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Die Mark Brandenburg VI. Die Neumark I. Kloster- und Ordnenskirchen

Full text: Die Mark Brandenburg

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grof�entlieils f�r wirtKschaftliche Zwecke benutzt wurde, deutet 
a,uf eine dreiscliiffige, gew�lbte Hallenkirche hin und scheint 
im Unterbau anders gegliedert gewesen /u sein, als im weiteren 
Aufbau, welcher wegen seiner vielen Blenden mehr dem Cha-
rakter des XIV. Jahrlumderts entspricht. Auffallend ist dabei 
das Fehlen der beiden mittleren Strebepfeiler ak Widerlager 
der L�ngsarkaden, docli ist die �eberw�lbung nicht /M be-
zweifeln. Von der Kirclie ist jetzt, wie der Lageplan lehrt, 
nur noch ein sehr bes(;heidencr Re^t erhalten/) n�mlich der 
einst gew�lbte Chor imd ein kleiner �stlicher Theil der Nord^ 
mauer. Ob der Bau Kreuzgestalt besal's, ist zweifelhaft, k�nnte 
aber durch eine Ausgrabung leicht entschieden werden. Mir 
ist es nicht wahrscheinlich wegen der gut erhaltenen Ostmaucr 
des Kreuzganges. Die Pfeilerfonn im Langhause ist nicht 
siclier bekannt, doch waren es wahrscheinUeh Achteckspfeilcr 
wie die beiden �stlichen noch erhaltenen, weil in dem west-
lichen Nebenraume, bevor er gedielt wurde, im Bodensclnitte 
noch einige achteckige Pfeilerst�mpfe wahrgenommen worden 
sind, die dazu geh�rten. Der Chor, �ber die Ostmauer weit 
vortretend, war in neun Seiten des Zw�lfecks geschlossen und 
mit einmal gestuften Strebepfeilern besetzt. Li neuerer Zeit hat 
man denselben mit alten Ziegeln zum vollen Zw�lfeck f�r den 
Gottesdienst ausgebaut und mit einer Balkendecke nebst Zelt-
dach dar�ber versehen. Vergl. den Holzschnitt. Die ein-
theiligen schlanken Spitzbogenfenster sind schlicht profilirt � 
Holzschnitt in der zweiten Spalte oben links �, ebenso das 
alte, aber bei der Restauration verballhornte Kranzgesims � 
]) Der besonderen G�te des Herrn Bauinspektors Met tko in Arnswaldo 
verdanke ich die nachtr�glichen Aufnahme-Zeichnungen und eine kurze Beschrei-
bung dieser wichtigen Bauanlago. 
Holzschnitt rechts �. Das Rippenprofil sowie ein Friesst�ck 
geben weitere Anschauungen von den Einzelbildungen (n�chster 
�\i : � � � � � : t r : . . : - : : : : . [ h : . - . : ; ^ : : : ; . 
Holzschnitt). Von dem Langhause stehen noch die �stlichen 
�bschlufsmauern � allerdings ver�ndert, weil unten Th�ren 
und dar�ber Rundfenster angeordnet sind � und das �stliche 
St�ck der Nordmauer mit seinen alten Strebe-
f pfeilern. Das Kloster selbst hat durch Um-bau gelitten, doch steht von den wirthschaft-
lichen Nebengeb�uden noch etwa 100 m 
s�dlich ein Bpeieher,^) welcher m�glicherweise das von Pe t zo ld 
abgebildete Brauhaus ist. Leider ist von den beiden Giebeln 
nur noch einer erhalten, aber dieser ist so gut abgestuft und 
durch Spitzblenden und S�gefriese so geschickt gegliedert, dals 
er sicher auc;h noch dem XIV. Jalirliuridert angeh�ren wird 
und nicht dem XV. Jahrhundert, wie Bergan a. a. O. annimmt. 
Das Bte iuformat betr�gt: l. am Kloster und der Kirche 
IIV4, 5V4 und 8Y4 Zoll; 2. am Speicher 11 , �'A und S'A Zoll. 
II. Das Kloster Himmelst�dt. 
Ein zweites Tochterkloster von Kolbatz f�r Cistercienser 
M�nche war Himmelst�dt, welches in der N�he von Lands-
berg a. W. zum Ersatz des Sehadens, den ^olbatz glitten, 
vom Markgrafen Albert 1300 gegr�ndet wurde,^) als j,noveUa 
pkmtatiOj quam appelavimus Locum coeli" >3;. Leider ist die neue 
Pflanzung sehr langsam herangewachsen, denn jfjiotz mehr-
facher Best�tigungen und weiterer Schenkungen 1314, 1321, 
1326 imd 1351 war das Kloster im Jahre 1308 noch nicht 
erbaut, sondern kam erst einige Jahre s|)�ter zu Stande; ur-
kundlich wird erst 1389 ein Abt erw�hnt. 3) Obschon dann 
Papst Bonifaz IX. � 1389 � der Stiftung seine Hilfe lieh 
und Kurfiu-st Friedrich IT. die alten Rechte und Privilegien 
1469 best�tigte,^) so ist doch das Kloster zu keiner gedeih� 
liehen Entwickelung gelangt, ja es erlitt 1470 durch Raub 
und Brand so schwere Besch�digungen, dais es sich nicht 
wieder erholt hat."^) Im Jahre 1539 hat der letzte Abt dem 
Markgrafen Johann das Kloster aufgelassen,*') 
Aus den Prospekten bei Mer lan S. 8 und Pe t zo ld , 
welche nahezu von demselben Standpunkte gezeichnet sind, 
crgiebt sich, dafs die Kirche im Jahre 1652 zwar noch stand, 
aber bereits zu wirthschaftlichen Zwecken benutzt wurde (ihr 
alter Westgiebel war bereits durch einefi Fachwerkbau ersetzt 
worden) und dafs sie im Jahre 1712 zur Ruine geworden war 
� wahrscheinlich in Folge eines Brandes �, weil der Autor 
�Ruinirte Kirche" dar�ber geschrieben hat.') 
III. Das Kloster Zehden. 
Von den drei Kl�stern des Clstercienser-Ordens, welche 
die Landesherren zur Versorgung der T�chter ihrer Vasallen 
in der Neumark gestiftet haben, n�mlich Zehden, Bernstein 
1) Bei Bergau S. 253 als h�bsches Schaubild wiedergegeben. 
2) B i e d e ! XVIII , S. 372. 3) Riedel XVIII , S, 403 u. 411. 
4) Riedel XVIII , S. 425. 5) Riedel XVIH, 8.420. 6) Riedel XVIII , �. 438. 
7) Himmelat�dt fehlt bei Bergau. Eine genaue Aufnahme aller noch er-
haltenen Reste w�re f�r Marienwalde und Himmelst�dt sehr w�nschenswerth.
        
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