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Periodical volume

Full text: Hedwig Issue 2010,1

hedwig
newsletter der drK-schwesternschaft Berlin e.V.

AUSGABE I/2010

20 Jahre Deutsche Einheit

Eine Schwesternschaft
für ganz Berlin
„Märkisches Haus“, „Brandenburgische Schwesternschaft Paulinenhaus“, „Schwesternschaft Weißensee“ und natürlich auch „DRK-Schwesternschaft Berlin“: Nicht nur im Vereinsnamen bekannten sich die Berliner Rot-Kreuz-Schwesternschaften zur Stadt und ihrem Umland, denn auch
ihre Einsatzgebiete beschränkten sie nie nur auf einen Stadtbezirk, sie umfassten Gesamtberlin und Einrichtungen jenseits der Stadtgrenzen.
Nach dem Weltkrieg, mit der
Teilung Deutschlands, verloren die
Berliner Rot-Kreuz-Schwesternschaften wichtige Partner wie das
Augusta-Hospital in Berlin-Mitte
oder das Städtische Krankenhaus
im märkischen Rüdersdorf: beide
Kliniken lagen nun im Osten,
in der DDR. Ebenso schienen ihre
Feierabendheime und selbst die
Friedhöfe für immer verloren
und nie wieder zugänglich. Zwar
lebten und arbeiteten noch einige
Schwestern im Osten und konnten

halbwegs ungehindert ihre
Mutterhäuser in West-Berlin
aufsuchen. Doch mit dem Bau
der Berliner Mauer musste der
Kontakt sich auf den Austausch
von Briefen und Päckchen
beschränken. Erst die schrittweise
Lockerung im Grenzverkehr
erlaubte Ende der siebziger Jahre
gegenseitige Besuche. Als im
November 1989 das unmöglich
Geglaubte eintrat, war es für die
DRK-Schwesternschaft Berlin nur
eine Frage der Zeit – und der

Gelegenheit –, wieder im Osten
der Stadt präsent zu sein, dort eine
Klinik zu übernehmen. Zwei Jahre
später war es so weit: Das SalvadorAllende-Krankenhaus in BerlinKöpenick wurde eine neue Einrichtung der DRK Kliniken Berlin. Für
die Schwesternschaft bedeutete
die Übernahme ein nicht zu unterschätzendes wirtschaftliches
Risiko, wechselte doch fast zeitgleich das Universitätskrankenhaus Westend in die Trägerschaft
des Vereins; Investitionen in

Millionenhöhe wurden fällig – für
die Klinik im Osten und die im
Westen. Die neuen Kollegen aus
Köpenick brachten eigene Erfahrungen und Mentalitäten ein; auch
wenn es – auf beiden Seiten – Vorbehalte gab und Unterschiede
noch immer gibt: Die DRK Kliniken Berlin I Köpenick haben
ihren Beitrag geleistet, dass heute
Kliniken und Schwesternschaft
zu den wichtigsten Gesundheitsversorgern gehören – von
Ganz-Berlin.
Fortsetzung nächste Seite >

hedwig
»leiden und schmerz sind immer Voraussetzungen umfassender erkenntnis und eines tiefen herzens..«

FJODOR M. DOSTOJEWSKI

in Köpenick einen guten Ruf,
Staats- und Parteichef Erich
Honecker hatte der Einrichtung
im November 1977 den „Karl-MarxOrden“ verliehen, die höchste
Auszeichnung der DDR.

editorial

Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr 2010 ist für unsere Schwesternschaft ein ganz besonderes,
nämlich ein „Jahr der Jubiläen“:
1975 vereinigten sich die Berliner
Rot-Kreuz-Schwesternschaften zur
„DRK-Schwesternschaft Berlin e.V.“,
1875 wurde die erste Berliner RotKreuz-Schwesternschaft gegründet,
die Rittbergschwesternschaft. Und
vor 85 Jahren nahm die LuisenCecilienschwesternschaft ihre Arbeit
auf, auch eine unserer Vorgängerorganisationen. „Tausenden und
Abertausenden Hilfe bringen“,
das war das Ziel der ersten Oberin,
Hedwig Gräfin Rittberg. Heute,
135 Jahre später, erhalten in unseren
DRK Kliniken Berlin Jahr für Jahr
100.000 Patienten Erste Hilfe, 60.000
werden hier stationär behandelt.
Damals ausschließlich in der Hauskrankenpflege aktiv, so arbeiten
Berliner Rot-Kreuz-Schwestern jetzt
in hochprofessionellen medizinischen
Leistungszentren. Und eines davon
sind die DRK Kliniken Berlin | Köpenick, unser erstes und bislang einziges
Krankenhaus im ehemaligen Ostteil
der Stadt. Das Krankenhaus kam 1992
in die Trägerschaft der DRK-Schwesternschaft Berlin. Auch wenn es nach
Pathos klingt: Diese Übernahme war
ein Beitrag zur Wiedervereinigung,
die formal 1990, vor genau zwanzig
Jahren, vollzogen wurde – wieder
ein Jubiläum, wieder ein Grund
zum Feiern.

Ihre
Oberin Heidi Schäfer-Frischmann
Vorsitzende der DRK-Schwesternschaft
Berlin e.V.

Ein „Aufbauhelfer“: Heinz Bodo Lucke

„Letztendlich war es doch eine gesamtdeutsche Entscheidung:
Wir waren aufgerufen, jetzt auch im Osten zu wirken.“
Fortsetzung von Seite 1 >

Für die Schwesternschaft waren
nie allein ethische Motive ausschlaggebend gewesen: Die Übernahme einer Klinik in der ehemaligen DDR war zugleich eine
politische Entscheidung, ein
Bekenntnis und ein Beitrag zum
Zusammenwachsen von Ost
und West. So sah es auch Bundespräsident Johannes Rau, der deshalb 1999 Oberin Heidi SchäferFrischmann mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnete.
Im Osten viel Neues

Der, der im Namen der Schwesternschaft den Übernahmevertrag unterschrieb, war Heinz Bodo Lucke.
Einen Tag vor Silvester 1991 suchte
er das Rote Rathaus auf, um dort
mit Vertretern vom Berliner Senat
und dem Stadtbezirk Köpenick
den Trägerwechsel zu besiegeln.
Der damals 65-jährige Lucke war
seit mehr als 15 Jahren Schatzmeister der Schwesternschaft.

Gleichzeitig saß er im Aufsichtsrat,
der in jener Zeit noch „Ständiger
Ausschuss des Verwaltungsrates“
hieß. Im Hauptberuf Banker – er
leitete die „Bank für Sozialwirtschaft“ -, so konnte er sein Wissen
zu finanzwirtschaftlichen Zusammenhängen schon bei der Fusion
der Berliner Schwesternschaften
einbringen. An der Gründung der
„GmbH I“ im November 1975 hat
auch er seinen Anteil; die Berliner
Rot-Kreuz-Schwestern waren
übrigens die ersten in Deutschland,
die für ihre Kliniken eine Gemeinnützige Gesellschaft gründeten.
Gerade einmal zwölf Monate hielt
Lucke es im Ruhestand aus, bis ihm
die DRK-Schwesternschaft Berlin
eine Aufgabe anbot, die zu reizvoll
schien, als dass er sie hätte ablehnen
können: die Eingliederung des
Köpenicker Allende-Krankenhauses
in den Verbund „DRK Kliniken
Berlin“. Das war kurz nach der
Wiedervereinigung, andere West-

Berliner Krankenhäuser hatten
längst begonnen, sich in Mitte,
Treptow oder Hohenschönhausen
nach geeigneten Kliniken umzusehen. Unerträglich sei für ihn diese
Situation gewesen, erinnert sich
der heute 83-jährige und ergänzt:
„letztendlich war es doch eine
gesamtdeutsche Entscheidung:
Wir waren aufgerufen, jetzt auch
im Osten zu wirken“, ganz im
Interesse des Berliner Senats, der
das Ungleichgewicht im Ostteil
zwischen kommunalen Kliniken
und freien, gemeinnützigen
Trägern beheben wollte. Gut ein
Dutzend kommunaler Häuser
standen anno 1991 zur Verhandlung. Neben dem „Dr.-SalvadorAllende-Krankenhaus“ Köpenick
zählte die Oskar-Ziethen-Klinik
Lichtenberg zu den Favoriten der
Schwesternschaft. Schon zu DDRZeiten genoss das Krankenhaus

Fast zeitgleich mit dem Köpenicker
Krankenhaus wurde der Schwesternschaft das Westend in Charlottenburg übertragen, was folgte, war
die bislang größte Expansion in
der Geschichte des Vereins. Schnell
wurde den Verantwortlichen in
Schwesternschaft und GmbH
bewusst, dass die beiden Klinikgeschäftsführer Gerhard Schwarz
und Berthold Simons mit dem
Projekt „Westend“ voll ausgelastet
waren, für ein weiteres Vorhaben
in ähnlicher Größenordnung
konnten sie keine freien Kapazitäten abrufen „und in dieser
Situation habe ich gesagt: Gut, dann
gehe ich nach Köpenick“. Heinz
Bodo Lucke kannte das AllendeKrankenhaus aus den langwierigen
Übernahmeverhandlungen, auch
ohne je Einsicht in Unterlagen
bekommen zu haben. Für ihn heute
noch unvorstellbar, nicht zu wissen,
worauf man sich eigentlich da
eingelassen habe und Lucke betont
es wieder: die Übernahme „war
keine wirtschaftliche, sondern
eine politische Entscheidung“.
Willkommen im Kollektiv

