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Full text: Sachstandsbericht Schallschutzprogramm BER Issue 2015,[1] = 16. Februar 2015

Sachstandsbericht
Schallschutzprogramm BER
16. Februar 2015

Hartmut Mehdorn
Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
Ralf Wagner,
Leiter Schallschutz der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates: Rainer Bretschneider
Vorsitzender der Geschäftsführung: Hartmut Mehdorn
Geschäftsführerin Finanzen: Heike Fölster
Sitz der Gesellschaft: Schönefeld; Registergericht: Amtsgericht Cottbus HRB 9380 CB

Inhalt
1 Management Report ............................................................................................................ 3
2 Aktuelles ............................................................................................................................... 6
2.1 Neuordnung nach dem OVG-Urteil................................................................................................ 6
2.2 Aktueller Sachstand (31.01.2015) .................................................................................................. 6
2.3 Monatsbericht Schallschutzprogramm BER (Stand 31.01.2015) ................................................... 8
2.4 Versand der Anspruchsermittlungen für die Südbahn ................................................................ 10
3 Grundlagen des Schallschutzprogramms ...................................................................... 12
3.1 Rechtliche Grundlagen ................................................................................................................. 12
3.2 Technische Grundlagen................................................................................................................ 14
3.3 Umfang des Schallschutzprogramms ........................................................................................... 15
3.4 Abläufe und Prozesse................................................................................................................... 16
4 Nachbar Flughafen ............................................................................................................ 19
4.1 Kommunikation............................................................................................................................ 19
4.2 Beschwerdestatistik ..................................................................................................................... 20
4.3 Ziele .............................................................................................................................................. 20
4.4 Chancen und Herausforderungen ................................................................................................ 20
5 Häufige Fragen ................................................................................................................... 22
5.1 Schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung .......................................................................... 22
5.2 Innendämmung oder Außendämmung ....................................................................................... 22
5.3 Raumhöhen und -belichtungen ................................................................................................... 23
5.4 Verfügbarkeit von Baufirmen ...................................................................................................... 24
6 Redaktioneller Hinweis ..................................................................................................... 25

2

1 Management Report
Schallschutzprogramm BER
Das Umfeld um den Flughafen Berlin Brandenburg ist einer der Wachstumskerne der deutschen Hauptstadtregion. Der BER schafft Arbeitsplätze und sichert Mobilität. Ganz klar ist
diese Entwicklung an den steigenden Grundstückspreisen im Umland zu sehen oder am Bevölkerungszuzug in den Flughafengemeinden. Das Schallschutzprogramm für den Flughafen
BER ist das derzeit größte Schallschutzprogramm an einem Flughafen in Deutschland. Es ist
gleichzeitig das anspruchsvollste: Für den Tagschutzbereich mit rund 14.000 Anspruchsberechtigten ist ein Schutzniveau festgeschrieben, das es nach Kenntnis der Flughafengesellschaft an keinem anderen Flughafen, geschweige denn bei einem anderen Verkehrsträger
gibt. Das Oberverwaltungsgericht Berlin Brandenburg hatte das strenge Schutzziel für den
Tagschutz in seinem Urteil vom April 2013 bestätigt. Die Flughafengesellschaft hat unmittelbar darauf entschieden, das Urteil zu akzeptieren. Seitdem ist das gesamte Schallschutzprogramm personell, organisatorisch und inhaltlich neu aufgestellt und das zur Verfügung stehende Budget sukzessive von 140 Millionen auf 730 Millionen Euro aufgestockt worden.
Damit hat die FBB die entscheidenden Voraussetzungen geschaffen, das Schallschutzprogramm zügig umzusetzen und die Auflagen aus dem Planfeststellungsbeschluss für den
Flughafen zu erfüllen.
Transparentes Verfahren, umfangreiche Informationsangebote
Die FBB verfährt bei der Realisierung des Schallschutzprogramms nach einem klar geregelten, transparenten Verfahren. Darüber hinaus sagt die FBB Anwohnern bei nachvollziehbaren Sonderfällen eine detaillierte Einzelfallprüfung zu. Wesentliche inhaltliche Grundlagen
des Schallschutzprogramms sind neben den Bauordnungen der Länder Berlin und Brandenburg der Leitfaden Schallschutz, der Leitfaden zur schallschutzbezogenen Verkehrswertermittlung und die Berechnungen zur Gewährleistung des Feuchteschutzes. Alle drei Dokumente stellt die FBB interessierten Bürgern im Nachbarschaftsportal unter
http://nachbarn.berlin-airport.de zur Verfügung. Dort findet sich zudem eine Vielzahl von Informationen rund um die Themen Fluglärm und Schallschutz.
Regelmäßige Vor-Ort-Veranstaltungen in den Flughafengemeinden zur Realisierung des
Schallschutzprogramms ergänzen das breite Informationsangebot der FBB zum Schallschutz. Startschuss für die Vor-Ort-Veranstaltungen war im September 2014. Die Veranstaltungen werden das gesamte Jahr 2015 weitergeführt. Die Flughafengesellschaft besetzt jede
der Veranstaltungen mit Experten zu den einzelnen Fragen rund um den Schallschutz: Inge-

3

nieure geben Auskunft über die Bestandsaufnahme und die Berechnung der erforderlichen
Schallschutzmaßnahmen, Handwerker geben Hinweise zur Umsetzung von Baumaßnahmen
und Gutachter stehen für Fragen zur schallschutzbezogenen Verkehrswertermittlung zur
Verfügung. Zu den von den Bürgern am meisten nachgefragten Themen zählen die Regelungen zu Raumhöhen, Raumgrößen, die Realisierung von Lüftungskonzepten sowie Innenoder Außendämmung.
Hohe Rechtssicherheit, Schallschutz jetzt realisieren
Die Realisierung des Schallschutzprogramms für den BER ist zuletzt im Dezember 2014
durch das OVG Berlin-Brandenburg bestätigt worden. Das Gericht hatte verfügt, dass Anwohner nicht vor fiktivem Fluglärm geschützt werden müssen. Die FBB rechnet zwar damit,
dass es weitere Klagen gegen Einzelaspekte des Schallschutzprogramms geben wird. Dennoch hat das Schallschutzprogramm mittlerweile ein hohes Maß an Rechtssicherheit erlangt.
Vor diesem Hintergrund und der im zweiten Halbjahr 2017 vorgesehenen Eröffnung des BER
empfiehlt die FBB allen Anwohnern, sofern noch nicht geschehen, ihre Anträge zu stellen
und den Schallschutz nun zu realisieren. Angesichts des ambitionierten Schutzziels ist festzuhalten, dass die bauliche Umsetzung teilweise an den Rand der technischen Machbarkeit
kommt und nicht jede Wunschlösung technisch auch realisiert werden kann. Beispiel hierfür
ist die Außendämmung: Aktuell gibt es keine pauschalen und bezüglich Schallschutz zertifizierten Lösungen auf dem Markt.
Große Fortschritte, Antragsteller können bauen
Mit Stichtag 31. Januar 2015 liegt der Abarbeitungsgrad beim Schallschutz bei 59 Prozent.
Schallschutzgebiet BER insgesamt:


Für 19.476 Wohneinheiten (WE) liegen Anträge auf Schallschutzmaßnahmen vor.



