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Die Mark Brandenburg II. Die Altmark I. Die Klöster der Altmark

Full text: Die Mark Brandenburg

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essant, die mit denen des Klosters Neuendorf verwandt, einer 
bleichen Bauzeit, der Mitte des XIII. Jahrhunderts angeh�ren. 
Hervorzuheben ist namentlich die innere Architektur, welche �ber 
den nach aufsen hhi spitzbogig ge�ffneten Fenstern flache Bogen 
gespannt und diese Anordnung systematiscli in mehreren Ge-
schossen �bereinander durchgef�hrt hat -: : 
S R T e c h n i s c h e s . 
: Die Ausf�hrung des Bauwerkes ist nicht so vorz�glich, wie 
die von Jerichow oder Diesdorf, aber noch immer gut und ge-
diegen zu neimen. Am besten sind Chor, Hauptabsis und Quer-
schiff gemauert, w�hrend die L�ngsfronten und der Westgiebel 
trerimrere Sorgfalt verrathen. Entschiedene Nachl�ssigkeit bei 
der Ausf�hrung zeigen der Kreuzgang und der Obertheil der 
Nonnen-Empore; dagegen sind alle Gew�lbe von trefflicher Ar-
beit. Die St�rke derselben betr�gt im Scheitel 1 Stein und sie 
sind bis auf | der H�he hintermauert. Spuren des Vei*falles sind 
daran nirgends sichtbar. 
Die Gew�lbefl�chen waren stets geputzt, die Wand- und 
St�tzenfl�chen scheinen aber urspr�nglich nur gefugt gewesen 
zu sein. Die Bogenleibungen der Fenster und Schiffsarkaden 
sind in der �ntcrfl�che zwar durchgehends geputzt, aber der 
Putz h�rt stets 2�3 Zoll vor der Vorderkante des Bogens auf. 
Die im Innern angewendeten Kunstformen zeigen eine flei-
fsige Arbeit. So weit ein Urtheil m�glich ist, scheinen Kapitelle, 
K�mpfer und Basen nicht geformt, sondern gemeifselt zu sein, 
dagegen sind die gerundeten Verblendungssteine der Hauptabsis, 
sowie die Plinthen- und Lissenensteine daselbst geformt. Inter-
essant ist das im Holzschnitt mitgetheilte, an der 
Hauptabsis befindliche Werkzeichen, welches genau und 
sorgf�ltig in einen gew�hnlichen Verblendungstein ein-
gemeifselt ist. 
Von dem Hauptportal des S�dkreuzes, Bl.XXVHI, Fig. 8, ist 
sowohl der Verband der Seiten-Einfassungen, als der der Bogen 
mitgetheilt, wobei noch Folgendes hinzuzuf�gen ist. Da der Bogen 
in sogenannten Rouladen gemauert ist, so kann ein Verband der-
selben unter sich nicht stattfinden, wie dies auch aus den nicht 
zusammentrefienden Lagerfugen ersichtlich ist. Es ist wohl des-
halb bei dem betreffenden Verb�nde darauf Ri^cksicht genommen, 
den R�cken jeder Bogenschicht m�glichst eben herzustellen, zur 
I^hre gleichsam f�r die Leibung der folgenden. 
Der angewendete Steinverband ist meistentheils der wendi-
sche, seltener der Blockverband. Die Kuppelgew�lbe sind zwar 
nicht �berall, aber doch vorwiegend in geschlossenen Ringen 
gemauert. Das Format der gut gebrannten hellrothen Steine be-
tr�gt an der Absis 11 Zoll, 5�5^ Zoll und 3J Zoll; an der West-
front 11 � l l i Zoll, 4i| � 5 Zoll und 3^ Zoll, wodurch wiederum 
auf den nahen Zusammenhang der Bauzeiten beider Theile hin-
gewiesen wird, ,\ :' \ ; 
� � . ' - K u n s t w (j r k e , , �� ,'_.� .���"���.,,;' '.", 
Von mittelalterlichen Kunstwerken ist nur der in dem Quer-
schnitte auf Bl. XXVI, Fig. 1 dargestellte Fl�gelhochaltar zu nen-
nen, der in der Mitte die Kr�nung Maria, daneben die 12 Apostel 
unter Baldachinen und in der Pedrella die Brustbilder von 7 weib-
lichen Heiligen, � Alles trefflich geschnitzt, bemalt und vergoldet, 
darstellt. Die fleifsige und gediegene Arbeit beurkundet einen 
sehr guten Meister, dessen Name leider weder Monogramm noch 
Inschrift �berliefert. Die Behandlung der Architektur ist von 
einer merkw�rdigen Uebereinstimmung mit den sch�nen Schnitze-
reien an dem Baldachin der Kapelle des heiligen Blutes hinter 
dem Hochaltare der Klosterkirche zu Dobberan. Man glaubt in 
dem Altare zu Arendsee die Hand desselben Meisters zu erkennen. 
Da jene Schnitzereien zu Dobberan auf Grund der daran vor-
kommenden Wappen in das Jahr 1425 gesetzt werden k�nnen, 
so ist es erlaubt, f�r den so �hnlich behandelten Altar von Arend-
see eme gleiche Zeitepoche anzunehmen. 
