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Full text: Die Stadtteilzeitung (Rights reserved) Issue185.2021 (Rights reserved)

Die Stadtteilzeitung SÜDW ESTP ASSA Prog GE ramm beilag KULT OUR 2./3 d e auf en Mi ttelsei .10.2021 ten Ihre Z eitung für Schöneberg - Friedenau - Steglit z Zeitung für bürgerschaftliches Engagement und Stadtteilkultur Ausgabe Nr. 185 - Oktober 2021 ▲ ▲ ▲ Hinhören www.stadtteilzeitung.nbhs.de Eine Hommage an einen der ältesten Berliner Wochenmärkte Vorschläge zur Berufung gesucht Wie klingt der Bezirk? Der Komponist und Klangkünstler Thomas Gerwin hat eine interaktive Landkarte mit Klanglandschaften und Original-Klängen ausgewählter Orte im Bezirk entwickelt. Jeder Ort hat seine ganz eigene und meist unverwechselbare Klanglichkeit, die von der Landschaft, der Architektur, vom Klima, von der Tier- und Pflanzenwelt und vor allem von den Menschen, die dort leben, abhängt. Die Idee, die diesem Projekt zu Grunde liegt, ist, diesen Reichtum der Alltagsklänge zu dokumentieren und künstlerisch in einem interaktiven Klangspiel zu präsentieren. Die Bezirks-Klang-Karte ist mit einem Bildschirm versehen, der eine Bezirkskarte zeigt und auf Berührungen reagiert. Mit dem Ertönen der jeweils kurzen Original-Ton-Komposition wird auch ein Bild vom jeweiligen Aufnahmeort des Klangs sichtbar. Sie wurde im Foyer der Bezirkszentralbibliothek (Götzstraße 8-12, 12099 Berlin) in Betrieb genommen. In dieser Ausgabe: S. 2 Die Geschichte der Familie Schwartz S. 3 Das Selfie-Museum in Prenzlberg S. 4 Mobile Stadtteilarbeit in Friedenau S. 4 Der Morgenstern ist zurück S. 5 Gaststättenkontrollen S. 6 Gedenkstein für Klaus- S. 7 Jürgen Rattay Der Golem - Geister, die ich rief S. 8 Freude am Tauschen S 10 Jugendseite Thema: Schülerfirma S 12 Markttage in Friedenau Sigrid Wiegand Marktbilder In meiner Schulzeit gab es immer Mädchen in der Klasse, die gut malen und zeichnen konnten. Ich gehörte nicht zu ihnen, meine Stärke waren die Sprachen, ich musste mir einiges über meine zeichnerischen Fähigkeiten anhören. Es gab aber ein Sujet, in dem auch ich punkten konnte: Wochenmärkte, Stände mit Obst, zu Pyramiden aufgetürmte rotgelbe Äpfel, Kisten mit Kartoffeln und Tomaten, riesige orangefarbene Kürbisse, Körbchen mit roten Erdbeeren, Marktfrauen mit Kopftüchern, alles schön bunt. Da hatte selbst meine ehrgeizige Mutter nichts an mir auszusetzen. Das Buch In dem Buch der edition Friedenauer Brücke kann man das alles finden, in dem Buch „Markttage in Friedenau“, das Evelyn Weissberg herausgegeben, aber nicht geschrieben hat - geschrieben haben es die Friedenauer, aufgefordert hat sie Evelyn Weissberg. In einem Postscriptum dankt sie „allen an diesem Buch Beteiligten, den Autoren, Künstlern und Marktleuten, Fotografen und Leihgebern ... ganz besonders herzlich für ihre Beiträge“. Fortsetzung Seite 5 Kontakt: Seniorenarbeit Tempelhof-Schöneberg Jana Weinholtz Telefon: (030) 90277-6506 /-8793 E-Mail an Frau Weinholtz jana.weinholtz@ba-ts.berlin.de ▲ Leserbriede und Antworten Gemälde von Birgit Schwesig, Markt im Gegenlicht, 2020 (Ausschnitt) Für die Dauer der kommenden Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung werden die Mitglieder der bezirklichen Seniorenvertretung neu berufen. In die Seniorenvertretung berufen werden können alle, die bis zum 18. März 2022 das 60. Lebensjahr vollendet haben und mit Hauptwohnsitz im Bezirk Tempelhof-Schöneberg gemeldet sind. Vorschläge können bis zum 12. Oktober 2021 eingereicht werden. Bezirksstadtrat für Bildung, Kultur und Soziales Matthias Steuckardt ruft die Bürger_innen auf, Berufungsvorschläge zu unterbreiten: "Bitte beteiligen Sie sich mit Ihren Vorschlägen zur Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg. Die Seniorenvertretung ist ein Mittler zwischen den älteren Menschen und dem Bezirksamt. Ihre Mitglieder setzen sich unabhängig und überparteilich für die Belange der älteren Generation und zum Wohle der Senioren in unserem Bezirk ein." Zwischen dem 14. und 18. März 2022 finden in allen Berliner Bezirken die Seniorenvertretungswahlen statt. Weitere Information zur Form und Frist der Berufungsvorschläge erhalten Sie bei der Seniorenarbeit Tempelhof-Schöneberg. ▲ Wahlergebnis in S. 2 Tempelhof-Schöneberg Seniorenvertretung Zwischenbilanz zu Corona in der BVV Dinge, die ich sicher weiß Von Ottmar Fischer Christine Bitterwolf In Pandemie-Zeiten muss auch verwaltungsseitig so manches anders laufen als gewohnt, denn neben dem Gesundheitsschutz für die Mitarbeitenden erfordert auch die personelle Verstärkung des Krisenstabs zur PandemieBekämpfung im Gegenzug so manche Einschränkung in denjenigen Abteilungen, die das benötigte Personal zur Verfügung stellen. Sogar die politische Kontrolle des Verwaltungshandelns durch Anfragen der Bezirksverordneten erfährt Beeinträchtigungen. Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion in Tempelhof-Schöneberg, Se- bastian Richter, hat in einer Pressemitteilung bekannt gemacht, dass er wegen seiner beiden seit zwei Monaten unbeantwortet gebliebenen Kleinen Anfragen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Gesundheitsstadtrat Schworck (SPD) eingereicht habe. Denn solche Anfragen müssen innerhalb von zwei Wochen beantwortet werden, und zwar auch dann, heißt es in der Pressemitteilung, „wenn die Antworten für das Bezirksamt unangenehm sein könnten.“ Dabei geht es in der einen Anfrage um ausgefallene Einschulungsuntersuchungen und die Folgen. Fortsetzung Seite 10 Schlosspark Theater-Premiere Dieses Schauspiel von Andrew Bovell, das seit 2018 an vielen deutschen und internationalen Theatern Erfolge gefeiert hat, läuft schon seit Anfang September im Schlosspark Theater. Das Stück handelt von einer Familie mit vier Kindern, die inzwischen alle erwachsen sind und ihr eigenes Leben führen, aber doch immer noch zusammengehören und für einander da sind. Oberhaupt der Familie ist die sehr dominante Mutter Fran, die jedem ihrer Kinder sofort ansieht, dass es Probleme hat und wie es sich fühlt, die aber auch sehr schnell Lösungsvorschläge für deren Probleme findet und erwartet, dass diese befolgt werden. Deshalb erzählen ihr die Kinder oft erst von ihren Angelegenheiten, wenn sie bereits ihre eigenen Entscheidungen getroffen haben, die die Mutter jedoch nicht immer akzeptieren will. Daneben steht der arbeitslose Vater Bob, der jedes Mal versucht, ausgleichend zu wirken und sich bemüht, die gereizten Gemüter zu beruhigen. Die Sorgen der Kinder sind aber auch sehr vielfältig. Rosie, die Jüngste, flüchtet nach dem unglücklichen Ende ihrer ersten großen Liebe wieder ins Elternhaus zurück. Fortsetzung Seite 10 Seite 2 Nr. 185 - Oktober 2021 Die Stadtteilzeitung Das Wahlergebnis in Tempelhof-Schöneberg ▲ ▲ ▲ Wir diskutieren mit unseren Leserinnen und Lesern zum Thema Gendern Leserbriefe und Antworten Sehr geehrter Wieland Posch, vielen Dank für Ihre Anregung, die Schwierigkeiten mit der gendersprachlichen Umsetzung von politischen Forderungen nach Gleichberechtigung im Geschlechterverhältnis auch in unserer Redaktion einmal zur Sprache zu bringen. Wie aus der unterschiedlichen Praxis in den Artikeln unserer Autoren ersichtlich, verzichten wir bewusst auf Vorgaben zu einer einheitlichen Sprachregelung aus dem gleichen Grund, den Sie in ihrem in unserer letzten Ausgabe veröffentlichten Leserbrief als Fazit Ihrer Überlegungen genannt haben. Wir vertrauen auf die Sensibilität unserer Autoren, von Fall zu Fall selbst zu entscheiden, ob der nicht behinderte Lesefluss oder der Hinweis auf Geschlechterparität im Vordergrund stehen soll. In dem von Ihnen angesprochenen Beispiel aus einem Artikel von mir, wo ich das Wort „Mannschaft“ gewählt hatte, und Sie lieber das Wort „Team“ eingesetzt hätten, kann ich Ihnen mitteilen, dass ich an dieser Stelle auch sorgenvoll innegehalten habe. Doch habe ich dann doch die Anwendung von „Team“ verworfen, weil dieser fremdsprachliche Ersatz nach meiner Überlegung die Kapitulation vor der übermäßigen Inanspruchnahme der eigenen Sprache durch Politik bedeutet hätte. So habe ich hier also aus demokratischem Trotz der politischen Korrektheitsforderung widersprochen. Ich sehe mich mit dieser Reserviertheit gegenüber politischer Indoktrination im Einklang mit der weitaus überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung, der die biologistische Sprachpolitik schlichtweg auf die Nerven geht. Viele Grüße von Ottmar Fischer Erzwungene Sprachdeformierung Maria Schinnen Als ehemalige Deutschlehrerin war es u. a. meine Aufgabe, den Unterschied zwischen grammatikalischem und natürlichem Geschlecht zu klären sowie Begriffe zu Oberbegriffen zusammenzufassen. Oberbegriffe dienen der Abgrenzung und Unterscheidung von bestimmten Gruppierungen. Gemeinsame Merkmale entscheiden darüber, ob ein Unterbegriff zu einer Gruppe gehört oder eben nicht. Im Deutschen ist es nun mal so, dass Oberbegriffe nach der männlichen Form gebildet werden (generisches Maskulinum). Diese Art der Wortbildung ist gewachsen und hat nichts mit dem natürlichen Geschlecht (Sexus) zu tun. „Lehrer“ ist ein solcher Oberbegriff und meint alle Personen, die eine Tätigkeit des Lehrens und Unterrichtens ausüben. Wir grenzen uns in der Schule von Schülern oder Eltern ab. Wenn wir Lehrer z.B. eine Konferenz hatten, gingen wir zur Lehrerkonferenz im Unterschied zu den Schüler-, Eltern-, Erzieherkonferenzen. Um eine geschlechtliche Interpretation ging es dabei gar nicht, sondern einzig und allein um die Klarstellung, welche Gruppierung gemeint ist. Wenn ich einen Kollegen vorstellte, sagte ich selbstverständlich „Wir sind Kollegen“ (nicht Kolleg*innen), obwohl ich eine Frau bin. Kolleg*innen wäre merkwürdig, da im mündlichen Gebrauch das Gendersternchen untergeht, wenn man flüssig spricht und das Wort nicht künstlich verfremdet. Plötzlich wird aus dem ursprünglich geschlechtsneutralen Oberbegriff „Kollegen“ die rein weibliche Form „Kolleginnen“. Das wäre ▲ Betr.: Gendern« Sehr geehrte Damen und Herren, wenn z.B. ein Politker bis vor gar nicht langer Zeit eine Rede mit den Worten begann: „Liebe Berliner ...", kam niemand - auch nicht die Frauen! - auf die ldee, dass er damit nur Männer meint. Im Schriftverkehr heißt es ohnehin seit jeher generell »Sehr geehrte Damen und Herren«. Dass Frauen die gleichen Rechte zustehen wie Männern ist - zumindest in unseren Breiten - unbestritten und per Gesetz geregelt. Wo dies dennoch nicht vollends Realität ist, wird keine einzige Frau durch die derzeit um sich greifende »Gendern« genannte Sprachverhunzung auch nur die geringste Verbesserung ihrer Situation erfahren. Ich sehe darin lediglich ein besonders krasses Beispiel, wie bestimmte Kreise für sich in Anspruch nehmen zu bestimmen, was korrekt ist und wie man (und frau) zu sprechen hat. Ich hatte gehofft, dass die Zeiten ideologischer Bevormundung ein für allemal der Vergangenheit angehören. Mit freundlichen Grüßen Manfred H., Friedenau sprachlich ebenso ungerecht. Und was heißt obendrein „Kolleg“? Die Abtrennung mit Genderstern an dieser Stelle ist sprachlich falsch, da „Kolleg“ etwas anderes als „Kollege“ oder „Kollegen“ bedeutet. Und ist es sprachlich eigentlich so viel gerechter, wenn vor dem Genderstern immer zuerst die Herren genannt werden und erst nach dem Genderstern die Wortendung für die Damen folgt? In der Not werden dann kuriose Alternativen im schlimmsten Amtsdeutsch kreiert. So werden die „Lehrer“ in den Mitteilungen der Berliner Senatsverwaltung nun zu „Lehrkräften“ oder „Lehrenden“. Nun können sie sich logischerweise auch nicht mehr im „Lehrerzimmer“ treffen, sondern müssen sich ins „Lehrkräftezimmer“ oder „Lehrendenzimmer“ begeben. Das tut doch weh! Daher finde ich es sehr sympathisch, dass dem Berliner Schulsenat, trotz seiner krampfhaften Bemühungen um eine gendergerechte Sprache, in seinen Mittelungen immer wieder ungegenderte Sätze unterlaufen, wie z.B.: „Quereinstieg in den Lehrerberuf: Eine Einstellung als Quereinsteiger ist möglich, wenn Bewerber mit einer Lehramtsbefähigung nicht zur Verfügung stehen.