Für 11.480 WE hat die Flughafengesellschaft die Anträge bearbeitet



Zielerreichung: 59 Prozent

Tagschutzgebiet:


Für 11.899 Wohneinheiten (WE) liegen Anträge auf Schallschutzmaßnahmen vor.



Für 4.284 WE hat die Flughafengesellschaft die Anträge bearbeitet



Zielerreichung: 36 Prozent

Nachtschutzgebiet:


Für 7.577 Wohneinheiten (WE) liegen Anträge auf Schallschutzmaßnahmen vor.



Für 7.196 WE hat die Flughafengesellschaft die Anträge bearbeitet
4



Zielerreichung: 95 Prozent

Außenwohnbereichsentschädigung:


Für 4.907 Objekte liegen Anträge vor.



Für 3.280 Objekte hat die Flughafengesellschaft die Entschädigung ausgezahlt



Zielerreichung: 67 Prozent

Besondere Einrichtungen:


Für 42 Objekte liegen Anträge vor.



Für 27 Objekte hat die Flughafengesellschaft die Bearbeitung abgeschlossen.



Zielerreichung: 64 Prozent

BER-Anwohner bekommen bis Jahresende ihre Anspruchsermittlung
Angesichts der in diesem Jahr bevorstehenden Sanierung der Start- und Landebahn des
Flughafens Schönefeld und der damit verbundenen vorübergehenden Nutzung der BERSüdbahn ab 02. Mai 2015 hat sich die FBB im Tagschutzgebiet zunächst auf die Ausstattung
der Südbahnanwohner mit Anspruchsermittlungen konzentriert. Zu Jahresbeginn 2015 hat
die FBB die Arbeit am Schallschutz auf das gesamte Tagschutzgebiet ausgedehnt. Ziel der
FBB ist, bis Ende 2015 alle Nachbarn, die einen bearbeitbaren Antrag gestellt haben, mit
ihrer individuellen Anspruchsermittlung auszustatten. Das heißt: Die Eigentümer können
Schallschutz einbauen lassen. Nach Recherchen der FBB stehen genügend Handwerker für
die bauliche Realisierung von Schallschutzmaßnahmen bereit. Die Abteilung Schallschutz
der FBB steht jedem Anwohner, der Fragen zu seiner Anspruchsermittlung und zur baulichen Realisierung hat, mit Hinweisen und Antworten zur Seite. Die Anwohner, die aufgrund
der Überschreitung der sogenannten 30-Prozent-Klausel eine Entschädigung statt einer Anspruchsermittlung für bauliche Maßnahmen erhalten, können ein kostenloses, freiwilliges
Beratungsangebot der FBB im Haus DIALOG-FORUM in der Mittelstr. 11 am Flughafen
Schönefeld in Anspruch nehmen. Anmeldung unter Tel. 030/6091-73500 genügt.

5

2 Aktuelles
Stand der Umsetzung

2.1 Neuordnung nach dem OVG-Urteil
Bis zum Juni 2012 war die Bearbeitung der Anträge auf Schallschutz im Tag/Nachtschutzgebiet nach dem Schutzziel 6x55 dB im Rauminneren im Tagschutz weitgehend
abgeschlossen, weit mehr als 80 Prozent der Kostenerstattungsvereinbarungen (KEV) waren
an die Antragsteller versendet worden . Nach der Entscheidung des OVG BerlinBrandenburg vom 15. Juni 2012 und den darauf folgenden Vollzugshinweisen vom 15. August 2012 und 13. Dezember 2012 begann die FBB mit der Neubearbeitung aller Anträge auf
Schallschutz im Tag-/Nachtschutzgebiet nach dem Schutzziel <0,5x55dB. Infolge der Urteile
des OVG Berlin-Brandenburg vom 25. April 2013 (Schutzziel <0,005xdB) stoppte die FBB
alle bis zu diesem Zeitpunkt in Umsetzung befindlichen Maßnahmen der Auflagenerfüllung,
die auf Grundlage der einstweiligen Entscheidung des OVG Berlin Brandenburg vom 15.
Juni 2012 erfolgten. Zudem wurde eine Neubearbeitung sämtlicher Anträge auf Schallschutz
im Tag-/ Nachtschutzgebiet vorbereitet.
Das Schallschutzprogramm wurde im Zuge des OVG-Urteils neu aufgesetzt. Die Objekte im
Tagschutz müssen aufgrund der hohen Schutzanforderungen noch einmal begutachtet und
berechnet werden. Die dafür notwendigen Bestandsaufnahmen wurden im Juni 2013 aufgenommen. Sie erfolgen zeitlich gestaffelt und in so genannten Vergabepaketen. Ein Vergabepaket bezieht sich jeweils auf ein geografisches Gebiet, darin sind also Antragsteller aus
gleichen Straßen oder Nachbarschaften zusammengefasst. Außerdem ist für ein Vergabepaket immer nur ein Ingenieurbüro zuständig. So soll sichergestellt sein, dass Anwohner
einer Nachbarschaft möglichst den gleichen Ansprechpartner haben.

2.2 Aktueller Sachstand (31.01.2015)


59 Prozent der Anträge bearbeitet: Derzeit liegen der FBB für 19.476
Wohneinheiten (WE) Anträge auf Schallschutzmaßnahmen vor. Für 11.480 WE hat
die Flughafengesellschaft die Anträge bearbeitet (also rund 59 Prozent). Das heißt,
die ASE sind verschickt. Die Eigentümer können Schallschutz einbauen lassen oder
haben dies bereits getan. In diesen Zahlen sind außerdem die Anträge enthalten, die
6

abschließend bearbeitet wurden, da kein Anspruch besteht.


