Publication:
2018
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364978
Path:
JAHRESBERICHT
2017
Schwerpunktthemen
des Landeslabors
Berlin-Brandenburg

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Vorwort

Vorwort

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
mit dem Jahresbericht 2017 wollen wir Sie in gewohnter
Weise über die Schwerpunkte unserer Aufgaben im
zurückliegenden Jahr sowie über die in das Jahr 2018 hineinlaufenden Aktivitäten informieren.
Wesentliche Aufgabe war es, die Stabilität sowohl in personeller als auch technischer Hinsicht zu gewährleisten.
Herausforderungen, stets das fachlich geeignete Personal
zu gewinnen, konnten in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen und dem Personalmanagement gut gemeistert werden. Wie auch in anderen Branchen merken wir
als LLBB, dass der Markt an geeigneten Fachkräften
zunehmend angespannter wird. Deshalb wird es zukünftig unsere Aufgabe sein, die Rahmenbedingungen für die
Mitarbeiter mit Blick auf die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie zunehmend attraktiver zu gestalten. Obwohl in
einem Laborbereich nicht alle Arbeitsplätze z. B. für mobiles Arbeiten geeignet sein können, wollen wir das Thema
als eines von mehreren Handlungsfeldern kreativ zusammen mit unseren Führungskräften und unter Beteiligung
der Beschäftigtenvertreter angehen.

einem reibungslosen Einzug in Zusammenarbeit mit
einem Spezialumzugsunternehmen ab 01.03.2019 und
einer funktionierenden Inbetriebnahme aus. Das neue
Laborgebäude wird unterschiedlichen Testszenarien
unterzogen um die vollständige Betriebsfähigkeit der Einrichtung garantieren zu können. Der Umzug soll nach
längstens 4 Wochen abgeschlossen sein. Zur Sicherstellung einer schnellen Inbetriebnahme werden bereits ab
14.02.2019 neue Gerätschaften, insbesondere für die
Bearbeitung unabweisbarer Proben, in den Neubau eingebracht. Die technische Ausstattung wird modernsten
Ansprüchen gerecht werden. Hierzu gehören z. B. auch
die DECT-Telefonie und vollständige WLAN Ausstattung.
Die Arbeiten zur Einführung eines Umwelt-Labor-Informations- und Managementsystems (ULIMS, Softwarelösung für den Bereich Umwelt und Strahlenschutz) sind
ebenfalls weiter vorangeschritten. Dieses System ist auch
wegweisend für den im LLBB beginnenden Prozess der
Digitalisierung. Der Produktivstart des neuen LIMS wurde
schrittweise ab der zweiten Jahreshälfte 2018 begonnen
und wird zu Beginn des Jahres 2019 voll in Betrieb gehen.

Mit großem personellen Aufwand wurde das Großprojekt
Berlin Adlershof weiter vorangetrieben. Mit rund 20.000
m² Nutzfläche wird der neue Dienstsitz in Berlin Adlershof
für 380 Mitarbeiter die neue berufliche Heimat sein.

Das in 2016 begonnene Vogelgrippegeschehen in
Deutschland beschäftigte das LLBB auch Anfang 2017
weiterhin maßgeblich. Die laborseitige Absicherung des
zusätzlichen Seuchengeschehens und die in diesem
Zusammenhang zu erbringenden vermehrten Laboruntersuchungen von Proben auf das aggressive (hochpathogene) Aviäre Influenza-Virus A gelang nur durch die gezielte
Steuerung und Bündelung von Personalressourcen, da
mithin auch Wochenenddienste zu verrichten waren.

Das Projekt Neubau kann zum jetzigen Zeitpunkt und
heutiger Einschätzung im Hinblick auf die Umsetzung der
Planung, Termintreue und überschaubare finanzielle Risiken als erfolgreich eingeschätzt werden. Das Umsetzungs- und Realisierungskonzept im Rahmen eines sogenannten PPP Modells in Zusammenarbeit mit der Berliner
Immobilienmanagement GmbH und HOCHTIEF hat sich
aus Sicht des LLBB bewährt. Alle Beteiligten gehen von
einem erfolgreichen Auszug aus den Altliegenschaften
Berlin Invalidenstraße, Potsdam und Kleinmachnow,

Das Thema Lebensmittelkriminalität und Lebensmittelbetrug (Food Fraud) nimmt auch in Berlin und Brandenburg
weiter an Bedeutung zu. Das Landeslabor als amtliche
Untersuchungseinrichtung wird sich zukünftig verstärkt
mit der Fragestellung auseinandersetzen müssen, um hier
mit dem wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen Schritt halten zu können. Hierzu wird das
LLBB auf die Unterstützung der Trägerländer angewiesen
sein, um ein entsprechendes Projekt entwickeln und vorantreiben zu können.

Bezüglich der Investitionen ist das LLBB besonders ehrgeizig einen modernen Stand der Technik zu erhalten
beziehungsweise auszubauen.

2

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Vorwort

Im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Legionellen in
den letzten Jahren hält das Land Berlin die Etablierung
einer Methode zur Probenahme und Untersuchung auf
Legionellen in verschiedenen Wässern im LLBB als äußerst
notwendig, um von Amtswegen eine zeitnahe Gefahrenabwehr nach dem Infektionsschutzgesetz § 16 im Falle
eines Legionellen-Ausbruchs durchführen zu können. Da
derzeit im Landeslabor die erforderlichen Rahmenbedingungen nicht vorliegen, ist es auch hier notwendig, dass
diese mit den Trägerländern abgestimmt werden, um die
notwendigen Schritte zur Durchführung der amtlichen
Aufgabenstellung einleiten zu können.
Das LLBB ist in einem ständigen Prozess jetzt zunehmend
aktiv, fachliche Schwerpunkte und Synergien für das Haus
im Zusammenhang mit den neuen Möglichkeiten im Neubau zu generieren. Die Ansätze für Optimierungen werden zunehmend konkreter und erreichen eine Entscheidungsreife z. B. Bündelung der mikrobiologischen Untersuchungen bzw. Prüfung von Optimierungsmöglichkeiten
in der Zentralen Probenlogistik.

Norbert Buchholz
Direktor (m.d.W.d.G.v.b.)

3

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Vorwort............................................................................................................................................................................ 2
Das Landeslabor Berlin-Brandenburg stellt sich vor................................................................................................... 6
Organisationsstruktur......................................................................................................................................................................................7
Leistungsübersicht...........................................................................................................................................................................................8
Die Abteilungen im Überblick....................................................................................................................................................................11
Qualitätsmanagement................................................................................................................................................................................. 12
Öffentlichkeitsarbeit..................................................................................................................................................................................... 13
1 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel........................................................... 15
Statistik und Überblick 2017.............................................................................................................................................................................. 16
Untersuchungsprogramme............................................................................................................................................................................... 19
Monitoring....................................................................................................................................................................................................... 19
Bundesweiter Überwachungsplan........................................................................................................................................................... 20
Nationaler Rückstandskontrollplan für Tiere und Erzeugnisse tierischer Herkunft 2017....................................................... 20
Zoonosen-Monitoring.................................................................................................................................................................................. 21
Landesprogramme Berlin................................................................................................................................................................................... 23
Rückstände und Kontaminanten in Fischen aus Berliner Gewässern........................................................................................... 23
Projekt Schulessen......................................................................................................................................................................................... 23
Landesprogramme Brandenburg.................................................................................................................................................................... 24
Landesprogramm zur rückstandsanalytischen Untersuchung von frischem Bio-Obst
und Bio-Gemüse aus dem Land Brandenburg..................................................................................................................................... 24
Nickel in Lebensmitteln............................................................................................................................................................................... 25
Untersuchung von Brandenburger Forellen auf Rückstände an Antibiotika
und Triphenylmethanfarbstoffen............................................................................................................................................................. 27
Schwerpunkt: Schadstoffe in Lebensmitteln............................................................................................................................................... 28
Fipronil............................................................................................................................................................................................................... 28
Zur Untersuchung von Kakao auf PAK.................................................................................................................................................... 30
Gehalte an biogenen Aminen, flüchtigen Verbindungen und Gesamt-Schwefeldioxid in Weinen –
ein Marktüberblick........................................................................................................................................................................................ 31
Untersuchungen von Einfuhrproben auf Mykotoxine....................................................................................................................... 33
Weitere ausgewählte Schwerpunktthemen................................................................................................................................................ 34
Exposition von Sarkosporidien in Wildfleisch....................................................................................................................................... 34
Hirseflocken – (k)ein Hochgenuss?........................................................................................................................................................... 35
Wie steht es ums Softeis? Ein Vergleich der mikrobiologischen Qualität von Softeis
mit lose verkauftem Speiseeis aus der Theke....................................................................................................................................... 37
So würz nichts – Gewürze und andere streufähige Würzmittel unter der Lupe....................................................................... 39
Insekten als Lebensmittel............................................................................................................................................................................ 40
Keimbelastung von Früchtetees in Kindertagesstätten.................................................................................................................... 42
Snus-Analoga.................................................................................................................................................................................................. 43
Vorsicht bei brenzligem Geruch: Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe
in Körperkontaktgegenständen................................................................................................................................................................ 43

4

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Inhaltsverzeichnis

Sicher ist, dass nichts sicher ist, außer den meisten Kosmetika...................................................................................................... 45
Untersuchung der Wirkstofffreisetzung aus Retardkapseln............................................................................................................ 46
2 Futtermittel | Düngemittel | Landwirtschaft........................................................................................................48
Statistik und Überblick 2017.............................................................................................................................................................................. 49
Ausgewählte Schwerpunktthemen................................................................................................................................................................ 50
Amtliche Futtermittelkontrolle für die Länder Brandenburg und Berlin .................................................................................... 50
Untersuchung von mineralischen und organischen Düngemitteln............................................................................................. 52
3 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik.......................................................................................... 54
Statistik und Überblick 2017.............................................................................................................................................................................. 55
Veterinärdiagnostik....................................................................................................................................................................................... 55
Humane Infektionsdiagnostik................................................................................................................................................................... 56
Ausgewählte Schwerpunktthemen – Veterinärdiagnostik .................................................................................................................... 61
Klassische Geflügelpest – eine Herausforderung für die Tierseuchendiagnostik.................................................................... 61
Carp Edema Virus Disease – Schlafkrankheit der Kois....................................................................................................................... 62
Nachweis vom Canine Adenovirus Typ 1 bei Wildkarnivoren in Berlin und Brandenburg...................................................... 64
Ausgewähltes Schwerpunktthema – humane Infektionsdiagnostik................................................................................................... 65
Die Diagnostik von enterohämorrhagischen Escherichia coli am LLBB....................................................................................... 65
4 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie......................................................................................................................68
Statistik und Überblick 2017.............................................................................................................................................................................. 69
Schwerpunkte Berlin..................................................................................................................................................................................... 69
Schwerpunkte Brandenburg...................................................................................................................................................................... 69
Ausgewählte Schwerpunktthemen................................................................................................................................................................ 70
Herausforderungen des Biota-Monitorings – Probenahme und Probenvorbereitung.......................................................... 70
Zum Problem der repräsentativen Beprobung von Feststoffen.................................................................................................... 73
Hundevergiftung durch Blaualgen am Tegeler See in Berlin.......................................................................................................... 75
Der Fall am Tegeler See................................................................................................................................................................................ 76
Feinstaub wird aus weiten Teilen Europas nach Brandenburg eingetragen.............................................................................. 77
LUPE 7 – Innenraumluftqualität in öffentlichen Einrichtungen nach der Grundreinigung
von Bodenbelägen aus Linoleum............................................................................................................................................................. 81
Anhang .........................................................................................................................................................................84
Gremienarbeit im LLBB – mehr als eine Selbstverständlichkeit............................................................................................................ 85
Abkürzungsverzeichnis................................................................................................................................................................................ 90

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 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Das Landeslabor Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Das Landeslabor Berlin-Brandenburg
stellt sich vor
Zahlreiche Expertenteams sind täglich im Landeslabor
Berlin-Brandenburg (LLBB) im Einsatz, um Beiträge zur
grundgesetzlichen Daseinsfürsorge für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Berlin und Brandenburg sowie
darüber hinaus zu leisten. Rund 500 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sichern den Betrieb eines modernen Untersuchungsdienstleisters, der sich in vier Fachabteilungen mit
insgesamt 19 Fachbereichen und in die drei Servicebereiche Verwaltung gliedert.
Das Landeslabor wurde durch Staatsvertrag vom 30. September 2008 zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg als eine gemeinsam getragene rechtsfähige Anstalt
des öffentlichen Rechts (AöR) gegründet. Seit 1. Januar
2009 beschäftigt sich das Landeslabor als erste länderübergreifende staatliche Untersuchungseinrichtung in
Deutschland mit weiten Themenbereichen.
Das LLBB als unabhängiger, staatlicher und akkreditierter
Untersuchungsdienstleister nimmt überwiegend (rd. 95 %
der Aufgaben und Tätigkeiten) hoheitliche Aufgaben
wahr und unterstützt die Länder Berlin und Brandenburg
bei der Ausübung amtlicher Aufgaben.

Die vielfältigen Untersuchungen und Tätigkeiten, die das
LLBB für verschiedene Behörden in Berlin und Brandenburg erbringt, sind dem Landeslabor weitestgehend per
Gesetz übertragen worden. Vornehmlich werden amtliche Aufgaben in den folgenden Bereichen durchgeführt:
a.
b.
c.
d.
e.
f.
g.

gesundheitlicher Verbraucherschutz,
umweltbezogener Gesundheitsschutz,
Arzneimittelwesen,
Veterinärwesen,
Umweltüberwachung,
Landwirtschaft und
Geologie.

Das LLBB vertritt im Rahmen seiner fachlichen Aufgaben
die Interessen der beiden Länder Berlin und Brandenburg
in Fachgremien und unterstützt sowie berät diese als
fachkundige Stelle.
Engagiert, mit Fachexpertise und modernen Analysetechniken und -methoden erbringt das LLBB als Labordienstleistungs- und Kompetenzzentrum Untersuchungen,
Bewertungen und Beratungen sowie Beiträge zur Aus-,
Fort- und Weiterbildung.

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LLBB Jahresbericht 2017 Das Landeslabor Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Organisationsstruktur
Direktor

(Stand: 13. August 2018)

Herr Norbert Buchholz (m.d.W.d.G.v.b.)

Fachliche Leiterin
Stellvertretende Direktorin

Büro des Direktors
Geschäftsstelle Frau Reichardt

Frau Dr. Kerschhofer

Servicebereiche Verwaltung
Personalmanagement Frau Scharf

Büro der Fachlichen Leiterin

Finanzmanagement/Controlling Herr Rothe

Öffentlichkeitsarbeit/Referent Herr Dr. Neumann

Zentrale Dienste/FM Herr Buchholz

Qualitätsmanagement Herr Meißner (QMB),
Herr Dr. Wiesmüller (QMB-V)
Arbeitsschutz/Beauftragtenwesen Herr Dr. Brauner

Innenrevision | Antikorruption

Referentin der Fachlichen Leitung Frau Dr. Assmann (i. V.)

Herr Pauckert

Abteilung I

Abteilung II *

Abteilung III *

Abteilung IV *

Lebensmittel, Arzneimittel

Rückstandsanalytik, Kosmetika,
Bedarfsgegenstände, Futtermittel

Tierseuchen-, Zoonosen-,
Infektionsdiagnostik

Umwelt, Strahlenschutz,
Geologie

Frau Zoost

Frau Dr. Witt

Herr Dr. Hlinak

Frau Reeck

ZPL

FB II – 1

FB III – 1

FB IV – 1

Zentrale für Probenmanagement
und Logistik

Kosmetika,
Bedarfsgegenstände

Pathologie, Bakteriologie,
Fleischhygiene

Strahlenschutzmessstellen
und Messnetzbetrieb

Frau Schmitz-Pooyan

Frau Sporrer

Frau Dr. Winterhoff

Frau Reeck

FB I – 1

FB II – 2

FB III – 2

FB IV – 2

Fleisch, Fisch und Produkte

Rückstandsanalytik, Dioxine

Serologie, Virologie

Geologie, Boden, Abfall

Herr Dr. Islam

Frau Dr. Hütteroth

Herr Dr. Hlinak

Herr Dr. Kleeberg

FB I – 2

FB II – 3

FB III – 3

FB IV – 3

Fette, Feinkost, Back- und
Süßwaren

Kontaminanten,
Spezielle Analytik

Molekularbiolgie

Gewässer, Abwasser, Luft

Herr Biederbick

Frau Dr. Witt

Herr Dr. Engelhardt

Herr Hentschel

FB I – 3

FB II – 4

FB III – 4

FB IV – 4

Milchprodukte, Speiseeis, Fertig­
gerichte einschl. Mikrobiologie

Futtermittel, Düngemittel,
Pflanzenschutzmittel

Infektionsdiagnostik

Umweltbezogener
Gesundheitsschutz

Herr Pingel

Herr Dr. Anders

Herr Dr. Wittstatt

Frau Dr. Beulker

FB I – 4
Getränke, Wein,
Obst- u. Gemüseprodukte

Interessenvertretungen

Frau Dr. Bergmann

FB I – 5
Arzneimittel, Medizinprodukte
spezielle Lebensmittel
Herr Niederland

FB I – 6

Personalrat Herr Dr. Otto
Frauenvertreterin Frau Gutwasser-Friebel
Schwerbehinderten Vertrauensfrau Frau Walter

Dienstsitz:
Berlin, Invalidenstraße 60, 10557 Berlin (Mitte)
Standorte:
Frankfurt (Oder), Gerhard-Neumann-Str. 2, 15236 Frankfurt (Oder),
Frankfurt (Oder), Müllroser Chaussee 50, 15236 Frankfurt (Oder)
Potsdam, Templiner Straße 21, 14473 Potsdam
Kleinmachnow, Stahnsdorfer Damm 77, 14532 Kleinmachnow

Lebensmittelmikrobiologie, Tieru. Pflanzenartendifferenzierung,
Gentechnik

Oranienburg, Sachsenhausener Str. 7 b, 16515 Oranienburg

Herr Gerhardt

Personalunion mit Fachbereichsleitung
Weisungsbefugnis in Fragen der fach- und organisationsübergreifenden Koordination

Anmerkung:

7

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Das Landeslabor Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Leistungsübersicht
Untersuchungsleistungen im Überblick

nn Untersuchungen und Begutachtungen von Lebensmitteln tierischer und pflanzlicher
Herkunft, beginnend von den Futter- und Düngemitteln über die gesamte Nahrungskette,
einschließlich umfassender Spuren- und Rückstandsuntersuchungen,
nn Untersuchungen und Begutachtungen von Tabakwaren, Kosmetika und Bedarfsgegenständen,
nn Untersuchungen und Begutachtungen von Arzneimitteln, Medizinprodukten und Tierarzneimitteln im Rahmen des Verbraucherschutzes und des Gesundheitsschutzes von Mensch
und Tier,
nn Chemikalien- und Gefahrstoffrecht, Gentechnische Untersuchungen,
nn Untersuchungen und Begutachtungen zur Abwehr und Aufklärung von Tierseuchen und
Tierkrankheiten sowie auf den Menschen übertragbaren Krankheiten,
nn Infektionsdiagnostik beim Menschen, Bioterrorismus,
nn Chemische, biologische, physikalische und radiologische Untersuchungen für die Umweltbeobachtung und -überwachung von Gewässern, Böden und Luft sowie im Rahmen der
Gefahrenabwehr und zum Katastrophenschutz,
nn Untersuchungen von Trinkwasser, Badebeckenwasser und Badegewässern im Rahmen des
umweltbezogenen Gesundheitsschutzes.

8

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Das Landeslabor Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Probenzahlen
Tab. 1: Proben
Probenzahlen
Lebensmittel
Wein und Weinerzeugnisse
Bedarfsgegenstände/Kosmetika
Tabak und Tabakerzeugnisse
Summe Lebensmittel / Wein / Bedarfsgegenstände / Kosmetik / Tabak
Arzneimittel / Medizinprodukte

26.929
538
2.821
185
30.473
854

Nationaler Rückstandskontrollplan

7.665

Futtermittel

1.829

Düngemittel

191

Ernteprodukte/Pflanzen

867

Landwirtschaftliche Böden

4.056

Saatgutuntersuchungen

48

Sonstige (NOKO)

19

Summe Landwirtschaft
Veterinärdiagnostik
Humandiagnostik
Summe Tierseuchen-, Zoonosen-, Infektionsdiagnostik

7.010
733.065
18.496
751.561

Gewässer, Abwasser

11.130

Böden, Gesteine

22.267

Außenluft

5.970

Umweltradioaktivität

1.258

Trinkwasser, Badebeckenwasser, Badestellen, Innenraumluft

4.084

Gefahrstoffrecht, Abwassereinleiterkontrolle

249

Summe Umwelt, Geologie, Strahlenschutz

44.958

9

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LLBB Jahresbericht 2017 Das Landeslabor Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Personalzahlen / Aus-, Fort- und Weiterbildung
Tab. 2: Beschäftigtenzahlen
in Köpfen
Mitarbeiter

ca. 510

(ohne Auszubildende / Praktikanten)
Fachabteilungen

ca. 452

Verwaltung (Overhead)

ca. 58

Auszubildende / Praktikanten

ca. 19

Durchschnittsalter in Jahren rd.

48

·· Berufspraktische Ausbildung für Lebensmittelchemiker/-innen, einschließlich Abschlussprüfungen
(Staatsexamen Teil III),
·· Ausbildung von Chemie- und Biologielaboranten/-innen
·· Ausbildung von Studierenden der Veterinärmedizin und Pharmazie,
·· Ausbildung von Lebensmittel- und Futtermittelkontrolleuren/-innen,
·· Ausbildung von Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement,
·· Vorbereitung auf die Prüfung zum Erwerb der Befähigung zur Ausübung der Tätigkeit als Amtstierarzt/-in
in der Veterinärverwaltung,
·· Fortbildungsangebote im Rahmen von Tagungen, Fachgesprächen und Workshops

4%
(1.931)

0%
(114)

4%
(1.884)

20%
(8.893)

0%
(86)

21%
(9.669)

2016: Gesamt: 44.712

2017: Gesamt: 46.593

61%
(27.043)

15%
(6.730)

Personalaufwand

Abschreibungen

Materialaufwand

Zinsen/Steuern

Sons. betriebl. Aufwend.

15%
(7.018)

60%
(27.905)

in Tausend Euro
* Werte 2017 untestierter Jahresabschluss

Abb. 1: Eckdaten Ausgabenstruktur LLBB 2016/2017*

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LLBB Jahresbericht 2017 Das Landeslabor Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Die Abteilungen im Überblick
Abteilung I
Lebensmittel | Arzneimittel
·· Zentrale für Probenmanagement und Logistik für alle Lebensmittel / NOKO
·· Lebensmittel tierischer und pflanzlicher Herkunft, insbesondere Fleisch, Fisch und Produkte |
Fette, Feinkost, Back- und Süßwaren | Milchprodukte, Speiseeis, Fertiggerichte | Getränke
einschl. Mineralwasser | Obst- und Gemüseprodukte | Novel Food
·· Nachweis der Bestrahlung von Lebensmitteln
·· Erzeugnisse des Weinrechts
·· Zentrale Arzneimitteluntersuchungsstelle | Medizinprodukte für Berlin, Brandenburg und
Sachsen
·· Spezielle Lebensmittel | Abgrenzung Lebensmittel bzw. Kosmetika von Arzneimitteln
·· Zentrale Mikrobiologie für Lebensmittel, Wasser | Allergene | Tier- und Pflanzenartendifferenzierung | Hygieneuntersuchungen
·· Untersuchungen von Lebensmitteln und Humanmaterial bei Erkrankungsgeschehen |
Gentechnikrecht

Abteilung II
Rückstandsanalytik | Kosmetika | Bedarfsgegenstände |Tabak | Futtermittel
·· Analytik von Kontaminanten, Dioxinen und PCB, natürlichen Toxinen | Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und von Stoffen mit pharmakologischer Wirkung
·· Obst | Gemüse | Pilze und Pilzerzeugnisse | Getreide
·· Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak
·· Futtermittel | Düngemittel
·· Pflanzenschutz | Landwirtschaftliche Fragestellungen
·· Chemikalien- und Gefahrstoffrecht

Abteilung III
Tierseuchen- | Zoonosen- | Infektionsdiagnostik
··
··
··
··
··
··
··

Tierseuchen | Tierkrankheiten | Tierschutz
Spezielle Zoonosendiagnostik | Hochsicherheitslabor
TSE-/BSE-Untersuchungen
Humane Infektionskrankheiten
Bakteriologische Fleischuntersuchung | Trichinenuntersuchung | Fischeitest
Mikrobiologische und molekularbiologische Futtermitteldiagnostik
Mikrobiologische Untersuchung von Arzneimitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika

Abteilung IV
Umwelt | Strahlenschutz | Geologie
··
··
··
··
··
··

Beprobung und Untersuchung von Oberflächenwasser | Grundwasser | Abwasser
Trink- und Badebeckenwasseruntersuchung | Badegewässer
Probenahme und Analyse von Luft | Innenraumluft
Untersuchung von Böden | Schwebstoffen | Sedimenten | Altlasten | Abfall
Radiologische Messungen | Umgebungsüberwachung
Analyse und Bewertung im Bereich Geologie | Geochemie

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Das Landeslabor Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Qualitätsmanagement

Die Akkreditierung gilt nur für den in der Urkundenanlage
D-PL-18424-02-00 aufgeführten Akkreditierungsumfang.

Das Qualitätsmanagementsystem dient der Wahrung
einer konstant hohen fachlichen Kompetenz in allen Prüfbereichen. Um dies sicherzustellen und den rechtlichen
Vorgaben zu folgen, arbeitet das LLBB im Einklang mit der
international anerkannten Akkreditierungsnorm DIN EN
ISO/IEC 17025 und erfüllt die dort beschriebenen Anforderungen an akkreditierte Prüf- und Kalibrierlaboratorien.
Anerkennung im Rahmen der Akkreditierung erlangt das
LLBB durch regelmäßige Überwachungen durch die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS).
Zuletzt wurde im LLBB Anfang 2017 eine vollumfängliche
Überwachung (Reakkreditierungsverfahren) durch die
DAkkS durchgeführt. Die DAkkS bestätigte daraufhin dem
LLBB erneut den auf fünf Jahre befristeten Weiterbestand
der Akkreditierung. Bereits die beiden Vorgängerorganisationen, LLB und ILAT, wurden im Rahmen der DIN EN ISO/
IEC 17025 überprüft, damals durch die Staatliche Akkreditierungsstelle Hannover (AKS). Im Jahr 2009, nach dem
Zusammenschluss des LLB und des ILAT zum heutigen
LLBB, erfolgte die erste Akkreditierung durch die AKS.
Nach Zusammenschluss verschiedener Akkreditierungsgesellschaften im Jahr 2010 zur DAkkS wurde das LLBB
2013 erstmalig durch die Akkreditierungsstelle DAkkS
reakkreditiert.
Das LLBB ist seit 2009 Mitglied der Norddeutschen Kooperation (NOKO). Dieser Zusammenschluss von Untersuchungseinrichtungen aus sieben norddeutschen Bundesländern ermöglicht eine transparente und effiziente
Zusammenarbeit verschiedener Landeseinrichtungen.
Durch etablierte Schwerpunktlabore (SPL) und Kompetenzzentren (KOZ) führt dieses Netzwerk zu einem über
Ländergrenzen hinaus einheitlich angewandten Qualitätsstandard.
Auch im Geschäftsjahr 2017 wurde im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses eine Kundenzufriedenheitsbefragung durch das LLBB durchgeführt. In den
Kategorien „Fachkompetenz“, „Zuverlässigkeit und Ent­
gegenkommen“ sowie „Umfeld“ wurden verschiedene
Aspekte an das Landeslabor herangetragen. Im KernErgebnis der Befragung kann auch für das Geschäftsjahr
2017 ein hohes Maß an Zufriedenheit der Kunden bezüglich Leistung, Qualität und Kommunikation festgestellt
werden.

12

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Das Landeslabor Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Öffentlichkeitsarbeit
Neben der amtlichen Überwachung und dem Einsatz verschiedenster analytischer Untersuchungsstrategien ist
auch die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiges Instrument
des Verbraucherschutzes. Eine umfassende Information
der Bevölkerung über fortwährende und neu auftretende
Fragestellungen des Verbraucherschutzes ist unerlässlich.
Das Landeslabor Berlin-Brandenburg war auch 2017 aktiv
an der Verbraucheraufklärung mit verschiedenen Beiträgen beteiligt.
Traditionell lag ein Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit
auf der Teilnahme an der traditionsreichen Verbrauchermesse Internationale Grüne Woche. Am LLBB-Stand informierten sich unzählige Besucher über die Aufgaben einer
analytischen Untersuchungseinrichtung und die praktische Umsetzung der Lebensmittelüberwachung. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg befasst sich mit vielen Stationen der Wertschöpfungskette und mit möglichen Folgen für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Es gab
umfassende Arbeitseinblicke, angefangen von der Untersuchung wild lebender Fische auf Schadstoffe über die
Erkundung von Fischkrankheiten und -seuchen, sowie die
Ermittlung von Tierarzneimittelrückständen in Aquakulturen bis hin zur umfassenden risikoorientierten Untersuchung des Lebensmittels. Das Lebensmittelsicherheit nur
mit Hilfe verschiedener Stellen und einem funktionierenden Netzwerk möglich ist, wurde durch das Zusammenwirken von LLBB, den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsbehörden in Berlin und Brandenburg, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
und dem Max Rubner-Institut deutlich.

Abb. 2: Das LLBB auf der Grünen Woche 2017

Im Mitmach-Workshop „Der Fisch im Fokus – Aus der
praktischen Arbeit eines Landeslabors“ wurden Schülerinnen und Schülern Einblicke in den Arbeitsalltag eines
Landeslabors gegeben. Das LLBB nahm wiederholt am
Schülerprogramm des BMEL teil, um Jugendliche für den
gesundheitlichen Verbraucherschutz zu sensibilisieren
und Anstöße zur Berufs- und Studienwahl zu geben.
Die Sachverständigen des LLBB waren 2017 mit aktiven
Beiträgen bei unterschiedlichsten Veranstaltungen in der
Region Berlin-Brandenburg, in Deutschland und darüber
hinaus vertreten. Mit Fachvorträgen und Posterbeiträgen
wirkten sie vielfach an der fachlichen Gestaltung mit.
Unter der Federführung oder Beteiligung des LLBB konnten im Jahr 2016 diverse fachwissenschaftliche Publikationen erarbeitet werden.
Das Landeslabor empfing Delegations- und Hospitationsgruppen nationaler und internationaler Behörden und
wissenschaftlicher Institute. Nicht alle Besuchsanfragen
konnten durch das LLBB erfüllt werden, da die Zahl der
Anfragen die verfügbaren Kapazitäten deutlich überschritten hat. Die Besuche dienten unter anderem auch
dem fachlichen Austausch zu methodischen Untersuchungsabläufen, zum Laboraufbau und zum Datenmanagement mit den verfügbaren Labor-Informations- und
Managementsystemen.
Das LLBB war im Jahr 2017 erneut Anlaufstelle für Medien
und Pressestellen bei verbraucherschutzrelevanten Fragestellungen. Die Stellungnahmen des LLBB waren Ausgangspunkt für verschiedene Berichterstattungen in Zeitung, Rundfunk und Fernsehen. Ein Schwerpunkt der
Anfragen lag zum Jahresanfang 2017 auf dem stark grassierenden Vogelgrippe-Geschehen in Berlin und Brandenburg.

Abb. 3: Das LLBB auf der Grünen Woche 2017

13

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Lebensmittel
Bedarfsgegenstände
Kosmetika
Tabak
Arzneimittel
Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Statistik und Überblick 2017

Das LLBB arbeitet als integrativer Bestandteil der Lebensmittelüberwachung für die Bundesländer Berlin und
Brandenburg. Ziele der amtlichen Lebensmittelüberwachung sind der vorbeugende gesundheitliche Verbraucherschutz und der Schutz vor Irreführung und Täuschung, was den Aspekt Lebensmittelbetrug, d. h. das
Inverkehrbringen von Lebensmitteln mit dem Ziel, durch
vorsätzliche Täuschung einen finanziellen oder wirtschaftlichen Vorteil zu erlangen, einschließt.
Die Lebensmittelüberwachungsbehörden senden amtliche Proben nach einem risikoorientierten Planprobenplan sowie bei Vorliegen von Verdachtsmomenten ein.
Die Überwachungsbehörden werden auch bei Erkrankungsgeschehen, die von Lebensmitteln ausgehen, und
bei Verbraucherbeschwerden tätig. Diese Proben werden
gleichfalls zur Untersuchung und Begutachtung in das
LLBB eingesandt.
Das Landeslabor schafft mit seinen Untersuchungen und
rechtlichen Beurteilungen grundlegende Voraussetzungen für die Überwachung von Erzeugnissen des gesamten Warenkorbs: tierische und pflanzliche Lebensmittel,
spezielle Lebensmittel (zum Beispiel Nahrungsergän-

zungsmittel, bilanzierte Diäten), Lebensmittel-Imitate,
Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt, Kosmetika,
Tabak. Weiterhin dient das LLBB den Behörden der Länder
Berlin und Brandenburg als zentrale amtliche Untersuchungseinrichtung für Arzneimittel, für Abgrenzungsfragen nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch
(LFGB) und dem Arzneimittelgesetz (AMG) sowie für
Untersuchungen nach dem Gentechnikrecht.
Zusätzlich wurde im Jahr 2017 das Projekt „Untersuchung
von Schulessen an Berliner Primarschulen“ bearbeitet.
Durch die Beteiligung der Sachverständigen an bundesweiten Gremien und Ausschüssen, insbesondere bei der
Erarbeitung von Rechtssetzungsvorhaben, bei der Entwicklung und Normung amtlicher Untersuchungsverfahren sowie bei der Harmonisierung der Beurteilung von
Untersuchungsergebnissen werden die Behörden tatkräftig unterstützt.
Ausgehend vom Grundsatz der Kontrolle der Eigenkontrolle der Lebensmittelunternehmer und auf Basis der risikoorientierten Probenplanung der beiden Trägerländer
werden von den Veterinär- und Lebensmittelüberwa-

Tab. 3: Übersicht untersuchter und beanstandeter Proben nach LFGB und Weingesetz, 2017
Berlin und Brandenburg, gesamt
Probenart

Lebensmittel, gesamt
davon tierische Lebensmittel
davon andere Lebensmittel
Wein und Weinerzeugnisse
Bedarfsgegenstände/Kosmetika
Tabak und Tabakerzeugnisse
Summe

Probenanzahl

Beanstandungen
Anzahl

[%]

26.929

4.365

16,2

7.270

1.371

18,9

19.659

2.994

15,2

538

49

9,1

2.821

522

18,5

185

66

35,7

30.473

5.002

16,4

Grundlage: Tab. 5, 29.03.2018

16

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

chungsbehörden amtliche Proben entnommen. Diese
werden in den Fachabteilungen, insbesondere mittels sensorischer, physikalisch-chemischer, enzymatischer, chemischer, mikrobiologischer, histologischer, serologischer,
immunologischer und molekularbiologischer, mykologischer und parasitologischer als auch rückstandsanalytischer Methoden untersucht und die Ergebnisse rechtlich
beurteilt. Im Jahr 2017 wurden für die Länder Berlin und
Brandenburg 27.467 Lebensmittelproben, einschließlich
Wein und Weinerzeugnisse, sowie 3.006 Proben Bedarfsgegenstände, Kosmetika sowie Tabak und Tabakerzeugnisse untersucht. In 16,4 % dieser Proben lagen im Ergebnis der Untersuchungen Beanstandungsgründe vor.

