicher zu einem wichtigen Anlaufort.

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Wuhlebogen
Anders leben und wohnen in Köpenick
Wohnungsbaugenossenschaft Köpenick Nord eG

© WBG „Köpenick Nord“ eG, Andreas Amann

Das Konzept des Bauprojekts, das sowohl zu den Preisträgern des Genossenschaftlichen Neubauwettbewerbs der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gehört
als auch mit dem ersten Platz im BBU-Wettbewerb »Demografiefest gestalten« ausgezeichnet wurde, ist aufgegangen.
Innerhalb kürzester Zeit waren alle 43 Wohnungen mit
mehr als 20 verschiedenen Grundrissen vermietet. Jede
vierte Wohnung wurden an langjährige Mitglieder der Genossenschaft vergeben. Für die restlichen Wohnungen
konnten neue Mitglieder bei der »Köpenick Nord« begrüßt
werden. Das breite Angebot an unterschiedlichen Wohnungsgrößen (2- bis 4-Zimmer-Wohnungen von 47 bis
113 m²) sorgt für eine angenehme Altersdurchmischung
der Bewohner. Jede Wohnung ist mit Terrasse bzw. Balkon
ausgestattet. Alle Wohnungen im Erdgeschoss sind barrierefrei gestaltet. Pkw-Stellplätze vor dem Haus, Fahrradund Kinderwagenräume, Ladestationen für Elektrofahrzeuge sowie Rollstuhlwechselplätze im Haus sorgen dafür, dass
jeder Bewohner den für seine Bedürfnisse angemessenen
Komfort findet.
Gut ein Jahr nach Fertigstellung zeigt sich, dass der Neubau
sowohl in der Bewohnerschaft als auch bei Nichtmitgliedern,
Nachbarn und Kollegen großen Anklang findet. Das Konzept
eines Hauses für alle Generationen ist aufgegangen. Nicht
nur die unterschiedlichen Grundrisstypen, die Kombination
von kleinen und großen Wohnungen, die barrierefreie bzw.
barrierearme Bauweise, die großzügige Gestaltung des Innen- und Außenbereichs und die Öffnung zum gemeinsamen
Innenhof fördern das gemeinschaftliche Miteinander – auch
die Kita, die allgemeinmedizinische Praxis, die Demenz-WGs
und der Backshop zeugen von gelebter Integration.

Genossenschaftlicher Neubauwettbewerb 2014 | Rückblick auf die Wettbewerbsgewinner 2012

Der Bau fügt sich nahtlos in die vorhandene Häuserstruktur
der Bestände der Genossenschaft und bildet die Grundlage
der weiteren städtebaulichen Planung. Die bedarfsorientierte Bauweise unterstützt die geplante Wirtschaftlichkeit
des Projekts. Es wurden neue Wohnungen und Einrichtungen geschaffen, die so noch nicht im Bestand vorhanden
waren und der demografischen Entwicklung Rechnung tragen.

Seniorengerechtes Wohnen im Reinickendorfer
Rathausviertel
GEWIWO Berlin Wittenauer
Wohnungsbaugenossenschaft eG

Wohnungsneubau an der
Welterbesiedlung Schillerpark
Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft
von 1892 eG

© GEWIWO

Ende März 2014 sind die 45 seniorengerechten 1,5 bis 2
Zimmer großen Wohnungen vorrangig an Senioren aus der
Mitgliederschaft oder an Wohnungswechsler vergeben worden. Die Anlage ist voll vermietet. Die kalkulierten Mieten
von durchschnittlich 8,50 Euro/m² Wfl. nettokalt wurden
gehalten.

© Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG

Das aus dem Architektenwettbewerb als Sieger hervorgegangene Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez Architekten aus Berlin wurde 2012 mit der Planung und Umsetzung
des Bauvorhabens in allen Leistungsphasen beauftragt. Die
Grundsteinlegung für das Wohngebäude mit 73 Wohnungen, einer Wohnung für eine Senioren-WG, einem Ladengeschäft sowie einer Tiefgarage fand am 13.05.2014 statt,
witterungsabhängig könnten die Rohbauarbeiten in 2014
weitgehend abgeschlossen werden. Die Fertigstellung ist
für Herbst 2015 geplant.
Das Interesse an den Wohnungen ist sowohl bei Mietgliedern als auch von außen groß. Besonders da in der UNESCOWelterbesiedlung am Schillerpark keine barrierefreien Wohnungen vorhanden sind und für viele ältere Mitglieder die
Aussicht auf eine barrierefreie Wohnung gleich »nebenan«
im Neubau natürlich sehr interessant ist.

Die architektonische Qualität konnte, wie in den Wettbewerbsunterlagen angekündigt, umgesetzt werden. Die Ausstattung der Wohnungen im mittleren Standard umfasst
barrierefreie Zugänge, Aufzüge, ebenerdige Duschen, teilweise bodenbündige Fenster, Fußbodenheizung, Einbauküchen und Video-Gegensprechanlagen.
Die halböffentlichen, verglasten Erker jeweils vor den Wohnungseingängen mit Sitzgelegenheiten und Hydropflanzen
werden von den Bewohnern geschätzt und für wöchentliche
Treffen bei Kaffee und Kuchen gerne genutzt. Die angeschobene Kooperation mit dem benachbart liegenden Seniorenpflegeheim unterstützt einige Bewohner in der Bewältigung
des Alltags, indem sie die dort angebotenen Betreuungsund Servicedienstleistungen, wie Musik- und Gymnastikkurse, Reinigungs- und Wäschedienste oder den Mittagstisch in Anspruch nehmen können.
Durch den Bezug des Neubaus sind in den Beständen der
Genossenschaft insbesondere Wohnungen im Altbaubereich frei geworden, die auch an untere Einkommensschichten vermietet worden sind.

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Jury

Impressum

Juryvorsitzender
Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup
Staatssekretär für Bauen und Wohnen,
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Herausgeber
Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umwelt
Württembergische Straße 6
10707 Berlin
www.stadtentwicklung.berlin.de

Stellvertretende Juryvorsitzende
Dipl.-Volksw. Barbara von Neumann-Cosel
Geschäftsbesorgung Genossenschaftsforum e.V.
Jurymitglieder
Dipl.-Kfm. Mario Hilgenfeld
Leiter Bereich Wohnungswirtschaft/Wohnungspolitik,
BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.
Dipl. Ing. Jutta Kalepky
Architektin
Dipl.-Kffr. Angelika Noß
Verbandsdirektorin Prüfungsverband der kleinen
und mittelständischen Genossenschaften e.V
Dipl.-Ing. Constanze Cremer
Projektleitung Netzwerkagentur GenerationenWohnen,
Geschäftsführerin STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH
Dipl.-Ing. Arthur Numrich
Architekt
Numrich Albrecht Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH

Inhalte und Bearbeitung
Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung und Umwelt
Abteilung IV Wohnungswesen,
Wohnungsneubau,
Stadterneuerung, Soziale Stadt
Referat IV A – Wohnungs- und
Mietenpolitik, Wohnungsbauförderung, städtische
Wohnungsbaugesellschaften
in Zusammenarbeit mit
BSM mbH
Katharinenstraße 19–20
10711 Berlin
www.bsm-berlin.de
Redaktion
BSM mbH
Abbildungen und Kartengrundlage
Alle Abbildungen sind den
Wettbewerbsbeiträgen entnommen.
Datengrundlage für die
Planausschnitte: © GeoBasis-DE/
SenStadtUm III (2014)
Layout
Fürcho GmbH
www.fuercho-gmbh.de
Druck
MEDIALIS Offsetdruck GmbH
www.medialis.org

Berlin, November 2014

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