95 Prozent der Anträge für den Nachtschutz bearbeitet: Im reinen
Nachtschutzgebiet liegen für 7.577 WE Anträge auf Schallschutzmaßnahmen vor,
7.196 Anträge sind bearbeitet (also 95 Prozent). Die Anwohner haben die
erforderlichen Unterlagen erhalten und können Schallschutzmaßnahmen beauftragen
oder haben dies bereits getan. In diesen Zahlen sind außerdem die Anträge
enthalten, die abschließend bearbeitet wurden, da kein Anspruch besteht. Der
Versand der Unterlagen im Nachtschutzgebiet geht gut voran und wird im Jahr 2015
kontinuierlich fortgeführt.



ASE im Tagschutz zunächst für die Südbahn bearbeitet: Im Tagschutzgebiet
begann die FBB mit dem Versand der ASE im Juni 2014. Zunächst lag der Fokus auf
dem Versand der ASE im Gebiet der Südbahn des BER. Hier wurden bis Ende
September 2014 die ASE für 2.993 WE versendet. Insgesamt wurden für 4.305 WE
rechtzeitig bis zum 29. März 2014 (ein Jahr vor dem ursprünglich beabsichtigten
temporären Nutzungsbeginn der Südbahn) Anträge gestellt. Für rund 1.300 WE war
ein Versand der ASE bis Ende September aus verschiedenen Gründen nicht möglich
(nähere Informationen dazu finden Sie in 2.4). Derzeit liegen für das Gebiet der
Südbahn Anträge für 4.516 WE vor, 3.647 (rund 81%) sind bearbeitet. Für das
gesamte Tagschutzgebiet liegen insgesamt Schallschutzanträge für 11.899 WE vor.
Bislang wurden die Unterlagen für 4.284 WE bearbeitet (rund 36%).



Bearbeitung der vorliegenden Anträge bis Ende 2015: Bis Ende 2015 sollen alle
vorliegenden Anträge auf Schallschutzmaßnahmen bearbeitet sein. Um die
Bearbeitung der Anträge der Eigentümer außerhalb des Teilvollzugsgebiets SLB Süd
zügig voranzutreiben, wurden im Januar und Februar 2015 insgesamt 4.870 WE zur
Bearbeitung an die beauftragten Ingenieurbüros übergeben. Die Ingenieurbüros
vereinbaren mit den Anwohnern nun Termine für eine Bestandsaufnahme am Objekt
und ermitteln auf dieser Grundlage die Schallschutzansprüche.



Schallschutz statt Entschädigung: Für rund 80 Prozent der Schallschutzanträge im
Tagschutzgebiet konnte die Erstattung von baulichen Schallschutzmaßnahmen
zugesagt werden (sogenannte ASE-B). Die Anwohner erhalten also die Zusage auf
Schallschutzmaßnahmen und keine reine Entschädigungszahlung. Damit auch jene
Eigentümer, die eine finanzielle Entschädigung erhalten (sogenannte ASE-E), das
Geld für die Umsetzung von baulichen Schallschutzmaßnahmen nutzen, bietet die
Flughafengesellschaft eine individuelle und kostenfreie Beratung durch ein
unabhängiges Ingenieurbüro an. Alle Anwohner, die Interesse an dieser Beratung
haben, können sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Schallschutzteams
7

über das Anwohnertelefon (Tel.: 030 6091-73500) melden.


Derzeit liegen für 4.907 Objekte Anträge auf Erstattung der
Außenwohnbereichsentschädigung vor. 3.280 Eigentümer, also 67 Prozent, haben
die Entschädigung bisher erhalten.

2.3

Monatsbericht Schallschutzprogramm BER (Stand
31.01.2015)

Grundlagen zur Umsetzung der schalltechnischen Ertüchtigung von Wohn- und sonstigen Gebäuden, sowie der Entschädigung Außenwohnbereich im Rahmen des Schallschutzprogramms BER


Planfeststellungsbeschluss Ausbau Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld vom
13.08.2004 (PFB), in der aktuellen Fassung
(mit Auflagen zur Vermeidung und Minderung des Fluglärms, Ausweisung der Schutz- und Entschädigungsgebiete)



Planergänzungsbeschluss „Lärmschutzkonzept BBI“ vom 20.10.2009 (PFBerg)
(Neuausweisung Nachtschutzgebiet und Entschädigungsgebiet Außenwohnbereich)



Prozesserklärung des Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) des Landes
Brandenburg vom 21.09.2011 vor dem Bundesverwaltungsgericht in den Klageverfahren
BVerwG 4 A 4000.09, 4 A 40000.10, 4 A 4001.10
(Berücksichtigung Flugbetrieb in Richtung Westen und Ost, 100 : 100-Betrachtung für den Maximalpegel Nacht, berechnet nach AzB-DLR)



Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes vom 15.06.2012 in Verbindung mit dem Bescheid der Genehmigungsbehörde (MIL) vom 02.07.2012 in Verbindung mit den Vollzugshinweisen vom 15.08.2012 und 13.12.2012



Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Berlin-Brandenburg vom 25.04.2013
(OVG 11 A 15.13)

Anzahl der Anspruchsberechtigten in den Schutz- und Entschädigungsgebieten1
Anspruchsberechtigte
(Tag- und Nachtschutz)
Tagschutzgebiet
(beinhaltet auch Nachtschutz)

Nachtschutzgebiet
(ausschließlich Nachtschutz)

ca. 25.500 Wohneinheiten (WE)
ca. 14.000 WE
ca. 11.500 WE

Entschädigung Außenwohnbereich

ca. 10.000 Objekte

Besondere Einrichtungen

ca. 50 Objekte

1

Grundlage ist eine Schätzung der in den Anspruchsgebieten befindlichen Wohneinheiten bzw. Objekte.