“ Will der Senat uns Frauen ausschließen? Sicher nicht! Nehmen wir`s doch unverkrampft und wittern nicht hinter jedem geschlechtsneutralen Oberbegriff eine Diskriminierung. Die Sprache soll doch einzig und allein der inhaltlichen Verständigung zwischen Gesprächspartnern dienen. Diese gelingt am besten, je klarer und kürzer sie ausfällt. Verkrampfte Wortungetüme und künstliche Abstraktionen sind nur eins: Lächerlich! Dennoch bin ich bereit dazuzulernen. Inzwischen benutze ich auch die Lehrerinnentoilette statt der früher üblichen Lehrertoilette. In der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek Neuer Informationsstand für Beratung zu Bildung & Beruf Die senatsgeförderte Beratungsstelle „Beratung zu Bildung und Beruf in Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg“ bietet Ihnen in der Bibliothek regelmäßig 1x pro Monat eine kostenfreie und unabhängige Beratung zu allen Fragen rund um Bildung und Beruf. Informationen vorab gibt es unter: https://www.goldnetz- berlin.org/beratung-bildung-beruf-berlin.htm. Eintritt: frei. Ohne Voranmeldung. Maskenpflicht. Termine:* 26.10., 30.11. und 28.12.2021, jeweils von 16:00 – 18:00 Uhr. Ort: Ingeborg-DrewitzBibliothek Steglitz-Zehlendorf, Grunewaldstr. 3, 12165 Berlin, Eingangsbereich (3.OG, barrierefrei), Information: Tel. [10]030 90299 – 2410 Impressum der Stadtteilzeitung Schöneberg Herausgeber: Redaktionsadresse: Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. Holsteinische Straße 30, 12161 Berlin www.nbhs.de Redaktion: Christine Bitterwolf, Ottmar Fischer, Elfie Hartmann, Rita Maikowski, Maria Schinnen, Christine Sugg, Thomas Thieme (V.i.S.d.P.), Sigrid Wiegand. Redaktionsschluss für Nov. 2021: 15.10.2021 Kontakt zur Redaktion: Zwischenergebnis. Ausgezählte Gebiete: 332 von 332 (0 ausbleibend), 27.09.2021, 07:27:59, Landeswahlleiterin Berlin. Spannung pur im Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg Von Ottmar Fischer Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Demokratie spannend ist. Sie hat trotz der meist trockenen Materie, die von der Politik zu bearbeiten ist, wegen der Vielzahl der Perspektiven, aus denen heraus die Politikfelder beurteilt werden, sogar echten Unterhaltungswert. Denn es handeln lebendige Menschen aus Fleisch und Blut. An Wahltagen wird dies besonders deutlich, denn in den Wahlergebnissen spiegelt sich gnadenlos wider, wie die Bevölkerung das Problemlösungsangebot der Parteien bewertet und verschont auch das politische Personal nicht. Besonders die Spitzenleute werden genaustens daraufhin in Augenschein genommen, ob sie Schwächen oder Stärken für ihre Eignung erkennen lassen. Der Wechsel in der Wählergunst für die Kanzlerkandidaten im Verlauf der Umfrageergebnisse der Monate vor der Wahlentscheidung spricht dazu eine deutliche Sprache. Auch bei den Berlin-Wahlen ging es spannend zu. Glaubten sich die Grünen zu Beginn der Stimmenauszählung noch als Sieger feiern zu können, wurden sie im Laufe des Abends schließlich doch noch von der SPD überholt. Die AfD halbierte ihren Stimmenanteil überraschend, und die sonstigen Parteien nahmen auch in dieser OASE im ALLTAG Wahl weiter zu. Besonders spannend ging es bei der Wahl der Bezirksverordneten in TempelhofSchöneberg zu. Hier gelangten die Grünen erst auf den letzten Metern der Stimmenauszählung mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,1 % der abgegebenen Stimmen auf Platz 1. Und das bedeutet, dass der amtierende Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) der amtierenden Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) den Posten streitig machen kann, obwohl beide Parteien mit 15 Verordneten gleichstark vertreten sein werden. Da mag es für die Sozialdemokraten im Bezirk vielleicht tröstlich sein, dass im Wettbewerb der Direktkandidaten für den Bundestag im Stimmbezirk TempelhofSchöneberg der ehemalige JusoVorsitzende Kevin Kühnert den Sieg davon getragen hat. Er setzte sich nicht nur gegen die bundesweit renommierte Renate Künast (Grüne) durch, sondern auch gegen den seit drei Wahlperioden ungeschlagenen Mandatsträger Dr. Jan-Marco Luczak (CDU), der gleichwohl über die Landesliste in den neuen Bundestag einziehen wird. So zeigt sich im politischen Leben noch schärfer als im Leben der Wahlbürger, dass niemand sicher sein kann, einen errungenen Posten dauerhaft zu behalten. Das eben ist der Wesenskern der Demokratie. Gelassenheit Schöneberger Kulturkalender: Thomas Hopskins Thieme (V.i.S.d.P.) Tel. 772 08 405 oder 0173 48 25 100 redaktion@stadtteilzeitung-schoeneberg.de www.stadtteilzeitung.nbhs.de Anzeigen / Kontakt: Thomas Thieme Holsteinische Str. 30, 12161 Berlin Tel. 86 87 02 76 79, Fax 86 87 02 76 72 thieme@stadtteilzeitung-schoeneberg.de Druck / Auflage BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH / 10.000 St. www.elljot.com Elfie Hartmann Nr. 185 - Oktober 2021 Seite 3 Die Stadtteilzeitung ▲ Die Schwartzsche Villa in Steglitz Die Geschichte der Familie Schwartz Von Elfie Hartmann Die Sanierung der Schwartzschen Villa und der Umbau zum Kulturhaus dauerte dreieinhalb Jahre. Unter der Federführung der Architekturwerkstatt Pitz Brenne wurde das Gebäude soweit möglich nach historischem Vorbild wiederhergestellt, gleichzeitig jedoch den neuen Nutzungsbedingungen und dem Raumbedarf angepasst. Wieder geöffnet wurde die Decke zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss, sodass der ursprüngliche Gedanke eines Lichthofs wieder umgesetzt werden konnte. Die unter Denkmalschutz stehenden Fassaden wurden weitestgehend wiederhergestellt, fehlende Teile nach historischen Vorbild ergänzt und hinzu kamen zwei erforderliche Bauteile: Ein Aufzug sowie ein Glasdach im Atelier im Dachgeschoss. Am 3. September 1995, genau 100 Jahre nach dem Baubeginn der Villa Schwartz, fand die feierliche Eröffnung des Kulturhauses „Schwartzsche Villa“ statt. Doch von Anfang an: Der Bankier im Kaiserreich Carl Albert Schwartz wurde am 23.8.1828 als fünftes und jüngstes Kind einer Berliner Kaufmannsfamilie geboren. Wie sein älterer Bruder trat er in das Bankgeschäft ein und machte rasch als Bankier Karriere. Nach einer Lehre trat er 1852 in das Privatbankhaus Robert Warschauer & Co. ein. Das Bankhaus wurde 1849 als Berliner Dépendance der Königsberger Bank Oppenheim und Warschauer gegründet und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer der wichtigsten Privatbanken in Berlin. Gemeinsam mit Eduard Veit leitete Carl Schwartz die Bank- und Börsengeschäfte des von Familie Warschauer und Oppenheim geführten Bankhauses. 1884 stieg er zum Teilhaber der Privatbank auf. Mit dieser Stellung einher ging ein wirtschaftlicher Aufstieg. Als Mitglied der Korporation der Berliner Kaufmannschaft wurde Carl Schwartz in den 1890er Jahren in das Ältestenkollegium der Korporation gewählt, dem die wichtigsten Vertreter der Berliner Wirtschafts- und Finanzwelt angehörten. Die Ältesten der Kaufmannschaft wirkten durch Gutachten und Stellungnahmen auf die Arbeit von Ministerien und Behörden sowie auf Gesetzesvorhaben ein. Zudem dienten ihre wöchentlichen Treffen der Vernetzung und dem Austausch, sodass die Ältesten stets über einen beträcht- lichen Informationsvorsprung verfügten. Gerade ohnehin erfolgreiche Unternehmer und Bankiers nutzten diesen Vorteil und vervielfachten ihren persönlichen Kapitalbesitz in der wirtschaftlichen Hochkonjunktur bis zum Ersten Weltkrieg um das vier- bis sechsfache. Auch Carl Schwartz besaß nach Schätzungen von 1913 ein Vermögen von 11 bis 12 Millionen Mark. Bei seiner Testamentseröffnung im Sommer 1915 wurde der Nachlasswert mit 7.700.000 Mark angegeben. Das preußische Dorf Steglitz Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts war Steglitz ein beliebter Ort für die Sommerfrische. Die verkehrsgünstige Lage an der Landstraße Berlin-Potsdam und an der Eisenbahnstrecke zwischen den beiden Residenzstädten machte das preußische Dorf für Ausflügler attraktiv. Ab den 1870er Jahren wurde es von den Berlinern angesichts stadtnaher und preisgünstiger Grundstücke sowie Steuervergünstigungen zunehmend als Wohnort entdeckt. Auf dem Grundstück in der Schloßstraße, Ecke Grunewaldstraße, wurde bereits zwischen 1866 und 1871 eine Sommervilla eröffnet: Nach seiner Hochzeit mit Lydia Hermanny ließ der Bankier Wilhelm Maurer (1834-1887) hier die „Villa Lydia“ bauen, die in den folgenden Jahren durch ein Stallgebäude, ein Gewächs- und ein Treibhaus sowie eine Gärtnerwohnung ergänzt wurde. Maurer vergrößerte das Grundstück durch Ankauf eines Teils des angrenzenden ehemaligen Obstgartens der Domäne Steglitz und legte einen prachtvollen Garten an. Nach seinem Tod verkaufte seine Witwe die Villa um 1890 an Carl Schwartz, bei dessen Tochter Gabriele sie 1871 als Taufzeugin fungiert hatte. Carl Schwartz, der seinen Hauptwohnsitz in der Bellevuestraße in Tiergarten hatte, folgte mit dem Kauf des Steglitzer Grundstückes einem Trend seiner Zeit: Für die Mitglieder der gehobenen Gesellschaft Berlins wurde es ein Muss, einen repräsentativen Wohnsitz in einer der entstehenden Villenkolonien zu besitzen. Die Familie Schwartz nutzte zunächst die bestehende Villa Lydia als Sommerwohnung. 1895 gab Schwartz den Bau einer Villa in Auftrag, die vermutlich nicht nur als Sommersitz, sondern auch als Altersruhesitz gedacht war. Als Architekten gewann der Bankier Christian Heidecke, (1837- 1925), der mit seinen edlen Wohnbauten am Tiergarten zu einem der beliebtesten Villenarchitekten des gehobenen Bürgertums geworden war. Christian Heidecke entwarf für Carl Schwartz zunächst eine Villa im klassizistischen Stil, die seinen Entwürfen für andere Villenbauten am Rande des Tiergartens ähnelte. Geplant war ein zweigeschossiges Gebäude mit einem schiefergedeckten Walmdach. Die stuckverzierten Fassaden waren zunächst eher schlicht gehalten. Noch vor Abschluss der Rohbauarbeiten wurden von Heidecke Planungsänderungen vorgenommen. Einer Nachtragszeichnung vom 25.3.1896 ist die Errichtung eines Wintergartens auf der Terrasse an der Nord-Ost-Ecke zu entnehmen. Über dem Eingangsbereich an der Südecke und über der Terrasse wurden Balkone angebaut. Eine starke Veränderung war zudem die Erhöhung des Treppenhauses durch einen turmartigen Aufsatz, der vom Dachgeschoss über eine einläufige Treppe erschlossen wurde. Auch die Verzierung der Außenflächen wurde jetzt in aufwändigerer Form ausgeführt. Das Privatleben der Familie Schwartz 1868 heiratete Carl Schwartz die 1841 in Danzig geborene Kaufmannstochter Maria Noetzel. Das Paar hatte vier Kinder: Charlotte (geb. 1870), Gabriele (geb.1871), Wolfgang (geb.1872) und Martin. (geb.1874) Mehrere Auszeichnungen dokumentieren das gesellschaftliche Ansehen von Carl Schwartz nach seinem Rückzug in das Privatleben im Jahr 1893: Neben dem Titel des Kommerzienrates, im Kaiserreich das Signum eines erfolgreichen Unternehmers, verlieh Wilhelm II. dem Bankier 1907 den Kronen-Orden Dritter Klasse. Ebenfalls überliefert sind Urkunden über die Verleihung einer Medaille anlässlich des 100sten Geburtstages von Wilhelm I. (1897) sowie einer Denkmünze aus Stahl in Anerkennung seiner Verdienste um die wilhelminische ChinaExpedition im Jahre 1902. Wie viele seiner namhaften Zeitgenossen war Schwartz zudem wohltätig aktiv. Über den Carl Schwartz Stiftungsfond setzte er sich für verarmte Kaufleute und deren Familien ein. Der Stiftungsfond war Teil der Friedrich Wilhelm-Viktoria-Stiftung, deren Zweck es war, „erwerbsunfähigen Kaufleuten, hilflosen Kaufmanns- Die Schwartzsche Villa witwen und erwerbsunfähigen Kaufmannstöchtern fortlaufende Unterstützung zu gewähren“. Zu diesem Zweck gründete die Stiftung 1882 in der Treptower Elsenstraße ein Asylhaus für unverschuldet verarmte Kaufleute und deren Angehörige, in dem bis zu 36 Personen Unterschlupf fanden. Gabriele Schwartz, die unverheiratete Tochter von Carl Schwartz, wurde in den Kreis der Ehrendamen des Asylhauses berufen und engagierte sich dort, indem sie die Bewohner in der Haushaltsführung und der Kontaktpflege unterstützte. In Steglitz setzte sich Carl Schwartz als Mitglied des Direktoriums des Friedrichstifts in der Birkbuschstraße 6 für arme Soldatenkinder und verarmte Kinder von Zivilpersonen jedweder Konfession ein. Auch dieses Engagement zum Schutz von Kindern hatte in der Wirtschaftselite des wilhelminischen Kaiserreiches Tradition. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist das „Haus Kinderschutz“ in Zehlendorf, das die Berliner Mäzene James Simon und Franz von Mendelssohn 1899 gründeten. Carl Schwartz starb am 17. April 1915 im Alter von 86 Jahren in Steglitz. Die Villa Schwartz, die er in den Jahren 1895-97 als Sommersitz erbauen ließ, vermachte er seiner unverheirateten Tochter Gabriele. Seine Tochter Charlotte erhielt laut Testament von 1908 ein Nießbrauchsrecht in der Villa. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges machte Charlotte von diesem Recht Gebrauch und zog 1919 mit ihrer Familie in die Villa. Die Villa wurde umfassend umgebaut, in zwei Etagen aufgeteilt. Im ehemaligen Hauptgeschoss wohnte fortan Gabriele mit ihrer Haushälterin. Im Obergeschoss lebte die Familie von Charlotte. Ein Indiz für die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage nach dem Krieg ist die Vermietung der Nebengebäude auf dem Grund- Klare Kante gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus! Foto: Elfie Hartmann stück der Villa Schwartz an Kleingewerbetreibende. Die Vermietung von Stall- und Wagenremise an Autoreparaturwerkstätten zeigt, dass die Familie auf zusätzliche Einnahmen angewiesen war. Zudem wird deutlich, dass schon längst kein großer Haushalt mehr geführt werden konnte und auf Pferd und Wagen oder Automobil verzichtet wurde. Die drei Schwartz-Kinder Charlotte, Gabriele und Wolfgang überlebten den Zweiten Weltkrieg nicht. Charlotte starb 1942, Gabriele und Wolfgang kamen in den letzten Kriegswochen 1945 ums Leben. Die unterschiedlichsten Nutzungen der Villa nach 1945 bis heute können in der umfangreichen und akribisch vom Archiv-Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf recherchierten und hier teilweise übernommenen, bebilderten Dauerausstellung im lichtdurchfluteten Obergeschoss weiter verfolgt werden. Die Schwartzsche Villa ist heute ein allseits bekannter und sehr beliebter Kulturort in Steglitz, in dem permanent unterschiedlichste Ausstellungen stattfinden sowie Lesungen, Podiumsdiskussionen oder auch überwiegend anspruchsvolle Musikdarbietungen. Dazu befindet sich im Untergeschoss eine von „Mosaik“ betriebene Restauration, die auch im Gartenbereich bei nahezu jedem Wetter gut besucht ist. Gern werden zusätzlich Bestellungen für offizielle Feste oder auch private Feierlichkeiten entgegengenommen. Bitte informieren Sie sich vor dem Ausstellungsbesuch über die notwendigen Anmelderegelungen über die Webseite. www.kultur-steglitzzehlendorf.de Tel. (030)90299 -2302 Schwartzsche Villa Grunewalstraße 55, 12165 Berlin Mo-So. 10-18 Uhr. Eintritt frei. SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg SPD Seite 4 ▲ ▲ Prenzlauer Berg - Ausflugstipp Foto: Elfie Hartmann Ein bisschen Spaß soll wohl noch gestattet sein: Im Selfie-Museum in Prenzlauer Berg geht es zum Beispiel nämlich herrlich unbeschwert und ausgesprochen fröhlich zu. Und nicht nur das freundliche Personal trägt dazu bei, dass Besucher voll auf ihre(Selfie-) Kosten kommen. „The-WOW!-GALLERY“ besteht zwar schon seit 2020, hat jedoch durch die Pandemie immense Einbußen erlitten. Der Lockdown hatte dem Museum leider massiv zugesetzt. Warum also gerade jetzt nicht mal in dieses originelle Museum gehen. Der Besucher betritt eine kleine kunterbunte Welt von schillernd und erfrischend jung anmutender, farbenfroher Gestaltung. Er kann außer selbst Spaß zu haben auch schnell Freude an und mit anderen Besuchern während der Selfie-Darstellungen oder gleich an der spontanen Entwicklung der Foto-Ideen teilhaben. Dies „passiert“ quasi nebenbei und situationsgebunden unwillkürlich, ist natürlich meistens gern gesehen und wird allseits sichtlich genossen. Lust auf kuriose Selfies á la carte? Mittels unterschiedlichster Hintergründe können optisch verblüffende Täuschungen gezaubert werden. Protagonisten sind die Besucher selbst. Im Konfettiregen stehen? Bitteschön. Ins Bälle-Bad fallen lassen und gänzlich „verschwinden“? Nur zu. Schier alles ist möglichst bunt und schrill in diesem interaktiven, dem so genannten SelfieMuseum. Sogar direkt vor der Wohnungsgesuch Hallo! Ich, seit April 2020 Personalleiterin in Berlin, suche bis spätestens Februar 2022 eine 3-Zimmerwohnung, gerne mit Balkon oder Garten, weil zeitweise Dackel Lilly zu Besuch kommt. Wegen der Pflege meines Vaters am Niederrhein kann ich leider nicht spontan zu Besichtigungen kommen und freue mich daher sehr über planbare Besichtigungstermine. Herzlichen Dank, Susanne Müller, Tel. 0151/54789471 Nachbarschaftsheim Schöneberg Gespräch mit Anwohnern auf dem Dürerplatz, moderiert vom NBHS, 2009 Mobile Stadtteilarbeit Das Selfie-Museum Von Elfie Hartmann Nr. 185 - Oktober 2021 Die Stadtteilzeitung Abendsonne, dem imaginären Sonnenuntergang am/im Meer, können sich die Besucher ablichten lassen. Das Wasser ist allerdings echt und kein Fake. Darauf wird extra per unübersehbar angebrachtem Warnschild vor dieser geschickt konstruierten Kulisse hingewiesen. Dies Museum, auch „Pop-upMuseum“ genannt, ist das erste seiner Art in Berlin. Ursprünglich aus den USA adaptiert, gibt es derartige Event-Räumlichkeiten allerdings bereits in verschiedensten Städten inner- und außerhalb Deutschlands. Treffend wäre ein derartiges Museum in Berlin vielleicht als froh - sinnig, im wahrsten Sinne des Wortes, sowie als schier unerschöpfliches und facettenreiches Paradies für Fotofreaks zu beschreiben. Selfie-Künstler dürfen sich hier voll ausleben und allein oder in Gruppen in die weitläufig angelegten Hintergrundkulissen für ihre privaten Fotoexperimente ausschwärmen. Die Lichtquellen in den verschiedenen Räumen sind allemal für Filmaufnahmen konzipiert, bzw. tauglich. Auch Profis kommen und kamen bereits auf ihre Kosten, wie das Personal mehrfach versicherte. Auf großzügig und geschickt aufgeteilten 1000 qm (er-)findet sich hier das neue Mekka für zahlreiche passionierte „Instagrammer“. Für sie ist das Konzept inzwischen öffentlich als „instagramtauglich“ eingeordnet bzw. bekannt gemacht. Über 30 interaktive Installationen ermöglichen das perfekte Foto und gelten bei den Insidern in Berlin als der neue „Social-Media-Playground“, und zwar breitgefächert erlebbar für: „Family & Friends“, so heißt es. Insgesamt sind in den verschiedenen Abteilungen einzigartige Fotoabenteuer eigenhändig zu kreieren. Und im Rahmen einfallsreicher Aktionen ist dann immer mal wieder der mehrmals beschrie- bene, so genannte „WOWEffekt“ zu erleben. So heißt es auch treffend durch angebrachte goldfarbene Lettern weithin sichtbar über dem Eingang: TheWOW!-Gallery. Filmschaffende und das Fernsehen sowie andere Medien bedienen sich hier vermehrt gerne. Im Grunde ist hier jedoch jeder selbst DER Star, und sei es auch nur mittels eines Fotoshootings innerhalb einer selbst gewählten Fantasiekulisse. Es sind allerdings Time-Slots (Zeitfenster) vorgegeben, damit es nicht zu überfüllt ist und jeder in Ruhe fotografieren kann. Es gibt vorzugsweise „Kids-Tickets“, oder auch „Early-BirdTickets.“ Aber auch erwachsene Besucher lassen sich den Spaß gerne einiges kosten. So kostet ein normales Erwachsenenticket für den Zeitraum von 90 Minuten z.B. ab 19 bzw. 29 Euro. Weiteres ist im Internet und auf den Webseiten zu erfahren sowie anschaulich auf YouTube Videos vorab zu genießen. https://thewowgallery.de/ Greifswalder Str. 81-84 10405 Berlin Tel. (030) 915 18 940 Öffnungszeiten: Freitag: 10-17.00 Samstag: 10-17.00 Sonntag: 10-17.00 (Mo./Di./Mi./Do. Vorübergehend noch geschlossen) Es ist empfehlenswert, sich vorher zu informieren, da weiterhin mit Einschränkungen betr. der erforderlichen PandemieMaßnahmen zu rechnen ist. Querflöten- Gitarrenunterricht von Musiklehrer alle Altersstufen, langjährige Erfahrung, Tel.: 84 41 17 88 Christine Bitterwolf Es gibt ein neues Projekt im Nachbarschaftsheim Schöneberg. Gerade jetzt, da nach den Einschränkungen durch die Pandemie das gesellschaftliche Leben wieder aktiviert wird, ist es wichtig, festzustellen, wo Kontakte abgebrochen, wo durch Hilfsbereitschaft in der Nachbarschaft evtl. neue Verbindungen entstanden sind und wie diese weiter gefördert werden können. Welche neuen Ideen sollten umgesetzt werden? Welche Bedürfnisse gibt es überhaupt in der Nachbarschaft? Diese Fragen und Probleme sollen durch die Teams der mobilen Stadtteilarbeit erkundet und gelöst werden. Der Europäische Sozialfonds stellt Mittel für 36 Projekte in ganz Berlin zur Verfügung. Die ersten 6 ausgewählten Konzepte starteten bereits Anfang August. Die Idee vom Nachbarschaftsheim Schöneberg ist gleich von Beginn an dabei. Es wurden extra zwei neue Mitarbeiterinnen eingestellt, die sich nun um die Gemeinschaft im Kiez und um die Vorbeugung gegen Einsamkeit kümmern werden. Sie sind Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin. Frau Miranda-Contreras und Frau Schneider haben ihre Büros direkt im Nachbarschaftsheim in der Holsteinischen Straße und in der Zweigstelle in der Cranachstraße. Sie werden jedoch überwiegend rausgehen, durch die Straßen laufen, sich auf die Plätze setzen oder auf Spielplätze gehen und überall das Gespräch mit den Nachbarn suchen. Sie sollen Gesprächspartnerinnen für alle sein. Dabei wollen sie feststellen, was sich verändert hat, in welchen Bereichen Handlungsbedarf ist, wo sie schnell helfen können oder wo langfristig etwas organisiert werden muss. Hier sind nun auch die Anwohner gefragt. Haben Sie Ideen, was Sie in Ihrem Kiez verändern möchten? Wissen Sie, wer immer alleine ist oder wer Unterstützung braucht? Weisen Sie darauf hin, wo Hilfe nötig ist oder bieten Sie Ihre eigenen Fähigkeiten an, um zu helfen. Jeder, der sich bisher immer nur geärgert hat, dass sich niemand um irgendetwas kümmert, dass „die da oben“ nur am Runden Tisch entscheiden, aber nicht wissen, was in Wirklichkeit los ist, und jeder, der sich mit den Nachbarn fachmännisch darüber unterhalten hat, was alles gemacht werden müsste, der kann damit jetzt zum mobilen Stadtteilteam gehen. Haben Sie Mut! Sprechen Sie die beiden engagierten Damen an! Dann können Ihre Probleme gelöst und Ihre Ideen umgesetzt werden. Am Montag, dem 4.10., werden Frau Miranda-Contreras und Frau Schneider von 10 -13 Uhr am