Die Untersuchungsergebnisse bzw. Gutachten werden
vom LLBB an die in Berlin und Brandenburg beziehungsweise in anderen Bundesländern zuständigen Überwachungsbehörden übermittelt. Ein Untersuchungsbefund
kann bei entsprechender Ergebnislage zu einer europaweiten Schnellwarnung führen. Dem LLBB fällt insofern
eine große Verantwortung bei der Erzeugung, Beurteilung und Weitergabe der Ergebnisse an die zuständigen
Überwachungsbehörden zu.
Das LLBB beteiligte sich auch wie bereits in den Vorjahren
2017 maßgeblich an verschiedenen bundesweiten Untersuchungsprogrammen (MNKP/BÜp/KKP/Monitoring/Zoonosen-Monitoring/NRKP) und Überwachungsprogrammen der Trägerländer.

%
80
70
60
50
40
30
20
10
0

74,9

13,4

71,4

14,6
4,0

Mikrobiologische
Verunreinigungen

5,1

3,1

andere Verunreinigungen

5,3

4,6

Zusammensetzung

Kennzeichnung,
Aufmachung
Land Berlin

3,6

andere Verstöße
Land Brandenburg

Abb. 4: Prozentuale Verteilung von wesentlichen Beanstandungsgründen bei Lebensmitteln im Jahr 2017, Berlin und Brandenburg, gesamt
Frischobst, -gemüse, Kartoffeln,
Pilze, einschl. Erzeugnisse
Fruchtsäfte, alkoholfreie Getränke

7,0

2,5

15,3

1,2

Speiseeis, Pudding, Cremespreisen
Alkoholhaltige Getränke (außer Wein)
Getreideprodukte, Brot, Feine Backwaren

8,4

17,9

2,1

20,5

4,4

Milch, Milchprodukte, Käse
Fertiggerichte, zubereitete Speisen,
Suppen, Saucen

8,1

9,0

Lebensmittel für besondere Ernährungsformen einschl. Nahrungsergänzungsmittel,
Säuglings-/ Kleinkindernahrung

24,1
24,5

3,5

Feinkostsalate, Mayonnaisen
Fisch, -erzeugnisse, Krustentiere

21,6
22,0

4,0

Fleisch, -erzeugnisse, Wurstwaren
Honig, Brotaufstrich, Konfitüren

17,2

6,6
5,8

25,2
26,1
48,8

4,7
0
10
alle Beanstandungsgründe

20
30
40
50
ohne Berücksichtigung der Verstöße wegen Kennzeichnung

Abb. 5: Beanstandungsquoten bei ausgewählten Lebensmittelgruppen* im Jahr 2017, Berlin und Brandenburg, gesamt
* Mehrere Beanstandungsgründe je Probe möglich

17

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Tab. 4: Übersicht untersuchter und beanstandeter Proben Arzneimittel und Medizinprodukte in 2017;
Federgeführte Proben AMU, gesamt
Probenanzahl

Proben mit Mängeln
Anzahl

[%]

836

406

48,6

davon Planproben

654

292*

44,6

davon Beschwerde-/Verdachtsproben

145

80**

55,2

Gesamtzahl

* qualitätsrelevante und/oder Kennzeichnungsmängel; ** qualitätsrelevante Mängel

Im Rahmen der Norddeutschen Kooperation (NOKO) werden die vorhandenen Ressourcen unter Beachtung fachlicher und wirtschaftlicher Aspekte länderübergreifend
genutzt. Das LLBB verfügt derzeit über drei NOKO-Kompetenzzentren (Süßwaren, Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt und Kosmetika) und ca. 25 Schwerpunktlabore wie
zum Beispiel Untersuchung auf nicht deklarierte Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln und vergleichbaren
Produkten, natürliche Hormone und PAK in Lebensmitteln.
Die amtliche Arzneimitteluntersuchungsstelle (AMU) im
LLBB untersuchte und begutachtete im Jahr 2017 Proben im
Auftrag der Arzneimittelüberwachungsbehörden der Länder Berlin und Brandenburg sowie des Freistaates Sachsen.

66,0

9,7

0,8

3,2
5,9
Zentrale Aufgabe der AMU ist die Prüfung der von den
1,6
Überwachungsbehörden im Rahmen der amtlichen Plan12,7
probenahme eingelieferten Arzneimittel auf deren Zusammensetzung und ordnungsgemäße Qualität. Bei den ProAnforderungen an physikalische Parameter oder
ben handelt es sich sowohl um industriell als auch um in
an die pharmazeutische Technologie nicht erfüllt
Apotheken hergestellte Arzneimittel in verschiedensten
Anforderungen an die Kennzeichnung oder die
Darreichungsformen. Neben diesen Human- und TierarzPackungsbeilage nicht erfüllt
neimitteln werden Fütterungsarzneimittel beziehungsweiVerdacht auf Irreführungstatbestand
se medikierte Futtermittel und Tränkwasser sowie in gerinVerdacht auf Doping
gerem Umfang Medizinprodukte untersucht. Als Mitglied
im Netzwerk der Europäischen OMCL (official medicines
Verdacht auf bedenkliches Arzneimittel
control laboratories), welches vom European Directorate
Fehlende Zulassung oder Registrierung
for the Quality of Medicines & Healthcare (EDQM) in Straßsonstige Beanstandungsgründe
burg koordiniert wird, beteiligt sich die AMU des LLBB auch
auf europäischer Ebene aktiv an Projekten zur Sicherung
der Arzneimittelqualität. Eine weitere wesentliche Aufgabe
der AMU ist die Untersuchung und rechtliche Einstufung
sogenannter Borderline-Produkte. Hierbei handelt es sich
Abb. 6: Prozentuale Verteilung von Beanstandungsgründen
um Produkte aus dem Grenzbereich zwischen Arzneimitrderungen an physikalische Parameter oder an die pharmazeutische Technologie nicht erfülltbei Arzneimitteln und Medizinprodukten im Jahr 2017
teln und Lebensmitteln sowie um weitere Produktkategorien, wie zum Beispiel Medizinprodukte oder kosmetische
Mittel. Im Jahr 2017 wurden im LLBB 836 Arzneimittel- und
Medizinprodukteproben untersucht und 43,4 % davon
beanstandet.

18

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Untersuchungsprogramme

Monitoring
Das Lebensmittelmonitoring ist gemäß § 50 des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) ein System wiederholter Beobachtungen,
Messungen und Bewertungen von Gehalten an gesundheitlich unerwünschten Stoffen wie Pflanzenschutzmitteln, Schwermetallen, Mykotoxinen und anderen Kontaminanten in und auf Lebensmitteln. Seine Durchführung
wird im § 51 des LFGB geregelt. Seit 2010 sind auch
Bedarfsgegenstände und Kosmetika Bestandteile des
bundesweiten Monitorings. Neben dem Basis-Monitoring, in dem die Produkte nach ihrer Repräsentativität
beprobt werden (Warenkorb-Monitoring), gibt es das Projekt-Monitoring zur Bearbeitung spezieller aktueller Themen. Die geplanten Gesamtprobenzahlen richten sich
nach der Einwohnerzahl der Bundesländer.
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 521 Monitoring-Planproben (413 Lebensmittel und 108 Bedarfsgegenstände und
Kosmetika) und 98 Monitoring-Projektproben im LLBB
untersucht. Davon wurden unter anderem 14 Raumluftverbesserer und sieben Proben Verpackungsmaterial für
Lebensmittel innerhalb der Norddeutschen Kooperation
im LAVES Niedersachsen untersucht.
Dabei fielen drei Proben wegen – Pflanzenschutzmittel
auf, zwei Monitoring-Planproben und eine Projektprobe.
In einer Probe roter Johannisbeeren aus Polen waren
sowohl der Rückstands-Höchstgehalt an der Summe aus
Carbendazim und Benomyl als auch der Rückstands-Höchstgehalt für Thiophanatmethyl von jeweils
0,1 mg/kg Frischgewicht mit 0,28 bzw. 0,38 mg/kg überschritten. Auch eine Probe Basmatireis wies eine Pflanzen-

schutzmittel-Höchstgehaltsüberschreitung auf. Hier war
der festgelegte Gehalt für Bromid von 50 mg/kg Frischgewicht mit 81,8 mg/kg deutlich überschritten.
Im Rahmen des Projekt-Monitorings wurden sieben Proben Chili-Fruchtgewürz, acht Proben Ingwer-Wurzelgewürz, 11 Proben Kreuzkümmel und 7 Proben PaprikaFruchtgewürz auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände
un­ter­sucht. Dabei wurde auch eine Probe Räucherpaprika eingesandt. In dieser Probe wurde ein AnthrachinonGehalt von 0,36 mg/kg bestimmt. Der Höchstgehalt von
0,01 mg/kg für Anthrachinon ist für frische Paprika festgelegt. Im Gewürzpulver ist ein Verarbeitungsfaktor zu
berücksichtigen. Wird von einer Aufkonzentrierung durch
Trocknung ausgegangen, so ergibt sich ein Rückstands-Höchstgehalt von 0,1 mg/kg, der von der Probe
überschritten wurde. Unklar ist jedoch der Einfluss des
Räucherns auf den Anthrachinon-Gehalt. Da diese Probe
durch einen intensiven Rauchgeruch und -geschmack
auffiel, wurde sie auch auf polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht, deren Bildung durch Räuchern
begünstigt wird. Tatsächlich wies diese Probe einen extrem hohen Gehalt an PAK auf. Die Summe von Benzo[a]
pyren, Benzo[a]anthracen, Ben-zo[b]fluoranthen und
Chrysen betrug 435,2 µg/kg, wobei insbesondere die
Gehalte an Benzo[a]anthracen und Chrysen mit
157,4 µg/kg und 199,0 µg/kg besonders hoch waren.
Info-Box
ƒƒWeiterführende Informationen einschließlich Berichte und
Tabellen zum Bundesweiten Überwachungsplan auf der
Homepage des BVL unter http://www.bvl.bund.de/monitoring

Abb. 7: Probe Räucherpaprika

19

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Literatur
ƒƒLebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch – LFGB)

Nationaler Rückstandskontrollplan
für Tiere und Erzeugnisse tierischer
Herkunft 2017
Aufgaben

Bundesweiter Überwachungsplan
Der Bundesweite Überwachungsplan (BÜp) ist ein für ein
Kalenderjahr festgelegter Plan über die zwischen den
Ländern abgestimmte Durchführung von amtlichen Kontrollen zur Überprüfung der Einhaltung der lebensmittelrechtlichen, weinrechtlichen und tabakrechtlichen Vorschriften. Er kann Programme zu Produkt- und Betriebskontrollen oder eine Kombination aus beiden enthalten.
Im Gegensatz zum Monitoring ist der BÜp ein risikoorientiertes Überwachungsprogramm. Das heißt, dass die Auswahl der zu untersuchenden Proben und der zu kontrollierenden Betriebe gezielt auf Basis einer Risikoanalyse
erfolgt. Im Rahmen des Überwachungsplanes können
Lebensmittel, kosmetische Mittel und Bedarfsgegenstände untersucht werden.
Die Untersuchungen können beispielsweise die folgenden Aspekte abdecken:
·· chemische Parameter,
·· mikrobiologische Parameter,
·· die Anwendung bestimmter Verfahren oder
·· die Überprüfung von Kennzeichnungselementen
(Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.)
Im Berichtsjahr 2017 hat sich das LLBB mit insgesamt 316
Proben an den Untersuchungsprogrammen mit Proben
aus Brandenburg und/oder Berlin beteiligt.
Info-Box
ƒƒWeiterführende Informationen einschließlich Berichte und
Tabellen zum Bundesweiten Überwachungsplan auf der
Homepage des BVL unter http://www.bvl.bund.de/buep

Grundlage für die Erstellung des Nationalen Rückstandskontrollplans (NRKP) sind die Richtlinie (RL) 96/23/EG und
die Entscheidung 97/747/EG, deren Umsetzung in einer
Reihe von nationalen Rechtsvorschriften verankert ist. Im
NRKP sind die Mindestanforderungen an die Probenzahl,
-menge und das Untersuchungsspektrum festgelegt.
Dabei werden die vorgegebenen Proben- und Untersuchungszahlen auf der Basis der Tierbestands-, Schlachtund Produktionszahlen der letzten 12 zur Verfügung stehenden Monate verteilt.
Im Rahmen des NRKP werden unter anderem lebende
Nutztiere, Fleisch, Aquakulturerzeugnisse, Rohmilch, Eier
und Honig auf Rückstände unerwünschter Stoffe untersucht. Ziel des NRKP ist es, die illegale Anwendung verbotener oder nicht zugelassener Stoffe aufzudecken und
den vorschriftsmäßigen Einsatz von zugelassenen Tierarzneimitteln zu kontrollieren. Zudem wird die Belastung
mit Umweltkontaminanten wie Schwermetallen, Polychlorierten Biphenylen (PCB), Dioxinen, Mykotoxinen
erfasst.

Kontrollgruppen, Untersuchungsumfang,
Untersuchungsspektrum
Der NRKP ist ausgerichtet auf die Kontrolle der Tierbestände, der Schlachtbetriebe und der Betriebe, die das
noch unverarbeitete Roherzeugnis erhalten. Dies betrifft
insbesondere Betriebe, die Milch, Eier, Fisch, Honig und
Wild verarbeiten. Der NRKP ermöglicht es somit, Tiere und
tierische Erzeugnisse von Beginn des Produktionsprozesses an zu überwachen. Dabei werden Kenntnisse über örtliche oder regionale Gegebenheiten berücksichtigt und
es wird auch Hinweisen auf unzulässige oder vorschriftswidrige Tierbehandlungen nachgegangen.
Im Jahr 2017 gelangten insgesamt 7.665 Proben von Tieren und tierischen Erzeugnissen zur amtlichen Rückstandskontrolle; davon 5.916 Hemmstoffproben.

20

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Positive Rückstandsbefunde des NRKP für
Berlin und Brandenburg
Die im Rahmen des NRKP für Brandenburg und Berlin im
Berichtszeitraum 2017 nachgewiesenen positiven Rückstandsbefunde stellen sich bezogen auf Stoffe und Matrizes wie folgt dar:
Es wurden neun Freiwildproben (in freier Wildbahn erlegte
Tiere) mit Höchstmengenüberschreitungen (Quecksilber)
festgestellt (Tabelle 5).
Diese Stoffe wurden für Freiwild als ubiquitäre Umweltkontaminationen eingestuft.
Eine Probe Rotwild (Zuchtwild) wurde in der Matrix Leber
mit einer Höchstmengenüberschreitung für Kupfer beanstandet.
Drei Proben Leber vom Mastschwein wurden mit Gehalten an 17-beta-19-Nortestosteron beanstandet. Es handelte sich um endogene Vorkommen von männlichen
Mastschweinen, so dass diese Proben als negativ bewertet wurden, da der Stoff in der Regel natürlicherweise bei
männlichen Schweinen vorkommt.
Eine Probe Eier wurde mit einer Höchstmengenüberschreitung an WHO-PCDD/F-TEQ (Dioxinen) beanstandet.
Der Eierbestand wurde als Lebensmittel und Futtermittel
gesperrt. Die Hühnerhaltung wurde eingestellt und der
Bestand entsorgt.

Info-Box
ƒƒBundesweite Jahresberichte zum Nationalen Rückstandskontrollplan werden im Internet durch das BVL veröffentlicht:
https://www.bvl.bund.de/nrkp

Zoonosen-Monitoring
Mit der Richtlinie 2003/99/EG werden die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, repräsentative Daten zu Zoonosen
und Zoonoseerregern sowie diesbezügliche Antibiotikaresistenzen zu erfassen, auszuwerten und zu veröffentlichen. In Deutschland wird diese Richtlinie durch die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Erfassung, Auswertung und Veröffentlichung von Daten über das
Auftreten von Zoonosen und Zoonoseerregern entlang der
Lebensmittelkette“ (AVV Zoonosen Lebensmittelkette)
umgesetzt. Die AVV Zoonosen Lebensmittelkette bildet
die rechtliche Grundlage für das Zoonosen-Monitoring
und regelt die Planung und Durchführung der Untersuchungen sowie das Berichtswesen. Ziel ist eine kontinuierliche Bewertung von Entwicklungstendenzen und
Quellen von Zoonosen und deren Erregern und somit der
Schutz der öffentlichen Gesundheit.
Ein wesentliches Element des Zoonosen-Monitorings ist
der jährliche Zoonosen-Stichprobenplan. Dieser wird
durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) entworfen und nach eingehender Beratung durch den
Bund-Länder-Ausschuss „Zoonosen“ beschlossen. Der
Zoonosen-Stichprobenplan trifft bundeseinheitliche Fest-

Tab. 5: positive Rückstandsbefunde NRKP, 2017
Nr.

Tierart

Leber

Niere

1

Wildschwein

Leber

Niere

2

Wildschwein

Leber

Niere

3

Wildschwein

Leber

Niere

4

Wildschwein

Leber

Niere

5

Wildschwein

Leber

Niere

6

Wildschwein

Leber

Niere

7

Wildschwein

Leber

Niere

8

Wildschwein

*

Niere

9

Wildschwein

*

Niere
* keine Höchstgehaltsüberschreitung

21

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

legungen bezüglich der zu überwachenden Stufen der
Lebensmittelkette, ausgehend vom landwirtschaftlichen
Erzeugerbetrieb bis hin zum Einzelhandelsprodukt, der
Art und Anzahl der zu untersuchenden Proben, der zu
betrachtenden Erreger sowie der anzuwendenden
Analyse­verfahren.
Das Hauptaugenmerk des Zoonosen-Stichprobenplanes
2017 richtete sich auf Untersuchungen entlang der
Lebensmittelkette Schwein und Geflügel. Eingeschlossen
waren Mastschweine im Erzeugerbetrieb sowie Mastschweine und Masthähnchen während der Schlachtung
und entsprechendes Fleisch im Einzelhandel. Weitere
Untersuchungsprogramme widmeten sich, Rind- und
Wildschweinfleisch, pflanzlichen Lebensmitteln (tiefgefrorenen Himbeeren) sowie Futtermitteln.
Im Rahmen des Zoonosen-Stichprobenplanes 2017 wurden im LLBB 346 Proben analysiert (Tabelle 06). Das zu
berücksichtigende Keimspektrum umfasste klassische
Zoonoseerreger wie Salmonellen, thermophile Campylo-

bacter-Arten, Listeria monocytogenes, Verotoxinbildende
Escherichia coli (VTEC), Yersinia enterocolitica, Clostridium
difficilis. und Enterococcus faecium / faecalis. Zudem wurde
auf die Viren (Hepatitis A Virus und Norovirus) untersucht.
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Untersuchungen
auf spezifische Antibiotikaresistenzen bei Staphylococcus
aureus (Methicillinresistente S. aureus, MRSA) und Escherichia coli (kommensale E. coli, ESBL/AmpC-bildende E. coli,
Carbapenemasebildende E. coli). Im Falle positiver Erregernachweise wurden die jeweiligen Isolate zum Zwecke
weiterführender Untersuchungen an die zuständigen
Nationalen Referenzlabore übersandt.

Info-Box
ƒƒZoonose – Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die
wechselseitig zwischen Tieren und Menschen übertragen
werden können. Sie werden durch Bakterien, Viren, Parasiten,
Pilze oder Prionen übertragen.
Weiterführende Informationen beim BVL:
http://www.bvl.bund.de/zoonosenmonitoring

Tab. 6: Zoonosen-Stichprobenplan 2017, Untersuchungsprogramme und Probenzahlen
Stufe der Lebensmittelkette

Programm

Probenart

Erzeugerbetrieb

EB 4

Mastschweine bis 50 kg (im Betrieb)

Schlachthof

SH 6

Masthähnchen am Schlachthof: (Hals)haut

SH 7

Mastschweine

8

SH 8

Mastkälber/Jungrinder

1

Futtermittel

FM 8

Mischfuttermittel für Legehennen

8

Wildtier

WI 9

Rehwild: Kot

20

Einzelhandel

EH 10

Frisches Schweinefleisch

30

EH 11

Schweinehackfleisch

29

EH 12

Frisches Kalb- und Jungrindfleisch

28

EH 13

Frisches Rindfleisch

28

EH 14

Tatar/Schabefleisch

28

EH 15

Frisches Hähnchenfleisch, ohne Haut, gekühlt

30

EH 16

Fleisch vom Wildwiederkäuern, gekühlt oder
tiefgefroren

31

EH 17

Streichfähige Rohwürste

29

EH 18

Tiefgefrorene Himbeeren

28

Summe

Probenzahl
6
42

346

22

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Landesprogramme Berlin

Rückstände und Kontaminanten in
Fischen aus Berliner Gewässern
Auch im Jahr 2017 wurden Aale aus Berliner Gewässern
auf ihre Belastung mit Dioxinen, dioxinähnlichen polychlorierten Biphenylen (dl-PCB), nicht-dioxinähnlichen
PCB und polybromierten Diphenylethern (BDE; Flammschutzmittel) untersucht. Die 12 Fischproben wurden aus
der Havel (Ober- und Unterhavel) sowie dem Müggelsee
entnommen. Bei einer Probe kam es zu einer Höchstwertüberschreitung mit Beanstandung durch eine Überschreitung des Höchstgehaltes in der Summe der Dioxine und
dl-PCB (Höchstgehalt 10 pg WHO-PCDD/F-dl-PCB-TEQ/g
Frischgewicht) sowie auch zu einer Höchstwertüberschreitung in der Summe der nicht-dioxinähnlichen PCB
(Höchstwert 300 ng/g Frischgewicht).
Der zweite Schwerpunkt des Untersuchungsprogramms
betraf die Untersuchung von 15 Proben fettarmer Fische
(Barsch, Rotfeder, Karausche, Schleie, Rapfen, Plötze, Blei,
Hecht) auf Organochlorverbindungen, bromierte Flammschutzmittel, perfluorierte Tenside und die Elemente Blei,

Cadmium und Quecksilber. In jeder Probe wurden die
Metabolite von DDT, hauptsächlich pp´-DDE und pp´DDD nachgewiesen. Die Gehalte lagen jedoch weit unterhalb der Höchstmenge von 0,5 mg/kg Frischgewicht (vgl.
Rückstandshöchstmengenverordnung). Der ermittelte
Gehalt für die Summe aus PCB 28, PCB 52, PCB 101, PCB
138, PCB 153 und PCB 180 (ICES – 6) beträgt für die Einzelprobe Blei aus der Unterhavel 126,1 ng/g bezogen auf die
Frischsubstanz und liegt damit knapp über dem Höchstgehalt von 125 ng/g (vgl. Verordnung (EG) Nr. 1881/2006
der Kommission zur Festsetzung der Höchstgehalte für
bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln). Von den
bromierten Flammschutzmitteln wurden hauptsächlich
BDE 47 und teilweise auch BDE 100 und BDE 154 nachgewiesen.
Bei der Untersuchung auf perfluorierte Tenside im
NOKO-Labor in Rostock wurde in sechs Proben Perfluoroctansulfonsäure, in vier Proben Perfluordecansäure und
in einer Probe Perfluorundecansäure bestimmt. Die höchsten Gehalte wies dabei jeweils ein Rapfen aus dem Müggelsee auf. Während Blei und Cadmium in keiner Probe
nachweisbar waren, wurde in allen 15 Proben Quecksilber
nachgewiesen. Der höchste Gehalt an Quecksilber wurde
in einem Rapfen aus dem Müggelsee mit 0,34 mg/kg
bestimmt, aber auch dieser überschritt nicht den festgesetzten Höchstgehalt von 0,5 mg/kg Frischgewicht (vgl.
Verordnung (EG) Nr. 1881/2006).

Projekt Schulessen

Abb. 8: Quecksilbermessgerät mit (Atomic Fluorescence Spectrometry) AFS Detektion

Zwischen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und
Familie und dem LLBB wurde Ende des Jahres 2016 ein
Vertrag zur Durchführung der Untersuchung von Lebensmittelproben des schulischen Mittagessens an Ganztagsgrundschulen der Primarstufe für die Jahre 2017/2018
geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrages wurden im
Jahr 2017 vier Essenslinien mit jeweils 20 Essensproben
hinsichtlich der Gehalte an den Hauptnährstoffen, ausgewählten Vitaminen und Mineralstoffen analysiert. Die Probenahme erfolgte durch die neu eingerichtete Qualitäts-

23

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

kontrollstelle Schulessen, welche nach Übersendung der
Prüfberichte durch das LLBB ebenso die Beurteilung der
ermittelten Nährwerte anhand der Vorgaben des Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
(DGE) für die Schulverpflegung übernahm.

Abb. 9: Probe Schulessen

Landesprogramme Brandenburg

Landesprogramm zur rückstandsanalytischen Untersuchung von frischem
Bio-Obst und Bio-Gemüse aus dem
Land Brandenburg
Motivation für die Durchführung des Landesprogrammes
war die gestiegene Nachfrage nach Bio- und nach regionalen Frisch-Produkten aus Brandenburg. Bei der Auswahl des Analytspektrums wurden neben den Pestiziden
entsprechend der Verordnung (EU) Nr. 396/2005 besonders die im Anhang II der Öko-Durchführungsverordnung
(EG) Nr. 889/2008, angegebenen Analyten mitberücksichtigt. Dazu gehören unter anderem Pyrethrin, Spinosad
und das Schwermetall Kupfer.
Der Probenahmezeitraum begann im April und endete im
Dezember. Von den Überwachungsämtern wurden insgesamt 78 Proben zur Untersuchung eingesendet. Dazu
gehörten gängige Produkte wie Äpfel, Johannisbeeren,
grüne Salate aber auch seltenere Erzeugnisse wie Aroniabeeren und Topinambur. Es wurde aber auch freigestellt,
deutsche oder europäische Bio-Erzeugnisse zu beproben
oder alternativ auch seltenere regionale Erzeugnisse aus
konventionellem Anbau (zum Beispiel Kelterweintrauben
aus Brandenburg) zu untersuchen. Von den 78 Proben
waren 56 Bioprodukte (72 %) und 22 Produkte aus kon-

ventionellem Anbau (28 %). 53 Proben kamen von Brandenburger Erzeugern (68 %).
Es wurde auf ca. 600 verschiedene PflanzenschutzmittelWirkstoffe beziehungsweise deren Metaboliten (Pestizide)
untersucht. Bei allen 56 Bio-Erzeugnissen wurden keine
Rückstände nachgewiesen. Anders verhielt es sich bei
den konventionellen Erzeugnissen. Bei jedem zweiten
Erzeugnis wurden Pflanzenschutzmittel bestimmt. Spitzenreiter mit neun verschiedenen Wirkstoffen war eine
Kelterweintraube aus Brandenburg (Tabelle 7).

Abb. 10: Obstbäume in Frankfurt (Oder)

24

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Tab. 7: Pflanzenschutzmittel-Gehalte einer Probe Kelterweintrauben
Lfd. Nr.

Pflanzenschutzmittel

bestimmter Gehalt
[mg/kg Frischgewicht]

Rückstandshöchstgehalt
[mg/kg Frischgewicht]
Verordnung (EU) Nr.396/2005

1

Azoxystrobin

0,01

3

2

Cyflufenamid

0,02

0,15

3

Cyprodinil

0,27

3

4

Dimethomorph

0,02

3

5

Fludioxonil

0,06

4

6

Indoxacarb

0,06

2

7

Myclobutanil

0,13

1

8

Pyrimethanil

2,4

5

9

Quinoxyfen

0,07

1

Es gab weder bei den Bioprodukten noch bei den konventionell erzeugten Produkten Höchstgehaltsüberschreitungen gemäß den Festlegungen der Verordnung (EG) Nr.
396/2005. Im Ergebnis des durchgeführten Landesprogramms waren Bio-Produkte „Made in Brandenburg“ im
Gegensatz zu den konventionellen Produkten frei von
Pflanzenschutzmittel-Rückständen. Auf Grund der Untersuchungsergebnisse sollten einheimische Kelterweintrauben weiterhin untersucht werden.

Nickel in Lebensmitteln
Nickel ist ein Metall, das aufgrund natürlicher und anthropogener Aktivitäten in Lebensmitteln und Trinkwasser
vorhanden ist.
Laut einem wissenschaftlichen Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestehen jedoch Gesundheitsrisiken durch Nickel bei erhöhter
Aufnahme. Für die chronisch orale Nickelexposition wurden die Reproduktions- und Entwicklungstoxizität als kritische Wirkung zugrunde gelegt. Bei akuter oraler Nickelexposition für gegen Nickel sensibilisierte Personen sind
ekzematische Aufflammreaktionen und die Verschlimmerung allergischer Reaktionen als kritische Wirkung möglich.
Für bestimmte Lebensmittelgruppen, die in dem o.g. Gutachten der EFSA als Hauptquellen für die ernährungsbedingte Exposition genannt werden, sind bisher nur

begrenzt Daten über das Vorhandensein von Nickel verfügbar. Daher sollen entsprechend der Empfehlung (EU)
2016/1111 vom 06. Juli 2016 Daten über das Vorhandensein
von Nickel in Lebensmitteln zur Ableitung möglicher künftiger Risikomanagementmaßnahmen erhoben werden.
Im Rahmen des Landesprogramms sind daher primär
regional erzeugte Lebensmittel aus den Warengruppen
Getreide, Getreideerzeugnisse, Hülsenfrüchte, Ölsaaten,
Milch und Milcherzeugnisse, alkoholische und alkohol­
freie Getränke, Zucker, Obst, Gemüse und Gemüse­
erzeugnisse einschließlich Pilzen sowie getrocknete Teile
von Pflanzen für die Zubereitung von Kräutertees auf
ihren Nickelgehalt hin untersucht worden. Dafür wurde
das Lebensmittel mittels mikrowellengestütztem Druckaufschluss mit Salpetersäure in Lösung gebracht und
mittels optischer Emissionsspektrometrie mit induktiv
gekoppeltem Plasma (ICP-OES) quantifiziert.
Eine Zusammenstellung der Ergebnisse findet sich in
Tabelle 8.
Aus den Ergebnissen ist ersichtlich, dass getrocknete Teile
von Pflanzen für die Zubereitung von Kräutertees einen
erhöhten Nickelgehalt aufweisen. Es ist aber davon auszugehen, dass nach der Teezubereitung kein Nickel mehr
nachweisbar ist, da durch die Zugabe von Wasser eine
starke Verdünnung auftritt. Zudem ist auch nicht bekannt,
wieviel Nickel tatsächlich aus den Pflanzenteilen übergeht. Des Weiteren sind primär Leguminosen und Ölsaa-

25

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Tab. 8: Ergebnisse des Landesprogramms Nickel, 2017
Lebensmittel

Probenanzahl n

Nickelgehalt [mg/
kg bzw. mg/l]

Milch

8

< 0,2

Milcherzeugnisse

9

< 0,2

alkoholische Getränke

10

< 0,2

alkoholfreie Getränke

8

< 0,2

Zucker

3

< 0,6

Obst

8

< 0,2

Getrocknete Teile von Pflanzen für
die Zubereitung von Kräutertees

6

1,1

Pilze

8

< 0,2

15

< 0,6

1

1,0

• Backmischung, Mehl, Schrot

7

< 0,6

• Backmischung mit Sonnenblumenkernen

1

1,3

• Erbsen

3

0,7

• Sojabohne

1

6,1

• Leinsamen

5

1,0

• Raps

1

< 0,8

• Backmischung mit Sonnenblumenkernen

2

1,3

• Porree, Salat, Tomaten, Zwiebeln

5

< 0,2

• Bohnen

6

0,2

• Gurken, Rotkohl, Sauerkraut,
Suppengemüse Tomaten

6

< 0,2

• Erbsen

1

0,4

Anmerkung

Median

Getreide
• Dinkel, Gerste, Reis, Roggen,
Weizen
• Hirse
Getreideerzeugnisse

Hülsenfrüchte
Median

Ölsaaten
Median

Median

Gemüse

Median

Gemüseerzeugnisse

26

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ten nickelhaltig. Insbesondere die Sojabohne ist in der
Lage, Nickel besonders gut aufzunehmen und zu akkumulieren. Dies haben die Untersuchungen im Rahmen
des Lebensmittel-Monitorings von 2011 bestätigt. Davon
ausgehend ist ein weiterführendes Landesprogramm in
2019 geplant, bei dem Erzeugnisse aus Sojabohnen auf
ihren Nickelgehalt hin untersucht werden sollen.
Literatur
ƒƒEFSA Gutachten
ƒƒEmpfehlung (EU) 2016/111 vom 06. Juli 2016.
ƒƒLebensmittel-Monitoring 2011

Untersuchung von Brandenburger
Forellen auf Rückstände an Antibiotika
und Triphenylmethanfarbstoffen
Ein großer Teil der Fischereierzeugnisse wird heutzutage
in Aquakulturen produziert. Durch hohe Besatzdichten
und damit begrenzten Raum kommt es leicht zu einem
hohen Infektionsdruck, dem durch Einsatz von Tierarzneimitteln begegnet wird. In der EU ist der Arzneimitteleinsatz zur Behandlung von Erkrankungen rechtlich geregelt. Verboten ist die Anwendung zur Prävention von bakteriellen Infektionen und zur Wachstumsförderung.
Im Jahr 2017 wurden im Rahmen eines Landesprogrammes 20 Forellenproben aus Brandenburger Aquakulturen
auf Rückstände an Antibiotika und für die Lebensmittelgewinnung verbotene Triphenylmethanfarbstoffe untersucht.

Erfassung geringster Spuren an diesen Verbindungen
ermöglicht.
In einer der 20 Forellenproben wurde der Triphenylmethanfarbstoff Leuco-Malachitgrün nachgewiesen. Der
Gehalt von 1,19 µg/kg lag über der laborinternen Entscheidungsgrenze von 0,39 µg/kg und ist nach dem
Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) § 10
Abs. 1 „Verbot von Stoffen mit pharmakologischer Wirkung“ zu beurteilen. In einer weiteren Probe wurde ein
geringer Gehalt an Enrofloxacin (Antibiotikaklasse der
Chinolone) nachgewiesen. Der Gehalt entspricht mit ¼
des MRL den Vorgaben der EU-Verordnung über pharmakologisch wirksame Stoffe (Verordnung (EU) Nr. 37/2010).
Zur Erhöhung der Datenlage in Brandenburger Aquakulturbetrieben ist ein weiteres Landesprogramm in 2018
geplant. Darin werden 40 Karpfenproben auf Rückstände
an Antibiotika und Triphenylmethanfarbstoffen untersucht.
Literatur
ƒƒBohm, DA. et al. (2011): lValidated determination of eight
antibiotic substance groups in cattle and pig muscle by HPLC/
MS/MS, J AOAC Int. 2011, 94:1-13.
ƒƒHashimoto J.C., et. al. (2012): A simple method for the
determination of malachite green and leucomalachite green
residues in fish by a modified QuEChERS extraction and LC/
MS/MS, AOAC Int. 2012;95(3):913-22.