8

Bearbeitungsstand der Anspruchsberechtigten im gesamten Tagschutzgebiet (inkl.
Nachtschutz) sowie im Teilvollzugsgebiet der Start- und Landebahn (SLB) Süd

Gesamt

Davon
Teilvollzugsgebiet
SLB Süd

Eingegangene Anträge

11.899 WE

4.516 WE

Anträge in Bearbeitung

11.127 WE

3.956 WE

5.994 WE

3.804 WE

3.931 WE

3.470 WE

Tagschutzgebiet
(inkl. Nachtschutz)

-

Bestandsaufnahme (BA) erfolgt

Anspruchsermittlungen versendet



Davon ASE-B

2

3.178 WE

2.771 WE

Davon ASE-E

3

753 WE

699 WE

772 WE

560 WE

419 WE

383 WE

353 WE

177 WE

Stand der Umsetzung
-

Schallschutzmaßnahmen (SSM) umgesetzt
Keine SSM umzusetzen

5

4

Bearbeitungsstand der Anspruchsberechtigten im Nachtschutzgebiet außerhalb des
Tagschutzgebietes (ausschließlich Nachtschutz) sowie im entsprechenden Teilvollzugsgebiet der Start- und Landebahn Süd (SLB Süd)

Gesamt

Davon
Teilvollzugsgebiet
SLB Süd

Eingegangene Anträge

7.577 WE

179 WE

Anträge in Bearbeitung

5.713 WE

155 WE

5.485 WE

147 WE

6.932 WE

154 WE

1.864 WE

24 WE

1.600 WE

20 WE

264 WE

4 WE

Nachtschutzgebiet
(ausschließlich Nachtschutz)

-

BA erfolgt
6

ASE/KEV versendet
Stand der Umsetzung
-

SSM umgesetzt

4

Keine SSM umzusetzen

5

2

Anspruchsermittlung zur baulichen Umsetzung der erforderlichen Schallschutzmaßnahmen

3

Anspruchsermittlung Entschädigung

4

Der Anwohner hat die Kosten für die umgesetzten baulichen Schallschutzmaßnahmen erstattet bekommen oder eine Entschädigungszahlung erhalten.
5

keine Schallschutzmaßnahmen erforderlich oder Verzicht des Eigentümers

6

Kostenerstattungsvereinbarung

9

Bearbeitungsstand Entschädigung Außenwohnbereich
Entschädigung
Außenwohnbereich

Gesamt

Eingegangene Anträge

4.907 Objekte

Anträge in Bearbeitung

1.627 Objekte

Bearbeitung abgeschlossen
(Entschädigung ausgezahlt)

3.280 Objekte

Grundlagen zur Umsetzung der schalltechnischen Ertüchtigung von Besonderen Einrichtungen
 Planfeststellungsbeschluss Ausbau Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld vom
13.08.2004, in der Fassung seiner Änderungsbeschlüsse
(Anspruchsberechtigung für Schulen, Kindertagesstätten wie Hort, Kinderkrippe, Kindergarten,
sowie Altenheime, Pflegeeinrichtungen, Rehabilitationseinrichtungen und Krankenhäuser)



Änderung vom 21.02.2006 zum PFB (Nebenbestimmung A II 5.1.4 Ziff.1 und A II 5.1.4
Ziff. 2 Satz 1)
(Einhaltung des Schutzziels im Rauminnern bei der Betrachtung des energieäquivalenten Dauerschallpegels bei geschlossenen Fenstern und ausreichender Belüftung)

Bearbeitungsstand Besondere Einrichtungen
Besondere Einrichtungen

Gesamt

Eingegangene Anträge

42 Objekte

Anträge in Bearbeitung

15 Objekte

Bearbeitung abgeschlossen

27 Objekte

2.4 Versand der Anspruchsermittlungen für die Südbahn
Bis Ende September 2014 hatte die FBB für rund 3.000 WE im Bereich der Südbahn die
ASE versendet. Auf Grundlage dieser individuellen ASE können die Eigentümer eine
Fachfirma ihrer Wahl mit der Umsetzung der erforderlichen Baumaßnahmen beauftragen.
Für mehr als 1.000 WE konnte die FBB die ASE bis Ende September nicht versenden, da
eine Bearbeitung und Ermittlung des Schallschutzanspruchs bis dahin nicht möglich war.
Dies war z.B. der Fall, wenn die Eigentümer für die FBB nicht erreichbar waren, den Besuch
des Ingenieurbüros ablehnten oder eine spätere Bearbeitung wünschten. Hinzu kam eine
Reihe von Fällen, in denen die Eigentümer einen eigenen Wertermittler für die
schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung auswählten und das Gutachten der
Wertermittlung nicht rechtzeitig vorlag. Dies zog in vielen Fällen eine Wertermittlung nach
10

dem 30. September nach sich, wodurch eine Bearbeitung des Antrags bis Ende September
nicht möglich war.
Sobald in den genannten Fällen die Bearbeitung wieder gewünscht wurde bzw. die
erforderlichen Wertermittlungen vorlagen, ermittelte die FBB schnellstmöglich die Ansprüche
auf Schallschutz. So konnten seit September die Unterlagen für rund 500 weitere WE im
Bereich der Südbahn versendet werden. Die FBB wird diese Vorgehensweise
weiterverfolgen.

11

3 Grundlagen des Schallschutzprogramms

3.1 Rechtliche Grundlagen
Für das Schallschutzprogramm BER gelten verschiedene rechtliche Grundlagen, gesetzliche
Bestimmungen und Gerichtsentscheide. Dazu gehören unter anderem der Planfeststellungsbeschluss (PFB) sowie der Planergänzungsbeschluss BBI (PEB), die 2. Fluglärmschutzverordnung (2.FlugLSV) sowie die mehrere Urteile des Oberverwaltungsgerichts BerlinBrandenburg (OVG).

Planfeststellungsbeschluss (PFB)
Der Planfeststellungsbeschluss „Ausbau Verkehrsflughafen Schönefeld“ vom 13. August
2004 (PFB), in der derzeit gültigen Fassung, ist die zentrale rechtliche Grundlage für den
Flughafen Berlin Brandenburg und somit auch für das Schallschutzprogramm BER. Aus dem
PFB ergeben sich rechtliche Vorgaben zu Schallschutzzielen, Anspruchsgebieten, Vorgaben
von Maßnahmen zum Lärmschutz und deren Umsetzung.
Die Planfeststellung ist in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Verwaltungsrecht des
Bundes und der Länder ein Verwaltungsverfahren, welches für Bauvorhaben in gesetzlich
geregelten Fällen durchgeführt wird. Eine Planfeststellung ist bei üblichen Bauvorhaben nicht
erforderlich. Der PFB ist ein Verwaltungsakt zum Abschluss einer Planfeststellung.
Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat den PFB in seinem Urteil vom 13. März 2006
zum überwiegenden Teil in letzter Instanz bestätigt. Die notwendigen Nachbesserungen
wurden im Rahmen einer Planergänzung vorgenommen.

