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Full text: Zur Städtereinigungs-Frage / Schultz, August Wilhelm Ferdinand (Public Domain)

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daher nothig, um event. Einwendungen nach Möglichkeit Rechnung zu tragen, 
auf anderweite officielle Mittheilungen zurückzugreifen. Rach den Vorlagen 
de 1880 p. 203 sind an die Kanalisation zu Berlin angeschlossen, wie schon 
p. 2 angegeben worden ist, aus 
Radialsystem III. 3000 Häuser mit 106000 Einwohnern, 
„ II. 580 „ „ 29000 „ 
„ I. 230 „ „ 11500 
in Summa . . . 3810 Häuser mit 146500 Einwohnern. 
Nimmt man nun an, dass die Entwässerungsgebiete in diesen 3 Radial 
systemen sich proportional verhalten wie die Häuser- event. die Einwohner 
zahlen; so kommen von der gesammten 
Häuserzahl Einwohnerzahl 
0,787 0,724 
0,153 0,198 
0,060 0,078 
auf Radialsystem III. 
* . n. 
, * i. 
1,000 1,000 
woraus sich ergeben würde der Kostenautheil 
für Radialsystem III. 544628,397 501030,444 
„ „ II. 105880,743 137022,138 
„ „ I. 41521,860 53978,418 
in Summa . . . 692031,000 Mk. 692031,000 Mk. 
Aus diesen Grössen berechnen sich die Kosten pro Hectar und Jahr im Radial 
systeme III. zu 1397 Mk. resp. 1285 Mk. Dennoch verhalten sich die Kosten 
des Eiernur’sehen Systemes pro Hectar und Jahr gegen die der Schwemm 
kanalisation im Radialsysteme III., abgeleitet aus der Häuserzahl 0,32: 1 oder 
1 : 3,10 und aus der Einwohnerzahl 0,35 : 1 oder 1 : 2,85. 
Am günstigsten würde sich stellen für das Liernur’sche System die 
Berechnung aus der Einwohnerzahl, für welche die Anlagen in Amsterdam und 
Berlin hergerichtet sind. In Amsterdam haben 13861 Einwohner, nach den 
amtlichen Angaben des dortigen Magistrates, an Betriebskosten, nach den 
obigen Annahmen, aufzubringen im Jahre 10540 Mk., das macht pro Kopf und 
Jahr 0,76 Mk.; in Berlin haben 146500 Einwohner dagegen aufzubringen 
692031 Mk. im Jahre, wodurch pro Kopf und Jahr 4,72 Mk. erwachsen. Die 
Kosten des Liernur’schen Systemes verhalten sich demnach zu denen der 
Schwemmkanalisation wie 0,16 : 1, oder wie 1 : 6,2. 
Diese Berechnung soll indessen übergangen werden, weil die Einwohner 
zahl eines gegebenen Distriktes das variable, der Flächenraum aber das per 
manente Moment ist. Unzweifelhaft ergiebt sich aber aus den vorstehenden 
Berechnungen, dass die Communen, welche das Liernur’sche System be 
sitzen, selbst dann, wenn sie die Producte desselben „die Fäkalmassen der Zu 
kunft“ ganz unentgeldlich abgeben, ihren Konstituenten weit weniger 
Lasten aufzuerlegen haben, als diejenigen Communen, welche Schwemmkana 
lisation eingeführt haben, und das Product derselben, „das Kanalwasser der 
Zukunft“ (Generalbericht p. 40) mit seinem „landwirtschaftlich höheren
	        
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