Die Untersuchungen wurden mit zwei Methoden durchgeführt; der Antibiotika-Screening-Multimethode und
der Methode für die Bestimmung von Spuren an Triphenylmethanfarbstoffen. Beide Messungen erfolgen auf
einem UPLC-MS/MS-System. Während bei der AntibiotikaScreening-Multimethode (Brohm 2011)58 verschiedene
Wirkstoffe aus 10 Antibiotikaklassen untersucht wurden
und Konzentrationen im Bereich der halben Rückstandshöchstmenge (MRL = Maximum Residue Limit) erfasst
werden (5–100 µg/kg), sind die Triphenylmethanfarbstoffe
als verbotene Stoffe in einem Bereich von 0,5 µg/kg analysiert worden. Dazu wurde eine im Rahmen der § 64
LFGB-Arbeitsgruppe „Tierarzneimittelrückstände“ validierte Methode eingesetzt (Hashimoto, 2012), die durch
flüssig/flüssig-Extraktion und dispersive Magnesiumsulfat/PSA (Primary Secondary Amine) Aufreinigung, die die

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Schwerpunkt: Schadstoffe in Lebensmitteln

Die Belastung von Lebensmitteln mit Schadstoffen ist ein
stetig wiederkehrendes Thema in der Öffentlichkeit. Zu
beachten und zu klären sind in diesem Zusammenhang
stets die verwendeten unterschiedlichen Begrifflichkeiten. Prinzipiell wird zwischen Rückständen und Kontaminanten unterschieden.
Stoffe, die während der Produktion von Lebensmitteln
bewusst eingesetzt werden und partiell zusammen mit
möglichen Abbauprodukten im Endprodukt verbleiben
können, werden als Rückstände bezeichnet. Populäre
Bespiele dafür sind der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
oder Schädlingsbekämpfungsmitteln in der Landwirtschaft sowie die Verwendung von Arzneistoffen in der
Tierhaltung.
Im Gegensatz dazu werden unerwünschte Stoffe, welche
unbeabsichtigt und aufgrund verschiedenster Eintragsquellen in die Nahrung gelangen können, als Kontaminanten bezeichnet. Zu den Kontaminanten in Lebensmitteln infolge von Verunreinigungen durch die Umwelt
zählen insbesondere Schwermetalle, Dioxine und Flammschutzmittel. Per se toxische Pflanzeninhaltsstoffe wie
zum Beispiel Tropan- und Pyrrolizidin-Alkaloide können
das Lebensmittel als Verunreinigungen kontaminieren.
Bereits auf dem Feld oder während unsachgemäßer Lagerung können giftige Mykotoxine als Metaboliten von
Schimmelpilzen gebildet werden und aufgrund ihrer Stabilität auch nachfolgende Verarbeitungsschritte überdauern. Unerwünschte Stoffe können bei der Herstellung
eines Lebensmittels auf allen Stufen der Produktionskette
entstehen und in dieses übergehen. Schadstoffe entstehen insbesondere auch durch die starke Erhitzung von
Lebensmitteln beim Braten, Rösten, Grillen oder Räuchern wie beispielsweise Acrylamid oder polycyclische
aromatische Kohlenwasserstoffe. Als Kontaminationsquelle können Verpackungsmaterialien unerwünschte
Stoffe wie Weichmacher oder Mineralölbestandteile an
das Lebensmittel abgeben.

Sowohl für den Bereich der Rückstände als auch der Kontaminanten gelten europäische und nationale Rechtsgrundlagen mit festgelegten Höchstgehalten. Die Überprüfung der Einhaltung dieser gesetzlichen Vorgaben
erfolgt im Labor nach meist aufwändigen Aufarbeitungsund Reinigungsschritten mittels hochempfindlicher Analysengeräte im Spurenbereich.

Fipronil
Im Juli 2017 wurde im Schnellwarnsystem der Europäischen Kommission (RASFF) gemäß Artikel 50 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 über den Nachweis von Fipronil in
Eiern unterschiedlicher Herkunft berichtet. Zunächst
informierte Belgien am 20. Juli 2017 in einer RASFF-Informationsmeldung, dass im Rahmen einer ScreeningUntersuchung auf Rückstände und Kontaminanten bei
einem belgischen Primärproduzenten Eier mit dem Legedatum 09. Juli 2017 positiv auf Fipronil getestet wurden,
wobei der Rückstandshöchstgehalt gemäß der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 von 0,005 mg/kg mit 1,2 mg/kg
Frischgewicht deutlich überschritten war. Es wurde festgestellt, dass das Fipronilhaltige Mittel „Dega 16“ verbotenerweise am Bestand angewendet wurde. Weitere Informationsmeldungen belegten, dass Fipronil auch in Eiern
anderer Herkunft (Niederlande) festgestellt wurde und
Deutschland ebenso betroffen war.
Fipronil ist ein Breitspektrum-Insektizid gegen Hautparasiten wie Milben, Zecken, Flöhe und Läuse. Es ist ein Kontaktgift und wird in Halsbändern von Haustieren wie Hunde und Katzen eingesetzt. Seine Anwendung an Lebensmittel liefernden Nutztieren ist hingegen verboten. Nicht
nur der unmittelbare Einsatz an Nutztierkörpern ist
rechtswidrig, sondern auch eine mittelbare Anwendung,
wie zum Beispiel bei der Stallreinigung. Als Pflanzenschutzmittel war es in der EU zunächst befristet bis zum
31. Juli 2018 als Saatgutbeize für Mais und Sonnenblume
zugelassen, diese Befristung wurde dann aber im Jahr
2016 insbesondere wegen seiner Bienengefährlichkeit auf
den 30. September 2017 verkürzt. Weiterhin ist Fipronil
Bestandteil von Bioziden zur Schädlingsbekämpfung

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gegen Ameisen bzw. Schaben, allerdings darf die Anwendung nicht in der Nähe zu Lebensmitteln und Futtermitteln und nicht in Tierställen für Lebensmittel liefernde
Tiere erfolgen.
Im Juli 2017 gab es in der EU kein Tierarzneimittel, das zur
Bekämpfung der Roten Vogelmilbe an Legehennen zugelassen war. Erst im August 2017 wurde ein Mittel, welches
den Wirkstoff Fluralaner enthält, EU-weit zugelassen.
Infolge der Schnellwarnung wurden im Jahr 2017 im Landeslabor 128 Lebensmittelproben und 41 Proben für den
Nationalen Rückstandskontrollplan (NRKP) untersucht.
Zunächst konzentrierte sich die Probeneinsendung auf
Eier und Eierzeugnisse unterschiedlicher Herkunft, die
Probenahme erfolgte im Handel, aber auch beim Erzeuger oder in Verarbeitungsbetrieben. Es wurden 38 Proben
Hühnereier, neun Proben Flüssigei und fünf Proben
gekochte Eier im Landeslabor untersucht. In zwei Proben
Flüssigei desselben Herstellers wurden Höchstgehalts­
überschreitungen (die Rückstandsdefinition umfasst die
Summe aus Fipronil und dem Metabolit Fipronil-Sulfon,
berechnet als Fipronil) festgestellt.
Im Rahmen des kurzfristig eingereichten Programms zum
BÜp wurden im Landeslabor 55 Proben, die vorwiegend
aus dem Handel, aber auch vom Hersteller entnommen
wurden, untersucht: 25 Proben Eiersalat, neun Proben
Kartoffelsalat, je eine Probe Fleisch- und Geflügelsalat
und 19 Proben Mayonnaise. Bei verarbeiteten beziehungsweise zusammengesetzten Erzeugnissen sind
gemäß Artikel 20 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr.
396/2005 die durch die Verarbeitung und/oder das
Mischen bewirkten Veränderungen der Pestizidrückstandsgehalte zu berücksichtigen.

Abb. 12: Eiprobe

Zwar waren die genaue Zusammensetzung und die konkreten Verarbeitungsfaktoren bei den eingesandten Proben nicht bekannt, jedoch waren für drei Eiersalate, welche Mayonnaise enthielten, die Rückstandshöchstgehalte
so weit überschritten, dass davon auszugehen war, dass
diese Erzeugnisse entgegen den gesetzlichen Anforderungen in den Verkehr gebracht wurden. Die Fipronil-Gehalte lagen hier zwischen 0,033 mg/kg und 0,087 mg/kg
Frischgewicht. Anhand der vom Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlichten gesundheitlichen Bewertung
von Fipronil-Gehalten belgischer Eier wurde abgeleitet,
dass ein Gesundheitsrisiko durch die gefundenen Rückstände nicht zu erwarten war (BfR Stellungnahme).
Zwei Proben Mayonnaise wiesen zwar Fipronil-Gehalte
unter 0,005 mg/kg Frischgewicht auf, bei der Annahme,
dass das Fipronil ausschließlich aus den zur Herstellung
verwendeten Eiern herrührt, wäre der zulässige Höchstgehalt hierfür jedoch jeweils überschritten. Nach Artikel 19 der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 gilt ein Verarbeitungs- bzw. Mischungsverbot für Erzeugnisse, deren
Rückstandshöchstgehalt nicht eingehalten ist.
Im Rahmen weiterer Plan- und Verdachtsprobenuntersuchungen wurden drei weitere Proben Eiersalat, eine Probe Kartoffelsalat, zwei Proben Mayonnaise, sechs Proben
Suppenhuhn, vier Proben Backwaren, eine Probe Teigwaren und vier Proben Eierlikör ohne auffälliges Ergebnis
analysiert.

Abb. 13: Quechers-Extraktion

29

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Abb. 14: Reinigung der Extrakte mittels EMR

Innerhalb des NRKP wurden zunächst 28 Proben (4 × Eier,
5 × Legehennen und 19 × Hähnchen) auf Fipronil und seine Metaboliten untersucht. Zur Aufarbeitung des FipronilGeschehens wurde seitens der EU ein Adhoc Programm
zur Untersuchung von Eiern und Geflügelfleisch/-fett auf
weitere Akarizide vorgeschlagen. Von den 89 vorgeschlagenen Stoffen (die Zahl umfasst die Wirkstoffe und teilweise auch ihre Metaboliten) waren 55 im Untersuchungsspektrum des Labors enthalten. Auf diese Analyten
wurde im Rahmen des NRKP in sechs Proben Hähnchenmuskulatur und sieben Proben Eier geprüft, Rückstände
wurden dabei nicht nachgewiesen.
Literatur
ƒƒBfR Stelllungnahme Nr. 016/2017 BfR vom 30. Juli 2017:
Gesundheitliche Bewertung der in Belgien nachgewiesenen
Einzeldaten von Fipronilgehalten in Lebensmitteln tierischen
Ursprungs

Zur Untersuchung von Kakao auf PAK
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind
allgegenwärtig. Sie entstehen bei der unvollständigen
Verbrennung organischer Materialien. Als natürlicher
Bestandteil von Kohle und Erdöl werden sie über Industrie- und Fahrzeugabgase ausgestoßen. Auch das Konsumieren von Tabakprodukten führt zur Freisetzung von
PAK. Einmal in die Atmosphäre gelangt, werden sie aufgrund ihrer Stabilität kaum abgebaut. Sie binden an
Staub- und Rußpartikel und reichern sich in der Umwelt
an. In Lebensmittel gelangen sie vor allem durch Kontakt
mit offenem Feuer, wie zum Beispiel beim Trocknen, Grillen oder Räuchern. Untersuchungen haben gezeigt, dass
auch Kakao und andere Kakaoerzeugnisse damit belastet
sein können.
Als eine mögliche Ursache für die Kontamination mit PAK
gilt die unsachgemäße Trocknung der fermentierten
Kakaobohnen in den Erzeugerländern. Eine weitere Eintragsquelle stellt die Verwendung von Sisal- oder Jutesäcken zum Verpacken der getrockneten Kakaobohnen dar.
Um die harten Pflanzenfasern leichter zu Verpackungsmaterial verarbeiten zu können, werden diese in Mineralöl,
das aus Erdöl hergestellt wird, getaucht. Die dabei in das
Verpackungsmaterial gelangten PAK können während
längerer Lagerungszeiten das Transportgut kontaminieren. Auch bei der Verarbeitung von Kakaobohnen besteht
die Gefahr einer Verunreinigung mit PAK, so infolge des
Röstprozesses, der für die Aromaerschließung unverzichtbar ist.

30

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10
8
6
4
2
0
< 0,3 µg/kg (NWG)

< 5 µg/kg Fett

< 10 µg/kg Fett

< 20 µg/ kg Fett

Abb. 15: Anzahl der Erzeugnisse entsprechend des Gehaltes aus der Summe aus Benzo[a]pyren, Benzo[a]anthracen, Benzo[a]fluoranthene,
und Chrysen

Die verschiedenen chemischen Verbindungen, die unter
dem Namen PAK zusammengefasst werden, haben krebserregende, erbgutverändernde und/oder fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften. In der Verordnung (EG) Nr.
1881/2006 wurden Höchstmengen festgelegt. Als Leitsubstanzen für PAK dienen Benzo[a]pyren, Benzo[a]anthracen, Benzo[b]fluoranthene und Chrysen, für deren Summe in Kakaoerzeugnissen ein Grenzwert von 30 µg/kg
Fett, für Benzopyren als Einzelsubstanz ein Grenzwert von
5 µg/kg Fett festgelegt ist.
Um sich einen Überblick über den derzeitigen Belastungsgrad von Kakao mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen zu verschaffen, wurden 20 schwach entölte
Kakaos untersucht. Bei keinem der überprüften Erzeugnisse war ein Verstoß gegen die gesetzlich festgelegten
Höchstwerte zu verzeichnen. Der höchste gemessene
Wert für die Summe aus Benzo[a]pyren, Benzo[a]anthracen, Benzo[b]fluoranthene und Chrysen lag bei 19 µg/kg
Fett, in drei Erzeugnissen waren keine dieser Verbindungen enthalten. Auch für Benzopyren wurde keine Höchstwertüberschreitung festgestellt.

Gehalte an biogenen Aminen,
flüchtigen Verbindungen und
Gesamt-Schwefeldioxid in Weinen –
ein Marktüberblick
Im LLBB wurden in den vergangenen Jahren mehrfach
Weine als Beschwerdeproben eingeliefert, die als
Beschwerdegrund einen Hinweis darauf enthielten, dass
das eingelieferte Erzeugnis Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder sonstige Unverträglichkeitserscheinungen ausgelöst habe.

Derartige Unverträglichkeiten können prinzipiell verschiedene Ursachen haben. Im Fall von Wein sind hierbei
insbesondere folgende Inhaltsstoffe als Auslöser zu
berücksichtigen:
·· Biogene Amine: Hauptsächlich durch mikrobielle
Vorgänge gebildete Verbindungen. Insbesondere das
biogene Amin Histamin wird mit Kopfschmerzen und
Unverträglichkeitserscheinungen in Verbindung
gebracht, wobei in solchen Weinen Histamingehalte
von 10 bis 20 mg/L festgestellt wurden.
Das biogene Amin Putrescin hingegen wird in hohen
Gehalten mit fäulnisbelastetem Lesegut bzw. mit einer
schlechten Hygiene während der Verarbeitung im
Keller in Verbindung gebracht. Gemäß Literaturangaben wurden bei Weinen mit Geschmacksdefekten
Putrescingehalte bis zu 48 mg/L, in regelrecht verdorbenen Weinen bis zu 200 mg/L ermittelt.
·· Flüchtige Verbindungen: Die flüchtigen Verbindungen
(zum Beispiel Methanol, Methylbutanol, iso-Butanol)
werden auch als höhere Alkohole beziehungsweise
„Fuselöle“ bezeichnet. Sie werden während der Gärung
aus dem Zucker des Mostes gebildet. Daher steigt ihre
Konzentration mit der Qualität des Mostes beziehungsweise mit dem Alkoholgehalt des Weines.
·· Schwefeldioxid: Schwefeldioxid und Sulfite sind gemäß
Artikel 9 und 21 i.V.m. Anhang II der Verordnung (EU)
Nr. 1169/2011 als Stoffe aufgeführt, die Allergien oder
Unverträglichkeiten auslösen. Eine Kennzeichnungspflicht für Schwefeldioxid oder Sulfite besteht ab
einem Gehalt von 10 mg/L. Die Höchstmengen sind in
der Verordnung (EG) Nr. 606/2009 aufgeführt.

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Anzahl der Weine
40
35
30
25
20
15
10
5
0
<1

1 bis < 10

10 bis < 20

≥ 20

Gehalte an Putrescin (mg/L)

Abb. 17: Gehalte an Putrescin in den untersuchten Weinen
Anzahl der Weine
25
20
15
10
5
0
<1

1 bis < 5

5 bis < 10

≥ 10

Gehalte an Histamin (mg/L)

Abb. 18: Gehalte an Putrescin in den untersuchten Weinen

Um einen Überblick über die am Markt befindlichen Weine zu erhalten, wurden im Jahr 2016 insgesamt 55 Weine
auf ihre Gehalte an biogenen Aminen, flüchtigen Verbindungen und Gesamt-Schwefeldioxid untersucht. Es handelte sich bei diesen Weinen um Rot- und Weißweine aus
Deutschland, Europa und Drittländern (Osteuropa, Südafrika, Südamerika, u.a.). Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden auf der Tagung der staatlichen Weinsachverständigen im August 2017 in Berlin vorgestellt.

Bei allen Weinen lagen die Gehalte an Histamin unterhalb
von 10 mg/L.
Die Gehalte an flüchtigen Verbindungen waren bei allen
untersuchten Weinen unauffällig, ebenso lagen die Gehalte an Gesamt-Schwefeldioxid bei allen in diesem Zusammenhang untersuchten Weinen unterhalb der jeweiligen
Höchstmenge.
Literatur

Bei dem überwiegenden Teil der untersuchten Weine (52,
entspricht 94,6 %) waren die Gehalte an biogenen Aminen unauffällig.
Zwei Proben aus der Ukraine und Frankreich wiesen Gehalte des biogenen Amins Putrescin oberhalb von 20 mg/L auf.
Bei diesen beiden Proben wurden bereits geschmackliche
Abweichungen (bittere Noten) festgestellt, die jedoch als
noch handelsüblich beurteilt wurden. Bei einem Wein aus
Deutschland lag der Putrescin-Gehalt bei über 140 mg/L,
verbunden mit deutlichen geschmacklichen Abweichungen (u. a. Prickeln und Taubheitsgefühl auf der Zunge). Dieser Wein wurde als nicht handelsüblich beurteilt.

ƒƒVogt/Jakob: Der Wein, Ulmer, Stuttgart, 8. neubearb. Aufl.,
1979, 99.
ƒƒFred Langenwalter: Biogene Amine: Histamin, wieder
aktuelles Thema?, in: Der Deutsche Weinbau, Neustadt/
Weinstraße, 2014, Nr. 16-17, 50/51.
ƒƒWürdig/Woller: Chemie des Weines, Ulmer, Stuttgart, 1989,
549 und 203/204.

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Untersuchungen von Einfuhrproben
auf Mykotoxine

Die Kontrollen in Bezug auf Mykotoxine basieren auf den
folgenden Verordnungen:

Die Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 sieht zum Schutz der
menschlichen Gesundheit Höchstgehalte für Mykotoxine
in Lebensmitteln vor. Diese Mykotoxin-Höchstgehalte
wurden in bestimmten Lebensmitteln nicht tierischen
Ursprungs aus bestimmten Drittländern häufig überschritten, insbesondere die Aflatoxin-Gehalte. Aflatoxine
sind Mykotoxine, die durch ihre kanzerogenen Eigenschaften die menschliche Gesundheit in höchstem Maße
schädigen können. Eine Kontamination von Lebensmitteln mit Mykotoxinen stellt deshalb eine ernsthafte Bedrohung der menschlichen Gesundheit in der Europäischen
Union dar. Daher wurden mit der Verordnung (EG) Nr.
882/2004 harmonisierte Gemeinschaftsvorschriften für
amtliche Kontrollen, einschließlich amtlicher Kontrollen
bei der Einfuhr von Futter- und Lebensmitteln aus Drittländern in die Europäische Union festgelegt.

Verordnung (EG) Nr. 669/2009 der Europäischen Kommission zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 882/2004
des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick
auf verstärkte amtliche Kontrollen bei der Einfuhr
bestimmter Futtermittel und Lebensmittel nicht tierischen Ursprungs

An sogenannten „benannten Eingangsorten/Einfuhrorten“ der Lebensmittelüberwachungsbehörden, die von
den Mitgliedstaaten festgelegt werden, sind bestimmte
Lebensmittel nicht tierischen Ursprungs zwingend einer
lebensmittelrechtlichen Kontrolle zu unterziehen.

und
Durchführungsverordnung (EU) 884/2014 der Kommission zur Festlegung besonderer Bedingungen für die Einfuhr bestimmter Futtermittel und Lebensmittel aus
bestimmten Drittländern wegen des Risikos einer Aflatoxin-Kontamination.
Diese Verordnungen gelten beispielsweise für folgende
Lebensmittel:
Trockenfrüchte, Nüsse, Gewürze, Wassermelonenkerne
aus den unterschiedlichsten Drittländern. In den genannten Verordnungen wird festgelegt, mit welcher Häufigkeit
diese Lebensmittel bei der Einfuhr in die Union amtlich
kontrolliert werden müssen.

Tab. 9: Einfuhrorte für Lebensmittel
Bundesland

Benannter Einfuhrort/Kontrollstelle

Berlin

Flughafen Berlin-Tegel

Brandenburg

Landkreis Teltow-Fläming
Landkreis Potsdam-Mittelmark
Landkreis Havelland

Tab. 10: Aflatoxin-Untersuchungen in Lebensmitteln aus verschiedenen Einfuhrorten
Einfuhrort

Lebensmittel

Anzahl Proben

Teltow-Fläming

Pistazien

7

Teltow-Fläming

Haselnüsse

2

Havelland

Haselnüsse

6

33

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Gemäß der Verordnung (EU) Nr. 884/2014 sind bei der Einfuhr von Pistazien in der Schale und Pistazien ohne Schale, deren Ursprungsland beziehungsweise Herkunftsland
die Türkei ist, 50 % der Sendungen auf die Einhaltung der
Aflatoxin-Höchstgehalte zu kontrollieren. Bei der Einfuhr
von Haselnüssen in der Schale oder Haselnüssen ohne
Schale aus der Türkei sind 5 % der Sendungen zu untersuchen.
Das LLBB untersucht für die Bundesländer Berlin und
Brandenburg als zuständige Behörde Einfuhrproben
gemäß der Verordnung (EG) Nr. 401/2006, die von folgenden Einfuhrorten für Lebensmittel eingesandt werden:

Im Jahr 2017 wurden 15 Proben zur Untersuchung auf
Aflatoxine gemäß Durchführungs-VO (EU) 884/2014 eingesandt.
Es handelte sich dabei um folgende Lebensmittel nicht
tierischen Ursprungs aus der Türkei der folgenden Einfuhrorte:
In allen kontrollierten Proben waren keine nennenswerten Gehalte an Aflatoxinen bestimmbar, sodass diese
Lebensmittel den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen der EU entsprachen und somit eingeführt werden
durften.

Weitere ausgewählte Schwerpunktthemen

Exposition von Sarkosporidien
in Wildfleisch

definierte Sarcocytis-Gruppe mit humanpathogenem
Potential (Taylor et al., 2010).

Lebensmittel können neben den bakteriologischen und
virologischen Infektionsrisiken auch Parasiten enthalten.
Ob von Parasiten in Lebensmitteln eine Gesundheitsgefahr für den Menschen ausgeht, ist insbesondere abhängig davon, ob diese im infektionsfähigen/vermehrungsfähigen Stadium mit dem Lebensmittel verzehrt werden.
Mit Sarkosporidien infiziertes Schweinefleisch kann
grundsätzlich eine Infektionsquelle für den Menschen
beim Verzehr von rohem, getrocknetem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch und auch Rohwurst darstellen
(BfR, 2008; Schnake, Perez, Paulsen, König, 2016). Je nach
Befallsintensität der im Lebensmittel enthaltenen Sarkosporidien kann eine Erkrankung beim Menschen entweder symptomlos verlaufen oder zu Erbrechen und Durchfall führen.

Für den Entwicklungszyklus sind der Zwischenwirt (zum
Beispiel Rinder, Schweine, Damwild, Kamelarten, Ziegen,
Schafe und Kaninchen) und der Endwirt notwendig. Zu
den Endwirten gehören neben dem Menschen auch Affen
und fleischfressende Säuger, wie zum Beispiel Hund,
Fuchs oder auch Wolf. In der Muskulatur des Zwischenwirtes reifen die Sarkosporidienzysten in Faserrichtung verlaufend heran (Abbildung 19) und bilden schlauchförmige Gebilde, sogenannte „Mieschersche Schläuche“. Der
Endwirt infiziert sich über die orale Aufnahme von mit
Sarkosporidienzysten befallenem Fleisch.

Sarkosporidien sind Parasiten (einzellige obligat zweiwirtige Protozoen) mit etwa 130 Sarcocystis-Arten. Bisher
sind nur Sarcocystis hominis (Vorkommen: Rind) und Sarcocystis suihominis (Vorkommen: Schwein) für den Menschen als krankheitsverursachend eingestuft. Außerhalb
Europas existiert jedoch noch eine weitere nicht genauer

Weisen im Rahmen der amtlichen Fleischuntersuchung
Tierkörper/Tierkörperteile makroskopisch einen Befall, in
Abhängigkeit von der Befallsintensität, mit Sarkosporidienzysten auf, werden diese auf der Basis der europäischen
Erzeugnis-Überwachungsverordnung (EG) Nr. 854/2004 als
untauglich beurteilt. Solitär vorkommende Sarkosporidienzysten können bei der Fleischuntersuchung nicht erfasst
werden und gelangen so ungehindert in die Lebensmittelkette. Da aber der Sarkosporidienbefall weit höher liegt
als die bei der Schlachtung auffälligen Tierkörper/Tierkör-

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perteile, ist davon auszugehen, dass histologisch ein weit
höherer Befall nachzuweisen ist. Dieser Verdacht und die
Zufallsbefunde aus der Vergangenheit waren der Anlass,
eine histologische Erhebung in Wildfleisch und roh verzehrbaren Wilderzeugnissen durchzuführen.
Eine Inaktivierung des infektiösen Stadiums wird durch
eine Erhitzung des Fleisches im Kern mit einer Temperatur
von mindestens 60 °C beziehungsweise Tiefgefrieren bei
minus 20 °C über mindestens 3 Tage erreicht (BfR, 2008).
Bei Einhaltung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs der
Produkte ist die Gefahr selbst bei humanpathogenen
Arten beim Verzehr von Fleischprodukten ausgeschlossen. Lediglich bei thermisch unbehandelten Fleischprodukten ist ein Infektionsrisiko gegeben.
Im Landeslabor wurden in 56 von insgesamt 73 untersuchten Wildfleischproben (77 %) Sarkosporidien histologisch nachgewiesen. Eine Speziesdifferenzierung war
nicht möglich.
Zu dem untersuchten Probenmaterial gehörten neben
tiefgefrorenem auch frisches Fleisch vom Hirsch, Damhirsch, Reh, Elch und Wildschwein sowie Rohwürste, Rohschinken als auch 3 Wildkochwürste aus den vorgenannten Tierarten. Die Sarkosporidien des Rot-, Dam- und Elchwildes gelten nach derzeitigem Wissensstand nicht als
humanpathogen. Vier der positiven Proben waren unerhitzt verzehrfertig (1 × Wildschweinschinken, 3 × Wildschweinsalamis), so dass hier der Nachweis von der Spezies
Sarcosystis suihominis von gesundheitlicher Bedeutung
wäre. Zur Aufklärung müsste durch eine weiterführende
molekularbiologische Differenzierung deren Humanpathogenität untersucht werden.

Abb. 19: Histologische Aufnahme

Literatur
ƒƒBfR (2008) Sarkosporidien enthalten, Stellungnahme Nr.
026/2008 des BfR vom 20.03.2008: Ungenügend erhitztes
Schweinefleisch könnte
ƒƒSchnake F. G., Perez W., Paulsen P., König H. E. (2016):
Sarkozystose bei Neuweltkameliden in Chile und Uruguay,
Fleischwirtschaft 4/2016
ƒƒTaylor et al. (2010): Scientific report submitted to EFSA.
Development of harmonized schemes for the monitoring and
reporting of Sarcocystis in animals and foodstuffs in the
European Union, 12.02.2010

Hirseflocken – (k)ein Hochgenuss?
Die Bezeichnung Hirse wird gemeinhin für eine Reihe von
Getreidesorten mit kleinen, meist runden Samen verwendet. Diese zählen zu den ältesten Getreidesorten, stammen ursprünglich aus Asien, sind jedoch mittlerweile
weltweit verbreitet. Die üblicherweise aus gereinigten
und geschälten Hirsekörnern hergestellten Hirseflocken
enthalten durchschnittlich 3,9 % Fett. Der Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren liegt dabei
bei etwa 75 %, wobei Linolsäure die Majorfettsäure darstellt. Trotz des geringen Fettgehaltes ist jedoch aufgrund
des hohen Anteils der genannten Fettsäuren regelmäßig
ein fortgeschrittener Fettverderb bei im Verkehr befindlichen Produkten festzustellen.
Oxidativer Fettverderb kommt vor allem bei Fetten mit
einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren vor und
kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden.
Die primär aus der Autoxidation von Fettsäuren hervorgehenden Monohydroperoxide sind geruch- und geschmacklos. Die Qualität des Lebensmittels nimmt sensorisch feststellbar erst dann ab, wenn flüchtige Sekundärprodukte
entstehen. Zu diesen gehören eine Vielzahl von Verbindungen, die schon in geringen Konzentrationen sehr stark
den Geruch und Geschmack eines Lebensmittels beeinflussen können, beispielsweise Carbonylverbindungen
wie kurzkettige Aldehyde und Ketone.
Im Zeitraum von 2013 bis 2017 wurden im LLBB insgesamt
29 Proben Hirseflocken untersucht. 41 % der Proben wurden aufgrund abweichender, nicht mehr produkttypischer
sensorischer Eigenschaften (ranzig, firnisartig, adstringierend, kratzend im Abgang) als für den Verzehr durch den
Menschen ungeeignet beurteilt. Bei einer der beanstandeten Proben wurde die abweichende sensorische
Beschaffenheit zunächst durch einen Verbraucher bei der

35

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörde angezeigt, welche das Erzeugnis als Beschwerdeprobe zur
Untersuchung an das Landeslabor abgab. Bei rund 2/3 der
Proben wurde zur Objektivierung des sensorischen Eindrucks die Anisidinzahl im aus der Probe kalt extrahierten
Fett untersucht. Mit der Anisidinzahl werden sekundäre,
flüchtige Abbauprodukte von Fetten und Ölen erfasst. Sie
gilt als Maß für die Konzentration der α, β - ungesättigten
Aldehyde, die ursächlich für einen ranzigen sensorischen
Gesamteindruck sind. Die Ergebnisse zeigten, dass die
Anisidinzahlen der kalt extrahierten Fette bei sensorisch
unauffälligen Proben in der Regel kleiner als 10 sind
(Abbildung 20).

Zudem wurde im Rahmen der sensorischen Untersuchung eine Tendenz hinsichtlich der Farbe der Hirseflocken beobachtet. So wiesen sensorisch unauffällige Hirseflocken oftmals einen deutlich kräftigeren gelblichen Farbton auf als sensorisch auffällige Flocken (Abbildung 21).
Die Gegenüberstellung der ermittelten Anisidinzahlen
mit der Anzahl der verbleibenden Tage vom Zeitpunkt
der Untersuchung bis zum Erreichen des deklarierten
Mindesthaltbarkeitsdatums zeigte hingegen keine eindeutige Tendenz. Obwohl davon auszugehen wäre, dass
mit ansteigender Anisidinzahl und damit wahrnehmbarer
sensorischer Abweichung auch ein geringerer Zeitraum
bis zum Ablauf der Mindesthaltbarkeitsfrist festzustellen

Tage bis zum Ende der Mindesthaltbarkeit ab sensorischer Prüfung
350

300

250

200

150

100

Anisidinzahlen nicht beanstandeter Proben

157,8
110

147,9
75

121,2
125

99,8
13

44,5
202

31,6
18

29,5
18

25,7
111

20,0
331

7,7
122

6,9
141

5,2
171

4,3
162

4,2
157

3,9
80

3,2
293

3,0
122

2,1
76

0

1,4
314

50

Anisidinzahlen beanstandeter Proben

Abb. 20: Anisidinzahlen im aus Hirseflocken extrahierten Fett und Anzahl der Tage bis zum Ende der Mindesthaltbarkeit der Hirseflocken ab
Tag der sensorischen Untersuchung

36

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LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Abb. 21: sensorisch auffällige (ranzige) Hirseflocken mit blassgelblicher Farbe, rechts: sensorisch unauffällige Hirseflocken mit gelblicher
Farbe

wäre, war ein Zusammenhang zwischen der noch verbleibenden Mindesthaltbarkeitsdauer und der Anisidinzahl
nicht in allen Fällen erkennbar. Dieser Sachverhalt kann
aber auch ein Hinweis darauf sein, dass nicht alle Hersteller die gleiche Mindesthaltbarkeitsdauer kalkulieren.
Ursächlich für den oxidativen Fettverderb der Hirseflocken können daher sowohl ein zu lang bemessenes Mindesthaltbarkeitsdatum als auch ungeeignete Lagerbedingungen und/oder Verpackungsarten und -materialien,
fehlende Schutzatmosphäre sowie ein nicht ausreichend
schonender Herstellungsprozess bzw. eine Kombination
der genannten Gründe sein.

Wie steht es ums Softeis?
Ein Vergleich der mikrobiologischen
Qualität von Softeis mit lose verkauftem Speiseeis aus der Theke
Häufig kommt die Frage auf, ob Softeis denn tatsächlich
mikrobiologisch kritischer zu betrachten sei als Eis aus der
Theke. Wir im LLBB sind eben dieser Frage nachgegangen
und haben im Jahr 2017 gezielt die mikrobiologische
Beschaffenheit von 168 Softeis-Proben mit der von 641
lose verkauften Speiseeis-Proben aus der Theke verglichen.

Literatur
ƒƒLexikon der Ernährung Band I und II, Heidelberg Berlin,
2002, 458, 151
ƒƒSouci S. W., Fachmann W., Kraut H. (2008): Die Zusammensetzung der Lebensmittel Nährwert-Tabellen, 7. revidierte und
ergänzte Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Stuttgart, 2008, 649 - 650
ƒƒBelitz H.-D., Grosch W., Schieberle P. (2008): Lehrbuch der
Lebensmittelchemie, Berlin Heidelberg, 2008, 206

Abb. 22: Softeis

37

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Zunächst kann positiv hervorgehoben werden, dass alle
Proben frei von krankheitserregenden Salmonellen, Listerien und Staphylokokken waren und keine der Softeis-Proben als gesundheitsgefährdend zu beurteilen war. Eine
Eis-Probe aus der Theke musste jedoch wegen zu hoher
Gehalte an Bacillus cereus (1,3 × 105 koloniebildende Einheiten pro Gramm Probe (KbE/g)) als gesundheitsgefährdend bewertet werden.

eis- und bei 61 % der sonstigen losen Speiseeis-Proben
festgestellt. Erhöhte Gehalte an Enterobacteriaceae und
Escherichia coli sind bei 36 % beziehungsweise 4 % aller
Softeis-Proben ermittelt worden, bei losem Speiseeis aus
der Theke bei 22 % bzw. 3 %. Nur Bacillus cereus bildet
eine Ausnahme: Hier wurden bei 4 % der Softeis-Proben
und bei 6 % der Eis-Proben aus der Theke erhöhte Gehalte festgestellt (Abbildung 23).