Friedrich-Wilhelm-Platz sein, und am Mittwoch, dem 6.10., werden sie von 14-16,30 am Dürerplatz stehen und jeweils die Nachbarn nach ihren Ideen und Vorschlägen fragen. Weitere Termine werden auf der Web-Seite des Nachbarschaftsheims regelmäßig veröffentlicht. Die Ergebnisse aus dieser Frageaktion werden Anfang Dezember veröffentlicht. In den ersten Monaten werden die beiden freundlichen Damen intensiv den Kontakt zur Bevölkerung suchen und Vertrauen aufbauen. Danach werden sie Pläne entwickeln, Hilfe organisieren, Interessensgruppen aufbauen oder Aktivitäten gestalten. Je nach dem, was erforderlich ist. Das Projekt der mobilen Stadtteilarbeit wird bis Juni 2023 fortgeführt. Das ist ein weiter Zeitrahmen, in dem viel erreicht werden kann. Wünschen wir dem Nachbarschaftsheim und seinem neuen mobilen Team viel Erfolg dabei, das Zusammenleben in der Nachbarschaft positiv mit zu gestalten. Nr. 185 - Oktober 2021 ▲ ▲ Buchvorstellung Markt auf dem Breslauer Platz Foto: Thomas Thieme Markttage in Friedenau Fortsetzung von Seite 1: Aus diesen Geschichten hat sie ein ganz neues und spannendes Friedenaubuch komponiert. Und viele haben sich gemeldet, haben über ihre Friedenauzeiten berichtet und über ihre Besuche auf dem Friedenauer Wochenmarkt auf dem Breslauer Platz, der früher Lauterplatz hieß. Der Beginn Das Teltower Kreisblatt berichtete vor 140 Jahren, am 24. September 1881, dass in Friedenau jetzt an jedem Mittwoch und Sonnabend ein Wochenmarkt abgehalten werde. Somit ist unser Markt der älteste durchgängig betriebene Markt von ganz Berlin. Einer der ersten Friedenauer beschreibt, wie er Friedenau um und nach 1900 erlebt hat, als die Bauern aus Werder „ihre Pferdefuhrwerke in der Lauterstraße und auf einem dort gelegenen Gehöft aufgereiht hatten.“ Damit hat sich für mich endlich die Frage geklärt, wo die Pferde und Wagen während der Marktzeiten abgeblieben waren! Geklagt wurde allerdings über Straßensperren in der Nied- und Schmargendorfer Straße während der Marktzeiten. Ein weiteres Bild aus frühen Friedenauer Marktzeiten malt uns eine junge Hausfrau und Mutter in einem Brief aus dem Jahr 1899 an ihre Freundin von einer herrlichen Frühlingszeit in Friedenau und ihren Marktbesuchen mit ihrem kleinen Söhnchen Kurt, der allerhand Unfug treibt, wenn sie ihn nicht scharf im Auge behält. Das ist so lebendig geschildert, dass man glaubt, es mit zu erleben, wie er seine Karre in die Eierkörbe schiebt Seite 5 Die Stadtteilzeitung und einen großen Aufruhr verursacht. Manche Dinge ändern sich nie … Der Markt wächst Der Friedenauer Lokalanzeiger meldet für 1889 bereits mehr als 100 Verkäufer. Eine Liste von Marktpreisen von 1896 lässt auf den ersten Blick staunen (ein Pfund Sauerkohl 10 Pfennig!) Es gab Karpfen, Hirschfleisch und Rebhühner, was man heute wohl vergeblich auf unserem Markt sucht. Eine Frau hatte Pferde- als Rindfleisch verkauft und wurde mit Schimpf und Schande davongejagt. „Friedenau bei Berlin“ war einmal eine „bessere Gegend“. Der Einkommensunterschied zwischen damals und heute dürfte beträchtlich sein. Schutzmann Meyer sorgte für Ruhe und Ordnung, war allseits gefürchtet, wurde aber auch heimlich verspottet wegen seiner riesigen Statur. Insgeheim wurde überlegt, wohin einmal mit seiner „gewaltigen“ Hose, in die niemand sonst passen würde... Friedenau ein Dorf? Viele Friedenauer und Friedenauerinnen sind dem Ruf Evelyn Weissbergs gefolgt und haben ihre Markterlebnisse und Erinnerungen geschildert. Neben ihren Geschichten und offiziellen Bekanntmachungen finden wir auch viele Fotos aus verschiedenen Zeiten. Besonders gefällt mir das Kapitel „Historisches“, das noch einmal Fotos und Bilder bestimmter Friedenauer Ecken rund um den Markt im Verlauf von verschiedenen Jahrzehnten zeigt, die Veränderungen und das, was geblieben ist. Wie hat sich die Ecke Niedstraße am Markt verändert, was ist anders geworden? Irgendwann einmal wurde das Rathaus gebaut und taucht auf den Bildern auf, verändert sich im Laufe der Jahrzehnte, steht erst mit, dann ohne Säulen am Lauterplatz. Premiere Foto: Theater Morgenstern Der Morgenstern ist zurück Von Ottmar Fischer 1933 sieht man die ersten „BDMMädels“ an der Lauterstraße, und 1938, am Abend des 9. November, hatte sich dort ein Trupp Hitlerjugend mit einer Hakenkreuzfahne versammelt. Der Zeitgeist hatte sich auch in Friedenau ausgebreitet ... Fotostrecken von Marktleuten an ihren Ständen und Cafébesuchern in den Cafés rund um den Markt vermitteln die Stimmung an Markttagen auf dem Breslauer Platz. Das Buch gehört in jeden Friedenauer Bücherschrank und ist ein schönes Geschenk für alle Ex-Friedenauer und Freunde unseres Kiezes. Glück im Unglück hatte das Kindertheater Morgenstern insofern, als die im Zuge der Generalüberholung des Friedenauer Rathauses erfolgte Sanierung des denkmalgeschützten Festsaals im Hause als Spielort des Theaters ausgerechnet in die Zeit der Corona-Maßnahmen fiel. Da blieben die Theater ohnehin geschlossen, und die staatlichen Unterstützungen für das Überleben des Kulturbetriebs waren in dieser Zeit ohne Einkünfte unproblematisch zu erhalten. Dabei hatten die sich über eineinhalb Jahre hinziehenden Baumaßnahmen als besondere Herausforderung auch das Problem zu bewältigen, für Theaterbesucher unter Beachtung der Denkmalschutz-Auflagen den vom Brandschutz vorgeschriebenen zweiten Fluchtweg einzubauen. Markttage in Friedenau edition Friedenauer Brücke; 1. Edition (1. Juli 2021), 148 Seiten ISBN-10: 3981613066, 29,90 E Ende August war es dann soweit: Unter großer Anteilnahme von Theaterbegeisterten und von guten Wünschen der zahlreich erschienenen Prominenz aus der Bezirkspolitik begleitet, wurde mit dem Abschluss der Bauarbeiten auch die Wiedereröffnung des Theaters gefeiert. Am 18. September fand die Premiere des ersten Theaterstücks nach der Pandemie-Pause statt, und zwar unter strenger Beachtung der 3G-Regeln, wie der Berichterstatter selbst bezeugen kann. Denn ihm wurde an der doppelt besetzten Einlasskontrolle am Straßeneingang der Zutritt nicht erlaubt, weil er die zweite Bion Tech-Impfung nicht nachweisen konnte. Das Premierenstück „Geheimnis im Haus“ handelt von einem verlassenen Haus, das zum zufälligen Begegnungsort zweier Mädchen wird, die sich anhand der vorgefundenen Hinterlassenschaften mit der Frage auseinandersetzen, wie das Leben dort wohl ausgesehen haben mag, und warum es wohl verlassen worden ist. Wie stets in den vom Morgenstern aufgeführten Stücken, kommt es auch hier wieder zur Begegnung von Menschen, die zueinander Kontakt aufnehmen. Sie machen auch hier wieder mit der Suche nach Antworten auf gemeinsam gestellte Fragen die Erfahrung, dass es zwar unterschiedliche Erwartungen geben mag, dass daraus aber auch eine wechselseitige Bereicherung erwachsen kann. Es bereichert nicht nur den Fragenkatalog, sondern auch den Umfang der möglichen Antworten. Es ist sogar Freundschaft möglich, sofern die Fragesteller nicht glauben, die sich erst ergebenden Antworten bereits zu kennen, noch ehe die Erörterung stattgefunden hat. Pascale Senn Koch als Mitgründerin des Theaters zeigte sich sehr zufrieden mit dem Neustart: „Die Premiere vor vollem Haus war ein großer Erfolg. Wir sind überglücklich, nun in den frisch sanierten Theaterräumlichkeiten durchstarten zu können.“ Die nächsten Aufführungstermine sind der 12., 13., 14. Oktober, jeweils 11 Uhr. Weitere Informationen unter www.theater-morgenstern.de ite 6 Die Stadtteilzeitung ▲ Einsatz des Ordnungsamtes gemeinsam mit der Polizei Schöneberger Kulturkalender Sa 2.10.2021 ab 15 Uhr PRIMOBUCH, Herderstr. 24, 12163 Berlin-Steglitz Vernissage: Corona Blues - nein Danke Malerische Fotografie von Christine Pöttker. Literarisch-musikalische Untermalung: Cornelia Große. Die Ausstellung ist vom 4. bis 30.10. MoSa von 11-18 Uhr zu besichtigen. Die Künstlerin ist jeweils mittwochs und samstags von 15-18 Uhr anwesend. Einzelführungen nach Absprache. Eintritt: frei Foto: Pixbay Gaststättenkontrollen ergeben eine Vielzahl von schwereren Verstößen PM. Das Ordnungsamt Tempelhof-Schöneberg hat gemeinsam mit der Polizei sieben Gaststättenbetriebe im Bezirksteil Tempelhof in der Nacht vom 18. auf den 19. September 2021 verdachtsunabhängig überprüft. Hierbei lag neben den allgemeinen Gewerbekontrollen der Schwerpunkt bei der Kontrolle der "3G-Regel" in der Innengastronomie. Erneut stellten sich eine Reihe der vorgelegten Corona-TestBescheinigungen als Fälschungen heraus (der Bezirk berichtete bereits vor rund einem Monat davon). Insgesamt wurden 56 Personen angetroffen und kontrolliert. Dabei wurden 45 Verstöße im Hinblick auf die in Berlin geltende Infektionsschutzmaßnahmenverordnung festgestellt. Alle betroffenen 45 Personen wurden für diesen Abend aus den Gaststätten verwiesen. 6 Strafanzeigen wegen Urkundenfälschung mussten in die Wege geleitet werden. Die Gewerbetreibenden wurden auf die Verpflichtungen hingewiesen, sämtliche Gäste zu überprüfen, und bei Nichterbringen der Nachweise den Zutritt bzw. Aufenthalt zu verweigern. Weiter wurden zwei Gaststättenbetriebe wegen fehlender Schankerlaubnis und des illegalen Glücksspiels bzw. fehlender Gaststättenaufsicht amtlich versiegelt. Die illegal aufgestellten Glücksspielgeräte wurden behördlich beschlagnahmt und dem Landeskriminalamt übergeben. In Bezug auf den Jugendschutz wurden sechs Verstöße festgestellt (Aufenthalt nach 23:00 Uhr und Konsum von Tabakwaren), nach dem Nichtraucherschutz wurden acht Verstöße registriert (Zulassen des Zutritts und Aufenthalt von Minderjährigen). Die Verbundeinsätze des Ordnungsamtes und der Polizei Berlin finden kontinuierlich zu unterschiedlichsten Tageszeiten verdachtsunabhängig statt. Das Ordnungsamt allein überprüft davon unabhängig fortwährend Gewerbebetriebe auch im Hinblick auf die Corona-Regeln. Die Akzeptanz für die Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung des CoronaVirus nimmt merklich ab, sodass die Dienstkräfte des Ordnungsamtes und der Polizei vermehrt Widerständen ausgesetzt sind (sei es z.B. bei der Auskunftserteilung hinsichtlich der Personaldaten oder der Aushändigung persönlicher Gesundheitsdokumente, sowie ein starkes Anzweifeln der Sinnhaftigkeit der Auflagen bis hin zu Beleidigungen). Kontakt: Vivian Monteiro Copertino, Tel. (030) 85 99 51 364 ehrenamt@nbhs.de Ihre Buchhandlung in Friedenau am Friedrich-Wilhelm-Platz Bundesallee 77 - 12161 Berlin (030) 852 79 08 - www.thaer.de Sa 02.10.2021, 17.00 bis 22.00 Uhr Verschiedene Orte in Schöneberg Berliner FAMILIENNACHT 17:00 bis 19:00, Nachbarschaftsund Familienzentrum Kurmark, Kurmärkische Str. 13, 10783 Berlin: Bilderbuchkino im Dunkeln - Zwei für mich, ein für dich 17:00 bis 21:00, Regenbogenfamilienzentrum, Cheruskerstr. 22, 10829 B.: Socken-Einhörner und RegenbogenKuchen Für kleine Verpflegung ist gesorgt. Kosten: Keine. Bitte bringt Kleidung mit, die schmutzig werden darf. Anmeldung erforderlich, Tel. für Anmeldung: 03091901628, 17:00 bis 22:00, Kita Riemenschneiderweg, Riemenschneiderweg 13, 12157 Berlin Eine nachhaltige Nacht im Wald Eintritt frei. Anmeldung erforderlich, Tel. für Anmeldung: 85 99 51 322, 17:00 bis 22:00, Stadtbibliothek Tempelhof-Schöneberg, Hauptstr. 40, 10827 Berlin Gemeinsam auf nächtlicher Entdeckungstour Eintritt frei. Maximal 100 Teilnehmende dürfen sich zeitgleich in den Räumen der Bibliothek aufhalten. Anmeldung nicht erforderlich. Sa 02.10.2021, 19.00 bis 20.00 Uhr Apostel-Paulus-Kirche Schöneberg, Akazienstraße 18, 10823 Berlin Jazz zum Kürbisfest Wie im jedem Jahr spielt die Band "Fiftysomething" mit Superintendent Michael Raddatz Jazzmusik zum Kürbisfest. Sa 02., 15 bis 21 Uhr + So 03.10.2021, 13-19 Uhr Galerie-Café KommRum e.V., Schnackenburgstr. 