Publication:
2018
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364966
Path:
GÄRTEN IM  

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

STÄDTEBAU

Ergebnisse
24. BUNDESWETTBEWERB

GÄRTEN IM STÄDTEBAU

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

1

GÄRTEN IM  

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

STÄDTEBAU

2

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Ergebnisse
24. BUNDESWETTBEWERB

GÄRTEN IM STÄDTEBAU

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

3

Inhalt
GRUSSWORT
Kleingärten als Symbol für Tradition, Offenheit und Naturverbundenheit
.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

6

Jügen Sheldon, Bundesfachberater des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e. V. und
Jury-Vorsitzender des Bundeswettbewerbs .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

8

Horst Seehofer, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat

Vorwort

EINFÜHRUNG
24. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ 2018:
Feststellungen und Empfehlungen der Bewertungskommission
............................................

10

Werner Heidemann, Präsidiumsmitglied für Verbandszeitschrift des BDG
Geschäftsführer des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner e. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

13

Jügen Sheldon, Jury-Vorsitzender des Bundeswettbewerbs

ESSAYS
Bunter, kreativer – experimentierfreudige Vereine

Kleingärten – eine vielseitige, unverzichtbare Komponente der grünen Infrastruktur unserer Städte
Helmut Kern, Landschaftsarchitekt, ehemaliger Leiter des Gartenbauamtes Karlsruhe,
Vertreter der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK e. V.) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

17

Kleingärten sind Lern- und Lehrorte
Thomas Kleinworth, Geschäftsführer und Fachberater des Landesverbandes Schleswig-Holstein
der Gartenfreunde e. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

20

Gartentraum ist Teamsache – täglich im Kleingarten gelebt
Prof. Dr. Gerlinde Krause, freischaffend tätige Stadtplanerin und Landschaftsarchitektin,
Sprecherin des Wissenschaftlichen Beirats des BDG .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Ökologie, Stadtnatur, Lebensraum Kleingartenanlage
Adalbert Niemeyer-Lüllwitz, BUND NRW e. V., Beisitzer im Landesvorstand

4

.......................

23
27

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

AUSZEICHNUNGEN
GOLD. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

30

Berlin – Berlin – KGV Am Kienberg e.  V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Sachsen – Chemnitz – KGV Sonnige Höhe e.  V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Niedersachsen – Hildesheim – KGV Gartenfreunde Ochtersum e.  V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Baden-Württemberg – Karlsruhe – KGV Am Reitschulschlag e.   V. .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Rheinland-Pfalz – Landau – KGV Am Ebenberg e.  V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Baden-Württemberg – Rottweil – KGV Gartenfreunde Rottweil e. V., KGA Charlottenhöhe .. . . . . . . . . . . . 42

SILBER. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

44

Bremen – Bremen – KGV Fuchsberg e.  V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Nordrhein-Westfalen – Castrop-Rauxel – KGV Castrop-Rauxel Nord e.  V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Nordrhein-Westfalen – Düsseldorf – KGV Am Balderberg e. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
Sachsen – Dresden – KGV Flora I e. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Hamburg – Hamburg – GBV Döhrnkamp e. V. – 314 – . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Schleswig-Holstein – Kellinghusen – KGV Kellinghusen e. V., KGA Vorbrügge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Sachsen-Anhalt – Löderburg – KGV Am Wasserturm e. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Bayern – München – KGV NW 06 Familienhilfe e.  V. im Luitpoldpark . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Mecklenburg-Vorpommern – Schwerin – KGV Vereinigung der Gartenfreunde Panorama e. V. . . . . . . . . 62
Sachsen – Torgau – KGV Eilenburger Straße e.  V. .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64

BRONZE.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

66

Thüringen – Altenburg – KGV Glück Auf Altenburg e. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Hessen – Kassel – KGV Döllbach-Aue e. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
Saarland – Neunkirchen – KGV Wellesweiler e. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Sachsen-Anhalt – Osterburg – KGV Zur Erholung e. V., KGA Am Bültgraben und Abendfrieden . . . . . . 74

Liste der Teilnehmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

76

Übersichtskarte .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

77

Ausschreibung

.............................................................................................

78

................................................................................................

82

Anschriften

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

5

Kleingärten als Symbol
für Tradition, Offenheit und
Naturverbundenheit
„Kleine Gärten – bunte Vielfalt“ war das Motto des diesjährigen
Bundeswettbewerbs „Gärten im Städtebau“. Es bringt auf den Punkt,
was die Wettbewerbsbeiträge auszeichnete: Offene und einladende
Kleingartenanlagen, ein abwechslungsreiches Zusammenleben, Verbundenheit mit der Natur und eine Tatkraft, die sich nicht nur in den
Gärten der 20 Finalisten, sondern im Gesamtbild der Anlagen widerspiegelte.
Der Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ ist eine hervorragende
Gelegenheit, um gesellschaftliches Engagement zu würdigen und
Foto: BMI

einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Das „Grüne Klassenzimmer“ in Löderburg und Torgau ist ein Beispiel, bei dem Schulkinder unter Anleitung erfahrener Kleingärtner eigenverantwortlich
kleine Parzellen bewirtschaften. Bemerkenswert sind auch kleine
Projekte mit großer Wirkung, wie in Hildesheim und Landau, wo im
Eingangsbereich der Kleingartenanlage Obst, Gemüse und Pflanzen aus den Gärten „Zum Mitnehmen“ für
jedermann bereitgestellt werden. Das zeigt soziales Engagement.
Kleingärten stehen für Gemeinsinn und Hilfsbereitschaft. Sie bieten nicht nur Erholung für ihre Besitzer,
sie sind auch Heimat und Begegnungsstätte für Jung und Alt, unterschiedliche Kulturen und all diejenigen,
die an einem nachbarschaftlichen Miteinander interessiert sind. Kleingartenanlagen sind fast überall für Besucher geöffnet. Oft kreuzen Rad- und Wanderwege die Anlagen, attraktive Spielplätze werden von Kindern
aus angrenzenden Wohngebieten genutzt, Sitzgelegenheiten für Senioren laden zum Verweilen ein.

6

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Angesichts dieser vielen positiven Faktoren verwundert es nicht, dass die Kleingartenbewegung in Deutschland wieder zunehmend attraktiver wird. Besonders in Großstädten entdecken gerade junge Familien den
Kleingarten als grüne Ergänzung zu ihrer Wohnung, und das in bezahlbarem und beständigem Rahmen.
Die in Deutschland seit über 150 Jahren bestehende Kleingartenbewegung wird jeden Tag in den 14.000
Vereinen von fast einer Million Gartenfreunden gelebt.
Der Bund hat mit dem Weißbuch Stadtgrün konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen formuliert, wie er die Städte und Gemeinden in den kommenden Jahren unterstützen kann, um Grün- und Freiflächen sowie Biodiversität zu sichern und zu qualifizieren.
Den Preisträgern des 24. Bundeswettbewerbs „Gärten im Städtebau“ 2018 gratuliere ich zum Erfolg und
danke allen, die durch ihre Einsatzbereitschaft zum Gelingen dieses Wettbewerbs beigetragen haben.
Kleingärten sind gelebte Vielfalt. Für alle.

Horst Seehofer
Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

7

Vorwort
Die 20 besten Kleingärtnervereine, die sich vorher erfolgreich auf
Landesebene durchgesetzt hatten, haben sich im Sommer der Jury
des 24. Bundeswettbewerbs „Gärten im Städtebau“ gestellt. Unter
dem Motto „Kleine Gärten – bunte Vielfalt“ verfolgte der Wettbewerb
in diesem Jahr u. a. drei Ziele:
1.

die nachhaltige Sicherung von Kleingärten,

2.

die Bewahrung der sozialen und ökologischen Vielfalt und

3.

die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements.

Vor Ort konnte sich die Jury überzeugen, dass alle Finalisten diese
Ziele beispielhaft verfolgen. So waren zahlreiche neue Ansätze und
Ideen zu sehen – vom Garden-Sharing über „Rent-a-Beet-Konzepte“
und Ernteteilen bis hin zu Artenschutzprojekten.
Doch nicht nur das Neue zählt. Es ist auch schön zu sehen, wie sich bewährte Ansätze durchsetzen. So
wurden in fast allen besuchten Anlagen Bienen gehalten – eine echte Win-win-Situation für Bienen und
Gärtner. Denn dadurch steigen die Ernteerträge deutlich, und die Bienen finden in den bunt bepflanzten
Anlagen ausreichend Nahrung. Auch Insektenhotels, Hummelkästen, Blühstreifen oder Streuobstflächen
gehören heute schon fast zur Standardausstattung jeder Kleingartenanlage. Die naturnahe Bewirtschaftung
der Gärten, ohne Herbizide und chemisch-synthetische Mittel, versteht sich ohnehin von selbst. Viele Vereine setzen sich zudem mit eigenen Projekten für den Erhalt der Vielfalt von Kulturpflanzen ein und leisten
damit einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.
Auch die sozialen Leistungen der Kleingärtner wurden bei der Bereisung einmal mehr deutlich. In den Gärten kommen ganz unterschiedliche Menschen über das gemeinsame Hobby zusammen: Menschen mit und

8

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

ohne Migrationshintergrund genauso wie Menschen aus ganz unterschiedlichen sozialen Milieus. Integration passiert hier ganz beiläufig – beim Gespräch am Gartenzaun oder bei gemeinsamen Aktivitäten. Projekte wie Tafelgärten, Lehr- und Schulungsgärten oder interkulturelle Gärten lassen auch Nicht-Mitglieder
an der integrativen Kraft der Kleingärten teilhaben und sind für viele Städte und Gemeinden ein wichtiger
Teil eines lebendigen Zusammenlebens. Viele Vereine arbeiten dafür auch direkt mit Schulen oder sozialen
Trägern zusammen.
Das Engagement der Kleingärtner begeistert übrigens nicht nur die Jury: Zahlreiche Medien berichteten
über die Jurybereisung und die vielfältigen Projekte der Vereine. Die Bereisung hat uns als Jury einmal
mehr gezeigt: Der Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ ist Deutschlands wichtigster Wettbewerb zur
urbanen Gartenkultur. Die Finalisten repräsentieren die Vielfalt des Kleingartenwesens auf beeindruckende
Weise und unterstreichen dessen Bedeutung für eine lebenswerte Stadt.
Der BDG dankt allen Wettbewerbsteilnehmern für ihr außergewöhnliches Engagement und ist bereits jetzt
gespannt, was die Jury beim nächsten Bundeswettbewerb in vier Jahren an neuen Entwicklungen erwarten
wird.

Jürgen Sheldon
Bundesfachberater des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde und
Jury-Vorsitzender des Bundeswettbewerbs

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

9

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau 2018:

Feststellungen und Empfehlungen
der Bewertungskommission

Autor: Jürgen Sheldon

Kleine Gärten – bunte Vielfalt,
so lautete das Motto des
Bundeswettbewerbs Gärten im
Städtebau der 2018 zum 24. Mal
ausgelobt und durchgeführt
wurde.

Mit der Gestaltung und der Pflege der

menhält. Dies kann aber dauerhaft und

Anlagen leisten die Kleingärtner einen

nachhaltig nur gelingen, wenn Vereine

erheblichen Beitrag für ein attraktives

und Verbände nicht durch immer an-

Stadtbild und haben nachweislich positi-

spruchsvoller werdende Wahrnehmung

ven Einfluss auf die Identifizierung der

von Verwaltungsaufgaben an die Gren-

Bürgerinnen und Bürger mit der eige-

zen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht

nen Kommune.

werden.

Sie leisten einen unverzichtbaren Bei-

Der Wettbewerb zeigt die Leistungen,

Die Bewertungskommission stellte nach

trag für mehr Umweltgerechtigkeit in

die ein gut organisiertes und gefördertes

der Auswertung der Einzelergebnisse

unseren Städten und Gemeinden.

Kleingartenwesen für eine lebenswer-

der am Wettbewerb beteiligten Städte

Stadtplanungspolitik mit Weitblick wird

te, soziale Stadt haben kann. Hierfür

und Gemeinden mit ihren 20 über die

also immer auch modern gestaltete

ist das Kleingartenwesen ein nicht zu

Landesverbände und Kommunen gemel-

Kleingartenanlagen als multicodierte

unterschätzender Baustein. Bestehende

deten Kleingartenanlagen fest:

Räume in Wohnortnähe mitplanen.

Förderprogramme für das organisierte

1

3

Kleingartenwesen und seine Projekte im

de Leistungen gezeigt. Es wurde deut-

Mit ihren Anlagen tragen die Vereine

lich, dass es sich hier um 20 Finalisten

zur Kommunikation untereinander so-

handelte, die sich innerhalb ihrer Bun-

wie zur Aktivierung der Menschen und

desländer und Landesverbände durchge-

zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung

Stadtklima. Dazu gehören auch die Pfle-

setzt hatten.

bei. Zahlreiche Angebote zur Integration

ge von Landschafts- und Kulturräumen,

Die Leistungen der Städte, Gemeinden

von Bürgern mit Migrationshintergrund

die Ressourcenschonung bei Boden und

und Kleingärtnerorganisationen, die

spiegeln die große Verantwortung wider,

Wasser sowie naturschutzfachliche Ak-

gemeinsam am Wettbewerb teilnahmen,

die Kleingärtner und Kleingärtnerinnen

tivitäten gemeinsam mit anderen Grün-

sind daher auszuzeichnen.

heute mehr denn je übernehmen. Klein-

verbänden. Es zeigte sich, dass gerade

2

gärtnervereine sind

Als multifunktionale Grünflächen

Milieus zusammen-

sind modern und intelligent gestaltete

kommen: Die Vereine

Kleingartenanlagen ein wichtiges Qua-

wirken als sozialer

litätsmerkmal funktionierender, grüner

Kitt, der unsere

Kommunen.

Gesellschaft zusam-

Alle Teilnehmer des Bundeswettbewerbs haben im Hinblick auf
die von Bundesministerium und

BDG festgelegten Kriterien hervorragen-

10

Nach wie vor erfüllen die Klein-

Sinne der „Sozialen Stadt“ müssen erhal-

gärtnerorganisationen ihren

ten und weiterentwickelt werden.

sozialen Auftrag in der Bundesre-

4

publik Deutschland in vollem Umfang.

Kleingartenanlagen sind in ih-

der Ort schlechthin,

rer Vielfalt ein unverzichtbarer

wo Menschen unter-

Bestandteil der Gartenkultur.

schiedlichster sozialer

Die Anlagen werden alle bewusst
nach ökologischen Kriterien gestaltet und leisten einen erheblichen

Beitrag zum Naturschutz und für das

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Dies gilt in besonderem
Maße für Ballungszentren

Die Bewertungskommission
24. Bundeswettbewerb 2018

mit wachsender Flächennutzungskonkurrenz. Vor dem
Hintergrund der bedeutenden Ökosystem-Leistungen
von Kleingärten ist die dauerhafte Sicherung von Klein-

Karin Freier
Mitarbeiterin im
Referat SW I 7,
Bundesministerium des
Innern, für Bau und Heimat

gartenflächen natürlich das
Mittel erster Wahl. Darüber
Kleingartenanlagen im urbanen Kontext

hinaus können aber gerade die im Wett-

strukturreiche, vielgestaltige Lebensräu-

bewerb gezeigten innovativen Ansätze

me für Flora und Fauna sind.

wichtige Bausteine zur Lösung dieser

Naturnahes Gärtnern unter Berücksich-

Herausforderungen liefern.

tigung des integrierten Pflanzenschutzes

Es bleibt also eine Daueraufgabe für

sowie großes Engagement für die Erhal-

Wissenschaft, Kleingärtnerorganisatio-

tung der Artenvielfalt bei Kulturpflanzen

nen und verantwortungsbewusste Politik

sind Kernkompetenzen der Gartenfreun-

aller Verwaltungsebenen, sich über ent-

de und Gartenfreundinnen.

sprechende Instrumentarien und Finan-

Einen hohen Stellenwert nimmt dabei

zierungsmöglichkeiten Gedanken zu

die Fachberatung in der Vereinsarbeit

machen, um gefundene Lösungsansätze

ein. Kleingärtnervereine übernehmen

auch realistisch in der Breite umsetzen

außerdem zunehmend naturpädago-

zu können. Nur so kann die bedarfsge-

gische Aufgaben: Kooperationen mit

rechte Weiterentwicklung von Kleingar-

Schulen und anderen sozialen Trägern

tenflächen sichergestellt werden.

sind zu einem festen Bestandteil der
Vereinsarbeit geworden. Beispielhaft
seien hier Projekte wie „Lehr- und Schulungsgärten“ oder „Interkulturelle Gärten“ genannt.

7

Die Kommission fordert alle am
Wettbewerb Beteiligten auf, auch
zukünftig auf allen Ebenen Wett-

Werner Heidemann
Stellv. Jury-Vorsitzender,
Präsidiumsmitglied des
Bundesverbandes Deutscher
Gartenfreunde, Geschäftsführer des LV Westfalen und
Lippe der Kleingärtner

Helmut Kern
Landschaftsarchitekt,
ehemaliger Leiter des
Gartenbauamtes Karlsruhe,
Vertreter der Deutschen
Gartenamtsleiterkonferenz
(GALK e.V.)

Thomas Kleinworth
Landesverband SchleswigHolstein der Gartenfreunde
(Geschäftsführer)
Stellvertreter des Bundesfachberaters beim BDG

bewerbe dieser Art folgen zu lassen.

5

Das Kleingartenwesen wird durch den

herausragende Rolle, wobei bei der Ge-

Projekte, die Antworten auf aktuelle Her-

staltung und Nutzung der Einzelgärten

ausforderungen liefern, dokumentiert.

im Rahmen des Bundeskleingartengeset-

Der Bundeswettbewerb stellt für die

zes großer Spielraum gegeben ist. Neben

wirksame Darstellung der Belange und

der wichtigen Erholungsfunktion spielen

die Verdienste des Kleingartenwesens

der Anbau und die Erzeugung von Obst

eine unverzichtbare Plattform dar. Er ist

und Gemüse in Bio-Qualität gerade für

nach wie vor Motor der Öffentlichkeits-

junge Familien mit Kindern eine immer

arbeit des organisierten Kleingartenwe-

wichtigere Rolle bei der bewussten Ent-

sens.

Die kleingärtnerische Nutzung

Bundeswettbewerb „Gärten im Städte-

spielt weiterhin im Sinne einer

bau“ hervorragend präsentiert. Gleich-

nachhaltigen Bewirtschaftung eine

zeitig werden vorbildliche Lösungen und

Prof. Dr. Gerlinde Krause
Freie Landschaftsplanerin,
Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats beim BDG

Adalbert Niemeyer-Lüllwitz
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
Vorstandsmitglied im
BUND-Landesverband
Nordrhein-Westfalen

scheidung für einen Kleingarten.

6

Der Bundeswettbewerb „Gärten im Städ-

So ist der Bestand kleingärtnerisch

in seiner bisherigen Form weiter durch-

genutzter Flächen teilweise gefährdet.

geführt werden.

Der demografische Wandel ver-

tebau“ bleibt damit Deutschlands wich-

langt nach neuen Ideen und

tigster Ideenwettbewerb zur urbanen

Antworten der Stadtentwicklung:

Gartenkultur. Er sollte daher unbedingt

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Jürgen Sheldon
Jury-Vorsitzender,
Bundesfachberater beim
Bundesverband Deutscher
Gartenfreunde

11

Essays

Bunter, kreativer –
experimentierfreudige Vereine
Autor: Werner Heidemann

Gärten sind Werke, wo sich
Mensch, Natur und Kultur
begegnen und verschränken.
Kleine Gärten sind immer
im Fluss, eine Art Spiegelbild der Gesellschaft und
irgendwie auch Seismograf
für Veränderungen in Stadt
und Land.
Ja, dieser Wandel ist besonders in diesem Bundeswettbewerb deutlich zu spüren.
Deutschlands Kleingärten
und Kleingärtnervereine
sind bunter, kreativer und
experimentierfreudiger geworden, und das in vielen
Bereichen.

Kleingärten sind für alle da

Viel junge Dynamik spüren wir auch

mehr als 100 jährigen Kleingartenanlage

auf „Sonnige Höhe“ in Chemnitz oder

„Döhrnkamp“ in Hamburg-Lokstedt,

in Landau, wo eine aktive Vereinsmann-

wo als Ergänzung zu klassischen Klein-

schaft von 22 – 72 Jahren vieles auf die

gartenparzellen, Hochbeete für Spon-

Der Generationenwechsel
ist da

Beine stellt.

tangärtner entstanden sind.

Da lohnt ein Blick auf die Menschen in

Vom Gärtnern in der Stadt:
Wir sind Urban Gardening

Und „Am Ebenberg“ in Landau wächst
die Zukunft sowohl auf den klassischen

den Gärten und Vereinen.
Der Generationenwechsel ist da, sowohl

Kleingartenparzellen als auch in Gemeinschaftsgärten und kleinen Beeten.
Ob Hochbeete oder kleine Beetgärten:

in den Gärten als auch in den Vereins-

Urban Gardening ist ein ebenso schil-

Für eine Saison wird vermietet, Verlän-

gremien. Das haben wir, die Mitglieder

lernder wie populärer Begriff. Unter

gerung nicht ausgeschlossen. Garten-

der Bundesjury, bei den Präsentationen

diesem Schirm firmieren gerne „neue

neulinge – ob jung oder alt – können

und Rundgängen immer wieder hautnah

Gartenformen“, die sich z. B. Bürger-

sich so an die Faszination Garten heran-

erlebt, z. B. bei den Gartenfreunden

gärten, interkulturelle Gärten oder

tasten.

vom „Fuchsberg“ in Bremen, wo ein

Gemeinschaftsgärten nennen. Manche

Fazit: Den „urbanen Garten“ gibt es

umtriebiger Vorstand in einem kleinen

dieser Projekte verschwinden ebenso

nicht, wohl aber unterschiedliche For-

Verein Gärtner aus sieben Nationen und

schnell, wie sie gekommen sind. Andere

men und Projekte, die in ihrer Gesamt-

unterschiedlichen Milieus mitnimmt

Gartenformen bleiben, weil sie geschickt

heit bunte Vielfalt in die Kleingartenan-

und einbindet. Denn wer Verantwortung

in Kleingartenanlagen integriert und

lagen bringen und neue Nutzergruppen

trägt, der kümmert sich auch.

Synergien genutzt werden, so in der

auch.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

13

Grüne Klassenzimmer und
soziale Räume –
Mehr Umweltgerechtigkeit
durch Kleingärten

lage „Am Wasserturm“ in der Ortschaft

Unterstützung des Bezirksverbandes

Löderburg, Sachsen-Anhalt, wo schon

und anderer Projektpartner einen „Bür-

seit 14 Jahren (2004) der Schulgarten

gergarten“ für Flüchtlinge und Zuwan-

der örtlichen Grundschule ein wichtiger

derer errichtet. In der Neunkirchener

Stützpunkt für Naturerfahrung ist.

Anlage „Wellesweiler“ im Saarland haben

„Ich wollte selber Fruchtsüßigkeiten her-

Auch Landesverbände unterstützen

70 Prozent der Mitglieder Migrations-

stellen, weil in Fruchtsüßigkeiten sonst

bewusst die Schulgartenarbeit.

hintergrund. „Unsere Anlage gleicht

immer so viele Zusatzstoffe sind“, meint

So hat der Landesverband der Garten-

einem Vielvölkerstaat“, so stellt uns tref-

Schülerin Jolina und experimentiert im

freunde Baden-Württemberg eine eigene

fend der Vereinsvorsitzende Josef Basic

Forschergarten der Kleingartenanlage

Schulgartenbroschüre erstellt. Schulen,

die Anlage vor.

anderen Bildungseinrichtungen und

Szenenwechsel: In der „Eilenburger

den Kleingärtnervereinen wird so gezielt

Straße“ in Torgau, Sachsen, unterstützen

praktisches Rüstzeug mit auf den Weg

die Kleingärtner die örtlichen Tafeln mit

gegeben.

frischem Obst und Gemüse aus ihren

Gelebte Partnerschaften sprießen in

Tafelgärten.

