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Full text: Sachstandsbericht BER Issue 2013,[6] = 28.08.2013

Sachstandsbericht BER

Stand: 28.08.2013

Hartmut Mehdorn
Vorsitzender der Geschäftsführung

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitz: Klaus Wowereit
Vorsitzender der Geschäftsführung: Hartmut Mehdorn, Geschäftsführer Technik: Horst Amann, Geschäftsführerin Finanzen: Heike Fölster
Sitz der Gesellschaft: Schönefeld · Registergericht: Amtsgericht Cottbus HRB 9380 CB

Inhaltsverzeichnis

Sachstandsbericht BER vom 28.08.2013

1.

Beschleunigungsprogramm SPRINT ....................................................................... 3

2.

Finanzierung und Liquidität ..................................................................................... 6

3.

Schallschutz ............................................................................................................ 6

4.

Verkehrliche Entwicklung ........................................................................................ 7

5.

Redaktioneller Hinweis ............................................................................................ 8

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1. Beschleunigungsprogramm SPRINT
1.1 Aktueller Stand SPRINT
Insgesamt werden derzeit 40 BER-Einzelthemen im Beschleunigungsprojekt SPRINT
gebündelt und zentral gesteuert.
Gesamtinbetriebnahme
Im SPRINT-Modul Inbetriebnahmevorbereitung soll in den nächsten Wochen das
Inbetriebnahmekonzept vervollständigt werden. Im Oktober will die Flughafengesellschaft
über die nächsten Schritte bei der Fertigstellung des BER informieren. Derzeit finden
intensive Abstimmungsgespräche mit Airlines und dem Airlineverband zur
Gesamtinbetriebnahme statt. Klar ist mittlerweile, dass die beiden größten Kunden der
Berliner Flughäfen Lufthansa und airberlin gemeinsam umziehen werden.
Entrauchung
Die zentrale Herausforderung für die Genehmigungsfähigkeit des Flughafens ist die
Entrauchung des Main-Piers. Die abschnittsweise Steuerung der Anlage hat sich in der
Praxis als nicht zuverlässig genug erwiesen. Die größte Einzelentrauchungsanlage (die sog.
Anlage 14) wird deshalb nun in drei Teile aufgeteilt. Zudem wird eine übergreifende
Steuerung des anlagentechnischen Brandschutzes etabliert. Dazu wird das Terminal in
sieben Bereiche unterteilt (z.B. Mainpier Nord, Mainpier Süd und Mainpier Mitte), die jeweils
eine eigene Steuerung erhalten und über eine weitere übergeordnete Steuerung miteinander
verbunden werden. Die dafür notwendige Planung erfolgt in enger Abstimmung mit dem
Bauordnungsamt.
Sprinkleranlage
Die Sprinkleranlage des BER hat sich mit ihren rund 70.000 einzelnen Sprinklerköpfen in der
Praxis als zu schwer steuerbar und unzuverlässig erwiesen. Daher wurde die Entscheidung
getroffen, das Konzept einer zentralen Sprinklerung zugunsten einer dezentralen,
redundanten Sprinklerung mit drei Einzelkreisläufen aufzugeben. In SPRINT werden die
dafür notwendigen Entscheidungen vorangetrieben. Der Standort für die separate
Sprinkleranlage für das Pier Nord ist gefunden, Planung und Bauvorbereitung sind gestartet.
BER-LAN
Beim BER-Probebetrieb Ende 2011 und Anfang 2012 tauchten immer wieder Störungen im
Betriebsablauf durch Bautätigkeiten, aber auch aufgrund noch nicht fertiggestellter
übergeordneter Systeme auf. In SPRINT konnte dieses Problem lokalisiert werden: Das

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BER-LAN, die Flughafen-Datenautobahn wies insbesondere bei Systemwechseln zu wenig
Systemstabilität auf. Hier wurden Anpassungen vorgenommen. Der neue Stand: Die Anlage
soll in den nächsten Wochen fertiggestellt werden.
Türen
Ein weiteres wichtiges Thema ist die fehlerhafte automatische Steuerung der über 5.000
Türen im BER-Terminal. Hier werden durch das Modul „Türen“ beständig Fortschritte erzielt.
Die technischen Probleme wurden bei 75 Prozent aller Türen erfasst und bei mehr als der
Hälfte behoben. Diese Türen sind bereit für die Inbetriebnahme.
Cargo Center
Das BER Cargo Center ist seit dem 1. August in Betrieb. Das zentral auf dem
Flughafengelände liegende Frachtgebäude umfasst 12.000 Quadratmeter Hallenfläche
sowie 7.000 Quadratmeter Bürofläche. Es hat eine Startkapazität von ca. 100.000 Tonnen
Fracht im Jahr und verfügt über einen eigenen, sicherheitskontrollierten Anschluss an das
Vorfeld.
Bestandsaufnahme
Die Bestandsaufnahme BER ist eine der Grundlagen für den weiteren Bauprozess und
wurde zum 31.07.13 abgeschlossen. Die finale Auswertung hierzu erfolgt schnellstmöglich.
Die Bestandsaufnahme trägt dazu bei, die notwendigen Planungspakete der
Baumaßnahmen festzulegen und fließt umgehend in den aktiven Bauprozess ein.
Gleichzeitig unterstützt die Bestandsaufnahme die Abstimmungen mit dem Bauordnungsamt.