4, 12159 Berlin Kleine Paradiese Bilderausstellung von Regina Pác anlässlich der Südwestpassage Friedenau, Programmpunkt 22. Die Künstlerin Regina Pác widmet sich in farbenfrohen Acrylbildern und Zeichnungen den besonderen Momenten des kleinen Glücks. Eintritt frei. Bitte beachten Sie die 3G-Regel. Ausstellungsdauer: Sa 02.10. – Di 30.11.2021, ab 5.10.: Di, Fr, Sa 14-18 Uhr; Mi, Do 14-20 Uhr. Eintritt frei Di 05.10.2021, 19.30 bis 21.00 Uhr Theater Strahl, Martin-Luther-Str. 77, 10825 Berlin Klasse Glück Das neue Masken-Beatbox-Theater. Schule fertig und was jetzt? Die Charaktere aus den erfolgreichen „Klasse“ Stücken werden flügge und machen einen letzten, gemeinsamen Trip. Die Freiheit ruft, ab zum Campen! Mit Mando, Vizeweltmeister, Europameister und mehrfacher deutscher Meister im Beatboxen. Eintritt: 6-16 Euro Mi 06.10.2021, 20.00 bis 22.00 Uhr Kleines Theater am Südwestkorso, Südwestkorso 64, 12161 Berlin Frauensache In FRAUENSACHE werden die aktuellen Diskussionen über Schwangerschaftsabbrüche und das Werbeverbot für diese mit dem gesellschaftlichen Vormarsch der Ideen und Standpunkte der Neuen Rechten verknüpft. Ein Stück von Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Regie: Karin Bares. Mit: Harriet Kracht, Frederike Schinzler, Dagmar Poppy, Lisa Julie Rauen, Marion Elskis, Hannah Prasse. Eintritt: 15/20 Euro. Do 07.10.2021, 20.00 bis 22.00 Uhr Scheinbar Varieté, Monumentenstraße 9, 10829 Berlin Andrew Bulkeley Auf der Bühne erzählt der sympatische zweifache Vater über die Kämpfe gegen seinen grössten Gegner – die Berliner, seine Familie und den deutschen Alltag. Eintritt 9 Euro. Auch am 8. und 9.10.2021, Eintritt 11 Euro Fr 08.10.2021, 19 bis 20:30 Uhr Nachbarschaftshaus Friedenau, Holsteinische Str. 30, 12161 Berlin Sonjas Tagebuch Sonja aus Berlin fand nach vierjähriger Flucht vor nationalsozialistischer Verfolgung zusammen mit 73 anderen jüdischen Kindern Rettung in der Villa Emma in Italien. In ihrem Tagebuch dokumentiert sie ihre lange Reise durch Europa bis nach Palästina und den Schmerz über den Verlust ihrer Familie. Eine musikalische Lesung mit Stella Maria Adorf, Assaf Fleischmann (Klavier) und Tal Koch (Gesang/ Komposition). Einführung: Klaus Voigt, Historiker. Eintritt frei, Spende willkommen. Bitte anmelden unter kultur-cafe@nbhs.de, Sie erhalten danach eine Anmeldebestätigung. Sa 09.10.2021, 20.00 bis 22.00 Uhr Zimmertheater Steglitz, Bornstr. 17, 12163 Berlin Die eine Rose überwältigt alles Hommage an Eva Strittmatter Musikalische Lesung mit dem „K.A.M.-Lit-Team“ Ingolf Alwert und Ute Knorr, ehemalige Mitglieder der professionell ausgebildeten Rezitatorengruppe des ‚Berliner Lehrerensembles’ stellen in dem Programm Texte der Dichterin vor, die durch musikalische Beiträge des Pianisten und Korrepetitoren der Staatlichen Ballettschule Berlin Dirk Morgenstern bereichert werden. Einige Texte wurden vertont (Gerhard Stahlbaum, Paul Dessau, Dirk Morgenstern) und werden auch gesungen. Eintritt: 16 Euro. Sa 9.10.2021 um 19 Uhr PRIMOBUCH, Herderstr. 24, 12163 Berlin-Steglitz Autorenlesungen Es lesen: Heidi Ramlow: Wo der Hund begraben ist (Brandenburger Literaturpreis 2021) und Comsha Stein: Feuertaufe, ein schamanistischer Kriminalfall - Moderation: Bernd Kebelmann. Das Projekt wird gefördert durch den Deutschen Literaturfonds e.V. Eintritt: frei Begrenzte Plätze - Nur mit Reservierung möglich! Mi 13.10.2021 um 19 U PRIMOBUCH, Herders 12163 Berlin-Steglitz Krimilesung Jenna Theiss liest aus Ischl-Krimi Kaiserjagd Begrenzte Plätze - Nu Reservierung möglich Mi 13. + Do 14.10.202 Scheinbar Varieté, Monumentenstraße 9 Cloozy Cloozy: Kabarett - nur Modern, bissig und vo So 24.10.2021, 18.00 bis Apostel-Paulus-Kirche „Lebensmelod Melodien aus Sie sind herzlich eingelad jüdische Melodien nach ü gespielt, die die Verfolgte Leben und Tod begleitet h Nimrod-Ensemble (Christ Shalom, Klarinette) mit O Michael Cohen-Weissert, Udo Samel zeigt die Lebe Zeit von 1933 bis 1945 ko Bitte beachten Sie: Dieses genesen sind (2G-Regel). „Lebensmelodien“ sind M aus der Verfolgungszeit vo Todesangst, den Lebensd den in Archiven wiederen verbunden, die aus der To Di 12.10.2021, 20.00 bis 22.00 Uhr Kleines Theater am Südwestkorso, Südwestkorso 64, 12161 Berlin Törless Nach der Erzählung von Robert Musil. Wie in einer Keimzelle ist in der Geschichte des Internatszöglings Törless die spätere gesellschaftliche Entwicklung zum Faschismus schon zu ahnen. „Ein Buch, das bleiben wird.“ urteilte schon der berühmte Kritiker Alfred Kerr 1906 über Robert Musils Erzählung DIE VERWIRRUNGEN DES ZÖGLINGS TÖRLESS. Und tatsächlich ist die Erzählung auch mehr als hundert Jahre nach ihrer Erscheinung nicht nur vielgelesen, sondern auch immer wieder für die Bühne und den Film bearbeitet worden – am spektakulärsten wohl von Volker Schlöndorff für sein Filmdebut DER JUNGE TÖRLESS 1965. Verwirrt wird der junge Törless durch seine Erlebnisse in einem Militär-Internat. Zu Beginn steht ein Diebstahl: Basini hat aus finanzieller Not seinen Mitschülern kleine Geldsummen gestohlen. Aber anstatt dieses Verbrechen anzuzeigen, beschließen die Mitschüler, sich Basini zu ihrem Sklaven zu machen. Von den Lehrern unbemerkt entsteht eine Parallelwelt voller Geheimnisse zwischen den vier beteiligten Schülern. Und während sich die psychischen und physischen Erniedrigungen Basinis steigern, wird auch der anfänglich nur beobachtende Törless immer mehr in das Geschehen einbezogen … Buch und Regie: Boris von Poser. Ausstattung: Stefan Bleidorn. Mit: Fabian Oehl, Justus Verdenhalven, Marco Litta, Anthony Paul. Eintritt: 15/20 Euro Im Dialog mit dem Pu mit Ihren Pointen pro Themen der moderne sich die Aufregung wi es zum Abschluss ein Meditation. Eintritt 9 E Fr 15.10.2021, 20.00 b Kleines Theater am Sü Südwestkorso 64, 121 Leonard Cohen – W Eine musikalisch-poet Songs und Texten von Cohen. Als Leonard Cohen se Pressekonferenz vor s teilte er der Öffentlich gedenke nicht zu ster kann man sagen, es is gen. Zumindest in sei Musik. Jedes Wort, da Leben und Tod äußer stens einen doppelten vielen seiner Songs. D Nachdenken über Gla Religionen und auch d daran haben Cohen n Kunst, Sprache, Liebe Sex, Macht und Mach diese Motive kommen Er war ein ewig Suche dies auf unvergleichlic seinen Texten verarbe über seine unsterblich heute begleiten. Buch und Regie: Math Musikalische Leitung: Vogel, Kevin Ryan. Mi Kerepezky, Noëlle Ha von Winterfeld, Barba Eintritt: 15/20 Euro Seite ung Nr. 182 - Juni 2021 Sa 16.10.2021, 19.00 Uhr PRIMOBUCH, Herderstr. 24, 12163 Berlin-Steglitz Ich sing mein Lebenslied Ich sing mein Lebenslied - Ein literarisch-musikalischer Abend mit jiddischer Musik und Texten von Johannes Bobrowski (1917-1965) mit Angelika Hykel (Klarinette) und Ulrich Kasparick (Klavier) Eintritt frei. Spenden erbeten. Begrenzte Plätze Nur mit Reservierung möglich! Fr 22.10.2021, 20.00 bis 22.00 Uhr Zimmertheater Steglitz, Bornstr. 17, 12163 Berlin Damit ich nicht vergeß´ st aus ihrem dritten zu erzählen erjagd. Eintritt frei Jiddische Lieder und Anekdoten, e - Nur mit gesungen und erzählt von HELUS möglich! HERCYGIER und am Piano begleitet von ALEXANDRA GOTTHARDT 10.2021, 20 bis 22 Uhr Ein Querschnitt durch die jiddische té, Liedtradition mit vielen jiddischen raße 9, 10829 Berlin Geschichten und Anekdoten. Humorvolles und Ernstes liegen in tt - nur lustiger! diesem Programm nah beieinander. und vor allem lustig! Helus Hercygier, geb. 1951 in Berlin Wilmersdorf. Er lernte Klavier und 00 bis 20.00 Uhr stieg später auf Gitarre um. Kirche Schöneberg, Akazienstraße 18, 10823 Berlin Er war viele Jahre beim Berliner Brettl im Bereich Kleinkunst und Kabarett aktiv. Um 1970 war er Mitbegründer des legendären TIK (Theater in Kreuzberg), das mit seingeladen, an diesem besonderen Abend dabei zu sein, wenn nem engagierten Theaterprogramm nach über 75 Jahren wieder erklingen. Es werden Melodien in Berlin wesentliche Impulse gab. rfolgten damals in den unmenschlichsten Situationen zwischen Neben der Theaterarbeit widmete leitet haben. Künstlerinnen und Künstler: sich Helus Hercygier mehr und mehr (Christophe Horak, Violine; Francesca Zappa, Viola; Nur Ben jiddischen Liedern, wobei er auf mit Oscar Bohórquez, Violine; Claudio Bohórquez, Violoncello; Liedtraditionen von zu Hause zurückissert, Klavier und Kantor Isidoro Abramowicz, Gesang greifen konnte. e Lebenskontexte der Personen auf, die diese Melodien in der Alexandra Gotthardt, geb. 1969 in 1945 komponiert und musiziert haben. Bad Homburg. 1984 Organistin in Dieses Konzert ist offen für alle, die nachweislich geimpft oder der heimischen Kirche. 1986 bis zum Regel). Abitur 1988 Klavierstudium am sind Melodien des Überlebens von jüdischen Komponist*innen Konservatorium in Frankfurt/Main. szeit von 1933 bis 1945. Wer diese Melodien hört, spürt die 1988 bis 1990 Studium der bensdurst und die Frage: „Wo ist Gott?“ Diese Melodien wur- Musikwissenschaft und Klavier in ederentdeckt und mit den Lebensgeschichten der Menschen Freiburg/Breisgau. Meisterkurse für der Todeszone heraus Musik komponierten. Klavier zu vier Händen. Seit 1991 in Berlin und Mutter von 3 Kindern. em Publikum zielt sie Sa 16.10.2021, 20.00 bis 22.00 Uhr Seit 2000 Zusammenarbeit mit Helus en provokant auf Zimmertheater Steglitz, Bornstr. 17, Hercygier. Tucholsky / Eisler, odernen Welt. Damit 12163 Berlin Jiddische Lieder und ein Swingung wieder legt, gibt Shalom Haverim (Klezmer Band) Programm. Eintritt: 16 Euro uss eine Berliner Klezmer-Melodien, Spaß und gute tritt 9 Euro. Laune! Quartett SHALOM HAVERIM Sa 23.10.2021, 19 bis 20:30 Uhr ("Frieden Euch, Freunde", jiddisch) Nachbarschaftshaus Friedenau, 0.00 bis 22.00 Uhr spielt Klezmer, Musik Ost-EuropäiHolsteinische Str. 30, 12161 Berlin am Südwestkorso, scher Juden vom 19. und 20. JahrWeggehen - Ankommen 64, 12161 Berlin hundert, und auch Melodien aus verwandelnd Erhalten n – We Take Berlin Israel. Bei Auftritten werden auch Das Yarok-Ensemble (T. Koch: h-poetische Reise mit jüdische Witze und "wahre" GeKomposition/Gesang, I. Bukelmann: en von Leonard schichten aus jüdischem Leben in Gitarre, R. Landzbaum: Oboe, I. Odessa erzählt. Vladimir Dzampajev Aselmeier: Rezitation) lädt ein. hen seine letzte – Bass, Vadim Borovinski – Gitarre, Eigenkompositionen und erstmalig z vor seinem Tod gab, Noga Bruckstein - Geige & Gesang, aus dem Hebräischen übersetzte entlichkeit mit: Er Igor Sverdlov - Arrangements, Gedichte bedeutender israelischer zu sterben. Bis jetzt Klarinette. Eintritt: 16 Euro. Dichter/-innen, denen Deutschland n, es ist ihm gelundie Heimat verweigerte. Sie sprechen in seiner Poesie und Mi 20. +Do 21.10.2021, 20 bis 22 Uhr zu uns von Einsamkeit, Natur und ort, das Cohen zu Scheinbar Varieté, Liebe. äußert, hat mindeMonumentenstraße 9, 10829 Berlin Bitte anmelden unter kulturppelten Boden, wie in Adam Weiss cafe@nbhs.de, Sie erhalten danach ongs. Das Adam Weiss vermischt die Methoden eine Anmeldebestätigung. ber Glauben und die der Hellseher und Wahrsager mit auch das Zweifeln den Techniken der Gaukler und Zau- So 24.10.2021, 14.30 bis 16.30 Uhr ohen nie losgelassen. berer. Auf der Bühne kreiert er eine Natur-Park Schöneberger Liebe, Krieg, Frauen, einzigartige Form der Unterhaltung, Südgelände, S-Priesterweg, Machtlosigkeit: all in der die Gedankenwelt der Südausgang ommen bei ihm vor. Zuschauer im Mittelpunkt steht, und Natur am Zug Suchender und hat die Grenze dessen, was möglich und Naturkundliche Entdeckung zwischen leichliche Weise in unmöglich zu sein scheint, zu verden Gleisen im Natur-Park erarbeitet, die uns schwimmen beginnt. Eintritt 9 Euro. Schöneberger Südgelände erblichen Songs bis In der Natur haben auch für uns . Fr 22.10.2021, 19.00 Uhr unauffällige Dinge ihre Bedeutung. e: Mathias Schönsee. PRIMOBUCH, Herderstr. 