Kleingartenanlagen auch jenseits des

Diese wenigen Beispiele zeigen:

Schulgartens mit Nachbarschaften,

Schulgartenprojekte in Kleingartenanla-

Wohnungsbaugenossenschaften, Sozial-

gen sind ein wichtiger Baustein der Um-

verbänden, Naturschutzorganisationen

weltbildung, in Zeiten von Lehrermangel

sowie anderen Vereinen aus dem sozi-

und Unterrichtsausfall umso mehr.

alen und ökologischen Bereich. In der

Kleingärten sind weit mehr als grüne

Anlage „Glück Auf Altenburg“, Thürin-

Oasen; sie sind auch Integrationsorte,

gen, haben afghanische Flüchtlingsfami-

der soziale Kitt im Stadtquartier und

lien in ihrem neuen Umfeld Fuß ge-

ein unverzichtbarer Eckpfeiler für mehr

fasst. Und wenn das Kleingärtner-Team

Umweltgerechtigkeit.

der „Döllbach-Aue“, Kassel, in einem
„Ochtersum“ in Hildesheim mit Erdbee-

sozial benachteiligten Stadtteilumfeld

ren und anderen süßen Früchten. Für

mit viel Ausdauer Kleingärten verwaltet

Bio-Lehrer und Schüler ist die benach-

und gestaltet, dann tragen diese Akti-

barte Kleingartenanlage Teil der Schule

vitäten für mehr Grün und noch mehr

und das Klassenzimmer im Grünen.

für sozialen Ausgleich und Frieden in

Wie oft haben wir in der Hochzeit des

Nachhaltige Schulgartenprojekte sind in

einem schwierigen Stadtteil bei.

Sommers ein gesamtheitliches, garten-

Kleingartenanlagen über Jahre zu einer

In Castrop-Rauxel hat der Kleingärt-

verbindendes buntes Blüten- und Pflan-

festen Größe gereift, so auch in der An-

nerverein „Castrop-Rauxel Nord“ mit

zenmeer erlebt. Wicken ranken in den

Bunte Gärten – Pflanzenvielfalt für Insekten

Öffentliche Wege durch die Kleingartenanlagen bieten vielseitige Ein- und Ausblicke in die Gärten, Beispiele der Teilnehmer des Bundeswettbewerbs aus
Rottweil, Düsseldorf und Karlsruhe

14

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Bewusstsein der Gartenfreunde verankert, und sie handeln danach. „Imker
und Bienen gehören heute zur Grundausstattung von Kleingartenanlagen“,
stellt Jürgen Sheldon, Vorsitzender der
Bundesjury, zufrieden fest.

Städte und Gemeinden –
Partner der Kleingärtner
Das Kleingartenwesen ist ein öffentliches Anliegen, denn Kleingartenanlagen
sind Daseinsvorsorge für alle Bürger.
Lehrpfad in der Kleingartenanlage Kellinghusen

Blühstreifen in der Kleingartenanlage Flora I,
Dresden

Daraus ergeben sich Aufgaben für die
öffentliche Hand und die örtlichen
Kleingärtnerorganisationen – ein Geben

Fliederbusch oder Apfelbaum, Kletterro-

gesehen, die selbstverständlich einfach

und Nehmen. Und eben deshalb sind

sen und Clematis rund ums Gartentor

da sind und als Honigproduzenten

auch die Kommunen Teilnehmer des

begrüßen den Gast, der alte Drahtzaun

ihren „Job“ verrichten. Heute wissen

Bundeswettbewerbes. Wie ist das Klein-

wird von Brombeerranken, Wein, Efeu,

wir, dass eben wegen der ausgeräum-

Schwarzäugiger Susanne oder Prunk-

ten Landschaften durch Monokulturen

winden erobert und wird so zu einem

und industrieller Anbaumethoden die

bunten und fruchttragenden Naschzaun.

Insektenwelt großräumig bedroht ist.

Stauden und Sommerblumen wachsen

Kleingartenanlagen sind dank ihrer

von der Parzelle in den Hauptweg hin-

natürlichen Artenvielfalt und einer

ein, begleiten ihn als buntes Band an

umweltschonenden Bewirtschaftung

beiden Seiten.

wichtige Rettungsinseln für viele Insek-

Diese vielseitigen Ein- und Ausblicke

ten. Kleingärten sind demnach in einem

von den öffentlichen Wegen und Plätzen

doppelten Sinne Orte für gesunde Er-

in die Gärten hinein sind einzigartig und

nährung: zum einen durch den Anbau

gibt es wohl nur in Kleingartenanlagen,

von frischem Obst und Gemüse für den

z. B. in der „Flora I“ in Dresden und

Eigenverzehr, zum anderen durch In-

„Am Balderberg“ in Düsseldorf. Wir

sektenschutz, denn ohne Insekten keine

haben auf jeden Fall die Vielfalt und das

Bestäubung, Befruchtung und keine

Farbenspiel genossen, die Pflanzendüfte

Früchte. Zumindest gilt die Aussage für

inhaliert, frische Johannisbeeren und

ca. 70 Prozent unserer Gemüse- und

Himbeeren genascht, z. B. in den beiden

Obsternten.

zaunlosen Kleingartenanlagen „Am

Apropos Arten- und Sortenvielfalt:

gartenwesen vor Ort in der Politik und

Reitschulschlag“ in Karlsruhe und bei

Die bodenständigen Kleingärtner in Kel-

Verwaltung verankert? Wie können in

den Gartenfreunden auf der „Charlotten-

linghusen, Schleswig Holstein, schätzen

Zukunft Partnerschaften in den Städten

höhe“ in Rottweil.

und schützen ihre alten Obstbäume und

und Gemeinden aussehen, wenn es

Die Pflanzenvielfalt durch Obst und

haben gleichzeitig eine Obstlehrpfad mit

z. B. um die Kleingartenentwicklung,

Gemüse, Sommerblumen, Stauden und

alten und neuen Sorten aus dem Norden

Bauleitplanung, Integration, Schulgärten

Gehölze in allen Variationen bietet eine

angelegt. Wer den Obstlehrpfad durch

in Kleingartenanlagen, soziale Projekte

stabile Lebensgrundlage, insbesondere

die Kleingartenanlage „Am Kienberg“

mit anderen Partnern, aber auch um die

für die Insektenwelt, für Schmetterlinge,

in Marzahn-Hellersdorf erwandert, wird

alltäglichen Arbeiten des Vereinsvorstan-

Honig- und Solitärbienen gleicherma-

ein breitgefächertes Obst- und Wildobst-

des geht?

ßen. Noch vor zwei Jahrzehnten wurden

sortiment kennenlernen.

Innovative Beispiele haben wir durchaus

Bienen lediglich als nützliche Bestäuber

Die Bedeutung von Artenvielfalt ist im

aufgespürt, z.  B. in Hamburg.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Kleingartenanlage Döhrnkamp, Hamburg

15

Wohnungsnahe Gärten tragen zur Wohnzufriedenheit und sozialen Gerechtigekeit bei. (Beispiele München und Schwerin)

Die Stadt ist attraktiv und wächst. Der

im Dialog mit den Beteiligten große

lungskonzeptes werden in Chemnitz

Stadtteil Lokstedt mit 155.000 Einwoh-

Parzellen in kleine geteilt. So können

die vielseitigen Funktionen des Klein-

nern braucht bis 2040 25.000 neue

mehr Menschen gärtnern, ohne dass

gartenwesens für Städtebau, Freiraum,

Wohneinheiten. Wie umgehen mit die-

Platz für Wohnungen verloren geht.

Klimaschutz, Naturschutz, soziale Ent-

sem Dichtestress? Das ist kein einfaches

Die Hamburger Wettbewerbsanlage

wicklung im Stadtquartier, ermittelt und

Unterfangen. In einigen Hamburger

„Döhrnkamp“ hat des Weiteren mit viel

bewertet.

Anlagen werden dazu ganz pragmatisch

Gemeinschaftssinn ihre Anlage geöffnet

Auch in der Landeshauptstadt Schwerin

für Schulgartenprojekte und Stadtteil-

haben Politik, Verwaltung und Kleingärt-

gärtner. Von Hamburg nach München

ner eine Kleingartenentwicklungskon-

zur Kleingartenanlage „Familienhilfe“:

zeption auf den Weg gebracht, die Um-

Im Umkreis von einem Kilometer woh-

bau- und Rückbaumaßnahmen aufgrund

nen hier mehr als 100.000 Menschen,

demografischer Entwicklungen mit

meist ohne Garten. 80 Prozent der Päch-

einschließt. Helmut Kern, ehemaliger

ter wohnen maximal zwei Kilometer von

Leiter des Gartenamtes der Stadt Karls-

ihrer Anlage entfernt. 2009 wurden Alt-

ruhe und Mitglied der Bundesjury, hat

lasten entdeckt und die Anlage stand vor

das soziale Potenzial von Kleingärten in

dem Aus. Zwei Millionen Euro hat die

seinem Beitrag auf den Punkt gebracht:

Stadt in die Sanierung investiert und die

„Erst wenn die Stadtplanung anerkennt,

Kleingärtner haben mit viel Gemeinsinn

dass ein Angebot an wohnungsnahen

die neue Scholle wieder hergerichtet und

Gärten ganz wesentlich zur Wohnzu-

ein Stück Heimat erhalten.

friedenheit und sozialen Gerechtigkeit

Ortswechsel: Chemnitz ist Kleingarten-

beiträgt, besteht die Chance, langfristig

stadt. Statistisch kommt auf 14 Einwoh-

sozial stabile Quartiere zu entwickeln.“

ner ein Kleingarten. Über den Klein-

Wenn es um mehr Umweltgerechtigkeit

gartenbeirat sind die Kleingärtner gut

geht, dann ist und bleibt das Kleingar-

vernetzt mit der Politik, Verwaltung und

tenwesen ein attraktives Handlungsfeld

anderen Gruppierungen in der Stadt.

für Politik und Verwaltung.

Im Rahmen eines Kleingartenentwick-

16

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Kleingärten –
eine vielseitige, unverzichtbare
Komponente der grünen Infrastruktur
unserer Städte

Autor: Helmut Kern

Die grüne Infrastruktur
unserer Städte und Gemeinden braucht eine deutliche
Differenzierung, um die
vielfältigen Funktionen,
die das Siedlungsgrün zum
Wohlbefinden der Bevölkerung leisten soll und muss,
erfüllen zu können.

Die stadträumliche Integration erlaubt

Wettbewerb „Gärten im Städtebau 2018“

es, Synergien zu nutzen und dem heuti-

feststellen.

N

sozial stabile Quartiere zu entwickeln.

gen multifunktionalen Anspruch an das
kommunale Grün gerecht zu werden.
Erst wenn die Stadtplanung anerkennt,
dass ein Angebot an wohnungsnahen
Gärten ganz wesentlich zur Wohnzufriedenheit und sozialen Gerechtigkeit
beiträgt, besteht die Chance, langfristig

eben den öffentlichen Parks,
Grünflächen und Spielanlagen

Dabei soll das offenkundige Dilemma, in

gehören auch Kleingarten-

dem wachsende Städte stecken, die drin-

02
Kleingartenanlagen als integraler Bestandteil des
öffentlichen Grüns

anlagen zu dieser Grünausstattung.

gend neue Wohnbauflächen suchen,

Zweckmäßig und zielführend ist dabei,

nicht unerwähnt bleiben. Auf der einen

wenn die Stadt- und Grünplanung einen

Seite ist die im Siedlungskontext einge-

ganzheitlichen Ansatz verfolgt und alle

bettete, aus dem Wohnumfeld schnell

Ob Kleingartenanlagen ihrer gesell-

Grünkomponenten zu einem gesamt-

erreichbare, an den öffentlichen Nahver-

schaftlichen Bedeutung gerecht werden

städtischen Grünsystem zusammenfügt.

kehr gut angebundene, öffentlich zu-

und sie die politische Weichenstellung

gängliche Kleingartenanlage sowohl für

zu ihren Gunsten fördern, wird wesent-

die Kleingärtner als auch für die sonstige

lich durch die Gestaltung, die Bewirt-

erholungssuchende Bevölkerung ein

schaftung und den Betrieb der einzelnen

ideales Angebot. Auf der anderen Seite

Anlagen bestimmt. Hier erfordern die

zeichnen die gleichen infrastrukturellen

gesteigerten Erwartungen an die woh-

Qualitäten auch potenzielle Wohnbau-

nungsnahen, gut erreichbaren Kleingar-

flächen aus. Und die Tatsache, dass sich

tenstandorte Veränderungen. Angestrebt

die allermeisten dieser Anlagen darüber

wird eine stärkere Ausrichtung auf die

hinaus oft in städtischem Eigentum

Bedürfnisse der Allgemeinheit durch

befinden, erhöht die Begehrlichkeit noch

die Steigerung der Aufenthaltsqualität

einmal deutlich. Hier ist schlussendlich

(Erlebbarkeit von Gartenkultur und

die Politik gefragt, die richtigen Prio-

Stadtnatur, Umweltbildung, Spielange-

ritäten zu setzen. Wie unterschiedlich

bote, Ruhebereiche), die Betonung der

Städte und Gemeinden dies im bun-

bioklimatischen Entlastungsfunktion

desweiten Vergleich handhaben, ließ

und die Steigerung der biologischen

sich auch wieder sehr anschaulich beim

Vielfalt.

01
Gerade Quartiere mit hoher Bevölkerungsdichte
benötigen gut erreichbare Gartenanlagen – und
mit der Nachverdichtung steigt auch die Nachfrage an Kleingärten.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

17

03
Hochbeete zur Anschauung und zum Probieren für jedermann

04
Lernort Kleingarten

Die aktuellen Trends zum Urban Gar-

Gartenschöne und die Vielfalt unserer

oder zwei Gartenjahre testen können,

dening, Gemeinschaftsgärtnern, inter-

Stadtnatur als Komponente der eigenen

barrierefreie Gärten für Mobilitätsein-

kulturellen Gärtnern, zur urbanen Land-

Lebensqualität begreifen und eine nach-

geschränkte und Senioren- und Begeg-

wirtschaft u. Ä. zeigen unverkennbar das

haltige Lust am Gärtnern entdecken und

nungsgärten für die betagteren Garten-

elementare Bedürfnis nach Freizeitgärt-

kultivieren zu können.

freundinnen und -freunde.

nern auch außerhalb der klassischen
Hausgärten und Kleingartenanlagen.

Die hohe Integrationsfähigkeit des

Für natur- und gartenaffine Anwohner

Dass in Städten mit einer guten Klein-

Kleingärtnerns zeigt sich schon daran,

und Tagesgäste wird der Spaziergang

gartenversorgung das Phänomen dieses

dass es für alle Altersstufen passen-

durch die öffentlich zugänglichen und

„alternativen“ Gärtnerns im Allgemei-

de Angebote gibt: Schulgärten und

im Idealfall auch durchgängigen Anla-

nen nur eine sehr untergeordnete Rolle

grüne Klassenzimmer, Forschergärten,

gen mit Hochbeeten zum Naschen und

spielt, bestätigt allerdings, dass das orga-

Kräuterwerkstätten und biologische

Probieren, mit Natur-, Obst-, Garten-

nisierte Gärtnern in Kleingartenanlagen

Experimentierfelder für Schülerinnen

und Bienenlehrpfaden zum besonderen

auch weiterhin das bevorzugte Mittel der

und Schüler der Grund- und weiter-

Erlebnis. Damit erfüllen die Gartenpäch-

Wahl bleibt.

führenden Schulen, Schnuppergärten

ter, die zumeist das Privileg genießen

und Hochbeete übersichtlicher Größe,

dürfen, wohnungsnah unter finanziell

Die Bewertungsfahrt „Gärten im Städ-

auf denen junge Familien und Berufs-

günstigen Konditionen ihrer gärtneri-

tebau 2018“ zeigte der Jury eine bemer-

tätige ihren Drang zum Gärtnern ein

schen Leidenschaft nachgehen zu kön-

kenswerte Vielfalt an Projekten, mit

nen, ihre moralische

denen die Kleingartenorganisationen

Pflicht, Anlagen und

und -vereine ein beispielhaftes sozi-

Gärten so zu gestalten,

ales Engagement unter Beweis stellen

dass die interessierte

und damit gleichzeitig überzeugend

Stadtbevölkerung daran

für das Freizeitgärtnern werben. Nicht

teilhaben kann – und

der selbstzufriedene Rückzug auf die

gleichzeitig die Gele-

eigene Parzelle war in vielen Vereinen

genheit bekommt, die

die Regel, sondern ein ausdrückliches

Leistungen, die Klein-

Gespür für die Gartensehnsucht und das

gärtner für sozialen

Naturinteresse Dritter, denen die Teilha-

Frieden, Stadt- und

be an den grünen Seiten der Städte und

Landschaftsgestaltung,

Gemeinden zunächst verwehrt ist und
die Unterstützung, Ermunterung und
gezielte Angebote benötigen, um das

18

05
Angebote für Senioren erhalten den Bezug zum Gärtnern
auch im Alter

Klimaschutz und Artenvielfalt erbringen,
anzuerkennen.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Es fällt auf, dass gerade die Förderung
der biologischen Vielfalt beachtlich an
Stellenwert gewonnen hat. Umweltdidaktik hautnah: naturgemäßes Gärtnern
erleben und dabei seine eigenen Wertsetzungen zu Gunsten eines nachhaltigen, umwelt- und naturschützenden
Verhaltens weiterentwickeln. Bunte
Vielfalt statt steriler Ordnung, auch heimischen Wildpflanzen einen Platz im
Garten gewähren und damit der zunehmend bedrohten heimischen Tierwelt
zum gegenseitigen Nutzen Nischen zu
bieten. Neben den allgegenwärtigen „Insektenhotels“ zählen so auch Blumenwiesen – bevorzugt mit autochthonem
Saatgut angelegt –, Wildstaudensäume,
heimische Blütensträucher, Benjeshecken, unversiegelte Schotterrasen- und

07
Grüne blühende Wege bieten nicht nur Insekten Nahrung

Sandwege, Nisthilfen, Igelburgen und
Altholzinseln zu dem nicht vollständig
aufzählbaren Repertoire.

ten, artenarmen Freizeitgärten die Jury

essenziellen Selbstversorgung herange-

nicht begeistern konnten. Gleiches gilt

zogen werden müssen, haben die auf der

für vermeintlich dekorative Kies- und

eigenen Parzelle erzeugten Lebensmittel

Schotterflächen oder dicke Holzhäck-

doch den unschätzbaren Wert, dass man

selschichten, unter denen wertvoller

ihre gute Qualität selbst garantieren

Gartenboden verschwindet, der sonst

und Sorten bevorzugen kann, die den

biologisch aktiv zur Selbstversorgung

eigenen Vorlieben am ehesten gerecht

mit Obst und Gemüse oder zur Berei-

werden.

cherung der heimischen Wildflora hätte
beitragen können.

Und wenn dann tatsächlich die Erträge

Auch wenn Kleingärten heute – im

den eigenen Bedarf überschreiten, gibt

Gegensatz zu den Anfangszeiten des

es in den meisten Städten gemeinnützi-

Kleingartenwesens – meist nicht zur

ge Tafeln, die dieses Obst und Gemüse
gerne annehmen und es an sozial und
wirtschaftlich Benachteiligte weiterreichen.
Auch hier durfte die Jury Anlagen kennenlernen, in denen Vereinsmitglieder
auf gegenwärtig unverpachteten Parzellen gezielt für die lokale Tafel Gemüse
angebaut haben – mitunter unterstützt

06
Lern- und Informationsangebote verschiedenster
Art machen den Besuch einer Kleingartenanlage
oft zum besonderen Erlebnis

Verständlich, dass bei so viel gelebter
kreativer Garten- und Naturliebe die eher
monotonen, von Rasenflächen dominier-

durch Flüchtlinge, die sich die Zeit bis
zur Anerkennung als Asylberechtigte
mit Gartenarbeit vertreiben möchten.

08
Tafelgärten – die Ernte mit sozial und
wirtschaftlich Benachteiligten teilen

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

19

Kleingärten sind
Lern- und Lehrorte

Autor: Thomas Kleinworth

Während der Bereisung
anlässlich des Bundeswettbewerbs „Gärten im Städtebau“ ist es erneut zum Vorschein gekommen: Kleingärtner nutzen ihre Gärten,
um aktiv Umweltbildung zu
betreiben.

E

s sind sehr vielfältige Beispiele
an die Jury herangetragen worden. Zum einen Schaugärten,

die oft für sich sprechen, ansprechend
dargestellte und übersichtlich gestaltete,
themenbezogene Gärten mit entspre-

01
Ein „Beet für alle“ sowie ein Barfußpfad, Beispiel KGV Ochtersum in Hildesheim

chenden Beschilderungen, machen diese
Parzellen zu Treffpunkten von wissbegierigen Menschen – egal welchen Alters.

jeden Kleingärtnerverein. Wir konnten

gruppen forschen hier in und an der

Lehrpfade durchziehen oft ganze Anla-

sehr verschiedene davon begutachten,

Natur. Eigene Beete sind angelegt und

gen und leiten Publikum, oft Nachbarn

hier einige Beispiele – gern zum Nach-

bewirtschaftet worden. Berichte über die

aus der unmittelbaren Umgebung der

machen:

wöchentlichen Arbeiten wurden verfasst

Anlagen, in diese hinein. Versehen mit

und ausgestellt. Die vorgestellten Aus-

Tipps, Tricks und Wissenswertem zum

Gleich zum Start der Bereisung zeigten

arbeitungen der Schüler sind auf einem

Dargestellten, erfahren die Wandernden

uns die Gartenfreundinnen und Garten-

tollen Niveau angesiedelt. Der Vortrag

neben der Erholung auch vieles zu unse-

freunde aus Hildesheim, wie verschie-

Aarons, ein Nachwuchskleingärtner,

ren Themen. Lehrpfade können auch die

den Fachberatung sein kann. Außerhalb

verzauberte die Zuhörer. Am Beispiel

Sinne ansprechen, dieses haben wir bei

des Geländes wurden in einem „Beet

eines Blattes des Frauenmantels erläuter-

den Barfußpfaden erfahren dürfen. Zu

für alle“ Kräuter angebaut. Wie berichtet

steigern ist diese Art des „Real-Life

wurde, kommen Nachbarn aus dem Um-

Learning“ nur noch durch die Schul-

feld der Gartenanlage und bedienen sich

oder Forschergärten. Hier wird durch

an den frischen Pflanzen. Am Beet sind

die Mitglieder aktiv Wissen vermittelt.

Lehrtafeln befestigt und bieten Wissens-

Ob es nun Jugendgruppen sind, ob es

wertes zum Erntegut.

die Frauenfachberatung ist oder der

In der Anlage selbst überraschte uns ein

Seniorentreff, ob es das Thema „Bienen

aufwendig hergestellter Barfußpfad.

und Honig“ oder „Blüte und Frucht“

Hier durfte jeder seine Sinne testen. Der

betrifft – egal. Lebendige Gärten mit

„Forschergarten Nr. 34“ zeigte dann,

aktiven Kleingärtnerinnen und Klein-

was engagierte Kleingärtnerinnen und

gärtnern sind eine Bereicherung für

Kleingärtner leisten können. Jugend-

20

02
Fachberatung durch einen Nachwuchskleingärtner

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

03
In der Berliner Kleingartenanlage „Am Kienberg“
gibt es einen ausgedehnten Obstlehrpfad mit
mehr als 400 Gehölzen

te er den Lotuseffekt und wie dieser der

Interessant ist dieser sicher auch für

lich wurde dieses in Berlin in der Anlage

Pflanze nützt. Hier war deutlich festzu-

für Schulklassen, die am Schulgartentag

„Am Kienberg“ dargestellt.

stellen, dass die Fachberatung lebt und

nicht nur Vorträgen lauschen, sondern

Dass hier das Thema Pflanze in diesem

über die Grenze des eigenen Vereines

in den Kleingärten mit Hand anlegen

Kontext dargestellt wird, ist eine einfache

hinauswirkt.

dürfen. Die Fachberaterinnen und Fach-

aber sehr wirksame Form der Fachbe-

berater vermitteln hier praxisnah die

ratung mit Bezug zu zeitgemäßen The-

In der Bundeshauptstadt sind ver-

Kunst des Gärtnerns. Da auch die Ver-

men. Immer aktuell sind vereinseigene

schiedene Projekte der Fachberatung

köstigung frischer Gartenprodukte zum

Wettbewerbe. Hier „Am Kienberg“ hat es

zuzuordnen. Ein in seiner Vielfalt und

Unterricht gehört, wird aus manchem

eine lange Tradition. Einzelgärtenwett-

Ausdehnung wohl einzigartiger Obst-

Schulgartenschüler mit Sicherheit später

bewerbe mit Kriterien aus der Fachbera-

lehrpfad durchzieht die ganze Anlage

mal ein Kleingärtner.

tung fördern die Qualität der Gärten und

und beherbergt über 400 Gehölze.