Betrachtet man nun die Häufigkeit erhöhter Keimgehalte,
so fällt auf, dass diese in Softeis generell höher ist: Eine
erhöhte aerobe Gesamtkeimzahl wurde bei 80 % der Soft-

Auch der Anteil an mikrobiologisch begründeten Beanstandungen ist bei Softeis deutlich höher: Von den 168
Softeis-Proben waren rund 18 % wegen Überschreitun-

nicht zum Verzehr geeignet

Warnwertüberschreitung DGHM
Bacillus cereus

Escherichia coli

Enterobactereaceae

aerobe Gesamtkeimzahl
% 0

10

20

30

40

50

60
70
loses Speiseeis

80
Softeis

Abb. 23: Vergleich der relativen Häufigkeit von erhöhten Keimbelastungen und Beanstandungen im Jahr 2017

Tab. 11: Vergleich der maximal festgestellten Keimbelastung im Jahr 2017
Parameter

maximale Keimbelastung [KBE/g]
Softeis

lose verkauftes Speiseeis

–

–

aerobe Gesamtkeimzahl

7,1 × 107

6,2 × 107

Enterobacteriaceae

6,1 × 105

7,2 × 105

Escherichia coli

1,4 × 102

8,5 × 102

Staphylokokken

–

–

Listeria

–

–

6,3 × 103

1,3 × 105

Salmonella

Bacillus cereus

38

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

gen der Warnwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) zu beanstanden, wobei
von den Speiseeis-Proben aus der Theke nur 5 % aus diesem Grund zu beanstanden waren. Der Anteil an Proben,
die aufgrund erhöhter Gehalte an Bacillus cereus als nicht
zum Verzehr geeignet beurteilt werden mussten, lag
jedoch bei Softeis und Speiseeis aus der Theke mit 2 % auf
gleichem Niveau.
Betrachtet man die maximal festgestellten Keimgehalte
der Speiseeisproben, so ist festzustellen, dass sich diese
bei Softeis und lose verkauftem Eis aus der Theke kaum
unterscheiden. Lediglich die Belastung mit Bacillus cereus
war bei Thekenware höher (Tabelle 11).
Die Frage, welches Eis nun im Hinblick auf die mikrobiologische Beschaffenheit „besser“ ist, lässt sich also nicht eindeutig beantworten: Softeis ist zwar deutlich häufiger
mikrobiologisch belastet, die Höhe der Keimbelastung entspricht jedoch der von Speiseeis aus der Theke. Im Falle von
Bacillus cereus war Softeis im Berichtszeitraum sogar positiver zu bewerten – hier wurden in Thekenware häufigere
und höhere Keimbelastungen festgestellt.

So würz nichts – Gewürze und andere
streufähige Würzmittel unter der Lupe
Zur Beurteilung von Gewürzen und streufähigen Würzmitteln werden vornehmlich die Leitsätze des Deutschen
Lebensmittelbuches für Gewürze und andere würzende
Mittel herangezogen. So umfasst das Untersuchungsspektrum neben der sensorischen Prüfung, insbesondere

bei Gewürzen, die Bestimmung des ätherischen Ölgehaltes, der Gesamtasche und des Gehaltes an säureunlöslicher Asche (Sand). Darüber hinaus werden die Proben auf
eine Behandlung mit ionisierenden Strahlen sowie im
Hinblick auf ihre Zusammensetzung (u.a. Zucker- und
Salzgehalt) untersucht. Weitere analytische Schwerpunkte liegen auf der Überprüfung von Mykotoxin- und Pestizidgehalten, der mikrobiologischen Untersuchung sowie
der mikroskopischen Untersuchung auf Fremdbesatz
bzw. Schädlingsbefall.
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 439 Gewürze und andere
streufähige Würzmittel durch das Landeslabor untersucht. Die Beanstandungsquote der untersuchten Proben
lag bei 14 % (Gewürze) bzw. 46 % (streufähige Würzmittel). Der überwiegende Anteil der Beanstandungen war
dabei auf Kennzeichnungsmängel zurückzuführen
(Gewürze: 39 % bzw. streufähige Würzmittel: 81 %).
Vor allem bei den streufähigen Würzmitteln trugen Beanstandungen im Zusammenhang mit der seit dem
13. Dezember 2016 verpflichtenden Nährwertdeklaration
zu der hohen Quote bei. So wurden zum Teil erhebliche
Abweichungen zwischen dem auf dem Etikett deklarierten und dem analytisch ermittelten Zuckergehalt festgestellt. Dabei lag der deklarierte Gehalt in vielen Fällen weit
über dem ermittelten. Im Zusammenhang mit der
Bezeichnung wurden diverse Proben aufgrund von nicht
verkehrsüblichen oder zum Teil irreführenden Bezeichnungen beanstandet. Beispielsweise wurden Erzeugnisse
als Gewürzmischungen bezeichnet, die neben Gewürzen
auch andere Bestandteile wie Salz, Zucker oder
Geschmacksverstärker enthielten. Ein Gewürzsalz enthielt
zudem nicht den geforderten Mindestgehalt an Salz.
Bei 36 Gewürzen und Würzmitteln ergab die Messung der
Photostimulierten Lumineszenz (Screening) Hinweise auf
eine erfolgte Behandlung mit ionisierenden Strahlen. Vier
Würzmittel beziehungsweise deren Bestandteile wurden
anhand der Messung der Thermolumineszenz als eindeutig bestrahlt identifiziert, ohne dass ein Hinweis in der
Kennzeichnung auf die erfolgte Behandlung vorhanden
war.

Abb. 24: Thymian unauffällig (links), „Thymian“ bestehend aus
überwiegend holzigen Stücken (rechts)

Bei den Gewürzen wurden unter anderem Auslobungen
wie „ohne Aromazusätze“ oder „reichhaltige Vitamin
C-Quelle“ als irreführend beurteilt. Ebenso wurden in
einem nicht unerheblichen Anteil von getrocknetem Oregano Verunreinigungen mit Olivenblättern oder anderen
Blattdrogen nachgewiesen. Besonders auffällig war eine

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Seit dem 01. Januar 2018 fallen ganze Insekten und Teile
von Insekten in den Regelungsbereich der neuen Novel
Food-Verordnung und bedürfen vor dem Inverkehrbringen einer Genehmigung als neuartiges Lebensmittel. Für
Insektenspezies, die aufgrund der bisher bestehenden
Reglungslücke in einem Mitgliedsstaat der EU rechtmäßig
in Verkehr gebracht wurden, gelten jedoch Übergangsmaßnahmen, die einen weiteren Vertrieb dieser Spezies
als Lebensmittel ermöglichen. Voraussetzung hierfür ist,
dass der Lebensmittelunternehmer bis zum 01. Januar
2019 einen Zulassungsantrag oder eine Meldung als traditionelles Lebensmittel bei der EU-Kommission einreicht.
Abb. 25: Lorbeerblätter mit Schädlingsbefall

Mikrobiologische Belastung von Insekten
Probe Thymian, die fast ausschließlich aus holzigen Stücken bestand, die zudem nicht eindeutig der Thymianpflanze zugeordnet werden konnten (Abbildung 24).
Wertminderungen traten insbesondere aufgrund eines
im Rahmen der sensorischen Untersuchung festgestellten
verminderten Würzwertes, oft auch in Verbindung mit
einem geringen Gehalt an ätherischem Öl sowie aufgrund
nicht verkehrsüblicher Gehalte an säureunlöslicher Asche
auf. Eine Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet erfolgte bei fünf Proben. Diese wiesen
überwiegend eine deutliche sensorische Abweichung auf
oder waren von Schädlingen befallen (zum Beispiel Lorbeer, Abbildung 25).

Insekten als Lebensmittel
Insekten werden weltweit als Lebensmittel geschätzt
oder zumindest zur Sicherstellung einer ausreichenden
Ernährung genutzt. Der ernährungsphysiologische Wert
von Insekten ist stark vom jeweiligen Entwicklungszustand abhängig (FAO 2013).
Obwohl für die europäische Union kein nennenswerter
Verzehr von Insekten als Lebensmittel vor dem 15. Mai
1997, dem Stichtag der bis zum 31. Dezember 2017 geltenden Novel Food-Verordnung, belegt ist, fielen ganze
Insekten – anders als daraus isolierte Lebensmittelzutaten
– bislang nicht in den Regelungsbereich dieser Verordnung. Für das Inverkehrbringen ganzer Insekten gab es
daher keine spezialgesetzlichen Regelungen, so dass diese unter Einhaltung der allgemeinen lebensmittelrechtlichen Vorschriften grundsätzlich als Lebensmittel vermarktet werden konnten.

Insgesamt sind in der wissenschaftlichen Literatur vergleichsweise wenige Daten zur mikrobiologischen Sicherheit von Insekten zu finden, die speziell für die Lebensmittelproduktion gezüchtet wurden. Ebenso wie bei Wirbeltieren setzt sich das Mikrobiom von Insekten aus den
unterschiedlichsten Mikroorganismen zusammen, die
sich sowohl auf der Oberfläche als auch im Darm befinden. Zumal üblicherweise auch der Darmtrakt der Insekten verarbeitet wird, ist die Frage von besonderer Relevanz,
ob Mikroorganismen die Sicherheit solcher aus Insekten
gewonnenen Lebensmittel beeinträchtigen können.
Die Höhe der bakteriellen Kontamination einschließlich
der Belastung mit bakteriellen Toxinen hängt vermutlich
hauptsächlich mit dem jeweiligen Lebensraum der Insekten, ihrer Aufzucht (Substrate und Futter) sowie der Handhabung, Verarbeitung und Konservierung zusammen
(ANSES 2015). Daneben wirkt sich die Zubereitung (roh,
geröstet, als Homogenisat, gegart oder gebraten) ebenfalls stark auf die mikrobiologische Belastung des Lebensmittels aus. Hierbei ist besonders zu berücksichtigen, dass
nicht allein die mikrobiologische Flora, sondern auch die
von ihr möglicherweise gebildeten hitzestabilen Toxine
zu einer gesundheitlichen Gefährdung der Verbraucherinnen und Verbraucher führen können.
Nach aktuellem Kenntnisstand setzt sich die mikrobielle
Flora der Insekten aus Bakterien verschiedenster Gattungen zusammen: Staphylococcus, Streptococcus, Bacillus,
Proteus, Pseudomonas, Escherichia coli, Micrococcus, Lactobacillus und Acinetobacter (Agabou & Alloui 2010, Amadi
2005, Braide 2011, Giaccone 2005).

40

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Gerade in rohem Zustand ist dabei ein Vorkommen auch
von Krankheitserregern wie zum Beispiel Salmonellen
oder Shigatoxinbildenden Escherichia coli nicht auszuschließen. Im Zusammenhang mit Risikobewertungen für
die Zucht von Insekten zur Lebensmittelproduktion in
Belgien und den Niederlanden wurden bei den untersuchten rohen Insekten eine hohe aerobe mesophile
Koloniezahl (107 KbE/g bis 109 KbE/g) sowie eine hohe
Anzahl an Enterobacteriaceae nachgewiesen (FASFC 2014
& NVWA 2014). Im Rahmen einer weiteren Studie, die sich
sowohl auf unverarbeitete als auch auf verarbeitete Mehlwürmer und Grillen fokussierte, wurden bei frischen
Insekten hauptsächlich Enterobacteriaceae und sporenbildende Bakterien isoliert, die jedoch im Allgemeinen
nicht zu pathogenen Spezies gehörten (Klunder 2012).
Diese Studie zeigte zudem, dass das Zerkleinern der Insekten, wie bei anderen nährstoffreichen und zudem feuchten Lebensmitteln auch, zu höheren Keimzahlen führte.
Um die mikrobiologische Unbedenklichkeit solcher Produkte zu gewährleisten und einen Verderb zu vermeiden,
ist vor dem Verzehr zumindest eine ausreichende Erhitzung erforderlich.
Auch im LLBB wurden im Jahr 2017 vereinzelt nicht gegarte Insekten als Lebensmittelproben untersucht, darunter
Mehlwürmer und Grillen. Dabei wurden in einer Probe
Grillen toxinbildende Bacillus cereus in einer Konzentration von 106 KbE/g nachgewiesen. Diese Probe wurde
daher entsprechend der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 als
gesundheitsschädlich und nicht sicher beurteilt. Im Rahmen der amtlichen Lebensmitteluntersuchung sollten
daher auch weiterhin die als Lebensmittel in den Verkehr
gebrachten Insekten und Erzeugnisse aus Insekten
berücksichtigt werden.

Literatur
ƒƒAmadi E.N., Ogbalu O.K., Barimalaa I.S. et al., 2005:Journal
of Food Safety, 25, 193–197.
ƒƒANSES (French Agency for Food, Environmental and
Occupational Health and Safety), 2015:https://www.anses.fr/
en/documents/BIORISK2014sa0153EN.pdf
ƒƒBraide W., Oranusi S., Udegbunam L.I., et al., 2011. Journal
of Ecology and the Natural Environment, 3, 176–180.
ƒƒEFSA Scientific Committee, 2015: Scientific Opinion on a
risk profile related to production and consumption of insects
as food and feed, EFSA Journal 2015;13(10):4257, 60 pp.
doi:10.2903/j.efsa.2015.4257
ƒƒFASFC (Belgian Scientific Committee of the Federal Agency
for the Safety of the Food Chain), 2014: http://www.favvafsca.
fgov.be/scientificcommittee/advices/_documents/ADVICE14-2014_ENG_DOSSIER2014-04.pdf
ƒƒGiaccone V., 2005. Hygiene and health features of mini
livestock, in: Paoletti MG (ed.). Ecological implications of
minilivestock: role of rodents, frogs, snails and insects for
sustainable development. Science Publisher, 579–598.
ƒƒKlunder et al. (2012): Food Control 26 (2012) 628-631
ƒƒNVWA (Netherlands Food and Consumer Product Safety
Authority), 2014: http://www.nvwa.nl/actueel/risicobeoordelingen/bestand/2207475/consumptiegekweekteinsectenadviesburo
ƒƒvan Huis et al. (2013): Edible insects: future prospects for
food and feed security, food and agriculture organization of
the united nations Rome, 2013 ISBN 978-92-5-107595-1

Rechtsnormen
ƒƒVerordnung (EG) Nr. 258/97 über neuartige Lebensmittel
und neuartige Lebensmittelzutaten
ƒƒVerordnung (EU) 2015/2283
ƒƒDurchführungsverordnung (EU) 2017/2469 über neuartige
Lebensmittel
ƒƒDurchführungsverordnung (EU) 2017/2468 über neuartige
Lebensmittel

Abb. 26: Insekten zum Verzehr

41

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Keimbelastung von Früchtetees
in Kindertagesstätten
Definition
Früchtetees gehören rein rechtlich zu den „teeähnlichen
Erzeugnissen“. Entsprechend der Leitsätze des Deutschen
Lebensmittelbuches für Tee, teeähnliche Erzeugnisse,
deren Extrakte und Zubereitungen handelt es sich hierbei
um Pflanzenteile, die nicht vom Teestrauch (Camellia
sinensis L.) stammen und die dazu bestimmt sind, in der
Art wie Tee verwendet zu werden.
Zu den teeähnlichen Erzeugnissen gehören Kräuter- und
Früchtetees jeglicher Art, bei denen getrocknete,
geschmack- und farbgebende Teile von Pflanzen, wie zum
Beispiel Früchte (Apfel), Samen (Fenchel, Hagebutte), Blüten
(Kamille), Wurzeln (Süßholz/Lakritz) und natürlich Blätter
(Minze, Salbei), oft auch in Mischungen, verwendet werden.
Zusätzlich zur rechtlich vorgeschriebenen Bezeichnung
werden in der Praxis besonders milde Kräuter- und Früchtetees, häufig mit entsprechend kindgerechter Aufmachung,
auch als „Kindertee“ vermarktet. Ungesüßte Kräuter- und
Früchtetees werden als von Natur aus kalorienarme Getränke von der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) als
gute Durstlöscher für Kindertagestätten empfohlen.

Mikrobiologie und Zubereitung
Zu beachten ist allerdings, dass es sich bei teeähnlichen
Erzeugnissen (wie auch bei Tees) grundsätzlich um Naturprodukte handelt, von denen nicht erwartet werden
kann, dass sie steril beziehungsweise keimfrei sind und
demzufolge auch das Vorhandensein von Krankheitserregern (wie Salmonellen) nicht auszuschließen ist. Auch die
für Kindertees verwendeten pflanzlichen Zutaten sind
aufgrund ihres nur geringen Verarbeitungsgrades mit
einer mehr oder weniger hohen Anzahl an Mikroorganismen besiedelt. Bei getrockneten Kräutertees wird dieser
Umstand bei mikrobiologischen Grenzwerten berücksichtigt, die beispielsweise von der europäischen Vereinigung der nationalen Verbände für Tee sowie Kräuter- und
Früchtetee (Tea & Herbal Infusions Europe, THIE) veröffentlicht wurden. Neben der Abwesenheit von Salmonellen in 125 g des beprobten Materials wird hier beispielsweise für die aerobe Koloniezahl ein Grenzwert von
≤ 108 KbE/g sowie für Escherichia coli ein Grenzwert von
≤ 104 KbE/g empfohlen. Diese Keimzahlen belegen die
selbst bei guter Herstellungspraxis unvermeidlichen
Keimgehalte in pflanzlichem Material.

Da das konkrete Keimspektrum in dem jeweils vorliegenden Erzeugnis zumeist völlig unbekannt ist und unter
Umständen auch Krankheitserreger umfassen kann, muss
die Zubereitung solcher Tees mit besonderer Sorgfalt
erfolgen, damit unerwünschte Keime nach Möglichkeit
abgetötet werden. Vorrangig ist dabei eine ausreichend
hohe Temperatur des verwendeten Wassers von Bedeutung, da nur dann mit einer ausreichenden Verminderung
vorhandener Mikroorganismen zu rechnen ist. Dementsprechend wird auch vom BfR empfohlen, Aufgüsse aus
Kräutern und Früchten unbedingt mit sprudelnd kochendem Wasser zuzubereiten und mindestens fünf Minuten
ziehen zu lassen (BfR 2005).

Erfahrungen aus der Praxis
In der Praxis werden diese Anforderungen jedoch nicht
immer eingehalten. So gelangte im Jahre 2017 eine Probe
eines Früchtetees aus einem Kindergarten zur Untersuchung. Vor Ort hatte die zuständige Lebensmittelüberwachung festgestellt, dass dieser Früchtetee lediglich mit
warmem Wasser zubereitet worden war. Die mikrobiologische Untersuchung ergab eine deutlich erhöhte Anzahl
an Bakterien aus der Gattung der Enterobacteriaceae, zu
der beispielsweise auch Salmonellen gehören. Spezifische Krankheitserreger wurden hier allerdings nicht nachgewiesen. Aufgrund der erheblichen und produktuntypischen Kontamination wurde die Probe jedoch im Sinne
der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 als für den Verzehr
durch den Menschen ungeeignet und damit als nicht
sicher beurteilt. Mit dem Vorliegen des Ergebnisses wurde
auch die zuständige Behörde informiert, die dem Kindergarten damit nachdrücklich die Notwendigkeit der Änderung der Zubereitungspraxis verdeutlichen konnte.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen waren in dem
geschilderten Fall nicht zu beklagen, aber nicht immer
bleibt eine mangelhafte Handhabung solcher Erzeugnisse pflanzlichen Ursprungs ohne Folgen. So kam es zwischen Oktober 2002 und Juli 2003 bei etlichen Kindern zu
Erkrankungen durch Salmonellen, die über verunreinigten Anis in Kräutertee gelangt waren. Aus Gründen des
gesundheitlichen Verbraucherschutzes ist daher die Einhaltung der aufgeführten Vorgaben zur sicheren Verwendung gerade bei der Verpflegung von Risikogruppen
unerlässlich.

42

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Literatur
ƒƒKolb N. (1999): Deutsche Lebensmittel-Rundschau, 1999,
95:263–269.
ƒƒVitullo, M., Ripabelli, G., Fanelli, M., et al. (2011): Lett. Appl.
Microbiol., 2011, 52, 573–580.
ƒƒTHIE (2017): THIE’s recommended microbiological
specification for herbal infusions (dry). Issue 7, December 2017.
ƒƒBfR (2005): Kräutertees unbedingt mit kochendem Wasser
aufgießen. Presseinformation Nr. 37/2005.
ƒƒBfR (2005): Stellungnahme Nr. 045/2005 vom 13. September 2005:Temperierte Heißwasserspender für Kräuterteeaufgüsse nicht geeignet.

tanzen deutsche Gerichte beschäftigt. Nun soll der Europäische Gerichtshof in sieben Vorlagefragen entscheiden,
ob die Kennzeichnung „Kautabak“ für das vorliegende
Produkt gerechtfertigt ist. Letztlich steht im Raum, ob das
Produkt doch ein „Tabak zum oralen Gebrauch“ gemäß
den oben angeführten Europäischen Begriffsbestimmungen der Richtlinie 2014/40/EU ist. Dann wäre das Produkt
gemäß § 11 des deutschen Tabakerzeugnisgesetzes zu
verbieten. Die Klärung der Vorlagefragen ist abzuwarten,
bevor eine endgültige Beurteilung des eingereichten Produktes erfolgt. Aus Berlin wurden zwei Snus-Analoga eingeliefert und entsprechend vorläufig beurteilt

ƒƒRKI (2004): Epid Bull 2004; 31: 254–257.

Snus-Analoga
Snus – oft auch Schweden-Snus genannt – ist ein sehr fein
vermahlener, intensiv gesoßter Tabak, der seit alters her in
Schweden als rauchfreie Alternative zu Zigaretten und
ähnlichem konsumiert wird. Es handelt sich um ein traditionelles Produkt, das nach dem Beitritt von Schweden
zur Europäischen Union im Jahr 1995 in Schweden weiterhin zugelassen blieb. Die Herstellung von Snus und dessen Handel wurden damals in der übrigen EU aber verboten, weil Snus als klassische Einstiegsdroge für Jugendliche
gilt. Trotz dieses Verbotes erfreut sich Snus in der EU einiger
Beliebtheit, insbesondere unter Sportlern. Um diesen
Markt legal bedienen zu können, wurden Snus-Analoga
entwickelt, die eine deutlich grobkörnigere Struktur aufweisen und unter der Produktbezeichnung „Kautabak“
vermarktet werden (Abbildungen 27 und 28).

Vorsicht bei brenzligem Geruch: Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe in Körperkontaktgegenständen
Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind
Stoffgemische, die bei unvollständiger Verbrennung von
organischem Material entstehen. Als giftige Umweltchemikalien sind die Substanzen allgegenwärtig und werden
von Verbrauchern hauptsächlich über die Atemluft und
die Nahrung aufgenommen. Durch die Verwendung
PAK-haltiger Weichmacheröle oder Ruße können diese
Verbindungen auch in verschiedenen verbrauchernahen
Produkten enthalten sein (hier in der Laufsohle von Stiefeln) (Abbildung 29).

Die Frage, ob es sich tatsächlich um Kautabak im Sinne
der Begriffsbestimmungen der Richtlinie 2014/40/EU handelt, ist hoch umstritten und hat bereits in mehreren Ins-

Zum Gefährdungspotenzial und zur Risikocharakterisierung von PAK beschreibt das BfR in seiner Stellungnahme
Nr. 025/2009, dass verschiedene PAK beim Menschen mit
großer Wahrscheinlichkeit erbgutverändernd, die Fortpflanzung beeinträchtigend und krebserzeugend wirken.
Daher wurden Teer und Teeröle (Pyrolyseprodukte aus
organischem Material) von der Senatskommission zur
Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe (MAKKommission) als krebserzeugend in die Kategorie 1 einge-

Abb. 27: gröbere Partikel als Snus

Abb. 28: Snus: fein vermahlene Partikel

43

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stuft (die Kategorie enthält Stoffe, die beim Menschen
Krebs erzeugen und bei denen davon auszugehen ist,
dass sie einen nennenswerten Beitrag zum Krebsrisiko
leisten). Einige PAK, darunter auch Benzo[a]pyren, können
Hauttumore induzieren. PAK besitzen ferner ein hohes
Potenzial, über die Haut aufgenommen zu werden
(MAK-Markierung H).
Generell empfiehlt das BfR, dass Hersteller die PAK-Gehalte in Produkten so weit wie möglich senken sollten. Da es
sich bei einigen PAK um im Tierversuch krebserzeugende
Stoffe handelt und diese mit großer Wahrscheinlichkeit
auch im Menschen entsprechend wirken, können keine
Schwellenwerte angegeben werden unterhalb derer ein
Gesundheitsrisiko ausgeschlossen werden kann.
In einer weiteren Stellungnahme (Nr. 032/2010) weist das
BfR darauf hin, dass Verbraucher mit einer Vielzahl potenziell PAK-belasteter Produkte konfrontiert werden und
außerdem mit hoher Wahrscheinlichkeit über verschiedene Aufnahmewege täglich mit mehr als nur einem dieser
Produkte in Kontakt kommen.
Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass die zur
Analyse ausgewählten Substanzen als stellvertretend für
eine Gruppe von hunderten Kongeneren betrachtet werden, von denen einige vermutlich sogar deutlich potentere Karzinogene sind als Benzo[a]pyren. (Vergleiche dazu
auch die Toxizitätsäquivalente verschiedener PAK in der
Stellungnahme Nr. 051/2009 des BfR).
Inzwischen erfolgte die europaweite Beschränkung von
acht verschiedenen PAK durch die REACH-Verordnung.
Danach dürfen Gegenstände des allgemeinen Bedarfes,
die länger oder wiederholt für kurze Zeit mit der mensch-

lichen Haut oder der Mundhöhle in Berührung kommen,
nicht mehr als 1 mg/kg eines der aufgeführten PAK enthalten. Zu diesen Erzeugnissen zählen unter anderem: —
Sportgeräte wie Fahrräder, Golfschläger, Schläger, —
Haushaltsgeräte, mit Rädern versehene Wagen, Laufhilfen, — Werkzeuge für den privaten Gebrauch, — Bekleidung,
Schuhe, Handschuhe und Sportkleidung, — Uhrenarmbänder, Armbänder, Masken, Stirnbänder.
Drei weitere PAK werden aktuell in die europaweite
Beschränkung durch die REACH-Verordnung aufgenommen, um die Sicherheit von Verbraucherprodukten zu
stärken.
Proben mit brenzligem Geruch werden im Landeslabor
Berlin-Brandenburg standardmäßig auf regulierte PAK
untersucht. Im Jahr 2017 wurden im Landeslabor Berlin-Brandenburg Produkte verschiedener Warengruppen
auf PAK untersucht. Neben Gummischuhen und einer
Badematte, die in den PAK-Befunden unauffällig waren,
sind hier ein Paar Stiefel besonders hervorzuheben, die
bei Einlieferung einen stark brenzligen Geruch aufwiesen:
In der Summe aller flüchtigen PAK wies die Sohle einen
PAK-Gehalt von 691 mg/kg, das Futter einen PAK-Gehalt
von 134 mg/kg und das Oberleder einen PAK-Gehalt von
26 mg/kg auf. Alle genannten Werte überschritten auch
unter Berücksichtigung der Messunsicherheit den Orientierungswert von 10 mg/kg Produkt beträchtlich. Es sollte
bei den nachgewiesenen hohen Konzentrationen von
PAK zudem berücksichtigt werden, dass PAK migrationsfähig sind und auch über die Luft aufgenommen werden
können.
Im Rahmen seiner Gremienmitarbeit nahm das Landes­
labor Berlin-Brandenburg am Methodenringversuch
„Bestimmung von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Bedarfsgegenständen mittels
GC-MS-Verfahren“ teil, der im Auftrag des Bundesamtes
für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit durchgeführt wurde. Von Seiten des Veranstalters sollen die aus
dem Ringversuch gewonnenen Ergebnisse zur Standar­
disierung und Validierung der analytischen Methode im
Rahmen der ASU § 64 LFGB verwendet werden. Intern dienen die guten Ergebnisse des Landeslabors Berlin-Brandenburg dazu, den Ansprüchen, die aus dem Qualitätsmanagement an die Analytik gestellt werden, gerecht zu
werden.

Abb. 29: Untersuchungsmaterial Stiefel

44

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Wie können sich Verbraucherinnen und
Verbraucher schützen?

spielsweise ein Inhaltsstoff sein, der in Kosmetika nicht
enthalten sein darf.

Verströmt ein Produkt einen brenzligen Geruch, ist immer
Vorsicht geboten. Bei intensivem brenzligem Geruch werden in der Regel hohe Konzentrationen der gesetzlich
geregelten PAK nachgewiesen. Aber auch geringer brenzliger Geruch deutet auf die Verwendung von Teerölen hin.
Im Zweifel gilt: Finger weg!

2-Nitro-p-phenylendiamin wurde in einer Henna-Haarfarbe bestimmt. Dieser färbende, aber verbotene Bestandteil besitzt ein hohes Sensibilisierungspotenzial, das heißt
es besteht ein großes Allergierisiko. Auf Grund des verhältnismäßig hohen Gehaltes konnte hier eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch die untersuchte Henna-Haarfarbe nicht ausgeschlossen werden.

Literatur
ƒƒBfR-Stellungnahme Nr. 032/2010 vom 26. Juli 2010:
Krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in Verbraucherprodukten sollen EU-weit reguliert
werden – Risikobewertung des BfR im Rahmen eines
Beschränkungsvorschlages unter REACH:
ƒƒBfR-Stellungnahme Nr. 025/2009 vom 8. Juni 2009: PAK in
verbrauchernahen Produkten müssen so weit wie möglich
minimiert werden.
ƒƒBfR-Stellungnahme Nr. 051/2009 vom 14. Oktober 2009,
aktualisiert am 21. Dezember 2009: Polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK) in Spielzeug.

Sicher ist, dass nichts sicher ist, außer
den meisten Kosmetika
Damit der Verbraucher bedenkenlos ins Kosmetik-Regal
greifen kann, um sich mit Reinigungs-, Pflege- und Schönheitsprodukten auszustatten, verlangt der europäische
Gesetzgeber, dass jedes kosmetische Mittel, das auf dem
Markt bereitgestellt wird, eine Sicherheitsbewertung durchläuft. Dabei soll das neu entwickelte Produkt in jeglicher
Facette ‚durchleuchtet‘ werden. Berücksichtigt werden
dabei die beabsichtigte Verwendung des kosmetischen
Mittels und die voraussichtliche systemische Belastung
durch einzelne Inhaltsstoffe in der endgültigen Zusammensetzung. Damit soll gewährleistet werden, dass das kosmetische Mittel bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung für die menschliche Gesundheit sicher
ist. Dabei kommt es nicht nur auf den Inhalt einer Puderdose oder Cremetiegels etc. an, sondern auch auf dessen
Form, respektive die Aufmachung, die Kennzeichnung, insbesondere Warn- und Anwendungshinweise.
Dennoch erreicht das Landeslabor von Zeit zu Zeit Kosmetika, die all diesen Vorgaben nicht in jeder Hinsicht entsprechen. Im Jahr 2017 wurden fünf kosmetische Mittel
aus Berlin und Brandenburg als nicht sicher für die
menschliche Gesundheit bewertet. Grund dafür kann bei-

Reines Teebaumöl in der Anwendung als kosmetisches
Mittel kann in einigen Fällen die Ursache für ein kontaktallergisches Hautekzem sein. Vor allem bei Produkten, die
nicht lichtgeschützt gelagert werden, vergrößert sich
das sensibilisierende Potenzial. Das wurde vom BfR bereits
im September 2003 in einer Stellungnahme zu dieser
Thematik veröffentlicht. Um Hautirritationen und allergische Reaktionen zu vermeiden, wurde dringend empfohlen, dass die Einsatzkonzentration von Teebaumöl in
kosmetischen Mitteln 1 % nicht überschreiten sollte. Auf
dieser Grundlage wurde reines Teebaumöl, welches als
Anti-Pickel-Mittel verkauft wurde, als nicht sicher befunden.
Der Grund für eine „nicht sicher“-Bewertung muss nicht
zwangsläufig ein Inhaltsstoff in einer zu hohen Konzentration, ein verbotener Stoff oder aber ein Kontaminant sein.
Kosmetische Mittel, wie beispielsweise Haarfarben, bei
welchen bestimmte Bedingungen für eine sachgemäße
und sichere Anwendung zu beachten sind, erfordern entsprechende Anwendungs- sowie Warnhinweise in ihrer
Kennzeichnung. Ein Produkt, welches Haarfarbstoffe,
Wasserstoffperoxid sowie Bestandteile enthielt, für die
Warn- und Anwendungshinweise in der Kennzeichnung
deklariert werden müssen, entsprach auf Grund des Fehlens ebendieser Hinweise somit nicht den Vorgaben an
ein sicheres Kosmetikum. Auch ein zu saurer pH-Wert im
Zusammenhang mit einem hohen Gehalt einer AlphaHydroxysäure (AHA) und fehlenden Warnhinweisen gab
Anlass, ein kosmetisches Mittel als „nicht sicher“ zu bewerten. Dieses Mittel enthielt Glycolsäure, welche unter anderem keratolytisch wirkt, das heißt, es sollen Hautschuppen abgelöst werden, um ein sogenanntes ‚Peeling‘ zu
erreichen. Damit bei der Anwendung derartiger Produkte
lediglich die gewünschte Wirkung erzielt wird und starke
Hautirritationen vermieden werden, sind laut BgVV (ehemaliges Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin) bestimmte Parameter
einzuhalten. Diese sind zum einen die Konzentration der

45

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

Alpha-Hydroxysäure und zum anderen der pH-Wert, da
die Wirkung auch von diesem abhängig ist. Außerdem ist
die Produktverpackung mit bestimmten Anwendungshinweisen, wie zum Beispiel „Achten Sie darauf, AHAhaltige kosmetische Mittel nicht in der Nähe der Augen
oder der Schleimhäute aufzutragen. Sobald Sie eine
ungewöhnliche Rötung oder Reizung der Haut bemerken,
ver-wenden Sie das Produkt nicht mehr und suchen Sie
gegebenenfalls einen Hautarzt auf.“ zu versehen. Sind
nicht alle Anforderungen im Einklang, so muss das Risiko
einer Gefahr für die menschliche Gesundheit bemessen
werden. Grundsätzlich sind „nicht-sicher“-Beurteilungen
wie auch die erforderliche Sicherheitsbewertung für kosmetische Mittel Einzelfall-Entscheidungen und an zahlreiche Bedingungen geknüpft. Da im Jahr 2017 lediglich fünf
von 1.081 Proben kosmetischer Mittel aus Berlin und Brandenburg als „nicht sicher“ bewertet wurden, ist auf jeden
Fall sicher, dass der Verbraucher bedenkenlos ins Regal
greifen kann.

