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Die Mark Brandenburg II. Die Altmark I. Die Klöster der Altmark

Full text: Die Mark Brandenburg

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1225�^35 begonnen, aber langsam gef�rdert wurde, niemals 
vollendet, sondern mit einem schlechten Walmdache nebst Dach-
reiter nothd�rftig nach oben hin abgeschlossen worden. Die 
Klostergeb��de waren wie diejenigen zu Arcndsee in einfachen 
reducirten Formen erbaut und zeigten wie der Thurmbau den 
Uebergang vom romanischen zum gothischen StyL Der inter-
essanteste Theil derselben (bei dem Abbruch erhalten), ist ein 
m�fsig grofser mit 5 Spitzbogenblenden ausgestatteter Giebel, 
welcher durch die Theilung der Spitzbogenblenden mittelst eines 
Stabes, der ringf�rmige K�mpfersteine besitzt, als der vorge-
schrittenste Bautheil von Diesdorf zu beachten und mit dem 
Ostgiebel des Klosters Neuendorf in engste Verbindung zu stel-
len ist. � 
T e c h n i s c h e s . 
Die auf Granitfundament ruhende Kirche zeigt im Allge-
meinen einen sehr t�chtigen, theilweis sogar h�chst gediegenen 
Backsteinbau, welcher durch gutes Material unterst�tzt, von den 
Bauten der westlichen Altmark, namentlich denjenigen zu Salz-
wedel und Gardelegen vortheilhaft absticht Die �stlichen Theile, 
besonders die Absiden, k�nnen mit ihrer meisterhaften Technik 
nur mit Jerichow verglichen werden und beweisen wiederum 
durch ihre treffliche Erhaltung, eben so wie jenes die fast un-
zerst�rbare Dauerhaftigkeit eines sorgf�ltig durchgef�hrten Back-
steinbaues. An den Mauern ist meistentheils der wendische Vor-
band angewendet; seltener zeigt sich der gothische Verband, und 
meiste wie am Thurmbau nur da, wo durch die glasirten K�pfe 
aller Strecker ein farbiges Muster hergestellt werden sollte. 
Die Ecken des Thurmes, welcher auf Granitfundamenten ruht, 
sind schwach abgerundet, aber sehr genau lothrecht gemauert. 
Die im Innern vorhandenen di*ei Gew�lbe sind sechskappige auf 
profilirten Eippen ruhende Kreuzgew�lbe. Die scharfgratigen 
Kreuzgew�lbe der Kirche sind 1.] Stein stark, sehr hoch hinter-
mauert und waren von unten geputzt und bemalt. Ebenso war 
der Theil der Obermauern zwischen den Hauptpfeilern und den 
Gew�lben geputzt und bemalt; die Pfeiler und unteren W�nde 
dagegen nur in gefugter Arbeit hergestellt. Auch haben sich 
Spuren von Malerei an dem geputzten Gew�lbe der Seitenabsis 
gezeigt Die sehr starken Obermauern sind nicht im Innern 
durch F�Umauerwerk hergestellt, sondern zeigen durchgehenden, 
sehr sorgf�ltigen Backsteinbau. 
Das Format der Backsteine betr�gt an der Hauptabsis lOjZoll, 
4iZo]l u. 3 | 2o ] l ; an der Westfront lOJ �lO^Zoll, 4i � 4 | Zoll 
und 31�3;^ Zoll. 
Die Klostergeb�ude aus minder guten und etwas gr�fseren 
Backsteinen erbaut, waren nur verblendet und enthielten im In-
nern F�llmauerwerk, 
K u n s t w e r k e . 
Das bemerkenswertheste Kunstwerk ist ein oblonger Grab-
stein, welcher in eingravirten Umrissen einen Mann mit weich 
behandelter Gewandung und langer Haartracht darstellt, der ein 
umwickeltes Schwert in der Rechten und ein rautenf�rmig qua-
drirtes Wappenschild zur Linken tr�gt Die in r�mischen ge-
rundeten Majuskeln geschriebene Umschrift lautet: Anno Dmi 
MCCLXXIV. VII mm. Octobr. . . . Comeft hiric de L�chow, worin 
also ein Wohlth�ter aus dem Geschlechte der Grafen von L�chow 
erkannt wird. Aufserdem ist noch das unter dem Arcus trium-
phalis aufgestellte Heilandskreuz, in Holz geschnitzt und bemalt 
vorhanden, sowie unter den Steinskulpturen der oberen Nonnen-
Empore ein kleines, aber treffliches Marienbild Erw�hnung ver-
dient. ..v � 
R e s u l t a t 
Auf Grund der oben entwickelten Analyse kann der Osttheil 
der Kirche, also Chor und Querschiff nebst den Absiden, a b e r 
o h n e G e w � l b e als der Stiftungsbau von ca. 1157�61 be-
trachtet werden dessen Baumeister wahrscheinlich Iso von Je-
richow war. Das Langhaus ist sodann im �nschlufs an den 
ersten Bau fortgesetzt und gegen 1188 vollendet worden. Der^,, 
