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Die Mark Brandenburg II. Die Altmark I. Die Klöster der Altmark

Full text: Die Mark Brandenburg

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mit einfachen Fialen geschm�ckte Ostgiebel etwas sp�ter aufge-
f�hrt worden ist als das Absisdach, ist nicht mit v�lliger Sicher-
heit zu entscheiden, da er mehrfachen Reparaturen ausgesetzt 
gewesen ist. Urspr�nglich hat er wahrscheinlich die ganz schlichte 
Fialenbildung, welche die beiden untern Fialen zeigen, besessen, 
und ist erst sp�ter, wohl gleichzeitig mit der Ueberw�lbung des 
Mittelschiffs etwas reicher aber immer noch sehr einfach, aus-
gebildet worden. , - ^ ���^.� 
Die gut gemauerten Kreuzgew�lbe des Mittelschiffs, deren 
birnenf�rmige Rippen auf einfach abgeschr�gten K�mpfersteinen 
aufsetzen, k�nnen sehr wohl der ersten H�lfte des XIV. Jahr-
hunderts angeh�ren, in der das reich dotirte Kloster seine h�chste 
Bl�the erreichte. Einer noch sp�teren Bauzeit, dem Ende des 
XV. oder dem Anfange des XVI. Jahrhunderts entsprechen so-
dann die oberen Theile des s�dlichen Seitenschiffs nebst den Ge-
w�lben desselben. Die hochbusigen Kreuzgew�lbe mit Schlufs-
ringen sind sehr nachl�ssig und eilig aufgef�hrt, und zeigen darin 
eine sichtbare Verschiedenheit mit den Gew�lben des Mittel-
schiffs. Auf der Ost- und Westseite des s�dlichen Seitenschiffs 
befinden sich breite dreitheilige Spitzbogenfenster (Fig. 3, Quer-
durchschnitt), welche mit ihrem rohen Maaiswerk ebenso wie 
die kleinen einfach abgestuften flachbogigen Oberfenster der oben-
genannten Bauzeit, vielleicht sogar dem Renovationsbau von 1527 
angeh�ren. Die Verh�ltnisse des Innern sind breit und niedrig, 
so dafs in Verbindung mit den st�mmigen Pfeilern und S�ulen 
und wuchtigen Bogen ein merkw�rdig alterth�mlicher Charakter 
sichtbar wird, der an die �ltesten Bauten in Irland und der Bre-
tagne erinnert, namentlich aber zu den Backsteinbauwerken des-
selben Jahrzehndes in der Mark, wie Jerichow den st�rksten Ge-
gensatz bildet. 
Der Holzschnitt giebt von der Wirkung des Innern eine 
skizzu'te Darstellung. 
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/,,.� T e c h n i s c h e s . 
Die grofsen-Mauerst�rken finden in der Technik des Gra-
nitbaues, sowie in der beabsichtigten Ueberw�lbung der Seiten-
schiffe ihre Erkl�rung. Das Granitmauerwerk ist nicht �berall 
gleichm�fsig gut und sorgf�ltig behandelt. An der Abais und 
den erhaltenen Theilen der L�ngsfa^ade findet sich das aus gleich 
hohen behauenen Steinen hergestellte sogenannte Bahnen Mauer-
werk, an vielen anderen Stellen erscheint aber verzwicktes Po-
lygonmauerwerk gew�hnlicher Art. Doch zeigt sich der alte 
Granitbau durchweg besser und sicherer behandelt als der Back-
steinbau. Es ist sehr wahrscheinlich, dafs die Werkleute des ersten 
Baues mit der alten Werkstein- und Bruchstein-Technik besser 
vertraut waren, als mit der des �acksteinbaues, weshalb auch 
der letztere nur wie ein dekorativer Schmuck verwendet und 
noch �ngstlich und unsicher behandelt wurde. Erst der Back-
steinbau der II. und III. Bauzeit zeigt die bessere Technik einer 
sp�teren Zeit. Dahin geh�rt das gut gemauerte halbe Kegeldach 