Abb. 30: Schematische Darstellung einer Blattrührer-Apparatur

Literatur
ƒƒVerwendung von unverdünntem Teebaumöl als kosmetisches Mittel, Stellungnahme des BfR vom 1. September 2003
ƒƒBericht über die 61. Sitzung der Kommission/Expertengruppe für kosmetische Mittel des Bundesinstituts für
gesundheitlichen
ƒƒVerbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) am
30. November.
Abb. 31: Freisetzungsgerät der Arzneimitteluntersuchungsstelle

Untersuchung der Wirkstofffreisetzung
aus Retardkapseln
Im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) sind verschiedenste Darreichungsformen, wie zum Beispiel Kapseln, Tabletten oder Zäpfchen, beschrieben, die es ermöglichen, dem
Patienten Arzneistoffe zu verabreichen. Die Darreichungsformen müssen dabei sowohl den physikalisch-chemischen Eigenschaften des Arzneistoffes als auch den physiologischen Gegebenheiten des Applikationsortes im
Körper gerecht werden. Darreichungsformen, die ihren
Wirkstoff zeitlich verändert (verlängert, verzögert oder
pulsierend) an den Körper abgeben, man spricht hier
auch vom Freisetzen, werden allgemein als Retardarzneiformen bezeichnet. Solche Retardarzneiformen unterliegen unter anderem einer besonderen, im Europäischen
Arzneibuch unter „Wirkstofffreisetzung aus festen Arzneiformen“ (Ph. Eur. 2.9.3), grundlegend beschriebenen Prüfung.

Wesentliches Element der Apparatur sind temperierbare,
mit einem vorgegebenen Volumen Lösungsmittel befüllte Rundbodengefäße, in die eine feste Arzneiform eingebracht und durch gleichförmige, definierte Drehbewegung zum Beispiel eines Blattrührers (Abbildung 30) zur
Auflösung beziehungsweise Wirkstofffreisetzung gebracht wird. Je nach Gerätehersteller verfügen moderne
Freisetzungsapparaturen über mindestens 6 bis 12 parallel betreibbare Gefäße (Abbildung 31).
Aus der Bestimmung der Wirkstoffmenge, die aus der Arzneiform unter definierten Prüfbedingungen in das sie
umgebende Freisetzungsmedium übergegangen ist,
kann die Freisetzungsrate berechnet werden. Diese hier
vereinfacht beschriebene Invitro-Methode1 kann hilfsweise verwendet werden, um die Freisetzung des Wirkstoffes
aus der Arzneiform im menschlichen Organismus (in vivo)

1

im (Reagenz-)Glas durchgeführt

46

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Lebensmittel | Bedarfsgegenstände | Kosmetika | Tabak | Arzneimittel

ohne Beanstandung

4
6

OOS-Ergebnis Stufe 1
OOS-Ergebnis Stufe 2

4

OOS-Ergebnis Stufe 1 und 2

20

Abb. 32: Prozentuale Darstellung der Ergebnisse

zu simulieren. Die Untersuchung der Wirkstofffreisetzung
wird jedoch nicht nur zur Überprüfung der Arzneiform
innerhalb der Formulierungsentwicklung angewendet,
sondern auch zur Prüfung der Chargenhomogenität,
-konformität und -stabilität im Rahmen der Qualitätskontrolle von Fertigarzneimitteln.
Im Jahr 2017 führte die Arzneimitteluntersuchungsstelle
des LLBB die Untersuchung von 34 verschiedenen Retardkapsel-Chargen eines blutdrucksenkenden Arzneimittels
durch. Anlass dieses umfangreichen Untersuchungsauftrages der zuständigen Arzneimittelüberwachungsbehörde war die Tatsache, dass der pharmazeutische Unternehmer bei Eigenkontrollen dieser Retardkapseln Ergebnisse außerhalb der Spezifikation, sogenannte
Outof-Specification (OOS)-Ergebnisse, erhalten hatte. Die
Untersuchung der im LLBB eingelieferten Retardkapseln
wurde hier entsprechend der Prüfvorschrift in zwei Stufen durchgeführt:

Da die Wirkstofffreisetzung stark von den jeweiligen Versuchsbedingungen abhängt, mussten zur Sicherstellung
der Vergleichbarkeit der Ergebnisse in der Arzneimitteluntersuchungsstelle exakt die apparativen Voraussetzungen und Bedingungen geschaffen werden, wie sie in der
Prüfvorschrift festgelegt sind. So musste eigens für diese
Prüfung ein spezielles Equipment für die Entgasung des
Freisetzungsmediums beschafft werden.
Während des mehrwöchigen Untersuchungszeitraums
meldete die Arzneimitteluntersuchungsstelle die Ergebnisse kontinuierlich an die Überwachungsbehörde, welche wiederum in direktem Kontakt mit dem Hersteller
stand. Auch aufgrund der Untersuchungsergebnisse
unserer Arzneimitteluntersuchungsstelle hat das betroffene Unternehmen mittlerweile Veränderungen im Herstellungsprozess der Retardkapseln vorgenommen, um
die spezifikationskonforme Qualität des Arzneimittels zu
gewährleisten.

In der Stufe 1 sollten die Kapseln in künstlichem Magensaft bei pH 1,1 nach 60 Minuten 25 – 40 % der enthaltenen
Wirkstoffmenge freisetzen und in Stufe 2 nach 240 Minuten in Phosphatpuffer pH 7,4 mindestens 90 %.
Mehr als drei Viertel aller untersuchten Proben erfüllten
mindestens eines dieser Kriterien nicht und entsprachen
somit nicht der Spezifikation. Die Zusammenfassung der
Untersuchungsergebnisse kann der graphischen Darstellung (Abbildung 32) entnommen werden.

47

2

Futtermittel
Düngemittel
Landwirtschaft

Futtermittel | Düngemittel | Landwirtschaft

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Futtermittel | Düngemittel | Landwirtschaft

Statistik und Überblick 2017

Die Säulen der landwirtschaftlichen Untersuchungen sind
die amtliche Futtermittel- und Düngemittelüberwachung
sowie die Überwachungsaufgaben auf Basis des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG). Die Überwachung des Versorgungszustandes der Böden mit Nährstoffen, unter anderem im Rahmen eines Testflächenprogrammes (insbesondere die Bestimmung des in unterschiedlicher Form
vorliegenden Stickstoffs), bildet ebenfalls eine Schwerpunktaufgabe. Des Weiteren werden konventionelle Saatgutproben auf ihre gentechnische Reinheit untersucht.

Tab. 12: Anzahl der 2017 untersuchten
landwirtschaftlichen Proben

Im Zuge von fachbehördlichen Aufgabenstellungen des
Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft
und Flurneuordnung (LELF) werden Futter-, Dünger-,
Pflanzen-, Ernte- und Bodenproben zur Untersuchung
angeliefert und in der Regel auf Nährstoffgehalte und
Qualitätsparameter untersucht. Schwerpunkt bei den
landwirtschaftlichen Untersuchungen bildet aber die
Überwachung der Futtermittelsicherheit innerhalb der
amtlichen Kontrolle. Hierbei wird ein breites Spektrum
von Futtermittelarten untersucht, z.B. Vormischungen
über Mischfuttermittel wie Ergänzungs- und Alleinfuttermittel aber auch Einzelfuttermittel wie Grünfutter und
Silagen. Im Rahmen der amtlichen Futter- und Düngemittelüberwachung werden Produzenten, Händler, Transporteure und Landwirtschaftsbetriebe (Primärerzeuger)
überwacht.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Untersuchungen
auf Grundlage des Pflanzenschutzgesetzes, wobei diese
Proben unterschiedlichste Substrate umfassen. Das LLBB
wird im Rahmen dieser Aufgabe mit der Untersuchung
von Pflanzen und Pflanzenteilen, Jungtrieben, Rinde,
Bodenproben, Saatgut, Behandlungsflüssigkeiten und
Oberflächenwasser aus Söllen beauftragt. Mit den Untersuchungen wird der ordnungsgemäße Einsatz von in
Deutschland für definierte Einsatzgebiete zugelassene
Pflanzenschutzmittel (PSM) überwacht. Dabei geht es
auch um die Kontrolle der Anwendungsbestimmungen
zum Schutz von Bienen, Saumbiotopen sowie Grund- und
Oberflächenwasser.“

Probenart

2017

Futtermittel (gesamt)

1.829

Amtliche Futtermittelkontrolle

1.064

Fachbehördliche Untersuchungen
im Auftrag des LELF

765

Düngemittel (gesamt)

191

Amtliche Düngemittelkontrolle

170

Fachbehördliche Untersuchungen
im Auftrag des LELF

21

Ernteprodukte/Pflanzen (gesamt)

867

Amtsaufgaben ( LELF)1

373

Fachbehördliche Untersuchungen im
Auftrag des LELF

494

Boden (gesamt)
Amtliche Aufgaben im Rahmen
PflSchG2

4.056
116

N-Testflächenprogramm

1.767

Fachbehördliche Untersuchungen im
Auftrag des LELF

2.173

Saatgutuntersuchungen

48

Proben für NOKO (Futtermittel)

19

Gesamtprobenanzahl

7.010

1	amtliche PSM-Pflanzenproben, Sollmonitoring Oberflächenwasser, Schadfallproben an Pflanzen, Ernteprodukte
2 amtliche PSM-Bodenproben und Spritzbrühen

Die Untersuchungen im Bereich der Futtermittel- und
Düngemittelüberwachung werden für die Bundesländer
Berlin und Brandenburg durchgeführt. Untersuchungsaufgaben zur Überwachung des Pflanzenschutzgesetzes
und die Untersuchungen der landwirtschaftlichen Matrices für die Abteilung Landwirtschaft des LELF werden
ausschließlich vom Land Brandenburg beauftragt.

49

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Futtermittel | Düngemittel | Landwirtschaft

Im Jahr 2017 wurden schwerpunktmäßig im LLBB insgesamt 7.010 landwirtschaftliche Proben untersucht (Tabelle 12). Je Probe wird eine Vielzahl an Einzelparametern
bestimmt. Nähere Informationen hierzu können den
nachfolgenden Artikeln entnommen werden. Im Vergleich zum Vorjahr war 2017 eine Zunahme der Gesamtprobenanzahl von ca. 21 % zu beobachten. Ein besonders
deutlicher Anstieg um ca. 37 % war bei den Bodenuntersuchungen im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Bei
den anderen landwirtschaftlichen Probenarten beziehungsweise Aufgabenschwerpunkten waren leichte Verschiebungen (Erhöhungen) zu beobachten.

Der seit 2010 einsetzende Trend nach mehr Untersuchungstiefe in den Proben hat sich fortgesetzt. Auch die
Vielfalt der im LLBB untersuchten Probenarten hat zugenommen. Im Bereich der Rückstandsanalytik (Pflanzenschutzmittelrückstände) war eine Erweiterung des Parameterumfanges zu beobachten. Neben der Neuzulassung
von Wirkstoffen führen Änderungen in den Anwendungsgebieten zur Erweiterung und Anpassung des Untersuchungsspektrums.

Ausgewählte Schwerpunktthemen

Amtliche Futtermittelkontrolle für die
Länder Brandenburg und Berlin
Gleichwertig zu der Lebensmittelüberwachung ist die
amtliche Futtermittelkontrolle eine gesetzlich geregelte
Aufgabe im Sinne des Verbraucherschutzes, für die die
Bundesländer zuständig sind. Das Ziel der Kontrollen
besteht in der Überprüfung der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben durch die Futtermittelunternehmer.
Damit soll ein hohes Schutzniveau für die Gesundheit des
Menschen und die Verbraucherinteressen gesichert werden. Gleichzeitig sollen Tiergesundheits- und Tierernährungsaspekte (Qualität und Schadstofffreiheit der Futtermittel) berücksichtigt sowie eine Gefährdung des Naturhaushaltes durch Eintrag von unerwünschten Stoffen aus
der tierischen Produktion weitgehend verhindert werden.

Vorgaben zu den Untersuchungsparametern gemacht.
Bei der Aufteilung der durchzuführenden Analysen fließen neben länderbezogenen Daten auch Kenntnisse über
aktuelle Situationen und Entwicklungstendenzen im
Bereich der Futtermittel mit ein. Ergänzend legen die Länder im Rahmen von Landesprogrammen Risikoschwerpunkte in der Überwachung fest.
Insgesamt wurden im Berichtsjahr 1.064 Futtermittelproben im LLBB analysiert. Die risikoorientierte Probenahme
erfolgte vor allem bei den gewerblichen Herstellern von
Misch- und Einzelfuttermitteln sowie den Landwirtschaftsbetrieben. Einen Überblick zur Verteilung der Proben nach Betriebsart zeigt Abbildung 33.

In Brandenburg werden die Kontrollaufgaben durch die
Landkreise und das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) wahrgenommen.
Im Land Berlin wurde diese Pflichtaufgabe den Stadtbezirken zugeordnet.

In der Regel werden in jeder Probe etwa 5–6 Parameter
aus verschiedenen Untersuchungsgruppen analysiert.
Einen Blick auf die durchgeführten Bestimmungen gibt
Abbildung 34. Die Prozentangaben wurden aus der
Gesamtzahl der Analysen und Einzelkongenere (einschließlich Doppelbestimmungen, Wiederholungen und
Absicherungen) berechnet.

Grundlage für die Überwachungsaufgabe ist das Kontrollprogramm Futtermittel für die Jahre 2017 bis 2021 (www.
bvl.bund.de). Im Kontrollprogramm werden für jedes
Bundesland risikoorientierte Vorgaben hinsichtlich der zu
prüfenden Futtermittelarten, der Anzahl der Proben und

So bildet die Untersuchung von unerwünschten Stoffen
mit einem festgelegten Höchstgehalt den Hauptumfang
der Anforderungen ab. Zu den Parametern gehören im
Sinne des Futtermittelrechtes zum Beispiel Schwermetalle
(Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber), chlorierte Kohlen-

50

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Futtermittel | Düngemittel | Landwirtschaft

2,1% 0,7%

14%

10,4%

14,8%

48,1%

42%

44%

24,0%

Landwirtschtsbetrieb (Primärproduzenten)

unerwünschte Stoffe mit Höchstgehalt

Hersteller Einzel- und Mischfuttermittel

unzulässige Stoffe

Handelsbetriebe

sonstige Untersuchungen1
Inhalts- und Zusatzstoffe (ohne Wasser)
unerwünschte Stoffe ohne Höchstgehalt

Abb. 33: Herkunft der amtlich entnommenen Futtermittelproben
nach Betriebsart (Anzahl)

wasserstoffe (CKW), Dioxine oder Tierarzneimittel, die
nicht für die Zieltierart des Futtermittels zugelassen sind.
Aber auch Mutterkornbestandteile und Samen der Ambrosiapflanze zählen zu dieser Gruppe. Bei den ca. 7.100
durchgeführten Analysen wurde nur in zwei Fällen eine
Höchstgehaltsüberschreitung festgestellt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Prüfung von Futtermitteln auf unzulässige Stoffe. Gemäß dem Futtermittelrecht
zählen hierzu Analysen von nicht mehr zugelassenen
Zusatzstoffen und dem illegalen Einsatz oder der Verschleppung von Tierarzneimittelwirkstoffen. Hier gab es
bei 124 untersuchten Proben zwei Beanstandungen durch
den Nachweis von Kokzidiostatikaverschleppungen.
Ebenfalls in diese Kategorie gehören die mikroskopischen
Untersuchungen der Futtermittel auf das Vorhandensein
von tierischen Bestandteilen entsprechend der Verordnung (EG) Nr. 999/2001. Vom Laborbereich wurden 106
Proben geprüft und davon eine Probe beanstandet.

Pflanzenschutzmittelwirkstoffe2

1 molekularbiologische-, mikrobiologische-,
mikroskopische- und sonstige Untersuchungen
2 Anzahl Proben, ca. 265 Wirkstoffe bzw.
Metabolite/Probe untersucht

Abb. 34: Untersuchungsschwerpunkte in der amtlichen Futtermittelkontrolle 2017 (Angaben der Analysen in Prozent)

Ca. 10 % der Analysen wurden im Bereich der Inhalts- und
Zusatzstoffanalytik durchgeführt. Der Fokus liegt hier auf
der Überprüfung der Kennzeichnung der Futtermittel. Die
Inhaltsstoffanalysen umfassen ein breites Spektrum und
reichen von der Bestimmung der Rohnährstoffe über
Faserbestimmungen, den Mengenelementen, bis hin zu
den Aminosäuren. Weichen die analysierten Gehalte über
die Toleranz hinaus von den deklarierten Gehalten ab,
führt dies zur Beanstandung des Futtermittels. Bei der
Prüfung auf Zusatzstoffe wurden 906 Analysen in 339 Proben durchgeführt. Den Schwerpunkt bilden die Untersuchungen der Vitamine A, D3 und E sowie der Spurenelemente, u.a. Kobalt, Kupfer, Selen oder Zink. Einerseits wird
auch hier geprüft, ob die deklarierten Gehalte stimmen,
andererseits dürfen festgelegte Höchstgehalte nicht

51

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Futtermittel | Düngemittel | Landwirtschaft

überschritten werden. In 20 Proben mussten Beanstandungen festgestellt werden, davon wurden in fünf Proben
festgelegte Höchstgehalte überschritten. Eine Zusammenfassung über die weiteren Untersuchungsbereiche ist
in Tabelle 13 dargestellt.
Für das Landesprogramm „Glyphosat“ sind 38 Futtermittelproben gezielt auf Rückstände des Wirkstoffs Glyphosat und dessen Abbauprodukt AMPA untersucht worden.
Bei den Probenahmen sollten nur solche Chargen Berücksichtigung finden, die während der Bestandsführung mit
diesem Wirkstoff behandelt wurden. In sechs Proben
konnte der Wirkstoff noch nachgewiesen werden. Der
zulässige Höchstgehalt nach der Verordnung (EG) Nr.
396/2005 wurde aber in keinem Fall über-schritten.
Weitergeführt wurde 2017 auch das Untersuchungsprogramm „Gentechnisch veränderte Organismen (GVO)“.
Insgesamt 42 Futtermittel wurden hierfür geprüft, vornehmlich Einzelfuttermittel wie Soja-, Mais-, Lein- und
Rapsprodukte.

Untersuchung von mineralischen und
organischen Düngemitteln

häufig durch Zugabe von Düngemitteln zugeführt, wobei
zwischen mineralischen und organischen Düngemitteln
unterschieden wird.
Während die mineralischen Dünger künstlich hergestellt
werden und die Nährstoffe in meist pflanzenverfügbarer
Form vorliegen, müssen diese bei den organischen Düngemitteln erst durch Bodenorganismen für die Pflanze
verfügbar gemacht werden.
Die Überwachung und Überprüfung der Einhaltung der
Vorschriften des Düngemittelverkehrs für die Länder Berlin und Brandenburg erfolgt durch das Landesamt für
Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF). Dieses führt die Probenahme bei Großhändlern, in Bau- und Gartenmärkten sowie bei Düngemittelherstellern, unter anderem in Biogas-, Kompost- und Kläranlagen, durch und sendet die Proben dann zur Analyse
an das LLBB.
Im Jahr 2017 sind 82 mineralische (Abbildung 35) und 88
organische (Abbildung 36) Düngemittel auf Inhaltsstoffe,
Spurennährstoffe und Schwermetalle untersucht worden.

Pflanzen benötigen neben Wasser ausreichend Hauptund Spurennährstoffe zum Wachsen. Diese werden ihnen

Tab. 13: Anzahl der Proben und Beanstandungen aus verschiedenen Untersuchungsbereichen mit ausgewählten Parametern
Stoffgruppe entsprechend
Kontrollprogramm

Parameter (Auswahl)

Anzahl Proben

Beanstandungen

„unerwünschte Stoffe,
ohne Höchstgehalt“

Mykotoxine (Pilzgifte),
außer Aflatoxin B1

222

keine

Pflanzenschutzmittel

ca. 265 Wirkstoffe und
Metabolite je Probe

100

3

mikrobiologische Untersuchungen

Keimzahl, Verderb,
Salmonellen

157

5

Unzulässige Stoffe

Nicht mehr zugelassene,
verbotene bzw. verschleppte
Tierarzneimittel

124

2

verbotene Stoffe

z.B. Abfälle, Hausmüll,
gebeiztes Saatgut, Verpackungsmaterial, Kot

23

2

44

keine

Zusammensetzung

52

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Futtermittel | Düngemittel | Landwirtschaft

2

2

1

1

NPK-Dünger

2

Stickstoffdünger

4

Kaliumdünger
5

PK-Dünger
Kalk- und Magnesiumdünger
9

Phosphatdünger

34

NK-Dünger
NP-Dünger
Sonstige Mineraldünger

22

Spurennährstoffdünger

Abb. 35: Anzahl der amtlich entnommenen mineralischen Düngemittel (2017)

3

3

1

1

Gärreste
Kultursubstrate

6

Sonstige organische Düngestoffe
Organisch-mineralische Düngemittel
Klärschlammkompost

11

Wirtschaftsdünger

42

Klärschlamm
Kompost

21

Abb. 36: Anzahl der amtlich entnommenen organischen Düngemittel (2017)

Mineralische Düngemittel

Organische Düngemittel

Dünger, die Stickstoff (N), Phosphat (P) und Kalium (K) enthalten, werden als Volldünger oder NPK-Dünger bezeichnet.

Bei der Kontrolle von Fertigkomposten wurde der Mindestgehalt für Gesamtstickstoff in einem Fall nicht eingehalten.

Die Untersuchung von mineralischen NPK-Düngern aus Gartenmärkten ergab vier Unterschreitungen und drei Überschreitungen der Nährstoffgehalte.

Des Weiteren wurden in einer aus Hornspänen bestehenden Düngemittelprobe Salmonellen nachgewiesen.
Literatur
ƒƒBöhm, L. (2017): LELF-Jahresbericht Landwirtschaft 2017.

53

3

Tiergesundheit
Tierseuchen
Infektionsdiagnostik

Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Statistik und Überblick 2017

Die Kernaufgabe der Tierseuchen-, Zoonosen- und Infektionsdiagnostik des Landeslabors Berlin-Brandenburg
besteht im Nachweis, der Definition und Differenzierung
von Erregern gesetzlich reglementierter Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier. Das LLBB trägt so zur Gewährleistung der öffentlichen Gesundheitsvorsorge und des
Verbraucherschutzes sowie zur Vermeidung ökonomischer Schäden durch Tierseuchen und andere Gefahren in
den Trägerländern Berlin und Brandenburg bei.
Trotz gleichen Anspruchs an den öffentlichen Verbraucherschutz und die Tiergesundheit unterscheiden sich die
infektionsmedizinischen und diagnostischen Schwerpunkte und die daraus resultierenden Aufträge an das
LLBB. Die Bundeshauptstadt als „Millionenmetropole“
und „Drehscheibe internationaler Geschäftsbeziehungen“ des Handels und des Tourismus muss den Fokus auf
den präventiven Gesundheitsschutz legen. Dazu gehört
unter anderem die amtliche Diagnostik definierter humaner Infektionskrankheiten und Zoonosen. Veterinärmedizinisch liegt der Schwerpunkt in Berlin naturgemäß weniger auf den landwirtschaftlichen Nutztieren als vielmehr
auf den Klein- und Heimtieren sowie auf den international
anerkannten zoologischen Einrichtungen der Stadt.
Das Land Brandenburg als Flächenland mit ausgeprägter
Landwirtschaft hat seinen Schwerpunkt der amtlichen
Untersuchung hingegen auf den landwirtschaftlichen
Nutztieren mit Bezug auf Tierseuchenerreger, Erreger
meldepflichtiger Tierkrankheiten sowie Erreger mit zoonotischem Potential. Zunehmende Bedeutung erlangen
hier neben Rind, Schwein und Geflügel auch wirtschaftlich genutzte Arten anderer Tierklassen wie die Fische
und die Honigbienen.
Im Berichtszeitraum war in beiden Bundesländern eine
starke Zunahme der Untersuchungsaufträge aus dem
Bereich der Wildtiere zu verzeichnen. Hier sei insbesondere auf die Untersuchung von Wildschweinen (Afrikanische- und Klassische Schweinepest), Wildvögel (Geflügelpest) und Wildkarnivoren hingewiesen. Auch der Anteil
von amtlichen Untersuchungsanträgen im Bereich der
Haus-, Heim- und Hobbytiere hat leicht zugenommen.

Das LLBB ist auch verantwortlich für Untersuchungen im
Rahmen des Tierschutzes und der Abwehr bioterroristischer Bedrohungen sowie für humanmedizinisch relevante, mikrobiologische Untersuchungen für das Land Berlin.
Des Weiteren werden die amtlichen Trichinenuntersuchungen für das Land Berlin sowie für einige Landkreise
Brandenburgs realisiert. In Brandenburg werden durch
unsere Spezialisten zehn externe Trichinenuntersuchungsstellen fachlich, insbesondere mit dem Fokus auf
das Qualitätsmanagementsystem der einzelnen Labore,
betreut.

Veterinärdiagnostik
Im veterinärmedizinischen Bereich des LLBB stehen die
anzeigepflichtigen Tierseuchen und die meldepflichtigen
Tierkrankheiten im Mittelpunkt der Untersuchungstätigkeit am LLBB. Dazu zählen Abklärungsuntersuchungen von
Verdachtsfällen, Überwachungsuntersuchungen in Tierbeständen, amtlich angewiesene Quarantäne- und Handelsuntersuchungen sowie Untersuchungen im Rahmen von
Monitoring- oder Sanierungsvorhaben.
Im Berichtszeitraum 2017 wurden insgesamt 733.065
veterinärdiagnostische Proben im Landeslabor untersucht.
Mit Blick auf das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in verschiedenen Staaten der Europäischen Union
beziehungsweise in Nachbarländern Deutschlands fokussierte sich die diagnostischen Arbeit 2017 auf umfangreiche Untersuchungen zum Ausschluss dieser Tierseuche in
der Schwarzwildpopulation. Hauptsächlich Blut- und Tupferproben von Wildschweinen wurden mittels molekularbiologischer Verfahren (PCR) getestet.
Ende 2016 und in den ersten Monaten des Jahres 2017
kam es in der Region Berlin-Brandenburg zu mehreren
Ausbrüchen der Klassischen Geflügelpest (Infektion mit
dem hochpathogenen, aviären Influenza A Virus H5N8).
Neben Wildvögeln aus beiden Bundesländern waren große Geflügelhaltungen (Enten, Puten) in Brandenburg und

55

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

auch zoologische Einrichtungen von der Tierseuche
betroffen. Über mehrere Monate mussten täglich große
Probenumfänge jeweils zeitnah durch das LLBB im Rahmen dieser Tierseuchenbekämpfung untersucht werden.
Neben den genannten Schwerpunkten in der Tierseuchendiagnostik 2017 muss jedoch auch auf mehrfach notwendige, umfangreiche Untersuchungen bezüglich anderer Tierseuchen in der Region, zum Beispiel die Rinderbrucellose und Bienenseuchen, hingewiesen werden.
Die Etablierung und Validierung diagnostischer Verfahren
sowie die Optimierung von Untersuchungsabläufen stellt
eine permanente Aufgabe der Labore dar. Ein Ziel ist es,
dem Anspruch der Trägerländer bezüglich der Untersuchungszeiten und der möglichen großen Probenumfänge
pro Untersuchungszeit gerecht zu werden. Dies spiegelt
sich zum Beispiel in den Untersuchungsumfängen bezüglich der bovinen Herpesvirus 1 (BHV1) – Infektion wieder
und stellte auch in 2017 hohe Ansprüche an das Labor, um
Berlin und Brandenburg als sogenannte „Artikel 10 Region“ (BHV 1 frei nach Entscheidung 2004/558/EG) abzusichern und zu stabilisieren. Gleiches gilt für die bisher
erfolgreiche Sanierung des Bovinen Virusdiarrhöe Virus
(BVDV) in Brandenburg mittels der sogenannten „Ohrstanzprobendiagnostik“. Circa 250.000 Gewebeproben
wurden 2017 auf die Präsenz des Virus mittels Enzymimmunoassay untersucht.
Methodisch gewährleisten das Landeslabor mit einem
breiten Spektrum an spezifischen Verfahren die genann-

ten Anforderungen an eine moderne Infektionsdiagnostik. Dabei sind klassische Untersuchungsverfahren und
-methoden, wie zum Beispiel die pathomorphologische
Untersuchung im Rahmen von Tiersektionen und die
Anzucht von bakteriellen und viralen Erregern essentiell
für gesetzeskonforme Untersuchungsabläufe und sichere
Untersuchungsergebnisse. Mit Hilfe dieser Methoden
können auch Erreger sogenannter „emerging- und reemerging diseases“ also Infektionserreger, die bisher für
Mitteleuropa als „exotisch“ oder „ausgerottet“ definiert
wurden, diagnostisch erfasst werden. Moderne Verfahren, die teilweise automatisiert werden können, gewährleisten eine schnelle und sichere diagnostische Aussage
und wenn nötig auch die zeitnahe Untersuchung großer
Probenumfänge (Antikörpernachweis mittels Enzymimmunoassay’s (EIA), Nachweis Erregerspezifischer Genomsequenzen mittels polymerase chain reaction / PCR). Nur
die Kombination „klassischer“ Methoden der Infektionsdiagnostik mit den Möglichkeiten moderner Verfahren und
Untersuchungsabläufe gewährleistet einen sicheren und
schnellen Nachweis von Infektionserregern als Basis für
amtliche Entscheidungen in der Tierseuchendiagnostik.

Humane Infektionsdiagnostik
Der öffentliche Gesundheitsdienst des Landes Berlin verfügt entsprechend seiner bezirklichen Untergliederung
über zwölf Gesundheitsämter, die jeweils über einen
Fachbereich „Infektions-, Katastrophen- und umweltbezogener Gesundheitsschutz“ verfügen. Zusätzlich neh-

Tab. 14: Nachweis von Erregern anzeigepflichtiger Tierseuchen aus Tierkörpern, Organen und klinischen
Proben
Tierseuche

Tierart

Tiere/Proben (n)

Bestände/
Herkünfte (n)

Amerikanische Faulbrut

Honigbiene

103

17

Brucellose der Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen

Schwein

2

1

Geflügelpest

Puten/Enten

375

10

Koi-Herpesvirus-Infektion der Karpfen

Karpfen

27

3

Virale Hämorrhagische Septikämie

Forelle

2

1

Salmonellose der Rinder

Rind

298

9

Tollwut

Fledermaus

1

1

Rechtsgrundlage: Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Juli 2011 (BGBl. I S. 1404),
zuletzt geändert durch Artikel 6 der Verordnung vom 29. Dezember 2014 (BGBl. I S. 2481)

56

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

men fünf „Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung“ und ein „Zentrum für tuberkulosekranke und
-gefährdete Menschen“ die sich ergebenden spezifischen
Aufgaben für alle Bezirke wahr (festgelegt in der Gesundheitsdienst-Zuständigkeitsverordnung vom 11. Dezember
2007). Entsprechend dem Gesetz über den öffentlichen
Gesundheitsdienst vom 25. Mai 2006 sind Gesundheitshilfe sowie vorsorgender und abwehrender Infektionsschutz
Kernaufgaben dieser Bereiche. Das LLBB ist hier nicht nur
durch mikrobiologische Laboruntersuchungen unterstützend tätig, sondern koordiniert die Probenlogistik aus
den Fachbereichen und Zentren ins LLBB, zu den externen Labordienstleistern und zu den Referenz- und Konsiliarlaboren nach Liste des Robert Koch-Instituts (RKI).
Zusätzlich erfolgt die Bereitstellung von Probenbegleitscheinen sowie Probeentnahmegefäßen und -systemen.
Das LLBB bearbeitet alle diagnostischen Fragestellungen,
die seitens der oben genannten Einrichtungen angefordert werden. Dabei kommen sowohl eigene Laborkapazitäten als auch die Vergabe an externe Labore zum Einsatz.
Klinisch-chemische und hämatologische Analysen werden durch beauftragte Kooperationspartner durchgeführt. Eigene Laborleistungen umfassen mikrobiologische einschließlich serologische und molekularbiologi-

sche Untersuchungen und sollen entsprechend der
unterschiedlichen Anforderungen durch die drei Auftraggeber im Folgenden näher erläutert werden.
Entsprechend der originären Aufgaben der „Zentren für
sexuelle Gesundheit und Familienplanung“ gibt es zwei
Kerngebiete:
A) die Betreuung von Frauen während einer Schwangerschaft und
B) die Beratung von in Berlin lebenden Personen über
sexuell übertragbare Krankheiten, die im fachlichen
Sprachgebrauch üblicherweise als STI / STD (= Sexually
Transmitted Infections / Diseases) bezeichnet werden.
In diesem Kontext kamen im Jahr 2017 insgesamt 11.256
Blutproben und 4.152 Urine / Urogenitalabstriche zur
Untersuchung ins LLBB. An ihnen wurden 25.609 Analysen durchgeführt (Tabelle 16).

Tab. 15: Nachweis von meldepflichtigen Tierkrankheiten oder deren Erregern aus Tierkörpern, Organen und
klinischen Proben
Tierkrankheit

Tierart

Campylobacteriose (thermophile Campylobacter)

Chlamydiose (Chlamydophila Spezies)

Tiere/Proben (n)

Bestände/
Herkünfte (n)

Huhn

32

8

Pute

1

1

Rind

2

2

Schaf

1

1

Rehwild

1

1

Schwarzwild

1

1

Huhn

6

6

Vögel,
sonstige

2

2

Rind

1

1

Schaf

2

2

Ziege

1

1

Schwarzwild

1

1

57

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LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Echinokokkose

Fuchs

1

1

Katta

1

1

Gumboro-Krankheit

Huhn

3

2

Infektiöse Laryngotracheitis des Geflügels (ILT)

Huhn

7

6

Leptospirose

Rind

1

1

Fuchs

3

1

Huhn

1

1

Pferd

1

1

Schaf

1

1

Dachs

1

1

Fuchs

106

106

1

1

Waschbär

17

17

Paratuberkulose

Rind

17

7

Salmonellose (Salmonella spp.)