Heinz Bodo Luckes erster offizieller
Arbeitstag als Geschäftsführer
der „GmbH II“ ist kein Montag, der
1. April 1992 fällt auf einen Mittwoch. Zweieinhalb Jahre sind seit
dem Mauerfall vergangen, vieles hat
sich seitdem verändert, nicht nur
die meisten Kennzeichen der Autos,

Grundsteinlegung für den
neuen Funktionsbau, ein FünfEtagen-Haus (November 2008)

Die DRK Kliniken Berlin | Köpenick
Für 1,8 Millionen Reichsmark lässt der Kreis Teltow 1911 in Cöpenick
ein Kreiskrankenhaus bauen, das drei Jahre später in Betrieb
genommen wird: Elf Ärzte kümmern sich gemeinsam mit den
etwa 30 Schwestern um die Patienten. Über 130 Betten verfügt
das Krankenhaus, im Ersten Weltkrieg ist hier ein Lazarett mit nun
275 Betten untergebracht. Seit 1924, nach der Eingemeindung von
Cöpenick, verwaltet der Magistrat von Groß-Berlin das Krankenhaus. Im Zweiten Weltkrieg werden der Nordflügel des Hauptgebäudes und der Verwaltungstrakt zerstört. Erst
1950 können die Mitarbeiter in die sanierten Häuser ziehen. Anfang der sechziger Jahre werden Abteilungen
umfangreich modernisiert und erweitert. In den siebziger Jahren erweitert das Krankenhaus sein Leistungsprofil: aus dem Ambulatorium wird eine Poliklinik. Ein neues Bettenhaus wird 1983 eingeweiht, gleichzeitig
bekommt das Krankenhaus den Namen eines chilenischen Präsidenten verliehen: „Dr.-Salvador-AllendeKrankenhaus“; 560 Betten sind hier nun untergebracht. 1990 wird die Krankenhaus Betriebsleitung neu
geregelt, ein Jahr später beginnt der Unterricht an der Krankenpflegeschule. Im Dezember des gleichen Jahres
unterzeichnen die DRK-Schwesternschaft Berlin und der Senat den Übernahmevertrag: Es ist das erste
Krankenhaus im Ostteil Berlins, das in eine gemeinnützige Trägerschaft überführt wird.
auf denen statt „I“ nun das „B“ die
Herkunft des Besitzers anzeigt.
Die Stadt wächst zusammen,
obwohl man überall Überbleibsel
des DDR-Alltags sehen kann. Und
riechen: Der Westberliner Lucke
kennt nicht den eigentlich so
typischen DDR-Krankenhausgeruch,
der ihn empfängt, als er das erste
Mal das frühere Allende-Krankenhaus besucht. Aber daran gewöhnt
sich der Neue schnell, auch der
Anblick von Blümchentapete
und des Porträts vom chilenischen
Präsidenten sind bald nichts Exotisches mehr. Ohnehin nur Äußer-

lichkeiten sind dies alles für ihn,
sein Eindruck von Köpenick
ist positiv. „Ich konnte bei der
Belegschaft keinen Unterschied
erkennen, ob es ein Ost- oder ein
Westkrankenhaus war“, sagt Lucke
heute. Die neuen Kollegen sind
skeptisch, natürlich haben sie
mitbekommen, dass sie nun nicht
mehr für einen kommunalen
Träger arbeiten. Das einzig
Vertraute am neuen Arbeitgeber
ist das Rote Kreuz, „wir waren
willkommen – weil das Deutsche
Rote Kreuz auch in der DDR einen
hohen Stellenwert hatte“. Lucke
unternimmt alles, um Berührungsängste abzubauen. Egal ob Schwester, Arzt oder Haustechniker:
Für alle zählt nur eines – den
Arbeitsplatz nicht zu verlieren.
Ihre Sorge ist durchaus berechtigt,
der Personalbestand im Krankenhaus ist hoch wie in so vielen
anderen ehemaligen volkseigenen
Einrichtungen. Aber die DRKSchwesternschaft Berlin hat in den
Verhandlungen versichert, keine
einzige Kündigung auszusprechen
– und daran hält sich der neue
Arbeitgeber. Reduziert wird der Per-

sonalschlüssel einvernehmlich, über
Regelungen wie Vorruhestand,
Teilzeit, nicht jede offene Stelle
wird jetzt neu besetzt. Heinz Bodo
Lucke blickt zufrieden auf seine
Zeit in den DRK Kliniken Berlin I
Köpenick zurück. Heute, siebzehn
Jahre später, fühlt er sich der
DRK-Schwesternschaft noch immer
eng verbunden, stolz ist der rüstige
Pensionär, mit seiner Arbeit „hier
eine kleine Spur hinterlassen zu
haben“. Köpenick – das bleibt für
Lucke die „im Leben einmalige
Chance“. Und eine Aufgabe, die aus
„Problembewältigung“ bestand,
„es waren 50 kleine, aber keine
drei großen Probleme“. Er hat sie
bewältigt, nicht allein, sondern
mit Unterstützung der anderen
Geschäftsführer, von Oberin Heidi
Schäfer-Frischmann, Berthold
Simons und dem neuen Kollegen
Thomas Kersting. Der ehemalige
Geschäftsführer weiß die Arbeit
seiner Mitarbeiter zu schätzen,
„ich muss die Leistung der
Köpenicker loben“. Den Kontakt
zu ihnen pflegt er noch heute.

newsletter der drK-schwesternschaft Berlin e.V.

AUSGABE I/2010

3

hedwig
» Die großen flüsse brauchen die kleinen Wässer. «

alBert schWeitZer

Mitgliederversammlung
im Jubiläumsjahr

Vorstand und Beirat der DRK-Schwesternschaft Berlin neu gewählt Nicht wenige Rot-Kreuz-

Schwestern werden sich über die Einladung gewundert haben, die sie Anfang März erhielten.
Denn bislang war es so: Jedes Jahr, in der dritten Septemberwoche an einem Dienstag oder
Donnerstag, wird die Mitgliederversammlung der DRK-Schwesternschaft Berlin veranstaltet.
Stimmen dann dauerte ein wenig, das lag
Dieses Jahr allerdings sollten die Mitglieder
am Wahlrecht mit seiner unterschiedlichen
bereits im Mai zusammenkommen. An einem
Stimmgewichtung – ordentliche Mitglieder
Maitag vor 35 Jahren fand übrigens schon
bekamen drei blaue Wahlzettel, außerordenteinmal eine Mitgliederversammlung statt,
liche zwei und Mitglieder in der Ausbildung
eine ganz besondere – an dem Tag wurde die
einen. Die Kandidaturen waren allesamt erfolgDRK-Schwesternschaft Berlin gegründet.
reich, auch die bisherigen
Die Veranstaltung damals
Mitglieder des Vorstandes
besuchten 76 Mitglieder;
Schatzmeister Miloš Stefanovi´c
wurden in ihren Ämtern
370 waren es, die am
sprach von „einem sehr guten
bestätigt. Fast zwei Dutzend
6. Mai 2010 in das Steglitzer
Jahresergebnis.“
Rot-Kreuz-Schwestern
„Best Western“ kamen.
bewarben sich um die sechFür den Verein überaus
zehn Plätze im zweiten zu wählenden Grewichtige Wahlen standen diesmal auf der
mium, dem Beirat. Dieser Wahlgang sollte
Tagesordnung, Vorstand und auch Beirat
spannender, offener und länger verlaufen
mussten neu gewählt werden.
als der für den Vorstand. Wer in den Abstimmungsergebnissen vorn lag, wurde erst nach
Blaue Zettel für den Vorstand, viele gelbe für den Beirat
der Mitgliederversammlung bekannt gegeben;
Oberin Heidi Schäfer-Frischmann hatte es
im Internet findet man übrigens die Namen
bereits in ihrer Einladung angekündigt: im
aller Mitglieder von Vorstand und auch
Vorstand der DRK-Schwesternschaft Berlin wird
Beirat (www.drk-schwesternschaft-berlin.de/
es Änderungen geben. So kandidierte Gunhild
seiten/strukturen).
Leppin für den Posten einer Stellvertretenden
Vorsitzenden, für sie sollte Doreen Fuhr das Amt
der Schriftführerin übernehmen. Die bisherige
Vorbild für alle Pflegekräfte
Stellvertreterin der Oberin, Isabella Trendel,
Nur acht Monate sind seit der letzten Mitgliestellte sich zur Wiederwahl in den Vorstand,
derversammlung vergangen. Und dennoch
erstmals reichte Christine Baermann ihre Kanhatte die Vorsitzende der DRK-Schwesternschaft
didatur ein. Die Auszählung der abgegebenen
Berlin einiges zu berichten, hat sich doch

in Schwesternschaft und Kliniken vieles
verändert und steht einiges Neues auf dem
Aufgabenzettel. Wie zum Beispiel die Ausbildung zur und zum „Operationstechnischen
AssistentIn“, die ab dem Herbst erstmals am
Bildungszentrum angeboten wird. Wie wichtig
der Schwesternschaft die Qualifizierung ihrer
Mitglieder und auch die aller Mitarbeiter der
DRK Kliniken Berlin ist, verdeutlichte Oberin
Heidi Schäfer-Frischmann in ihrem Rechenschaftsbericht, als sie betonte nicht bereit zu
sein, „unsere Professionalisierung durch den
Einsatz von Pflegehilfskräften aufzuweichen“,
denn Qualität dürfe nicht zugunsten von
Quantität aufgegeben werden. „Professionalisierung ist ein Wesensmerkmal der Rot-KreuzSchwesternschaften – Tradition und modernes
Berufsverständnis sind hier eins“, gab die Oberin
den Mitgliedern zu verstehen und appellierte:
„Sie als Pflegekräfte können nicht für alles
gleichermaßen qualifiziert sein. Verstehen Sie
sich deshalb als eines von vielen Puzzleteilchen,
alle diese einzelnen Teilchen zusammen bilden
erst das fertige Puzzle, das professionelle Team“.
Und diese Metapher der Oberin erklärt auch
den Erfolg der DRK-Schwesternschaft Berlin e.V.,
Schatzmeister Miloš Stefanovic´´ sprach von
„einem sehr guten Jahresergebnis“. Das gute
Wirtschaften ermöglicht dem Verein, weiter in
seine Einrichtungen zu investieren. Als „Tagesgeschäft“ bezeichnete Oberin Schäfer-Frischmann daher auch die Baumaßnahmen, „in allen
unseren Einrichtungen wird regelmäßig
verschönert, erweitert und umgebaut“ – auch
mit dem Einsatz von Eigenmitteln. Das sind
Investitionen, die nicht nur den Patienten
zugute kommen sollen, denn auch die Mitarbeiter profitieren davon. Für die Berufsgruppe
der Pflegenden sieht die Oberin die Schwesternschaft in einer besonderen Verantwortung,
da hat der Verein „vorbildhaft zu sein“.
Die Schwesternschaft füllt diese Rolle gut aus,
auch dafür dankte Oberin Heidi Schäfer-Frischmann ihren engsten Mitarbeiterinnen.