R e s u l t a t . ^ 
Der Hauptbau der Klosterkirche wii'd nach dem Resultat 
der mitgetheilten Untersuchung von 1183�1208 ausgef�hrt sein 
und zeigt als fr�her Gew�lbebau eine bemerkenswerth einheit-
liche Konception und ebenso sichere Durchf�hrung. Die Klo-
stergeb�ude entsprechen dem Styl in der Mitte des XIII. Jahr-
hunderts; auch kann die S�dkapelle (St. Thomas) wohl auf 1280 
angenommen werden. Der Glockenthurm datirt von 1473, w�h-
rend die Nonnen-Empore und der Kreuzgang etwas sp�ter, wohl 
gegen 1480 erbaut sein werden. 
\-:/--'-^ * IX. Klosterkirche zu Diesdorf. 
H i s t o r i s c h e s . 
Dieses 3 Meilen s�dwestlich von Salzwedel belegene Kloster 
wird nnter dem Namen � Marienwerder" zuerst in einer Urkunde 
des Bischofs Herrmann v. Verden v. J. 1161 erw�hnt, worin 
derselbe der so eben fertig gewordenen imd von ihm einge-
weihten Klosterkirche bedeutende G�ter in der Umgegend �ber-
weist. Als Stifter des Klosters wird in dieser Urkunde Herr-
niann, Sohn des Grafen Ulrich von Wertbeke genannt, ') und 
das Verdienst eines frommen M�nches Iso, welcher Tag und 
Nacht selbst gearbeitet hatte, um mit H�lfe und Unterst�tzung 
gl�ubiger Christen den Kirchenbau zu vollenden, besonders her-
vorgehoben. 2) Ohne Zweifel ist in dem Bruder Iso der Bau-
meister des �ltesten Thelles der Kirche, welcher am 10. Dezem-
ber 1161 geweiht wurde, zu verstehen und mit R�cksicht auf 
die besondere Wichtigkeit dieses Baues w�rde es von Interesse 
sein, etwas Weiteres �ber eine anderweitige Bauth�tigkeit die-
ses geistlichen Architekten kennen zulernen. Leider sind aber 
d i rek te Mittheilungen weder in der oben cithten noch in an-
deren zur Pr�fung herangezogenen Urkunden aufzufinden ge-
wesen. Dafs der von 1205�^31 regierende Bischof Iso von 
Verden (ein Grafensohn aus dem Hause W�lpe), nicht der Bru-
der Iso, welcher von etwa 1157^1161 zu Diesdorf die Klo-
sterkirche erbaut, gewesen sein kann, lehrt eine Vergleichung 
der Zeitangaben. Angenommen, dafs Iso im Jahre 1157 min-
destens 20 Jahre alt war, so m�fste er bei seinem Tode das 
seltene Alter von 94 Jahren erreicht haben, was schwerlich 
in der Geschichte des Bisthums Verden anzumerken vergessen 
worden w�re. Aufserdem sagt aber Bischof Herrmann in der 
Weihungs-Urkunde ausdr�cklich: y^frater Iso, adveniens^, was 
wohl nicht anders gefafst werden kann, als dafs Bruder Iso 
von einem andern Stiftssprengel her zur H�lfsleistung nach 
Diesdorf gekommen sei. Und an diese Thatsache l�fst sich eine 
andere auf technischem Gebiete ankn�pfen, wodurch �ber die 
Person und weitere Th�tigkeit des Iso Aufschl�sse gewonnen, 
werden, welche wenigstens einen hohen Grad von Wahrschein-
lichkeit besitzen. Da n�mlich die vom Stiftungsbau erhaltenen 
Theile der Klosterkirche zu Diesdorf, n�mlich Chor und Quer-
schiff, den besten Backsteinbau zeigen, der in der Altmark vor-
kommt, und der nur mit der eben so vollendeten Technik zu 
Jerichow verglichen werden kann, da ferner im Jahre 1161 nir-
gend anderswo ein so stattlicher, epochemachender Backsteinbau 
in den Marken vorhanden war, der als Vorbild dienen konnte, 
als gerade Jerichow, so ist es h�chst wahrscheinlich, dafs auch 
von dort her die neue Bauweise nach Diesdorf �bertragen wurde. 
Diese Vermuthung wird dadurch unterst�tzt, dafs zu Jerichow ein 
M�nch, Namens Isfried genannt wird, der von 1159 ab in Ur-
kunden als Propst des grofsen Pr�monstratenserklosters erscheint 
' ) Die Grafen von Wartbeck oderWarpke, weiche sp�ter unter dem Namen Grafen 
von L�chow erscheinen, sind auch als Wohlth'�ter der Kl�ster Amclunxborn and �einhausen 
bekannt � W o h l b r � c k , a. a. 0 . S.88 n. R a u m e r , Keg. 720 u. 1272. 
*) Hermannus Comes Udalrici Comitis de Wertbeke �lius . . . . et ibi Canonicos ei in-
clusas moniaUs sub regula Austini Dco et B. Mariae servire instituit, quo quondam vene-
rabilis frater IsOf adveniens, ut aetemam sui nominis memoriam apud Deum conderet, in eo-
dem Dei agro nocie ac die laboravit et propria labore �deliumqu� oblatione udjutus hatte ec-
clesian Deo cooperante consummavit, � B u c h h o l z , Gesch. der Chunnark Brandenburg 
Thl. IV. �rk. A. S. 6 und B e c k m a n n , a. a. O. Kap. X. Sp. 139. 
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