24, Eingebettet in Eisenbahn-Geschichte eitung: Maike Rosa 12163 Berlin-Steglitz und Kunst, bieten sie im Natur-Park an. Mit: Christian Unser ungelebtes Leben spannende Einsichten und öffnen ëlle Haeseling, Saskia Briefe an Mary uns den Blick auf ein großes Ganzes. Barbara Felsenstein. Manfred Eisner liest Passagen des Ein Sonntagsspaziergang unter sachuro Briefwechsels und Gedichte von Kurt kundiger Führung. Tucholsky mit Peter André Rodekuhr Preis: 7,50 (zzgl. 1,00 Parkeintritt (Klavier und Gesang). Eintritt frei. bzw. Jahreskarte, bis 13 Jahre frei) Spenden erbeten. Begrenzte Plätze Nur mit Reservierung möglich! elodien“ - Jüdische Werke und aus der Zeit von 1933 bis 1945 So 24.10.2021, 19.30 bis 21.30 Uhr Schwartzsche Villa, Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin, Großer Salon Transatlantic Tapes Anfang des 20. Jahrhunderts reiste das Akkordeon mit den italienischen und deutschen Einwanderern über den Atlantik und entwickelte sich zum dominierenden Folklore-Instrument auf beiden Seiten des Ozeans – im Norden wie auch im Süden. Längst hat das Akkordeon seinen Platz in der zeitgenössischen Musik gefunden und viele Komponist*innen lernten seine vielfältigen Möglichkeiten zu schätzen. Um den eurozentrischen Horizont seines Repertoires zu bereichern, soll das Instrument wieder in seine transatlantische Perspektive gebracht werden. Werke für Akkordeon mit und ohne Elektronik von Carlos Hidalgo, Gregory Lee Newsome, Edoardo Micheli, Juan de Dios Magdaleno, Michael Quell. Olivia Steimel – Akkordeon | Edoardo Micheli – Elektronik. Eintritt: 10 /7 Euro). Karten/Infos: edoardo.micheli@gmail.com Sa 30.10.2021, 19.00 bis 21.00 Uhr Schwartzsche Villa, Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin, Großer Salon Wie Diogenes im Fass – Tod oder Ausgang? Komponistinnen im Exil In ihrem neuen Konzertprogramm stellen die Saxophonistin Kathrin von Kieseritzky und die Pianistin Luisa Splett Werke von Komponistinnen vor, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung ins innere oder äußere Exil getrieben wurden. Wie wirkt sich die Wanderschaft zwischen verschiedenen musikalischen Welten auf der Suche nach der eigenen künstlerisch-musikalischen Identität aus? Inwieweit macht die Einsamkeit des Exils den künstlerischen Prozess frei und ungezwungen? Welche Chancen für neue Inspiration bieten die Nöte des Exils? Werke von Vítezslava Kaprálová, Ruth Schönthal, Sofia Gubaidulina, Galina Ustwolskaja u.a. Kathrin von Kieseritzky – Saxophone | Luisa Splett – Klavier. Eintritt: 12 / 10 Euro. Karten/Infos: kathrin@kieseritzky.net So 31.10.2021, 16.00 bis 17.30 Uhr Theater Morgenstern, Rheinstr. 1, 12159 Berlin Die große Wörterfabrik Poetisches Theaterstück nach dem Bilderbuch von Agnès de Lestrade und Valeria Docampo fast ganz ohne gesprochene Sprache. Willkommen im Land der großen Wörterfabrik. Es ist dies ein sonderbares Land. Denn in diesem Land muss man Wörter kaufen und sie schlucken, wenn man sprechen will. Schöne Wörter sind sehr teuer, so dass sich nicht alle Menschen sie leisten können. Die Menschen, welche nicht so viel Geld haben, müssen sehr gut überlegen, was sie sagen möchten. Sie müssen mit wenigen Worten auskommen. Und mit diesen wenigen Worten müssen sie alles das ausdrücken, das sie gerne mitteilen möchten. Eintritt: 5-10 Euro ▲ m 19 Uhr Herderstr. 24, eglitz Oktober 2021 Foto: BA Tempelhof-Schöneberg Neuer Gedenkstein für Klaus-Jürgen Rattay verlegt Heute wurde an der Potsdamer Straße 127 in Schöneberg der neue Gedenkstein für Klaus-Jürgen Rattay eingeweiht. Der Stein erinnert an Klaus-Jürgen Rattay, der heute vor 40 Jahren bei einer Hausbesetzer-Demonstration ums Leben kam. Er wurde damals mit anderen Demonstrant_innen bei einem Polizeieinsatz an der Kreuzung Bülowstraße Ecke Potsdamer Straße auf die Straße gedrängt und dabei von einem Bus erfasst, 30 Meter mitgeschleift und tödlich verletzt. Es gab keine ausreichenden Absperrungen des Verkehrs. An der Stelle, wo der Bus zum Stehen kam, war bis Herbst 2017 eine Gedenktafel, die an Klaus-Jürgen Rattay erinnerte. Sie wurde bei Kabelarbeiten entfernt und weil der Beton zerbrochen war nicht wiedereingesetzt. Bereits im Dezember 2017 hat die Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg be- schlossen, die Gedenktafel für Klaus-Jürgen Rattay zu ersetzen. "Dem Bezirk ist es wichtig, einen öffentlichen Gedenkort für Klaus-Jürgen Rattay zu erhalten und an die Ereignisse vor 40 Jahren zu erinnern. Die Hausbesetzerbewegung ist ein Teil der Schöneberger Geschichte. Ohne sie wären viele Häuser im alten West-Berlin Spekulationen zum Opfer gefallen und abgerissen worden. Mit der Legung des neuen Gedenksteins erinnern wir an den Tod von Klaus-Jürgen Rattay und halten Geschichte wach," erklärt dazu Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler. Der neue Gedenkstein ist aus Eisenguss und wurde von den Künstler_innen Susanne Roewer und Gerhard Haug gefertigt. Er trägt die Inschrift Klaus-Jürgen Rattay 22.9.81 und ähnelt dem früheren Gedenkstein, ist aber aus stabilerem Material. CORONA SPENDENAUFRUF Die Spielsaison 2019/20 musste vorzeitig beendet werden. Durch die Corona-bedingte eingeschränkte Platzanzahl entstanden erhebliche wirtschaftliche Verluste. Als Theater ohne staatliche Förderung traf uns die Schließung hart. Aufgrund des erneuten wiederholten Lockdowns sind wir auch weiterhin auf Ihre Hilfe angewiesen. Wir würden uns daher über den Kauf von Ticket-Gutscheinen unter https://helfen.berlin/, bzw. eine Spende sehr freuen. Jeder noch so kleine Betrag hilft, die laufenden Fixkosten (Miete, Strom, Versicherungen etc.) wenigstens teilweise zu decken und somit den Fortbestand des Theaters zu sichern: ZIMMERTHEATER STEGLITZ – THEATER DER KLEINKUNST E. V. POSTBANK - IBAN: DE68 1001 0010 0095 4641 09 - BIC (SWIFT): PBNKDEFF Als eingetragener gemeinnütziger Theaterverein können wir Ihnen auf Wunsch eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung ausstellen. Bitte setzen Sie sich hierfür mit uns in Verbindung, vielen Dank! Kontakt: info@zimmertheater-steglitz.de Seite 8 Nr. 185 - Oktober 2021 Die Stadtteilzeitung ▲ Vor 100 Jahren Der Golem – Geister, die ich rief… Von Maria Schinnen 29. Oktober 1920. Die Berliner strömen in den UFA-Palast am Zoo, wo der neue Film von Paul Wegener und Carl Boese „Der Golem, wie er in die Welt kam“ uraufgeführt wird. 1.740 bequeme Polster stehen zur Verfügung. Das ansteigende Parkett gestattet von jedem Platz aus einen guten Blick auf die große Leinwand, die eher einer Theaterbühne gleicht. Der hohe luftige Raum macht mit seinen extravaganten Farben - die breiten Balkone sind in Mattlila und Gold gehalten, die Logen in Grün und Gold - einen äußerst geschmackvollen Eindruck. Ein Jahr zuvor war das Lichtspielhaus entstanden und mit modernster Technik ausgestattet. Ein exquisites Orchester in symphonischer Besetzung und eine aufwändige Lichtinstallation begleiten den Film. Noch ist Stummfilmzeit, und der UFA-Palast ist mit seinem LiveOrchester und seiner gigantischen Kinoorgel für die herausragende musikalische Begleitung von Stummfilmen prädestiniert. Alle großen Filme der Universum Film AG (UFA) feiern hier ihre glanzvollen Premieren. Der UFAPalast stellt alle anderen deutschen Kinos dieser Zeit in den Schatten. Er galt als Flaggschiff, als Institution. Die Jahre 1920 / 1921 brachten eine ganze Reihe neuer Stummfilme in die Kinos, darunter gleich drei international gefeierte deutsche Meisterwerke, die noch heute als Meilensteine der Filmgeschichte angesehen werden, „Das Cabinett des Dr. Caligari“ (Februar 1920), „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (Oktober 1920), „Nosferatu - Eine Sinfonie des Grauens“ (1921). Alle drei gelten als Klassiker des Expressionismus. Was versteht man darunter? Der Expressionismus war eine künstlerische Stilrichtung der Jahre 1905 bis 1925, die alle Kunstgattungen, Malerei, Bildhauerei, Literatur, Musik, Film, erfasste und revolutionierte. Er war die Antwort auf eine Zeit, die vom industriellen Fortschritt und wirtschaftlichen Aufschwung geprägt war. Das führte zu einem völlig veränderten Denken. Ökonomie, Funktionalität und Effizienz wurden wichtiger als alles Menschliche. Maschinen übernahmen die Macht, drängten den Menschen in den Hintergrund, ersetzten ihn. Er wurde Teil einer unheimlichen Maschinerie, die den Takt vorgab, ihn beherrschte und bedrohte, zum Objekt degradierte. Der Expressionismus (von expressio: Ausdruck) war ein Aufschrei dagegen. Doch nicht nur das: Er war auch das Aufbegehren gegen formelhaft erstarrte Konventionen, gegen ein dekadentes, erschlafftes Bürgertum, gegen autoritäre, diktatorische Strukturen. Der Expressionismus wollte den Menschen selbst, seine Emotionen, seine Psyche, seine Erlebnisse und inneren Vorgänge wieder in den Vordergrund rücken. Jede Gattung fand ihre eigene Sprache. Die Malerei entfernte sich von allem Äußeren, ignorierte die reinen Sinnesfreuden des Impressionismus, hob Filmplakat der UFA die traditionelle Perspektive auf, reduzierte Formen und Motive, grenzte sie scharf gegeneinander ab und stellte sie plakativ, typisierend mit ungemischten Farben dar. Die Musik experimentierte mit extremen Tonlagen und Lautstärken, Dissonanzen, weiten Melodiesprüngen, freier Rhythmik. Die Literatur wurde von Themen wie Krieg, Großstadt, Zerfall, Angst, Ich-Verlust beherrscht. Bildhauer suchten die Komprimierung auf das Menschliche, schufen Urbilder menschlicher Emotionen. Der expressionistische Film konzentrierte sich auf das Problem des Ausgeliefertseins, schuf Menschen, die von einer unheimlichen Macht oder einer Maschine bestimmt werden. Auch „Der Golem, wie er in die Welt kam“ griff diese Idee auf. Die Dreharbeiten fanden in den UFA-Aufnahmestudios Tempelhof statt und dauerten einen Monat, von Mai bis Juni 1920. Die Handlung Nach der jüdischen Legende ist der Golem (hebräisch: Klumpen) die Bezeichnung für ein aus Lehm geformtes, menschenähnliches, stummes Wesen, das gewaltige Größe und Kraft besitzt und Aufträge ausführen kann. Der Weise, Rabbi Löw, baut den Golem und erweckt ihn mit Hilfe eines Sterns auf seiner Brust zum Leben. Er soll helfen, Unheil für die jüdische Gemeinde des Prager Ghettos abzuwenden, welches der Rabbi in den Sternen gelesen hat. Zunächst erweist sich der Golem als durchaus willfährig, hackt Holz, holt Wasser, geht einkaufen. Die Menschen beobachten ihn mit furchtsamem Respekt, sind von seiner physischen Stärke fasziniert. Doch immer häufiger zeigt der Golem auch Emotionen, riecht an einer Rose, wehrt sich zornig, entwickelt Instinkte, die ihn gefährlich machen. Zunehmend wird er zur Bedrohung für das Ghetto. Erst als ein Kind ihm unschuldig einen Apfel reicht, wirkt er gerührt und glücklich. Ahnungslos zieht das Kind ihm den belebenden Stern von der Brust, er kippt nach hinten und wird zum leblosen Lehmklumpen. Die expressionistische Filmsprache des Golem Der Film wirkt surreal, düster, unheimlich. Spitze Winkel, gekrümmte Linien und grotesk verzerrte Formen prägen das Bild, suggerieren die Enge und Geducktheit, in