Zuwachs
chs
Bald nimmt die DRK-Schwesternschaft
Berlin e.V. ihr Mitglied „nummer 1.100“
auf. Mit dieser Ausgabe der hedwig
möchten wir die neuen (Ordentlichen) Mitglieder mit ihren Namen
veröffentlichen, dazu den Einsatzort
und das Datum ihrer Aufnahme
in die Schwesternschaft; in dieser
Ausgabe: der Zeitraum vom 1. Januar
2010 bis 1. Mai 2010.

Mehr als ein Ehrenamt
„Wir sind absolut auf sie angewiesen“, sagt Elke Haughton und meint damit die Ehrenamtlichen. Sechzehn sind
es insgesamt, Angehörige von Bewohnern der Pflegeeinrichtung und ehemalige Kolleginnen. Sie alle kommen
mindestens einen Tag in der Woche in die DRK Kliniken Berlin | Pflege & Wohnen Mariendorf – freiwillig und
unentgeltlich. Dann kümmern sie sich um die Bewohner, lesen ihnen vor und unternehmen einen kleinen
Spaziergang rund um das Haus. Oder sie kaufen für die Bewohner ein, kochen mit ihnen: Die Liste gemeinsamer
Aktivitäten ist lang, es gibt Einiges zu tun. Elke Haughton ist dankbar, dass die Bewohner der Mariendorfer

DRK Kliniken Berlin
Köpenick
Katja Hensel (1. März)
Anne-Kathrin Michalik (15. April)
Vanesa Munar Janisch (15. April)
Elke Kötter (1. Mai)
Diana Schwan (1. Mai)
Sylvia Serkis (1. Mai)

Einrichtung Besuch von „draußen“ bekommen. Seit knapp zwei Jahren ist die Rot-Kreuz-Schwester für den
Bereich „Soziale Betreuung“ zuständig und setzt sie sich für den Einsatz von freiwilligen Hilfskräften ein.
Mit Erfolg, denn waren es zuvor nur ein paar Familienangehörige, die den Besuch der Verwandtschaft mit einer
Lesestunde oder eine Runde Skat verknüpften, so kümmert sich nun eine feste Gruppe um die rund 150 Heimbewohner. Verwandtschaftliche Beziehungen spielen beim Engagement der Ehrenamtlichen längst keine Rolle
mehr, Angehörige sind verstorben oder wieder ausgezogen. Entstanden sind nette Bekanntschaften, „die
Bewohner lieben ihre Ehrenamtlichen“, weiß Elke Haughton. Viele von ihnen kennt sie aus der Zeit, als sie deren
Familienmitglieder pflegte, „sie sind mir treu geblieben.“ Gut siebzig Jahre ist das Durchschnittsalter im Team
und damit dem der Heimbewohner identisch. Das erleichtert den Zugang – beiden Seiten. Die Zeit in der
Pflegeeinrichtung ist für die Ehrenamtlichen mehr als eine Aufgabe, sie finden Spaß an der gemeinsamen
Freizeitgestaltung. Selbst der sensible Bereich der Beatmungsabteilung wird dabei einbezogen. Dort, wo auch
Wachkomapatienten liegen, „diese Hemmschwelle muss natürlich überwunden werden“. Da nun ehemalige
Krankenschwestern zum Team der Ehrenamtlichen gehören, „klappt das prima“, freut sich die 54-jährige,

Pflege &Wohnen Mariendorf
Nora Krauße (1. Januar)
Theresa Kräher (1. April)
Anne-Kristin Pulvers (1. April)
Claudia Schwerin (1. April)
Sarah Wendt (1. April)
Denise Pätzold (1. Mai)
Mitte
Martina Reichelt (1. Februar)
Kerstin Michaelis (1. April)
Sandra Rau (1. April)
Park-Sanatorium Dahlem
Gabriela Agha-Mir-Salim (1. Januar)

die seit 1972 – mit kleinen Unterbrechungen – in der Mariendorfer Einrichtung arbeitet. Auf ihre Ehrenamtlichen
kann sich Elke Haughton verlassen, „zu hundert Prozent“. Ist sie im Urlaub, dann übernimmt eben einer aus dem
Team die Leitung der Handarbeitsgruppe oder organisiert einen Kochnachmittag. Nicht nur mit den Bewohnern
kommen die Ehrenamtlichen gut zurecht, auch untereinander verstehen sie sich: „Wir haben uns angefreundet,
gehen sonntags frühstücken und unternehmen Ausflüge“, dann ausnahmsweise ohne Bewohner aus der
370 kamen - Rekordbeteiligung

Pflegeeinrichtung. Elke Haughton freut sich über so viel Engagement, weiß aber auch, dass sie weiter um Unterstützung werben muss. Immer wieder spricht sie Besucher an, deren Angehörige in den DRK Kliniken Berlin |
Pflege & Wohnen Mariendorf leben. Und Elke Haughton möchte den Männeranteil im Team der Ehrenamtlichen

Westend
Kerstin Perschel (1. Januar)
Silvia Rusnak (1. Januar)
Christin Hoffmann (1. Februar)
Antje Adomeit-Mundt (1. April)
Sandra Hirt (1. Mai)
Katja Philipp (1. Mai)
Silana Redes (1. Mai)
Friederike Thiele (1. Mai)

erhöhen: auch für den „Tanztee“, den bislang fast nur die Damen des Hauses besuchen.

newsletter der drK-schwesternschaft Berlin e.V.

AUSGABE I/2010

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hedwig
» Jeder ist berufen, etwas in der Welt zur Vollendung zu bringen. «

Martin Buber

Frank Armbrust ist ein „Mann der ersten Stunde“:
Seit genau zwanzig Jahren arbeitet der Diplom-Ingenieur
für das Köpenicker Krankenhaus, seit dem 1. Januar 1992 – und
damit seit der Übernahme – ist der 53-jährige Verwaltungsleiter der DRK Kliniken Berlin | Köpenick.

Herr Armbrust, was genau ist Ihre Aufgabe?
Ich bin Verwaltungsleiter und verantwortlich für fast die
gesamten verwaltungstechnischen Abläufe im Krankenhaus,
in den ersten Jahren war ich es auch noch für die Buchhaltung,
die Personalabteilung und das Controlling. Das hat sich in den
vergangenen zwei Jahrzehnten verändert, vieles wurde zentralisiert, in der Brabanter Straße zusammengefasst. Zuletzt betraf
dies die Technik, die mir viele Jahre unterstanden hatte.
Wenn Sie heute zurückblicken, was war für Sie
die bemerkenswerteste Änderung?
Verändert hat sich in den zwanzig Jahren unglaublich viel,
etliche Personen von damals sind nicht mehr da, sind im Ruhestand, Personen, die einen großen Teil meiner Arbeit begleitet
haben. Die größte Veränderung für mich war natürlich zum
1. 1. 1992 der Trägerwechsel, in den zwei Jahren zuvor habe ich
als Verwaltungsleiter eines kommunalen Hauses eng mit dem
Senat zusammengearbeitet, am Anfang war es noch der Magistrat
von Berlin. Ich musste sehr frühzeitig erkennen, wie schwerfällig
doch der Senat arbeitet: Keine Entscheidungen waren kurzfristig
möglich, alles wurde über Riesenumwege beantragt. Jede Stelle,
die neu zu besetzen war, musste beim Senat eingereicht werden.
Das dauerte mitunter Monate, erst dann erhielten wir eine
positive oder aber negative Rückmeldung. Das ganze System
war starr und unflexibel, man selbst hatte überhaupt keine
Entscheidungsgewalt. Als es in der Wendezeit darum ging,
die Trägervielfalt in Berlin durchzusetzen, waren wir als Krankenhausleitung sehr aufgeschlossen, einen Wechsel zu vollziehen.
Es hatten sich auch andere gemeinnützige und private Träger
bei uns vorgestellt, die unser Haus übernehmen wollten. Letztendlich haben wir uns als Krankenhausleitung mit der Grundphilosophie der DRK-Schwesternschaft Berlin am besten
identifizieren können und uns Ende 1991 für sie entschieden
und mit Frau Oberin Lawrenz, Frau Oberin Schäfer- Frischmann,
Herrn Simons und Dr. Schwarz – den drei Geschäftsführern – ,
alle Einzelheiten besprochen. Das war für mich die entscheidende
Wende in der Arbeit als Verwaltungsleiter im Krankenhaus.
Und die Mitarbeiter haben alle durchweg positiv
auf den Trägerwechsel reagiert? Jein.

