Path:
Text

Full text: Zur Städtereinigungs-Frage / Schultz, August Wilhelm Ferdinand (Public Domain)

48 
Rugby, welches „etwas sandigen Boden” hat, der „auf thonigem Unter 
gründe aufliegt“. 1. c. p. 162. Man hat eine „tiefe und kostbare Tunnel- 
drainirung“ angelegt. Ibid. 
Wenn man zu diesen 13 Orten, welche das first report aufführt, noch 
hinzufügt, dass nach Wiebe 1. c. p. 176 Liverpool sandigen und nach Le- 
feld p. 10—12 Romford, Breton farm, leichten Boden mit Kiesuntergrund hat; 
so ergiebt sich, dass in England von 13 Orten 8, resp. von 15 Orten 10 so 
leichten Boden haben, wie er für Berlin behauptet worden ist; dass mithin, 
da dieser Berliner „leichte Sandboden“ für die Aufnahme grösserer Massen 
von Effluvien geeigneter gehalten wurde, als der präsumirte „schwerere eng 
lische Boden,“ mit dem Wegfalle dieser Präsumtion nur dann nicht von „blossen 
Schätzungen und Meinungen“ die Rede hätte sein können, wenn man, bei dem 
gänzlichen Mangel an eigenen Erfahrungen, zurückgegriffen hätte auf die in 
England gemachten Erfahrungen. Dass wir hier in Berlin selbst jetzt noch 
nicht von eigenen und abschliessenden Erfahrungen reden können, beweist die 
Vorlage 182, welche der hiesige Magistrat unterm 17. März 1880 den Stadt 
verordneten hat zugehen lassen bezüglich einer Verpachtung von Rieselland. 
Er will die Güter Osdorf und Friederikenhof nicht verpachten, um erst „die 
Erfahrungen darüber abzuwarten,“ wie sich „Ent- und Bewässerung ge 
stalten wird, wenn alle 3 Radialsysteme 1, 2 und 3 nach den genannten Gütern 
entwässern, 1. c. p. 203, und „bis sichere und längere Erfahrungen 
vorliegen und feste Grundsätze für das Berieselungsverfahren 
überhaupt gewonnen sind.“ 1. c. p. 204. 
Da es also selbst jetzt noch dem Magistrate von Berlin an Erfahrungen 
über Rieselfelder gebricht, die ihn über das Stadium „blosser Schätzungen und 
Meinungen“ hinweghelfen könnten, so wird es wohl keine zu gewagte Be 
hauptung sein, wenn man das Vorliegen geeigneter Erfahrungen hier in Berlin 
anno 1873 gänzlich bestreitet. Selbst der Ausspruch des Prof. Dr. Dünkel 
berg kann den Mangel eigener Erfahrungen nicht decken. Dr. Dünkelberg 
hat nach der angeführten Stelle des Generalberichtes erklärt, „dass bei uns 
für die Dauer etwa ein Dritttheil der in England erforderlichen Bodenfläche 
nöthig sei.“ Nach Heft 7 der Reinigung und Entwässerung Berlins p. 352 
erklärt Prof. Dr. Dünkelberlg, „dass zur eventuellen Bewältigung des sämmt- 
lichen Kanalwassers der Stadt Berlin mittels Ueberrieselung kaum ein Drittel 
der Fläche erforderlich sein wird, welche die Gegner der Ueberrieselung für 
diesen Zweck vorzusehon und als bei Berlin nicht zu beschaffen behaupten 
wollen. Es kann nicht auffallen, dass Dr. Dünkelberg und Baurath Hob 
recht über das zu verwendende Wasserquautum resp. über das für die gleiche 
Wassermasse erforderliche Land im Jahre 1870 71 entgegengesetzter Ansicht 
waren, indem ersterer die auf die damaligen Versuchsfelder gebrachten Kanal 
wassermengen „unbedeutende“ nennt 1. c. p. 349 —-, während der Andere 
behauptet, es sei das 8 bis 12fache derjenigen Wassermengen, „welche der 
rationelle englische Betrieb dem Boden gewährt,“ auf das Feld gebracht und 
dies der Grund der grösseren Eisbildung. 1. c. p. 321. Auffallen aber kann 
es, dass die beiden Sachverständigen zu anderen Zeiten entgegengesetzte
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.