1.2 Vorgezogener Flugbetrieb in Pier Nord
Im Pier Nord am Flughafen Berlin Brandenburg soll ab Frühjahr 2014 ein vorgezogener
Flugbetrieb mit bis zu zehn Starts pro Tag aufgenommen werden. Die Restbauarbeiten im
Pier Nord werden derzeit mit großer Priorität vorangetrieben. Sie sollen in den nächsten
Monaten abgeschlossen werden. Die Flughafengesellschaft wird in den kommenden Tagen
noch fehlende Bauantragsunterlagen beim zuständigen Bauordnungsamt des Landkreises
Dahme-Spreewald einreichen und in der Aufsichtsratssitzung im Oktober das Konzept im
Rahmen der BER-Gesamtinbetriebnahme vorstellen.
Das übergeordnete Ziel der Flughafengesellschaft bleibt die zügige und sichere BERGesamtinbetriebnahme. Dazu gehört neben der baulichen Fertigstellung der Gebäude auch
das sorgfältige Hochfahren der betrieblichen Abläufe. Ein bewusst übersichtlicher
vorgezogener Betrieb im Pier Nord bietet die Chance, Schwachpunkte in der
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Systemarchitektur zu beseitigen, ohne dass erste Probleme zu massiven Beeinträchtigungen
des Flugbetriebs oder des Services für die Passagiere führen. Zudem können die Mitarbeiter
früher mit den neuen Arbeitsprozessen vertraut gemacht werden. Der Vorab-Betrieb im Pier
Nord dient damit dazu die Risiken bei der späteren Hauptinbetriebnahme deutlich zu senken.
Für den vorgezogenen Betrieb wird das Pier Nord vorübergehend eine eigene Zufahrt
erhalten. Die bereits freigegebenen Parkhäuser können von den Fluggästen genutzt werden.
Für Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs wird die Flughafengesellschaft einen
Busshuttle zwischen S-Bahnhof Schönefeld und Pier Nord einrichten. Passagierprozesse,
die nach der Gesamteröffnung im Hauptterminal stattfinden, werden in das Pier Nord
integriert. Hierzu gehören insbesondere Check-in, Gepäckauf- und -ausgabe.

Vorgezogene Inbetriebnahme Pier Nord in Zahlen
 Bis zu 10 Abflüge pro Tag
 71 der 107 Objekte (= 66%) können im Echtbetrieb getestet werden. Das sind neben
dem Pier Nord z.B. Parkhäuser, Energiezentralen, Zugangskontrollstellen, Gebäude
von Bodenverkehrsdiensten und Feuerwachen.
 Alle 56 übergeordneten technischen Systeme des BER können im Echtbetrieb getestet
werden. Dies sind u.a. BER-LAN-Netz, Flugfunkanlage, Befeuerungssystem,
Notstromsteuerung, Beleuchtungssteuerung, Feuerwehreinsatzleitsystem,
Videomanagementsystem und Zutrittskontrollsystem.

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2. Finanzierung und Liquidität
Nach der aktuellen Berechnung werden in diesem Jahr insgesamt 450 Mio. Euro an
Gesellschaftermitteln für die BER-Realisierung benötigt. Anfang des Jahres lag die Planung
bei 650 Millionen Euro (vgl. Sachstandsbericht vom 19.04.2013). Die Gesellschafter zahlten
eine erste Tranche in Höhe von ca. 192 Mio. Euro bereits im Januar 2013 an die FBB aus
(ca. 71 Mio. Euro Berlin, ca. 71 Mio. Euro Brandenburg, ca. 50 Mio. Euro Bundesrepublik
Deutschland).

3. Schallschutz
Die Flughafengesellschaft ist sich mit den Bürgermeistern der Umlandgemeinden des BER
einig über die weitere Vorgehensweise bei der Umsetzung des Schallschutzprogramms.
Gemeinsames Ziel des Flughafens und der Bürgermeister der Nachbarkommunen ist es,
sofort mit der Umsetzung des Schallschutzprogrammes zu beginnen. Dabei sollen die Mittel
möglichst zweckgebunden für Maßnahmen des baulichen Schallschutzes eingesetzt werden.
Folgendes Vorgehen wurde vereinbart:
-

Allen Anspruchsberechtigten, in deren Häusern und Wohnungen der bauliche
Schallschutz wie vom Oberverwaltungsgericht gefordert, so umgesetzt werden kann,
wird die Flughafengesellschaft (FBB) die Kosten für den baulichen Schallschutz ohne
Wenn und Aber erstatten.