Zwei Quadratmeter Beet zeigen manch-

dienen dem Zusammenhalt der Garten-

Jeder Obstbaum, jedes Wildobstgehölz,

mal mehr als 1000 m². Dieses wurde

gemeinschaft.

jeder Beerenobststrauch ist übersichtlich

bei der Besichtigung eines öffentlichen

und aufwendig beschildert. So können

Hochbeetes deutlich. Wussten Sie, wie-

Tief im Westen, in Castrop-Rauxel, ist so-

Vereinsmitglieder aber auch Besucher

viel Fläche benötigt wird, um die Zutaten

ziales Engagement eine Selbstverständ-

am praktischen Beispiel entscheiden,

für einen Teller Spaghetti mit Tomaten-

lichkeit. Ein Feuerwerk an Vorhaben, die

welche Art oder welche Sorte im eigenen

sauce oder im Gegenzug a lá Bolognese

meistens mit der Gemeinde gemeinsam

Garten gedeihen soll.

heranwachsen zu lassen? Sehr anschau-

oder mindestens mit einem anderen

04 Anlage „Am Kienberg“ in Berlin:
Zwei Quadratmeter „Weltacker“ – ein Hochbeet auf der Gemeinschaftsfläche. Vereinsinterne Wettbewerbe haben hier eine lange Tradition.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

21

Verein durchgeführt werden, sind Motor

Mit großer Freude wurden in ganz

worden. Hier kann jedermann in den

der Vereinsarbeit. Die Vielfalt an Haut-

vielen besichtigten Anlagen Lehrpfade

Genuss von frischem Obst kommen.

flügler-Nistkästen war beeindruckend –

angelegt. Verschiedenste Themen sind

Das Thema Tafelgärten wird in Kel-

allesamt Ideen der Fachberatergruppe.

präsentiert worden: der Obst-Lehrpfad,

linghusen und Chemnitz hochgehalten.

Diese sorgen auch dafür, dass Totholz-

hier sind auch mal die Unterschiede

Seniorengärten und Gärten mit sonsti-

haufen und andere Unterschlüpfe in

herauszustellen, damit deutlich wird,

ger Sondernutzung sind uns landauf

der Anlage zu finden sind, somit wird

wie vielfältig die Fachberatung sich in

und landab begegnet. Hervorzuheben

Fachberatung zu Naturschutz. Man gibt

den Vereinen zeigt. Während in Berlin

sind die Hochbeetgärten in der Hanse-

sich hier auch nicht mit einem Schulgar-

vorwiegend viele historische Sorten und

stadt Hamburg. Die Herstellung und

ten zufrieden, es sind gleich mehrere,

die Klassiker des Obstbaus gezeigt wur-

anfängliche Grundpflege der Beete sowie

die unterhalten werden. So erklärte uns

den, hat man in Kellinghusen eine sehr

die fachliche Betreuung wird durch die

ein junger Lehrer seine Ideen zu einem

moderne Sortenauswahl getroffen und

Fachberatergruppe sicher gestellt. Die

jüngst ins Leben gerufenen Schulgar-

Obstgehölze jüngster Züchtung und

Hochbeete werden dann an Externe

tens. Ein anderer bereits gewachsener

Wuchsform präsentiert. Darüber hinaus

vermietet. Ein tolles Beispiel für Garden-

Schulgarten dient auch dem Imker als

sind auch verschiedene Informationen

Sharing in der verdichteten Großstadt.

Schau- und Lehrort.

zu einem Bienenlehrpfad zusammen-

Als erfüllte Mission muss man das The-

getragen worden. Ähnlich wird auch in

ma Bienenhaltung im Kleingärtnerver-

Landau für das fleißige Insekt geworben.

ein betrachten. In 19 der 20 besuchten
Anlagen waren Imker am Werk, oft auch

Einen Erlebnispfad hat die Stadt Karls-

aktiv im Schul- oder Lehrgarten. Sehr

ruhe im Kleingärtnerverein „Am Reit-

viele Kinder- und Jugendgruppen wer-

schulschlag e. V.“ installiert. Ganz un-

den bei den Gartenfreunden vorbildlich

terschiedliche Themen wurden hier als

an das Thema Biene – Honig – Bestäu-

Lehrpfad zusammengefasst präsentiert.

bungsleistung herangeführt.

Von Brutkästen für Vögel bis zum Komposthaufen waren verschiedene Stationen in sehr hochwertiger Ausführung

Fazit:

dargestellt. Auch eine Info-Station zum
05
Der Schulgarten in Castrop-Rauxel ist Schau- und
Lehrort für die Imkerei

Thema „Zukunftsbäume“ hat ihren Platz

Die Fachberatung der Kleingärtner-

in der Gemeinschaftsfläche der Anlage

vereine ist ein wichtiges Werkzeug für

gefunden.

die positive Darstellung des Kleingar-

In Altenburg wurden Parzellen in eine

tenwesens. Der Bedarf an fachlicher

Doch hier wird sich auch um die „Ge-

Obstwiese umgewandelt, um die Pflege

Beratung wird eher zunehmen, denn

neration 60 ++“ gekümmert. Ein in der

zu vereinfachen. Der Kleingärtnerverein

die wissenden „alten Hasen“ werden

Nachbarschaft angelegter Bürgergarten

aus Rottweil hat auf der Gemeinschafts-

weniger, das Themenspektrum aber

wird durch die Kleingärtnerinnen und

fläche einen Kräutergarten angelegt. In

immer breiter. So hat man in Berlin

Kleingärtner betreut und gepflegt. Ne-

Düsseldorf und Löderburg zum Beispiel,

begonnen, Klimafachberater auszubil-

ben der aktiven Fachberatung, die dort

sind Nasch- und Pflückgärten installiert

den und in Rottweil spricht man bereits

den Besuchern präsentiert wird, hat

vom Umweltfachberater. Es bleibt also

man eine gute Kombination mit einem

festzuhalten: Die fachliche Beratung der

sozialen Projekt herstellen können. Das

Mitglieder ist wesentlicher Bestandteil

„Standing“ des Vereines im Ort ist

des Kleingartenwesens. Somit hat Pastor

riesig. „Mit unserer Arbeit für die Ge-

Schröder, der im Jahre 1814 den ersten

meinschaft sichern wir unser Dasein,

Kleingärtnerverein in Kappeln an der

die Fachberatung mit ihren Themen

Schlei gründete, bis heute recht. Er ließ

verschafft uns hohes Ansehen!“, so der

schon damals die Fachberatung ins

Vorsitzende. Auf die Frage, wie dieses

Statut schreiben und hat damit echte

denn alles zu schaffen sei, antwortete
man uns im Chor: „Wir sind ein Team!“
Klares Signal: Fachberatung verbindet.

22

06
Lehrpfad in der Kleingartenanlage
„Am Reitschulschlag“, Karlsruhe

Weitsicht bewiesen. Somit kann man
nur dazu aufrufen, die Fachberatung zu
stärken und zu fördern.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Gartentraum ist Teamsache –
täglich im Kleingarten gelebt
Autorin: Prof. Dr. Gerlinde Krause

u. a. die fast familiäre Gemeinschaft im
Ortsteil Löderburg der Mittelstadt Staßfurt, unterstützt multikulturelle Gärten
und pflegt einen Senioren-Bürgerpark
in Castrop-Rauxel. Die Gemeinschaft
der Kleingärtner ist „ein Team aus ganz
unterschiedlichen Typen und mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die aber alle
den gleichen Traum verfolgen und fest
entschlossen sind, ihn gemeinsam zu
verwirklichen – so ein Team ist nicht
aufzuhalten.“ Bauer, Müller und Hüther

Kleingartenanlage „Am Ebenberg“, Landau

überschreiben dies mit dem Begriff der
„Potenzialentfaltung“2, deren Bedeutung

Am diesjährigen Bundeswettbewerb „Gärten im
Städtebau“ beteiligten sich
20 Kleingartenvereine aus
15 Bundesländern.

U

Die kleinstädtischen Vereine liegen in

von den Kleingärtnern erkannt wurde

den strukturschwachen Räumen. Somit

beispielsweise:

veranschaulichen die „kleinen Gärten“

•

von den Gartenfreunden „Ochter-

die „bunte Vielfalt“ von Groß-, Mittel-

sum“ in Hildesheim, wo die Teams

sowie Kleinstädten gleichermaßen und

„golden time“ und „Jugend forscht“

spiegeln zudem mit ihrer unterschiedli-

der Neuen Schule Wolfsburg im For-

nter dem Motto „Kleine Gär-

chen räumlichen Lage, den unterschied-

schergarten der Kleingartenanlage

ten – bunte Vielfalt“ wetteifer-

lichen demografischen sowie sozio-

ten 10 Vereine aus Großstäd-

ökonomischen Trends bzw. Strukturen

ein Koch-Tagebuch erstellen,
•

von den Gartenfreunden Rottweil

ten, 2 Vereine aus großen Mittelstädten,

und der unterschiedlichen finanziellen

„Charlottenhöhe“, wo ein Team von

6 Vereine aus kleinen Mittelstädten und

Ausstattung die differente Entwicklung

Fachberatern aufgebaut wurde, um

2 Vereine aus Kleinstädten. Die groß-

der Kommunen in Deutschland wider.

Entsiegelungen von Wegen, Garten-

städtischen Vereine reflektieren wohl-

Der Wettstreit der Kleingärtner ist in-

führungen, Kräutergärten, die Betei-

habende Kommunen. Die mittelstädti-

sofern repräsentativ für die Vielfalt der

ligung am Lichterfest und Blumen-

schen Vereine liefern ein Spektrum von

aktuell anstehenden, aber auch zukünf-

schmuckwettbewerb zu realisieren,

Kommunen im Umfeld dynamischer

tigen Aufgaben und Herausforderungen

Wirtschaftszentren sowie stabilen Mittel-

der einzelnen Kommunen. Und die

städten über Städte und Gemeinden im

Gemeinschaft der Gartenfreunde bringt

tenverein „Am Ebenberg“ in Landau,

strukturschwachen ländlichen Räumen

sich engagiert in die Kommunen ein,

wo ein Team die Leitung des Vereins

1

ist Treff- und Kommunikationsort für

organisiert, Lauben entwirft, den

bis hin zu stark alternden Kommunen.
1
2

oder
•

von den Kleingärtnern im Kleingar-

K lug, Petra (2018): Neue Demographietypisierung. Über: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/wegweiser-kommunede/projektnachrichten/neue-demographietypisierung/, o. S.
Bauer, Nicole; Müller, Sven Ole (2018): Träume sind Teamsache. In: Ostsee-Zeitung vom 22./23. September 2018, S. II

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

23

Aufbau von begrünten Dächern initiiert, Gartenmärkte und -führungen
veranstaltet sowie die Beteiligung
beim „Picknick im Park“ der Stadt
Landau absichert.

Wie stellen sich nun
die Kleingärtner
den aktuellen
Herausforderungen
in den Kommunen?

(Durchschnittsalter 52 Jahre) eine erhebliche Verjüngung konstatieren. Die Freude des Vorsitzenden Volker Meißner am
Kleingarten- und Vereinsleben strahlt
aus, reißt Mitglieder des Vereins mit,
mobilisiert zu Aktivitäten. Die Kleingartenanlage „Flora I“ mit Innenhoflage in
gründerzeitlicher Blockrandbebauung
Dresdens entwickelte sich zu einer blü-

Herausforderung:
Digitalisierung

henden, duftenden Oase. Sie ist Standort
vielfältiger Seniorenaktivitäten und bietet
eine Schlüsselmitgliedschaft für ehema-

Kleingartenanlage „Am Ebenberg“, Landau:
Dachbegrünung auf selbst entworfenen Lauben

Webauftritte der Ver-

lige Senioren-KleingärtnerInnen an, um

eine präsentieren

ihnen auch nach ihrem Ausscheiden als

die Arbeit der Klein-

Kleingärtner weiterhin Zugang zu die-

gartenvereine und

ser grüne Oase zu ermöglichen. Sie ist

helfen neue Pächter

aber zugleich auch Hort einer veganen

zu finden. Die Bildung

Esskultur, die vorrangig von der jünge-

von WhatsApp-Gruppen ermöglicht

ren Generation getragen wird. In der

schnelle Absprachen und verringert

Kleingartenanlage „Sonnige Höhe“ in

den Organisationsaufwand. Die Digi-

Chemnitz, eingebettet in ein städtebauli-

talisierung ist im KGV angekommen.

ches Gesamtsiedlungskonzept des ersten

Smartphones, Tablets und Laptops sind

Drittels des 20. Jahrhunderts, ist eine

allgegenwärtig. Bei der Vorstellung der

Verjüngung des Altersdurchschnitts von

Leistungen der Vereine wurden einer-

60 auf 57 Jahre zu verzeichnen, in der

seits digitale Medien genutzt, anderseits

Kleingartenanlage „NW 6 Familienhilfe“

aber bewusst auf analoge Medien wie

München von 62 auf 60 Jahre. Immer

Flyer, Broschüren oder Bücher zurück-

wieder begegnete man in den bereisten

gegriffen.

Kleingartenanlagen jungen Familien,
Kindern, die sich auf Kinderspielplätzen
oder Gemeinschaftsplätzen vergnügten

Herausforderung:
Demografischer Wandel

oder wissbegierig die Natur erkundeten.
Doch nicht nur in den Vereinen, sondern auch in den Vorständen ist eine

Auffallend war die op-

Verjüngung gegeben. Im Kleingartenver-

timistische Grund-

ein „Am Ebenberg“ in Landau begrüßte

haltung der Garten-

die Jury z. B. ein junges Team aus Archi-

freunde selbst in

tekten und Permakultur-Freaks.

alternden Kommunen strukturschwacher
Räume. In Löderburg sind ehemalige
Schulkinder, die Schulgartenunterricht
in der Kleingartenanlage absolvierten,
heute mit ihren Familien strahlende,
engagierte Vereinsmitglieder. In Osterburg organisieren die Gartenfreunde
regelmäßig stadtoffene Seniorenabende.
Der Kleingartenverein „Eilenburger
Straße“ in Torgau kann von 2003
Kleingartenanlage „Charlottenhöhe“, Rottweil

24

(Durchschnittsalter 68,5 Jahre) bis heute

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Herausforderung:
Multikulturalität
Die Kleingartenvereine
spiegeln die Ausländer-/Aussiedleranteile der Kommunen
bzw. umliegenden
Stadtteile wider. In der
Anlage „Charlottenhöhe“ in Rottweil
sind zwei Drittel der Gartenfreunde
Ausländer bzw. Aussiedler. Im Kleingartenverein „Döllbach-Aue“, Kassel,

Kleingartenanlage „Zur Erholung“, Osterburg

verfügen 50 % der Mitglieder über einen
Migrationshintergrund. In der Kleingartenanlage „Am Balderberg“ in Düsseldorf, wo reizvolle italienische Gärten
entstanden, sind auf 84 Parzellen zehn
Nationen vertreten. Ein Aussiedler aus

Herausforderung:
Regionale und soziale
Spaltung unserer
Gesellschaft

Russland zeigte in Karlsruhe voller Stolz

schen Ausgangslage entsprechende Lösungen zur Zukunftsfähigkeit entwickelt
worden. In den strukturschwachen Regionen wird über Freude am Gärtnern,
familiärer Atmosphäre, Zusammenhalt,

Der Kleingartenver-

seine prachtvollen Tomatenpflanzen und

Treff- und Kommunikationsangebote

gewährte der Jury Einblick in seine Sam-

ein „Familienhilfe“

einerseits Gemeinschaft befördert und

melleidenschaft von Tomatensorten. In

München oder

andererseits der Stadtteil oder die Kom-

Gartenbauverein

mune stabilisiert. In den Großstädten

Castrop-Rauxel wurde ein Friedensbaum

„Döhrnkamp“ Ham-

als Zeichen für Frieden, Gleichheit und

burg repräsentieren

Gerechtigkeit gesetzt, werden interna-

wurde dagegen Urban Gardening ins
Kleingartenwesen integriert, unter-

tionale Frühschoppen veranstaltet und

wohlhabende Großstädte und erfahren

schiedliche gärtnerische Angebote für

multikulturelle Gärten unterstützt. In

seitens der Stadtverwaltung eine nicht

ein differenziertes Klientel entwickelt.

der Kleingartenanlage „Fuchsberg“ in

unerhebliche Förderung und Unterstüt-

Bremen gärtnern auf 39 Parzellen neun

zung. Demgegenüber stehen die Klein-

Nationen. Im Vorstand sind, neben der

gartenanlage „Kellinghusen“ in Kel-

realisierten Gleichberechtigung von

linghusen, „Zur Erholung“ in Osterburg

Mann und Frau, drei Nationalitäten

oder „Am Wasserturm“ in Löderburg in

engagiert.

strukturschwachen, alternden Regionen,

Insgesamt kann man konstatieren, so

die weitestgehend ohne finanzielle För-

vielfältig die vertretenen Nationen im

derung, Lösungsmöglichkeiten für ihre

Kleingarten sind, so vielfältig die eth-

Zukunftsfähigkeit suchen müssen. Der

nischen Hintergründe und die sozio-

Unterversorgung mit Kleingartenland in

ökonomischen Problemlagen sich auch

prosperierenden westdeutschen Groß-

darstellen, bezeugen die Gartenfreunde

städten steht die Überversorgung in

doch ein harmonisches Miteinander in

strukturschwachen Regionen gegenüber.

dem gemeinsamen Ziel des Gärtnerns.

Den Planungen und Ausführungen im

Gartenbauverein „Döhrnkamp“, Hamburg:
Mindmapping zur Kleingartengestaltung

Auftrag der Großstädte werden Eigeninitiative, Spontanität und Engagement
der Vereine in Klein- und Mittelstädten entgegengesetzt. Auch wenn es
auf den ersten Blick Disparitäten in
der deutschen Kleingartenentwicklung
gibt, sind doch beachtliche, der jeweiligen räumlichen und sozioökonomi-

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Flora I“, Dresden: Grüne Oase versus
zunehmende Verbauung Kleingartenanlage

25

seldorf sind eingebettet in bestehende
Kaltluftleitbahnen und unterstützen
mit ihrem hohen Durchgrünungsgrad
deren Wirkung, tragen somit zur Reduzierung sommerlicher Hitzebelastung
bei. An der Kleingartenanlage „Glück
auf“ in Altenburg wurde im Zuge des
Aufbaus eines Kleingartenparks die Jüdenbachaue beräumt, sodass die Frischluftzufuhr in die Innenstadt verbessert
wird. Die Kleingartenanlage „Flora I“
stellt aufgrund der innerstädtischen
Insellage dagegen einen „Pocket Park“

„Am Balderberg“, Düsseldorf (oben) und „Panorama“, Schwerin (unten):
Kleingartenanlagen als Teil eines Grünzugs

zur Verfügung, schafft folglich mikroklimatisch eine grüne, kühle Oase für den
gestressten Stadtbürger und ist bewusst,
wie zahlreiche andere Anlagen auch, auf
Fahrrad oder fußläufige Erreichbarkeit
ausgelegt.
Der Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ 2018 offerierte eindrucksvoll,
•

dass die Gartenfreunde engagiert,
ideenreich und innovativ ihren Beitrag zur Zukunftsvorsorge der Kommunen und zu attraktiven Wohnorten liefern,

•

dass sie bei den gewachsenen Anforderungen und der zunehmenden
Komplexität in Gemeinschaft arbeiten, agieren und gärtnern,

Herausforderung:
Klimawandel

tisch relevanten, durchgängigen Grün-

•

dass sie ihr Wissen und Können

zügen. Im Zuge der Altlastenbeseitigung

unkonventionell und vorteilsfrei wei-

wurde beispielsweise in München der

tergeben, um Leistungen hervorzu-

Auch wenn eine unter-

Rückbau von Lauben realisiert. Die Anla-

bringen, die ein Einzelner von ihnen

schiedliche räumli-

gen in Landau „Am Ebenberg“ und Ber-

nicht erbringen könnte.

che und strukturelle

lin „Am Kienberg“ sind mittels Garten-

Betroffenheit der

schaukonzeptionen im vergleichbaren

Sie liefern damit ein Gegenmodell zur

Kleingartenanlagen

Sinne entwickelt worden. In Osterburg

Individualisierung, Vereinzelung und

von z. B. Starkregener-

wurden Lauben zur Bedarfsanpassung

Vereinsamung. Der Gartentraum ist

eignissen oder Hitzestress zu konsta-

zurückgebaut, jedoch die ehemaligen

Teamsache!

tieren ist, wurden jedoch zu allen drei

Kleingärten als Grünfläche gesichert.

Handlungsebenen (Gebäude, Grün- und

Lauben weisen vielfach eine üppig

Freiflächen, Infrastruktur) im Bun-

wuchernde Fassadenberankung auf.

deswettbewerb „Gärten im Städtebau“

Potenzial besteht bei Dachbegrünungen,

Lösungsansätze offeriert. So erhielten

aber auch daran wird gearbeitet, wie z. B.

Kleingartenanlagen in München und

in Landau aufgezeigt. Regenrückhal-

Hamburg bewusst eine Umstrukturie-

tung ist in jedem Kleingarten präsent.

rung im Kontext historischer Anlagen

Die Kleingartenanlagen „Panorama“ in

sowie zur Entwicklung von stadtklima-

Schwerin und „Am Balderberg“ in Düs-

26
24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau
26

Ökologie, Stadtnatur, Lebensraum
Kleingartenanlage

Autor: Adalbert Niemeyer-Lüllwitz

Naturschutz und
Kleingarten – passt
das zusammen?

Blühstreifen an den Wegrändern.

holzbewohnende Insekten können von

Wildbienen benötigen zudem geeignete

solchen Kleinbiotopen profitieren.

Plätze für ihren Nachwuchs. Solche
Brutplätze finden die Tiere heute in

Gärtnern im Sinne
der Naturgesetze

Juni 2018: Die Jury des Wettbewerbs

eigens gebauten „Insekten- und Bienen-

„Gärten im Städtebau“ besucht die

hotels“.

Kleingartenanlage der Gartenfreunde

Erfreulich: Solche Bienenhotels werden

Rottweil e. V. Die Vorsitzende Monika

der Jury bei der Bereisung in fast allen

Das Beispiel zeigt, worauf es beim The-

Albert stellt den eigens angelegten Kräu-

Anlagen präsentiert. Beim Besuch der

ma Ökologie im Garten ankommt. Es

tergarten vor, als ein besonders großes

Anlage des Kleingartenvereins Castrop-

geht darum, im Sinne der Naturgesetze

Insekt unsere Aufmerksamkeit erregt:

Rauxel Nord zeigt Vereinsfachberater

zu gärtnern, also um eine ganzheitliche

die seltene Blaue Holzbiene. Mit einer

Stephan Bevc der Jury einige Varianten

Betrachtungsweise des Gartens als Le-

Körperlänge von 23 bis 28 Millimetern

von „Bienenhotels“. Dem Verein ist

bensraum. Wird mit einer vielfältigen

ist sie unsere größte heimische Bienen-

aber auch bewusst, dass damit nicht alle

Bepflanzung die Insektenwelt gefördert

art. Die Holzbiene gehört zur Gruppe

Wildbienen gefördert werden können.

und die ökologische Stabilität gestärkt?

der solitär lebenden Wildbienen, die als

Deshalb wurde an verschiedenen Stel-

Wie pflege ich den Garten und wie gehe

Blütenbestäuber im Garten eine ganz

len abgestorbenes Holz, teilweise auch

ich besonders mit dem Boden, Grund-

wichtige Aufgabe übernehmen.

dicke Stämme zu „Totholzhaufen“ auf-

lage allen Lebens, um? Fördere ich die

Die Gartenfreunde Rottweil fördern

geschichtet. Das sind ideale Brutplätze

Bodenlebewesen, die maßgeblich die

deshalb Wildbienen, insbesondere durch

für die Blaue Holzbiene. Sie legt ihre

Bodenfruchtbarkeit beeinflussen? Wird

ganzjährige Blühangebote mit Stauden

Eier in Brutgänge ab, die sie selbst in das

Kompost für die Bodenpflege genutzt?

und Sommerblumen in den Gärten und

morsche Holz gräbt. Auch viele andere

Gibt es bodendeckenden Bepflanzungen,

01
Blaue Holzbiene im Kräutergarten der Anlage
„Gartenfreunde Rottweil e. V.“

02
Kleingartenanlage „Gartenfreunde Rottweil e. V.“:
Stauden und Sommerblumen locken blütensuchende Insekten an.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau
27

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau
27

03
Lebensraum Totholzhaufen
in der Kleingartenanlage
Castrop-Rauxel Nord

04
Mischkulturen mit Blumen,
Kräutern und Gemüse in einem
naturnahen Kleingarten der
Anlage „Flora I“ in Dresden

wodurch auf intensive Bodenbearbei-

Gartengestaltung ausmacht. Fröhlich

Nektarpflanzen zu Nutzpflanzen. Es

tung verzichtet werden kann? Wird

und bunt, Gemüse, Kräuter und Blumen

macht Spaß, in diesen bunten Gärten

Boden in den Beeten mit organischen

in den gleichen Beeten. Dazwischen ist

den Bienen, Hummeln und Schwebflie-

Pflanzenabfällen abgedeckt? Das sind

kaum offener Boden zu sehen. Auf in-

gen bei der Arbeit zuzuschauen!