�ber der Hauptabsis, welches 1 Stein stark aus schr�g gestellten 
Schichten construirt ist. Zwar ist der Verband nicht immer 
beobachtet, denn unterhalb treten haupts�chlich Strecker, und 
nach obenhin haupts�chlich L�ufer auf, aber die vortreffliche 
Erhaltung dieses Steindaches, spricht f�r die solide Herstellung 
am besten. ' ) 
Von grofser SchHchtheit und doch 
vollkommen gen�gender Wirkung er-
scheinen die kleinen Fialen des Ost-
giebels, deren eine der Holzschnitt 
darstellt. Die krabbenartigen Vor-
spr�nge sind aus halben Rippenstei-
nen construirt, w�hrend die Spitze 
von einem umgekehrt aufgestellten 
Rippenstein hergestellt ist. Die hoch-
busigen Kreuzgew�lbe des Mittel-
schiffs ruhen auf birnenf�rmigen Rip-
pen und besitzen einfache Schlafs-
ringe von demselben Profil. 
R e s u l t a t . ^ ^ ilff^ 
Die Klosterkirche von Krewese zeigt im Grofsen und Gan-
zen den alten Stiftungsbau, welcher 1157 begonnen und mit 
R�cksicht auf die oben citirte Best�tigrmgs-Urkunde Albrechts 
des B�ren und die Kleinheit der Kirche sehr w^ohl schon 1160 
vollendet sein kann. Trotz der geringen Gr�fse geh�rt aber die 
Kirche zu den interessantesten Bauwerken der Mark Branden-
burg. Einmal mufs sie als der � l t e s t e G e w � l b e b a u in der 
Mark betrachtet werden, andrerseits gew�hrt sie ein anschauli-
ches Bild von dem Bestreben jener fr�hsten Zeiten, eine alt-
ge�bte Bauweise, � die des schweren Granitbaues, � mit einer 
neu in das Land �bertragenen, � der des Backsteinbaues zu 
verschmelzen. Dieses Bestreben hat damals sicherlich viel An-
erkennung gefunden und ist oft wiederholt worden, so z. B. an 
den Pfarrkirchen zu Osterburg und Seehausen �^), aber nirgends?^ 
sind so vollst�ndige und wohlerhaltene Reste dieser besonderen 
Technik vorhanden, wie zu Krewese. Die Br�nde des Jahres 
1268 und 1282, deren oben unter Historisches erw�hnt wurde, 
haben dem soliden alten Steinbaii nur Dach und Decke rauben, 
aber nichts Wesentliches zerst�ren k�nnen. Das Steindach der 
Absis nebst dem urspr�nglich einfacher gestalteten Ostgiebel 
k�nnen auf eine jener beiden Jahreszahlen, die Ueberw�lbung 
des Mittelschiffs auf ca. 1350, und die Herstellung des s�dli-
chen Seitenschiffs nebst Gew�lben auf das Jahr 1527 gestellt 
werden. . 
VII. Pfarrkirche zu Kalberwisch. 
Unter den D�rfern, welche die Grafen von Osterburg in 
der N�he ihres Stammsitzes Osterburg besafsen, werden die in 
der Wische belegenen D�rfer Kalberwisch und K�nigsmark als 
diejenigen genannt, deren Kirchen 1164 vom Grafen Heinrich 
von Osterburg erbaut worden seien. Entzelt, der diese Nach-
richt erhalten hat, f�gt hinzu, dafs dieser Graf an ersterem Orte 
') Ueberhaupt d�rften derartdgo Steindecken bei absidenaT�gen Chorschl�sseii um so 
mehr zu empfeblen sein, als der �nscblufs an die Giebelmauer dadurch v�llig dicht er-
halten werden kann, wus bekatmllich bei Ziegel^ oder Schieferd�chern grofse Schwierig-
keiten hat und fast nie gen�gend erreicht wird. 
' ) Auch die gleich nach 1170 erbaute Kirche des Dorfes Dr�sedau hei OstCTburg 
zeigt in den gekuppelten Schall�flhungen des Thurmes, am Triumphbogen des Chores etc. 
ebenfalls Granit- und Backsteinbau so verbunden wie zu Krewese.
        
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