„Als es in der Wendezeit darum ging,
die Trägervielfalt in Berlin durchzusetzen,
waren wir als Krankenhausleitung sehr aufgeschlossen, einen Wechsel zu vollziehen.“

Vorteil der kurzen Wege
Es gab Vorbehalte?
Das ist nicht so einfach zu beantworten, da ich als Verwaltungsleiter in der damaligen Zeit nicht unbedingt wusste, was in jedem
einzelnen Mitarbeit er vor ging. 1991/92 hatte ich enorm viel zu
tun, musste die Struktur eines bundesdeutschen Krankenhauses
auf unseres übertragen. Die Mitarbeiter hatten in dieser Zeit oft
ganz andere Probleme, wir alle mussten zurecht kommen mit der
Wende, mit dem Öffnen der Stadt. Für die Mitarbeiter war immer
der sichere Arbeitsplatz wichtig und uns hat die DRK-Schwesternschaft vom ersten Moment an zugesichert, dass sich daran nichts
ändern wird – es sind alle übernommen worden.
Was war für Sie damals die größte Schwierigkeit,
vor der das Krankenhaus stand?
Ich kann hier nur über den Verwaltungsbereich sprechen,
den ärztlichen Bereich hat Dr. Sohr als Ärztlicher Leiter damals
betreut, Ute Albrecht die Pflege. Ich war sehr stark beschäftigt,
neue Strukturen einzuführen, das Rechnungswesen wurde

umgestellt, die Personalabteilung musste neu strukturiert
werden. Es wurden neue Abteilungen geschaffen: in der DDR
hat das Krankenhaus nicht selbst Rechnungen stellen können,
es gab keine Buchhaltung im heutigen Sinne, alle Rechnungen
wurden im Rat des Stadtbezirkes bearbeitet und bezahlt,
Controlling gab es überhaupt nicht. Ab 1990 hatten wir plötzlich
Rechnungen an die Krankenkassen zu stellen. Vorher war es
noch die Sozialversicherung, die saß in Mitte, dort haben wir
uns jeden Monat einen Scheck abgeholt, den wir dann auf unser
Konto eingezahlt haben. Die größte Schwierigkeit bestand nun
darin, die Mitarbeiter, die bisher in der Krankenhausverwaltung
gearbeitet haben, auf diese neuen Strukturen einzustellen.
Da mussten auch personelle Entscheidungen getroffen werden,
die nicht bei allen positive Stimmung hervorriefen, die für mich
auch alles andere als einfach waren. Ich war 1990 mit 32 Jahren
der jüngste Verwaltungsleiter in Berlin, ich war der Jüngste
im ganzen Gremium aller Chefärzte:

Akzeptanz war allein vom Alter her manchmal ein Problem, ich
wollte einige Male hinwerfen, habe dann doch weitergekämpft.
Heute kann ich sagen, ich habe die richtigen Entscheidungen
getroffen, habe die richtigen Leute unter mir gefördert...
... ein gutes Gefühl.
Ein sehr gutes. Natürlich haben wir alle Fehler gemacht,
alle miteinander, in der Wendezeit. Aber wer viel arbeitet,
macht eben auch mal Fehler.
Wann war diese Übergangszeit abgeschlossen?
Oder dauert die noch immer an?
Die Übergangszeit ist natürlich längst abgeschlossen, Änderung
gibt es aber immer noch. Die letzte Umstrukturierung war die
Zentralisierung der technischen Bereiche, das ist jetzt nach zwanzig Jahren meiner Tätigkeit noch eine der größten Umstellungen
gewesen, die wir im Unternehmen vorgenommen haben.
Der Posten eines Bereichsleiters wurde geschaffen, dem alle technischen Bereiche der einzelnen Häuser unterstehen. Nachdem
mein letzter technischer Direktor in Rente ging, ich keinen Nachfolger hatte, habe ich selbst das knapp drei Jahre übernommen
und war in persona Verwaltungsleiter und technischer Leiter.

n e w s l e t t e r d e r DR K - S c h w e s t e r n s c h a f t B e r l i n e . V .

AUSGABE I/2010

7

hedwig
» Jede Aufgabe, die ein Mensch im Rahmen der Gemeinschaft haben kann, ist im tiefsten Grund Dienst. «

Emil Oesch

Wir sind mit der Verweildauer jetzt bei sechs bis sieben Tagen,
vorher waren es fünfzehn, sechszehn Tage. Deshalb gelingt es uns,
dichter an Westend ranzukommen, die schon immer eine kurze
Verweildauer vorweisen konnten.

„Wir sind ein Kiezkrankenhaus,
allerdings mit dem hohen Anspruch,
Schwerpunktkrankenhaus zu sein.“

Aber die eigentliche große Umstellung, die war natürlich Mitte,
Ende der neunziger Jahre: Die Geschäftsführung hatte erkannt,
dass in einem so großen Unternehmen auch die zentralen
Bereiche mitwachsen müssen wie das Controlling, das Rechnungswesen, die Personalabteilung. So sind dann in den Jahren viele
meiner Mitarbeiter auch in die Zentralen gewechselt. Ich habe
im Büro eine große Magnettafel zu hängen, die die Strukturen
meines Bereichs darstellt, links oben stehen alle die Namen,
die nach 1992 in die Zentrale gegangen sind: Einkauf, Personal,
Buchhaltung – die Namensliste ist inzwischen ziemlich lang.
Aber die EDV ist Ihnen noch geblieben...
Ja, mir ist eine eigene kleine EDV-Abteilung geblieben.
Aber da Köpenick schon immer weit weg war – heute noch
für viele weit weg ist – ist es für uns gut, vor Ort eigene EDVMitarbeiter zu haben. Hinzu kam, dass wir von der Bettenanzahl
her das größte Haus im Unternehmensverbund sind. Allerdings
werden im Westend jährlich mehr Patienten behandelt.
Die Patienten in Köpenick sind jedoch deutlich älter und
haben eine größere Fallschwere.
Das hängt mit der sozialen Struktur des Stadtbezirks zusammen.
Auch, Köpenick ist ein überalterter Bezirk. Und es liegt auch
in der Angebotspalette: keine Kinderklinik, keine Kinder- und
Jugendpsychiatrie wie in den DRK Kliniken Berlin I Westend.
Und wir hatten seit 1993 eine „Klinik für physikalische und
rehabilitative Medizin“ mit einer hohen Verweildauer und das
hat unseren Durchschnitt sehr gedrückt. In den vergangenen drei,
vier Jahren ist eine neue Generation von Chefärzten zu uns
gekommen, da hat sich ein komplettes Umdenken vollzogen:

Den Fehlern auf der Spur
Mit ihnen werden die Fehler analysiert
und es werden Verbesserungen erarbeitet.

Die DRK Kliniken Berlin | Westend haben für Sie eine Vorbildfunktion?
Es gibt keine Vorbildfunktion, darauf achtet auch die Geschäftsführung. Alle Statistikdaten werden ausgewertet und verglichen,
aber es wird nie gemahnt: „Nehmt Euch Westend zum Vorbild“
oder den Kollegen gesagt: „Schaut Euch die Köpenicker an“.
Das ist nicht der Fall, es gibt keine Konkurrenzsituation! Hier
in Köpenick versorgen wir sehr viel ambulant, vor- und nachstationär. Wir vergleichen uns nur miteinander.
Große Unterschiede zu den anderen DRK Kliniken, gibt es die?
Ja, die gibt es. Schon allein durch die Struktur, durch das
Leistungsspektrum. Wir sind ein Kiezkrankenhaus, allerdings
mit dem hohen Anspruch, Schwerpunktkrankenhaus zu sein,
orientiert auf Treptow-Köpenick und das Umland.
Das ist Ihre Stärke?
Ja. Und wir haben den Vorteil, dass wir in Köpenick keine
so starke Konkurrenz spüren wie die DRK Kliniken Berlin I Mitte
mit dem Jüdischen Krankenhaus. Das Westend hat auch große
Krankenhäuser in der Nachbarschaft wie zum Beispiel das
Benjamin-Franklin. Hier in Köpenick gibt es noch das Krankenhaus „Hedwigshöhe“, ein verhältnismäßig kleines Krankenhaus,
das uns allerdings immer mehr Kopfzerbrechen bereitet,
da dort Leistungen angeboten werden, die wir bislang nur allein
erbracht haben. Wir müssen immer hellwach sein und müssen
sehen, wie wir die Patienten zu uns bekommen.
Wie können die DRK Kliniken Berlin | Köpenick dabei von
ihrem Träger profitieren, der Schwesternschaft?
Mit der DRK-Schwesternschaft Berlin haben wir einen Träger,
der uns die Sicherheit gibt, offen zu sein für Neues, um Anschluss
zu halten – denken Sie dabei nur an die baulichen Veränderungen
bei uns. Wir haben den großen Vorteil, kurze Wege bis zur
endgültigen Entscheidung nutzen zu können, die kommunale
Krankenhäuser nach wie vor nicht haben. Wenn sich herausstellt,
dass wir dieses oder jenes verändern oder neu machen müssen,
so gibt es in den DRK Kliniken Berlin einen ganz kurzen Weg
zur Geschäftsführung, die Geschäftsführung gibt den Antrag
in den Aufsichtsrat zum Träger und dann wird umgehend eine
Entscheidung getroffen: ja oder nein. Das ist das Besondere!
Ich habe zwei Jahre für einen kommunalen Träger gearbeitet,
nach achtzehn Jahren bei einem gemeinnützigen kann ich nur
sagen: Ich schätze mich glücklich, in einem gemeinnützigen
Verbund zu arbeiten.