Beispiele für praktisches ökologisches

tensive Pflege wird verzichtet, und doch

Handeln im Garten.

hat alles seine Ordnung. Der Garten
gestaltet sich selbst in jedem Jahr ein
Stück weit neu, nicht nur durch gärtne-

Ökologische Vielfalt
im Garten

Obstbäume für
das Klima!

risches Zutun. Auch viele interessante
Wildpflanzen finden wir in den Beeten

Bäume haben einen besonderen Wert

oder an den Wegrändern. Sie versamen

für die biologische Vielfalt und das

In der Kleingartenanlage „Flora I“ in

sich und tauchen an anderen Stellen auf.

Stadtklima. In diesem besonders heißen

Dresden beeindruckt die Pflanzenviel-

Dort, wo sie keine gewünschte Nutzung

Sommer wurde zu Recht gefordert, in

falt in den Gärten. Viele Gartenfreunde

infrage stellen, können sie wachsen.

den Städten mehr für Stadtbäume zu

zeigen hier, was den Zauber naturnaher

Und werden als wertvolle Kräuter und

tun. Auch in den Kleingärten waren die

05
Naturnaher Begegnungsgarten mit
Blumenwiese und
Hochstamm-Obstbäumen in der Anlage
„Sonnige Höhe“ in
Chemnitz

28

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Schattenplätze unter Bäumen besonders
gefragt. Leider gibt es hier immer weniger große hochstämmige Obstbäume
mit einer Stammlänge von mindestens
180 cm, unter denen Raum ist für einen
schattigen Sitzplatz. Stirbt heute einer
der bis in die 1950er-Jahre noch viel
gepflanzten Bäume ab, wird er meist
durch Buschobst ersetzt. Viele Obstarten
und Sorten mit Buschobst anzubauen,
ist natürlich sinnvoll und entspricht der
kleingärtnerischen Nutzung. Aber bei
Neupflanzungen auf einer KleingartenParzelle gibt es fast immer auch genug

06
Erlebnispfad „Lebensraum Kleingarten“ in der Kleingartenanlage „Am Reitschulschlag“ in Karlsruhe

Platz für einen großen, schattenspendenden Apfel- oder Pflaumenbaum. Von
dem Blütenreichtum profitieren viele
Wildbienen, Singvögel können hier nach
Insekten jagen. Im Alter bilden sich

Lernen von der
Natur – Kleingärten
als Bildungsort!

Vielfalt der Natur wahrnehmen“. Im
Forschergarten können junge Menschen
sogar Zukunftsfragen der Menschheit
– etwa zu Energie und Ernährung – im

Risse, Spalten und kleine Höhlen, die
von Kleinsäugern und Fledermäusen

Mit vielen Naturbereichen haben die

Kleinen, also im Garten untersuchen.

genutzt werden. Ein solcher Obstbaum

Gartenfreunde Ochtersum in Hildes-

Die Kleingartenanlage also als Lernort

ist Biotop für besonders eine artenreiche

heim ihre Anlage bereichert. Sie wollen

und Bildungsstätte, diesen Weg gehen

Lebensgemeinschaft von Tieren, und ein

damit eine ökologische Vernetzung

inzwischen viele Kleingartenvereine in

wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in

erreichen und besonders den Kindern

Deutschland. So wie der Kleingartenver-

der Stadt!

Erlebnismöglichkeiten bieten, erläutert

ein „Am Reitschulschlag“ in Karlsruhe.

uns Fachberaterin Stephanie Mansdot-

Hier wurde mit Unterstützung der

Den Gartenfreunden des Vereins „Fami-

ter. Sie stellt uns ein besonders Projekt

Stadt ein beeindruckender Erlebnispfad

lienhilfe“ in München war deshalb auch

vor: „Schüler im Forschergarten“. Der

„Lebensraum Kleingarten“ angelegt. Es

der Erhalt ihrer alten Bäume wichtig, als

Verein nutzt dafür eine eigene Parzelle

gibt zehn verschiedenen Stationen – von

vor 10 Jahren der Großteil der Gärten

und arbeitet eng mit Schulen zusam-

Insektenhotels, Eidechsenhabitaten bis

wegen eines Altlastenfundes geräumt

men. Motto: „Mit allen Sinnen die

hin zu Komposthaufen, einer Kräuter-

und der Boden komplett abgetragen wer-

spirale und Greifvogel-Sitzwarte. Eine

den musste. Dennoch gelang es, viele

Grundschule hat das Projekt in ihren

alte Bäume zu retten. Und dort, wo sie

Lehrplan integriert und nutzt den Erleb-

entfernt werden mussten, wurden neue

nispfad als Grünes Klassenzimmer. Die

Obstbäume gepflanzt. Geeignete Plätze

Beispiele zeigen, wie durch Einsatz für

für große Bäume gibt es zudem oft auch

die Natur und Bildungsprojekte in Klein-

außerhalb der Parzellen im öffentlichen

gartenanlagen zur Bewusstseinsbildung

Grün. In der Anlage „Sonnige Höhe“ in

für die Artenvielfalt und damit auch zum

Chemnitz finden wir sie z. B. im eigens

Naturschutz beigetragen werden kann.

angelegten naturnahen „Begegnungsgar-

Stephanie Mansdotter macht uns klar,

ten“. Beispielhaft auch der Obstbaum-

warum das heute so wichtig ist: „Was wir

lehrpfad, der entlang der Hauptwege der

hier machen, muss Vorbildfunktion für

Anlage „Am Kienberg“ in Berlin ange-

Kinder haben. Denn Kinder überneh-

legt wurde. Mit vielen alten Kultursorten,

men einmal diese Welt.“

die so in einer Kleingartenanlage überleben können, engagiert sich der Verein
damit auch für den Erhalt unserer genetischen Vielfalt!

07
Schüler stellen im „Forschergarten“ des Vereins
Gartenfreunde Ochtersum Hildesheim ihre
Forschungsergebnisse vor.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

29

GÄRTEN IM  

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

STÄDTEBAU

30

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

GOLD

GOLD
Berlin
Berlin

Marzahn-Hellersdorf
Einwohner: 262.015
Kleingartenfläche: 159 ha
Kleingartenanlagen: 39
Kleingärten: 3.199
Kleingartenanlage

Am Kienberg
Gründung: 1983
Fläche: 13,5 ha
davon Gartenfläche: 10,6 ha
Kleingärten: 260

Gartenausstellung
g
für alle
Am Kienber
Cindy aus Marzahn muss noch immer oft als das Klischee für den
Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf herhalten. Dabei hat der Bezirk deutlich mehr zu bieten als Platte und Trainingsanzüge: Er ist
zum Beispiel einer der grünsten Bezirke Berlins. Das Wuhletal etwa
lädt zu Naturerlebnissen ein und die Gärten der Welt lassen ihre
Besucher in die ganze Vielfalt des Gartenbaus eintauchen. Noch
bekannter wurden die Gärten durch die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2017, die hier stattfand.

„Vereinsmitglieder,
die ihren Garten aus
Altersgründen
aufgeben mussten,
werden von den
aktiven Gärtnern
betreut.“

A

uch der Verein „Am
Kienberg“

war Teil der IGA. Die
Anlage liegt direkt an
den Gärten der Welt.
Mit der Seilbahn, die
für die Ausstellung
aufgebaut wurde, lassen sich die Kleingärten
aus der Vogelperspektive
bewundern – ein besonderer
Ausblick! Auch zurück auf dem
Boden hat die Gartenausstellung
ihre Spuren hinterlassen. In der Anlage
wurde eine IGA-Parzelle eingerichtet, in der
zahlreiche Veranstaltungen stattfanden. Die Parzelle ist im
Rahmen eines Wettbewerbs für junge Landschaftsarchitekten
entstanden, die ihre Idee zum Thema „Startergarten – Kleingärten neu denken“ einreichen konnten. Man sieht sofort: „Am
Kienberg“ blickt man in die Zukunft!
Die Gartenfreunde haben nicht nur von der IGA profitiert, sie
haben sich auch mit großem Einsatz eingebracht. So wurde
von Vereinsmitgliedern im Laufe der Jahre ein Obstlehrpfad
angelegt, der sich über hunderte Meter entlang der Wege durch
die Anlage erstreckt. Insgesamt 406 Obst- und Wildobstgehölze wurden gepflanzt. Jeder Baum ist mit einer Schautafel versehen, die wissensdurstige Gartenfreunde und Besucher über
Herkunft und Ansprüche der Pflanzen sowie die Verwendung
der Früchte aufklärt.
Besucher kommen übrigens oft in die Anlage, auch nach der
IGA. Die parkähnliche Anlage dient nämlich vielen Hundebesitzern als Route zum Kienberg. Weil die Gartenfreunde
sich nicht mehr über die Hinterlassenschaften der Vierbeiner
ärgern wollten, haben sie einen Hundekotbeutelspender aufgestellt und werben mit netten Schildern für seine Benutzung.
Das öffentliche Grün der Anlage wird von den Gartenfreunden
gemeinsam gehegt und gepflegt. Und auch sonst wirken die
Kleingärtner weit in ihren Bezirk hinein. Sie helfen zum Beispiel tatkräftig bei der Organisation des Apfelfestes, sind fester
Bestandteil des Familienfestes im Bezirk und laden Anwohner
selbstverständlich zu Veranstaltungen und Festen im Verein
ein. Man merkt sofort: Hier trifft man auf eine Gemeinschaft,
die sich kümmert – und zwar nicht nur um sich selbst, sondern auch um andere. So werden auch verdiente Vereinsmitglieder, die ihren Garten aus Altersgründen aufgeben mussten,
von den aktiven Gärtnern betreut. Die Gartenfreunde zeigen
damit eindringlich, dass man nicht einmal einen Garten
braucht, um Kleingärtner zu sein – denn das ist man vor allem
im Herzen.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

33

GOLD
Sachsen

Chemnitz
Einwohner: 247.353
Kleingartenfläche: 640 ha
Kleingartenanlagen: 214
Kleingärten: 17.411
Kleingartenanlage

Sonnige Höhe
Gründung: 1925
Fläche: 5,32 ha
davon Gartenfläche: 4,63 ha
Kleingärten: 180

Chemnitz ist den meisten vor allem als Industriestandort ein Begriff. Doch vom grauen Moloch ist die Stadt weit entfernt. Denn
Chemnitz ist auch unglaublich grün. Mehr als 1.000 Hektar Parks,
Wiesen und Waldgebiete liegen im Stadtgebiet. Statistisch gesehen
stehen also jedem Einwohner rund 60 Quadratmeter Grünfläche
zur Verfügung.

Historisches Kleinod,
modern geführt Sonnige Höhe

D

ass die Chemnitzer ein Herz
fürs Grüne haben, zeigt auch
die hohe Kleingartendichte

der Stadt. Statistisch kommt auf 14
Einwohner ein Kleingarten. Eigentlich
dürfte es also kaum einen Chemnitzer
geben, der nicht schon einmal den Spaten geschwungen hat. Da wundert es

„Keine Frage:
Das Kleingartenwesen
ist hier fester Teil der
Stadtpolitik und
-entwicklung.“

mithilfe städtischer Mittel ein Herzensprojekt verwirklichen: Die Neugestaltung
und Sanierung der historischen Promenade zum Vereinsheim. Bunt blühende
Blumenrabatten säumen den neu gestalteten Weg, Bänke laden zum Verweilen
ein. Auch weitere öffentliche Bereiche
wie der Eingangsbereich und die Freiter-

wenig, dass sich die Kleingärtner auch

rasse wurden in diesem Zuge überholt.

politisches Gewicht erkämpft haben.

Das machte nicht nur die Kleingartenan-

Seit 2001 hat die Stadt einen Kleingar-

lage attraktiver – auch die angrenzende

tenbeirat, dem derzeit fünf Stadträte

Wohnsiedlung aus den 20er-Jahren

und sieben sachkundige Kleingärtner

wurde durch die schöne Umgebung

angehören. Der Rat tagt sechsmal im

beliebter.

Jahr und bespricht alle Belange des

Die schöne Anlage wird auch von Nicht-

Kleingartenwesens. Einmal im Jahr trifft

Mitgliedern gern besucht – und die Gar-

sich außerdem die Oberbürgermeisterin

tenfreunde empfangen sie mit offenen

mit dem Stadtverband der Kleingärtner

Armen. Die Kleinen können sich auf den

zum Jahresgespräch. Die Zukunft der

spielend, ihren Stück vom Kuchen zu

Kinderfesten austoben, für die Älteren

Chemnitzer Kleingärten ist in einer

sichern. Der Verein wird jung und auf-

wird derzeit eine Parzelle zum Senioren-

Kleingartenentwicklungskonzeption

fallend dynamisch geführt. Ganz selbst-

garten umgestaltet. Und weil gemein-

festgeschrieben, derzeit bis zum Jahr

verständlich wird digital über WhatsApp

sam alles leichter ist, unterhält die „Son-

2020. Keine Frage: Das Kleingartenwe-

und Internet kommuniziert – so geht

nige Höhe“ noch eine ganz besondere

sen ist hier fester Teil der Stadtpolitik

Kleingarten 2.0. Die umtriebigen Gar-

Kooperation mit einem Schnitzverein,

und -entwicklung. Auch die finanzielle

tenfreunde unterhalten außerdem beste

der direkt an die Anlage angebunden ist.

Förderung der kleinen Gärten durch die

Kontakte in die Politik und wissen, wie

Die Chemnitzer können also nicht nur

Stadt ist beachtlich.

sie für ihre Interessen Gehör finden.

Garten, sondern haben auch ein Händ-

Die „Sonnige Höhe“ schafft es dabei

Im Jahr 2009 kann die „Sonnige Höhe“

chen für strategische Partnerschaften.

34

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

35

GOLD
Niedersachsen

Hildesheim
Einwohner: 103.970
Kleingartenfläche: 196 ha
Kleingartenanlagen: 94
Kleingärten: 5.220
Kleingartenanlage

Gartenfreunde
Ochtersum
Gründungsjahr 1972
Fläche: 1,53 ha
davon Gartenfläche: 1,12 ha
Kleingärten: 36

Experimentierfreude und
m
Gartenfreunde Ochtersu
Frauenpower
Die Hildesheimer tragen mit der Rose ein Stück Gartenkunst bereits
in ihrem Wappen. Zwar gibt es nicht ungewöhnlich viele Rosen in
der Stadt, dafür aber eine ganz besondere: den Tausendjährigen
Rosenstock. Vermutlich ist die Hundsrose am Mariendom zwar
„nur“ rund 700 Jahre alt, aber sie ist, dank Rankhilfen, stattliche
zehn Meter hoch und besonders zur Blütezeit einfach prächtig.

So können sich die Ochtersumer jetzt

S

mer Verein gehen gerade die Frauen mit

über einen grünen Treffpunkt mitten in
der Siedlung freuen. Dass die Anwohner
äußerst gern bei den Gartenfreunden
vorbeischauen, liegt nicht zuletzt an der
Offenheit und Tatkraft der Kleingärtner.
Wobei hier explizit die Kleingärterinnen
zu erwähnen sind – denn im Ochtersu-

o besonders wie der Rosenstock

ordentlich gewachsen ist. Lag der Klein-

bestem Beispiel voran. Vier von ihnen

ist auch die Anlage der „Garten-

gärtnerverein einst einsam auf den

bieten zum Beispiel einmal die Woche

freunde Ochtersum“.

Feldern vor den Toren des Ortes, ist er

selbst gebackenen Kuchen im Garten

Namensgebend ist der erstmals im Jahr

jetzt Mittelpunkt eines neu entstandenen

der Begegnung an. Ein Highlight für die

1132 urkundlich erwähnte Ort Ochter-

Baugebietes. Immerhin haben die Stadt-

Senioren aus der Umgebung.

sum, der heute zur Stadt Hildesheim

planer genügend Weitblick besessen, die

Auch ein echtes Vorzeigeprojekt der

gehört und seit den 1990er-Jahren

Kleingärten nicht der Bauwut zu opfern.

Ochtersumer wird von einer Frau gelei-

36

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

tet: Dr. Stefanie Mannsdotter

senzimmer bringen kann,

ist die Fachberaterin des

zeigt Schüler Aaron der Jury

Vereins und vermittelt weit

auf beeindruckende Weise.

mehr als Gartenwissen.

Doch nicht nur der For-

Denn sie betreut auch den

schergeist wird bei der

Forschergarten in Kooperati-

nächsten Generation geweckt,

on mit der „Neuen Schule Wolfs-

auch Gartenarbeit steht auf dem

burg “. Hier widmen sich die Kinder

Programm. Die Renata-Schule Ochter-

großen Zukunftsthemen wie „Ist Klonen

sum hat in diesem Jahr eine Parzelle zur

von Gemüsepflanzen etwas für die Rea-

Verfügung gestellt bekommen – und die

lität?“, „Alternative Energieerzeugung in

Schüler bewirtschaften sie tadellos. Hier

Stadt und Kleingarten“ oder „Nahrung

lernen die Jugendlichen die Vielfältigkeit

der Zukunft – wir experimentieren mit

der Natur kennen und tun nebenbei

Produkten aus dem Garten“. So wurden

noch Gutes. Das Obst und Gemüse ihres

dort auch im Rahmen eines Projekts

Gartens spenden sie nämlich an die

Pflanzerden aus verschiedenen Fallobst-

Tafel. Ein Beispiel mehr, dass in Ochter-

arten, Laubmischungen und Holzschnitt

sum die Liebe zur Natur und die Liebe

selbst hergestellt und gezeigt, wie mit

zu den

den selbst hergestellten Substraten und

Menschen

Düngern Pflanzen ökologisch angebaut,

Hand in

geerntet und zu neuen Lebensmittelpro-

Hand

dukten der Zukunft verarbeitet werden

gehen.

„Weil Verein
nur mit
Frauenpower
funktioniert!“

können. Was so ein tolles grünes Klas-

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

37

GOLD
Baden-Württemberg

Karlsruhe
Einwohner: 307.755
Kleingartenfläche: 353 ha
Kleingartenanlagen: 99
Kleingärten: 9.859
Kleingartenanlage

Am Reitschulschlag
Gründung: 1980
Fläche: 2,64 ha
davon Gartenfläche: 2,20 ha
Kleingärten: 74

Am Reitschulschlag

Grenzenlos gärtnern
Die Karlsruher können sich wahrlich nicht beschweren: In der Stadt boomt nicht nur seit Jahren die
Wirtschaft und sorgt für eine Arbeitslosigkeit unter dem Bundesdurchschnitt. Auch das Wetter verwöhnt die Badener nach Kräften. Karlsruhe ist eine der wärmsten und sonnigsten Städte Deutschlands
und bietet damit beste Bedingungen fürs Gärtnern.

D

38

ass viel Sonne für viel Le-

erkannte sofort eine zweite Besonderheit

bensfreude sorgt, zeigten in

der Anlage „Am Reitschulschlag“: Hier

Karlsruhe die Gartenfreunde

gibt es keine Zäune und Hecken! Statt-

schon beim Empfang der Jury eindrück-

dessen erstreckt sich die Gartenanlage

lich. Der Kinderchor der Grundschule

wie ein einziger großer Märchengarten –

Hagsfeld präsentierte ein zünftiges Pro-

dank des milden Klimas inklusive safti-

gramm – der Song vom Rap-Huhn konn-

ger Pfirsiche, Aprikosen und Kiwis. So

te ganz besonders begeistern. Wer so

ein Angebot ist natürlich verlockend und

beschwingt seinen Blick schweifen ließ,

so kam es schon vor, dass Gemüse am

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Besucher sind auch weiterhin sehr willkommen
in der offenen Anlage.“

Parzellenrand nachts heimlich abgeern-

Dafür sorgen städtische Mittel, Zuschüs-

serverbrauch senken. Splitt-, Hozhäck-

tet wurde. Das ist zwar ärgerlich, Zäune

se aus dem Bezirksverband und Spen-

sel- oder Plattenwege mit breiten Fugen

wurden aber trotzdem nicht aufgestellt.

den aus der Wirtschaft. Ein Zeichen

wirken der Bodenversiegelung entgegen.

Stattdessen steht das Gemüse jetzt et-

dafür, dass die Gartenfreunde bestens in

Regenwasser kann hier noch problemlos

was weiter hinten, die Parzellenränder

ihre Gemeinde eingebunden sind. Das

versickern.

schmücken dafür bunte Blumen.

gilt übrigens auch ganz praktisch: „Am

Damit sich auch Tiere wohlfühlen, ha-

Besucher sind auch weiterhin sehr

Reitschulschlag“ liegt direkt an einem

ben die Gartenfreunde verschiedene Ha-

willkommen in der offenen Anlage.

Wohngebiet, ist über ein gut ausgebau-

bitate eingerichtet. Eidechsen krabbeln

Insbesondere für Kinder, aber auch für

tes Radwegenetz aber auch über die

über ihren Steinhaufen, über die Igel-

alle Großen, die ihr Naturwissen auf-

nahe S-Bahn-Station für alle gut

frischen möchten, wurde ein Lehrpfad

erreichbar.

mit Quiz eingerichtet. Beim Zählen

Wo es warm und sonnig

von Greifvogel-Ansitzstangen und dem

ist, muss mitunter viel

immer genug Nahrung.

Suchen von Vogelnistkästen lässt sich

gegossen werden. Die

„Am Reitschulschlag“

die Gartenanlage nach Herzenslust ent-

Karlsruher Kleingärt-

scheinen sich Flora

decken. Und ganz nebenbei etwas über

ner sammeln dafür

Natur und Umwelt lernen. Mit etwas

auf einzelnen Parzellen

Glück gibt es für Quizteilnehmer in

Regenwasser und kön-

dieser Saison sogar etwas zu gewinnen.

nen so ihren Frischwas-

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

burg freuen sich die nützlichen
Stacheltiere und Bienen finden auf der Blumenwiese

und Fauna tatsächlich
genauso wohlzufühlen
wie die Gartenfreunde.

39

GOLD
Rheinland-Pfalz

Landau
Einwohner: 46.006
Kleingartenfläche: 99,3 ha
Kleingartenanlagen: 7
Kleingärten: 380
Kleingartenanlage

Am Ebenberg
Gründung 2012
Fläche: 0,82 ha
davon Gartenfläche: 0,57 ha
Kleingärten: 34

Von Landau ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Frankreich.
Eine Vorliebe für hervorragende Weine und gutes Essen liegt den
Pfälzern daher quasi im Blut. Und auch der Gartenbau zählt in
Landau viel: 2015 fand hier die Landesgartenschau statt. In diesem
Zuge entstand auch die kleine, aber sehr feine Kleingartenanlage
„Am Ebenberg“.