Ente

1

1

Huhn*

30

8

Taube

2

2

Schaf

6

5

35

10

1

1

31

31

Marder

1

1

Waschbär

6

6

Schwarzwild

6

6

Reptilien

15

2

Tiere, sonst

11

3

Listeriose (Listeria monocytogenes)

Marder

Schwein
Ziege
Dachs
Fuchs

Toxoplasmose

Katta

1

1

Tuberkulose

Huhn

2

2

Vögel, sonst

6

1

14

14

Verotoxin bildende Escherichia coli

Rehwild

* z. T. Mitteilungspflicht gem. § 4 Geflügel-Salmonellen Verordnung
Rechtsgrundlage: Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. Februar 2011 (Bundesgesetzblatt I Seite 252), das zuletzt geändert durch Artikel 381 der Verordnung vom 31. August 2015 (Bundesgesetzblatt I S. 1474)

58

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Tab. 16: Analysen zu sexuell übertragbaren Krankheiten (STI), Auszug
Analyt

Methode#

Hepatitis A Virus (HAV)

ELISA

Hepatitis B Virus (HBV), gesamt
· HBV – Ag
Hepatitis C Virus (HCV), gesamt
· HCV – Bestätigungstest
Humanes Immundefizienz Virus (HIV), gesamt
· HIV – Bestätigungstest

ELISA
ELISA
Immunoblot
ELISA
Immunoblot

Anzahl an
Analysen

Anzahl
positiver
Proben

829

3

5.129
47
1.728
16

12

6.625
43

20*

Röteln Virus

ELISA

1.335

0

Treponema pallidum, gesamt

TPPA, FTA-ABS,
RPR, ELISA

3.773

132

Chlamydia trachomatis

NAT

4.152

258

* incl. Wiederholungsprobe nach positiver Ersttestung
# ELISA=Enzym-Linked-Immunosorbend-Assay, TPPA=Treponema pallidum Partikelagglutinationstest, FTA-ABS=Fluoreszent-Treponema-Antikörper-Absorptionstest, RPR=Rapid-Plasma-Reagin-Test, NAT=Nukleinsäure-Amplifikations-Technik“			

Die Fachbereiche „Infektions-, Katastrophen- und umweltbezogener Gesundheitsschutz („Stuhllabor“)“ senden fast
ausnahmslos Stuhlproben zum Nachweis von Erregern,
bei denen eine Meldepflicht nach § 7 des „Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim
Menschen“ (Infektionsschutzgesetz – IfSG) besteht. Es
wurden 1.079 Stuhlproben untersucht, wobei hierbei auf
ein bestimmtes Spektrum an Bakterien, Parasiten und
Viren fokussiert wurde. Neben den klassischen bakteriologischen Anzüchtungs- und Differenzierungsverfahren
kamen auch andere Methoden (zum Beispiel Immuno­
fluoreszenz, real-time PCR) zum Einsatz. Die Tabelle 17
zeigt eine Auswahl des Untersuchungsspektrums und die
Anzahl an durchgeführten Untersuchungen am LLBB. Die
Nachweise beinhalten auch Mehrfachuntersuchungen
(Nachkontrollen) der betroffenen Patienten.
Insgesamt 50 Samonellennachweise gab es im Jahr 2017.
Folgende Serovare konnten angezüchtet und differenziert werden: Salmonella Agona, Bovismorbificans, Derby,
Enteritidis, Haifa, Hvittingfoss, Indiana, Infantis, Kentucky,
Kisarawe, Newport, Oranienburg, Senftenberg, Subspez. I, Subspez. IIIb, Tennessee, Thompson, Typhimurium
und Virchow.

Bei den Shigellen gelang sowohl die Anzucht von Sh. sonnei (8 ×) als auch von Sh. flexneri (3 ×), Keime der Gattung
Campylobakter waren überwiegend durch C. jejuni (16 ×)
und nur in einem Fall durch C. coli vertreten. Die Anzucht
von Yersinia enterocolitica gelang aus vier Stuhlproben.
Des Weiteren wurden Genomsequenzen einmal vom
Hepatitis E Virus und in neun Fällen vom Hepatitis A Virus
mittels realtime PCR nachgewiesen.
Zur Identifizierung von darmpathogenen E. coli inklusive
von enterohämorrhagischen (EHEC) und enteropathogenen Stämmen (EPEC) wurden bei allen 408 Anfragen unter
anderem molekularbiologische Analysen (real-time PCR)
zum Nachweis der Shigatoxine 1- und 2- Gene (sowohl aus
der Direktkultur als auch aus der Schüttelkultur-Anreicherung) und andere Virulenzfaktoren (zum Beispiel Intimin-Gen) durchgeführt. Bei 95 E. coli-Isolaten wurde für
eine weitere Charakterisierung zudem eine Langsam­
agglutination (Widal-Reaktion, Abbildung 37) zur Identifizierung von O-Antigenen ausgewertet.

59

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LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Tab. 17: Untersuchungsspektrum Stuhllabor, 2017
Erreger
Bakterien

Anzahl der Untersuchungen

Anzahl der Nachweise

Salmonellen

~ 300

50

Shigellen

~ 150

11

Campylobakter

~ 150

17

Yersinien

~ 50

4

Darmpathogene E. coli

408

189

davon EHEC
Parasiten

108

Giardia lambia
Kryptosporidien

10
je 60

Entamoeba histolytica
Viren

0

Norovirus
Rotavirus
Adenovirus

58
je 206

Astrovirus

Der indirekte Nachweis einer Infektion mit dem Erreger
der Tuberkulose (Mycobacterium tuberculosis) steht für
Probenmaterial aus dem „Zentrum für tuberkulosekranke
und -gefährdete Menschen“ im Focus. Untersucht wurden
1.996 Blutproben mittels des Interferon-Gamma-ReleaseAssay (IGRA), wofür der QuantiFERON® TB Gold Plus ELISA
genutzt wurde (Abbildung 38). Bei dem Test kommen
zwei verschiedene Tuberculose-Antigen-Röhrchen (TB1
und TB2), eine Negativkontrolle (Nil) und eine Positivkontrolle (Mitogen) zum Einsatz. Serologisch reagierten im
Jahr 2017 insgesamt 238 (entsprechend 12 %) Patientenproben positiv im IGRA. Die Untersuchungszahlen und
der prozentuale Anteil (456 Proben) an positiven Proben
sind mit dem Vorjahr vergleichbar. Ein erheblicher Anteil
der 1.996 untersuchten Blutproben stammt von Patienten, bei denen andere diagnostische Verfahren, wie zum
Beispiel Röntgenuntersuchungen, zur Erkennung einer
tuberkulösen Erkrankung nicht angewandt werden können (Schwangere, Jugendliche etc.).

2

21
16
5

Abb. 37: Langsamagglutination (Widal-Reaktion)

Abb. 38: Probenahmeröhrchen für den QuantiFERON® TB Gold Plus
ELISA

60

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Ausgewählte Schwerpunktthemen –
Veterinärdiagnostik
Klassische Geflügelpest –
eine Herausforderung für die
Tierseuchendiagnostik

werden. Nach Bezeichnung der H- und N- Oberflächenantigene werden letztlich die Subtypen der aviären Influenza
A-Viren definiert: zum Beispiel H5N1 oder H5N8.

Die klassische Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit,
die durch hochpathogene, das heißt hoch ansteckende,
stark krankmachende Influenza A-Viren bestimmter Subtypen (HP AIV, Subtypen H5 und H7) induziert wird und
die bei Vögeln in der Regel tödlich verläuft. Hochpathogene Influenza A-Viren können in Wirtschaftsgeflügelbeständen erhebliche Verluste hervorrufen. Insbesondere in
Hühner- und Putenbeständen kann die Mortalität (Sterblichkeit) bis 100 % betragen. Da das seuchenhafte Auftreten dieser hochpathogenen Varianten der Influenza AInfektionen große Auswirkungen auf ganze Regionen
bezüglich der Geflügelhaltung, des Tierhandels, der
Lebensmittelherstellung und anderer Wirtschaftsbereiche haben kann, ist die sogenannte „Geflügelpest“ in den
meisten Staaten strengen gesetzlichen Regelungen und
einschneidenden Maßnahmen zur Eindämmung dieser
bedeutenden Tierseuche unterworfen. Grundsätzlich ist
die Klassische Geflügelpest beziehungsweise der Nachweis des viralen Erregers anzeige- und bekämpfungspflichtig. Impfungen oder andere Behandlungsmaßnahmen sind nicht vorgesehen.

Die beiden genannten, für die Virusinfektion entscheidenden Oberflächenstrukturen der Influenza A-Viren können ständigen Veränderungen beziehungsweise Neukombinationen unterliegen. Bei diesen dynamischen Prozessen können neben gering krankmachenden (geringe
Pathogenität) Viren (LP AIV) auch stark krankmachende
(hochpathogene) Varianten (HP AIV) der Influenza A-Viren
entstehen. Diese HP AI-Viren gehören bisher ausschließlich den Subtypen H5 und H7 an und können als Tierseuchenerreger die Klassische Geflügelpest in Geflügelbeständen (sogenannte „gehaltene Vögel“) induzieren.

Die Erreger der Klassischen Geflügelpest gehören, wie die
Erreger der teilweise seuchenhaft auftretenden Influenza
A-Virusinfektion der Wildvögel (aviäre Influenza A- Viren/
AIV; auch Vogelgrippe), zu den Orthomyxoviren. Influenza
A-Viren verfügen über zwei Eiweißstrukturen (antigene
Strukturen) auf ihrer Oberfläche, die wesentlich für Eigenschaften des Virus in der Virus-Wirt-Beziehung und für den
krankmachenden Effekt des Virus auf den Vogelorganismus verantwortlich sind: 1) das Hämagglutinin (H-Antigen)
und 2) die Neuraminidase (N-Antigen). Die Oberflächenproteine können in unterschiedlichen Kombinationen vorkommen; diese verschiedenen Kombinationen des H- und
N- Proteins bei Influenza A-Viren definieren verschiedene
Subtypen dieser Viren. Aktuell können bei den Influenza
A-Viren der Vögel (aviäre Influenza A-Viren) 16 H-Subtypen
(H1 bis H16) und neun N-Subtypen (N1 bis N9) differenziert

Es ist wissenschaftlich gesichert, dass Wildvögel für aviäre
Influenzaviren – auch für hochpathogene Subtypen – ein
Reservoir darstellen und über diese aviären Spezies die
viralen Erreger verbreitet werden können. Auch das im
Winter 2016/2017 in Europa zirkulierende hochpathogene
H5N8 ist nach umfänglichen virologischen, epidemiologischen und ornithologischen Analysen höchstwahrscheinlich über Wildvögel (unter anderem Zugvögel) eingetragen worden. Quelle der Infektion ist dabei der direkte

Abb. 39: Entnahme von Trachea- und Kloakentupfern zur Untersuchung auf aviäre Influenza A-Viren am Beispiel von Pekingenten.

61

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Kontakt mit infizierten Vögeln sowie die indirekte Übertragung mittels virushaltiger Substraten, wie zum Beispiel
Körperflüssigkeiten, Federstaub und Kot. Die Verbreitung
des infektiösen Agens zwischen Betrieben der Geflügelwirtschaft aber auch die Einschleppung der Erreger aus
der Wildvogelpopulation kann (indirekt) unter anderem
durch Tiertransporte und -handel, Eier, Fahrzeuge, Personen, Geräte, Futter, Einstreu und Verpackungsmaterial
erfolgen.
Seit Anfang November 2016 wurden vermehrt Todesfälle
bei Wildwassergeflügel in verschiedenen Regionen
Deutschlands beobachtet, die schnell auf ein hochpathogenes aviäres Influenza A-Virus vom Subtyp H5N8 zurückzuführen waren. In Folge mussten bis Mitte Mai 2017
deutschlandweit 1.150 Fälle von HP AIV bei Wildvögeln
registriert werden.
Parallel zu den Untersuchungen von Wildvögeln in Berlin
und Brandenburg wurden Tupferproben aus infektionsverdächtigen Geflügelbeständen, von Tieren aus Umoder Neueinstallungen, von gefallenen oder für die
Schlachtung vorgesehene Tieren mittels molekularbiologischer Methoden auf die Präsenz von Influenza A-Viren
am LLBB untersucht (Abbildung 39). Diese Untersuchungen erfolgten zeitnah in Abstimmung mit den zuständigen Veterinärämtern und der zuständigen Landesbehörde beziehungsweise dem Krisenstab des Landes. Ziel war
es, möglichst zeitnah einen Verdacht auf einen eventuellen Viruseintrag in eine Geflügelhaltung auszuschließen
oder eine Influenza A-Infektion schnell zu definieren und
zu differenzieren, um im Falle der Bestätigung des Ausbruches der Klassischen Geflügelpest schnell alle erforderlichen und gesetzlich fixierten Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung einzuleiten.
Um den Ansprüchen einer schnellen und sicheren Diagnostik zu genügen, wurde für den direkten Nachweis des
Tierseuchenerregers, zum Nachweis von virusspezifischen Genomsequenzen, die realtime PCR-Methode
(polymerase chain reaction/ Polymerase-Kettenreaktion)
eingesetzt. Diese Methode zeichnet sich durch eine hohe
Sensitivität und Spezifität aus und gewährleistet in kurzer
Zeit die Untersuchungen von großen Probenumfängen
durch die Möglichkeit der Probenpoolung.
Die molekularbiologische Untersuchung von mehreren
hundert Proben pro Tag erfolgte jeweils in drei analytischen Ebenen: 1) Molekularer Nachweis/ Ausschluss des
Influenza A-Virus, 2) Molekulare Bestimmung/ Differenzie-

rung/ Ausschluss von H5-, H7- und N1-Subtypen und 3) Definition/Ausschluss von H5N8. Das Nationale Referenzlabor
für Aviäre Influenza/Geflügelpest (NRL AIV) am FriedrichLoeffler-Institut (FLI, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) auf der Insel Riems bestätigte jeweils zeitnah das
Untersuchungsergebnis des LLBB, bestimmte die Pathogenität molekularbiologisch und führte in Ausnahmen eine
Definition/ Differenzierung der Virusisolate durch.
Klassische virologische Verfahren wie die sogenannte
Anzucht der Viren auf Zellkulturen oder im embryonierten Hühnerei wurden im Rahmen der Untersuchung von
Proben aus Wirtschaftsgeflügelbeständen nicht realisiert.
Serologische Untersuchungen, das heißt der Nachweis
von Antikörpern gegen Influenza A-Viren, wurden im
Berichtszeitraum ausschließlich für Untersuchungen im
Zusammenhang mit Neubelegungen von Einrichtungen
mit Wirtschaftsgeflügel (nach einem Tierseuchenfall und
den folgenden, gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen) eingesetzt.
Im ersten Quartal 2017 musste in Geflügelbeständen in
drei Landkreisen Brandenburgs sowie in zoologischen
Einrichtungen in zwei Landkreisen ein Erreger der Klassischen Geflügelpest (HP AIV H5N8) definiert werden. Bei
den Wirtschaftsgeflügelbeständen handelte es sich ausschließlich um Puten- (n = 3) und Entenhaltungen (n = 5).
Ergänzend ist der Nachweis von aviären Influenza A-Viren
aus 133 Wildvögeln (davon 107 × HP AIV H5N8) im gesamten Zeitraum des sogenannten erweiterten Monitorings
(Zeitraum 10.11.2016–31.03.2017) in Berlin-Brandenburg
sowie von schwachpathogenen Influenza A-Viren (LP AIV
H5N1, H6N1) in zwei Geflügelhaltungen Brandenburgs zu
nennen.
Insgesamt wurden am LLBB 10.950 Proben (Wild- und
Hausgeflügel) aus Berlin und Brandenburg mit molekularbiologischen Methoden (realtime PCR) auf die Präsenz
von AIV-spezifischen Genomsequenzen untersucht.

Carp Edema Virus Disease –
Schlafkrankheit der Kois
Warum beschäftigt diese Erkrankung
Fischer, Behörden und das LLBB?
Bis vor wenigen Jahren war die Schlafkrankheit der Kois
(Carp Edema Virus Disease, CEVD) bei Fischen in Europa
unbekannt. Der Erreger dieser Fischkrankheit ist das Carp

62

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Edema Virus (CEV). Das klinische Erscheinungsbild bei Ausbruch der Krankheit CEVD ist nicht von der Koi Herpesvirus-Infektion (KHVD) zu unterscheiden. Beide Erreger
befallen Fische, die zur Familie der Karpfenartigen (Cypriniden) gehören. Bei beiden Virusinfektionen erkranken
die Fische in der Regel schwer mit sichtbaren Veränderungen an Haut und Kiemen in Gestalt von starken Verschleimungen und Kiemennekrosen (Abbildung 40). Es kann
zudem zu herdförmigen Hautveränderungen kommen.
Infizierte Fische stehen apathisch in Ufernähe oder am
Wasserzulauf des Beckens (sogenannte Randsteher).
Während das infektiöse Agens der CEVD ein Virus aus der
Familie der Pocken ist, so gehört KHV zur Familie der Herpesviren. Aus tierseuchenrechtlicher Sicht werden die
beiden Infektionskrankheiten unterschiedlich bewertet:
KHVD gehört zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen;
CEVD hingegen ist eine Tierkrankheit ohne Einstufung.
In Europa gelangen erste Nachweise bei Kois im Jahr 2011
in Großbritannien, 2013 in Frankreich und den Niederlanden, und schließlich auch in Deutschland (2013/2014). Die
Hauptquelle für Infektionen von Zierfischbeständen in
Europa waren Importe von Kois aus südostasiatischen
Ländern. Die latente Einschleppungsgefahr von CEV
durch Zukäufe und Importe zunächst in die privaten
Fischhaltungen der Zierfischteiche stellen eine wesentliche Möglichkeit für die Übertragung dieses Erregers auf
den Fischbesatz der Wildgewässer des Landes und in Folge auf die Betriebe mit Karpfenproduktion für Speise­
zwecke dar. Bei Zierfischen, namentlich Kois, hat es in den
letzten zwei Jahren auch im Land Brandenburg vereinzelte Nachweise von CEV (fünf Kois aus drei Beständen) gegeben. Die Infektionsherde konnten schnell, nach Beratung
und in Zusammenarbeit zwischen Fischhalter, Fischgesundheitsdienst und LLBB, getilgt werden.
Inzwischen wurde das Carp Edema Virus in verschiedenen
Bundesländern Deutschlands auch in Nutzkarpfenbeständen nachgewiesen. Die Infektionen gingen mit bis zu
100 %igen Erkrankungs- und Verlustraten einher. Die
dabei entstandenen ökonomischen Verluste waren sehr
hoch. Das Land Brandenburg verzeichnete bis zum Ende
des Jahres 2017 noch keinen Nachweis von CEV in seinen
Nutzkarpfenbeständen. Für Brandenburgs Karpfenbestände besteht jedoch ebenfalls die Gefahr der Übertragung von CEV mit allen Folgen, da die Bestände keinen
spezifischen Antikörperspiegel für einen ausreichenden
Schutz gegen diese Infektion besitzen. Impfungen oder
andere therapeutische Ansätze zur Bekämpfung dieser

Abb. 40: KHV-bedingte Kiemennekrosen beim Koi, Pathologie LLBB

Krankheit sind bis jetzt praktisch nicht bekannt. Eine Tilgung der Fischkrankheit in einem umgrenzten Gewässer
ist nur durch eine vollständige Räumung des Bestandes,
Trockenlegung des Gewässers mit nachfolgender Reinigung und Desinfektion (Schlammaushub und Brandkalk)
erfolgsversprechend.

Krankheitsdiagnose / Differentialdiagnose:
Nach vorausgegangenem klinischen Verdacht in der
Fischpopulation erfolgt die Einsendung von ganzen
Fischen oder Organteilen im kontinuierlich gekühlten
Zustand an das LLBB. Bei Ganzfischen wird zunächst eine
Sektion zur weiteren Eingrenzung der Krankheits-/ Verlustursache und Spezifizierung des Verdachtes einer
Infektion mit CEV oder KHV durchgeführt. Labordiagnostisch wird das bei der Sektion entnommene oder direkt
eingesandte Organmaterial mit Hilfe einer realtime PCR
(Polymerasekettenreaktion in Echtzeit) auf das Vorhandensein von CEV- oder KHV-spezifischen Genomsequenzen (Erbgut des Krankheitserregers) untersucht. Diese
molekularbiologische Differenzierung ist aufgrund der
identischen Klinik beider Erreger unbedingt erforderlich.
Das PCR-Ergebnis definiert eindeutig, um welchen Krankheitserreger und damit, um welche Erkrankung es sich im
konkreten Fall handelt.
Im Land Brandenburg werden alle Anstrengungen unternommen durch die Zusammenarbeit der zuständigen
Behörden mit den Fischern ein Übergreifen der Infektion
mit dem Carp Edema Virus auf Nutzkarpfenbestände zu
verhindern. Das LLBB ist in dieses Überwachungssystem
integriert und leistet mit seinen Untersuchungen im amtlich angewiesenen Auftrag zeitnah und effizient einen
wichtigen Beitrag.

63

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Die Überwachung zum Nachweis/Ausschluss von CEV vor
allem bei Nutzkarpfenbeständen am LLBB muss weiter
aktiviert werden. Dazu erfolgte die Herausgabe eines Flyers „Koi Sleepy Disease – Schlafkrankheit der Kois und der
Karpfen!“ (Herausgeber: LAVG, LLBB; Dezember 2017) für
das Land Brandenburg, damit sich die Anzahl der Untersuchungen im Jahr 2018 im Rahmen der Kontrolle der
Karpfennutzbestände weiter intensiviert (2017: 34 Untersuchungen).

Nachweis vom Canine Adenovirus
Typ 1 bei Wildkarnivoren in Berlin
und Brandenburg
Das Canine Adenovirus Typ 1 (CAV-1) ist der Erreger der
ansteckenden Leberentzündung der Hunde (synonym:
Hepatitis contagiosa canis (HCC), infectious canine hepatitis, Rubarth’sche Krankheit), einer Erkrankung, die nicht
nur beim Hund, sondern auch bei Wildtieren wie Füchsen,
Waschbären, Mardern und Bären vorkommt. Das Virus ist
weltweit verbreitet und wurde interessanterweise
zunächst bei Füchsen in Nordamerika als Erreger der
sogenannten Fuchsenzephalitis (Abbildung 41) nachgewiesen (Green et al. 1930). Erst durch Rubarth (1947) wurde festgestellt, dass der Erreger der Fuchsenzephalitis
und der Erreger der HCC ein und dasselbe Virus sind.
HCC verursacht in empfänglichen Tieren vor allem eine
schwerwiegende, nekrotisierende Leberentzündung, an
der etwa 10 % bis 30 % der infizierten Tiere in der akuten
Phase der Erkrankung versterben. Da sich das Virus auch
in den Endothelzellen der Blutgefäße vermehren kann,
erreicht es alle inneren Organe und wird dementspre-

Abb. 41: Rotfuchs (Vulpes vulpes): a) unverändertes Gehirngewebe; b) hochgradige, lymphozytäre Enzephalitis nach Infektion mit
CAV-1 (sogenannte Fuchsenzephalitis).

chend über verschiedene Sekrete und Exkrete wie Speichel, Urin, Kot und entzündliche Exsudate ausgeschieden.
Die Virusausscheidung, besonders über den Urin, kann
durch rekonvaleszente Tiere bis zu neun Monate nach
Erstinfektion erfolgen. Kommen andere empfängliche
Tiere mit diesen Ausscheidungen in Kontakt, so können
sie sich wiederum mit CAV-1 infizieren.
CAV-1 ist antigenetisch sehr eng verwandt mit dem Erreger des Zwingerhustens der Hunde, dem Caninen Adenovirus Typ 2 (CAV-2), das unter anderem zu Schwierigkeiten
bei der Diagnostik und dem Erregermonitoring in der
Wildtierpopulation führt. Während beide Viren mit virologischen und molekularbiologischen Verfahren gut unterschieden werden können, verursacht die Infektion mit
CAV-1 und CAV-2 die Bildung von kreuzreagierenden Antikörpern in den infizierten Tieren, so dass in serologischen
Studien nur eine allgemeine Aussage über eine Infektion
mit Caninen Adenoviren (CAV) ohne Typisierung erfolgen
kann.
Während die serologische Diagnostik durch die nahe Verwandtschaft der beiden Viren erschwert wird, ist sie ein
Vorteil bei der Schutzimpfung der Hunde, da hier ein
nebenwirkungsarmer Impfstoff auf der Basis von CAV-2
genutzt werden kann, der die geimpften Hunde gleichzeitig gegen HCC und Zwingerhusten schützt. HCC ist
durch die flächendeckenden Impfungen bei Haushunden
mittlerweile sehr selten. Dennoch besteht auf Grund der
weltweiten Verbreitung von CAV-1 bei Kontakt mit Wildtieren beziehungsweise deren Ausscheidungen das Risiko
einer Ansteckung für den Hund. Aus serologischen Studien in der Region Berlin / Brandenburg ist bekannt, dass
ca. 3,5 % der untersuchten Rotfüchse Antikörper gegen
CAV aufweisen und somit entsprechende natürliche
Infektionen durchgemacht haben müssen (Truyen, 1998).
Ein direkter Erregernachweis von CAV-1 aus Organen verendeter oder erlegter Wildkarnivoren wurde in verschiedenen, bisher in der Region durchgeführten, Studien
nicht geführt, so dass das Ansteckungsrisiko für Hunde
unklar ist.
Zur genaueren Einschätzung des Infektionsrisikos mit
CAV-1 in Berlin und Brandenburg wurden im Jahr 2017
Organe von 46 Rotfüchsen und 15 Waschbären untersucht, welche im Rahmen des Tollwutmonitorings an das
LLBB eingesandt wurden. Die Organe (zum Beispiel
Gehirn, Niere und Leber) wurden mit Hilfe einer realtime
PCR auf das Vorkommen von CAV-1-spezifischen Genomsequenzen untersucht. Zusätzlich wurden histologische

64

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Präparate der untersuchten Organe angefertigt und in
Hinblick auf HCC-assoziierte Veränderungen mikroskopisch untersucht. CAV-1 wurde bei sechs der 46 untersuchten Rotfüchse (13 %) teilweise mit hoher Genomlast
(Abbildung 42) nachgewiesen, während bei Waschbären
kein Virusnachweis gelang.
Zusammenfassend bestätigen die Virusgenomnachweise
die bereits aus serologischen Studien bekannte Infektion
von Füchsen mit CAV, insbesondere mit CAV-1. Die Nachweisrate erscheint mit 13 % deutlich höher als in früheren
serologischen Untersuchungen mit 3,5 % (Truyen, 1998).
Allerdings sind die aktuellen Untersuchungszahlen bislang zu gering, um statistisch eindeutige Aussagen zu
treffen. Es besteht aber weiterhin ein Infektionsrisiko
durch die Ausscheidungen von CAV-1-infizierten Rotfüchsen, so dass auf die Impfung der Hunde gegen HCC auch
weiterhin nicht verzichtet werden kann.

Abb. 42: Nachweis von CAV-1 mittels realtime PCR

Literatur
ƒƒGreen et al. (1930): Am J Hyg 12: 109-129.
ƒƒRubarth (1947): Acta Path. Microbiol. Scand. Suppl. 69,
1-222.
ƒƒTruyen et al. (1998): Epidemiology & Infection 121(2):
433-440.

Ausgewähltes Schwerpunktthema –
humane Infektionsdiagnostik

Die Diagnostik von enterohämorrhagischen Escherichia coli am LLBB
Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli (E. coli), die beim
Menschen durch die Produktion von Shigatoxinen blutige
Durchfallerkrankungen (enterohämorrhagische Colitis)
auslösen können. Das Hauptreservoir des Erregers bilden
Wiederkäuer, vor allem Rinder, in deren Darm sie regelmäßig vorkommen, ohne bei ihnen Erkrankungen auszulösen. Die Übertragung der Erreger erfolgt auf vielfältige
Art und Weise überwiegend durch die direkte oder indirekte orale Aufnahme von Fäkalspuren. Eine Übertragung
von Mensch zu Mensch wurde in Familien, Kindertagesstätten, Altenheimen und Krankenhäusern nachgewie-

sen. Bereits weniger als 100 Bakterien können für eine
Ansteckung genügen. Als schwere Komplikation von
EHEC-Darminfektionen ist zudem das meldepflichtige
hämolytischurämische Syndrom (HUS) möglich, welches
überwiegend durch das Shigatoxin 2 (stx2 oder stx2c)
produzierende EHEC unterschiedlicher Serovare hervorgerufen wird (RKI 2015). Spätestens seit dem großen Ausbruchsgeschehen beginnend im Mai 2011 zuerst in Norddeutschland, später auch in anderen Bundesländern und
Staaten mit erhöhten Fallzahlen des hämolytischurämischen Syndroms, rückten die diagnostischen Pfade stärker in den Fokus (RKI 2011, RKI 2017). Unter dem Dach des
Robert Koch-Instituts (RKI) wurde ein Netzwerk „Molekulare Surveillance von EHEC-Infektionen in Deutschland“
etabliert (RKI 2016). Auch das LLBB hat sich von Anfang an

65

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

Tab. 18: EHEC-Isolate aus dem Jahr 2017, welche durch das LLBB und zusätzlich durch das RKI typisiert wurden.
EHEC Serovare

Pathogenitätsfaktor (codierendes Gen)
Shigatoxin 1 (Stx1)

Shigatoxin 2 (Stx2)

Intimin (eae)

Enterohämolysin
(hylA)

O157:H-

-

+

+

-

O157:H-

-

+

+

+

O 36:H-

-

+

-

+

O26:H11

-

+

+

+

O14:H47

+

-

-

+

O128:H2

+

+

-

+

O26:H11

-

+

+

+

O91:H14

+

+

-

-

O128:H2

+

+

-

-

Ont:H18

-

+

-

-

O91:H14

+

+

-

+

O146:H21

+

+

-

+

O26:H11

+

+

+

-

O145:H28

-

+

+

+

O91: H14

+

+

-

+

O21: H:21

-

+

-

+

O98:H-

+

-

+

+

O91:H14

+

-

-

+

O103:H2

+

-

+

-

O26:H11

+

-

+

+

O136:H14

+

-

-

-

O128:H2

+

+

-

+

O76:H19

+

+

-

+

O113:H4

+

+

-

+

O8:H19*

-

+

-

-

Ont:H42*

-

+

-

-

66

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Tiergesundheit | Tierseuchen | Infektionsdiagnostik

aktiv an diesem Netzwerk beteiligt und seine diagnostischen Verfahren zum Nachweis von EHEC intensiviert. Zur
Untersuchung von Stuhlproben sind derzeit folgende
Nachweisverfahren etabliert:

O157:H- sowohl in Deutschland als auch global am häufigsten mit dem schwerwiegenden Krankheitsbild eines
HUS assoziiert ist.
Info-Box

1. Direktanzucht auf Selektivnährmedien für gramnegative Keime
2. Flüssiganreicherung für Shigatoxinbildende E. coli
3. Real time PCR zum Nachweis der Gene von stx1, stx2
und eae
4. Enzym-Immuno-Assay zum Nachweis von stx1 und
stx2 (Abbildung 43)
5. Langsamagglutination zum Nachweis von Serovaren
(O-Gruppen)
6. Isolierung einer Reinkultur
Bereits Ende des Jahres 2016 und Anfang 2017 wurde eine
bundeslandübergreifende HUS-Häufung beobachtet,
welche mit einer Sorbitol-fermentierenden Variante von
EHEC O157 assoziiert war (E. coli O157:H-, stx1-Gen negativ,
stx2-Gen positiv, eae-Gen positiv) (RKI 2017; Vygen-Bonnet et al., 2017). Das Land Berlin war ebenfalls von einer
HUS-Häufung betroffen. Am LLBB konnten aus 262 eingesandten Stuhlproben EHEC-Isolate unterschiedlicher
Serovare gewonnen werden. Diese Isolate wurden im
Rahmen des EHEC-Surveillance Projektes zu weiteren
Typisierungen an das Nationale Referenzzentrum für Salmonellen und andere bakterielle Enteritiserreger (RKI)
übergeben. In der Tabelle 18 sind die abschließenden
Ergebnisse der Typisierung seitens des LLBB und des RKI
aufgeführt. Die Sorbitol-fermentierenden Variante von
EHEC O157 konnte ebenfalls in Berlin identifiziert werden.

ƒƒSerovar: Bakterien besitzen verschiedene Oberflächenstrukturen (O-Gruppen) auf ihrer Hülle. Jede dieser Strukturausprägungen stellt einen eigenständigen Serotyp/Serovar
dar, welches diagnostisch nachgewiesen werden kann und zur
Klassifizierung der Bakterienstämme dient.

Literatur
ƒƒRKI (2015): RKI Ratgeber EHEC Erkrankung. https://www.rki.
de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_EHEC.
html
ƒƒRKI (2011): Abschließende Darstellung und Bewertung der
epidemiologischen Erkenntnisse im EHEC O104:H4 Ausbruch
Deutschland 2011. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/
EHEC/EHEC_O104/EHEC-Abschlussbericht.pdf?__blob=publicationFile
ƒƒRKI (2016): Epidemiologisches Bulletin 44/2016. https://
www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/
Ausgaben/44_16.pdf?__blob=publicationFile
ƒƒRKI (2017): Epidemiologisches Bulletin 08/2017. https://
www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/EHEC/EHEC_O104/
EHEC-Abschlussbericht.pdf?__blob=publicationFile
ƒƒVygen-Bonnet et al. (2017): Ongoing haemolytic uraemic
syndrome (HUS) outbreak caused by sorbitol-fermenting (SF)
Shiga toxin-producing Escherichia coli (STEC) O157, Germany,
December 2016 to May 2017. / Eurosurveillance, 2017, Vol. 22,
Issue 21.

Die Tabelle verdeutlicht die Heterogenität von enterohämorrhagischen Escherichia coli. Weltweit werden die Serogruppen O157, O103, O26, O111 sowie O145 (sogenannte
„Big Five“) am häufigsten beim Menschen isoliert, wobei
EHEC O 157 mit den zugehörigen Serotypen O157:H7 und

Abb. 43: ALERE SHIGA TOXIN QUIK CHEK, Enzym-Immuno-Assay
zum Nachweis der Shigatoxine stx1 und stx2.

67

4

Umwelt
Strahlenschutz
Geologie

Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

Statistik und Überblick 2017

Im LLBB werden insgesamt 18 verschiedene Aufgabenfelder im Bereich Umwelt-, Gesundheits- und Strahlenschutz, der geologischen Landeserhebung, des Gefahrstoffrechts und der Landwirtschaft für die beiden Trägerländer Berlin und Brandenburg bearbeitet. Davon sind
nur drei Aufgaben im Bereich der Gewässerüberwachung
für beide Länder identisch. Das LLBB ist für alle Aufgaben
akkreditiert und darüber hinaus für die Überwachung der
Gewässerqualität im Umweltbereich zusätzlich notifiziert.
Den analytischen Hauptschwerpunkt bildet die Beprobung und Untersuchung von Wasser. Dazu gehört Oberflächen-, Grund- und Abwasser sowie Trinkwasser und
Badebeckenwasser. Die Durchführung der Probenahme
und die Bestimmung der Vor-Ort-Parameter erfolgt durch
den Messnetzbetrieb von vier Standorten aus. Um dem
hohen Qualitätsanspruch einer nach Fachmodul Wasser
notifizierten Untersuchungseinrichtung gerecht zu werden, ist der Messnetzbetrieb mit technisch gut ausgerüsteten Laborfahrzeugen ausgestattet, die sowohl die Probenahme als auch den Transport der Proben qualitätsgerecht ermöglicht. Die Routinebeprobung der Gewässer
erfolgt sowohl vom Land als auch vom Boot aus. Die
Wasserproben werden derzeit an drei Laborstandorten
methodisch und gerätetechnisch arbeitsteilig untersucht.
Der sichere und schnelle Transport wird durch einen eigenen Kurierdienst gewährleistet.
Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt ist die Untersuchung von Feststoffproben aus dem Bereich der Landwirtschaft, der Geologie und der Bodendauerbeobachtung.
Das LLBB verfügt hierfür über spezielle Ausrüstungen und
Analysentechniken, die den Landesämtern Aussagen zur
Mineralogie, zur Schadstoffbelastung, zum Nährstoffgehalt
und zur Landeskartierung ermöglichen. Darüber hinaus
wer-den Luftproben untersucht, die einerseits aus dem
Luftgütemessnetz Brandenburg stammen und andererseits im Rahmen der Aufgaben der Landesmessstelle Berlin
für den öffentlichen Gesundheitsdienst und den umweltbezogenen Gesundheitsschutz beprobt und untersucht
werden. Im Rahmen der Aufgabe Strahlenschutz gewährleistet das Landeslabor die besondere Vorhaltung der Fachkompetenz und Messtechnik für unvorhergesehene Ereignisse (zum Beispiel Umweltkatastrophen, Ereignisse im

IMIS-Intensiv [Integriertes Mess- und Informationssystem],
Trinkwasserhavarien).