Wie muss man sich die Arbeit der
Fehlerkommission vorstellen?

Unfehlbarkeit und Perfektion sind nach
menschlichem Ermessen nicht möglich:
Fehleinschätzungen, falsche Entscheidungen und fehlerhafte Handlungen gehören
zum Alltag, auch in der Medizin und
in der Pflege. Gerade in diesen sensiblen
Bereichen jedoch können Fehler katastrophale Folgen bewirken; nur der offene
Umgang mit Fehlern hilft, diese künftig zu
vermeiden. Seit genau zwei Jahren arbeitet
in den DRK Kliniken Berlin eine „Fehlerkommission“, Annette Skalla aus den
DRK Kliniken Berlin I Westend ist Mitglied
in diesem Gremium.

Ein Mitarbeiter meldet einen Fehler einem
Mitglied der Fehlerkommission, dieses meldet
den Fehler der Vorsitzenden der Fehlerkommission. Die Mitglieder der Fehlerkommission
bearbeiten den Fall, vereinbaren einen VorOrt-Termin mit allen Beteiligten. Anschließend
wird der Fehlerhergang beschrieben und eine
Ortsbesichtigung durchgeführt; alles wird dann
in der Sitzung der Fehlerkommission vorgestellt. Die Kommission analysiert den Fehler,
berät sich und schlägt Veränderungen vor. Im
letzten Schritt bekommt der Mitarbeiter, der
den Fehler gemeldet hat, eine Rückmeldung.

Fehlers an die Fehlerkommission werden
hausübergreifende Verbesserungen und
Veränderungen erarbeitet und so Sicherheitslücken geschlossen.

Kann man bereits Verbesserungen
im Umgang mit Fehlern und BeinaheFehlern feststellen?
Mitarbeiter oder Abteilungen, die Fehler
gemeldet haben, die dann von der Kommission
bearbeitet wurden, haben uns die Rückmeldung
gegeben, dass sie froh waren, wie mit dem
Fehler umgegangen worden ist. Die Fehlerkommission sucht nicht nach Schuldigen,
sondern danach, was wir im System ändern
oder verbessern können. Diese Mitarbeiter
gaben uns zu verstehen, dass sie jetzt weniger
Scheu hätten, einen Fehler zu melden.

Frau Skalla, was ist das, eine „Fehlerkommission“?
Die Fehlerkommission wurde von der
Geschäftsführung der DRK Kliniken Berlin
eingerichtet. Sie hat die Aufgabe, Fehler und
sogenannte „Beinahe-Fehler“ zu untersuchen,
dabei eine interne Fehleranalyse durchzuführen
und schließlich Verbesserungsvorschläge
zu erarbeiten. Alle gemeldeten Fehler werden
selbstverständlich auf Wunsch streng
vertraulich bearbeitet.
Der erste Schritt: erkennen, was falsch ist

Ist diese Kommission eine „Erfindung“
der DRK Kliniken Berlin?
Nein, „Risikomanagement“ heißt es in einigen
Kliniken, also Fehleranalysen durch freiwillige,
anonyme Fehlermeldungen. Die Luftfahrt ist
uns da um Jahre voraus. Aus Fehlern lernen
und sich verbessern, das ist das Beste, was man
machen kann. Die DRK Kliniken Berlin haben
das erkannt und sind mit der Installierung der
Fehlerkommission sogar noch einen Schritt
weiter gegangen. Fehler werden nun nicht
mehr nur anonym gemeldet und in Statistiken
erfasst, sondern es stehen Menschen dahinter.

Wie oft werden Sie angesprochen,
also auf Fehler aufmerksam gemacht?

Welche Fehler werden typischerweise
der Kommission gemeldet?

Leider noch nicht oft genug: Wo Menschen
zusammenarbeiten, entstehen Fehler, das ist
menschlich. Aber Menschen müssen auch den
Mut haben, Fehler einzugestehen. Wir sind
eher bedacht, schnell Lösungen für unseren
Fehler zu finden. Besser wäre aber der Ansatz:
Dieser Fehler könnte auch Anderen passieren,
das darf nicht sein! Mit der Meldung des

Es gibt meiner Meinung nach keine typischen
Fehler. Wie sagt man: „Jeder Fehler ist ein
Schatz, mit dem man sorgsam umgehen muss“.

Hinweis: Weitere Informationen wie die
Namen aller Mitglieder und ihre Kontaktdaten
finden Sie im IntraNett.

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AUSGABE I/2010

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hedwig
» Jede Aufgabe, die ein Mensch im Rahmen der Gemeinschaft haben kann, ist im tiefsten Grund Dienst «

Emil Oesch

Bedford-College (Florence-Nightingale-

„Ein besonderes

School) in London. 1920 wurde Gerda

Kennzeichen für Oberin

von Freyhold zur Oberin des Märkischen

von Freyhold ist, dass

Hauses für Krankenpflege in Berlin
berufen. Sieben Jahre lang führte sie diese

sie sich unermüdlich

Rot-Kreuz-Schwesternschaft bis sie ab 1930

immer wieder auch in

die Oberinnenvertretung für die Rittberg-

großen Schwierigkeiten

schwesternschaft wie auch für die RotKreuz-Schwesternschaften Hamburg-

für das DRK eingesetzt

Schlump und Meiningen übernahm.

hat, insbesondere

Im Jahr 1934 wurde Gerda von Freyhold

natürlich für die Schwes-

Oberin der neu gegründeten Brandenbur-

tern und dass sie wirklich

gischen Schwesternschaft, bereits seit dem
1. Juni 1933 leitete sie den Pflegedienst an

in allen schwierigen Zeiten

der Charité: Die Brandenburgischen

immer ein standhafter

Schwestern hatten die Charité-Schwestern-

Zinnsoldat war.“

schaft abgelöst und bis 1945 sollten sie
die Patienten der renommierten Berliner

Nüchtern, sachlich und mit viel Humor

Ehrengard von Graevenitz.

Klinik betreuen. 1939 wurde Oberin von
Freyhold vom Internationalen Komitees
vom Roten Kreuz mit der „FlorenceNightingale-Medaille“ ausgezeichnet.

Gerda von Freyhold (1882-1963), Oberin des Märkischen Hauses für Krankenpflege
und der Brandenburgischen Schwesternschaft Marienheim

Gerda von Freyhold arbeitete lange Zeit
im Beratenden Ausschuss für Pflegewesen
der Liga der Rot-Kreuz-Gesellschaften,
sie war die Vertreterin von Generaloberin
Elisabeth Tomitius. Auch der SchwesternVersicherungsverein wählte sie bereits
1926 in den Vorstand, später saß die

„Ein besonderes Kennzeichen für Oberin

Und diese Charaktereigenschaften sind

von Freyhold ist, dass sie sich unermüdlich

wohl in den letzten Kriegsjahren zum

„Immer ein standhafter Zinnsoldat“

immer wieder auch in großen Schwierig-

Vorschein getreten, als die Charité bei

Wegen ihrer Mitgliedschaft in der NSDAP

keiten für das DRK eingesetzt hat, ins-

Luftangriffen schwer beschädigt wurde:

wurde Gerda von Freyhold jedoch im

besondere natürlich für die Schwestern

Ein Großteil der Kliniken zog nach

Sommer 1945 von der Pflegedienstleitung

und dass sie wirklich in allen schwierigen

Berlin-Buch, Oberin von Freyhold gelang

an der Charité entbunden, ihr blieb die

Zeiten immer ein standhafter Zinnsoldat

es, die pflegerische Versorgung trotz

Leitung der Rot-Kreuz-Schwesternschaft,

war“ bemerkte einmal Ehrengard von

des Chaos aufrecht zu erhalten.

die nun das Marienheim im West-Sektor

Graevenitz. Der Verband der Schwestern-

Gerda von Freyhold wurde am 3. Juli

der geteilten Stadt übernahm. Gerda von

schaften vom Deutschen Roten Kreuz

1882 in Westpreußen geboren. 1907 trat sie

Freyhold fand nach der Pensionierung

schrieb in seinem Nachruf, dass Gerda

in den Rot-Kreuz-Schwesternverband des

1953 schnell neue Aufgaben: Sie arbeitete

von Freyhold jüngeren Menschen durch

Vaterländischen Frauenverein Wiesbaden

als Beraterin der Berliner Rot-Kreuz-

ihre Tatkraft, Geradlinigkeit und Uner-

Städtisches Krankenhaus ein. Dort erhielt

Schwesternschaften und wurde darüber

schrockenheit Vorbild war und dass ihre

die 25-Jährige ihre krankenpflegerische

hinaus Mitglied des Hauptvorstands des

starke Persönlichkeit über die eigene

Ausbildung, danach besuchte sie die

DRK-Landesverbandes Berlin. Nach langer,

Schwesternschaft hinaus die Arbeit vieler

Oberinnen-Schule der Rot-Kreuz-Schwes-

schwerer Krankheit starb Gerda von

Rot-Kreuz-Schwestern beeinflusst hat.

ternschaften in Kiel und studierte am

Freyhold am 20. Dezember 1963.

Oberin im Aufsichtsrat.

„Frau Oberin von Freyhold ist außerordentlich nüchtern und sachlich.
Sie verfügt über sehr viel Humor. Aber jede Art von übertriebener Lobpreisung würde ihr sicher entsetzlich sein“ beschrieb Oberin Ehrengard
von Graevenitz von der Rittberg-Schwesternschaft ihre Kollegin.