Hier wächst Zukunft

D

Am Ebenberg

ie Anlage mag noch wenig

Gartenanlage profitieren. Wer weiß,

die Ökologie weit oben auf die Fahnen

Vergangenheit haben, dafür ist

vielleicht kommt so sogar der ein oder

geschrieben. Der biologisch-ökologische

sie wirklich zukunftsweisend.

andere auf den Geschmack, es selbst

Gartenbau ist in der Gartenordnung

Besonders viele jüngere Menschen, ins-

einmal mit dem Anbau zu probieren.

fest verankert, und es wird auch sonst

besondere Familien mit Kindern, haben

Ganz dem nachhaltigen Zeitgeist fol-

versucht, möglichst schonend mit den

sich hier zum Gärtnern zusammenge-

gend haben sich die Landauer Garten-

Ressourcen umzugehen. Eine Gemein-

funden. Den Aufbau der Anlage, zum

freunde bei der Gründung ihres Vereins

schaftsspülküche macht hier die Klein-

Beispiel den Bau des Vereinsheims, ha-

gärtner zu Trendsettern in Sharing Eco-

ben die Gartenfreunde mit viel persön-

nomy. Viele Gartengeräte wie Schubkar-

lichem Einsatz gestemmt. Das schweißt

ren, Kompostsiebe oder Häcksler muss

zusammen: Der Verein sieht sich kei-

nicht jeder Pächter anschaffen – sie

nesfalls als Mittel zum Zweck, man fühlt

können im gemeinschaftlichen Geräte-

sich vielmehr wie eine kleine Dorfge-

schuppen ohne bürokratischen Aufwand

meinschaft in der Stadt. Dazu passt der

geliehen werden.

liebevoll gestaltete Gemeinschaftsgarten

Ihre Liebe zur Natur geben die Garten-

rund um einen alten Walnussbaum – als

freunde auch gern weiter. Im Eingangs-

kommunikativer Mittelpunkt, ganz im

bereich etwa laden „Erklärhochbeete“

Sinne eines Dorfplatzes, ist er ein idealer

ein, sich über Küchenkräuter, essbare

Ort für Feste und spontane Begegnun-

Blüten und exotisches Gemüse zu in-

gen. Und das nicht nur für Mitglieder.
Die enthusiastischen Gärtner suchen
aktiv den Kontakt mit der Öffentlichkeit.
Besucherströme sind sie aus der Zeit der
Landesgartenschau gewohnt und auch
heute bleiben die Tore der Anlage weit
geöffnet. Wen das Grün allein nicht locken kann, dem bieten die Landauer
noch etwas Besonderes: Jedes Wochenende wird der Markstand des Vereins
bestückt – je nach Saison mit Obst und
Gemüse aus den Parzellen oder auch mit
selbst gemachten Produkten. So können
gegen eine Spende auch Nicht-Gärtner
von den frischen Lebensmitteln aus der

„Wir sehen den
Kleingartenverein
nicht als
Zweckbündnis,
sondern eher
als soziale, dörfliche
Gemeinschaft, in der
die Menschen gerne
ihre Freizeit
verbringen.“

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

formieren. Kinder können in der „Bienenschule“ Wissen über die nützlichen
Insekten sammeln. Eineinhalb Stunden
lang entdecken sie dabei gemeinsam mit
der Imkerin die Welt der Honigbiene. Ist
bei ihnen die Lust auf Bienen geweckt,
können sie in einem zweiten Schritt einen „Aktivitätenpass“ absolvieren. Dafür
begleiten die Kleinen die Bienenvölker
gemeinsam mit der Imkerin durch alle
Jahreszeiten. So braucht sich der junge
Verein sicher keine Sorgen um ausreichend Gärtnernachwuchs machen.

41

GOLD
Baden-Württemberg

Rottweil
Einwohner: 24.915
Kleingartenfläche: 34 ha
Kleingartenanlagen: 11
Kleingärten: 371
Kleingartenanlage

Gartenfreunde Rottweil –
Anlage Charlottenhöhe
Gründung: 1961
Fläche: 2,5 ha
davon Gartenfläche: 1,9 ha
Kleingärten: 64

Esel statt Bienen
Charlottenhöhe

42

Rottweil atmet Geschichte: Die
Stadt am Neckar gilt als älteste
Stadt Baden-Württembergs.
Schon die alten Römer hatten
hier eine Siedlung. Und mit
alten Traditionen hat es auch
zu tun, dass die Rottweiler bisweilen Esel genannt werden:
Weil die Stadt hoch über dem
Neckar thront, waren
Esel lange Zeit das wichtigste Transportmittel.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Die Eselfreunde Rottweil liefern uns Mist, im Gegenzug
erhalten sie von uns den Obstbaumschnitt, eine echte
Win-win-Situation.“

N

och heute lieben die Rottweiler

vergebens, stattdessen kann man seinen

betreiben die Kleingärtner das kleine

die Esel. Im Herbst werden

Blick frei durchs Grün streifen lassen.

Restaurant – mit großem Erfolg.

Eseltage gefeiert und auch in

Zum Wohle der Insekten, aber auch zur

Wem die leckeren Speisen noch nicht

der Kleingartenanlage „Charlottenhöhe“

Freude der Besucher ist es Pflicht, an

Grund genug sind, die „Charlottenhöhe“

wurde die Jury von freundlichen Lang-

den Wegen Blumen zu pflanzen. Die

zu besuchen, der kommt vielleicht zu

ohren begrüßt. Sie waren vom örtlichen

Lauben dürfen mit 12 Quadratmetern

einem der Lichterfeste vorbei. Mit einfa-

Eselhof zu Besuch und nutzen die Gunst

nur sehr klein sein und sollten nach

chen Mitteln – nämlich einer größeren

der Stunde, an den Blumenrabatten vor

Möglichkeit begrünt werden. Satelliten-

Menge Teelichter – lassen Gartenfreunde

dem Vereinsheim zu knabbern. Der blü-

schüsseln sind ohnehin im gesamten

zum Einbruch der Dunkelheit ihre Anla-

hende Lavendel schien ihnen besonders

Gebiet verboten. Die Gartenfreunde

ge funkeln. Kosten entstehen fast keine

gut zu munden.

müssen also ein paar Regeln einhalten,

und große und kleine Besucher kom-

Manches Jurymitglied hatte die Esel

aber die Wirkung ist enorm. Die Anlage

men jedes Mal gern.

jedoch gar nicht so genau im Blick, denn

wirkt wie einziger großer Garten.

Übrigens: Die fast schon obligatorischen

die Gartenfreunde hatten sich noch

Da wundert es nicht, dass die Rottweiler

Bienenstöcke sucht man hier vergebens.

einen weiteren Hingucker ausgedacht:

die „Charlottenhöhe“ gern besuchen. Die

Aber dafür schauen die Esel gern mal

Zahlreiche Gießkannen haben die

typische schwäbische Gastfreundschaft

vorbei. Und ihre Hinterlassenschaften

Kleingärtner bunt bemalt und beklebt

trägt sicher auch dazu bei. So können

geben besten Dünger ab. Die Garten-

und als kleine Ausstellung aufgereiht.

sich Gartenfreunde und Besucher an

freunde unterstützen den Eselverein im

Man merkt: Hier sind kreative Köpfe am

den Wochenenden in der Gartensaison

Gegenzug beim Obstbaumschnitt. So

Werk. Das zeigt sich auch in der Gestal-

im Vereinsheim beköstigen lassen. Teil-

sind alle glücklich.

tung der Anlage. Zäune sucht man hier

weise schon in der dritten Generation

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

43

GÄRTEN IM  

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

STÄDTEBAU

44

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

SILBER

SILBER
Bremen

Bremen
Einwohner: 557.464
Kleingartenfläche: 649 ha
Kleingartenanlagen: 89
Kleingärten: 16.112
Kleingartenanlage

Fuchsberg
Gründung: 1965
Fläche: 2,86 ha
davon Gartenfläche: 1,49 ha
Kleingärten: 39

Fu c h s b e rg

Mit Beharrlichkeit zur
grünen Oase

D

ie Gartenfreunde vom „Fuchsberg“ stört es vermutlich ohnehin wenig, wenn die Sonne

mal nicht scheinen sollte. Sie sind es von
Beginn an gewohnt, auch aus widrigen
Situationen das Beste zu machen. Denn

Gartenfans mag zu Bremen als Erstes der
Rhododendronpark
einfallen. Hier
wachsen nicht
nur zahlreiche der
namensgebenden
Rhododendren, sondern
zum Beispiel auch rund 800 aller 2.000 natürlich
in Bremen und Niedersachsen vorkommenden
Arten. Das Gerücht, dass es in der Stadt im
Norden ständig regnen würde, stimmt übrigens
nicht ganz: Die jährliche Zahl der Sonnenstunden
nimmt sogar langsam, aber sicher zu!

46

die ursprüngliche Gartenanlage des
Vereins musste Wohnhäusern weichen – und ein neues Gelände war zunächst nicht in Sicht. Ausgerechnet eine ehemalige
Müllhalde wurde dann die neue Heimat der Kleingärtner. Dass
die Anlage einst auf einer kahlen, windgebeutelten Fläche
stand, ist heute kaum mehr vorstellbar. In den 1960er-Jahren
gepflanzte Zerr-Eichen fangen den Westwind ab, man fühlt
sich wie in einem windgeschützten grünen Park.
Grün geht es auch bei der Bewirtschaftung der Parzellen zu.
Pestizide sind schon seit 1978 verboten und die Fachberater
geben gern Tipps zum Anlegen von Bienenweiden, Anbringen
von Nistkästen oder zum sinnvollen Mulchen. Der umtriebige
Vorstand motiviert seine Mitglieder auch, ihr Saatgut vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung
(IPK) zu beziehen und dort alte und seltene Sorten auszusuchen. So grünt und blüht auch die eine oder andere ungewöhnliche Pflanze in den Bremer Gärten.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Wir haben keine
Extra-Integrationsmaßnahmen,
weil wir sowieso eine sind.“

Auf Vielfalt setzen die Gartenfreunde aber nicht nur bei den

barn sind über regelmäßige Treffen wie Frühschoppen oder

Pflanzen. Einst war der Stadtteil Bremen-Nord, in dem der

Skat- und Dartabende fest ins Vereinsleben integriert. Andere

„Fuchsberg“ liegt, eine sehr homogene Wohngegend deutscher

nutzen die Gartenanlage gern als Erholungsort, zum Spazie-

Werftarbeiter. Mit dem Niedergang der Werften wandelte sich

rengehen, Joggen oder um den Hund auszuführen. Die Kinder

die Bevölkerung – und das merkt man auch im Verein. Sieben

kommen zu den Spielplätzen oder kennen die Garten ohnehin

Nationen gärtnern in der kleinen Anlage – vom Hartz-IV-

aus Kita und Schule.

Empfänger bis zum Hochschulprofessor. Ein Problem ist das

Übrigens: Einst wurde die Vorschrift ausgegeben, dass alle

nicht – im Gegenteil. Im Garten wachsen alle zusammen, und

Gartenlauben in Schwedenrot gestrichen sein müssten. Am

übernehmen Verantwortung. So ist zum Beispiel fast der ganze

„Fuchsberg“ fand man aber bunte Lauben viel schöner – und

Verein im erweiterten Vorstand, denn wer Verantwortung trägt,

setzte sich kurzerhand darüber hinweg. Die in allen Farben

der kümmert sich auch.

strahlenden Lauben sind nur einer von vielen Beweisen, dass

Wo so viel Gemeinschaftssinn und Wille zum Anpacken be-

ein bisschen Bremer Eigensinn oftmals guttut.

steht, kommen auch Nicht-Gärtner gern vorbei. Viele Nach-

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

47

SILBER
Nordrhein-Westfalen

Castrop-Rauxel
Einwohner: 75.809
Kleingartenfläche: 30,53 ha
Kleingartenanlagen: 15
Kleingärten: 715

Grün statt
Kohlenstaub

Castrop-Rauxel Nord

Kleingartenanlage

Castrop-Rauxel Nord
Gründung: 1932
Fläche: 3,8 ha
davon Gartenfläche: 2,9 ha
Kleingärten: 87

V

ielleicht ist es das viele Grün,

die Naturinformationen gern, um schon

das die Menschen hier beson-

bei den kleinsten die Freude an der grü-

ders freundlich macht. Die

nen Umgebung zu wecken. Weil beson-

Jury wurde zumindest äußerst gast-

ders Kinder von der grünen Umgebung

freundlich von einem sechsköpfigen

profitieren, bekommen Familien mit

Fachberaterteam empfangen, das den

Kindern auch bevorzugt einen Garten.

Verein präsentierte. Und es gab einiges
zu Hören zum Verein „Castrop-Rauxel

Der Kleingärtnerverein Nord ist einer

Nord“. Die Gartenanlage liegt mitten in

der Initiatoren des angrenzenden Bür-

einem Wohngebiet, überwiegend mit

gergarten „Habinghorst“ und eines

Geschosswohnungen ohne eigenen Gar-

Gemeinschaftsgarten, wo die ethnische

ten. Hier kommen die Kleingärten dann

Vielfalt von 45 Nationalitäten in Habing-

voll zu ihrer Bestimmung: Denen ein

horst und auch die Vielfalt der Kulturen

Stück Natur bieten, die sonst nur wenig

zusammen gebracht werden soll um so

Zugang dazu haben. Mit dem Nordlager,

das Zusammenleben im Stadtteil zu stär-

einem öffentlichen Park im Norden und

ken. Aus den Gärten sind bereits einige

dem Bürgergarten Habinghorst, einem

Familien in die Nachbarkleingartenanla-

Urban- Gardening-Projekt im Süden, bil-

ge gewechselt.

det die Anlage ein echtes Naherholungsgebiet. Und die Nachbarn kommen gern,
denn hier gibt es einiges zu entdecken.
Die Gartenfreunde geben ihr Wissen

Castrop-Rauxel ist eine klassische Bergbaustadt. Vier Zechen
haben das Stadtbild und auch
das Stadtleben über viele Jahrzehnte geprägt. 1983 wurde die
Zeche Erin als letzte geschlossen. Heute grünt es auf dem alten Zechengelände – und nicht
nur dort. Sechzig Prozent des
Stadtgebietes sind Grünfläche.
Das Motto „Europastadt im Grünen“ ist also durchaus passend
gewählt.

und ihre Freude an der Natur gern
weiter – allzu belehrend soll es aber
nicht sein. So haben sie einen Lehrpfad
eingerichtet, der sich über verschiedene
Einzelgärten verteilt und entdeckt werden möchte. Jede Station ist prominent
genug, um nicht übersehen zu werden,
und viele der Elemente sind richtige
Hingucker. Den Insekten wird beispielsweise ein Hotel geboten, das locker der
Vier-Sterne-Kategorie zugeordnet werden kann. Ein solcher Lehrpfad – oder
Lernpfad, wie ihn die Castrop-Rauxeler
nennen – ist natürlich nicht nur für
Spaziergänger interessant.
Ganz in der Nähe befindet sich eine Kita
und eine Grundschule – beide nutzen

48

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Wir nennen unseren Lehrpfad Lern-Pfad.
Wenn Sie in unserer Kleingartenanlage
unterwegs sind, kommen Sie von ganz allein
drauf.“
Das Team der Fachberatung

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

49

SILBER
Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf
Einwohner: 635.704
Kleingartenfläche: 430 ha
Kleingartenanlagen: 121
Kleingärten: min. 6.600*
Kleingartenanlage

Am Balderberg
Gründung: 1939
Fläche: 3,8 ha
davon Gartenfläche: 3,25 ha
Kleingärten: 84
* ausgewiesen im Bebauungsplan oder
in Eigentum der Kommune

Auf dem Weg zum
Kleingarten für alle

Am Balderberg

Düsseldorf ist eine besondere Stadt. Als Teil der Metropolregion
Rhein-Ruhr gehört sie zum größten Ballungsraum Deutschlands.
Dennoch ist sie selbst keine Millionenstadt und kämpft daher auch
nicht mit den typischen Großstadtproblemen wie schlechter Luft
und zu wenig Grün. Dazu ist die Stadt mit sehr milden Wintern
gesegnet. Nur selten friert es und selbst wenn, sind die Fröste eher
leicht. Ein Pluspunkt für Gärtner, die problemlos mediterrane Pflanzen wie Lorbeer oder Feigen anbauen können.

Die Geschichte des Vereins ist recht bewegt. Kurz nach der Gründung brach der
Zweite Weltkrieg aus – und viele Gartenfreunde wurden zum Kriegsdienst eingezogen. So blieb es an den Frauen, das
Gelände urbar zu machen. Von dieser
schweren Anfangszeit ist heute in der
grünen Anlage nichts mehr zu sehen.
Lediglich der Name, der zurückgeht auf
den germanischen Kriegsgott Baldur,
erinnert noch an die Gründungszeit des

A

Vereins.

uch in der Kleingartenanlage „Am Balderberg“ fühlt

Heute steht für die Düsseldorfer Gartenfreunde die Öffnung

man sich nicht wie im Großstadtdschungel. Sie liegt

ihres Vereins nach außen an erster Stelle. Damit Besucher gern

am Rande von Gerresheim, einem Ort, der heute zum

kommen, werden alle öffentlichen Bereiche in Gemeinschafts-

Stadtrand von Düsseldorf gehört. Eingebettet sind die Kleingär-

arbeit gepflegt, der Spielplatz wird von den Kleingärtnern regel-

ten in einen Grünzug entlang des nahen Pillenbachs. Im Osten

mäßig gewartet und wenn nötig repariert. Ein wichtiges Projekt

grenzt der Grünbereich an ein Waldgebiet und liegt so direkt

ist zudem die Zusammenarbeit mit Flüchtlingsunterkünften.

am Übergang zwischen Siedlungs- und Landschaftsraum. Die-

Die Gartenfreunde unterstützen mit ihrem Fachwissen Urban-

se Grünlage lädt viele Gerresheimer und andere Erholungssu-

Gardening-Projekte und helfen den Neuankömmlingen dabei,

chende zu Spaziergängen durch oder entlang der Anlage ein.

sich schneller in der ungewohnten Flora zurechtzufinden. Um

50

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Alle öffentlichen Bereiche werden in Gemeinschaftsarbeit gepflegt.“
noch mehr Menschen für den Kleingarten zu begeistern, sollen in
Zukunft öffentliche Hochbeete
angelegt werden, die auch
von Nicht-Mitgliedern genutzt werden können. Außerdem ist ein Naschgarten
für alle geplant. Am Vereinsheim sollen Tafeln über typische
Pflanzen und Wildtiere informieren
und so nach und nach ein Kleingartenlehrpfad entstehen. Doch das ist noch Zukunftsmusik.
Schon jetzt begeistern die Düsseldorfer Kleingärtner aber mit
ihrem Engagement für die Bienen. Der Imker des Vereins
– ein wortgewandter Russlanddeutscher – zog die Jury mit
seinem beeindruckenden Wissen um die nützlichen Insekten
sofort in seinen Bann. Dabei entpuppte er sich nicht nur als
Kenner seiner Materie, sondern auch als echter Gentleman –
geduldig und mit einem besonderen Händchen für gute Didaktik.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

51

SILBER
Sachsen

Dresden
Einwohner: 551.072
Kleingartenfläche: 793 ha
Kleingartenanlagen: 366
Kleingärten: ca. 25.000
Kleingartenanlage

Flora I
Gründung: 1910
Fläche: 4,2 ha
davon Gartenfläche: 3,9 ha
Kleingärten: 203
davon zwei Schulgartenparzellen

Flora I

Gemüsefreunde
im Traditionsgarten
Das herrschaftliche Dresden wird geprägt von Wasser und Wald. Die majestätische Elbe ist natürlich
besonders präsent, aber auch mehrere kleine Nebenflüsse durchfließen die Stadt. Der Name Elbflorenz,
der sich für die sächsische Metropole ursprünglich aufgrund der ähnlichen barocken Architektur und
der bedeutenden Kunstsammlungen einbürgerte, passt übrigens auch klimatisch. Denn Dresden ist
eine der wärmsten Städte Deutschlands, wobei im Elbtal eine besonders mildes Mikroklima herrscht.

52

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

D

ie Bedingungen zum Gärtnern an der Elbe sind also
bestens und die Kleingartenanlage „Flora I“ atmet
fast so viel Geschichte wie die gesamte Stadt. Die

Anlage stammt aus der Gründerzeit und verteilt sich über drei
kleine Gartengebiete in unmittelbarer Nähe – mitten im dichtbesiedelten Wohngebiet.

„Gärtnern ist die einzige
Philosophie,
von der man satt wird.“
Motto des Vereins

Mit ihren Nachbarn stehen die Kleingärtner denn auch in gutem Kontakt. Es bestehen zahlreiche Kooperationen – etwa mit
einem Kinderhaus, zwei Grundschulen und mit der „Ökumenischen Seniorenhilfe Dresden“. Für Letztere haben die Gartenfreunde, mit Unterstützung der Volkssolidarität, den Garten
der Begegnung barrierefrei umgebaut. So können hier zahlreiche Veranstaltungen für die Senioren stattfinden, von der Demenzgruppe über die Malereigruppe bis zum offenen Treff.
In einem Gemeinschaftsgarten wurde der Sommerkiosk
VEGIBUNT eingerichtet, wo verschiedene Veranstaltungen
stattfanden und -finden. Darunter ein Seminar zu alten Obstsorten, ein veganer Grillstammtisch oder das monatliche
Veggietreffen der Schreberjugend unter dem Motto „Aus dem
Garten auf den Tisch“. Klar, dass auch die Beköstigung der Jury
vegan war.
Die Liebe zum Veggie-Leben bringt häufig eine Liebe zur
Natur mit sich, und so werden auch in „Flora I“ zahlreiche
Naturschutzprojekte umgesetzt. An einem Feuchtbiotop quakt
und summt es, zahlreiche Sechsbeiner finden in den Insektenhotels ein neues Zuhause und für Vögel werden Nisthilfen
aufgestellt. Der Imker des Vereins lässt sich gern über die
Schulter schauen und betreut nebenbei auch einen Imkerlehrpfad. Vor allem Kinder lassen sich von ihm gern mehr über
die kleinen Honigerzeuger erzählen. Viele von ihnen haben
den Kleingartenverein sogar schon mit ihrem ersten Schultag
kennengelernt. Denn seit einigen Jahren pflücken und binden
die Gartenfreunde für alle Erstklässler zur Einschulung bunte
Sommerblumensträuße.
Bunt mögen es die Gartenfreunde auch an ihren Fassaden. Das
Toilettengebäude wurde als Hommage an den Gründer der
Kleingartenanlage, Emil Klein, gestaltet – von seinem Urenkel,
der in Dresden als Künstler lebt. Ein Beispiel mehr, wie in
„Flora I“ Tradition und Moderne zusammengehen.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

53

SILBER
Hamburg

Hamburg
Einwohner: 1.860.759
Kleingartenfläche: 1.829 ha
Kleingartenanlagen: 312
Kleingärten: 34.780
Kleingartenanlage

GBV Döhrnkamp – 314 –
Gründung: 1915
Fläche: 3,3 ha
davon Gartenfläche: 2,7 ha
Kleingärten: 77

Döhrnkamp

Rent a Beet
Eine der berühmtesten Töchter Hamburgs hat sich ihr Leben lang für die Natur und
besonders für die Botanik eingesetzt: Loki Schmidt war eine echte Pflanzenliebhaberin – nach ihrem Tod wurde sogar der zentrale Botanische Garten Hamburgs nach
ihr benannt. Doch auch in der Boomtown Hamburg muss man aufpassen, dass der
notwendige Wohnungsbau nicht gegen die Kleingärten ausgespielt wird.

Menschen von
der grünen Oase
profitieren, doch
die alte Gründerzeitanlage war eng
und ohne viele
Freiflächen an-

K

gelegt. Und freie

leingärten erhalten trotz Platzmangel, das

Gärten sucht man mitten in der Stadt ohnehin ver-

ist kein einfaches Unterfangen. Hamburg

gebens. Die Gartenfreunde haben mit viel Gemein-

hat dazu einen vernünftigen Ansatz ent-

schaftssinn eine Lösung gefunden: Jeder Pächter

wickelt: Sehr große Parzellen werden in mehrere

gibt am Rande seiner Parzelle ein kleines Stückchen

kleine unterteilt. So können mehr Menschen gärt-

ab und plötzlich ist Platz für lauschige Sitzecken

nern, ohne dass Platz für Wohnungen verloren

und die Schaffung sinnvoller Wegebeziehungen.

geht. Wenn dabei gleich noch die Kleingartenanlage modernisiert wird, haben Verein und
Stadtentwicklung gleichermaßen etwas

noch keinen neuen Gartenfreund.

davon.