Planergänzungsbeschluss (PEB)
Das BVerwG verfügte in seinem Urteil vom 13. März 2006, dass Nachbesserungen der passiven Schallschutzmaßnahmen notwendig sind. Diese Nachbesserungen wurden im Rahmen eines Planergänzungsbeschlusses vorgenommen. Der Planergänzungsbeschluss
„Lärmschutzkonzept BBI“ zum Vorhaben „Ausbau Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld“ vom
20. Oktober 2009 wurde erlassen, um Festlegungen zum Lärmschutz am Flughafen Berlin
Brandenburg zu konkretisieren. Für das Schallschutzprogramm BER von besonderer Bedeu-

12

tung sind die dort enthaltenen Regelungen zum Nachtflug sowie zur Entschädigung für Außenwohnbereiche.

2. Fluglärmschutzverordnung (2. FlugLSV)
Die 2. Fluglärmschutzverordnung enthält als Teil des untergesetzlichen Regelwerks zum
Fluglärmgesetz von 2007 Angaben zu Aufenthaltsräumen und Schallschutzanforderungen,
die auch im Schallschutzprogramm BER zur Anwendung kommen. So erfolgt die Ermittlung
des Schallschutzes für den Nachtschutz am BER auf Grundlage der 2. FlugLSV. Darüber
hinaus beschreibt die 2. FlugLSV Vorgehensweisen zur Ermittlung der Anforderungen an
den Schallschutz. Diese Vorgehensweise entspricht derjenigen in der DIN 4109 bzw. in der
VDI 2719, die ebenso im Schallschutzprogramm BER zur Anwendung kommen. Die 2.
FlugLSV definiert in Abhängigkeit vom Außenpegel, welche Anforderungen für das Bauschalldämmmaß der Außenfassade der zu schützenden Räume gelten.

Urteil des OVG Berlin-Brandenburg vom 25. April 2013
In seinem Urteil vom 25. April 2013 konkretisierte das Oberverwaltungsgericht BerlinBrandenburg (OVG) das Tagschutzziel für die im Tagschutzgebiet gemäß PFB zu schützenden Räume. In der Urteilsbegründung hieß es, dass 55 dB(A) in den sechs verkehrsreichsten Monaten rechnerisch weniger als einmal im Rauminneren auftreten dürfen. Daraus ergeben sich weniger als 0,005 Überschreitungen eines Maximalpegels von 55 dB (A) pro Tag.
Die FBB kommt der Verpflichtung aus diesem Urteil seither uneingeschränkt nach und setzt
dieses um. Das Schutzziel für die nach dem Nachtschutzziel zu schützenden Räume hat
sich durch das Urteil nicht geändert. Hier gilt weiterhin ein Schutzziel von 6 x 55 dB(A).

Urteil des OVG Berlin-Brandenburg vom 8. Dezember 2014
Am 8. Dezember 2014 urteilte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG), dass
die im Schallschutzprogramm BER vorgenommene Anwendung der „neuen“ abknickenden
Flugrouten für die Berechnung der erforderlichen Schallschutzmaßnahmen rechtens ist. Die
angewandten Flugrouten wurden vom Bundeaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) am 26.
Januar 2012 festgelegt. Ein Anwohner sowie die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow hatten
dagegen geklagt und verlangt, zusätzlich auch die dem PFB zugrunde gelegten „geraden“
Flugrouten anzuwenden. Das Oberverwaltungsgericht lehnte diese Forderung mit dem Hinweis ab, dies entspräche einem Schutz vor fiktivem Fluglärm und laufe auf eine Übersicherung der Betroffenen hinaus.
13

3.2 Technische Grundlagen
Die Ermittlung der Fluglärmbelastung erfolgt nach den gültigen gesetzlichen Bestimmungen
sowie nach dem gültigen technischen Regelwerk. So wird auch der erforderliche
Schallschutz nach geltendem Regelwerk (z.B. DIN 4109, VDI2719) und die DIN 1946-6 zur
Lüftung von Wohnungen berücksichtigt.

DIN 4109
Die DIN 4109 ist eine technische Richtlinie des Deutschen Instituts für Normung (DIN) für
den Schallschutz im Hochbau. Sie liefert Ausführungsbeispiele und Rechenverfahren zum
Schallschutz im Hochbau und beschreibt die Anforderungen an den Schallschutz. Die
Innenpegel in den zu schützenden Gebäuden werden nach DIN 4109 und VDI 2719 ermittelt.
In Abhängigkeit vom Außenpegel wird ermittelt, welche Anforderungen für das
Bauschalldämmmaß der Außenfassade des jeweiligen Raumes gelten.

VDI 2719
Die VDI 2719 ist eine Richtlinie vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zur Schalldämmung
von Fenstern und deren Zusatzeinrichtungen. Sie wurde zur Dimensionierung von
Schallschutzmaßnahmen, insbes. Fenstern, entwickelt. Die VDI 2719 betrachtet den für das
Gebäude maßgeblichen Außenschallpegel und das Innenraumschutzziel. Bei der Ermittlung
des Außenschallpegels wird die Art der Geräuschquelle berücksichtigt und gemäß VDI 2719
ein Korrekturzuschlag von 6 dB für Verkehrsflughäfen angewandt. Der Flughafen Frankfurt
kam durch verschiedene Messungen zu dem Ergebnis, dass ein Zuschlag von 6 dB zur
Berücksichtigung des tieffrequenten Fluglärms repräsentativ und angemessen ist.

DIN 1946-6
Die DIN 1946-6 ist eine Norm des Deutschen Instituts für Normung (DIN) zur Lüftung von
Wohnungen. Sie legt die Mindestanforderungen für den Luftaustausch zum Feuchteschutz
fest und gibt vor, wann ein Lüftungskonzept zu erstellen ist und was dabei beachtet werden
muss. Anhand des Lüftungskonzeptes wird festgestellt, ob für das zu schützende Gebäude
lüftungstechnische Maßnahmen notwendig sind und wenn ja, welcher Art diese sein müssen.
Die Berechnungen zur Gewährleistung des Feuchteschutzes sind auf der Internetseite der
FBB unter dem folgenden Link zu finden: http://www.berlinairport.de/de/nachbarn/schallschutzprogramm/bauliche-umsetzung/din-1946-6/index.php
14

Die FBB hat die Grundlagen der ingenieurstechnischen Berechnungen sowie Abläufe bei der
Ermittlung von baulichen Schallschutzmaßnahmen in einem Leitfaden Schallschutz beschrieben. Der Leitfaden Schallschutz ist auf der Internetseite der FBB unter dem folgenden
Link zu finden: http://www.berlin-airport.de/de/nachbarn/schallschutzprogramm/baulicheumsetzung/index.php

3.3 Umfang des Schallschutzprogramms
Auf Grundlage einer Erhebung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens geht die
Flughafengesellschaft davon aus, dass sich in den Schutz- und Entschädigungsgebieten des
BER rund 25.500 anspruchsberechtigte Wohneinheiten befinden. 14.000 dieser
Wohneinheiten befinden sich im Tag- und Nachtschutzgebiet, weitere 11.500 Wohneinheiten
im reinen Nachtschutzgebiet. Die Schutz- und Entschädigungsgebiete des BER erstrecken
sich auf einer Fläche von rund 137 km².