Letzte Ruhestätte auf dem Evangelischen Friedhof in Mariendorf

In der Reihe „Oberinnen im Porträt“
sind bereits erschienen:
hedwig 0 1.2007: Elsbeth von Keudell
hedwig 02.2007: Anna Maria Luise Scheld
hedwig 01.2008: Rose Zirngibl
hedwig 02.2008: Hedwig von Rittberg
hedwig 01.2009: Hertha Janke
hedwig 02.2009: Claire Port

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AUSGABE I/2010

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hedwig
» Eigentlich sollte man einen Menschen nicht bemitleiden, besser ist es, ihm zu helfen. «

Maxim Gorki

Zurück zu
den Wurzeln
„Die Identifikation unserer
Schülerinnen und Schüler
mit dem Träger, der
DRK-Schwesternschaft,
ist sehr hoch.“

Oberin Heidi Schäfer-Frischmann war seit 1986 Geschäftsführerin der
„DRK Krankenhaus GmbH I“, ab 1992 dann auch die der „GmbH II“; diese Krankenhausgesellschaft
ist für den Betrieb der DRK Kliniken Berlin | Köpenick zuständig.

Frau Oberin, wann haben Sie das erste Mal
ein Krankenhaus in der ehemaligen DDR besucht?

Wurde die Putzfrau krank, dann haben eben die Kranken-

Das war 1991 das Oskar-Ziethen-Krankenhaus und kurz danach

Stationsarzt gegenüber dem Pflegebereich weisungsbefugt war.

schwestern geputzt. Eine Besonderheit damals war auch, dass der

den „Lindenhof“, beide Einrichtungen gehörten zusammen.
Was wäre für Sie erhaltenswert gewesen?
Und wie war Ihr erster Eindruck?

Im Nachhinein denke ich, dass auch die Polikliniken durchaus

Ein gut geführtes Krankenhaus, jedoch renovierungsbedürftig

sinnvoll waren, die entstehen ja als Medizinische Zentren

und im Vergleich zum westlichen Standard zurückliegend.

letztendlich neu. Auch die Ausbildung in der Pflege war aus
meiner Sicht fundiert und mit der in der Bundesrepublik

Gab es für Sie Unterschiede in den Arbeitsabläufen?

durchaus vergleichbar.

Bei diesem ersten Treffen haben wir uns mit der Krankenhausleitung unterhalten, auch die Pflegedienstleitung war dabei.
Was ich da feststellen konnte war, dass es insbesondere im sozialen

Als sich die deutsche Einheit abzeichnete, wann war
für die Schwesternschaft klar: Wir müssen in den Osten?

Bereich Unterschiede gab – nehmen Sie nur die Regelung, dass

Die Schwesternschaft hat ihre historischen Wurzeln in Gesamt-

eine Mutter mit ihrem kranken Kind acht Wochen zu Hause

Berlin und in Brandenburg, also in Oranienburg, Potsdam-

bleiben konnte, auch gab es in den Krankenhäusern Kinder-

Babelsberg, Berlin-Weißensee. Allein daraus ergab sich für uns

gartenplätze. Die Arbeitsbedingungen innerhalb des Kranken-

der Anspruch, nach der Wiedervereinigung im ehemaligen Osten

hauses selbst waren anders als im Westen, die Krankenschwestern

Fuß zu fassen. Nie hätten wir gedacht, dass es so schnell gehen

zum Beispiel waren auch für die Küche zuständig und

würde. 1991 gab der Berliner Senat das Ziel vor, im Ostteil der

Hohe Ehre: Bundespräsident Johannes Rau zeichnete 1999 Oberin Heidi Schäfer-Frischmann aus

mussten Küchenarbeiten übernehmen.

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AUSGABE I/2010

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hedwig
» Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt. «

Heinrich von Kleist

endgültig besaßen,

Die Berliner Schwesternschaften waren früher auch im Umland aktiv:
Wann wird es mal heißen „DRK Kliniken Berlin-Brandenburg“?

stand sofort die Über-

Da muss man abwarten, in Brandenburg ist das Angebot an

nahme eines Ost-

geeigneten Übernahmekandidaten sehr begrenzt. Es wird aber

Krankenhauses auf

der Schwesternschaft gut tun, sich weiterhin auf Berlin

der Tagesordnung.

zu konzentrieren, hier ihre Standorte auszubauen und neue

Gleichzeitig musste

Fachrichtungen aufzunehmen, so wie wir bislang auch verfahren

das Krankenhaus

und genau darauf sollten wir uns konzentrieren.

Als wir das Westend

Jungfernheide auf
das Gelände des neu
erworbenen Westend-Krankenhauses umziehen – innerhalb
von zwei Tagen! Am 31. 12. 1991 unterschrieben wir dann
im Roten Rathaus den Vertrag zur Übernahme des SalvadorAllende-Krankenhauses.
Später sind andere Kliniken hinzugekommen,
ist Köpenick dennoch etwas Besonderes geblieben?
Die DRK Kliniken Berlin I Köpenick sind und werden immer
etwas Besonderes bleiben – allein schon wegen ihrer Größe
und weil uns dort das Grundstück gehört. Es war eine der größten
Übernahmen überhaupt und sie ist lautlos über die Bühne
gegangen. Sie haben nie in der Presse etwas über betriebsbedingte
Kündigungen gelesen oder dass die Mitarbeiter unglücklich mit
dem Trägerwechsel waren. Ich bin überzeugt: Noch heute sind
die Köpenicker zufrieden, dass sie von der Schwesternschaft
übernommen wurden! Die gesamte Übernahme war eine sehr
gute Leistung - leider findet das in den Medien nur wenig BeachDas Krankenhaus kurz nach der Übernahme...

Stadt Parität durchzusetzen, so dass gemeinnützige und religiös

tung: tausend Mitarbeiter wurden übernommen, wir haben sehr
Und beide entsprachen unseren Erwartungen, letztendlich hat

geprägte Krankenhausträger hier Einrichtungen übernehmen

dann die Krankenhausleitung entschieden. Staatssekretär Orwat

konnten. Das war ein großes Anliegen von Detlef Orwat, der war

sprach später von einer Hochzeit: Er hat die Brautleute zusam-

zu der Zeit Staatssekretär in der Berliner Gesundheitsverwaltung.

mengeführt, also die DRK-Schwesternschaft Berlin und das

Und so wurden wir gefragt, ob wir bereit für die Übernahme

Salvador-Allende-Krankenhaus.

eines Krankenhauses sind, das waren wir natürlich und so kam
die Geschichte dann ins Rollen.
Was sprach für das Salvador-Allende-Krankenhaus in Köpenick?
Der Senat hatte uns angeboten, die Salvador-Allende-Klinik aus
kommunaler Trägerschaft hinauszunehmen. Einrichtungen in
unmittelbarer Nähe wie zum Beispiel die Hedwigshöhe oder das
Krankenhaus Friedrichshain standen nicht zur Diskussion, anders
als eben die Allende-Klinik und das Oskar-Ziethen-Krankenhaus
mit dem Lindenhof. Die Kliniken haben wir uns angeschaut und
mit der Krankenhausleitung gesprochen.

viel an Eigenmitteln investiert. Denn Köpenick war renovierungsim ehemaligen Osten. Als Träger haben wir alles getan, damit
es so schön wird, wie es heute ist. Das Krankenhaus ist ja kaum
wiederzuerkennen, wenn man es betritt, sich die Stationen
anschaut und auch die anderen Bereiche sieht. Das ist schon

Zu der Zeit waren es zwei Krankenhausübernahmen,
eine beeindruckende Leistung...
Ja, und das kann man nicht genug würdigen. Man darf nicht
vergessen: Vor der Sommerpause 1991 schien das Westend-

... und heute. Die Modernisierung wurde zum Großteil aus Eigenmitteln finanziert.

bedürftig, trotzdem war es noch eines der besten Krankenhäuser

eine großartige Leistung, an der haben aber auch die
Mitarbeiter einen großen Anteil.

Krankenhaus praktisch verloren, wir standen vor der Situation,

Schwesternschaft und ihre Kliniken wären
ohne Köpenick nicht so gut aufgestellt?

nur noch Mariendorf und Mitte zu besitzen. Berthold Simons,

Ich bezweifle, ob wir auf dem Berliner Gesundheitsmarkt

Dr. Gerhard Schwarz und ich (die Geschäftsführer der Kranken-

ohne unser Köpenicker Krankenhaus genauso gut dastehen

haus GmbH – Anm. d. Red.) sind Klinken putzen gegangen,

würden wie heute.

„Ich bezweifle, ob wir auf dem
Berliner Gesundheitsmarkt
ohne unser Köpenicker Krankenhaus
genauso gut dastehen würden
wie heute.“

auch beim Senat, um das Schiff vor dem Untergang zu retten.
Das ist uns dann im Sommer ´91 auch gelungen.