Daher haben sich die Hamburger

Im „Döhrnkamp“ in Hamburg-Lokstedt

noch etwas Besonderes einfallen

hat man das Ziel Win-win-Situationen
zu schaffen, besonders konsequent
verfolgt: Auch hier sollten möglichst viele

54

Doch eine schöne Bank alleine macht

lassen. Überall dort in der Anlage,
wo der dafür notwendige Platz zu
finden war, haben sie Gruppen von

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Wir sehen immer wieder,
was eine Gemeinschaft
alles auf die Beine
stellen kann, wenn alle
mit anfassen, auch beim
Finale des
Bundeswettbewerbs.“
Marco Kammer, Vorsitzender

Hochbeeten aufgestellt. Diese können, frei nach
dem Motto „Rent a Beet“, von jedem, der möchte,
für eine Saison gemietet werden. Ob Senioren,
denen ein ganzer Garten zu viel ist, Gartenneulinge, die ein neues Hobby entdecken möchten, oder
Nachbarn, die einfach eine Fläche für Kräuter und
Mini-Gemüse suchen – die Hochbeete sind für viele
die perfekte Lösung. Den Verein freut‘s ebenso: Neben zusätzlichen Einnahmen für die Vereinskasse
kann er Gartenbegeisterten aus der Nachbarschaft
eine Schnuppermitgliedschaft anbieten.
Der Kreis derer, die von der Grünfläche in der Stadt
profitieren, wird dadurch ebenso vergrößert wie
durch den gemeinsam mit einer Ganztagsschule
betriebenen Schulgartenbereich. Gerade in einer
wachsenden Stadt ist diese Öffnung der Anlage ein
äußerst cleverer Schachzug: Mehr Menschen lernen
das Kleingartenwesen kennen und lieben – und
unterstützen den Verein. Eine Idee, die gerade in
Ballungszentren Schule machen sollte.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

55

SILBER
Schleswig-Holstein

Kellinghusen
Einwohner: 8.092
Kleingartenfläche: 4,65 ha
Kleingartenanlagen: 2
Kleingärten: 86
Kleingartenanlage

Kelllinghusen –
Anlage Vorbrügge
Gründung: 1955
Fläche: 3,05 ha
davon Gartenfläche: 2,7 ha
Kleingärten: 52

„Eins ist klar in Kellinghusen:
Man kümmert sich umeinander.“
Kellinghusen

Gemeinsam mehr erreichen
Kellinghusen in Schleswig-Holstein markierte den nördlichsten Punkt der Jurybereisung. Die kleine Stadt
liegt am idyllischen Naturpark Aukrug. Dieser bietet
sanfte Hügel genauso wie Teiche, Wälder, Moorund Heideflächen. Für Ferien in Deutschland ist die
Gegend sehr beliebt.

W

vorhanden, wird es
bei einem Pächterwechsel entfernt.
Damit alle
mehr über die
Natur lernen
können, haben
die Kellinghuser
einen Obstlehr-

er die schöne Natur vor

stellen die Kellinghuser

der Haustür hat, hat viel-

Nisthilfen auf und sorgen mit

leicht auch ein besonderes

Vogeltränken dafür, dass niemand

pfad angelegt: In
jedem Garten steht eine
Obstbaumsorte, die beschildert

Bedürfnis sie zu schützen. Die Garten-

verdursten muss. Ein Feuchtbiotop lockt

ist. Denn was man kennt, das schützt

freunde in Kellinghusen setzen jeden-

Insekten und Amphibien in die Anlage.

man auch besser.

falls ganz auf naturnahes Gärtnern. Zur

Gartenabfälle landen natürlich auf dem

Aber nicht nur Tiere und Pflanze sollen

Bewässerung nutzen sie kein wertvolles

Kompost des Vereins. Auch von asbest-

sich im Garten wohlfühlen, was für die

Trinkwasser, sondern sammeln Regen-

haltigem Eternit, das früher auch bei

Gartenfreunde ganz besonders zählt ist

wasser oder greifen auf den eigenen

Gartenlauben gern verwendet wurde, ha-

die Gemeinschaft. Aussiedler werden

Brunnen zurück. Damit sich die gefie-

ben sich die Gartenfreunde verabschie-

selbstverständlich in die norddeutsche

derten Gartenbewohner wohl fühlen,

det. Ist es auf einzelnen Parzellen noch

Gartengemeinschaft aufgenommen

56

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

und können hier ein neues, grünes
Zuhause finden. Gemeinsam kümmern
sich alle Pächter um die Streuobstwiese
und betreiben einen Tafelgarten für die
Bedürftigen des Ortes. Im gemeinschaftlichen Kräutergarten darf sich jeder an
den aromatischen Blättern und Zweigen
bedienen. Damit die Ernten stimmen
und alle mehr über die wichtige
Rolle der Bienen erfahren können, ist eine Parzelle für den
örtlichen Imkerverein reserviert.
Wer sich selber in der Bienenhaltung probieren möchte, ist hier
genau richtig. Aber auch Schüler
können hier lernen, wie man
mit Bienen richtig umgeht und
warum sie für unser Ökosystem
unverzichtbar sind.
Eins ist klar in Kellinghusen:
Man kümmert sich umeinander. Und
hilft sich. Bei der Gartenarbeit sind
ohnehin alle gleich – ob beim Hegen
der Pflanzen oder beim Kampf gegen
das unausweichliche Unkraut. Das darf
hier übrigens tatsächlich noch Unkraut
heißen. Auch wenn es nicht böse ist –
werden unerwünschte Pflanze nicht
im Zaum gehalten, haben es Obst und
Gemüse irgendwann schwer, zum Zuge
zu kommen.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

57

SILBER
Sachsen-Anhalt

Löderburg
(Gemeinde Staßfurt)
Einwohner: 3.448 (27.000)
Kleingartenfläche: k. A. (156,5 ha)
Kleingartenanlagen: 4 (45)
Kleingärten: k. A. (3129)

Kleingartenanlage
Am Wasserturm
Gründung: 1960
Fläche: 2,3 ha
davon Gartenfläche: 2,19 ha
Kleingärten: 54

„Weil wir die
Guten sind.“
Eine Kleingärtnerin auf die Frage,
warum sie im Finale sind und siegen
wollen.

Tradition trifft Am Wasserturm
Erfindungsreichtum
Das kleine Löderburg gehört
heute zur Stadt Staßfurt und
liegt – für Gartenfreunde ideal
– in einem der fruchtbarsten
Landstriche Deutschlands: der
Magdeburger Börde. So klein
Löderburg auch sein mag, Dank
seines Wasserturms, der wie
ein Leuchtturm über den Ort
hinausragt, ist es schon von
Weitem gut zu sehen.

D

etwa eine Kooperation mit dem örtlichen

führt. Ehemalige Schüler, die in dem

Kultur- und Trachtenverein. Allerdings

Projekt erste Gartenerfahrungen sam-

trauert hier niemand einer „guten alten

meln durften, sind heute Pächter. Das

Zeit“ hinterher. Stattdessen werden be-

Projekt besteht seit 14 Jahren und wird

währte Traditionen einfach weiterentwi-

nur durch private Spenden und großen

ckelt. Feiertage aus der ehemaligen DDR

ehrenamtlichen Einsatz am Leben erhal-

haben die Gartenfreunde zum Beispiel

ten. Hut ab!

kurzerhand erneuert und feiern sie

Wenn dann noch ein ehemaliger Polizist

weiter: Aus dem Frauentag am 8. März

die Verkehrskelle gegen den Kochlöffel

wurde der Tag des Frühlingserwachens,

tauscht, hat der Verein nicht nur eine

aus dem Männertag der Tag der Familie.

zuverlässige Bewirtschaftung seines

Nach vorn schauen und anpacken – das

Heimes, sondern kann sich an echten

könnte das Motto der Löderburger Klein-

kulinarischen Highlights laben.

gärtner sein. Und der Erfolg gibt ihnen
recht. Denn der Verein

er Wasserturm ist es auch, der

wächst – ganz im Gegensatz

der Kleingartenanlage ihren

zum Trend der schrumpfen-

Namen gegeben hat. Und

den Kleingärtnervereine in

Wasser ist ein bestimmendes Thema bei

Sachsen-Anhalt. Eine Par-

den Kleingärtnern. Denn Löderburg ist

zelle, die zwischenzeitlich

trocken. Der nahe Harz fängt viel Regen

aufgrund mangelnder Päch-

ab, sodass es in Löderburg nur etwa

ter als Tafelgarten genutzt

500 Millimeter im Jahr regnet, deutlich

wurde, ist heute wieder

weniger als im bundesdeutschen Durch-

regulär verpachtet.

schnitt. Daher lernt jeder Neugärtner als

Viele junge Löderburger

Erstes Wasser zu bevorraten, so gut es

zieht es nach der Ausbil-

geht. Und das mit Erfolg: Einen Speicher

dung wieder zurück in die

für 1.000 Liter Regenwasser hält jede

Heimat. Und der Kleingar-

Parzelle vor. Damit kann schon ein guter

ten gehört dann – ganz wie

Teil des Bedarfs über die Saison abge-

in den urbanen Gegenden –

deckt werden. Schließlich ist nicht jeder

wieder zum Lebensglück

Sommer so trocken wie 2018.

dazu. Dazu trägt nicht

Nicht nur beim Wasser schaffen es die

zuletzt das „Klassenzimmer

Löderburger, auch aus schwierigen Si-

Natur“-Projekt bei, das der

tuationen das Beste herauszuholen. Viel

Verein in Kooperation mit

Wert legt man auf Traditionen, so gibt es

einer Grundschule durch-

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

59

SILBER
Bayern

München
Einwohner: 1.542.860
Kleingartenfläche: 262,8 ha
Kleingartenanlagen: 79
Kleingärten: 8.510
Kleingartenanlage

NW 6 Familienhilfe
im Luitpoldpark
Gründung: 1916
Fläche: 3,16 ha
davon Gartenfläche: 2,61 ha
Kleingärten: 116

NW 6 Familienhilfe

Die geteilte Anlage
München gilt als eine der lebenswertesten Großstädte Deutschlands – wenn nicht gar der Welt. Kein Wunder, hat die bayerische
Hauptstadt doch zumindest in ihrem Umland ausgesprochen viel
Grün zu bieten. Ob Wald oder Moor, Fluss oder See und nicht zu
vergessen die nahen Alpen – die Münchner haben Landschaft satt
direkt vor der Haustür. Da mag man sich fragen: Wenn man schon
im Paradies wohnt – braucht man da überhaupt noch Kleingärten?

60

von einem Kilometer wohnen hier mehr
als 100.000 Menschen, in der Regel
ohne eigenen Garten. Dementsprechend
beliebt ist der Verein bei den direkten
Nachbarn – 80 Prozent der Pächter wohnen maximal zwei Kilometer entfernt.
Ein echter Anziehungspunkt für Mitglieder und Nicht-Mitglieder ist der
klassische bayrische Biergarten unter

N

Kastanienbäumen, der am Vereinsheim

tät. Denn auch wenn die Stadt von viel

Denn die Gartenanlage ist durch einen

Grün umgeben ist – dicht bebaut ist sie

belebten öffentlichen Hauptweg in einen

auch. Zum Beispiel im Stadtteil Schwa-

Süd- und einen Nord-Teil unterteilt.

bing-West, in dem die Kleingartenanlage

Trotz dieser Grenze ist das Gemein-

„Familienhilfe“ liegt. In einem Umkreis

schaftsgefühl in der „Familienhilfe“

atürlich sind die kleinen Gär-

angelegt wurde. Spätestens hier kommt

ten auch für Münchner noch

auch zusammen, was zusammengehört:

ein echtes Stück Lebensquali-

Die „Südstaatler“ und die Nordstaatler“.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Wir sehen uns als aktiven Teil des sozialen und ökologischen Organismus
in der Stadt und wollen als Kleingärtner einen Beitrag für die uns
umgebende Natur leisten und ein gern besuchter Ort der Begegnung sein.“
Axel Pürkner, Vorsitzender

groß. Ganz besonders, nachdem die

Wege hatten der Sanierung weichen

dass die Gärten ökologischer als vorher

Gartenfreunde 2009 gemeinsam um

müssen und ein Stück Erde ist noch

angelegt wurden. Es wurden keine un-

den Fortbestand ihrer Anlage bangen

lange kein heimeliger Garten. Aber in

nötigen Flächen mehr versiegelt und für

mussten. Damals wurden Altlasten auf

der Gartengemeinschaft half man sich

die Neubepflanzung möglichst alte, hei-

dem Gelände entdeckt – wie es mit den

gegenseitig. Beim Bau von Wegen und

mische Arten und Sorten verwendet. Vie-

Gärten weitergehen sollte, war zunächst

Freisitzflächen packten alle gemeinsam

le Gartenfreunde haben Biotope angelegt

unklar. Viele befürchteten, mit ihrem

an, für Pflanzen, Bäume, Sträucher

Garten ein Stück Heimat zu
verlieren. Doch die Stadt
München hat zur Freude der Kleingärtner

und Brunnen wurden
Sammelbestellungen
organisiert.
Heute sieht man

in denen sich Molche, Libellen und Wasserschnecken tummeln, die Insektenhotels sind ohnehin ausgebucht.
Übrigens: die Münchner können nicht
nur Neuanfang, sie sind auch echte Vor-

gehandelt: Zwei

nicht mehr, dass

reiter. Schon 1976 wurde der erste Im-

Millionen Euro wur-

die „Familien-

kergarten angelegt und seitdem durchge-

den in die Sanierung

hilfe“ kurz vor

hend bewirtschaftet. Acht Bienenvölker

des Erdreichs inve-

dem Ende stand.

leben hier momentan und fühlen sich

Im Gegenteil: Die

sicher genauso wohl wie die krisener-

stiert. Neu anfangen
mussten die Pächter
trotzdem – Pflanzen und

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Sanierung im Jahr

probten Gartenfreunde.

2012 hat dazu geführt,

61

SILBER
Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin
Einwohner: 95.359
Kleingartenfläche: 352 ha
Kleingartenanlagen: 76
Kleingärten: 7611
Kleingartenanlage

Vereinigung der
Gartenfreunde
Panorama
Gründung: 1975
Fläche: 3,57 ha
davon Gartenfläche: 2,67 ha
Kleingärten: 82

62

Gärtnern mit
Weitblick Panorama

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Schwerin ist eine echte Perle in Deutschlands Norden. Niemand kann sich hier dem Wasser entziehen:
Zwölf Seen prägen die idyllische Atmosphäre. Und mitten im Schweriner See liegt auch das Schweriner
Schloss, umgeben von herrschaftlichen Gärten. Das Gelände wird als Kandidat für das UNESCO Weltkulturerbe gehandelt und war 2009 Hauptveranstaltungsort der Bundesgartenschau. Doch nicht nur
die große Show zählt für die Schweriner, die hohe Kleingartendichte zeigt, dass auch Gartenbau für
jedermann sehr ernst genommen wird.

G

ärtnerische Tradition findet

Die Schweriner Gartenfreunde wissen

sich auch im Stadtteil Neu-

auf jeden Fall um die guten Gaben ihrer

mühle, in dem die Klein-

Gärten – und empfingen die Jury ganz

gartenanlage „Panorama“ liegt. Der

kleingartengerecht mit viel frischem

Name des Stadtteils geht auf eine alte

Obst und Gemüse. Besonders die le-

Wassermühle, die „Neue Mühle“ zurück

ckeren Kirschen standen nicht lange

und schon im 16. Jahrhundert soll es

auf dem Tisch… Auch sonst fühlt man

hier Vorläufer der Kleingärten gegeben

sich in der Anlage schnell heimisch –

haben.

man merkt sofort, dass der Umgang

Bei einer so langen Geschichte wundert

miteinander hier sehr freundschaftlich

es nicht, dass die Kleingärten ein fester

ist. Wer Hilfe braucht, wird sie schnell

und wichtiger Bestandteil der Schweri-

finden, bei der Pflege der Grünflächen

ner Stadtpolitik sind. Es gibt hier nicht

unterstützt man sich selbstverständlich

nur einen Kleingartenbeirat, sondern

gegenseitig.

sogar eine untere Kleingartenbehörde

Dass die Kleingärtner sich hier sehr

sowie einen Mitarbeiter in der Stadt-

wohlfühlen, kann man besonders gut

verwaltung, der sich ausschließlich

verstehen, wenn man zum höchsten

mit dem Kleingartenentwicklungsplan

Punkt der Anlage hinaufsteigt. Hier wird

beschäftigt. Von so viel politischer Un-

klar, dass der Vereinsname „Panorama“

terstützung können Kleingärtner in den

keinesfalls eine leere Worthülse ist, denn

deutschen Großstädten oft nur träumen.

es bietet sich ein herrlicher Blick über

„Der Umgang
miteinander ist
hier sehr
freundschaftlich.“

die gesamte Stadt.
Damit die Gartenfreunde nicht nur auf
die Stadt blicken, sondern sich die Stadt
noch mehr im Kleingarten blicken lässt,
ist zurzeit eine Kooperation mit einer
Einrichtung des betreuten Wohnens in
unmittelbarer Nähe geplant. Auch einen
offenen Garten der Sinne wollen die Gartenfreunde anlegen. Das ist zwar noch
Zukunftsmusik, doch schon jetzt kommen die Schweriner gern vorbei. Ob sie
einfach nur die Aussicht genießen, sich
von den Fachberatern Tipps und Tricks
verraten lassen oder im Bienengarten
dem Imker über die Schulter schauen:
Ein herzlicher Empfang ist ihnen in
dieser familiären Anlage sicher.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

63

SILBER
Sachsen

Torgau
Einwohner: 20.144
Kleingartenfläche: 58,1 ha
Kleingartenanlagen: 32
Kleingärten: 2444
Kleingartenanlage

Eilenburger Straße
Gründung: 1924
Fläche: 7,3 ha
davon Gartenfläche: 7,0 ha
Kleingärten: 249

Eilenburger Straße

Apfel trifft Kräutergarten
Torgau ist zwar keine große Stadt, blickt aber auf eine überaus bewegte Geschichte zurück. Das bekannteste Ereignis ist sicher der
sogenannte „Elbe Day“, an dem 1945 bei Torgau erstmals amerikanische auf russische Soldaten trafen. Weniger bekannt, aber für
Gärtner viel spannender: Der Apotheker Joachim Kreich gründete
hier 1543 einen berühmten botanischen Garten und war damals
einer von nur vier Tomatenbesitzern in Deutschland.
Gärtnerische Neugier gehört in Torgau also zur Tradition.

E

s sind allerdings nicht Tomatenpflanzen, die in der Gartenanlage „Eilenburger Straße“

als Erstes ins Auge fallen. Stattdessen
setzt man hier auf eine andere, wohlbekannte Spezies: Apfelbäume. In zwei
Apfelobstgärten und auf einer Streuobstwiese können verschiedene Sorten
des Kernobstes bewundert werden.
Besonders wichtig ist den Torgauern,
dass schon die Kleinsten die Sortenvielfalt kennenlernen. Deshalb gehören die
Apfelgärten zum wichtigsten Projekt des
Vereins, dem Grünen Klassenzimmer.
Hier geht es natürlich nicht nur um

64

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Eine Tee- und Kräuterverkostung gehört zum Gesamtpaket dazu.“
den Apfel. In einem eigens angelegten

trag geht weit über kleine Unterrichts-

Sie haben zwei Tafel-Gärten angelegt

Kräutergarten dürfen die Kinder zum

einheiten im Schrebergarten hinaus. Die

und der 5-Jahres-Vertrag mit der Elb-

Beispiel mit allen Sinnen die Vielfalt der

Gartenfreunde unterstützen die Schule

Land-Tafel zeigt, dass dies nicht etwa ein

Aromapflanzen kennenlernen. Dazu

auch bei der Schulgestaltung und bei der

kurzfristiges Projekt ist, um begehrte

haben die Gartenfreunde kindgerechte

Pflege ihres Schulgartens.

Jurypunkte zu sammeln.

Vorträge über Heil-, Küchen-, Gewürz-,

Natürlich lieben nicht nur Kinder die

Weil natürlich auch im Kleingarten nicht

Wild- und Giftkräuter erarbeitet, die sie

Natur. Deshalb werden mit dem Kräu-

immer nur gearbeitet wird, wartet die

den Schulen vor Ort aktiv anbieten. Eine

tergarten auch explizit Senioren und

„Eilenburger Straße“ noch mit einem

Tee- und Kräuterverkostung gehört zum

Reisegruppen angesprochen. Schließlich

geselligen Highlight auf: Seit 1935 gibt

Gesamtpaket natürlich dazu, und wer

können auch viele Ältere noch neues

es in der Anlage eine eigene Kegelbahn.

mag, kann sogar eigenes Kräuteröl und

über die duftenden Pflanzen lernen und

Das langgestreckte Gebäude zieren liebe-

eigenen Kräuteressig herstellen. Bei den

nehmen gern ein selbstaromatisiertes Öl

volle Graffitis zum Thema Garten – ein

Schülern ist dieses Angebot beliebt, mit

mit nach Hause.

gelungener Schulterschluss von Tradi-

der Grundschule am Rodelberg besteht

Der Einsatz für andere ist für die Tor-

tion und Moderne.

sogar ein 10-Jahres-Vertrag. Dieser Ver-

gauer Gartenfreunde selbstverständlich.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

65

GÄRTEN IM  

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

STÄDTEBAU

66

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

BRONZE

BRONZE
Thüringen

Altenburg
Einwohner: 33.150
Kleingartenfläche: 60,32 ha
Kleingartenanlagen: 68
Kleingärten: 3.322
Kleingartenanlage

Glück Auf Altenburg
Gründung: 1975
Fläche: 5,04 ha
davon Gartenfläche: 4,53 ha
Kleingärten: 136

Ambitioniert und
zukunftsweisend
Glück Auf Altenburg
Schon vor über 6.000 Jahren ließen sich Menschen auf dem
heutigen Stadtgebiet von Altenburg nieder. Ein Grund: die
fruchtbaren Böden. Auch der Gartenbau hat eine lange Tradition in der Kreisstadt. Der Schlosspark wurde Ende des
16. Jahrhunderts angelegt und hat seitdem alle Moden der
Gartengestaltung durchlaufen.

B

68

arocke Gartengestaltung

mit EU-Mitteln gefördert wird. Was

findet man in der Anlage

wie ein extravagantes Experiment

„Glück Auf Altenburg“ na-

wirken mag, hat einen ernsten

türlich nicht. Dafür aber eine ganze

Hintergrund: Im Iran, dem traditio-

Reihe besonderer und ambitionier-

nellen Anbaugebiet für Safran, wird

ter Projekte. Ein echtes Vorzeige-

es aufgrund des Klimawandels zu

projekt ist der Safrangarten, der

warm für die kleinen Pflänzchen,

gemeinsam mit dem Wissenschaft-

und es müssen neue Flächen ge-

ler Frank Spieth entstanden ist und

funden werden. Wer weiß, vielleicht

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

wird Altenburg eines Tages die neue
Safranstadt. Zum Jurytermin lässt sich
dazu wenig sagen, denn zu sehen gibt es
auf dem Beet leider nichts. Safran blüht
nämlich erst im Frühherbst. Die gute
Beschilderung macht aber immerhin
schon neugierig.
Neben Safran soll auch eine zweite
ungewöhnliche Pflanze im Verein angebaut werden: Soja. Zurzeit laufen die
Vorbereitungen für ein Pilotprojekt zum
Sojaanbau im Kleingarten. Gefördert
wird das Projekt aus dem europäischen
LEADER-Programm, mit dem die Entwicklung der ländlichen Wirtschaft unterstützt werden soll.
Man darf sehr gespannt sein, wie sich
„Glück Auf Altenburg“ in den nächsten
Jahren entwickelt, denn neben dem Anbau von für Kleingärten ungewöhnliche

„Wer bei uns einen Garten pachtet, sollte sich
auch einbringen wollen. So bleiben
wir eine besonders aktive Gemeinschaft.“

Pflanzen stehen auch weitere Projekte
in den Startlöchern. Dazu gehört eine
Wildblumenwiese, die durch die Agen-

hat der Vorstand an afghanische Flücht-

ter in einem Bewerbungsgespräch auf

tur für Arbeit gefördert wird, ein Tradi-

lingsfamilien verpachtet. Das bereichert

Herz und Nieren geprüft. Dabei spielen

tionsgarten, den der MDR unterstützt,

nicht nur das Zusammenleben im

nicht nur gärtnerische Vorkenntnisse

und die Einrichtung eines Treffs für die

Verein, sondern auch die gärtnerische

eine Rolle, sondern zum Beispiel auch

Schreberjugend, die die Stadt Altenburg

Vielfalt. Der afghanische Salat etwa zieht

die Vorstellungen zur Mitarbeit im

fördert. Noch sind all diese Projekte im

sofort die Aufmerksamkeit der Jury auf

Verein. Wer mit so viel Sorgfalt seine

Aufbau – doch in wenigen Jahren könnte

sich.