15

3.4 Abläufe und Prozesse

16

Der erste Schritt auf dem Weg zur Erstattung der Schallschutzmaßnahmen ist die
Antragstellung durch den Eigentümer. Die FBB prüft diesen Antrag auf Vollständigkeit und
Anspruch. Ist der Antrag vollständig und befindet sich das Wohnobjekt innerhalb der
Anspruchsgebiete, werden die Unterlagen zur Bearbeitung an ein beauftragtes
Ingenieurbüro übergeben.
Das Ingenieurbüro vereinbart mit den Eigentümern einen Termin für eine bauliche
Bestandsaufnahme. Bei diesem Termin nehmen die Mitarbeiter der Ingenieurbüros die
baulichen Gegebenheiten, die Maße sowie die Nutzung der einzelnen Räume des Objektes
auf. Dabei wird auch festgestellt, ob und welchen Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen die
einzelnen Räume haben. Basierend auf der Bestandsaufnahme berechnet das
Ingenieurbüro die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen und stellt dabei fest, in welchem
Umfang und in welcher Form der Einbau von zum Beispiel Fenstern, Lüftern oder
Dachdämmungen erforderlich ist, um den Schallschutz auflagenkonform zu gewährleisten.
Art, Umfang und Kosten der erforderlichen Maßnahmen werden von dem Ingenieurbüro in
einer schalltechnischen Objektbeurteilung (STOB) und einem Leistungsverzeichnis (LV)
aufgelistet. Die Arbeit des Ingenieurbüros ist für den Eigentümer komplett kostenfrei.
Im Anschluss an die Bestandsaufnahme und Berechnung durch ein Ingenieurbüro kann eine
schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung (SVWE) notwendig sein. Denn wenn die
Kosten für die Schallschutzmaßnahmen mehr als 30 Prozent des schallschutzbezogenen
Verkehrswertes eines Objektes betragen, steht dem Anwohner aufgrund der im PFB
enthaltenen Höchstkostenregelung eine finanzielle Entschädigung in dieser Höhe zu. Sollte
eine schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung notwendig werden, kann der Eigentümer
entscheiden, ob er die von der FBB beauftragte Sprengnetter Immobilienbewertung wählt
oder einen eigenen Wertermittler beauftragt. Um sicherzustellen, dass alle
schallschutzbezogenen Wertermittlungen nach denselben Bestimmungen und Richtlinien
erstellt werden, hat die FBB einen Leitfaden entwickelt, der allen Wertermittlern zur
Verfügung gestellt wird. Dieser Leitfaden wurde den Bürgermeistern der Nachbargemeinden,
Vertretern von Bürgerinitiativen und Vertretern der Gutachterausschüsse vorgestellt und mit
diesen ausführlich erörtert. Auch die Arbeit der Wertermittler ist, sofern diese nach den
Vorgaben des Leitfadens erfolgte, für den Eigentümer kostenfrei.
Der Leitfaden zur schallschutzbezogenen Verkehrswertermittlung ist auf der Internetseite der
FBB unter dem folgenden Link zu finden: http://www.berlinairport.de/de/nachbarn/schallschutzprogramm/schallschutzbezogeneverkehrswertermittlung/index.php

17

Sollte keine schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung notwendig sein beziehungsweise,
wenn diese ergeben hat, dass die Kosten für die erforderlichen baulichen Maßnahmen
unterhalb der Kappungsgrenze liegen und umgesetzt werden können, erhält der Eigentümer
eine ASE-B. Das B steht für die bauliche Umsetzung. Teil der ASE-B ist auch eine STOB
sowie ein LV für die baulichen Maßnahmen. Darin sind die Ergebnisse der
Bestandsaufnahme, die Berechnung der erforderlichen Schallschutzmaßnahmen und die
Kosten ausführlich beschrieben. Der Eigentümer kann nun entscheiden, ob, wann und durch
wen er die Maßnahmen umsetzen lässt. Werden die Maßnahmen gemäß der ASE-B
umgesetzt, erstattet die FBB die Kosten.
Es steht dem Eigentümer frei, Maßnahmen zur schalltechnischen Ertüchtigung seines
Objektes zu wählen, die von der ASE abweichen. In diesen Fällen muss der Eigentümer
gegenüber der FBB jedoch anzeigen, dass die erforderlichen Schutzziele durch die
gewählten Maßnahmen eingehalten werden, z.B. durch Prüfzeugnisse, Zertifikate etc. Ist
dies der Fall, werden die Kosten bis zur Höhe der in der ASE berechneten Kosten durch die
FBB erstattet. Aus Sicht der FBB besteht bei dieser Alternative jedoch eine Unsicherheit
hinsichtlich der verauslagten Kosten auf Seiten der Eigentümer.
Sollte die schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung ergeben haben, dass die Kosten für
die Schallschutzmaßnahmen mehr als 30 Prozent des schallschutzbezogenen
Verkehrswertes des Objektes betragen, hat der Eigentümer Anspruch auf eine
Entschädigungszahlung in eben jener Höhe. Die FBB empfiehlt den Eigentümern die eine
Entschädigungszahlung erhalten, das ausgezahlte Geld für die Umsetzung von
Schallschutzmaßnahmen zu nutzen. Dafür bietet die FBB einen kostenfreien
Beratungsservice durch ein unabhängiges Ingenieurbüro an. Dieses Ingenieurbüro berät die
Eigentümer, welche Schallschutzmaßnahmen mit den zur Verfügung stehenden finanziellen
Mitteln umgesetzt werden können.