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hedwig
» Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren. «

Albert Schweitzer

Gute Regeln Mehr als drei Millionen Ergebnisse zeigt die Internet-Suchmaschine Google an,
gibt man bei der Recherche „Ethik“ ein. Auch in Tageszeitungen, im TV und Radio taucht in den Schlagzeilen
immer wieder der Begriff „Ethik“ auf: Dort wird über ethische Nachhaltigkeitsfonds berichtet, die eine
Geldanlage für das gute Gewissen versprechen. Marketingabteilungen von Großkonzernen werben in
Anzeigen mit Werten und Ethik in ihren Unternehmen, die Bundeswehr hat kürzlich ihr „Ethik-Zentrum“
eröffnet. Journalisten selbst berufen sich auf die Pressefreiheit, wenn ihnen mangelnde Moral vorgeworfen
wird. An die Ethik appellieren auch die Kritiker, die den Kliniken Geldgier und die Kommerzialisierung der
Medizin vorwerfen. All dies zeigt, wie komplex und vielseitig der Begriff ist, wie sehr „Ethik“ und „ethisch“
längst Einzug in den Alltagswortschatz gehalten haben. Ethik ist auch Thema des Fortbildungstages am
1. Juli 2010, organisiert wird er derzeit im Rahmen eines Projektes von den Teilnehmerinnen des „Managementkurses 20092011“. Fachliche Unterstützung erhalten die siebzehn Rot-Kreuz-Schwestern von ihren Kursleiterinnen Dagmar Avital (Abteilung
Fort- und Weiterbildung) und Gunhild Leppin (Zentrales Pflegemanagement). Ihnen ist es gelungen ein Tagungsprogramm
auszuarbeiten, das den Veranstaltungsteilnehmern die Bedeutung von Ethik im Berufsalltag an den DRK Kliniken Berlin näher
bringt. Mitarbeiter aus dem Unternehmen, aber auch externe Dozenten werden in Vorträgen ihr Fachwissen zu dieser komplexen
Thematik vermitteln. „Uns ist es wichtig, Ethik als verantwortliche Beziehung zu unseren Mitmenschen und zu unserer Umwelt
sowohl im Privaten wie auch beruflichen bzw. klinischen Alltag zu sehen“, schrieben die Organisatorinnen
des Fortbildungstages in ihrer Einladung.

Sabine Bergmann-Pohl

Auf der Suche nach dem Mittelweg

„Get well soon“ Fast 900.000 Berliner und damit jeder vierte
Einwohner der Hauptstadt hat einen Migrationshintergrund, Mitte weist dabei
mit 45 Prozent den höchsten Anteil auf. Für die Mitarbeiter des Krankenhauses
in diesem Bezirk gehört es daher zum Alltag Patienten zu pflegen, deren Muttersprache nicht deutsch ist und die sich oft nur schwer verständigen können.
Seit einigen Wochen nun liegt auf jeder Station der DRK Kliniken Berlin | Mitte
ein Wörterbuch aus. Die Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Patienten
mittels Gebärden soll nicht mehr erforderlich sein, Fachbegriffe können jetzt
nachgeschlagen und in der Sprache des Patienten wiedergegeben werden.
Realisiert wurde das „Mini-Wörterbuch“ von Schülern des Bildungszentrums
für Pflegeberufe. Sie selbst haben in ihrem Praxisunterricht erlebt, wie schwierig
die Verständigung mit dieser Patientengruppe sein kann. Und sie haben erkannt,
dass unter der Sprachbarriere die Qualität der Pflege leidet. „Ausbildung von
Fähigkeiten zur Eigeninitiative“ war Teil des Projektunterrichts der Schüler vom
Kurs „A 2007/2010“ und aus eigener Initiative entstand auch die Idee, ein Hilfsmittel
zu entwickeln, das den Kontakt mit Patienten unterstützt und so den Anspruch
einer individuellen Pflege tatsächlich zu erfüllen hilft. Englisch, Russisch und
Türkisch - in je einer dieser Sprachen können Patricia Chota, Inna Wollert und
Burcu Ugur perfekt kommunizieren. Die Drei leiteten die Arbeitsgruppen, in denen
Mitschüler pflegerelevante Vokabeln sammelten und übersetzten. Eine vierte
Gruppe bekam die Aufgabe, die Arbeit der anderen AG‘s zu koordinieren. Dass
das ganze Projekt keine überflüssige Beschäftigungstherapie war, zeigt die große
Resonanz auf die Publikation: Sämtliche Stationen der DRK Kliniken Berlin haben
je zwei Exemplare des „Mini-Wörterbuchs“ erhalten, immer häufiger werden
dort Vokabeln nachgeschlagen – von Pflegekräften und ihren Patienten.

Die erfahrene Politikerin kann man in jedem Satz spüren, sie kommen fast
druckreif. Diese und ähnliche Fragen hat sie tausendfach beantwortet. Wenn
das Gespräch auf den Beruf, den Vater und die Zeit vor 20 Jahren kommt, werden
die Antworten persönlicher, emotionaler. Der Beruf, den sie liebt, der Vater, Arzt
und Förderer, der sie stark beeinflusst hat und die Umstände einer Zeit, die ein
Staats-oberhaupt aus ihr machten. Mit einem lachenden und einem weinenden
Auge erinnert sich Sabine Bergmann-Pohl an die Zeit vor fast genau zwanzig
Jahren. Im März 1989 wurde sie zur Präsidentin der letzten DDR-Volkskammer
gewählt. 13 Jahre hielt sie es in der Politik aus, heute ist Sabine Bergmann-Pohl
Präsidentin des DRK-Landesverbandes in Berlin und Mitglied des Vorstandes
der DRK-Schwesternschaft Berlin.

Deutschland feiert – bereits im
zweiten Jahr, den Mauerfall und
die Wiedervereinigung. Natürlich
erinnert sich Sabine Bergmann-Pohl
gern an die aufregende Zeit vor
zwanzig Jahren. Auch an die zwanzig Jahre davor – als Ärztin im DDRGesundheitswesen in Ostberlin.
Es fiel ihr nicht leicht, 1989 den Arztkittel für einen Platz in der ersten
Reihe der Politik einzutauschen.
Damals suchte man unbelastete
Menschen, die sich politisch engagieren wollen. Sie wurde gefragt,
ob sie bereit wäre, für die Volkskammer zu kandidieren.

n e w s l e t t e r d e r DR K - S c h w e s t e r n s c h a f t B e r l i n e . V .

AUSGABE I/2010

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hedwig
» Zu einem vollkommenen Menschen gehört die kraft des Denkens, die kraft des Willens, die kraft des herzens «

„Ich hab mich schwer getan, weil
ich meinen Beruf nicht aufgeben
wollte, bin sogar mit der Hoffnung
in die Volkskammer gegangen,
beides vereinbaren zu können.“
Eine Illusion, wie sich herausstellte.
Von einem Tag auf den anderen
musste sie den Beruf niederlegen.
In der kurzen Zeit der Volkskammer folgten 38 Sitzungen, 164 Gesetze und 93 wichtige Beschlüsse,
die Staatsverträge zur Währungs-,
Wirtschafts- und Sozialunion sowie
Einigungs- und Zwei-Plus-VierVertrag. Ein wenig, sagt BergmannPohl, wollte sie in dieser Zeit die
Stimme des Ostens sein. Im Gesundheitsministerium, wohin sie 1991
wechselte, kämpfte sie dafür,
bestimmte Strukturen aus dem
DDR-Gesundheitswesen anzuschauen, die es wert waren, sie in
der Bundesrepublik zu etablieren.
Die Erfahrung war ernüchternd,
denn Politiker und Beamte waren
damals resistent gegenüber derartigen Vorschlägen. Nichts aus diesem System konnte gut sein. „Oft
hätte ich mir gewünscht“, sagt sie,
„dass meine Kollegen in der Fraktion zugehört hätten.“ Sie ist
trotzdem zufrieden mit den Ergebnissen ihrer politischen Arbeit.
Als Staatssekretärin im Gesundheitsministerium hat sie viele
Projekte angestoßen, hat Arbeitsgruppen initiiert zur Arzneimittelsicherheit oder zu gesundheitlichen
Auswirkungen von Hormonen
in der Fleischproduktion. BSE war
damals ein großes Thema und der
Skandal um HIV-verseuchte
Blutkonserven. Nicht immer ist sie
dabei von der Presse mit Samthandschuhen angefasst worden. „Politik
ist ein hartes, rücksichtsloses Geschäft“, sagt sie „und teilweise leidet
man natürlich unter den Attacken.
Man muss sich ein dickes Fell
anschaffen.“ Ganz gelungen sei ihr
das nie, weshalb sie froh ist über
ihren Entschluss, aus der Politik
auszuscheiden.

luDWiG VOn feuerBach

sich ständig, der Staat zieht sich
mehr und mehr aus der öffentlichen Förderung zurück, so dass
Geld erwirtschaftet werden muss,
um neue soziale Projekte in Angriff
nehmen zu können. Und hier steckt
dann wieder ein wenig Politik in
der Arbeit. Denn auch wenn Sabine
Bergmann-Pohl ihre Arbeit mehr
als soziale Aufgabe versteht, ganz
losgelöst von der Politik ist sie nicht
zu meistern. Erfreulich findet sie,
dass in den zwanzig Jahren der
Wiedervereinigung ein Umdenken
beginnt. Man könne nicht vierzig
Jahre gelebtes Leben in den Mülleimer der Geschichte werfen und
insofern sei es wichtig, dass
Erkenntnisse, auch aus dem Leben
der DDR, endlich anders wahrge-

Im Vorstand als „DRK-erfahrene Persönlichkeit“
Das war 2002. Ein Jahr später wird
Sabine Bergmann-Pohl Präsidentin
des DRK-Landesverbandes Berlin.
Das ist nicht gerade ein TraumJobangebot zu jener Zeit: Der Verband ist pleite. „Alle haben mich
davor gewarnt, das zu machen.“
Sie entschied sich trotzdem dafür,
das Amt zu übernehmen, als eine
Art Herausforderung. Die schwierigste Aufgabe war nicht, den
Verband finanziell wieder auf eine
gesunde Basis zu stellen, erinnert
sie sich, sondern Misstrauen abzubauen, Strukturen zu verändern
und in die Zukunft zu schauen.
Damals trennte sich der Landesverband von einigen Einrich-

tungen, verkaufte Immobilien,
darunter auch das Gründungshaus
in der Bundesallee. „Heute“, sagt
sie, „wird das DRK wieder positiv
wahrgenommen.“ Das schönste
aber sei, dass man das Gründungsgebäude zurückkaufen konnte
und nun pünktlich zum 60. Geburtstag des Verbandes im Mai
dort wieder seinen Sitz nahm.
„Wir bewegen wieder etwas in
Berlin“, sagt die Präsidentin, nicht
ohne Stolz. Einfacher werden die
Aufgaben nicht, weiß sie, denn
gerade im Gesundheitswesen und
in der Pflege findet derzeit ein
gewaltiger Wandel statt: die
Rahmenbedingungen ändern