der die Menschen in ihrem Ghetto leben. Es ist eine künstliche Welt, so künstlich wie der Golem selbst. Die Menschen hausen in einem undurchdringlichen Labyrinth von höhlenartigen, niedrigen Innenräumen, die über dunkle Gänge miteinander verbunden sind. Die Ghettobauten drängen sich eng aneinander, ihre Giebel sind spitz gezack und nach vorn geneigt. Spitzwinklige Dreiecke herrschen auch in allen anderen Dekoren vor, Berge, Fenster, Türen, Bärte, Hüte. Hell-Dunkel-Kontraste, flackernde Pechfackeln und mysteriöse Schatten tragen zusätzlich zur Düsternis und Beklemmung bei. Auch die Spielweise der Darsteller wirkt surreal und künstlich: Der Golem, gespielt von Paul Wegener selbst, zeigt mechanische, abgehackte Bewegungen und einen maskenhaft gleich bleibenden Gesichtsausdruck. Damit unterstreicht er seine Andersartigkeit als Puppe und verdeutlicht seine Rolle als Antagonist. Doch auch die Spielweise der übrigen Darsteller ist grotesk übertrieben. Ihre Gesten und Bewegungen sind theatralisch und klischeehaft. Die Massenszenen und stummen Dialoge wirken unheimlich und verschwörerisch. Ein weiteres expressionistisches Stilmittel ist die Live-Musik. Sie unterstützt die bedrohliche Atmosphäre, verdeutlicht die Gefühle und inneren Vorgänge der Menschen, lässt ihren Charakter lebendig werden, setzt dramatische Akzente. Die ZLB (Landesbibliothek Berlin) hält eine Sonderedition mit vier neuen Soundtracks bereit. Der Hörer kann eine der Neuvertonungen wählen und sich somit seine eigene Filmatmosphäre schaffen. Jede beeinflusst den Gesamteindruck des Films erheblich. Der Golem war einer der international größten Erfolge des deutschen Stummfilms. In monatelang ausverkauften Vorstellungen war er auch in den Vereinigten Staaten und sogar in China zu sehen. Nr. 185 - Oktober 2021 Seite 9 Die Stadtteilzeitung ▲ Die andere Perspektive Idee und Foto: Elfie Hartmann Frau Knöttke und das Zeitgeschehen... Gute Frau ... die Skulptur "Der Gefesselte". Das Mahnmal aus Bronze, geschaffen von der deutschen Bildhauerin Gisela Boeckh von Tzschoppe steht vor dem Dorfkirchhof der Matthäuskirche an der Schloßstraße in Steglitz. Sie gilt den Verfolgten von 1933-1945. Die dahinterliegende Begräbnisstätte ist der älteste erhaltene Teil des ursprünglichen Dorfkerns. Das ist doch ... Da rempelt mich doch neulich so'n Bengel mit'm elektrischen Roller mitten inner Rheinstraße an, natürlich uffm Bürgersteig. Ick komm ins Stolpern mit mei'm Krückstock, aba statt sich zu entschuldjen, sagta frech: wenn man nich loofen kann, muss man zu Hause bleibn, gute Frau! Dit kann ick jrade leiden, wenn eena gute Frau zu mir sacht, da seh ick rot! Hör ma zu, du Schnösel, zisch ick zurück, mach dich schnell vom Acker, eh ick dir'n Tritt in' Hintern verpasse, denn merkste, wat meine Beene noch für Kraft hab'n! Denn wärst d u lieber zu Hause jeblieben, statt hier ne dicke Lippe zu riskiern. Ick bin hier schon jerollert, da warst du noch Weißkäse bei Bolle! Und schneller als du mit deinem komischen E-Roller, dit kannste mir glooben. Is doch wahr, findet ▲ Elfriede Knöttke Kiezgeschichte Harmonie ist, was man dafür hält Von Elfie Hartmann Nebeneinander auf der steinernen Befestigung vor dem Nordbrunnen am Wittenbergplatz saßen sie. Mit ihren bunten langen Röcken sahen die Frauen herrlich farbenfroh, die Männer mit den leicht abgewetzten schwarzen Schlapphüten etwas verwegen aus. Und sie gaben zusammen mit dem kleinen, mit viel Glitzereien geschmückten, Mädchen dazwischen einfach ein filmreifes Bild ab. Wo aber war die Filmcrew zu sehen und - wo waren die Kameras aufgebaut? Diese extrem auffällige Szenerie hätte man natürlich im Vorübergehen erfassen und abhaken können. Oder auch nicht. Die Autorin wollte nämlich auf der Stelle verweilen anstatt enteilen. Weil Personen weder direkt noch unerlaubt fotografiert werden dürfen, musste also schnell ein nahes Plätzchen ausgeguckt werden, dies abenteuerliche Gruppenbild am Brunnen zu verinnerlichen, besser noch, zu konservieren. Der mentale Speicherplatz scheint zum Glück unbegrenzt und permanent aufnahmebereit. Einer der Männer holte ein XXL Paket Toastbrot hervor, ein anderer öffnete mit ausholender Geste einen großen Becher mit Fleischsalat und steckte einen weißen Plastiklöffel senkrecht hinein... Die Szene faszinierte und berührte gleichermaßen. Jeder nahm sich der Reihe nach fast andächtig eine Scheibe Toastbrot aus dem Plastikpaket und „der Vater“ gab jeweils einen Löffel Fleischsalat darauf. Das Mädchen, ungefähr sieben Jahre alt, wurde nicht besonders kindgerecht oder nachsichtig behandelt und schien das auch nicht gewohnt zu sein. Wie die Erwachsenen griff sie mit ernsten Gesichtsausdruck zu und aß mit. Es strahlte diese selbstverständliche Geborgenheit innerhalb ihrer Leute aus, die man jedem Kind wünschen würde. Allesamt wirkten dabei unglaublich zufrieden. Bis die letzte Brotscheibe und der Rest aus dem großen Plastikbehälter mit dem Fleischsalat verzehrt war, wurden sie weiterhin unbemerkt und wohlwollend von der Berichterstatterin betrachtet: Diese extrem auffällige, so bunt schillernde Gruppe schien allen Vorurteilen betreffs ihres Erscheinungsbildes zum Trotz eines zu wissen, nämlich, dass ein bisschen Glück überall stattfinden kann. Ihr Leben mochte sicher nicht einfach sein. Doch gerade deswegen war für die aufmerksame Beobachterin genau in diesem Moment offensichtlich, dass diese Menschen verstanden, intuitiv und spontan das Beste aus allem zu machen. Sie saßen noch eine Weile still zusammen in der Sonne auf der kleinen Mauer. Das Wasser des imposanten Brunnens sprudelte ohne Unterlass prasselnd mit enormer Lautstärke gegen den Lärm des vorbeirauschenden Verkehrs an… Schöneberg, was bist Du doch immer wieder so wunderbar facettenreich. Prüfungsangst? BALANCE DURCH TRANCE! Sanna v. Zedlitz, M.A. www.hypnotherapie-zedlitz.de Kontakt: Vivian Monteiro Copertino, Tel. (030) 85 99 51 364 ehrenamt@nbhs.de BUCHTIPP Castle Freeman „Herren der Lage“ übersetzt von Dirk van Gunsteren Hanser Verlag - 20 Euro Sheriff Lucian Wing bekommt in seinem kleinen Nest in Vermont hohen Besuch. Ein Anwalt aus New York beauftragt bzw. befiehlt ihm, die Stieftochter seines Mandanten zu finden. Diese ist zusammen mit einem Freund ausgerissen und versteckt sich in den Wäldern der Gegend. Der Mandant ist stinkreich, einflussreich und absolut davon überzeugt, dass alle ihm gehorchen müssen und jedermann bestechlich ist. Doch da gibt es ein kleines Dorf in Gallien … jetzt bin ich wohl abgedriftet, denn das Dorf liegt ja in Vermont … Immerhin hat aber auch ein Wildschwein einige nicht unwesentliche Auftritte! Lucian Wing ist nicht der große Held, der sich in aussichtslose Kämpfe verstrickt. Gewissenhaft erledigt er seine Aufgabe als Sheriff und findet die jungen Leute. Doch bald tauchen immer mehr Hinweise auf, dass die Gefahr für diese weniger in den wilden Wäldern liegt, als bei den Auftraggebern der Suche. Amüsant und spannend lesen sich die Tricks, mit denen Wung und sein Deputy versuchen, die jungen Menschen zu schützen und sich trotzdem ans Gesetz zu halten. Wer actionreiche Krimis mit viel Blut und Brutalitäten liebt, wird hier nicht auf seine/ihre Kosten kommen. Doch für Menschen, die lakonischem Humor verbunden mit einer guten Geschichte und sympathischen Ermittlern etwas abgewinnen können, ist Castle Freeman ein heißer Tipp! Der Verlag wirbt mit Querverweisen zu Filmen wie „Fargo“ und „Three Billboards outside Missouri“ –das passt ganz gut. Sowohl dank des Themas als auch des plastischen Stils kann ich mir das Buch gut verfilmt vorstellen. Schöne berger Kultur kalender „Herren der Lage“ ist der dritte Roman um diesen Landei-Sheriff. Für mich war es der erste, aber ich freue mich schon darauf, diese Leselücke bald zu schließen! www.schoeneberger- Elvira Hanemann kulturkalender.de supergünstige kosten los Tipps von Frieda Günstig Die Geschichte der Schwartzschen Villa Schwartzsche Villa, Dachgeschoss Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin-Steglitz Mo.-So. 10-18 Uhr Anmelderegelungen: Tel. 90299-2302 Ihre Buchhandlung in Friedenau am Friedrich-Wilhelm-Platz Bundesallee 77 - 12161 Berlin (030) 8527908 - www.thaer.de Seite 10 Die Sporthalle Schöneberg erwartet die BVV Foto: Pressestelle BATS Zwischenbilanz zu Corona in der BVV Seinen Ausführungen zufolge sind im Bezirk bislang bei 20.000 Infektionen 500 Todesfälle gemeldet worden, womit der Bezirk statistisch genau in der Mitte auf dem Platz 6 liegt. In den Spitzenzeiten der nunmehr anderthalb Jahre währenden Pandemie, also im Dezember 2020 und Januar 2021, waren zur Kontaktnachverfolgung 74 Beschäftigte aus dem Gesundheitsamt eingesetzt, die dementsprechend für die laufenden Aufgaben nicht zur Verfügung stehen konnten. Dazu kamen 40 Beschäftigte aus anderen Abteilungen des Bezirksamts. Darüber hinaus wurden aus zusätzlichen Mitteln der Senatsverwaltung 36 befristete Stellen geschaffen. Außerdem kamen bis zu 50 Soldaten der Bundeswehr zum Einsatz, und noch immer helfen einige Kräfte aus dem Robert Koch Institut. Die Kontaktnachverfolgung kann im Rückblick als erfolgreich eingestuft werden, so Stadtrat Schworck. Es gelang ein nahezu tagesaktuelles Aufspüren der Infektionswege, wodurch die daraufhin beschlossenen Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen bereits Wirkung zeitigen konnten, noch bevor die Impfkampagne einsetzen und ihre heute sichtbaren Erfolge erzielen konnte. Auch die Priorisierung der Älteren bei den Schutzmaßnahmen habe sich als zweckdienlich erwiesen, zumal die besondere Aufmerksamkeit sofort auch auf die stationären Einrichtungen gerichtet wurde. Es geht noch besser Angesichts des mittlerweile zur Routine gewordenen Umgangs mit der Gefahr ist fast schon in Vergessenheit geraten, wie überraschend schnell und unerwartet global ein in weiter Ferne erstmals in Erscheinung getretener Krankheitserreger sich zu einer universellen Bedrohung auswachsen konnte. Da ist es naheliegend, dass die CDU vom Bezirksamt auch wissen wollte, was aus dessen Sicht nötig sei, „um für künftige Pandemien besser gerüstet zu sein.“ Dazu führte Stadtrat Schworck aus, dass eine weltweite Gesundheitskrise nicht bezirksbezogen bewältigt werden könne: „Und sie steht auch nicht stichtagsbezogen im Raum, sondern sie entwickelt sich.“ Es sei daher auch bei künftigen Pandemien damit zu rechnen, dass zur Bewältigung der Aufgaben auch über längere Zeiträume hinweg die personelle Unterstützung aus anderen Abteilungen nötig sein werde, auch wenn sie zu Lasten der übrigen Leistungen und Angebote des Bezirksamts gehe. Es sei daher dringend erforderlich, die zuständigen Ämter nicht mit der Aufgabe alleine zu lassen. Es bedürfe zum Dienstbetrieb im Krisenmodus klarer Vorgaben des Landes, damit Zeitverluste bei der Zusammenstellung der benötigten Ressourcen vermieden werden können. Zu hoffen sei außerdem, „dass der durch die Pandemie ausgelöste Innovationsschub in Richtung Digitalisierung weiterhin trägt und die dafür zuständigen Senatsverwaltungen und die Senatskanzlei dies erkennen und finanziell unterstützen.