Thurmbau entspricht einer Bauzeit von ca. 1225 � 35. 
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X. Klosterkirche zu Dambeck. 
Dieses kleine, eine Meile s�dlich von Salzwedel belegene 
Kloster, soll nach Entzelt's Angaben im Jahre 1224 zur Zeit des 
Papstes Honorius n . und des Kaiser Friedrich n . von einem 
Grafen von Dannenberg gestiftet worden sein. Auch sollen die 
drei T�chter dieses Grafen, Adelheid, Kunigunde und Oda, (welche 
1261 starb) die drei ersten Aebtissinnen im Kloster gewesen sein'). 
Da aufser dieser etwas auffallenden Nachricht sonstige Urkunden 
�ber die ersten Schicksale des Klosters keine Auskunft geben 
und andere fragmentarische Nachrichten vom Jahre 1261 ^) das 
Mifstrauen gegen die mitgetheilte Stiftungsnotiz erh�hen, so hat 
man Anstand genommen, die Mittheilung des Entzelt als histo-
risch g�ltig anzunehmen. Die wenigen Nachrichten, welche �ber 
den Zustand des Klosters berichten, hat Beckmann a. a. O. V. Th., 
I. B., X. Kap. gesammelt, und diese nebst urkundlichen Belegen 
aus den Archiven der Familie von der Schulenburg, bei Riedel 
Cod. dipl. VI. Bd. unter Beetzendorf und Apenburg lassen hin-
reichend erkennen, dafs das Kloster niemals zu einer Bedeutung 
wie Jerichow, Diesdorf und Arendsee gelangt ist, sondern stets 
eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Im Jahre 12G1 wird eine 
Schenkung best�tigt, 1288 wird eine andere Schenkung unter 
der Bedingung f�r den Geber ein ewiges Licht zu stiften, �ber-
wiesen. Fernere Vergebungen erfolgen 1344, 1384 und 1388-'). 
Die Letzteren sind wohlth�tige Aeufserungen der Sehulenburg-
schen Familie aus deren Gliedern sp�terhin fast immer die Pr�pste 
des Klosters erw�hlt wurden. Als die Reformation eintrat, wurde 
die Propstei von Dambeck von Joachim IL um 1540 derselben 
Familie auf eine Reihe von Jahren �berlassen, ohne dafs der 
bestehende Jungfrauen-Convent aufgel�st worden w�re. Im Jahre 
1607 wurde alsdann das Kloster nebst seinen Besitzungen der 
neu gestifteten F�rstenschule zu Joachimsthal �berwiesen und 
dieser Besitz im Jahre 1G45, nachdem der Convent ausgestorben 
war, best�tigt. Auf Grund dieser churf�rstlichen Verleihungen 
ist das JoachimsthaFsche Gymnasium zu Berlin im Besitze des 
Klosters und der Klosterg�ter. , ' ' 
B a u b e s c h r e i b u n g . '-^  
Die auf Blatt XXXI, Fig. 1 und 8 nur im Grundrifs darge-
stellte und durch ein Detail charakterisirte Kirche ist in Back-
steinen erbaut. Das trefflich erhaltene Bauwerk zeigt schon 
durch die Kleinheit seiner Maafse und Sparsamkeit in allen Details 
die geringen Mittel, �ber welche das Kloster bei dem Bau der 
Kirche zu verf�gen hatte. Es ist ein langer einschiffiger Bau 
mit flacher Holzdecke, an den sich eine grofse �berw�lbte Absis 
in Osten anschliefst. Mit Ausnahme des an der Westfronte vor-
handenen, sp�ter hinzugef�gten Glockenthurmes ist der Bau aus 
einer Zeit und zwar der durch Entzelt �berlieferten Stiftungszeit 
von 1324. Dies wird ein Mal dadurch erwiesen, dafs neben 
�lteren romanischen bereits neue gothische Kunstformen auftreten. 
Die Absis zeigt noch ganz den romanischen Charakter, n�mlich 
drei rundbogige Fenster, deren Zwischenwandpfeiler mit flachen 
Lissenen geschm�ckt sind, aber die sehr schlanken Fenster sind 
bereits mit abgestuften Gew�nden und ziemlich dicken Rund-
st�ben ausgestattet, w�hrend die Lissenen flach und sehr breit 
( I d s t e i n ) gebildet erscheinen ' ) . Auch der auf der Nordseite 
dicht an der Absis noch erhaltene Bogenfries, Bl. XXXI, Fig. 1, 
stellt in seiner kleeblattartigen Bildung das Auftreten neuer Kunst-
formen dar. Die Fenster des Langhauses zeigen �bereinstimmende 
' ) E n t z e l t cd. Ammersbach a. a. O. S. 125. . . 
") R i e d e l , Mark Brand. I. 54. , ' ' : 
^) B e c k m a n n a. a. O. S. 166. ff, 
*) Die Achnlichkeit mit den Absidenfenstern zu Jerichow ist unverkennbar und wird 
hierdurch ein neuer Anhaltspunkt f�r die daselbst getroffene Zeitbestimmung von ca. 1210 
gewonnen.
        
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