-

Allen Anspruchsberechtigten, in deren Häusern und Wohnungen der bauliche
Schallschutz wegen der Kappungsgrenze bei 30 Prozent des Verkehrswertes auf
dem vom Oberverwaltungsgericht festgelegtem Niveau nicht umgesetzt werden
kann, bietet die FBB einen ähnlichen Weg an: Sie werden mittels Kostenerstattung
der FBB in die Lage versetzt, den in diesem Rahmen bestmöglichen baulichen
Schallschutz zu realisieren.

Unabhängig von dieser Einigung stellt die Flughafengesellschaft noch einmal klar, dass mit
der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision bezüglich der OVG-Entscheidung
zum Schallschutz keine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss eingereicht wurde. Die
Beschwerde wurde von der Geschäftsführung ausnahmslos aus haftungsrechtlichen
Gründen eingereicht und soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Flughafengesellschaft
ihrer Verpflichtung aus dem OVG-Urteil vollumfänglich nachkommen wird.
Die Flughafengesellschaft hat mit der Umsetzung des Urteils unmittelbar begonnen und das
Schallschutzprogramm ins Beschleunigungsprogramm SPRINT integriert. Aktuell ist davon

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auszugehen, dass für ca. 75 Prozent der rd. 14.000 im Tagschutzgebiet gelegenen
Wohneinheiten (WE) eine Entschädigung i.H.v. 30% des Verkehrswerts des jeweiligen
Wohnobjekts (vgl. Planfeststellungsbeschluss) zu leisten ist. Die Ermittlung und Validierung
der Mehrkosten erfolgt derzeit.

4. Verkehrliche Entwicklung
Fast 15 Millionen Passagiere von Januar bis Juli 2013: Entgegen der Marktentwicklung geht
in Berlin und Brandenburg das Wachstum weiter: Der Luftverkehr ist im Juli erneut
gewachsen. In den ersten sieben Monaten des Jahres nutzten insgesamt 14.899.677
Passagiere die Flughäfen Schönefeld und Tegel, ein Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum.
Von Januar bis Juli wurden in Tegel 11.089.946 Fluggäste gezählt, das sind 9,0 Prozent
mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wurden am Flughafen Schönefeld bis Juli
3.809.731 Passagiere abgefertigt, das sind 7,1 Prozent weniger als in Vergleichszeitraum
2012.
Die Zahl der Flugbewegungen insgesamt sank im Zeitraum Januar bis Juli auf insgesamt
137.519 Start und Landungen, ein Rückgang um 1,3 Prozent im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum. In Schönefeld sank die Zahl der Flugbewegungen im Vorjahresvergleich
auf 37.479. Das entspricht einem Rückgang von 10,5 Prozent. In Tegel gab es im Vergleich
zum Vorjahr einen leichten Anstieg um 2,7 Prozent. Insgesamt wurden in Tegel in den ersten
sieben Monaten des Jahres 100.040 Flugbewegungen registriert.
Bei der Luftfracht konnten von Januar bis Juli 2013 an den Flughäfen Schönefeld und Tegel
18.978 Tonnen registriert werden, ein Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum.
Verkehrsbericht für den Monat Juli:
Im Monat Juli 2013 nutzten insgesamt 2.502.630 Passagiere die Flughäfen Schönefeld und
Tegel – ein Plus von 4,2 Prozent zum Vergleichsmonat des Vorjahres. In Tegel konnten im
Monat Juli 1.871.413 Passagiere registriert werden, 8,7 Prozent mehr als im Juli 2012. Auf
dem Flughafen Schönefeld wurden im vergangenen Monat 631.217 Fluggäste gezählt. Das
sind 7,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Die Gesamtzahl der Flugbewegungen belief sich im Juli auf 21.466 Starts und Landungen,

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ein Rückgang um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die beförderte Luftfracht
verzeichnete im Juli ein Wachstum von 8,7 Prozent auf 3.133 Tonnen.
Die Verkehrsstatistik finden Sie online unter http://www.berlinairport.de/de/presse/basisinformationen/verkehrsstatistik/index.php

5.

Redaktioneller Hinweis

Die Inhalte dieses Sachstandsberichts geben den Informationsstand vom 28. August 2013
wieder. Die Flughafengesellschaft informiert für die Dauer der Realisierung des BER in
regelmäßigen Abständen über den aktuellen Stand.
Den Sachstandsbericht BER finden Sie auch im Internet unter:
http://www.berlin-airport.de/de/unternehmen/ueberuns/unternehmensorganisation/sachstandsberichte/index.php
Mit Nachfragen und Hinweisen bzw. bei gewünschter Aufnahme in den Verteiler zur
regelmäßigen Information, wenden Sie sich bitte direkt an: pressestelle@berlin-airport.de.

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