“ Voraussetzung für die digitale Datenverarbeitung ist allerdings eine landesweit vereinheitlichte Struktur der Gesundheitsämter mit einer einheitlichen Organisation der Aufgabeneinteilung. Dazu teilte Stadtrat Schworck mit, dass er selbst in der zu diesem Zweck eingerichteten Arbeitsgruppe „Mustergesundheitsamt“ mitarbeite. Es seien auch bereits Fortschritte zu verzeichnen. So soll für den Zahnärztlichen Dienst eine neue Version der Software OcioWare zum Einsatz kommen. Und es werde auch bereits an einem Modell „Digitaler Infektionsschutz“ gearbeitet, das auf einheitlicher Grundlage einen verbesserten Informationsaustausch zwischen den Gesundheitsämtern und der Senatsgesundheitsverwaltung ermöglichen soll. Wer die jeweils aktuelle Entwicklung im Infektionsgeschehen digital verfolgen will, hat dazu schon jetzt Gelegenheit unter https://www.berlin.de/corona/ lagebericht/ www.stadtteilzeitung.nbhs.de ▲ ▲ Aus der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg Fortsetzung von Seite 1: In der anderen geht es um den Impfstatus von Beschäftigten in Kitas und anderen Einrichtungen mit Kontakt zu Kindern, wobei etwa Impfungen gegen Röteln, Masern und Mumps angesprochen sind. Inwiefern hier tatsächlich Versäumnisse ans Tageslicht kommen werden, und inwiefern dafür gegebenenfalls die Konzentration auf die Bekämpfung der Corona-Pandemie ursächlich sein könnte, wird sich erst mit der Beantwortung durch das Bezirksamt herausstellen. In der Septembersitzung der BVV Tempelhof-Schöneberg hatte der mit der Dienstaufsichtsbeschwerde angegriffene Gesundheitsstadtrat Schworck (SPD) erst einmal Gelegenheit, in Beantwortung einer Großen Anfrage der CDU eine erfolgreiche Zwischenbilanz zu Corona zu ziehen. Nr. 185 - Oktober 2021 Die Stadtteilzeitung Nutzung vorübergehend gewonnenen Straßenraumes Foto: Elfie Hartmann Freude am Tauschen Von Elfie Hartmann Rückblick und Resümee: Vom 1. bis 31. August wurden Anwohner in Schöneberg Nord eingeladen, an unterschiedlichsten Aktivitäten in dem für diesen Zeitraum für den Autoverkehr gesperrten „Sommerstraße Barbarossa“- Straßenabschnitt teilzunehmen oder selbst welche zu starten. Der Verein „Kiez er-Fahren“ rief am letzten Samstag im August zu einem „Tausch und Geschenke Markt“ auf. Und zwar ohne jeglichen kommerziellen Hintergrund, was bedeutete, etwas von dort mitnehmen zu können, etwas dafür hinzubringen oder auch nur etwas zu nehmen, sowie nur etwas zu bringen ohne etwas mitzunehmen. Also ganz im Gegensatz zu den allseits bekannten Flohmärkten. Jede Pflanze, jeder Haushaltsgegenstand, jedes Möbelstück, gut erhaltene Kleidung, nicht mehr benutztes Spielzeug und jedes Angebot, z.B. das eines Yoga-Kurses, waren willkommen. Neugierig geworden, begab sich auch die STZ am letzten Augustsamstag in Richtung Kyffhäuser/Goltz/Barbarossa Straße. Dort war, wie angegeben, der betreffende Straßenabschnitt ausschließlich für diese Aktion gesperrt und es herrschte insgesamt eine angenehm lockere Atmosphäre. Man sprach sich während der Begutachtungen der (r)ausgestellten Dinge hier und da unvermittelt an , Kinder liefen zu den Ständen mit allerlei Spielwaren, und in kleinen Gruppen wurde sporadisch über das Für und Wider von für den Autoverkehr gänzlich gesperrten Straßen diskutiert. Das Angebot kostenloser Inanspruchnahme der Lastenfahrräder, auch größere Möbelstücke dorthin transportieren zu können, fand sichtbar Anklang. Jedenfalls war im Depot der Fahrräder nur noch eines übrig. Auch zum vorgegebenen Ende der Aktion eilten noch einzelne Bewohner mit ihren privaten Möbelstücken Richtung Goltzstraße, denn auch so konnte man ausrangierte Möbel unkompliziert loswerden. Oder man hatte sich eventuell erst im allerletzten Augenblick überwunden, sich vom ehemals vielleicht unentbehrlich scheinenden, so heißgeliebten Nachttisch zu trennen. Aufgestellt vor Ort gab es einen separaten, etwas kleineren Container für alle Arten von Elektroschrott nebst daneben stehendem Berater der BSR. Entsprechende Fachsimpelei konnte man, so man interessiert war, gleich gratis mithören. Die BSR selbst war am Ende der Barbarossastraße mit einem ihrer großen Müllfahrzeuge präsent, um sämtliche nicht abgeholten bzw. übrig gebliebenen Gegenstände zu entsorgen. Dieser Wagen wurden besonders von Kindern als ein willkommenes „Event“, staunend und dementsprechend interessiert, intensiv, genaustens beobachtet. Der gut einsehbare Vorgang des hydraulischem Hochhebens, Zertrümmerns, Zerquetschens mit den entsprechenden Geräuschen dabei faszinierte wohl ganz besonders. Die Gesichter der Kleinen sprachen jedenfalls Bände. So war die Straße zuletzt wieder sauber und der Spielplatz nebenan füllte sich mehr und mehr mit anscheinend nicht müde zu kriegenden Kindern nebst ihren erschöpft wirkenden Eltern am Rande. Ob das im Vorfeld hier erkennbar gut organisierte Experiment wiederholt wird, warnoch nicht in Erfahrung zu bringen. Dass die Aktion zumindest an diesem Tag Anklang und Freude brachte, dürfte man aber auf jeden Fall so unterschreiben. Ihre Buchhandlung in Friedenau am Friedrich-Wilhelm-Platz Bundesallee 77 - 12161 Berlin (030) 852 79 08 - www.thaer.de Nr. 185 - Oktober 2021 ▲ ▲ Schlosspark Theater-Premiere Ensemble des Stücks „Dinge, die ich sicher weiss“ Foto: derDemel Maria Hartmann, die die nicht immer sympathische Rolle der Mutter spielt, ist an vielen großen Bühnen bekannt und stand schon bei den Salzburger Festspielen mit auf der Bühne. Sie hat die Figur der Fran im vorigen Jahr bereits in Hamburg dargestellt. Heinrich Schafmeister ist im Schlosspark Theater zum ersten Mal zu sehen. Das Publikum kennt ihn jedoch aus dem Fernsehen, z B. aus den Serien „Wie erziehe ich meine Eltern“ und „Der Staatsanwalt“. Annika Martens stand schon in zwei anderen Produktionen auf der Bühne des Schlosspark Theaters. Im TV spielte sie u.a. zwei Jahre lang eine Mutter in der Kinderserie die Pfefferkörner. Tilmar Kuhn tritt seit vielen Jahren regelmäßig in den Produktionen dieses Theaters auf und war auch eine Zeit lang in der „Lindenstraße“ zu sehen. Johannes Hallervorden ist im Schlosspark Theater zu Hause, und viele Zuschauer kennen ihn inzwischen auch aus dem Berliner Rundfunk, wo er „Hits und Hallervorden“ vorstellt. Helen Barke, die aus der ARD-Serie „Sturm der Liebe“ bekannt ist, spielt in diesem Stück die jüngste Tochter, deren Überlegungen Titel gebend sind. gen Situationen mit ihnen leidet. Am Ende ist manch ein Zuschauer deshalb beim Rausgehen froh, dass es so viele Probleme auf einmal in der eigenen Familie nicht gibt. Alle Schauspieler sind in ihren Rollen so überzeugend, dass das Publikum sich völlig mit ihnen identifiziert und in den jeweili- Wer dieses Stück noch nicht gesehen hat, hat dazu noch bis zum 17. Oktober die Möglichkeit. Das ganze Leben findet ausschließlich im elterlichen Garten statt, unter dem Baum, am Rosenbeet, vor dem Geräteschuppen oder am gemeinsamen Esstisch. Dank einer Drehbühne ist die immer gleich bleibende wunderbare Kulisse ständig in Bewegung und jede Szene spielt sich an einer anderen Stelle ab. Eins weiß Rosie nach den vielen Auseinandersetzungen der Geschwister mit den Eltern am Ende sicher: Das Leben geht weiter, irgendwie. Die neue Theatersaison am Schlosspark Theater Christine Bitterwolf Nachdem alle Theater monatelang wegen des Lockdowns geschlossen waren, wurden Anfang Juni Vorstellungen wieder zugelassen. Das Schlosspark Theater öffnete sofort wieder seine Tore. Die üblichen Theaterferien wurden in diesem Jahr gestrichen, es gab spontan ein eigenes Theaterstück und mehrere Gastspiele und Lesungen. Jetzt hat Dieter Hallervorden, der Intendant des Theaters, auch sein Programm für die Spielzeit 2021 / 2022 vorgestellt. Die Theaterleute hatten die Coronazeit genutzt und mehrere neue Stücke vorbereitet, so dass in der kommenden Saison 4 Eigenproduktionen gezeigt werden können. 3 weitere Stücke aus dem vergangenen Jahr, deren Vorstellungen zum Teil ausgefallen waren, werden wieder aufgenommen. Diese werden jeweils sechs Wochen en suite gespielt. Hier stehen Berliner Stars wie Brigitte Grothum und Dagmar Bienert auf der Bühne, und natürlich immer wieder Hallervorden Junior. Aber auch der Schauspieler Heinrich Schafmeister, bekannt aus den ersten Folgen der Wilsberg-Serie im ZDF, tritt im Schlosspark Theater auf. Dazu kommen noch 4 Gastspiele aus anderen Theaterhäusern, unter anderem aus Stuttgart und Karlsruhe. Das Angebot reicht von ernsten Stücken, wie Dürrenmatts „Die Physiker“, über Komödien, wie „Rent a friend“ bis zu musikalischen Aufführungen, einem Portrait über Hildegard Knef, immer getreu dem Motto „Geist mit Humor“, das Dieter Hallervorden vorgegeben hat. Daneben wird es viele Gastauftritte einzelner Schauspieler und Kabarettisten geben, die ihre eigenen Programme vorstellen oder Lesungen halten. Dafür konnte das Theater zum Beispiel Gayle Tufts, Sissi Perlinger, Frank Lüdecke und ChrisTine Urspruch gewinnen, auch Sebastian Fitzek wird aus einem seiner Bücher vorlesen. Ausstellung von Regina Pác im Galerie-Café des KommRum Regina Pac, Kuschelgruppe, Ölkreiden auf Papier, 50x70, 2021 Kleine Paradiese Dinge, die ich sicher weiß Fortsetzung von Seite 1: Die älteste Tochter Pip bricht aus ihrer Familie aus und will Mann und Kinder für eine neue ungewisse Liebe verlassen. Der Sohn Mark möchte lieber eine Frau sein und der Sohn Ben hat Geld veruntreut, um sich ein luxuriöses Leben zu finanzieren. Jede diese Figuren hat irgendwann Zeit für einen Art Monolog, um sich und ihre Gedanken vorzustellen, bevor sie sich mit der Familie auseinandersetzt. Seite 11 Die Stadtteilzeitung Für die geplanten Konzerte in der aktuellen Spielzeit konnte das Theater neben altbekannten Stars wie Heino und Angelika Milster auch die accapella-Gruppe „The Happy Disharmonists“ engagieren. Selbstverständlich werden die vorgeschriebenen Hygiene-Regeln eingehalten. Darüber hinaus gibt es weiterhin nur ein eingeschränktes Platzangebot. Obwohl die Klima-Anlage es zulassen würde, alle Plätze im Theatersaal zu besetzen, hat das Haus entschieden jeweils jeden 3. Platz frei zu halten, damit der Abstand gewahrt bleibt und der Zuschauer während der Vorstellung die Maske abnehmen kann. Auch bei aller Vorsicht kann sich der interessierte Theaterbesucher auf ein buntes Programm im Steglitzer Schlosspark Theater freuen. Kleine Paradiese – sie tun uns gut, diese kleinen Momente, in denen plötzlich alles zu stimmen scheint, in denen wir den Alltag vergessen und aufgehen in unserem Tun. Die Ausstellung der Künstlerin Regina Pác widmet sich diesen besonderen Momenten des kleinen Glücks. Farbenfrohe Malereien und Zeichnungen erzählen kleine Geschichten vom Staunen, Lachen, Schauen, Beieinandersein, Relaxen und Lesen, von Badespaß und Eis am Stiel, von der Hingabe beim Spielen, Tanzen und Musizieren. Für die großformatigen Bilder hat sich die Künstlerin verschiedener Maltechniken bedient, aber die Vorliebe für kräftige Acrylfarben und Ölkreiden ist unverkennbar. Der Auftakt der Ausstellung findet am Wochenende 2./3. Oktober 2021 anlässlich der Südwestpassage Friedenau statt (Programmpunkt 22) und läuft bis zum 30. November. Wer den Besuch der Ausstellung gern mit Kaffee und einem Stück Kuchen verbindet, hat hierzu im Galerie-Café Gelegenheit. Ausstellungsdauer: Sa 02.10. – Di 30.11.2021 Ausstellungsort: Galerie-Café KommRum e.V., Schnackenburgstr. 4, 12159 B. Öffnungszeiten Sa 2.10., 15-21 Uhr; So 3.10., 13-19 Uhr; ab 5.10.: Di, Fr, Sa 14-18 Uhr; Mi, Do 14-20 Uhr. Eintritt frei Lust auf Neues? Luises Kleidercafé bietet Kleidung aus Zweiter Hand - Neueste Mode und Trends aus der Vergangenheit. Di+Mi 16.30-18 Uhr. Spenerhaus, Leberstr. 7, 10829 B. Querflöten- Gitarrenunterricht von Musiklehrer alle Altersstufen, langjährige Erfahrung, Tel.: 84 41 17 88 www.stadtteilzeitung.nbhs.de Seite 12 Nr. 185 - Oktober 2021 Die Stadtteilzeitung Kinder- und Jugendseite präsentiert von der psd-bb.de
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