18

4 Nachbar Flughafen

4.1 Kommunikation
Die FBB bietet verschiedene Kanäle an, um sich über das Schallschutzprogramm BER zu
informieren. Dazu gehören:
-

Nachbarschaftsportal auf der Internetseite der FBB, auf der zahlreiche Unterlagen
zur Verfügung gestellt werden: Leitfaden Schallschutz zur den Grundlagen,
Berechnungen und Abläufen der Ermittlung von Schallschutzmaßnahmen, Leitfaden
zur schallschutzbezogenen Verkehrswertermittlung, Fluglärmprognose BER,
Monatsberichte, Informationen zu den Schutzgebieten, Antragstellung, Umsetzung,
Kontaktformular

-

Flyer zum Schallschutzprogramm BER

-

Artikel in der monatlichen Nachbarschaftszeitung BER aktuell, die kostenfrei an
40.000 Haushalte rund um den BER verteilt wird und die Schutzgebiete abdeckt (18
Artikel seit September 2013, u.a. zu Bestandsaufnahme, SVWE, ASE,
Infoveranstaltung, ASE-E Beratung, Besondere Einrichtungen)

-

Einzelgespräche und vor-Ort-Termine

-

Anwohnertelefon: Hier können Anwohner alle Fragen stellen oder Termine für eine
persönliche Beratung vereinbaren.

-

Informationsveranstaltungen (seit September 2014 13 Veranstaltungen mit mehr als
1.000 Gästen), 2015 sind 20 Informationsveranstaltungen geplant

-

Kostenfreie ASE-E Beratung: Die Flughafengesellschaft empfiehlt allen Anwohnern,
die eine Entschädigungszahlung erhalten, das Geld für die Umsetzung von
Schallschutzmaßnahmen zu verwenden. Um die Anwohner bei der Planung zu
unterstützen, welche Schallschutzmaßnahmen sich damit an ihrem Objekt umsetzen
lassen, bietet die Flughafengesellschaft eine kostenfreie Beratung durch ein
unabhängiges Ingenieurbüro an. Diese Beratung übernimmt das Berliner
Schalltechnische Büro BeSB.

-

Dialogforum: Austausch der Flughafengesellschaft und deren Gesellschaftern mit den
Kommunen und Landkreisen zur Erarbeitung von Konfliktlösungen auf freiwilliger
Basis unter Berücksichtigung aller Interessen.

-

Seminare mit der Handwerkskammer Cottbus: Die FBB informiert gemeinsam mit der
Handwerkskammer über die Inhalte und Abläufe des Schallschutzprogramms BER.
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4.2 Beschwerdestatistik
Alle Widersprüche werden von der FBB aufgenommen und kategorisiert. Die FBB stellt fest,
dass die absolute Zahl der Widersprüche rückläufig ist. Oftmals sind die Widersprüche in
einem direkten Gespräch mit dem Eigentümer und durch eine Erklärung der individuellen
Anspruchsermittlung auszuräumen.

4.3 Ziele
Auch im Jahr 2015 führt die FBB das Schallschutzprogramm BER mit voller Kraft fort. Ziel
ist, dass alle Anwohner bis Ende des Jahres ihre individuellen ASE erhalten und somit in die
Lage versetzt werden, sich rechtzeitig vor der BER-Eröffnung im 2. Halbjahr 2017
Schallschutz einbauen zu lassen.

4.4 Chancen und Herausforderungen
Technische Umsetzbarkeit
Das Schallschutzprogramm BER setzt nach der OVG-Entscheidung ein Schutzziel um, das
nach Kenntnis der FBB, bislang noch an keinem Airport der Welt zum Tragen kommt. Große
Herausforderung ist es deshalb, dass bei der technischen Umsetzung damit teilweise Neu-

20

land betreten wird. Die Anwohner bestehen zu Recht auf die verlässliche technische Umsetzung. Dabei muss aber immer berücksichtigt werden, dass es zum Teil wenige oder keine
technische Alternativen gibt und den Anwohnern daher auch keine anderen Lösungen angeboten werden können. Hier besteht auch die kommunikative Herausforderung, den Anwohner zu verdeutlichen, dass der FBB an einer technischen Umsetzung gelegen ist, die tatsächlich funktioniert und die erforderlichen Schallschutzziele gewährleistet.

Flughafenregion wächst
Das Umfeld um den Flughafen Berlin Brandenburg gewinnt in den vergangenen Jahren zunehmend an Attraktivität. Obwohl die Anwohner mit der Eröffnung des BER mit mehr Fluglärm rechnen müssen, überwiegen anscheinend für viele die Vorteile, die ein Flughafen mit
sich bringt. Der BER schafft Arbeitsplätze und sichert Mobilität. Ganz klar ist diese Entwicklung an den steigenden Grundstückspreisen im Umland zu sehen oder am Bevölkerungszuzug in den Flughafengemeinden. In der Gemeinde Schönfeld sind in den Jahren zwischen
1990 und 2009 die Bevölkerungszahlen um 151 Prozent gestiegen, in Blankenfelde-Mahlow
stieg die Zahl der Einwohner im gleichen Zeitraum um 77 Prozent. Ein Anstieg ist auch bei
den Grundstückswerten rund um den Flughafen Berlin Brandenburg zu verzeichnen. Der
Gutachterausschuss von Teltow-Fläming stellte fest, dass die Bodenrichtwerte im Umland
des Flughafen Berlin Brandenburg einen deutlich steigenden Trend aufweisen. Die Sachverständigen prognostizierten besonders im Umfeld des künftigen Flughafens ein wachsendes
Käuferinteresse und damit ein anziehendes Bodenrichtwertniveau.