Schwerpunkte Berlin
Im Mittelpunkt der Schwerpunktaufgaben für das Trägerland Berlin steht die Beprobung und Untersuchung von
Wasser. Hier spielt neben dem Oberflächen- und Grundwasser auch das Trinkwasser eine große Rolle. Das LLBB ist
in Berlin amtliche Untersuchungsstelle für die Entnahme
und Untersuchung von Trinkwasserproben. Darüber hinaus ist das LLBB die zuständige Stelle für die amtliche
Untersuchung von Schwimm- und Badebeckenwasser. Im
Rahmen der Überwachung der Badegewässer führt das
LLBB im Auftrag des Landesamtes für Gesundheit und
Soziales (LAGeSo) die Probenahme, die analytische Untersuchung und die limnologische Bewertung an festgelegten Badegewässermessstellen durch. Im Rahmen dieser
Überwachung wurden 2017 toxische Algen der Gattung
Tychonema spec. an den Ufern des Tegeler Sees in hohen
Abundanzen nachgewiesen.
Die Landesmessstelle für Gefahrstoffrecht und Innenraumhygiene innerhalb des Landeslabors ist das Kompetenzzentrum des Landes Berlin für die Untersuchung und
Bewertung der Luft in Innenräumen. In dieser Funktion
unterstützt und berät es die zuständigen Behörden bei
der Durchführung ihrer hoheitlichen Aufgaben.

Schwerpunkte Brandenburg
Zu den Schwerpunktaufgaben für das Trägerland Brandenburg gehören die Umweltmessprogramme zur Überwachung der Gewässerqualität, des Bodens und der
Außenluft. Auf der Basis der Richtlinie 2008/50/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2008
über Luftqualität und saubere Luft für Europa wurde das
LLBB 2016 durch das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) und das Landesamt für Umwelt (LfU) beauftragt, im Rahmen des Projektes „PM10 Ursachenforschung“ Feinstaubproben auf spe-

69

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

Tab. 19: Untersuchungsleistungen für den Bereich Umwelt, Gesundheit, Geologie und Strahlenschutz, 2017
Aufgabenbereich

Anzahl Proben/
Leistungen

Beprobung und Untersuchung von Gewässern

11.130

Untersuchungen von Böden und Gesteinen

22.267

Untersuchungen von Außenluftproben

5.970

Beprobung und Untersuchung von Proben für die Abwassereinleiterkontrolle

249

Untersuchungen zur Umweltradioaktivität

1.258

Beprobungen und Untersuchungen im Rahmen der Überwachung von
Trinkwasser, Badebeckenwasser und Innenraumluft

4.084

zielle Inhaltsstoffe zu untersuchen. Über einen
Projektzeitraum von sieben Monaten wurden in 1.530
Proben die Inhaltsstoffe Ruß, polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK) und Ionen bestimmt. Die Auswertung soll Rückschlüsse auf die Herkunft der Feinstaubfraktion PM10 geben. Das LLBB betreibt für das Land Brandenburg die beiden Strahlenschutzmessstellen in Frankfurt (Oder) und Oranienburg mit den Aufgabenbereichen:
Bearbeitung der Proben aus den IMIS-Messprogrammen,
Messungen zur Kontrolle der Eigenüberwachung des
Kernkraftwerks Rheinsberg als unabhängige Messstelle,
Messungen im Rahmen der nuklearspezifischen Gefahrenabwehr und im Zusammenhang mit radioaktiven Alt-

lasten. Auch 2017 wurde wieder eine eintägige Übung zur
Überprüfung der Messbereitschaft im Rahmen des
IMIS-Intensivbetriebes erfolgreich absolviert.
Die Tabelle 19 gibt einen Überblick über die Untersuchungsleistungen für den Bereich Umwelt, Gesundheit,
Geologie und Strahlenschutz im Jahr 2017.

Ausgewählte Schwerpunktthemen

Herausforderungen des Biota-Monitorings – Probenahme und Probenvorbereitung
Hintergrund
Im Bereich der europäischen und damit zugleich bundesdeutschen Wasserpolitik sind Umweltqualitätsnormen

(UQN) unter anderem vor dem Hintergrund Schutzgut
„menschliche Gesundheit“ festgelegt. Die Grundlage
dafür bietet die Richtlinie 2008/105/EG (vgl. RaKon 2016).
Ein Teil dieser UQN ist in Organismen zu überwachen.
Deshalb wird seit 2016 in Brandenburg ein Biota-Monitoring durchgeführt, dass in seiner Gesamtheit von der Probenahme bis zur Analytik dem LLBB übertragen wurde.
Vorliegender Beitrag beschreibt den Problemkreis Bepro-

70

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

bung der Biota sowie die Aufbereitung der Proben als
schwierige Aufgabe, die die wichtigste Voraussetzung für
eine qualitätsgesicherte Analytik im Labor darstellt.

Probenahme
Die Grundlage für vergleichbare Ergebnisse innerhalb
Deutschlands erfordert ein weitgehend einheitliches, für
alle Bundesländer praktikables und leistbares Verfahren,
in dem eine Vielzahl von fachlichen Anforderungen
(RaKon 2016) einfließen. In einem Überwachungsprogramm sollen nach Möglichkeit die relevanten Fischarten
wiederholend und an denselben Messstellen sowie innerhalb eines bestimmten Größen- und Altersspektrums (allgemein zunehmende Schadstoff-Akkumulation mit dem
Lebensalter) beprobt und verglichen werden. Aus der Liste der Fischarten heimischer Binnengewässer werden folgende Arten (mit Größe und vermutlichem Alter) empfohlen und auch für Brandenburgs Fließgewässer vorgesehen:
·· Döbel
Squalius celaphus (L., 1758) (23–30 cm, 3–4 Jahre),
·· Brasse
Abramis brama (L., 1758) (20–27 cm, 3–4 Jahre),
·· Flussbarsch
Perca fluviatlis (L., 1758 (15–20 cm, 3–4 Jahre),
·· Plötze
Rutilus rutilus (L., 1758) (15–22 cm, 3–5 Jahre).
Für die Analyse der Belastung in Muscheln muss eine ausreichende Menge an Biomasse (50 bis 100 Individuen)

eines ähnlichen Größen- und Altersspektrums (mind. 3
Jahre) bereitgestellt werden. Hier wurde auf den Fang der
Dreikant- bzw. Wandermuschel Dreissena polymorpha
(Pallas, 1771) orientiert. Eine Überwachung von Umweltqualitätsnormen an Krebsen wird derzeit nicht empfohlen, da in Deutschland dazu bislang keine Erfahrungen
vorliegen.
Die Biota-Beprobung wurde an das Institut für Binnen­
fischerei e. V. (IfB) Potsdam-Sacrow vergeben. Das BiotaMonitoring in Brandenburg sah und sieht die Beprobung
von fünf Fließgewässern an sieben Messstellen vor (Tabelle 20). Die Probenahmen wurden entsprechend den Vor­
gaben außerhalb der Laichzeit im Herbst durchgeführt.
Der Fang der vorgegebenen Fischarten erfolgte mittels
Elektro­fischerei vom Boot aus.
Nicht in jedem Fall konnte in den Jahren 2016 und 2017
auf die empfohlenen Fisch- und Muschelarten zurückgegriffen werden. Beispielsweise konnten in der Oder bei
Hohenwutzen im Jahr 2016 durch das Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) Berlin nur Bleie
gefangen werden. An Stelle des Bleis wurden 10 Döbel
entnommen. In der Neiße oberhalb Gubens lagen die
Längen von drei Döbeln knapp unter einer Länge von
23 cm, da keine größeren Döbel gefangen werden konnten. Die Erfassung der Muscheln erfolgte durch die Entnahme von größeren Steinen (Wasserbausteinen), an
denen vorwiegend Dreissena polymorpha, zum Teil in großen Mengen angeheftet war. Alternativ wurde diese Art
auch vom Sediment oder von Schiffskörpern entnommen. An Messstellen an denen keine Dreissena spec. nach-

Tab. 20: Im Biota-Monitoring in Brandenburg zu beprobende Fließgewässer-Messstellen und die im Zeitraum 24.10. bis 07.11.2017 beprobten Fisch- und Muschelarten
Gewässer

Name der Messstelle

Fischart

Muschelart

Havel

Havel, Humboldt-Brücke

Plötze

Dreikantmuschel

Havel

Henningsdorf

Plötze

Dreikantmuschel

Spree

Cottbus Sandower Brücke

Döbel

Dreikantmuschel

Spree

Neuzittau

Döbel

Dreikantmuschel

Neiße

oberhalb Guben

Döbel

Anodonta spec.

Oder

Hohenwutzen

Döbel

Dreikantmuschel

Rhin

bei Kietz

Plötze

Unio tumidus Philipsson, 1788

71

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

gewiesen werden konnten, wurden durch Sedimentsiebungen alternativ andere (Groß-) Muschelarten entnommen (Tabelle 20).

hohem Aufwand und nicht in jedem Fall in der gewünschten Größenklasse an den ausgewählten Messstellen
(Tabelle 20) fangen.

Probenvorbereitung

In einem länderübergreifenden Erfahrungsaustausch
(Rüdel & Duffek 2018) wurde betont, dass die Beprobung
von Fischen mit einem engen Größen/Altersbereich sehr
wichtig ist, um analytisch vergleichbare und damit aussagekräftige umweltrelevante Ergebnisse zu erhalten.
Jedoch ist der Fangerfolg hinsichtlich der Ziel-Größenklasse immer eng an den Aufwand, der betrieben werden
kann, gekoppelt. Bei der Altersbestimmung der Fische
mittels Schuppen ist deren Entnahme am Fisch ausschlaggebend für deren Lesbarkeit (Problem: Ersatzschuppen,
Schuppen aus dem Bereich der Seitenlinie).

Direkt nach der Probenahme wurden die Fische und
Muscheln vermessen und für die Übergabe an das LLBB
aufbereitet. Die Fische wurden gewogen, vermessen und
filetiert. Darüber hinaus wurden jedem Fisch Schuppen
für die Altersbestimmungen entnommen (Abbildung 44
links). Die Fischfilets wurden einzeln verpackt, beschriftet
und tiefgefroren. Die Muscheln wurden nach der Art- und
Altersbestimmung (über Zuwachsstreifen beziehungsweise Wachstumsringe) vermessen und im Anschluss 48
Stunden in Leitungswasser gehältert, um eine Depurierung (Darmentleerung) zu gewährleisten (Abbildung 44
rechts). Die Daten der Feld- und Laborprotokolle (Messstelle, Datum, Fangmethode, Fangzeitdauer, Anzahl der
gefangenen Fische pro Messstelle, Längen-, Alters-,
Gewicht- und Geschlechtsbestimmungen) werden dem
Auftraggeber zusätzlich zur Laboranalyse in digitaler
Form zur weiteren Auswertung zur Verfügung gestellt.

Diskussion
Ein länger- bis langfristiges Biota-Monitoring zur Umweltüberwachung zum Schutz von fischfressenden Räubern
(zum Beispiel Fischotter) sowie der menschlichen Gesundheit ist aufwendig und nicht immer einfach umzusetzen
(Rüdel & Duffek 2018). Entsprechend der natürlichen
Gegebenheiten, das heißt dem vorhandenen Arteninventar und der örtlichen und jahreszeitlich wechselnden hydrologischen Bedingungen gestaltet sich die Probenahme
oft schwierig. Die gewünschten Fischarten ließen sich beispielsweise aufgrund von Hochwasser nicht oder nur mit

Bei der Beprobung der Muscheln führten im Jahr 2017
erhöhte Abflüsse zu erhöhter Strömungsgeschwindigkeit
und Wassertiefe und erschwerten somit die Erreichbarkeit
der besiedelten Hartsubstrate. Zur abflussunabhängigen
und damit einfacheren Muschel-Entnahme wird für
zukünftige Jahre die Ausbringung fester Substratkörbe an
den Messstellen vorgeschlagen. Zugleich ist bei den
Muscheln mit dem Auftreten invasiver Arten zu rechnen.
Beispielsweise könnte, wie im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern neben Dreissena polymorpha die
Quagga-Muschel Dreissena bugensis (Andrusov, 1897)
vorkommen (Meßner & Zettler 2015).

Schlussfolgerungen
Die in RaKon (2016) vorgeschlagene Vorgehensweise ist
weiter zu verifizieren. Daten zum Akkumulationsverhalten
verschiedener Arten und Altersklassen liegen nicht in ausreichendem Maße vor. Die Kenntnisse zur Verteilung der
Schadstoffe im Fischgewebe und deren Verhältnis zur

Abb. 44: Links: Entnahme einer Fischschuppe bei einem Döbel für die Altersbestimmung, rechts: Die Muscheln werden im Anschluss an die
Probenahme 48 Stunden in Leitungswasser gehältert um eine Darmentleerung zu gewährleisten.

72

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

Belastung „Gesamtfisch“ sind bislang unzureichend und
sollten grundlegend untersucht werden. Dies wird als
zwingend erforderlich angesehen, da nur so die Relevanz
der Schadstoffbelastung für fischfressende Tiere und
somit deren ökotoxikologische Relevanz besser eingeschätzt werden können.

Literatur

Artikeln (zum Beispiel Esbensen & Wagner 2015a, b) zugewandt. Vorliegender Beitrag erhebt nicht den Anspruch,
eine umfängliche Anleitung zur Beprobung von Feststoffen zu liefern, sondern möchte vielmehr auf die Komplexität des Phänomens Heterogenität und deren Berücksichtigung im Laboralltag hinweisen.

Wie viele Teilproben entsprechen einer
repräsentativen Beprobung?

ƒƒMeßner U., Zettler M. L. (2015): Lauterbornia 80: 31-35.
ƒƒRaKon (2016): LAWA-AO, Rahmenkonzeption Monitoring,
Teil B Bewertungsgrundlagen und Methodenbeschreibungen,
Arbeitspapier IV.3 – Konzeption für Biota-Untersuchungen zur
Überwachung von Umweltqualitätsnormen gemäß RL
2008/105/EG, geändert durch 2013/39/EU, Stand: 27.10.2016.
ƒƒRüdel H., Duffek A. (2018): UBA-Fachgespräch Biotamonitoring nach WRRL – praktische Erfahrungen und Ergebnisse zum
Projekt „Strategie zur Implementierung der neuen Umweltqualitätsnormen für prioritäre Stoffe in Fischen“ (FKZ 3715 22
200 0). 16.-17.01.2018, Umweltbundesamt, Berlin.

Zum Problem der repräsentativen
Beprobung von Feststoffen

Bereits ein einfaches Beispiel verdeutlicht, wie inhomogen ein Feststoffgemisch sein kann beziehungsweise wie
viele Teilproben dem zu analysierenden Material zu entnehmen und zusammenzuführen sind, um eine theoretisch ausreichende Genauigkeit für die weitere Probenvorbereitung und Analyse zu erreichen. Aus einer handelsüblichen Nussmischung, bestehend aus acht
Bestandteilen, wurden zunächst zwei unabhängige Serien
von je fünf Proben entnommen (Abbildung 45 (A) und
(B)). Auf den ersten Blick homogen, ergeben sich nach
Zählung und Wiegung der Bestandteile erhebliche Unterschiede. So wurden beispielsweise in Probe (1) elf Cashewkerne gezählt, in Probe (7) dagegen nur zwei. (Abbildung 45 (C))

Einleitung
C

Die Entnahme von Proben, Stichproben und Unterproben
ist unumgänglich bevor dem analytischen Labor ein
repräsentatives, valides Aliquot bereitgestellt werden
kann. Jeder der Arbeitsschritte kann verschiedene Fehlerquellen beinhalten, die man kennen und berücksichtigen
sollte. Die Ursache für die Schwierigkeit, verschiedenste
Umweltmaterialien, insbesondere Feststoffe, adäquat zu
beproben, liegt in deren Heterogenität. Nicht umsonst
hat sich deshalb die Laborzeitschrift „Spectroscopy
Europe“ seit 2015 diesem Thema mit mindestens zehn

1

7

A

B

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Abb. 45: Beprobung von Feststoffen: (A) das zu analysierende Ausgangsmaterial, eine handelsübliche Nussmischung; (B) diesem Material
wurden zwei Serien von jeweils fünf Teilproben entnommen; (C) die Darstellung von zwei willkürlich ausgewählten Teilproben verdeutlicht
wie unterschiedlich die einzelnen Bestandteile der Mischung repräsentiert sind.]

73

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

Variabilitätskoeffizient (%)
80
70
60
50
40
30
20
10
0

Cashewkerne

Haselnüsse

Kürbiskerne

Mandeln

Rosinen

A

Sonnenblumenkerne

Pinienkerne

Samenkörner

1. Serie

2. Serie

1. und 2. Serie

Sonnenblumenkerne

Pinienkerne

Samenkörner

Variabilitätskoeffizient (%)
80
70
60
50
40
30
20
10
0

Cashewkerne

Haselnüsse

Kürbiskerne

Mandeln

Rosinen

B

1. Serie

2. Serie

1. und 2. Serie

Abb. 46: Variabilitätskoeffizient (prozentualer Anteil der Standardabweichung am Mittelwert) für eine Serie von jeweils fünf Proben (Serie 1
bzw. 2) bzw. 10 Proben (Serie 1 und 2) für ein „homogenisiertes“ Ausgangsmaterial, eine handelsübliche Mischung aus Nüssen und Samen. (A),
für die Anzahl der Partikel; (B), für die Masse der Partikel.

Die statistische Auswertung veranschaulicht die Heterogenität des zu beprobenden Materials (Abbildung 46). Der
Variabilitätskoeffizient (der prozentuale Anteil der Standardabweichung am Mittelwert) ist insbesondere für die
in geringer Anzahl vertretenen größeren Partikel wie Rosinen und Cashewkerne im Vergleich zu den in größerer
Anzahl vertretenen kleineren Partikeln wie den Sonnenblumenkernen vor dem Hintergrund, dass alles vergleichsweise repräsentativ vertreten sein soll, definitiv zu hoch. Es
zeigt sich, dass sowohl fünf wie auch zehn entnommene
Proben vorliegenden Umfangs eindeutig zu wenig sind.

Die vorliegende Bestimmung der Variabilität (Abbildung 46) kann jedoch als Voruntersuchung genutzt werden, die statistisch notwendige Anzahl von Proben (n) zu
berechnen. Eine einfache Methode (für die Beprobung
von Böden) für ein vorab festgelegtes Maß der Genauigkeit liefern Crepin & Johnson (1993):

n=

t2 × s2
D2

=

(2,262)2 × (2,62)2
(0,66)2

= 81.

74

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Es bedeuten:
t = Wert aus einer t-Tabelle (hier 2,262) für eine festgelegte Wahrscheinlichkeit (hier 95 %); die Anzahl der Freiheitsgrade (zum Beispiel 10) wurde zunächst willkürlich
gewählt und dann iterativ modifiziert (Sachs 1990).
s = Varianz, vorab bekannt, oder wie vorliegend bestimmt
aus der Spannweite R (Maximum minus Minimum) dividiert durch 4.

Literatur
ƒƒCrepin J. & Johnson R. L. (1993) Soil sampling for environmental assessment. In M. R. Carter (ed.): Soil Sampling and
Methods of Analysis, S. 5 - 18. Oxford University Press New
York, Oxford.
ƒƒEsbensen K. H. & Wagner C. (2015a): Spectroscopy Europe
27(2): 21-23.
ƒƒEsbensen K. H. & Wagner C. (2015b): Spectroscopy Europe
27(3): 22-25.
ƒƒSachs L. (1990) Statistische Methoden 2 – Planung und
Auswertung, S. 274. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg.

D = Variabilität der mittleren Konzentration des Parameters die akzeptiert werden kann.
Mit ein bis fünf Rosinen pro Teilprobe wies dieser Bestandteil den höchsten Variabilitätskoeffizienten (62 %) beim
prozentualen Anteil an der Gesamtmasse (1,8 bis 12,3 %)
auf (Abbildung 46), der damit als Leitparameter für die
Berechnung von n (Gleichung 1) herangezogen wurde.
Die Varianz s berechnet sich wie folgt: (12,3 – 1,8)/4 = 2,62.
Als zu akzeptierende Genauigkeit beziehungsweise Variabilität D des Mittelwertes (6,6 %) wurden 10 % (= 0,66)
gewählt. Mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von
95 % sind bei 10 % akzeptierter Variabilitätsgenauigkeit
81 Teilproben ausreichend, um die vorab bestimmte Heterogenität hinreichend zu berücksichtigen. Ist die Entnahme von 81 Proben nicht praktikabel beziehungsweise
können Genauigkeitseinbußen akzeptiert werden, so
kann n bei einer Verringerung der Genauigkeit auf 20 %
beispielsweise auf 20 Teilproben reduziert werden. Materialspezifische Eigenschaften, wie die Partikelgröße, Dichte, Kornform o. ä. bestimmen gleichfalls wesentlich die
notwendige Probenmenge bzw. das Ergebnis der Probenteilung, können jedoch aus Platzgründen hier nicht diskutiert werden. Im praktischen Umgang mit Feststoffen gilt
es stets einen akzeptablen Kompromiss zwischen Aufwand und Nutzen zu finden. In jedem Fall empfiehlt es
sich jedoch vor der Probenahme Voruntersuchungen zur
Abschätzung der Heterogenität des vorliegenden Feststoffes durchzuführen, um eine hinreichend genaue
Beprobung sicherzustellen und den Gesamtfehler somit
zu minimieren.

Schlussfolgerungen
Die vorab nur schwer zu erkennende und zu bestimmende Heterogenität von Feststoffen birgt wesentliche Fehlerquellen in der Probenahme und -vorbereitung. Der
damit einhergehende notwendige Arbeitsaufwand wird
jedoch oft unterschätzt. Nur in Kenntnis und Beachtung

der Heterogenität können Fehler in der Beprobung und
Bearbeitung von Feststoffen vermieden und damit der
Gesamtfehler verringert werden.

Hundevergiftung durch Blaualgen am
Tegeler See in Berlin
Hintergrund
Im Rahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes werden die Berliner Badegewässer gemäß der Richtlinie
2006/7/EG über die Qualität der Badegewässer und deren
Bewirtschaftung sowie nach den gesetzlichen Vorgaben
der Badegewässerverordnung (BadegewässerV, 2008)
überwacht. Insbesondere soll eine potentielle Gefährdung der Bevölkerung durch mikrobielle Verunreinigungen und Toxine von Cyanobakterien (Blaualgen) rechtzeitig erkannt und eine kurzfristige Information der Öffentlichkeit ermöglicht werden. Die Überwachung einzelner
Badegewässer mit einer Neigung zur Massenentwicklung
von Cyanobakterien und dem Potential zur Toxinfreisetzung erfolgt im Rahmen eines spezifischen Cyanobakterien-Monitorings und orientiert sich an den Vorgaben der
Empfehlung des Umweltbundesamtes zum Schutz von
Badenden vor Cyanobakterientoxinen (Bundesgesundheitsblatt 2015).
Bisher galt die Aufmerksamkeit planktischen Cyanobakterien unterschiedlicher Gattungen wie zum Beispiel Microcystis, Planktothrix, Aphanizomenon, Dolichospermum, von
denen einzelne Stämme vor allem eine Reihe von lebertoxischen (Bsp. Microcystine), aber auch cytotoxische (Bsp.
Cylindrospermopsin) oder neurotoxische Stoffe (Bsp. Anatoxin-a) produzieren können. Einige dieser planktischen
Cyanobakterien treiben an der Oberfläche und können
hier sichtbare Aufrahmungen bilden. Im Zuge der Redu-

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zierung von Phosphoreinträgen in die Gewässer, klimatischer. und anderer Einflüsse sind solche Massenentwicklungen im Berliner Raum in den letzten Jahren rückläufig.
Die zunehmend hohen Sichttiefen fördern dagegen eine
Ausbreitung von Makrophyten (Großpflanzen) und von
Algen und Cyanobakterien am Gewässergrund der lichtdurchfluteten Uferzone. Letztere – sogenannte benthische Cyanobakterien – können mit Großpflanzen assoziiert sein oder auch eigene Lager beziehungsweise Matten
bilden, welche sich zeitweilig vom Gewässergrund ablösen und in Strandnähe ansammeln können.
Benthische Cyanobakterien kommen global in verschiedensten Gewässern (Flüsse, Seen) und bei unterschiedlicher Gewässerqualität vor, darunter zahlreiche toxische
Arten (Quiblier 2013). Berichte über Vergiftungsfälle bei
Tieren durch benthische Vertreter haben zwar im letzten
Jahrzehnt zugenommen, wurden aber bisher nicht im
Berliner Raum beobachtet. Häufig werden von benthischen Cyanobakterien produzierte Microcystine sowie
Anatoxin-a und Homoanatoxin-a im Zusammenhang mit
Vergiftungsfällen von Flamingos, Rindern und insbesondere Hunden genannt. Fraglich ist, ob Hunde sensitiver
gegenüber den Toxinen sind oder ob sie über cyanobakterienspezifische Geruchs- und Geschmacksstoffe wie
Geosmin oder 2-Methylisoborneol bevorzugt angelockt
werden. Ein Risiko besteht, wenn die Tiere aus Flachwasserbereichen trinken, in denen sich toxische Cyanobakterien angesammelt haben beziehungsweise das angespülte Pflanzenmaterial fressen.

A

Der Fall am Tegeler See
Zu Beginn der Badesaison 2017 traten erstmalig Intoxikationen von Hunden mit neurologischer Symptomatik
nach Aufenthalt an den Ufern des Tegeler Sees auf. Zu dieser Zeit waren große Mengen des Quellmooses (Fontinalis
spec.), welches im See ausgedehnte Unterwasserfluren
bildet, an der Wasseroberfläche treibend in Ufernähe und
im Spülsaum gesichtet worden. Die Wasserproben gaben
keinerlei Hinweise auf eine Massenentwicklung von
planktischen Cyanobakterien. Jedoch konnten zwischen
dem entnommenen Quellmoos mikroskopisch Cyanobakterien der Gattung Tychonema spec. in hohen Abundanzen nachgewiesen werden. Vom Umweltbundesamt mit
LC-MS-MS durchgeführte Toxinanalysen ergaben zeitgleich einen Nachweis von Anatoxin-a (ATX) in äußerst
kritischen (teils letalen) Konzentrationen bis zu 8,7 mg L-1
in Magenspülungen einzelner Tiere und bis zu 1,9 mg L-1 in
wässrigen Extrakten der Pflanzenansammlungen. Das
Freiwasser enthielt wesentlich geringere Konzentrationen
von maximal 1 µg L-1 (30.05.2017), meist jedoch unter der
Nachweisgrenze (0,2 µg L-1). Andere Toxine wie Microcystine, Cylindrospermopsin oder Homoanatoxin-a wurden
nicht detektiert (Fastner, 2018). Shams et al. (2015) wiesen
in einem toxischen Tychonema-Stamm aus dem Gardasee
eine Zellkonzentration von 0,01 – 0,35 pg ATX pro Zelle
nach. Bei einem langen Cyanobakterienfaden mit 100 Zellen und einer LD 50 (letale Dosis 50 %) für ATX von 0,25 mg
kg-1 (i. p. Maus) wären demnach 108 Zellfäden ausreichend,
um einen 10 kg schweren Hund zu töten. Aus gegebenem
Anlass und für eine Einschätzung des möglichen Gefahrenpotentials durch Anatoxin-a für Badegäste wurden ab

B

D

C

E

Abb. 47: (A) Quellmoos (Fontinalis antipyretica) auf der Wasseroberfläche des Tegeler Sees treibend (02.06.2017); (B–D) Zellfäden von
Tychonema spec. zwischen dem Quellmoos (B: 02.06.2017; C, D: 06.06.2017; B: 100fache Vergrößerung; C: 400fache Vergrößerung,
D: 1000fache Vergrößerung); (E) Zellfaden von Tychonema spec. im Mageninhalt eines toten Hundes (200fache Vergrößerung).

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Mitte Juni und im August/September 2017 zwei Messkampagnen am Tegeler See und an weiteren Berliner Gewässern durchgeführt und unterschiedliche Matrices wie Freiwasser, Sand und Großpflanzen einbezogen. In allen
untersuchten Proben wurde ATX, wenn überhaupt, nur in
Spuren < 1 µg L-1 bestimmt. Die im Mai und Juni nachgewiesene Cyanobakterienart Tychonema tenue (Skuja)
(Anagnostidis, 1988) lebt primär tychoplanktisch – das
heißt einzeln oder in feinen Matten – zwischen Wasserpflanzen und kann daraus in den freien Wasserkörper verdriftet werden. Eine Kultivierung der isolierten Cyanobakterien zum direkten Nachweis der Toxinbildung ist noch
nicht gelungen.

Schlussfolgerungen
Bisher ist wenig über das Ausmaß der Verbreitung
bekannt und zudem kommen neben der erstmalig nachgewiesenen Gattung Tychonema weitere benthische Cyanobakterien als potentielle Toxinproduzenten in Betracht.
Da eine reguläre Untersuchung des Gewässergrundes
nicht praktikabel ist, wird die Untersuchung von Anatoxina weiterhin den Fokus des präventiv durchgeführten
Monitorings bilden. Zukünftige Forschungsprojekte sind
daher dringend notwendig, um die derzeitigen Wissenslücken zu schließen und sinnvolle Maßnahmen und Regularien zur Badegewässerüberwachung und Trinkwassergewinnung speziell für den Fall Uferfiltration abzuleiten.
Literatur
ƒƒBadegewässerV, (2003): Verordnung über die Qualität der
Badegewässer Berlin, v. 2.7.1998, GVBl. 1998, S. 222, geändert
am 27.12.2003, GVBl 59(44), S. 585.
ƒƒFastner, J., Beulker, C., Geiser, B., Hoffmann, A., Kröger, R.,
Teske, K., Hoppe, J., Mundhenk, L., Neurath, H., Sagebiel, D.,
Chorus, I., (2018): Toxins 2018, 10 (2), 60, doi: 103390.
ƒƒQuiblier, C., Wood, S., Echenique-Subiabre, I., Heath, M.,
Villeneuve, A., Humbert, J.-F., (2013): Water Research 47: 5464
– 5479.
ƒƒShams, S., Capelli, C., Cerasino, L., Ballot, A., Dietrich, D.R.,
Sivonen, K., Salmaso, N., (2015): Water Research 69: 68-79.
ƒƒUmweltbundesamt (2015): Empfehlung zum Schutz von
Badenden vor Cyanobakterien-Toxinen. Bundesgesundheitsblatt 58: 908 – 920.

Feinstaub wird aus weiten Teilen Europas nach Brandenburg eingetragen
Hintergrund
Im Rahmen des Mehrländerprojektes „Ursachenanalyse
von PM10-Feinstaub-Immissionen durch gravimetrische
Messungen und Rezeptormodellierungen“ kurz „PM10Ursachenanalyse", wurde die Feinstaubbelastung in den
Ländern Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern
und Sachsen gemessen. Zum Nachweis des richtlinienkonformen Handelns bei der Umsetzung der EU-Richtlinien 2008/50/EG und 2015/1480/EU, in Verbindung mit
weiteren Entscheidungen des Rates und Durchführungsbeschlüssen der Kommission, sind vertiefende Untersuchungen erforderlich, um die Herkunft beziehungsweise
die Quellen von Feinstaub detailliert zu ermitteln. Die
vom LLBB bereitzustellenden Laborbefunde liefern die
Grundlage zur Identifikation der Feinstaub-Quellen. Vorliegender Beitrag stellt das Projekt sowie ausgewählte
Ergebnisse kurz vor und diskutiert Ursachen des Feinstaub-Eintrages.

Methodisches Vorgehen im Projekt
„PM10-Ursachenanalyse“
In den oben genannten Bundesländern und an einer
Messstelle des Umweltbundesamtes wurden Schwebstaubproben genommen (Abbildung 48) und einheitlich
für alle Beteiligten sowohl identische Labor-Untersuchungen als auch Auswertungen durchgeführt. Der Untersuchungsumfang für das Bundesland Brandenburg wurde
für den Zeitraum September 2016 bis März 2017 auf eine
tägliche Beprobung von drei ausgewählten Messstellen
(Hasenholz (Buckow) für den ländlichen Hintergrund,
Cottbus für den städtischen Hintergrund und Potsdam,
Zeppelinstraße für eine Verkehrsmessstelle) festgelegt.
Die tägliche Beprobung erfolgte vor dem Hintergrund,
dass die Auswertung der Messergebnisse mit Bezug zu
den täglichen Witterungsbedingungen eine genauere
Aussage zur Herkunft der Luftmassen und deren Zusammensetzung ermöglicht. Das Parameterspektrum umfasste Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Ammonium,
Chlorid, Sulfat und Nitrat im PM-10. Es wurden der elementare und organische Kohlenstoff, die polyaromatischen Kohlenwasserstoffe sowie die Masse PM-10 (Particulate Matter mit einem aerodynamischen Durchmesser
von 10 µm) beziehungsweise PM-2,5 bestimmt.

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Aufgrund ihrer Herkunft unterscheidet man primäre Partikel, wie zum Beispiel Flugasche, Ruß oder Seesalz, die
bereits als Partikel emittiert werden, und sekundäre Partikel, wie zum Beispiel Ammoniumsulfat oder Ammoniumnitrat, die sich erst in der Atmosphäre aus zunächst gasförmigen Verbindungen bilden. Zu diesen sogenannten
Vorläuferverbindungen gehören unter anderem auch
Schwefeldioxid, Ammoniak, Stickoxide und Schwefelwasserstoff. Anthropogene Quellen dieser Verbindungen sind
mobile oder stationäre Verbrennungsanlagen, die Landwirtschaft oder auch Industrieanlagen (Statuspapier Feinstaub 2010a).
Das Projekt wurde auf die Zeit beschränkt, in der mit auffälligen Feinstaubemissionen am ehesten zu rechnen ist.
Vom September 2016 bis März 2017 erfolgte die Probenahme durch das Landesamt für Umwelt (LfU). Im LLBB
wurden die Filter vorbereitet und die Analysen durchgeführt.

Ergebnisse der Feinstaub-Beprobung und
-Analyse

Abb. 48: Lage der Messstellen aus dem Projekt PM-10-Ursachenanalyse 2016/17 insgesamt; nach ländlicher Hintergrund- (grün),
städtischer Hintergrund- (blau) und Verkehrsstation (rot) (TROPOS
2017).

