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Die Mark Brandenburg IV. Die Mittelmark II. Die Städte und Dörfer der Mittelmark

Full text: Die Mark Brandenburg

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Eine weitere erh�hte Bauth�tigkeit findet sich dann gegen 
den Schlufs des XV. Jalirhmiderts, zu welcher sowohl die 
grofse Feuersbnmst von 1478 als auch die Herrschaft des 
baulustigen Erzbischofs Ernst von Magdeburg 1476 �1513 
beigetragen haben werden. Zun�chst wiu-de der alte Chor an 
St. Nikolaus durch einen gr�fseren dreischiffigen ersetzt, wie 
aus den vorhandenen Inschriften von 1475 und 1488 erhellt^), 
welche sicher den Anfang und das Ende der Bauth�tigkeit be-
zeichnen. Sodann kam 1480 eine sp�te Niederlassung der 
Franziskaner zu Stande, an welche sich der Bau der statt-
liehen Klosterkirche bis 1510 anschlois. 
Pfarrkirche St Maria in der Dammer Vorstadt. ^) 
Die um 1800 ihrer Seitenschiffe leider beraubte Kirche 
bildet jetzt, wie der Gruudrifs (Holzschnitt a) lehrt, eine 
romanische einschiffige kreu^ f^�rmige Pfeilerbasilika, deren qua-
dratischer Langchor ebenso fehlt wie die drei Absiden und 
die Seitenschi�'e. Als die �ltesten Theile erscheinen das 
Langhans und das Querschiff � vergl. die untenstehenden 
Hoksclmitte b und c, � doch war das Letztere wieder j�nger 
als das Ersterc und dieses zeigt bereits wieder zwei Bauzeiten, 
weil die beiden westlichen Arkaden und alle geschmiegten 
Oberfenster bereits spitzbogig geschlossen sind. Aus der 
� " " � I ' � 
Ferner setzte man den Bau der Th�rme der Pfarrkirche 
bis in das XVL Jahrhnudert fort, doch erhifJt nur der s�d-
liche Thurm den projektirten Abschlufs mit einem achteckigen 
Steinhelm, w�hrend der Nordthurm erst 1562 � 63 nach vielen 
Ab�nderungen und Erg�nzungen mit dem jetzigen kuppei-
f�rmigen welschen HaubenabschhUs vollendet wurde. Etwas 
fr�her, doch ebenfalls zum Schl�sse des XV. Jahrhunderts ist 
ein umfangreicher aber 
langsam gef�hrter Um-
bau des Kathhauses 
erfolgt,-) wie aus den 
Stadtreclmungen her-
vorgeht und durch die 
Baufonnen am Hause 
selbst � Insbesondere 
seiner Giebel � be-
st�tigt wird. Gleich-
zeitig wurden endlich 
auch die vorhandenen 
drei Thore durch statt-
liche Vorthore wesent-
lich verst�rkt, wobei 
sich bei der Erbauung 
des sch�nen Frauen-
thores um 1488 die 
besondere Gunst und 
Vorliebe des Erzbi-
schofes Ernst bis 1511 
wirksam erwiesen haben 
solL )^ 
Nachdem die Stadt im XVI. und XVIL Jahrhundert 
furchtbare Pestseucheu durchgemacht und die Schrecken und 
Leiden des dreifsigj�hrigen Krieges erduldet hatte, erfolgte 1648 
die Aufl�sung des Erastiftes, wodurch J�terbock erst an das 
s�chsische Haus und im Anfange dieses Jahrhunderts �^ 1815 � 
an Prenfsen kam. 
^^^mmm^m^^m^^^^^W^^^^^i^^^^^^^w^. 
1) Puttrich J�terbog S. 11. 
2) Hef f te r S. 182. 
3) Heff te r S. 225 und P u t t r i c h S. 19 ff 
Gr�ndungszeit � um 1163 � stammen daher nur die vier 
�stlichen im Rundbogen geschlossenen Arkaden und die beiden 
westlichen Viertmgspfeiler, von denen jeder als Kreuzpfeiler 
gestaltet und mit schwerf�lligen Halbs�ulen besetzt ist, welche 
rundschildige "W�rfelkapitelle ohne Deckplatte und Halsring 
tragen. (Holzschnitt a auf Beite 69.) Die Kreuzfl�gel stehen 
auf Granitquadern und sind techniscli viel weniger gut ausge-
f�hrt als die �ltesten 
Bautheile, deren Details 
besonders an den Pfei-
lern durchaus dem 
XII. Jahrhundert an-
geh�ren. Auch sind 
die erhaltenen Viernngs-
bogen, der �stliche wie 
derwestliche bereits spitz 
geschlossen und die 
Ostvierungspf eil er ent-
behren der Halbs�ulen. 
Das Nordkren^ zeigt 
steigende Klein bogen-
friese im Giebel, dar-
unter ein grofses drei-
facli abgestuftes Kreis-
fenster und ein Rund-
bogenportal mit sehr 
sehlichtt^m K�mpfer. 
(Holzschnitt b, Seite 69.) 
Das B�dkreuz ist durch 
Putz last unkenntlich 
geworden, doch findet man auch hier ein dreifach abgestuftes 
Rundbogenportal. (Holzschnitt c, Seite 69.) 
Von den Nebenapsiden sind deutliche Spuren vorhanden; 
auch sie waren bereits spitzbogig geschlossen. Der zweijochige 
Chor ist mit Kreugew�lben bedeckt und mit einem Polygone 
von f�nf Seiten des Achteckes beendigt Die zweitheiligen 
Fenster besitzen gut profilirte Einfassungen (Holzschn. �, Seite 69) 
1) Abbildung der Kirolie von Norden gesehen und eines Klosterfl�gels bei 
P u t t r i c h , J�terbock I. No. 5.
        
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