21

5 Häufige Fragen

5.1 Schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung
Die Vorgehensweise der FBB ergibt sich aus den Vorgaben des PFB. Die
schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung (SVWE) ist eine Verkehrswertermittlung mit
besonderem Bewertungsgegenstand nach §192 Baugesetzbuch. Dieser
Bewertungsgegenstand ergibt sich aus den Vorgaben des PFB, der den Verkehrswert zum
Zweck der Feststellung einer möglichen Entschädigungszahlung als „Verkehrswert von
Grundstück und Gebäuden mit zu schützenden Räumen“ definiert. Soweit die Kosten für
Schallschutzeinrichtungen 30 Prozent dieses Verkehrswertes überschreiten, besteht anstelle
des Anspruchs auf die Erstattung baulicher Schallschutzmaßnahmen ein Anspruch auf eine
Entschädigung in Höhe eben jener 30 Prozent. Aufgrund dieser Vorgaben hat sich die FBB
dazu entschlossen, die Wertermittlung als „schallschutzbezogene Verkehrswertermittlung“ zu
bezeichnen. So soll von vornherein ersichtlich sein, dass sich die SVWE von einer üblichen
Verkehrswertermittlung unterscheidet.
Die FBB hat einen „Leitfaden zur schallschutzbezogenen Verkehrswertermittlung“ erstellt.
Ziel dieses Leitfadens ist eine rechtliche fundierte, organisatorisch, bewertungsmethodisch
und inhaltlich einheitliche Vorgehensweise bei der Erstellung und Qualitätssicherung der
Verkehrswertermittlung nach anerkannten Bewertungsgrundsätzen, auf möglichst
einheitlicher Datenbasis und bei gleichzeitig angemessener Berücksichtigung des Einzelfalls.
Der Leitfaden wurde auf Grundlage des PFB, der Daten der Gutachterausschüsse sowie
weiterer einschlägiger Grundlagenwerke, wie z.B. der Immobilienwertverordnung, erarbeitet.
Weitergehende Informationen können im Leitfaden zur SVWE nachgelesen werden.
Der Leitfaden ist auf der Internetseite der FBB unter dem folgenden Link zu finden:
http://www.berlin-airport.de/de/nachbarn/schallschutzprogramm/schallschutzbezogeneverkehrswertermittlung/index.php

5.2 Innendämmung oder Außendämmung
Die FBB lehnt eine Dämmung von außen nicht grundsätzlich ab und enthält den
Eigentümern diese Lösung nicht absichtlich vor. Eine Wanddämmung von außen kommt für
die FBB jedoch erst in Frage, wenn es dafür pauschale und zertifizierte Lösungen gibt, die
22

den erforderlichen Schallschutz gewährleisten. Solange diese entsprechend dem
technischen Regelwerk geprüften und anerkannten Lösungen nicht vorliegen, kann die FBB
den Eigentümern keine Wanddämmung von außen anbieten. An dieser Stelle sei auch
erwähnt, dass die Durchführung einer Wanddämmung von außen mit großer
Wahrscheinlichkeit eine Kostenbeteiligung des Eigentümers nach sich zieht. Grund dafür ist,
dass sich aus den Vorgaben des PFB ergibt, dass die FBB für den Schutz
anspruchsberechtigter Räume aufzukommen hat. Dies bedeutet die Notwendigkeit einer
raumspezifischen Dämmung je nach Nutzung des Raumes. Eine Dämmung von außen
würde jedoch die Dämmung der gesamten Fassade bedeuten. Lägen hinter der Fassade
Räumlichkeiten mit unterschiedlichem bzw. ohne Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen
(z.B. Wohnzimmer / Tagschutz, Schlafzimmer / Nachtschutz und Bad / kein Anspruch),
wären die über den eigentlichen Anspruch hinausgehenden Mehrkosten durch den
Eigentümer zu tragen.
Zum Thema der Wanddämmung von außen ist die FBB mit Baufirmen, Fachleuten und
Behörden in ständigem Kontakt. Sollten sich hier praktikable Lösungen ergeben, ist die FBB
bereit, diese zu berücksichtigen.
Es steht dem Eigentümer auch heute schon frei, Maßnahmen zur schalltechnischen
Ertüchtigung seines Objektes zu wählen, die von der in der ASE vorgesehen Innendämmung
abweichen. In diesen Fällen muss der Eigentümer gegenüber der FBB jedoch anzeigen,
dass die erforderlichen Schutzziele durch die gewählten Maßnahmen eingehalten werden,
z.B. durch Prüfzeugnisse, Zertifikate etc. Ist dies der Fall, werden die Kosten bis zur Höhe
der in der ASE berechneten Kosten durch die FBB erstattet. Aus Sicht der FBB besteht bei
dieser Alternative jedoch eine Unsicherheit hinsichtlich der verauslagten Kosten auf Seiten
der Eigentümer.

5.3 Raumhöhen und -belichtungen
Für den Anspruch auf Schallschutz einzelner Räume ist es maßgeblich, dass die in
einschlägigen Bauordnungen vorgegebenen Mindestwerte für Wohnräume erfüllt werden.
Werden diese Werte unterschritten bzw. nicht eingehalten, liegen gemäß PFB keine
Ansprüche auf Schallschutzmaßnahmen vor. In diesen Fällen kann die FBB keine
Maßnahmen erstatten.
Falls Räume nach den genannten Kriterien nicht schutzwürdig sind, der Eigentümer jedoch
dennoch Bedarf hat, besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf freiwillige
23

Schallschutzmaßnahmen zu stellen. Die Bewilligung freiwilliger Maßnahmen hängt
insbesondere von der Verfügbarkeit von Mitteln ab, die derzeit in ausreichendem Maße
vorhanden sind.

5.4 Verfügbarkeit von Baufirmen
Die FBB geht davon aus, dass ausreichend Baufirmen für die Umsetzung der Maßnahmen
zur Verfügung stehen. Recherchen der FBB haben ergeben, dass allein bei den
Handwerkskammern aus Berlin und Brandenburg knapp 7.000 Firmen in den
entsprechenden Gewerken (Dachdecker, Tischler, Einbau von genormten Bauteilen) gelistet
sind. Weitere mehrere tausend sind zudem bei den Handwerkskammern aus Sachsen und
Sachsen-Anhalt gelistet. Die FBB befindet sich zudem in Abstimmung mit verschiedenen
Handwerkskammern, um mit diesen offene Fragen zum Schallschutzprogramm BER zu
klären. Zur Unterstützung der Eigentümer bei der Auswahl einer bauausführenden Fachfirma
planen die Handwerkskammern derzeit die Erstellung einer Liste von Firmen, die für die
bauliche Umsetzung der erforderlichen Schallschutzmaßnahmen in Frage kommen.

24

6 Redaktioneller Hinweis
Die Inhalte dieses Sachstandsberichts geben den Informationsstand vom 16.02.2015 wieder.
Die Flughafengesellschaft informiert für die Dauer der Realisierung des BER in regelmäßigen Abständen über den aktuellen Stand. Die Sachstandsberichte BER finden Sie im Internet unter:
http://www.berlin-airport.de/de/unternehmen/aktuellenachrichten/sachstandsberichte/index.php
Mit Nachfragen und Hinweisen wenden Sie sich bitte direkt an:
pressestelle@berlin-airport.de.

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