Mitglieder wählt, wird sicher auch in

der Altenburger Verein eine echte Vor-

Wer so viel zu bieten hat, hat auch viele

Zukunft Verein mit ganz besonderem

zeigeanlage sein.

Bewerber für neue Gärten. Damit der

Engagement bleiben.

Schon jetzt punktet die Anlage mit ih-

Verein so engagiert und lebendig bleibt,

rem sozialen Engagement. Fünf Gärten

wie er ist, werden potenzielle Neupäch-

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

69

BRONZE
Hessen

Kassel
Einwohner: 201.097
Kleingartenfläche: 208 ha
Kleingartenanlagen: 36
Kleingärten: 5.121
Kleingartenanlage

Döllbach-Aue
Gründung: 1941
Fläche: 4,5 ha
davon Gartenfläche: 3,7 ha
Kleingärten: 120

Ein Ort für alle

Döllbach-Aue

Kassel liegt (fast) mitten in Deutschland: Nur 70 Kilometer ist der
geografische Mittelpunkt von der Stadt entfernt. Nicht die Nähe
zum Mittelpunkt, aber die Lage im Talkessel machen auch das Klima in Kassel besonders. Hier ist es deutlich wärmer und milder als
in den Mittelgebirgen um die Stadt herum. In tief gelegenen Stadtteilen kann es im Sommer schon mal drei bis fünf Grad wärmer
werden als im Umland.

besonders. Der Verein ist Mitglied in der

D

Für die Älteren wurde aus Mitteln des

„Arbeitsgemeinschaft Rothenditmolder
Vereine“ und im örtlichen Förderverein
„Wir für Rothenditmold“ und dadurch in
zahlreiche Veranstaltungen im Stadtteil
fest eingebunden. Das eigene Sommerfest des Vereins ist längst fest etabliert
und gilt bereits als „Rothenditmolder
Bürgerfest“.

er Stadtteil Rothenditmold, in dem der Verein „Döll-

Vereins und aus Spenden der Pächter ein Seniorengarten ein-

bach-Aue“ liegt, ist ein klassischer Industriestandort

gerichtet. An zwei großen Hochbeeten kann hier rückenscho-

in Kassel. Trotz vieler Industrieanlagen gibt es rund

nend gegärtnert werden, es gibt ein kleines Gewächshaus und

um den namensgebenden Döllbach auch eine grüne Lunge –

ein kleines Gerätehaus. Ruhebänke bieten Erholung nach der

der Kleingartenverein ist Teil dieser Oase. Doch nicht nur das

Gartenarbeit.

Grün steht hier auf dem Programm, die Kleingärtner pflegen

Kinder können im Nasschgarten die süße Welt der heimischen

auch die sozialen Beziehungen in den Stadtteil hinein ganz

Früchte kennenlernen und die Volks- und Realschule betreibt

70

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Wenn man die
Natur liebt,
so findet man
es überall schön“
Claim des Vereins,
frei nach van Gogh

einen eigenen Schulgarten. Gemeinsam mit dem Institut
„Sculpture e. V.“ hilft der Verein außerdem Langzeitarbeitslosen, die auf eigens gepachteten Parzellen Einblick in den Bereich Garten- und Landschaftsbau bekommen können.
Ein Teich ist der einzige Laichplatz für Frösche in der Umgebung, zur Sicherheit der Kinder ist er allerdings eingezäunt.
Mit einem ausgeklügelten Filtersystem wird das Teichwasser
erfolgreich sauber gehalten. Gartenfreunde mit Hunden können diese auf der Hundewiese frei laufen lassen. Die Wiese
wird von allen Gärtnern in Gemeinschaftsarbeit gepflegt.
Insgesamt beindrucken die Kasseler Gartenfreunde besonders
mit ihrem sozialen Engagement, das gerade in einem Stadtteil
wie Rothenditmold ein wichtiger Beitrag für die Gemeinde ist.
Die Kleingärtner beweisen, dass es manchmal nur etwas Mut
und Einsatz braucht, aus einem Kleingärtnerverein einen Ort
für alle zu machen.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

71

BRONZE
Saarland

Neunkirchen
Einwohner: 48.098
Kleingartenfläche: 16,12 ha
Kleingartenanlagen: 6
Kleingärten: 299

Gelebte Wellesweiler
Integration

Kleingartenanlage

Wellesweiler
Gründung: 1936
Fläche: 2,8 ha
davon Gartenfläche: 2,0 ha
Kleingärten: 50

G

artenneulingen im Verein

Wellesweiler beweisen, dass dieses Kli-

„Wellesweiler“ wird nicht

schee lange überholt ist.

automatisch ein Rosengarten

Unter den Gärtnern sind alle Altersgrup-

versprochen. Dafür finden sie hier eine

pen vertreten. Dem allgemeinen Trend

ganz besondere Gemeinschaft vor.

folgend, zieht es auch hier immer mehr

Neunkirchen hat eine wechselhafte und

junge Familien in die grünen Oasen.

nicht immer einfache Geschichte. Der

Und weil die Anlage Teil des rund sieben

Niedergang der Schwerindustrie hat die

Hektar großen „Volkspark Wellesweiler“
ist, kommen auch Erholungssuchende

Den Neunkirchern muss das Gärtnern einfach im Blut liegen – denn
seit 1985 ist der Landkreis der erste und bisher einzige Rosenlandkreis Deutschlands. Der Grund für die Auszeichnung durch die
Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde sind die acht öffentlichen
Rosengärten, in denen Besucher die ganze Sortenvielfalt der edlen
Blumen entdecken können.

gern in der Anlage vorbei. Besonders der
Kinderspielplatz zieht kleine Besucher
aus der Umgebung an. Um Kinder für
das Gärtnern und die Natur zu begeistern, haben die Wellesweiler auch einen
Lehrgarten eingerichtet, der von der Kita
und der Grundschule Wellesweiler regelmäßig genutzt wird.
Es sind die kleinen Schritte und Gesten,

saarländische Stadt schwer getroffen, in

die in diesem Verein zählen. Man ach-

den 1980er-Jahren führte sie eine Weile

tet aufeinander und versucht, stets alle

die deutsche Arbeitslosenstatistik an.

mitzunehmen. 2016 haben Vereinsmit-

Auch wenn sich längst neue Industrien

glieder osteuropäischer Herkunft zum

angesiedelt haben, in Neunkirchen bleibt

Beispiel zu einem russischen Abend

viel sozialer Sprengstoff. Die Metallin-

eingeladen. Bei landestypischem Essen

dustrie ist auch heute noch ein wichtiger

und Folklore konnten alle die russische

Arbeitgeber, seit 2012 wird die Stadt aber

Kultur näher kennenlernen. Ein echtes

auch als Musicalstadt vermarktet. We-

Zeichen für gelungene Integration.

nig verwunderlich also, dass hier viele
unterschiedliche Milieus und Kulturen
aufeinandertreffen. Das gilt natürlich
auch für den Kleingärtnerverein „Wellesweiler“. Doch die Gartenfreunde nehmen es gelassen. Hier braucht es keine
teuren Projekte, Integration wird fast
nebenbei zwischen den Beeten und über
die Gartenhecke gelebt. Menschen aus
sechs verschiedenen Nationen gärtnern
hier friedlich miteinander, ganze siebzig
Prozent der Gartenfreunde haben einen
Migrationshintergrund. Kleingärten als
Hort des deutschen Spießertums? Die

72

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Unsere Anlage gleicht einem
Vielvölkerstaat.“
Josef „Seppl“ Bosic, Vorsitzender

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

73

BRONZE
Sachsen-Anhalt

Osterburg
Einwohner: 10.364
Kleingartenfläche: 24,8 ha
Kleingartenanlagen: 4
Kleingärten: 620
Kleingartenanlage

Zur Erholung –
Anlagen Am Bültgraben,
Abendfrieden
Gründung: 1958
Fläche: 6,89 ha
davon Gartenfläche: 4,32 ha
Kleingärten: 140

Schmetterlingsparadies
Zur Erholung
per Zufall
Osterburg in der Altmark ist
zwar eine kleine Stadt und gehört heute zu Stendal, mag dem
einen oder anderen Gemüsefreund aber trotzdem ein Begriff
sein: 1929 wurde hier die erste
Spargelhochzuchtgesellschaft
gegründet. Und damit der Ruf
Osterburgs als „Spargel-Stadt“
bis heute gefestigt.

O

sterburg ist aber nicht nur für

die Freuden des Gärtnerns entdecken

den Anbau des „königlichen

können. Für ein Jahr dürfen Interessier-

Gemüses“ bekannt. Das kleine

te probeweise eine Parzelle bewirtschaf-

Städtchen in Sachsen-Anhalt gehört im-

ten. Bezahlen müssen sie dafür nichts –

mer noch zu den Rekordhaltern bei der

und können ausprobieren, ob ihnen die

Versorgung mit Kleingärten im Land:

Kleingärtnerei liegt. Wenn alles passt

Jedem achten Haushalt der Stadt steht

und beide Parteien zufrieden sind, wer-

ein kleiner Garten zur Verfügung. Nicht

den die Verträge gemacht – eine Liebe,

alle werden genutzt. Der Verein „Zur

die meist lebenslang hält.

Erholung“ sah nicht lange tatenlos zu,
sondern dachte vorwärts: In den
Anlagen Am Bültgraben und
Abenfrieden versucht der

immerhin sechs Hektar
großen Gesamtanlage
extensiv gepflegt wird,

Verein, wieder mehr, vor

entstehen schnell

allem junge Osterburger

von ganz allein

für das schöne Hobby

wichtige Biotope.

Gärtnern zu begeistern.

Eine offene Par-

„Schnuppergarten“
heißt das Projekt, mit
dem auch Gartenneulinge

74

Wo das Gemeinschaftsgrün der

zelle haben die
Osterburger zum
Heidegarten umgestal-

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

„Das Gärtnern liegt uns
Osterburgern im Blut!“
Nico Schulz, Bürgermeister

tet. Im heißen Frühsommer

bekannte Arten wie

2018 hatte dieser etwas gelitten.

Admiral, Tagpfau-

Dennoch summt und zwit-

enauge oder Kleiner

schert es, wenn man es sich auf

Fuchs. Hinter dem

einer der Bänke bequem macht

Brennnesselfeld

und lauscht.

bietet eine freiwach-

Vom Heidegarten ist es näm-

sende Wildhecke

lich nicht weit zum Nachbar-

einen wichtigen

grundstück. Und an der Gren-

Rückzugsort für

ze, entlang des Bültgrabens erstreckt sich

Vögel aller Art. So ist – fast zufällig – eine

ein ganz eigenes Biotop: ein riesiges Feld

beeindruckende Biotopstruktur am Ran-

voller Brennnesseln! Es mag sich für

de der Kleingartenanlage entstanden.

den Laien nicht direkt erschließen: Doch

Und noch etwas trägt zum ökologischen

Brennnesseln, als klassische heimische

Gleichgewicht bei: Für alle fleißigen

Wildpflanzen, sind vor allem und erst in

Gärtner, und natürlich auch für alle Be-

großen Beständen wichtige Lebensräu-

sucher ist das Vereinsheim „Moritzburg“

me. Für die Raupen von rund 50 Schmet-

eine wichtige Oase. Die Wirtin Doris

terlingsarten sind sie eine wichtige Nah-

Kuske führt das Lokal mit Hingabe und

rungsquelle. Einige sind sogar komplett

serviert altdeutschen Kuchen, den man

auf die Nesseln angewiesen, darunter

so sonst kaum noch findet.

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

75

BUndesLAND

Kommune

Kleingärtnerverein (KGV)

ROTTWEIL

Gartenfreunde Rottweil e.  V. – KGA Charlottenhöhe

Karlsruhe

Am Reitschulschlag e.  V.

Bayern

MÜNCHEN

NW 6 Familienhilfe e.  V. im Luitpoldpark

Berlin

BERLIN

Am Kienberg e.  V.

Bremen

BREMEN

Fuchsberg e.  V.

Hamburg

Hamburg

Gartenbauverein Döhrnkamp e.  V. – 314 –

Hessen

Kassel

Döllbach-Aue e.   V.

Mecklenburg-Vorpommern

SCHWERIN

Vereinigung der Gartenfreunde Panorama e.   V.

Niedersachsen

Hildesheim

Gartenfreunde Ochtersum e.  V.

CaSTROp-RAuxel

Castrop-Rauxel Nord e.  V.

düsseldorf

Am Balderberg e.  V.

Rheinland-Pfalz

Landau

Am Ebenberg e.  V.

Saarland

neunkirchen

Wellesweiler e.  V.

Chemnitz

Sonnige Höhe e.  V.

dresden

Flora I e.  V.

torgau

Eilenburger Straße e.  V.

löderburg

Am Wasserturm e.  V.

osterburg

Zur Erholung e.  V. – KGA Am Bültgraben u. Abendfrieden

Schleswig-Holstein

kellinghusen

Kellinghusen e.  V. – KGA Vorbrügge

Thüringen

Altenburg

Glück Auf Altenburg e.  V.

Baden-Württemberg

NORDRHEIN-WESTFalen

Sachsen

Sachsen-Anhalt

GÄRTEN IM  

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

STÄDTEBAU

76

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Schleswig-Holstein
ROSTOCK
ROSTOCK

K ELLI N GH USEN

MECKLENBURGVORPOMMERN

GÄRTEN IM  

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

S CH WER IN

hamb
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STÄDTEBAU

BREMERHAVEN

b re men

Brandenburg

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GÄRTEN IM  sachsenBRAUNSCHWEIG
STÄDTEBAU Anhalt

b er li n

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

HANNOVER

hil des he im

BRANDENBURG

MAGDEBURG

ca str op r a uxe l

COTTBUS

NordrheinwestfaleN

lö der b ur g
t or ga u

HALLE

Dortmund

d üsse l do rf

LEIPZIG

ka sse l

GÄRTEN IM  

altenburg

sachsen

dresden

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

thüringen

STÄDTEBAU

hessen

ch e mn i tz

WIESBADEN

rheinlandPfalz

neun ki r ch en

GÄRTEN IM  

24. BUNDESWETTBEWERB 2018

Nürnberg

KAISERSLAUTERN

STÄDTEBAU

saarland
Saarbrücken

la nd a u

ka r lsru h e

AMBERG

SCHWÄBISCH
GMÜND

bayern
BadenWürttemberg

r o ttwe il

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

GÄRTEN IM  

24. BUNDESWETTBEWERB 2018mü n ch en

STÄDTEBAU

77

AUSLOBUNGSTEXT
24. Bundeswettbewerb 2018

verdeutlichen, ihre Position zu stärken und sie so noch mehr
in das Bau- und Planungsrecht zu integrieren. Er soll darlegen,
wie Kleingärtnervereine als Teil der Gesellschaft und Kleingartenanlagen als Element urbanen Grüns dazu beitragen, unsere

für Kleingartenanlagen der Städte und Gemeinden

Gesellschaft nachhaltig zu entwickeln. Der Wettbewerb soll auf-

und ihre kleingärtnerischen Organisationen

zeigen, wie Gartenfreundinnen und Gartenfreunde dazu beitra-

Motto: „Kleine Gärten – bunte Vielfalt“

gen, die Stadtnatur in einem Zustand zu halten, in dem sie den
Nutzern Freude bereitet, Entspannung bietet und gleichzeitig

Auslobung 2018.....................................Stand 22.08.2017

langfristig erhalten bleibt.

Ökologische und soziale Vielfalt bewahren
Kleingärten sind Teil von lebenswerten, lebendigen und

1 AUSLOBENDE

zukunftsfähigen Siedlungsstrukturen. Sie gehören zur grünen Infrastruktur, ihre Bedeutung wächst. Trotzdem ist ihr

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und

Bestand häufig nicht gesichert. Vielfach zählt lediglich der

Reaktorsicherheit (BMUB)

monetäre Wert der Fläche, nicht aber deren Bedeutung für

Stresemannstraße 128 –  130, 10117 Berlin

den Stadtraum und die Stadtgesellschaft. Kleingärten schaffen
qualitätsvolle Grünflächen, sorgen für ein besseres Stadtklima

Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. (BDG)

und sichern Stadtnatur, indem sie die Bedürfnisse unterschied-

Platanenallee 37, 14050 Berlin

licher Gemeinschaften von Menschen, Tieren und Pflanzen
berücksichtigen. Kleingärten sind zugleich grüner und sozialer
Bestandteil kommunaler Infrastruktur. Kleingärten sind urba-

2 ZIELSETZUNGEN

ner Lebensraum, sie sichern ökologische und soziale Vielfalt.
Kleingärten können zu nachhaltigen Konsum- und Lebenssti-

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und

len beitragen.

Reaktorsicherheit und der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. schreiben gemeinsam den 24. Bundeswettbewerb

Bürgerschaftliches Engagement fördern

2018 „Gärten im Städtebau“ aus.

Darüber hinaus prägen Kleingärtnerinnen und Kleingärtner
mit vielfältigen Projekten auch das soziale Klima in den an-

Der Wettbewerb richtet sich an Städte und Gemeinden,

grenzenden Wohnquartieren: Umweltbildung für Kinder und

kleingärtnerische Organisationen, die Fachwelt sowie die Öf-

Jugendliche, Nachbarschaftstreff, Spielplatz und Naherholungs-

fentlichkeit. Durch ihn sollen Städte, Gemeinden und deren

gebiet für das angrenzende Quartier – hier wird bürgerschaftli-

Kleingärtnerorganisationen für nachhaltige Kleingartenpolitik

ches Engagement groß geschrieben. In Kleingärten treffen sich

ausgezeichnet werden. Zugleich soll mit dem Wettbewerb die

Menschen mit unterschiedlichsten Biografien: Kleingärtner-

Öffentlichkeit auf die Leistungen und Wirkungen des Kleingar-

vereine bringen somit verschiedene gesellschaftliche Gruppen

tenwesens für die Bürgergesellschaft, für Umwelt und Natur,

zusammen; sie leisten daher einen wertvollen Beitrag zum

sowie für die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden

sozialen Zusammenhalt in unseren Städten und Gemeinden.

aufmerksam gemacht werden. Die soziale Bedeutung des

Letztendlich soll der Wettbewerb „Gärten im Städtebau“ den

Kleingartenwesens wird im Grünbuch „Grün in der Stadt – für

Dialog mit den Menschen in den Städten und Gemeinden

eine lebenswerte Zukunft“ des BMUB hervorgehoben. In Zu-

über ihr Verständnis von Lebensqualität anregen. Er soll zum

kunft soll auch der ökologischen Bedeutung von Kleingärten in

Austausch ermutigen und darstellen, was den Menschen in

unseren Städten und Gemeinden noch stärkere Wertschätzung

Deutschland wichtig ist.

zukommen.

Kleingärten nachhaltig sichern

3 BEWERTUNGSKRITERIEN

Der Wettbewerb hat das Ziel, beispielhafte Lösungen und Projekte für die Entwicklung, Gestaltung und Nutzung von Klein-

Die Wettbewerbsleistungen werden nach folgenden Kriterien

gärten und Kleingartenanlagen und die ihnen zu Grunde lie-

beurteilt:

genden kommunalen Konzeptionen und Ideen hervorzuheben.

•

Er soll helfen, die städtebauliche Bedeutung von Kleingärten zu

78

Städtebauliche Einordnung der Anlage und deren stadtklimatische Funktion

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

­•

Umweltschutz- und naturschutzfachliche Projekte, ökologi-

und Kleinstbiotope, Nähr- und Nistgehölze, Nisthilfen und

sche Strategien und Maßnahmen

Unterschlüpfe für Tiere, Kooperationen im Bereich Natur-

­­•

Soziale Projekte und bürgerschaftliches Engagement des

und Umweltschutz.

Vereins

­­­­­•

­Welchen Beitrag leisten die Kleingärtnerinnen und Klein-

­­­•

Planung und Gestaltung der Anlage

gärtner zur Förderung der Biodiversität und zur Weitergabe

•­­­­

Gestaltung und Nutzung der Einzelgärten

gartenbaulichen Wissens? Das können sein: gärtnerische

­­­­•

Qualität und Kreativität der Präsentation des Vereins und

Fachberatung, Lehrgärten, Kräuter- oder Themengärten,

der Anlage bei der Begehung.

Anbau regionaler sowie alter oder seltener Pflanzenarten
und -sorten, Pflanzensammlungen, Kooperationen mit

Es können maximal 100 Punkte erreicht werden. Bewertet werden die Kleingartenanlagen nach folgenden Details:

Genbanken.
­­­­­•

­Gibt es Initiativen zur Förderung von Wild- und Honigbienen? Das können sein: Kooperationen mit Imkern, Bienenstände, Bienenschaugärten, bienenfreundliche Gärten,

a)	Städtebauliche Einordnung der Anlage und deren
stadtklimatische Funktion
•

(maximal 20 Punkte)

Wie ist die Kleingartenanlage in die städtebauliche StrukGemeinde eingebunden? Wie ist sie an Wohnquartiere

c)	Soziale Projekte und bürgerschaftliches Engagement
des Vereins

angebunden?

­­­­­­•

tur, in den Siedlungs- und Landschaftsraum der Stadt, der

­­­­•

Blühflächen, Nisthilfen für Wildbienen.

­Welche gesellschaftlichen Funktionen erfüllt der Kleingärt-

Ist die Kleingartenanlage Teil eines Grünsystems und un-

nerverein? Wird er seinem sozialen Auftrag gerecht, wirkt

terstützt sie die Funktion einer städtischen Grünfläche? Ist

integrativ und gesellschaftlich nachhaltig bezogen auf soziale Milieus, Nationalitäten und Generationen?

die Kleingartenanlage offen und öffentlich nutzbar? Bereichert sie das Stadtgefüge mit einer ausgeglichenen Mi-

­•

­Gibt es Konzepte oder Projekte zur Integration von Migranten und Flüchtlingen?

schung aus allgemein zugänglichem und privat genutztem
Grün?

­•

­Wie wird um neue Mitglieder geworben?

­­­­•

Ist die Kleingartenanlage planungsrechtlich gesichert?

­•

­­Wie nimmt der Verein seine soziale Verantwortung gegen-

­­­­•

Dazu gehören: urbanes Grün und integrierte Stadtentwick-

über der Nutzergemeinschaft, aber auch der Bürgergesellschaft wahr?

lung, Kleingartenbedarfsplanung, Umgang mit Nachfrage
und Leerstand, Förderung des Kleingartenwesens durch

­­•

­Das können sein: Kooperationen mit Verbänden, Initiativen, Einrichtungen der Senioren- und Altenbetreuung,

Politik und Verwaltung

der Kinder- und Jugendpädagogik, Grüne Klassenzimmer,

(maximal 15 Punkte)

Lehrpfade, Sonder- und Themengärten, Schnuppergärten,

b)	Umweltschutz- und naturschutzfachliche Projekte,
ökologische Strategien und Maßnahmen

Tag des Gartens, Tag der offenen Gartenpforte, Sommer-

­­­­­•

Lokalpolitik.

und Stadtteilfeste, Einbindung in die Kommunal- und

Setzt der Verein den Leitgedanken der Nachhaltigkeit in
der Kleingartenanlage konsequent um? Dazu gehören:

(maximal 20 Punkte)

Entsiegelungsmaßnahmen, Regenwasserspeicherung,

­­­­­•

Kompostanlagen, landschaftstypisches Bauen, Verwendung

d)	Planung und Gestaltung der Anlage

ortstypischer Materialien, (plastikarme Gärten).

­	Wird die Kleingartenanlage den Nutzungsansprüchen der

Entsprechen Bewirtschaftung und Nutzung der Anlage öko-

Parzellenpächter, von Spaziergängern und Gästen gerecht?

logischen Kriterien? Wird das Leitbild des naturnahen Gärt-

Sind Infrastruktur und Aufenthaltsqualität zeitgemäß und
entsprechen ökologischen Kriterien?

nerns praktiziert? Das können sein: Verzicht auf chemischsynthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel, torffreies

­­•

traktive gestalterische Projekte und Objekte erhöht?

Gärtnern, standortgerechte und einheimische Pflanzen,
Bodenpflege und Bodenschutz, Bewässerung, Förderung
­­­­­•

­Wird die Erlebnisqualität der Kleingartenanlage durch at-

­­­•

Dazu gehören: einladende Eingangsbereiche, öffentliche

von Nützlingen.