Sabine Bergmann-Pohl:
Aus der Arztpraxis
in die Volkskammer

nommen werden als vor zwanzig
Jahren. „Kinderbetreuung, die
Krippen, das war damals Teufelszeug, wir alle Rabenmütter“, sagt
sie, „das Wort Poliklinik wollte
keiner hören. Heute gibt es sie
wieder, als Medizinische Versorgungszentren, das ostdeutsche
System der Betreuung chronisch
Kranker taucht plötzlich wieder auf
als schickes 'Disease-Management’.“
Ein Zeitungsartikel charakterisierte
die Arbeit von Sabine BergmannPohl einmal als „immer auf der
Suche nach einem Mittelweg“.
Wenn man Menschen mitnehmen
will, muss man auch Kompromisse
schließen können, sagt sie. Die Kopfdurch-die-Wand-Methode liege ihr
nicht. „Man wird nie alles durchsetzen können, was man selbst sich
als Ziel setzt.“ Und der kleinste
gemeinsame Nenner sei immer
noch besser, als zu scheitern. Da ist
sie Pragmatikerin. Nicht ganz so
pragmatisch ist sie bei persönlichen
Sachen, in der Familie, oder wenn
sie ihre Mitgliedschaft in der CDU,
der sie seit 1981 angehört, verteidigt.
Werte, Erziehung und Disziplin sind
Sabine Bergmann-Pohl, die aus
einem christlichen Elternhaus
stammt, wichtig. Sie selbst bezeichnet sich als konservativ

in diesen Dingen und Einiges in
diesen Bereichen gerät ihrer Meinung nach etwas „aus den Fugen“.
Auch in den Schulen. „Für uns
war es damals unvorstellbar in
der S-Bahn nicht aufzustehen,
wenn ein älterer Mensch einstieg.
Das erlebe ich heute fast überhaupt
nicht mehr.“ Geboren ist Sabine
Bergmann-Pohl im ersten Jahr nach
dem Krieg im „wunderschönen
Eisenach“, aufgewachsen in Ruhla,
einem kleinen Ort im Thüringer
Wald. An ihre Kindheit dort
erinnert sie sich gern. Thüringisch
sei an ihr heute allerdings nur noch
die Freude am Wandern – und am
Kochen: „Ich mache passable
Kartoffelklöße.“ Schon früh kam
sie mit dem Beruf des Arztes
in Berührung. Im Krankenhaus
in Ruhla, wo der Vater – ein
Chirurg - seit 1957 als Chefarzt war,
spielte sie häufig. Nicht selten hat
sie zugesehen, wenn er behandelte.
Dass sie zwischenzeitlich daran
dachte Hotelmanagerin zu werden,
weil sie im ersten Anlauf nicht zum
Studium zugelassen wurde, fand
ihr Vater gleich „absurd“. Als vorbereitende „Bewährung in der
Praxis“ absolvierte sie dann ein
Praktikum in der Berliner Gerichtsmedizin. Der Vater schenkte seiner
Tochter ein Lehrbuch vom zukünftigen Chef, dem renommierten
Pathologen Professor Otto Prokop.
„Da habe ich die ersten Nächte nur
von gespaltenen Köpfen und
irgendwelchen anderen Mordinstrumenten geträumt, aber das hat
sich schnell gegeben. Es war eine
gute Schule für die Anatomie.“
1972 schließt sie ihr Studium ab
und wird 1980 Leiterin einer
Poliklinik, später Ärztliche Direktorin der Bezirksstelle für Lungenkrankheiten und Tuberkulose.
Weil sie deswegen nicht in die
SED-Partei will, wie man ihr nahe
legt, tritt sie in die Blockpartei
CDU ein. „Ich war nie Bürgerrechtlerin, ich hatte nicht den Mut, mich
gegen den Staat aufzulehnen“,

sagt sie dazu in einem Interview,
und: „Man musste sich arrangieren,
es konnten doch nicht alle
ausreisen.“ Ihre zweite Laufbahn
in der Politik hat sie nie angestrebt.
Dass einige mäkeln, die Einheit sei
viel zu schnell gekommen, findet
sie kurios. 600.000 Menschen haben
1990 die DDR verlassen.

Wie lange hätte man warten
sollen? Heute versucht sie zu erklären, dass Vergangenheit in der
DDR nicht schwarz-weiß war.
Dazu hält sie viele Vorträge.
Gelegenheit dazu gibt es sicher
viele, im Jahr der Jubiläen.

„Man wird nie alles durchsetzen
können, was man selbst sich als Ziel
setzt. Und der kleinste gemeinsame
Nenner sei immer noch besser,
als zu scheitern.“

newsletter der drK-schwesternschaft Berlin e.V.

AUSGABE I/2010

19

hedwig
» Nicht die Welt macht diese Menschen, sondern diese Menschen machen die Welt.«

Elfriede Hablé

Managementkurs
feierte Bergfest
Ende März konnten die Teilnehmerinnen des
Managementkurses feiern: Zwar haben sie den
Abschluss noch nicht in der Tasche, zumindest
die Hälfte des Kurses aber ist geschafft. Und
so belohnten sich die 17 Rot-Kreuz-Schwestern
selbst mit einem Essen im „Barolo II“, einem
Restaurant unweit der Zentrale der Schwesternschaft in Lankwitz. Hier in der Mozartstraße
absolvieren die Rot-Kreuz-Schwestern zurzeit den
„Lehrgang zur Heranbildung von PflegefachAuf diesem Hügel überseh‘ ich meine Welt!
Auf diesem Hügel überseh‘ ich meine Welt!
Hinab ins Tal, mit Rasen sanft begleitet,
Vom Weg durchzogen, der hinüber leitet,
Das weiße Haus inmitten aufgestellt,
Was ist‘s, worin sich hier der Sinn gefällt?
Auf diesem Hügel überseh´ ich meine Welt!
Erstieg ich auch der Länder steilste Höhen,
Von wo ich könnt die Schiffe fahren sehen
Und Städte fern und nah von Bergen stolz umstellt,
Nichts ist‘s, was mir den Blick gefesselt hält.

kräften für leitende Funktionen in Einrichtungen
des Gesundheits- und Sozialwesens“. Im März
vergangenen Jahrs startete die Weiterbildung,
nächstes Jahr am 12. April endet sie. Von den
insgesamt sieben Klausuren haben die Teilnehmerinnen drei geschrieben, mit sehr guten
Ergebnissen. Auch drei von vier Praktikumsarbeiten wurden bereits verfasst. Mit den ersten
beiden übten die Schwestern wissenschaftliches
Arbeiten, ihre dritte Arbeit wurde dann bewertet,
wieder mit durchweg guten Noten. Elf Unterrichtsblöcke müssen insgesamt absolviert werden,
jeder dieser Blöcke steht unter einem eigenen
Schwerpunktthema wie „Marketing“ und
„Personalmanagement“ oder „Projektmanagement und Präsentation“.

Auf diesem Hügel überseh´ ich meine Welt!
Und könnt ich Paradiese überschauen,
Ich sehnte mich zurück nach jenen Auen,
Wo Deines Daches Zinne meinem Blick sich stellt,
Denn der allein umgrenzet meine Welt.

Praxisanleiterkurs gestartet
Vor genau zwei Jahren erhielten 38 Schwestern und
ein Pfleger die Erlaubnis, den Titel „Praxisanleiter“
zu führen. Jetzt begann der nächste Kurs und wieder
bereiten sich die Teilnehmer in 200 Stunden auf ihre
Arbeit mit Schülern vom Bildungszentrum vor. Anders
als beim Kurs von 2008 kommen die 24 künftigen
Praxisanleiter diesmal hauptsächlich aus „bettenfernen“
Funktionsbereichen wie dem OP, der Endoskopie oder
dem Herzkatheterlabor. Denn so wird eine wesentliche
Vorgabe für eine qualifizierte Ausbildung der zukünftigen OTA-Absolventen („Operationstechnische Assistenten“) erfüllt, diese dreijährige Ausbildung wird ab
Oktober am Bildungszentrum für Pflegeberufe angeboten. Die OTA-Auszubildenden absolvieren dann
ihre praktischen Einsätze in den Funktionsbereichen
und werden dort unter anderem von den „frischgebackenen“ Praxisanleitern betreut.

n e w s l e t t e r d e r DR K - S c h w e s t e r n s c h a f t B e r l i n e . V .

Bettina von Arnim
(geborene Elisabeth Catharina
Ludovica Magdalena Brentano,
genannt „Bettine“) wurde
vor 125 Jahren, am 4. April 1785
in Frankfurt am Main geboren;
sie starb am 20. Januar 1859
in Berlin. Die Schriftstellerin
zählt zu den bedeutendsten
Vertretern der deutschen
Romantik.

Herausgeber:
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Telefax 030-3035-5473
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Verantwortlich:
Doreen Fuhr
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Redaktion und Gestaltung:
Brille und Bauch
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für Kommunikation
DRK Kliniken Berlin
Bundesarchiv
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AUSGABE I/2010

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