Bereits im Oktober 2016 sind drei besondere Episoden zu
erkennen. Im Zeitraum 13. bis 18. Oktober sind die Komponenten aus Verbrennungsprozessen wie der elementare Kohlenstoff (eC), das Benzo(a)pyren (BaP) und das Kalium (K) deutlich erhöht, wenn zum Beispiel die Heizperiode beginnt (Abbildung 49).

Abb. 49: Täglicher Verlauf der Konzentration der Staubinhaltsstoffe K, Na, Cl, eC und BaP im Untersuchungszeitraum 1.10. bis 31.10.2016 für
die Messstationen Hasenholz und Cottbus im Projekt PM-10-Ursachenanalyse 2016/17.

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Eine genauere Herkunft der Luftmasse bei OstAnströmung lässt sich durch eine Betrachtung der Ammoniumkonzentration im Staub in Bezug auf die GesamtStaub-Masse ableiten. Im Beobachtungszeitraum sind
auch Ammonium (NH4), Nitrat (NO3) sowie Sulfat (SO4) mit
hohen Konzentrationen sowohl im städtischen als auch
im ländlichen Hintergrund gemessen worden. Das lässt
Rückschlüsse auf einen erheblichen Anteil der Staubbelastung durch Ferntransport zu, wie an der Episode vom 24.
bis 28. Oktober 2016 deutlich sichtbar wird (Abbildung 50).

Die Episode 10. bis 11. November 2016 (nicht dargestellt)
ist gekennzeichnet durch erhöhte Konzentrationen an
Ammonium und Nitrat in den Staubfilterproben und parallel durch PM10-Konzentrationen von 48 und 50 µg/m3
(Grenzwert 50 µg/m3) sowohl an der ländlichen Hintergrundmessstelle Hasenholz als auch an der städtischen
Hintergrundmessstelle in Cottbus mit PM-2,5-Konzentrationen von 44 und 48 µg/m3. Dies bestätigt eine Feinstaubbelastung vorrangig durch Ferntransport (Hainsch
2004).

Dieser Zeitraum ist begleitet von herbstlichen Temperaturen im Bereich von 3° C bis 12° C und einem frischen Ostwind. Die Episode 29./30. Oktober 2016 hatte ähnliche
Temperaturen, aber der Wind kam aus westlicher Richtung; dadurch sind besonders Natrium, Chlorid (Abbildung 49) und Magnesium (nicht dargestellt) deutlich
erhöht und bestätigen den maritimen Einfluss der Luftmassen.

Für die Belastungen der Luft mit Produkten aus Verbrennungsprozessen ist hier beispielhaft eine Klassenwindrose für das Benzo(a)pyren dargestellt. Es wird der Zusammenhang zwischen der Schadstoffbelastung und den einströmenden Luftmassen ersichtlich (Abbildung 51).

Zur Identifizierung und Quantifizierung von Feinstaubquellen stehen heutzutage verschiedene Hilfsmittel zur
Verfügung, darunter die Emissionskataster sowie die Ausbreitungs- und Rezeptormodellierung. Die Auswertung
mit einem einfachen regionalen Gradientenmodell (Lenschow-Ansatz) zeigt, dass ca. 50 % der Feinstaubbelastung eines Belastungsschwerpunktes aus dem großräumigen Hintergrund stammen, andererseits 50 % aus dem
direkten Umfeld über eine Entfernung bis zu 100 km eingetragen werden (Statuspapier Feinstaub 2010b).

Bei Temperaturen unter 0° C und schwachem Ostwind
überwiegen die kontinentalen Einflüsse auf die Feinstaubbelastung. Tage mit Grenzwertüberschreitungen
bei PM10 [50 µg/m3] sind mit erhöhten Konzentrationen
an Ammonium, Nitrat und Sulfat verbunden, die in dieser
Zeit den Hauptanteil des Feinstaubs ausmachen. Die
Quellen der erhöhten Feinstaubbelastung liegen nicht
unbedingt in Teilen Polens und Tschechiens; Beiträge
stammen vermutlich aus dem ferneren Südost-Europa
(LfU 2017). In den Monaten Januar und Februar 2017 wur-

Tabelle 21 fasst die Ergebnisse für die Brandenburger
Messstellen zusammen (vgl. LfU 2017).

Abb. 50: Täglicher Verlauf der Konzentration der Staubinhaltsstoffe NO3, SO 4, NH4, PM10grv. (gravimetrisch) und eC im Untersuchungszeitraum 1.10. bis 31.10.2016 für die Messstationen Hasenholz und Cottbus im Projekt PM-10-Ursachenanalyse 2016/17.

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LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

Schlussfolgerungen
Die länderübergreifende Intensivmesskampagne bestätigt,
dass erst eine zeitlich hochaufgelöste, das heißt tägliche Probenahme an regionalen Referenz-Messstellen und die Auswertung der Messergebnisse in Verbindung zu den entsprechenden Witterungsbedingungen eine genauere Aussage zur Herkunft der Luftmassen und deren Zusammensetzung
ermöglicht. Zudem wurde deutlich, dass die Quellen der
erhöhten Feinstaubbelastung nicht unbedingt in Teilen Polens
und Tschechiens liegen, sondern überregionale Beiträge vermutlich auch aus dem ferneren Südost-Europa stammen.
Literatur
ƒƒTROPOS (2017): Bericht TROPOS 30.11.2017 Übersicht der
ausgewählten Messstationen, unterschieden nach ländlicher
Hintergrund- (grün), städtischer Hintergrund-(blau) und
Verkehrsstation (rot) in PM-OST; OpenStreetmap®.
Abb. 51: Darstellung einer Klassenwindrose (2017) für die
Belastung der Luft mit Benzo(a)pyren an der Messstelle Hasenholz
im Untersuchungszeitraum 1.9.2016 bis 31.3.2017 im Projekt
PM-10-Ursachenanalyse 2016/17.

den die meisten PM10-Grenzwertüberschreitungen registriert. An der Messstelle Hasenholz (Buckow) waren es
über den Projektzeitraum vier Tage und im städtischen
Hintergrund in Cottbus 14 Tage.

ƒƒFeinstaub (2010a): Statuspapier Feinstaub; Herausgeber
GDCh-/ KRdL-/ ProcessNet-Gemeinschaftsausschuss „Feinstäube“ (S. 5, 8).
ƒƒFeinstaub (2010b): Statuspapier Feinstaub 2010, Herausgeber GDCh-/ KRdL-/ ProcessNet-Gemeinschaftsausschuss
„Feinstäube“ (S. 109)
ƒƒLfU (2017): Bericht LfU 2017, Referat T14, Luftqualität,
Nachhaltigkeit; Frau Marquardt LfU, Messnetzzentrale Luft.
ƒƒKlassenwindrose (2017):
ƒƒHainsch, A. (2004): „Ursachenanalyse der PM10-Immission
in urbanen Gebieten am Beispiel der Stadt Berlin“; Dissertation, Fakultät III – Prozesswissenschaften der Technischen
Universität Berlin, S. 99.

Tab. 21: Richtung der Luftanströmung, die Feinstaubkonzentration PM10 sowie der prozentuale Anteil
primärer und sekundärer Verbrennungsprodukte an den Brandenburger Messstellen Hasenholz und
Cottbus.
Mittelwert der
PM10-Konzentration
[µg/m3]

Anteil primärer und
sekundärer Verbrennungsprodukte [%]

Westlich

15

43

Ländlicher Hintergrund

Östlich

26

68

Cottbus (städtischer
Hintergrund)

Westlich

18

48

Städtischer Hintergrund

Östlich

31

69

Messstelle

Richtung der
Luftanströmung

Hasenholz (Buckow)

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 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

LUPE 7 – Innenraumluftqualität in
öffentlichen Einrichtungen nach der
Grundreinigung von Bodenbelägen
aus Linoleum
Das LLBB beteiligt sich im Auftrag des Landesamtes für
Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) an Länderuntersuchungsprogrammen (LUPE) des umweltbezogenen
Gesundheitsschutzes. Im Rahmen des Projektes LUPE 7
wurden Reinigungsverfahren von Linoleumbelägen in
öffentlichen Einrichtungen (Schulen) erfasst und deren
innenraumhygienische Folgen hinsichtlich der Kontamination der Innenraumluft ermittelt.
Der Mensch verbringt den größten Teil seiner Zeit in
Innenräumen und ist dort einer Vielzahl von Fremdstoffen
und Luftverunreinigungen ausgesetzt. Einen wesentlichen Beitrag zur Verunreinigung der Innenraumluft liefert
erfahrungsgemäß der Fußbodenbereich von Gebäuden.
Eine Vielzahl von Beschwerden steht dabei in Zusammenhang mit der Behandlung und Reinigung von Bodenbelägen aus Linoleum. Bei den resultierenden Innenraumluftkontaminationen handelt es sich sowohl um die Inhaltsstoffe der Reinigungsmittel, die produktionsbedingten
Ausgasungen des Linoleums als auch um die Reaktionsprodukte aus der Einwirkung des Reinigungsmittels auf
das Material des Belages. Bei Linoleumböden sind neben
der regelmäßigen Unterhaltsreinigung wiederholte intensive Grundreinigungen zur Entfernung haftender Verschmutzungen, Pflegemittelreste, der alten Beschichtungen etc. mit anschließender Erneuerung der Schutzschicht durchzuführen. Dieser aufwendige Vorgang
beinhaltet ein erhöhtes Risiko hinsichtlich des Einbringens flüchtiger organischer Verbindungen (VOC; engl.
volatile organic compounds) und einer Schädigung des
Linoleums mit anschließender Ausgasung von Reaktionsprodukten (insbesondere Aldehyde). Dies geht häufig einher mit geruchlichen und gesundheitlichen Beschwerden
der Raumnutzer.
In mehreren Schulen (Bayern n = 8, Berlin n = 9, Brandenburg n = 7) wurde jeweils ein repräsentativer Klassenraum
ausgesucht, in dem die Raumluftuntersuchungen unter
Ausgleichsbedingungen durchgeführt wurden. Die Zeitpunkte der Probenahme wurden wie folgt festgelegt: (A,
Ausgangszustand), das heißt unmittelbar vor dem Grundreinigungstermin, (B) ca. drei Tage und (C) ca. vier Wochen
nach der Grundreinigung. Zusätzlich zu den Untersuchungsparametern VOC bzw. TVOC (flüchtige organische
Verbindungen und deren Summe), Kohlendioxid (CO2),

den Klimadaten (Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck) und
dem Geruchseindruck wurden Daten zu den verwendeten Reinigungsprodukten, der Verfahrensweise sowie die
Raumdaten (Raummaße und -lage) und die Ausstattung
der Räume während der Probenahme erfasst. Die Innenraumluft wurde für alle Räume unter Ausgleichsbedingungen (letzte Lüftung am Vortag der Messung) mittels
zweier Gasprüfröhrchen (Tenax TA) beprobt. Die Röhrchen wurden ca. zwei Tage später im Labor thermisch
desorbiert und mittels GC-MS (Gaschromatographie mit
Massenspektrometrie-Kopplung) auf ihre Luftbestandteile hin untersucht. Die hygienische Bewertung der Raumluftqualität erfolgt anhand der TVOC-Konzentration nach
Vorgaben des Ausschusses für Innenraumrichtwerte (AIR
2007).

Ergebnisse
Der Summenrichtwert 1 nach AIR (2009) für die aliphatischen Aldehyde C4-C11 wurde vor der Grundreinigung (A)
an sechs Schulen und danach an vier bzw. fünf Schulen (B
bzw. C) überschritten. Hexanal, Octanal und Nonanal
waren mit Konzentrationen von bis zu 144, 73 und
78 µg m³ die Hauptkomponenten der Linoleumausgasungen (Abbildung 52).
Bei über der Hälfte der Schulen lagen ca. drei Tage nach
der Reinigung die TVOC-Konzentrationen im hygienisch
auffälligen (Stufe 3) bis bedenklichen Bereich (Stufe 4), der
in Räumen bei regelmäßiger Nutzung nur befristet akzeptabel ist (Abbildung 53). Nach etwa vier Wochen lagen die
Konzentrationen bis auf wenige Ausnahmen wieder im
hygienisch unbedenklichen Bereich (Stufe 1 bis 2).
Den Hauptanteil am TVOC bildet die Gruppe der Glykolether, die in den Grundreinigungsmitteln und Beschichtungen mit Anteilen von bis zu 20 % enthalten waren. Beispielhaft werden die Messwerte für die häufig angewendeten Glykolether Diethylenglykolbutylether (DEGBE),
Ethylenglykolbutylether (EGBE) und Diethylenglykolethylether (DEGEE) für einige der Schulen gezeigt (Abbildung 54).

Fazit
Zeitnah zur Grundreinigung von Linoleumböden wird die
Innenraumluft deutlich kontaminiert. Dies wird hauptsächlich durch die in den Reinigungsmitteln enthaltenen
Glykolether und in geringerem Ausmaß durch die Aldehyd-Ausgasungen des Linoleumbodens verursacht,

81

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

Abb. 52: Konzentration von Aldehyden (C4 bis C11) in der Innenraumluft von Räumen mit Linoleum (von 24 Schulen in Bayern, Berlin bzw.
Brandenburg) vor deren Grundreinigung (A), ca. drei Tage danach (B) sowie ca. vier Wochen danach (C). Die bestimmten Konzentrationen
werden dem Richtwert 1 des Ausschusses für Innenraumrichtwerte (AIR 2009) gegenübergestellt.

Abb. 53: Konzentration der TVOC (Summe der flüchtigen organischen Verbindungen) in der Innenraumluft von Räumen mit Linoleum vor
und nach dessen Grundreinigung. Die bestimmten Konzentrationen werden nach 5 Stufen des TVOC-Konzeptes gemäß Ausschuss für
Innenraumrichtwerte (AIR 2007) präzisiert durch Seifert (1999) bewertet.

82

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Umwelt | Strahlenschutz | Geologie

Abb. 54: Konzentration drei häufig genutzter Glykolether in der Innenraumluft von Räumen mit Linoleum vor und nach dessen Grundreinigung. Die dem jeweiligen Glykolether farblich zugeordnete gestrichelte Linie verdeutlich den Richtwert 1 und 2 (AIR 2013).

wobei vereinzelt die Richtwerte überschritten werden.
Eine gründliche, regelmäßige Lüftung der Klassenräume
wird dringend empfohlen. Nach ca. vier Wochen hat sich
die Situation weitgehend normalisiert und die Raumluftqualität erreicht wieder hygienisch unbedenkliche Bereiche.
Als Maßnahme gegen erhöhte Aldehyd-Emissionen von
Linoleumbelägen zeigt die Grundreinigung bzw. Erneuerung der Schutzschicht keine eindeutige Tendenz.

Literatur
ƒƒAusschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) - Beurteilung von
Innenraumluftkontaminationen mittels Referenz- und
Richtwerten. Bundesgesundheitsblatt (2007) 50: 990 - 1005.
ƒƒhttp://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/
medien/pdfs/Handreichung.pdf
ƒƒAusschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) - Richtwerte für
gesättigte azyklische aliphatische C4 – C11-Aldehyde in der
Innenraumluft. Bundesgesundheitsblatt (2009) 52: 650 - 659.
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/
medien/pdfs/alkanale_c4-c11.pdf
ƒƒSeifert, B. (1999): Richtwerte für die Innenraumluft – Die
Beurteilung der Innenraumluftqualität mit Hilfe der Summe
der flüchtigen organischen Verbindungen (TVOC – Wert).
Bundesgesundheitsblatt (1999) 42: 270 - 278.
ƒƒhttp://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/
medien/pdfs/TVOC.pdf
ƒƒ[Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) - Richtwerte für
Glykolether und Glykolester in der Innenraumluft. Bundesgesundheitsblatt (2013) 56: 286 - 320. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pdfs/glykolether_
bewertungstext.pdf

83

Anhang

Anhang

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Anhang

Gremienarbeit im LLBB –
mehr als eine Selbstverständlichkeit
Viele unserer Mitarbeiter sind in den verschiedensten Gremien, Fach- und Arbeitsgruppen außerhalb des Landeslabors
wirksam aktiv. Gremienarbeit ist für uns mehr als eine Selbstverständlichkeit – wir sagen Danke.

Anders, Ludger Dr.
nn VDLUFA, Direktorenkonferenz, FG VI Futtermitteluntersuchung, FG VIII Umwelt- und Spurenanalytik
nn BVL § 64 LFGB, AG Methodensammlung Futtermittel
nn BVL, AG Rahmenplan Futtermittel, Pflanzenschutzmittel
nn BVL, AG Rückstände und Analytik
nn EPRA für Futtermittel und Getreide
Arnskötter, Kathleen
nn BVL § 64 LFGB, AG Fleischerzeugnisse, UA NIR
Barricelli, Maria
nn BVL § 64 LFGB, AG Mykotoxine
nn Monitoring Expertengruppe Natürliche Toxine
Barth, Madlen
nn ALS, AG Diätetische Lebensmittel, Ernährungs- und
Abgrenzungsfragen
Behrend, Ralf-Joachim
nn LAGA, AG Abfalluntersuchung AK PPM
nn DIN, Normausschuss NAW I 2/UA 1
nn ruhendes Mitglied Institut für Qualitätssicherung von
Stoffsystemen, Freiberg e.V.

Bewig, Martina
nn ALTS, AG Histologie
nn BVL § 64 LFGB, AG Lebensmittelhistologie
Bissantz, Birke
nn Monitoring Expertengruppe Kosmetische Mittel
Bock, Constance Dr.
nn DIN, Textilien, Leder
Bock, Sabine Dr.
nn DVG, Vorstand Fachgruppe AVID (Arbeitskreis für
Veterinärmedizinische Infektionsdiagnostik)
Brand, Ingrid
nn AG Task Force Pflanzenschutzmittel in Lebensmitteln
nn Monitoring Expertengruppe toxische Reaktions­
produkte
nn Monitoring Expertengruppe Pflanzenschutzmittel
Brinkmann, Birgit
nn DIN, NA 062-05-52 AA Chemische Prüfverfahren für
Leder, NA 062-05-12 AA Textilchemische Prüfverfahren
und Fasertrennung

Bergmann, Meike Dr.
Brüggemann, Nicole
nn Treffen der Mineralwasser-Sachverständigen
der Länder
nn BVL § 64 LFGB, AG Mineralwasserchemisch

nn Büchi-NIR, AG Backwaren

85

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Anhang

Burkhardt, Sabine Dr.
nn ALTS, AG Viren
nn BVL § 64 LFGB, AG Entwicklung von Methoden zur
Identifizierung von mit Hilfe gentechnischer Verfahren
hergestellter Lebensmittel, AG Lebensmittel-assoziierte Viren, AG Molekularbiologische Methoden zur
Pflanzen- und Tierartendifferenzierung, AG Molekularbiologische Methoden Mikroorganis-men
nn CEN, Arbeitsausschuss im NAL 057: Gentechnisch
modifizierte Lebensmittel, Arbeitsausschuss im NAL
057: PCR zum Nachweis von Mikroorganismen,
Arbeitsausschuss im NAL 057: Speziesanalytiky
nn Euopean Network of GMO Laboratories
Engelke, Moana
nn DIN, AK NA 119-01-03-02-11, AK Chlorparaffine
nn VDI, AK NA 134-04-02-07 UA N90 Messen von PAK (I)

Hoffmann, Anja Dr.
nn DIN, NA 119-01-03-05-11, AK Chlorophyll
Holland, Birgit Dr.
nn GDCh, AG Fisch und Fischerzeugnisse, AG Fleischwaren
Hütteroth, Alexandra Dr.
nn BVL § 64 LFGB, AG Tierarzneimittelrückstände
nn NOKO, AG für Rückstände und Kontaminanten und
NRKP
nn VDLUFA, AK PWS mit LC-MS
Islam, Rafiqul Dr.
nn ALTS, Vertreter für die Länder Berlin und Brandenburg
Jenner, Katrin

Friederich, Ulrike
nn Monitoring Expertengruppe Tierarzneimittelrückstände
nn ALS, AG Diätetische Lebensmittel, Ernährungs- und
Abgrenzungsfragen
Gerhardt, Franz-Thomas
nn BVL § 64 LFGB, AG Lebensmittelallergene
Giersch, Christina Dr.
nn DIN, AA Fruchtsaft
nn GDCh, AG Fruchtsäfte und fruchtsafthaltige Getränke
nn NOKO, AG Getränke
nn Treffen der Sachverständigen Fruchtsaft, Erfrischungsgetränke und Konfitüren

Josefowitz, Peter Dr.
nn ALS, AG Überwachung gentechnisch veränderter
Lebensmittel, AG Allergene
nn ALTS, AG Allergene, AG Immunologie und Molekularbiologie
nn CEN, Arbeitsausschuss im NAL 057: Allergene
Jost, Claudia
nn GDCh, AG Kosmetik
nn BVL § 64 LFGB, AG Kosmetische Mittel
Kirst, Juliane Dr.

Haase, Nina Dr.
nn BVL § 64 LFGB, AG Chemische und physikalische
Untersuchungsverfahren für Milch und Milchprodukte

nn Monitoring Expertengruppe Organische Kontaminanten und migrierende Stoffe
Klaue, Wolfgang

Hentschel, Henry
nn Bund/Länder, AG Physikalischechemische Analysenverfahren zu § 57 WHG und AbwAG
nn Land Brandenburg, Expertengruppe Analytik der AG
W2 der deutschpolnischen Grenzgewässerkommission

nn DIN, AK NA 119-01-03-02-01 Leichtflüchtige Verbindungen
nn DIN, AK NA 119-01-03-02-05 Pflanzenbehandlungs­
mittel und leichtflüchtige Verbindungen
SPME-GC-Methoden
nn LAWA, Expertenkreis Analytische Qualitätssicherung,
AG LAWA-Merkblatt P 10/1

86

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Anhang

nn Land Brandenburg, AK Gebietsbezogener Immissionsschutz
Klonek, Ines
nn Bund/Länder, AG Analytik von Chrom(VI)
in Trinkwasser
nn LAWA, Expertenkreis Analytische Qualitätssicherung,
AG Silber-Analytik nach EU-WRRL

Leisering, Reinhard
nn Monitoring Expertengruppe Elemente und Nitrat
sowie andere anorganische Verbindungen
Louwers, Jacobus
nn ALTS, AG Mikrobiologie
Mielcarek, Anja

Kühne, Ulrich Dr.
nn ALTS, AG Fleisch und Fleischerzeugnisse
nn LAWA, Vertreter Berlins und Brandenburgs im Expertenkreis Analytische Qualitätssicherung, Vertreter der
LAWA im Sektorkomitee Chemie und Umwelt der
DAkkS
nn Flussgebietsgemeinschaft Elbe, Vertreter Berlins und
Brandenburgs in der AG Analytische Qualitätssicherung

Moritz, Thomas
nn ALS, AG Wein und Spirituosen
Müller, Jörg
nn DIN, AG NA 119-01-03-01-01 Probenahme

Kutzer, Peter Dr.
Niederland, Nils
nn DVG, Vorstand Fachgruppe AVID (Arbeitskreis für Veterinärmedizinische Infektionsdiagnostik)
Lagrange, Felix Dr.
nn ALTS, AG Fische und Fischerzeugnisse
Lahrz, Thomas
nn ALMA
nn AIR
nn AgBB
nn AK Lüftung aus Kommission Nachhaltiges Bauen und
Innenraumlufthygiene-Kommission des Umwelt­
bundesamtes
nn VDI/DIN, Kommission Reinhaltung der Luft AG
Planung von Innenraumuntersuchungen, Kommission
Reinhaltung der Luft AG Messung luftgetragener
Partikel
Latté, Klaus-Peter Dr.
nn Ausschuss Analytik der Homöopathischen Arzneibuch-Kommission
nn Gemeinsame Expertenkommission BVL / BfArM zur
Einstufung von Stoffen

nn DPhG, FG Arzneimittelkontrolle / pharmazeutische
Analytik
nn EDQM, Working Party General Methods of Analysis
nn NOKO, AG NEM
nn ZLG, Vertreter für Berlin, Brandenburg und Sachsen
in der EFG 08
nn ALS, AG Diätetische Lebensmittel, Ernährungs- und
Abgrenzungsfragen
Pieper, Susanne Dr.
nn BVL § 64 LFGB, AG Elementanalytik, UAG Elemente
in Schmuck
nn DIN, Arbeitsausschuss für Elemente und Verbindungen, Arbeitsausschuss Futtermittel
nn GDCh, AG Elemente und Elementspezies, AG Futtermittel, AG Nanomaterialien
nn VDLUFA, FG III Düngemitteluntersuchung, FG VI
Futtermitteluntersuchung, FG III Umwelt- und
Spurenanalytik
Pingel, Bernd
nn ALS, stellvertretender Vertreter für die Länder Berlin
und Brandenburg

87

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Anhang

Pollok-Schlichting, Dagmar Dr.
nn Treffen der Sachverständigen für Aromen und
Aromastoffanalytik

Schwarz, Katrin Dr.
nn DIN, AA Natürliche Lebensmittelzutaten, AG Bestrahlte Lebensmittel, AG Gewürze
nn Treffen der Biersachverständigen der Länder

Poppe, Frank Dr.
Sporrer, Annika
nn BVL § 64 LFGB, AG Aromastoffe-Analytik
Radtke, Norma

nn ALS, AG Kosmetik
nn DIN, NA 057-07-01 AA Kosmetische Mittel
nn NOKO, AG Bedarfsgegenstände und Kosmetikk

nn BVL § 64 LFGB, AG Backwaren, AG Ballaststoffe
Stephani, Annette Dr.
Reeck, Regina
nn VDI, AG Messen organischer Verbindungen, AG
Messen PAK in Außenluft
Richter, Thomas Dr.
nn § 28b GenTG (amtliche Methodensammlung)
nn Ausschuss Methodenentwicklung der BundLänder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik
nn Unterarbeitsgruppe Saatgutkonzept/Quantifizierung
Brandenburg
Ronczka, Stefanie Dr.
nn VDLUFA, FG VIII Umwelt- und Spurenanalytik
nn § 64 AG Pestizide
Schatz, Juliane Dr.
nn VDLUFA, FG VI Futtermitteluntersuchung,
AK PCR-Analytik

nn ALS, AG Bedarfsgegenstände
nn BVL § 64 LFGB, AG Bedarfsgegenstände
nn CEN, CEN/TC 347/WG 1 AG Metalle, Analyseverfahren
für Allergene
nn DIN, NA 057-04-01 AA Tabak und Tabakerzeugnisse
nn GDCh, AG Bedarfsgegenstände, AG Nanomaterialien
nn Monitoring Expertengruppe Bedarfsgegenstände
Thalheim, Sabine
nn Inspektorin für GLP -bundesweit (Gute Labor Praxis)
Voigt, Michael Dr.
nn Adhoc AG Ausgewählte Stoffe WRRL-Organozinnverbindungen
Warschewske, Guido
nn EPRA für Obst und Gemüse
Weißig, Julia

Scheibe, Dagmar
nn GDCh, AG Zusatzstoffe

nn ALTS, AG Milch und Micherzeugnisse
nn DLBK, Sachkenner im Fachausschuss 7 Speiseeis,
Honig, Puddinge/Desserts

Schilling, Christian Dr.
Werner, Gabriela
nn ALTS, stellvertretender Vertreter für die Länder Berlin
und Brandenburg

nn BVL § 64 LFGB, AG Süßungsmittel
nn DIN, AA Vitamine

Schulze, Christoph Dr.
nn AK für diagnostische Veterinärpathologie

88

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Anhang

Widell, Stephanie
nn GDCh, AG Lebensmittel auf Getreidebasis
Witt, Gabriele Dr.
nn EPRA für tierische Lebensmittel
nn GDCh, AG Pestizide
nn Monitoring Ausschuss (Vertretung)
nn NOKO, AG für Rückstände und Kontaminanten und
NRKP
Wittstatt, Ulrich Dr.
nn Berliner Tierärztliche Gesellschaft, Stellvertretender
Vorsitzender
nn BVL § 64 LFGB, AG Mikrobiologische Untersuchung
von kosmetischen Mitteln
nn Sitzung der Berliner Hygienereferenten
Zoost, Christiane
nn ALS, Vertreterin für die Länder Berlin und
Brandenburg
nn ALS, Vertreterin der BÜp-Expertengruppe
nn GDCh, LChG AG LM-Überwachung

89

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Anhang

Abkürzungsverzeichnis
AbwAG
AFS
AG
AgBB

Abwasserabgabengesetz
Atomic Fluorescence Spectrometry
Arbeitsgruppe
Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten
alpha-Hydroxysäure
Ausschuss für Innenraumrichtwerte
Aviäre Influenza A-Viren
Arbeitskreis
Staatliche Akkreditierungsstelle Hannover
Arbeitskreis der Ländermessstellen für
chemischen Arbeitsschutz
Arbeitskreis Lebensmittelchemischer
Sachverständiger der Länder und des BVL
Arbeitskreis auf dem Gebiet der Lebensmittelhygiene und Lebensmittel tierischer
Herkunft tätigen Sachverständigen
Arzneimittelgesetz
Arzneimitteluntersuchungsstelle
French Agency for Food, Environmental
and Occupational Health and Safety
Anatoxin-a
Allgemeine Verwaltungsvorschrift

DIN
DLBK
dl-PCB
DPhG
DVG

Deutsches Institut für Normung
Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission
dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle
Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft e.V.
Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.

EDQM

ESBL
EU

European Directorate for the Quality of
Medicines & Healthcare
European Food Safety Authority
Europäische Gemeinschaft
Ethylenglykolbutylether
Enterohämorrhagische Escherichia coli
Enzymimmunoassay
Enzyme Linked Immunosorbent Assay
Europäische Norm
Enteropathogene Escherichia coli
Expertengruppe für Pflanzenschutzmittel
– Rückstandsanalytik
Extended-Spectrum-Betalaktamasen
Europäische Union

FLI

Friedrich-Loeffler-Institut

Polybromierte Diphenylether
Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte
Bundesinstitut für Risikobewertung
Bovinen Herpesvirus 1
Bovine spongiforme Enzephalopathie
Bundesweiter Überwachungsplan
Bovinen Virusdiarrhöe Virus
Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit

GC
GDCh
GenTG
GVO

Gaschromatographie
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Gesetz zur Regelung der Gentechnik
Gentechnisch verändertere Organismen

HCC
HIV
HP
HPLC
HUS

Hepatitis contagiosa canis
Humaner Immundefizienz Virus
hochpathogen
Hochleistungsflüssigkeitschromatographie
hämolytisch-urämisches Syndrom

CAV-1
CAV-1
CEN
CEV
CEVD
CKW

Canine Adenovirus Typ 1
Canine Adenovirus Typ 2
Europäisches Komitee für Normung
Carp Edema Virus
Carp Edema Virus Disease
chlorierte Kohlenwasserstoffe

ICP
IfSG
IGRA
IMIS
ISO

Induktiv gekoppeltes Plasma
Infektionsschutzgesetz
Interferon-Gamma-Release Assay
Integriertes Mess- und Informationssystem
International Organization
for Standardization

DAkkS
DEGBE
DEGEE
DGE
DGHM

Deutsche Akkreditierungsstelle
Diethylenglykolbutylether
Diethylenglykolethylether
Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Deutsche Gesellschaft für Hygiene und
Mikrobiologie

KbE
KHVD
KKP

Koloniebildende Einheiten
Koi Herpesvirus-Infektion
Koordiniertes Kontrollprogramm der
Gemeinschaft

AHA
AIR
AIV
AK
AKS
ALMA
ALS
ALTS

AMG
AMU
ANSES
ATX
AVV
BDE
BfArM
BfR
BHV 1
BSE
BÜp
BVDV
BVL

EFSA
EG
EGE
EHEC
EIA
ELISA
EN
EPEC
EPRA

90

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Anhang

LAGA
LAGeSo
LAVES
LAVG
LAWA
LC
LELF

LFGB
LfU
LLBB
LUPE
LP
MdJEV

MLUL
MNKP
MRL
MRSA
MS
NAL

Länderarbeitsgemeinschaft Abfall
Landesamt für Gesundheit und Soziales
Berlin
Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Landesamt für Arbeit, Verbraucherschutz
und Gesundheit Brandenburg
Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser
Flüssigchromatographie
Landesamt für Ländliche Entwicklung,
Landwirtschaft und Flurneuordnung
Brandenburg
Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch
Landesamt für Umwelt Brandenburg
Landeslabor Berlin-Brandenburg
Länderuntersuchungsprogramme
low pathogen (geringe Pathogenität)
Ministerium der Justiz und für Europa und
Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Ministerium für Ländliche Entwicklung,
Umwelt und Landwirtschaft
Mehrjähriger nationaler Kontrollplan
Maximum residue limit / Rückstandshöchstmenge
Methicillinresistente S. aureus
Massenspektrometrie

PCR
PflSchG
PSM

Normenausschuss Lebensmittel und
landwirtschaftliche Produkte
Nahrungsergänzungsmittel
Norddeutsche Kooperation
Nationaler Rückstandskontrollplan
Nationales Referenzlabor
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
Polychlorierte Biphenyle
Polychlorierte Dibenzop-dioxine und
Dibenzofurane
Polymerase Kettenreaktion
Pflanzenschutzgesetz
Pflanzenschutzmittel

QMB

Qualitätsmanagementbeauftragter

RASFF
RKI

Rapid Alert System for Food and Feed
Robert Koch-Institut

NEM
NOKO
NRKP
NRL
PAK
PCB
PCDD/F

RL

Richtlinie

SPL
STD
STI
Stx

Schwerpunktlabor
Sexuell übertragbare Erkrankung
Sexuell übertragbare Infektion
Shigatoxin

TEQ
TSE

Toxitätsäquivalent
Transmissible spongiforme
Enzephalopathie
Summe der flüchtigen organischen
Verbindungen

TVOC

UPLC
UQN

Ultra performance liquid chromatography
Umweltqualitätsnormen

VDI
VDLUFA
VO
VOC
VTEC

Verein Deutscher Ingenieure
Verband Deutscher Landwirtschaftlicher
Untersuchungs- und Forschungsstellen
Verordnung
flüchtige organische Verbindungen
Verotoxin bildende Escherichia coli

WHG
WHO
WRRL

Wasserhaushaltsgesetz
Weltgesundheitsorganisation
Wasser Rahmen Richtlinie

ZLG

Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten

91

 INHALT

LLBB Jahresbericht 2017 Anhang

Impressum

Herausgeber:
Landeslabor Berlin-Brandenburg
Invalidenstraße 60
10557 Berlin
Telefon:
Fax:
E-Mail:
Internet:

030. 397 84 30
030. 397 84 667
poststelle@landeslaborbbb.de
www.landeslaborbbb.de

Koordination:
Dr. Mike Neumann, Dr. Cora Assmann
Schlussredaktion:
Dr. Cora Assmann, Dr. Mike Neumann
Redaktionsgruppe:
Christiane Zoost, Uta Harthun, Dr. Gabriele Witt, Peter Christa, Dr. Juliane Schatz, Dr. Andreas Kleeberg
Fachbeiträge:
Fachbereiche der Abteilungen I bis IV
Bildnachweis:
Landeslabor Berlin-Brandenburg
Satz und Layout:
pigurdesign, Potsdam

92
                            
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