Zugänglichkeit, Einblicke in die Einzelgärten, innovative

Trägt der Verein mit konkreten Maßnahmen oder Projekten

Ansätze für Spiel-, Ruhe-, Aufenthalts- und Begegnungs-

zum Umwelt-, Natur- und Artenschutz bei? Das können

und Erfahrungsräume, Vereinsheime.

sein: extensiv genutzte Flächen (Streuobst-, Feucht-, Troc-

(maximal 20 Punkte)

ken- und Blumenwiesen, Pionier- und Brachflächen), Klein-

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

79

e) Gestaltung und Nutzung der Einzelgärten
­­­•
­­­•

­­­•
­­­­•

5 DARSTELLUNG DER WETTBEWERBSERGEBNISSE

Wie sind die Einzelgärten gestaltet und in welchem Maß
werden sie kleingärtnerisch genutzt?

Die Ergebnisse des Bundeswettbewerbs werden in einer Ab-

Werden die Prinzipien des naturnahen Gärtnerns und der

schlussdokumentation online und gedruckt publiziert. Die ein-

guten fachlichen Praxis angewandt? Wird nachhaltig ge-

gereichten Wettbewerbsunterlagen sollen dem Bundesverband

gärtnert?

zur Erarbeitung dieser Dokumentation bis zum Jahresende

Tragen die Gartenfreunde mit Maßnahmen oder Objekten

2018 zur Verfügung gestellt werden.

zum Natur- und Artenschutz bei?

Die teilnehmenden Vereine sorgen dafür, dass die beim Wett-

Das können sein: sparsamer Umgang mit Plastik im Gar-

bewerb involvierten Mitglieder des Vereins ihr Einverständnis

ten, Kompostierung, Mulchen, Anbau regionaler Arten und

zur Erstellung von Bildaufnahmen ihrer Personen erklären

Sorten, Mischkultur, vorbeugender und biologischer Pflan-

(Model Release). Dies gilt insbesondere für Mitglieder, die sich

zenschutz, Kleinstbiotope, Nützlingsförderung.

am Tag der Begehung durch die Bewertungskommission aktiv

(maximal 15 Punkte)

einbringen als auch für Mitglieder, die an der Abschlussveranstaltung des Bundeswettbewerbs teilnehmen.

f ) Qualität und Kreativität der Bewerbung
­­­•
­­­•

Wie präsentiert sich der Kleingärtnerverein mit seinen

Dieses Einverständnis soll darüber hinaus auch für die zeitlich,

Bewerbungsunterlagen und bei der Ortsbesichtigung?

räumlich und inhaltlich uneingeschränkte Nutzung und Veröf-

Wie unterstützt die Politik den Wettbewerb, zum Beispiel

fentlichung von Bildern zum Zweck der öffentlichen Bericht-

durch die Anwesenheit von Vertretern aus Politik und Ver-

erstattung über das Vereinsleben (z. B. während des Bundes-

waltung?

wettbewerbs) gelten. Ebenso stellen die teilnehmenden Vereine
(maximal 10 Punkte)

sicher, dass die Bild- und Persönlichkeitsrechte des eingereichten Bildmaterials vor Abgabe hinreichend geklärt sind und der
Rechteinhaber einverstanden ist, dass das Material kostenfrei
an Dritte weitergegeben und durch diese genutzt werden darf.

4 WETTBEWERBSUNTERLAGEN
Die Unterlagen sollen übersichtlich und vollständig sein und
neben dem Fragebogen maximal zehn DIN-A4-Seiten umfas-

6 WETTBEWERBSVERFAHREN

sen. Folgende Dokumente werden erwartet:

Teilnehmer
­­­•

richtige und vollständige Bezeichnung des Kleingärtnerver-

Teilnahmeberechtigt am Bundeswettbewerb sind alle Städte

eins

und Gemeinden mit ihren kleingärtnerischen Organisationen.

­­­­•

ausgefüllter Fragebogen zur Darstellung der kommunalen

Die Teilnahme von unterschiedlich großen und verschieden

Kleingartenpolitik und der zum Bundeswettbewerb gemel-

strukturierten Kommunen wird ausdrücklich gewünscht.

deten Kleingartenanlage
­­­•

Unterlagen, aus denen die planerische Einbindung der
Kleingartenanlage ersichtlich ist

­­­•

ein Lageplan der gemeldeten Kleingartenanlage

Meldung, Vorprüfung und Ortsbesichtigung der
Kleingartenanlagen

­­­•

eine Kurzbeschreibung von Projekten, Maßnahmen oder

Der Bundeswettbewerb soll zweistufig durchgeführt werden.

Strategien zur ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit

Die erste Stufe des Wettbewerbs sind entsprechende Lan-

ein GPS-fähiges Anfahrtsziel, erreichbar mit Hilfe digitaler

deswettbewerbe oder Landesvorauswahlen. In beiden Fällen

Navigationssysteme

müssen die Verfahren den Zielsetzungen dieses Bundeswett-

ein ausgefüllter Fragebogen

bewerbs entsprechen; das heißt, die Meldung von Kleingar-

­­­•
­­­•

tenanlagen zum Bundeswettbewerb setzt eine erfolgreiche
Die Unterlagen sollen in einer DIN-A4-Mappe, die mit dem

Teilnahme des Bewerbers bei einem Landeswettbewerb (Lan-

Namen des Teilnehmers (Kommune und Verein) versehen ist,

deswettbewerbe 2016/2017) oder einer Landesvorauswahl nach

zusammengefasst und in zweifacher Ausfertigung an den Bun-

den vorliegenden Wettbewerbskriterien voraus. Ausgeschlossen

desverband Deutscher Gartenfreunde e. V., Platanenallee 37,

sind Kleingärtnervereine mit Kleingartenanlagen, die beim

14050 Berlin gesandt werden.

23. Bundeswettbewerb 2014 mit Gold ausgezeichnet wurden.

80

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Die Zahl der Wettbewerbsteilnehmer wird festgelegt. Die Teil-

9 AUSZEICHNUNGEN

nehmerzahl gilt für das Wettbewerbsfinale. Aus jedem Landesverband/Landesbund können gemeldet werden:

Für hervorragende Gesamtleistungen mit vorbildlichen Lösungen erhalten die Teilnehmer am Bundeswettbewerb Urkunden

Landesverband Baden-Württemberg

1 Kleingartenanlage

Verband

1 Kleingartenanlage

Baden-Württemberg

Landesverband Bayern

1 Kleingartenanlage

Landesverband Berlin

1 Kleingartenanlage

Landesverband Brandenburg

1 Kleingartenanlage

Landesverband Braunschweig

1 Kleingartenanlage

Landesverband Bremen

1 Kleingartenanlage

Landesbund

1 Kleingartenanlage

Hamburg

Landesverband Hessen

1 Kleingartenanlage

Landesverband Mecklenburg und Vorpommern 1 Kleingartenanlage
Landesverband Niedersachsen

1 Kleingartenanlage

Landesverband Ostfriesland

1 Kleingartenanlage

Landesverband Rheinland

1 Kleingartenanlage

Landesverband Rheinland-Pfalz

1 Kleingartenanlage

Landesverband Saarland

1 Kleingartenanlage

Landesverband Sachsen

3 Kleingartenanlagen

Landesverband Sachsen-Anhalt

2 Kleingartenanlagen

Landesverband Schleswig-Holstein

1 Kleingartenanlage

Landesverband Thüringen

1 Kleingartenanlage

Landesverband Westfalen und Lippe

1 Kleingartenanlage

sowie Gold-, Silber- und Bronzepokale. Es werden Preisgelder
in Höhe von insgesamt 23.000 Euro vergeben. Über die Platzierungen und die Vergabe der Preisgelder entscheidet die
Bundesbewertungskommission unabhängig. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Schlussveranstaltung am
1. Dezember 2018 statt.

10 DARSTELLUNG DER WETTBEWERBSERGEBNISSE
Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde hat das Recht,
die eingereichten Unterlagen zu Publikationszwecken zu
verwenden und zu vervielfältigen. Die Leistungen der Wettbewerbsteilnehmer werden im Rahmen der Schlussveranstaltung
dargestellt und gewürdigt. Diese Veranstaltung soll zugleich
dem Erfahrungsaustausch zwischen den am Bundeswettbewerb und an den Landeswettbewerben bzw. Landesvorauswahlen beteiligten Kommunen sowie kleingärtnerischen Organisationen dienen.
Die Wettbewerbsergebnisse werden in einer Abschlussdoku-

Die in den Landeswettbewerben bzw. Landesvorauswahlen

mentation als Print- und Onlineausgabe veröffentlicht. Dieser

ermittelten Wettbewerbssieger werden durch die im Bundes-

Bericht wird den Ländern und den im Bundeswettbewerb aus-

verband Deutscher Gartenfreunde e. V. organisierten Landes-

gezeichneten Städten und Gemeinden, Verbänden, Vereinen

verbände zum Bundeswettbewerb beim BDG angemeldet.

und Persönlichkeiten im Rahmen der Schlussveranstaltung zur
Verfügung gestellt.
Darüber hinaus werden die Ergebnisse des Bundeswettbewerbs

7 ZEITPLANUNG

durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau
und Reaktorsicherheit und den Bundesverband Deutscher

Die Anmeldung zum Wettbewerb erfolgt mit Nennung der

Gartenfreunde öffentlichkeitswirksam kommuniziert.

Teilnehmer bis 15. November 2017 sowie mit Einreichung der
Wettbewerbsunterlagen bis 15. Januar 2018.
Die Ortsbesichtigung durch die Bundesbewertungskommis-

11 GESCHÄFTSFÜHRUNG

sion findet vom 16. bis 28. Juni 2018 statt.
Die Geschäftsführung für den Bundeswettbewerb liegt beim
Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.

8 BUNDESBEWERTUNGSKOMMISSION

Platanenallee 37, 14050 Berlin
Telefon: (030) 30 20 71 40

Es wird eine interdisziplinäre siebenköpfige Bundesbewer-

Fax: (030) 30 20 71 39

tungskommission gebildet, die von beiden Auslobenden ein-

E-Mail: bdg@kleingarten-bund.de

vernehmlich besetzt wird.

Internet: www.kleingarten-bund.de

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

81

Bundesministerium

BRANDENBURG

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Abteilung 3/ Referat 35

Alt-Moabit 140, 10557 Berlin
Referat SW I 7 – Kleinere Städte in ländlichen Räumen,
Grün in der Stadt

Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft

Ansprechpartnerin: Frau Martina Otto
Lindenstr. 34a, 14467 Potsdam
martina.otto@mlul-brandenburg.de

BREMEN
Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr
Referat 30
Ansgaritorstraße 2, 28195 Bremen

Landesministerien
und ihre
Ansprechpartner

Ansprechpartner: Herr Dr. Uwe Lampe
Telefon: (0421) 361-25 75
E-Mail: uwe.lampe@umwelt.bremen.de
Ansprechpartner: Herr Hartmut Kurz
Telefon: (0421) 361-95 82
E-Mail: hartmut.kurz@umwelt.bremen.de

Stand: August 2018

HAMBURG
Behörde für Umwelt und Energie (BUE)

BADEN-WÜRTTEMBERG
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
Baden-Württemberg
Referat 24
Postfach 10 34 44, 70029 Stuttgart
Ansprechpartnerin: Frau Ingrid Bisinger
Telefon: (0711) 126 21 56
E-Mail: poststelle@mir.bwl.de

Amt für Naturschutz, Grünplanung und Energie
Abteilung Landschaftsplanung und Stadtgrün
Neuenfelder Straße 19, 21109 Hamburg
Herr Klaus Hoppe
E-Mail: Klaus.hoppe@bue.hamburg.de
Ansprechpartnerin:
Telefonisch über Frau Renate Städtler
Telefon: (040) 428 40-39 53
E-Mail: Renate.staedtler@bue.hamburg.de

HESSEN
BAYERN
Bayerisches Staatsministerium des Inneren
Oberste Baubehörde
Franz-Josef-Strauß-Ring 4, 80539 München
Ansprechpartner: Herr Christian Rahm
Telefon: (089) 21 92 33 42
E-Mail: christian.rahm@stmi.bayern.de

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Referat – Städtebau und Städtebauförderung
Mainzer Straße 80, 65189 Wiesbaden
Ansprechpartner: Herr Martin Heinzberger
Telefon: (0611) 815 18 23
E-Mail: martin.heinzberger@umwelt.hessen.de

BERLIN
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Abt. I – Stadt- und Freiraumplanung Referat 1 C –
Freiraumplanung und Stadtgrün
Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin
Ansprechpartnerin: Frau Beate Wimmer (1 C 216)
Telefon: (030) 90 25 16 57
Fax: (030) 90 25 10 57

82

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

MECKLENBURG-VORPOMMERN

SAARLAND

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
Mecklenburg-Vorpommern

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Abteilung – Landwirtschaft und Ländliche Räume
Referat – Landwirtschaftliche Produktion und Vermarktung
Paulshöher Weg 1, 19061 Schwerin
Ansprechpartnerin: Frau S. Wolf
Telefon: (0385) 588 63 76
E-Mail: S.Wolf@LM.mv-regierung.de

Referat B/2 – Agrarpolitik, Landwirtschaftliche Erzeugung,
Ernährung
Keplerstraße 18, 66117 Saarbrücken
Ansprechpartner: Herr Peter Rummel
Telefon: (0681) 501 42 65
E-Mail: P.Rummel@umwelt.saarland.de

SACHSEN
NIEDERSACHSEN
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz
Calenberger Straße 2, 30169 Hannover
E-Mail: poststelle@ml.niedersachsen.de
Telefon: (0511) 120-0
Abteilung 1, Referat 104.2
Referatsleiter: Herr Alexander Burgath
Telefon (0511) 120-22 32
E-Mail: alexander.burgath@ml.niedersachsen.de
(zuständig für den LV Niedersachsen, Braunschweig und
Ostfriesland)

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie
Referat 33 – Pflanzliche Erzeugnisse, landwirtschaftlicher
Ressourcenschutz
Archivstraße 1, 01097 Dresden
Ansprechpartnerin: Frau Carola Kunze
Telefon: (0351) 564 23 90
E-Mail: CarolaKunze@smul.sachsen.de

SACHSEN-ANHALT
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE)
Referat 71 – Allgemeine und Rechtsangelegenheiten

NORDRHEIN-WESTFALEN

Leipziger Straße 58, 39112 Magdeburg

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und
Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Ansprechpartner: Herr Michael Springer
Telefon: (0391) 567 18 34
E-Mail: Michael.Springer@mule.sachsen-anhalt.de

Referat II-2 – Pflanzenproduktion, Gartenbau, Tierhaltung,
Agrartechnik, Landgestüt
Schwannstraße 3, 40476 Düsseldorf
Ansprechpartner: Dr. Jons Eisele
Telefon: (0211) 4566 792
E-Mail: jons.eisele@mulnv.nrw.de
Ansprechpartnerin: Frau Heike Hagel
Telefon: (0211) 4566 69
E-Mail: heike.hagel@mulnv.nrw.de
(zuständig für LV Rheinland und LV Westfalen und Lippe)

RHEINLAND-PFALZ
Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz
Abteilung 5 – Bauabteilung
Referat 4513 – Geschäftsstelle Baukultur
Kaiser-Friedrich-Straße 5, 55116 Mainz
Ansprechpartnerin: Frau Bianca Klein
Telefon: (06131) 16 51 28
Telefax: (06131) 16 12 42 59
E-Mail: Bianca.klein@fm.rlp.de

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

SCHLESWIG-HOLSTEIN
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft,
Umwelt, Natur und Digitalisierung
Mercadorstraße 3, 24106 Kiel
Ansprechpartner: Herr Dr. Gerald Finck
Telefon: (0431) 988 50 38
E-Mail: gerald.finck@melund.landsh.de

THÜRINGEN
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
Werner-Seelenbinder-Straße 8, 99096 Erfurt
Ansprechpartnerin: Frau Ministerin Birgit Keller
Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit
Frau Hellmann
Telefon: (0361) 57 411 17 40
E-Mail: presse@tmil.thueringen.de
Quellenangabe:
Die Angaben stammen von den einzelnen Landesverbänden

83

Anschriften der
Mitgliedsverbände des
Bundesverbandes
Deutscher Gartenfreunde e. V.

Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg e. V.

Stand: Oktober 2018

Steiermarkstraße 41, 81241 München
Telefon: 			 (089) 56 88 83
Fax: 			 (089) 56 76 41
Internet: 			 www.l-b-k.de
E-Mail: 			 info@l-b-k.de
Vorsitzender: 		 Norbert Wolff

Heigelinstraße 15, 70567 Stuttgart
Telefon: 			 (0711) 7 15 53 06
Fax: 			 (0711) 72 40 66
Internet: 			 www.gartenfreunde-landesverband-bw.de
E-Mail: 			 info@landesverband-bw.de
Präsident: 			 Klaus Otto

Landesverband Bayerischer Kleingärtner e. V.

Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V.
Spandauer Damm 274, 14052 Berlin
Telefon: 			 (030) 30 09 32-0
Fax: 			 (030) 30 09 32-69
Internet: 			 www.gartenfreunde-berlin.de
E-Mail: 			 info@gartenfreunde-berlin.de
Präsident: 			 Günter Landgraf

Landesverband Brandenburg der Gartenfreunde e. V.
Ricarda-Huch-Straße 2, 14480 Potsdam
Telefon: 			 (0331) 70 89 25
Fax: 			 (0331) 70 72 52
Internet:
		 www.gartenfreunde-lv-brandenburg.de
E-Mail: 			 kleingarten-lv-brandenburg@t-online.de
Vorsitzender: 		 Bernd Engelhardt

Landesverband Braunschweig der Gartenfreunde e. V.
Rühmer Weg 50, 38112 Braunschweig
Telefon: 			 (0531) 37 33 21
Fax: 			 (0531) 37 80 97
Internet: 			 www.gartenfreunde-braunschweig.de
E-Mail: 			 lv-bs-dkg@t-online.de
Vorsitzender: 		 Manfred Weiß

Landesverband der Gartenfreunde Bremen e. V.
Johann-Friedrich-Walte-Straße 2, 28357 Bremen
Telefon: 			 (0421) 33 65 51-0
Fax: 			 (0421) 33 65 51-29
Internet:			www.gartenfreunde-bremen.de
E-Mail: 			 bremen@gartenfreunde.de
Vorsitzender: 		 August Judel

Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg e. V.
Fuhlsbüttler Straße 790, 22337 Hamburg
Telefon: 			 (040) 50 05 64-0
Fax: 			 (040) 59 05 74
Internet: 			 www.gartenfreunde-hh.de
E-Mail: 			 info@gartenfreunde-hh.de
Vorsitzender: 		 Dirk Sielmann

84

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

Landesverband Hessen der Kleingärtner e. V.

Landesverband Sachsen der Kleingärtner e. V.

Feldscheidenstraße 2–4, 60435 Frankfurt
Telefon: 			 (069) 5 48 25 52
Fax: 			 (069) 5 40 08 71
Internet: 			 www.kleingarten-hessen.de
E-Mail: 			 info@kleingarten-hessen.de
Vorsitzende: 		 Reinhold Six

Loschwitzer Straße 42, 01309 Dresden
Telefon: 			 (0351) 2 68 31 10
Fax: 			 (0351) 2 68 31 49
Internet: 			 www.lsk-kleingarten.de
E-Mail: 			 LV.Sachsen.Kleingaertner@t-online.de
Präsident:			 Peter Paschke

Landesverband der Gartenfreunde Mecklenburg
und Vorpommern e. V.

Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt e. V.

Mühlenweg 8, 18198 Stäbelow
Telefon: 			 (038207) 6 65-0
Fax: 			 (038207) 6 65-34
Internet: 			 www.gartenfreunde-mv.de
E-Mail: 			 info@gartenfreunde-mv.de
Vorsitzender: 		 Peter Heinemann

Akazienstraße 1A, 39126 Magdeburg
Telefon: 			 (0391) 8 19 57-15 und -16
Fax: 			 (0391) 8 19 57-23
Internet: 			 www.gartenfreunde-sachsen-anhalt.de
E-Mail: 			 gartenfreunde-sachsen-anhalt@t-online.de
Präsident:			 Jürgen Maßalsky

Landesverband Schleswig-Holstein der Gartenfreunde e. V.
Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde e. V.
Grethe-Jürgens-Straße 7, 30655 Hannover
Telefon: 			 (0511) 6 96 89 77
Fax: 			 (0511) 6 96 89 76
Internet:			www.gartenfreunde-niedersachsen.de
E-Mail: 			 info@gartenfreunde-niedersachsen.de
Präsident: 			 Joachim Roemer

Landesverband der Gartenfreunde Ostfriesland e. V.
Thorsten Lindner, Hermann-Allmers-Str. 7, 26721 Emden
Telefon: 			 (0163) 287 71 07
E-Mail: 			 thorstenlindner@gmx.de
Vorsitzender: 		 Thorsten Lindner

Landesverband Rheinland der Gartenfreunde e. V.
Sternstraße 42, 40479 Düsseldorf
Telefon: 			 (0211) 30 20 64-0
Fax: 			 (0211) 30 20 64-15
Internet: 			 www.gartenfreunde-rheinland.de
E-Mail: 			 info@gartenfreunde-rheinland.de
Vorsitzender: 		 Hans-Jürgen Schneider

Landesverband Rheinland-Pfalz der Kleingärtner e. V.

Haus der Kleingärtner
(im Gartenbauzentrum/Verwaltungsgebäude)
Thiensen 16, 25373 Ellerhoop
Telefon: 			 (04120) 706 83 60
Fax: 			 (04120) 706 83 64
Internet: 			 www.kleingarten-sh.de
E-Mail: 			 landesverband@kleingarten-sh.de
Vorsitzender: 		 Hans-Dieter Schiller

Landesverband Thüringen der Gartenfreunde e. V.
Riethstraße 33/68, 99089 Erfurt
99028 Erfurt – Postfach 800241
Telefon: 			 (0361) 6 43 88 76
Fax: 			 (0361) 6 02 11 76
Internet: 			 www.gartenfreunde-thueringen.de
E-Mail: 			 gartenfreunde-thueringen@t-online.de
Vorsitzender: 		 Dr. Wolfgang Preuß

Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e. V.
Breiter Weg 23, 44532 Lünen
Telefon: 			 (02306) 942 94-0
Fax: 			 (02306) 942 94-20
Internet: 			 www.kleingarten.de
E-Mail: 			 info@kleingarten.de
Vorsitzender: 		 Wilhelm Spieß

Danziger Platz 4, 76829 Landau
Telefon: 			 (06341) 518 83
Fax: 			 (06341) 55 98 84
Internet: 			 www.lrp-kleingaertner.de
E-Mail: 			 frank_s-r@t-online.de
Vorsitzender: 		 Rüdiger Frank

Landesverband Saarland der Kleingärtner e. V.
Metzer Straße 120, 66117 Saarbrücken
Telefon: 			 (0681) 58 52 87
Internet: 			 www.lsk-saarland.de
E-Mail: 			 to-kasper@t-online.de
Vorsitzender:		 Wolfgang Kasper

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

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IMPRESSUM
Herausgeber
Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG)
Platanenallee 37, 14050 Berlin
www.kleingarten-bund.de
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)
Alt-Moabit 140, 10557 Berlin
Referat SW I 7 – Kleinere Städte in ländlichen Räumen, Grün in der Stadt
www.bmi.bund.de
Konzeption
Uta Hartleb, Thomas Wagner
Redaktion
Thomas Wagner, Silke Eckert, Uta Hartleb
Gestaltung und Layout
Uta Hartleb
Fotos
Thomas Wagner, Helmut Kern, Thomas Kleinworth, Prof. Dr. Gerlinde Krause,
Adalbert Niemeyer-Lüllwitz, Fotolia (Titelbild)

Quellennachweis
Alle administrativen und kleingartenpolitischen Daten entstammen den
Bewerbungsunterlagen der Wettbewerbsteilnehmer.
Die Einwohnerzahlen der Städte und Gemeinden wurden auf www.wikipedia.de
recherchiert (Stand dort: 2018) oder den Unterlagen der Wettbewerbsteilnehmer
entnommen.
Druck
dieUmweltDruckerei GmbH, Hannover
Oktober 2018

Unsere Partner
anlässlich des 24. Bundeswettbewerbs 2018

24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau

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Kleine Gärten–
bunte Vielfalt

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24. Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau
                            
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